Verkehrswende nicht verbauen

Umweltverbände fordern Stopp der öffentlichen Beteiligung bis zur grundlegenden Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans

Berlin – Die Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU), der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) kritisieren den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 und dessen Umweltberichts als grundlegend überarbeitungsbedürftig. Die Verbände fordern einen Stopp der derzeit laufenden öffentlichen Beteiligung, da die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt seien. Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans erlaube keine Bewertung der negativen wie positiven Auswirkungen des Gesamtplans und prüfe Alternativen zum Straßenbau nur unzureichend, so die Verbände.

Helga Inden-Heinrich, DNR-Geschäftsführerin: „Der Plan ist nicht nur mit äußerst heißer Nadel gestrickt und methodisch unausgereift, er ist schlicht nicht fertig. Weil Unterlagen zu Schienenprojekten und Knotenprojekten fehlen und weil die Umweltziele nicht definiert sind, wird der gesetzliche Zweck der Öffentlichkeitsbeteiligung verfehlt. Es ist inakzeptabel, dass das Bundesverkehrsministerium die Umweltbetroffenheit bei der Dringlichkeitseinstufung und bei den Alternativen faktisch nicht berücksichtigt. Auch die Auswirkungen von Netzinvestitionen auf die Klimaziele sind nicht dargestellt. Häufig wird nur auf Entscheidungen der Straßenbauverwaltungen verwiesen und auf ökologische Untersuchungen und die Prüfung von Alternativen verzichtet. Diese gravierenden Mängel müssen beseitigt werden. Dem Stellungnahme-Verfahren muss eine Überarbeitung und Abstimmung mit den Ressorts vorausgehen.“

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Mit dem Prinzip Neubau vor Ausbau im Bundesverkehrswegeplan verbaut die Bundesregierung die Verkehrswende. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will alle Autobahngroßprojekte, die noch vor der Jahrtausendwende geplant wurden, vordringlich bauen – trotz hohen Umweltrisikos und teilweise geringen Verkehrsaufkommens. Umweltverträgliche, bedarfsgerechte und kostengünstige Ausbaualternativen wie sie der BUND vielerorts angemeldet hat, werden nirgends berücksichtigt. So wird der Neubau der A 14 nördlich von Magdeburg oder der A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg mit in Geld bewerteten, jedoch faktisch marginalen Zeitgewinnen von sogar weniger als einer Minute gerechtfertigt. Absurd ist auch, dass 500 Ortsumfahrungen, davon 100 in Bayern, für den Bau vorgeschlagen sind. Kostengünstigere Alternativen durch innerörtliche Maßnahmen wurden aber gar nicht erst geprüft und die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen ab 2018 wird nicht berücksichtigt. Zum Glück ist dieses Mega-Straßenbauprogramm völlig unfinanzierbar, denn rechnet man die Kostensteigerung bis 2030 mit ein, fehlen 100 Milliarden Euro.“

Olaf Tschimpke, NABU-Präsident: „Der Umweltbericht des Bundesverkehrswegeplans dokumentiert einzig die Beeinträchtigung von Natur und Umwelt und das Versagen beim Klimaschutz. Es gibt kein einziges Beispiel, in dem eine gutachterlich belegte hohe Umweltbelastung zu einer grundsätzlichen Änderung eines Projekts geführt hat. Oder anders gesagt: Die Landschaft, die durch eine Straße verloren ginge, kann noch so wertvoll sein – Dobrindt würde sie trotzdem planieren wollen. 170 Natura-2000-Gebiete würden durch den Straßenbau erheblich beeinträchtigt und 250 noch unzerschnittene Großräume und bundesweite Achsen zerstört. Auch die Auswirkungen auf den Flächenverbrauch widersprechen den Zielen der Bundesregierung. Würde der Entwurf umgesetzt, müssten täglich drei Hektar Flächen zusätzlich verbraucht werden. Damit würde das aktuelle Ziel, den täglichen Neuverbrauch an Flächen auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen, in unerreichbare Ferne rücken. Der Planentwurf des BVWP verhindert zudem das Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung. In ihrem Aktionsprogramm Klimaschutz hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vom Verkehr eine CO2-Reduktion um sechs Millionen Tonnen gefordert. Von 2012 bis 2014 sind die CO2-Emissionen im Verkehr aber um sechs Millionen Tonnen gestiegen. Ohne eine Verkehrswende ist Klimaschutz in Deutschland nicht möglich. Gerade die geplanten Autobahn-Neubