Europäischer Tag der Entgeltgleichheit: Frauen arbeiten 59 Tage ohne Lohn

Brüssel – Ab kommenden Montag (2.11.) bis zum Ende des Jahres arbeiten Frauen in der Europäischen Union umsonst.

Der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn von Frauen in Europa liegt 16,3 Prozent unter dem der Männer – auf das Jahr gesehen entspricht dies dem Gehalt von 59 Tagen. In Deutschland liegt das geschlechterspezifische Lohngefälle bei 21,6 Prozent; das ist der vierthöchste Wert aller EU-Staaten (höchster Wert: Estland mit 29,9 Prozent, niedrigster Wert in Slowenien mit 16,3 Prozent). Anlässlich des diesjährigen Tages der Entgeltgleichheit (Equal Pay Day) erklärten EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans und die EU-Kommissarinnen Marianne Thyssen und Vera Jourova: „Die Gleichbehandlung von Männern und Frauen gehört zu den Grundwerten der Europäischen Union, doch der heutige Tag erinnert uns daran, dass zwischen Wunsch und Wirklichkeit grundsätzlich noch eine Lücke klafft. Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ist an sich schon unfair und entbehrt jeder Grundlage. Die Lücke wird jedoch noch größer, wenn man die Folgen für die gesamte berufliche Laufbahn und das Ruhegehalt in den Blick nimmt: Frauen erhalten im Schnitt 39 Prozent weniger Rente als Männer.“

Dabei sei das Prinzip des gleichen Lohns für Männer und Frauen in Europas Gesetzgebung verankert, so Timmermans und Jourova. „Es fehlt jedoch noch an einer konsequenten Umsetzung an der Basis durch die Mitgliedstaaten. In den letzten Jahre gab es dabei wenig oder gar keine Fortschritte. Erwerbstätige Frauen müssen aber nicht nur gleich bezahlt werden, sie müssen auch die Möglichkeit erhalten, dem Arbeitsmarkt genauso lange zur Verfügung zu stehen wie Männer. In unserem Arbeitsprogramm für 2016 sind daher Maßnahmen geplant, mit denen wir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für erwerbstätige Eltern und Personen, die Angehörige pflegen, verbessern wollen.“

Last but not least: Noch teilnehmen am Wettbewerb Jugend forscht

Rostock/Schwerin – Unter dem Motto „Neues kommt von Neugier!“ startet der Wettbewerb „Jugend forscht“ 2016 in eine neue Runde. Wer bei Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb dabei sein will, kann sich noch bis zum 30. November bewerben. Junge Forscherinnen und Forscher bis 21 Jahre haben die Möglichkeit, ihre Projekte anzumelden.

Die 26. Landeswettbewerbsrunde regt die Entdeckerlust an. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die diese Herausforderung annehmen und am Wettbewerb „Jugend forscht“ in Mecklenburg-Vorpommern teilnehmen, haben die Chance, ihre Forschungsprojekte im März 2016 einer Jury in Rostock vorzustellen. Der Landeswettbewerb wird 2016 zum 26. Mal ausgetragen. „Ich bin jedes Mal von Neuem gespannt, auf was für großartige Ideen die jungen Leute kommen‘“, sagt der Wettbewerbsleiter Dr. Frank Mehlhaff. „Ich rufe deshalb noch einmal alle Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildenden in M-V auf, sich zu beteiligen. In diesen innovativen Projekten, gelungenen Haus- und Jahresarbeiten steckt viel Potential für die Wissenschaft.“

Von Beginn an hat der kommunale Energieversorger WEMAG die Patenschaft für den Landeswettbewerb übernommen. „Mit dem Forschungswettbewerb bin ich seit meiner Jugend verbunden. Als Techniker weiß ich, wie interessant und reizvoll es ist, Lösungen für Fragen des Alltags zu finden. Daher freue ich mich auf die Arbeiten zu dem neuen Wettbewerbsthema. Mit unserem Engagement haben wir die Chance, hochbegabte, motivierte junge Menschen bei der Umsetzung ihrer Ideen zu begleiten“, sagt Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG.

Seit 2012 konnte auch die Stadtwerke Rostock AG als Partner vor Ort gewonnen werden. „Wir haben in Rostock an vielen Schulen sehr engagierte Lehrer, die ihre begabten Schüler zu tollen Leistungen motivieren. Wir als technisch geprägtes Unternehmen unterstützen die jungen Wissenschaftler gerne bei ihren Projekten und würden uns freuen, wenn sie mit ihrem erworbenen Know how eines Tages sich in unserem Unternehmen bei der Umsetzung der Energiewende einbringen“, sagt Ute Römer, Mitglied des Vorstandes der Stadtwerke Rostock AG.

Wer auf Landesebene gewinnt, der qualifiziert sich für das 51. Bundesfinale, das vom 26. bis 29. Mai 2016 im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn stattfindet. Auf allen Wettbewerbsebenen werden Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von rund einer Million Euro vergeben. Neben den Erfahrungen und Kontakten, die man in der Welt der Wissenschaft sammelt, kann das ein zusätzlicher Ansporn für die Teilnahme sein.

Für die Anmeldung zum Wettbewerb reicht es zunächst aus, wenn die Nachwuchswissenschaftler ihr Forschungsthema festlegen. Es kann frei gewählt werden, muss aber in eines der sieben Fachgebiete passen: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik sowie Technik stehen zur Auswahl. Bis Anfang Januar 2016 kann dann in der Schule oder zu Hause geforscht und experimentiert werden. Erst danach müssen die Teilnehmer eine schriftliche Ausarbeitung ihres Forschungsprojekts einreichen.

Das Formular zur Online-Anmeldung, die Teilnahmebedingungen und das Wettbewerbsplakat 2016 finden Sie unter www.jugend-forscht.de. Weitere Informationen gibt es auch auf dem Blog http://jugend-forscht-mv.de/.

„Assassin’s Creed Syndicate“ schleicht an Games-Spitze

Megakultig und mordserfolgreich: Mit „Assassin’s Creed Syndicate“ legt Ubisoft bereits den neunten Teil seiner Meuchler-Reihe vor. Im geheimnisvollen London zur Zeit der industriellen Revolution trifft das Zwillingspärchen Evie und Jacob auf historische Figuren wie Charles Darwin, Karl Marx oder Charles Dickens. In den offiziellen deutschen PS4-Charts, ermittelt von GfK Entertainment, treten sie ihre Mission an erster (Special Edition) und dritter Stelle (The Rooks Edition) an. Dazwischen quetscht sich „FIFA 16“.

Auch das Xbox One-Feld wird von „Assassin’s Creed Syndicate“ dominiert. „FIFA 16“ und „Forza Motorsport 6“ folgen dahinter. Die PS3- und Xbox 360-Hitliste listet „FIFA 16“, „Minecraft“ und „Lego Dimensions“ als Führungstrio.

„Heart Of Thorns“, die erste Erweiterung des Online-Rollenspiels „Guild Wars 2“, macht kurzen Prozess in den PC Games Highprice-Charts. Eine neue Spielklasse, erweiterte Spezialisierungen, ein neuer Spielmodus und zusätzliches Kartenmaterial zeichnen den Spitzenreiter aus. „Die Sims 4“ und „FIFA 16“ haben das Nachsehen.

Die Auszeichnung „Dancing Queen“ geht an „Just Dance 2016“. Das Musik-Franchise wartet mit aktuellen Charthits auf und sichert sich vor „Mario Bros. Selects“ und „Mario Party 9 Selects“ das Krönchen der Nintendo-Wii-Auswertung.

Öffentliche Erklärung des BA-Verwaltungsrats zur Flüchtlingsthematik

Nürnberg – Staat, Gesellschaft und Wirtschaft stehen angesichts der hohen Flüchtlingszahlen vor großen Herausforderungen. Um diese bewältigen zu können und zugleich allen Inländern, die Unterstützung zu ermöglichen, die sie brauchen, um möglichst dauerhaft am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, braucht Deutschland mit Blick auf den Arbeitsmarkt eine Doppelstrategie:

1. Inländische Arbeitsuchende müssen gezielt gefördert und aktiviert, ihren Fähigkeiten und den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts entsprechend qualifiziert sowie möglichst passgenau in Beschäftigung und Ausbildung vermittelt werden. Dies gilt insbesondere für junge Menschen, Langzeitarbeitslose, Geringqualifizierte, Berufsrückkehrerinnen und andere Gruppen, die bisher nicht ausreichend von der guten Arbeitsmarktlage profitieren konnten.

2. Flüchtlinge müssen die Möglichkeit haben, schnell die deutsche Sprache zu lernen und sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Dazu gehört die Teilhabe am Arbeitsleben. Hierfür braucht es passende Qualifizierungs-, Ausbildungs- und Beschäftigungsangebote sowie entsprechende Unterstützung der Arbeitsagenturen, Jobcenter und weiterer relevanter Netzwerkpartner.

Der Verwaltungsrat legt im Rahmen der Aufstellung des Haushalts der BA mit Augenmaß die Grundlagen für diese langfristig angelegte Doppelstrategie für den Bereich der Arbeitslosenversicherung fest.

Annelie Buntenbach, die Vorsitzende des Verwaltungsrats der Bundesagentur für Arbeit, betont: „Inländische Ausbildungssuchende und Arbeitslose dürfen nicht gegen Flüchtlinge und Asylsuchende ausgespielt werden. Vielmehr müssen auch sie wirksamer unterstützt werden, um ihnen eine dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.“ Zugleich müssen die Jobcenter personell und finanziell deutlich besser ausgestattet werden, um für die Herausforderungen gerüstet zu sein.

Unsere Initiativen

Der Verwaltungsrat hat in diesem Jahr den Anstoß zu einem Projekt gegeben, Lösungen für verbesserte Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Behinderungen zu finden.

Mit der assistierten Ausbildung sollen junge Menschen, die vorher oft keinen Platz in einer dualen Ausbildung gefunden haben, praxisnah in den Betrieben qualifiziert werden.

Arbeitsmarktprogramme wie Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen (WeGebAU) oder AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht sind wichtige Hebel, Versäumtes nachzuholen und Menschen ohne ausreichende Qualifizierung wirksam zu unterstützen, damit sie bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben. Diese Programme werden praxisgerecht weiter entwickelt und mit ausreichenden finanziellen Mitteln der Arbeitslosenversicherung ausgestattet.

Bedingungen für erfolgreiche Integration von Flüchtlingen

Die Eingliederung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern mit guter Bleibeperspektive in Arbeitsmarkt und Gesellschaft muss möglichst früh beginnen und wird Zeit benötigen. Bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen oder spätestens unmittelbar nach Ankunft in der Anschlussunterbringung sollten Sprachkompetenzen vermittelt, berufliche Kompetenzen festgestellt und Förderbedarfe ermittelt werden. Mit dem Modellprogramm „Early Intervention“ konnte die Bundesagentur für Arbeit Erfahrungen sammeln, die ihren Niederschlag nun zumindest teilweise im gerade beschlossenen Asylpaket gefunden haben. Asylsuchende mit guter Bleibeperspektive können vor einer Flüchtlingsanerkennung zur Teilnahme an einem Integrationssprachkurs zugelassen werden. Ergänzend kann die Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitsmarkteingliederung zeitlich befristet Kurse zur Vermittlung erster Sprachkompetenzen für Menschen mit guter Bleibeperspektive fördern.

„Mit der ausnahmsweisen und einmaligen Finanzierung von Sprachkursen aus Beitragsmitteln der Arbeitslosenversicherung haben wir auf die dramatische Situation reagiert, die durch den Zustrom von Flüchtlingen in unser Land entstanden ist“ hebt Peter Clever, stellvertretender Vorsitzender des BA-Verwaltungsrats hervor.

Er wies darauf hin, dass die Sprachförderung grundsätzlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. „Die BA-Initiative greift deshalb auch nur vorübergehend für Sprachkurse, die in diesem Jahr beginnen. Diese werden aber in ein einem völlig unbürokratischen Verfahren umgesetzt und finanziert. Die deutliche Aufstockung der Integrationskurse und die berufsbezogenen Deutschkurse des BAMF in 2016 werden begrüßt.“

Bisher konnten Maßnahmen zur Feststellung von Kompetenzen und Förderbedarfen erst nach Ablauf von drei Monaten bzw. nach Verteilung auf die Kommunen anlaufen. Mit dem Asylpaket werden diese Maßnahmen bereits während der Unterbringung in den Erstaufnahmeeinrichtungen möglich. Auch eine frühzeitige Feststellung beruflicher Kompetenzen und möglicher Förderbedarfe von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern wird ermöglicht. Dies ist besonders wichtig, da Flüchtlinge in der Regel nicht all ihre Qualifikationsnachweise mitbringen können.

Die Anerkennungsverfahren von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen müssen zudem so ausgestaltet werden, dass zügig ohne große Bürokratie schnell verwertbare Aussagen und verbindliche Feststellungen getroffen werden können.

Insgesamt erforderlich ist eine bessere finanzielle Ausstattung für die Durchführung von Nachqualifizierungsmaßnahmen und die weitere Integration in den Arbeitsmarkt. Vor allem die Jobcenter, die für die Integration von anerkannten Flüchtlingen zuständig sind, müssen dafür ausreichende finanzielle Mittel erhalten und personell besser ausgestattet werden.

In Anklam entstehen zwei neue Kreisverkehre

Anklam – Die Hansestadt Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) beabsichtigt, die Kreuzung Bahnhof- und Bluthluster Straße mit der Pasewalker Straße/Allee zu einem Mini- und einem kleinen Kreisverkehr umzubauen. Die Pasewalker Straße/Allee ist eine wichtige innerörtliche Straße, die den Stadtkern und den Bahnhof mit der Bundesstraße 109 und dem Industrie- und Gewerbegebiet Bluthluster Straße verbindet. Die Kreuzungen sind unübersichtlich. Die Fahrbahn weist Unebenheiten und Risse auf. Auch die mit Betonplatten befestigten Gehwege sind in einem schlechten Zustand.

Die Durchmesser der Kreisverkehre sollen 22 Meter und 30 Meter betragen. Die Baulänge mit allen Anschlussarmen beträgt 325 Meter. Die Fahrbahn wird mit Asphalt befestigt. Die Mittelinseln und der Innenring werden mit Natursteinpflaster angelegt. Auf der Südseite der Pasewalker Straße entsteht ein 2,50 Meter breiter Gehweg aus Betonsteinpflaster. Weil auf der Nordseite ein überregionaler Radweg verläuft, wird dieser in 2,50 Meter Breite neben dem Gehweg separat angelegt.

Anklam erhält für dieses Vorhaben Fördermittel in Höhe von 584.200 Euro aus Zuwendungen für Maßnahmen im Bereich des kommunalen Straßenbaus. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1.074.100 Euro.

Fördermittel für Ausbau der Kietzstraße in Waren (Müritz)

Waren(Müritz) – Die Stadt Waren (Müritz) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte beabsichtigt, die Kietzstraße zwischen Goethe- und Strandstraße auf einer Länge von 379 Metern auszubauen. Die Kietzstraße ist eine wichtige innerörtliche Straße, die den Stadtkern über die Goethestraße mit der Bundesstraße 192 verbindet. Die Fahrbahn ist uneben und abgesackt. Auch der mit Betonplatten befestigte Gehweg befindet sich in einem schlechten Zustand.

Die Fahrbahn soll in einer Breite von sechs Metern mit Asphalt befestigt werden. Zudem sollen 15 Parkplätze längs zur Fahrbahn entstehen. Der Gehweg aus Betonsteinpflaster soll auf 2,50 Meter inklusive Sicherheitstrennstreifen verbreitert werden. Zusammen mit dem Müritz-Wasser-/Abwasserzweckverband wird die Regenwasserkanalisation neu hergestellt. Im Zuge der Baumaßnahme werden auch die Trinkwasser-, Elektro- und Gasleitungen erneuert.

Für diese Maßnahme erhält die Stadt Waren (Müritz) 233.400 Euro Fördermittel aus Zuwendungen für Maßnahmen im Bereich des kommunalen Straßenbaus. Die Gesamtausgaben betragen rund 972.200 Euro.

Pasewalk bekommt Unterstützung bei Ausbau der Feldstraße

Pasewalk – Für die Stadt Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) stehen für den Ausbau der Feldstraße Fördermittel aus Zuwendungen für Maßnahmen im Bereich des kommunalen Straßenbaus in Höhe von 184.100 Euro zur Verfügung. Die Fahrbahn der Feldstraße ist in einer Breite von ca. fünf Metern mit Straßenplatten befestigt. Diese entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Mit Hilfe der Fördermittel soll der dritte Bauabschnitt der Feldstraße in Pasewalk von der 1. Abfahrt des Autohauses bis zur Ahornstraße ausgebaut werden. Die Fahrbahn soll auf einer Länge von 249 Metern 5,50 Meter breit mit Asphalt hergestellt werden. Zudem sollen Geh- und Radwege sowie Stellplätze aus Betonpflaster entstehen. Auch die Fahrbahnentwässerung wird neu gestaltet.

Die Gesamtausgaben für diese Maßnahmen betragen rund 385.700 Euro.

Staatskanzlei veranstaltet Seminarreihe zu EU-Förderprogramm

Schwerin – Gemeinsam mit der Europäischen Kommission und der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern veranstaltet die Staatskanzlei eine Seminarreihe zu dem EU-Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“. Darin fördert die Europäische Union Begegnungen zwischen Menschen aus Europa. Im Fokus sollen aktuelle europapolitische Themen stehen. Kommunen, Vereine, Kirchengemeinden, Institutionen und zivilgesellschaftliche Organisationen erfahren in den Seminaren, wie man Fördermittel erfolgreich beantragen kann.

In Mecklenburg-Vorpommern sind im November und Dezember insgesamt fünf Veranstaltungen geplant. Sie finden in Rostock (11.11.), Boizenburg (12.11.), Prora (13.11.), Anklam (07.12.) und Waren (08.12.) statt. Anmeldungen sind per Mail möglich unter: e.wilk@ea-mv.com. Die Veranstaltungen sind für die Teilnehmer kostenlos. Weitere Informationen unter www.europa-mv.de/termine.

Notdach über Kirchenruine Rolofshagen wird komplettiert

Glawe: Engagement des Vereins zur Erhaltung der Feldstein-Kirchenruine vorbildlich

Papenhagen – In Rolofshagen (Gemeinde Papenhagen, Landkreis Vorpommern-Rügen) soll die Notüberdachung der Kirchenruine weiter fortgeführt werden. „Die Kirchenruine ist historisch wertvolles Zeugnis der Region. Mit der weiteren Sicherung der Notüberdachung wird eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Kirchenruine weiter zu erhalten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe in Schwerin.

Die Kirche Rolofshagen ist ein um 1300 errichteter Feldsteinbau. Erhalten sind heute noch die Außenmauern und die wiederhergestellte Sakristei. Jetzt ist vorgesehen, 16 Brettschichtbinder auf den Mauerkronen zu montieren sowie eine bituminöse Dachhaut aufzubringen, um das gesamte Kirchenschiff zu überdachen. „Es ist dem großen Engagement des ehrenamtlichen Vereins zur Erhaltung der Feldstein-Kirchenruine in Rolofshagen zu verdanken, dass die Kirche erhalten bleibt“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben mit Finanzhilfen aus der Städtebauförderung in Höhe von 25.000 Euro. Die Sanierungsarbeiten des Daches sollen noch in diesem Jahr beendet sein.

Fahrzeug-Emissionstests unter realen Fahrbedingungen werden verbindlich

Brüssel – Ab dem 1. September 2017 müssen neue Modelle von Kraftfahrzeugen eine Emissionsprüfung unter realen Fahrbedingungen bestehen, bevor sie eine Marktzulassung in der EU erhalten.

Dies beschloss eine große Mehrheit der Mitgliedstaaten am Mittwoch. „Die EU ist die erste und einzige Region in der Welt, die solche soliden Testmethoden verbindlich macht“, sagte Industrie- und Binnenmarktkommissarin Elżbieta Bieńkowska. „Und die Geschichte endet nicht hier. Wir arbeiten hart an einem Vorschlag, um das System für Typgenehmigungen und die Unabhängigkeit der Fahrzeugtests zu stärken.“ Bisher liegen die Emissionen von Stickoxiden bei Dieselfahrzeugen unter realen Fahrbedingungen im Schnitt 400 Prozent über denen im Laborprüfzyklus. Ab September 2017 darf diese Abweichung noch 110 Prozent betragen, ab 2020 nur noch 50 Prozent.

Die Messung der Emissionen erfolgt derzeit anhand eines Laborprüfzyklus (Neuer europäischer Fahrzyklus, NEFZ), der nicht die Emissionen von Kraftfahrzeugen unter normalen Fahrbedingungen widerspiegelt. Daher hat die Kommission intensiv daran gearbeitet, um solide Verfahren für die Emissionsprüfung von Fahrzeugen unter realen Fahrbedingungen zu entwickeln. Derzeit können die Emissionen von Stickoxiden (NOx) von Dieselfahrzeugen, die auf der Straße gemessen werden, die im vorgeschriebenen Zyklus gemessenen in der Realität deutlich übersteigen, obwohl sie in den meisten Fällen wahrscheinlich den geltenden Rechtsvorschriften entsprechen.

Um diesem Defizit entgegenzuwirken, arbeitet die Kommission seit einiger Zeit an Verfahren für die Prüfung von Emissionen im praktischen Fahrbetrieb (Real Driving Emission, RDE). Sie werden die derzeitigen Laborprüfungen ersetzen und dienen der Beurteilung der Emissionen von Fahrzeugen auf Straßen. Über das neue Verfahren wurde bereits im Mai 2015 von dem zuständigen Regelungsausschuss (Technischer Ausschuss „Kraftfahrzeuge“, TCMV), in dem alle Mitgliedstaaten vertreten sind, entschieden. Es wird im Januar 2016 in Kraft treten.

Das RDE-Verfahren ergänzt die laborgestützten Verfahren. So soll überprüft werden, ob die im Labor gemessenen Emissionen von Stickoxiden (NOx) – und zu einem späteren Zeitpunkt auch der Grenzwert für die Partikelzahl – unter realen Fahrbedingungen bestätigt werden können. Dies bedeutet, dass das Auto im Freien und auf tatsächlichen Straßen gefahren wird, wobei es nach dem Zufallsprinzip beschleunigt und abgebremst wird. Die Schadstoffemissionen werden mit transportablen Emissionsmesseinrichtungen (portable emission measuring systems, PEMS) gemessen, die am Fahrzeug befestigt werden. Durch die RDE-Prüfung lassen sich die derzeit beobachteten Diskrepanzen zwischen den im Labor und den auf der Straße unter realen Bedingungen gemessenen Emissionswerten reduzieren; so kann ferner der Manipulation durch Abschalteinrichtungen zum großen Teil entgegengewirkt werden.

Das neue Verfahren wurde im Mai 2015 vom „Technischen Ausschuss Kraftfahrzeuge“ (Technical Committee of Motor Vehicles, TCMV), in dem alle Mitgliedstaaten vertreten sind, befürwortet und gilt ab Januar 2016. In dieser ersten Phase wird die transportable Emissionseinrichtung für Überwachungszwecke verwendet und wirkt sich noch nicht auf die Übereinstimmungsbescheinigung aus, die von der nationalen Typgenehmigungsbehörde (TGB) ausgestellt wird. Dies ändert sich ab September 2017.

Am Mittwoch legten die Mitgliedstaaten im Technischen Ausschuss Kraftfahrzeuge die verbindlichen Emissionsgrenzwerte („not-to-exceed limits“, NTE-Grenzwerte) fest, die dann im Rahmen der RDE-Prüfung gelten sollen. Dabei wird festgelegt, welche Abweichungen von den Emissionsgrenzwerten gemäß der Verordnung 715/2007/EG akzeptabel sind, um den Messunsicherheiten bei der Prüfung auf der Straße Rechnung zu tragen. Das NTE-Verfahren hat sich als zuverlässig für die Beurteilung beispielsweise der Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge erwiesen. Die NTE-Grenzwerte sollen einerseits umweltpolitischen Zielen entsprechen und andererseits wirtschaftlich und technisch realisierbar sein.

Sanierung Schulsportplatz in Rethwisch

Sportminister Caffier übergibt Förderbescheid über 211.000 EUR Fördermittel

Innen- und Sportminister Lorenz Caffier übergab am Donnerstag für die Sanierung des Schulsportplatzes in Rethwisch (Landkreis Rostock) an den Bürgermeister der Gemeinde Börgerende-Rethwisch Herrn Horst Hagemeister einen Förderbescheid in Höhe von rund 211.000,- Euro. Damit trägt das Land gut ein Drittel der Gesamtkosten für die Sanierung, die mit rund 660.000,- Euro beziffert wurden.

„Die Gemeindekasse wird durch die finanzielle Unterstützung deutlich beim Neubau des Sportplatzes entlastet, der dringend für den Schulsport gebraucht wird. „Die Schüler sollen ordentliche Bedingungen für den Sportunterricht haben, das fördert nicht nur die Freude am Sport, sondern weckt hoffentlich auch Begeisterung für den Sport außerhalb des Unterrichtes.“

Um den Rahmenrichtlinien für den Sportunterricht insbesondere in der Leichtathletik qualitätsgerecht zu entsprechen, ist die Sanierung des Schulsportplatzes unbedingt erforderlich. So sollen u.a. die Laufbahn erneuert und erweitert werden, Kleinspielfelder und eine kombinierte Weit- und Dreisprunganlage sowie eine Kugelstoßtrainings- und Wettkampfanlage sind vorgesehen. Weiterhin erhält die Sportanlage eine normgerechte Entwässerungsanlage, damit es nicht wie bisher bei Regen zu Überflutungen kommt.

Moderne öffentliche Bibliotheken: Start des Onleihe-Verbundes in MV

Nutzerinnen und Nutzer können aus über 45.000 digitalen Medien wählen

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern geht am Mittwoch, dem 4. November 2015, der neue landesweite Onleihe-Verbund ans Netz. 11 öffentliche Bibliotheken haben sich dafür mit ihren bestehenden Onleihe-Angeboten zusammengeschlossen, 19 weitere bieten diesen Service erstmalig an. Nutzerinnen und Nutzer der Bibliotheken können auf einen größeren Bestand an digitalen Medien zugreifen. Ihnen stehen E-Books, E-Papers, E-Audios, E-Musik und E-Videos für eine bestimmte Zeit auf dem Computer, E-Book-Reader, Tablet, MP3-Player oder Smartphone zur Verfügung.

„Digitale Medien sind bei vielen Menschen beliebt“, sagte Bildungs- und Kulturminister Mathias Brodkorb. „Mit dem Onleihe-Verbund bieten die öffentlichen Bibliotheken im Land ihren Nutzerinnen und Nutzern einen besseren Service und ein größeres Angebot als bisher an. Das gedruckte Buch wird weiterhin seine Bedeutung behalten. In einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ist die Onleihe jedoch ein sehr guter Weg, Literatur zu den Menschen zu bringen“, ergänzte Brodkorb.

Auch Thomas Beyer, Vorsitzender des Landesverbandes der Bibliotheken e. V., begrüßte den Start der Onleihe: „Wir freuen uns sehr, dass so eine große interkommunale Zusammenarbeit, bei der alle gewinnen, möglich ist und modernisieren damit das Angebot vieler Bibliotheken enorm. Wichtig ist, nicht wie, sondern dass gelesen wird. Lesen ist immer noch die Nr. 1 der Kulturtechniken. Nur wer liest, kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben.“

Das Medienanagebot der „Onleihe Mecklenburg-Vorpommern“ umfasst digitale Kinder- und Jugendbücher, Romane und Sachbücher, Hörbücher, Filme, Zeitungen und Zeitschriften. Um von dem Angebot Gebrauch machen zu können, müssen Nutzerinnen und Nutzer in Besitz eines gültigen Mitgliedsausweises einer der beteiligten öffentlichen Bibliothek in Mecklenburg-Vorpommern sein. Sie suchen die digitalen Medien im Katalog ihrer Bibliothek oder auf der neuen Internetseite der Onleihe Mecklenburg-Vorpommern und laden sie für eine bestimmte Zeit auf ihr Endgerät herunter.

Alle Bibliotheken, die sich im Onleihe-Verbund zusammengeschlossen haben, sind Mitglied im Landesverband der Bibliotheken e. V. Sie erfüllen die Qualitätsstandards für öffentliche Bibliotheken in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu zählt beispielsweise die Erneuerungsquote, nach der die Häuser ihren Medienbestand regelmäßig aktualisieren müssen. Sofern weitere Bibliotheken die Standards erfüllen, können sie in den Verbund aufgenommen werden.

Der neue Onleihe-Verbund entsteht in Zusammenarbeit des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern im Deutschen Bibliotheksverband e. V. mit der Fachstelle der öffentlichen Bibliotheken im Land und dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Das Land hat den Aufbau des Onleihe-Verbundes mit 140.000 Euro unterstützt.

Finanzspritze für neues Feuerwehrauto

Innenminister Caffier lobt Einsatzbereitschaft der Feuerwehr in der Gemeinde Bernitt

Bernitt – Die Freiwillige Feuerwehr Moisall/Kurzen Trechow in der Gemeinde Bernitt (Landkreis Rostock) ist eine Feuerwehr, in der die Aktiven mit viel Engagement die Einsatzbereitschaft auch am Tage sichern und junge Leute für die Jugendfeuerwehr begeistern. Ein neues Fahrzeug (Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser – kurz: TSF-W) soll die Arbeit erleichtern. Obwohl die Bernitter Feuerwehr eine Feuerwehr mit Grundausstattung ist und somit grundsätzlich nicht unter die „Kriterien für die Förderung von Feuerwehrfahrzeugen bzw. Feuerwehrhäusern über Sonderbedarfszuweisungen“ fällt, hat das Innenministerium die überörtlichen Aufgaben im Sinne von besonderen zugewiesenen Aufgaben anerkannt und in diesem Sonderfall einer finanziellen Unterstützung zugestimmt. Minister Lorenz Caffier überreichte heute persönlich den Förderbescheid über 29.633,00 EUR in Bernitt an den Amtsvorsteher des Amtes Bützower-Land für die Beschaffung eines neuen Fahrzeuges als Ersatz für das alte mit Baujahr 1974. Er betonte dabei die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren für die Sicherheit im Lande und lobte die hohe Leistungsfähigkeit der Feuerwehrleute. „Die Freiwilligen Feuerwehren sind und bleiben das Rückgrat des Brand- und Katastrophenschutzes im Land“, sagte der Innenminister. Er dankte den Feuerwehrleuten zugleich für ihr ehrenamtliches Engagement für die Sicherheit der Bürger, das nun durch ein modernes Einsatzmittel unterstützt wird.

Versuchte schwere Brandstiftung an Unterkunft der Polizei in Ahlbeck

Neubrandenburg – Am 29.10.2015 gegen 05:15 Uhr stellte ein Polizeibeamter, der sich auf dem Weg zum Dienst befand, an der Bäderdienstunterkunft in 17419 Ahlbeck in der Friedrich-Schiller-Straße ein Feuer fest. Nach ersten Erkenntnissen wurde die Eingangstür mittels eines Brandsatzes beschädigt. Augenscheinlich handelte es sich um eine Glasflasche, die mit Brandbeschleuniger gefüllt war. Der Brand an der Tür verursachte einen Schaden von ca. 1.000 EUR und konnte noch vor Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden. Eine Fahndung im Nahbereich durch die eingesetzten Polizeibeamten des Polizeireviers Heringsdorf nach den bislang unbekannten Tätern, verlief ohne Erfolg. Zum Tatzeitpunkt befanden sich keine Personen im Gebäude.

Der polizeiliche Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Anklam hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich an die Einsatzleitstelle Neubrandenburg unter 0395/5582-2224, die Internetwache der Landespolizei M-V unter www.polizei.mvnet.de oder aber jede andere Polizeidienststelle zu wenden.

Das Objekt verfügt über 18 Zimmer und wird hauptsächlich zur Unterbringung von Bäderdienstbeamten und Unterstützungskräften des Landesbereitschaftspolizeiamtes M-V bei Einsätzen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Anklam genutzt.

Zurzeit gab es Überlegungen der Gemeinde Heringsdorf dieses Objekt zur Unterbringung von Zuwanderern zu nutzen. Nach erster Prüfung ist der Gemeinde durch die Polizei die Anfrage abschlägig beschieden worden.

Der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, Wilfried Kapischke, äußert sich betroffen: „Es macht mich fassungslos, wenn Straftäter Unterkünfte von Menschen anzünden! Meine Mitarbeiter, die sich tagtäglich um die Sicherheit im Land M-V mit ganzer Kraft kümmern, dürfen genauso wenig Ziel von Straftätern werden wie andere Bürger oder Mitmenschen unseres Landes.“

Bilanz des Berufsberatungsjahres 2014/2015: Rechnerisch ausgeglichen, aber große Disparitäten

Nürnberg – Nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) ging die Zahl der gemeldeten Bewerber leicht zurück, während es etwas mehr gemeldete Ausbildungsstellen gab. Die Zahl der Bewerber überstieg die Zahl der Ausbildungsplätze nur noch wenig. Bei der Vorstellung der Bilanz des Berufsberatungsjahres 2014/2015 fasste BA-Vorstand Raimund Becker zusammen: „Die Situation am Ausbildungsmarkt ist für Bewerber erneut etwas günstiger als im Vorjahr. Gleichzeitig zeigte sich auch in diesem Jahr, dass es schwieriger geworden ist, Bewerber und Ausbildungsstellen zusammenzubringen.“

Von Oktober 2014 bis September 2015 wurden dem Arbeitgeberservice der BA und den Jobcentern in gemeinsamen Einrichtungen insgesamt 520.000 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 8.400 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Zuwachs bei den gemeldeten Ausbildungsstellen geht vorrangig auf betriebliche Stellen zurück. Sie nahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7.300 auf 488.400 zu. Ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg dürfte die stabile wirtschaftliche Situation sowie die intensivierte Zusammenarbeit der BA mit den Betrieben sein.

Die von Seiten der Kammern bereits veröffentlichten Daten zu den 2015 neu geschlossenen Ausbildungsverträgen sprechen für eine stabile Entwicklung. Nach den Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Handwerkskammertages sowie der Kammern der Freien Berufe wurden bis zum 30. September 2015 insgesamt 474.500 Verträge geschlossen, 1.100 mehr als vor einem Jahr.

Im Beratungsjahr 2014/2015 haben insgesamt 549.100 Bewerber die Ausbildungsvermittlung der Agenturen und der Jobcenter bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle in Anspruch genommen. Das waren 10.300 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Entwicklung bei den gemeldeten Bewerbern wird vor allem durch die rückläufige Zahl der Schulabgänger mit Haupt- und Realschulabschluss beeinflusst. Dieser Effekt wird durch eine zunehmende Zahl von Bewerbern mit Fachhochschul- oder Hochschulreife sowie Bewerbern aus dem Ausland gedämpft.

Bis zum Bilanzzeitpunkt des Beratungsjahres am 30. September 2015 gelang es nicht allen Bewerbern, einen Ausbildungsplatz zu finden. Gleichzeitig blieben auch zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Gründe liegen in erster Linie darin, dass das Angebot und die Nachfrage in berufsfachlicher, qualifikatorischer oder regionaler Hinsicht differieren. Diese Diskrepanzen haben sich gegenüber dem Vorjahr sogar noch verstärkt.

So waren am Ende des Berufsberatungsjahres bei Agenturen und Jobcentern 20.700 Bewerber noch unversorgt, etwa so viele wie vor einem Jahr (-200). Damit blieben 4 Prozent der gemeldeten Bewerber ohne Ausbildungsstelle oder alternatives Angebot. Wie im Vorjahr mündete rund jeder zweite gemeldete Bewerber in eine Berufsausbildung (51 Prozent) ein. 17 Prozent der Bewerber haben sich für einen weiteren (Berufs-)Schulbesuch, ein Praktikum oder ein Studium und 3 Prozent für eine weitere Qualifizierung (zum Beispiel eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung) entschieden. Weitere 6 Prozent haben eine Arbeit aufgenommen. Der Verbleib ist damit ähnlich wie im Vorjahr.

Insgesamt 41.000 Ausbildungsstellen waren am 30. September 2015 noch unbesetzt. Gegenüber dem Vorjahr waren das 3.900 mehr. Die Zahl der am 30. September noch freien Ausbildungsstellen fällt damit das sechste Jahr in Folge höher aus als im vorangegangenen Jahr.

Die Zahl der noch unbesetzten Ausbildungsstellen übersteigt die Zahl der noch unversorgten Bewerber um 20.200 Stellen. Damit ergibt sich das achte Jahr in Folge am Ende des Beratungsjahres ein Stellenüberhang. Dieser fällt größer aus als in den letzten Jahren (2014: 16.200; 2013: 12.700).

Neben den unversorgten Bewerbern gibt es Bewerber, die zum 30. September zwar in eine Alternative eingemündet sind, ihren Vermittlungswunsch in eine duale Ausbildung jedoch aufrechterhalten haben. 60.100 Bewerber setzen trotz Alternative ihre Suche nach einem Ausbildungsplatz fort. Für diese sowie die noch unversorgten Bewerber werden die Vermittlungsaktivitäten fortgesetzt. Zudem melden sich auch nach dem Anschluss des Beratungsjahres Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen (wieder) auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Auch Betriebe melden Ausbildungsstellen, die (wieder) frei geworden sind.

Die bisherigen Erfahrungen sprechen dafür, dass im so genannten „fünften Quartal“ von Oktober bis Dezember eine große Anzahl der derzeit noch unbesetzten Stellen mit Auszubildenden besetzt werden kann und im Gegenzug bislang noch unversorgte Bewerber einen Ausbildungsplatz oder eine Alternative finden.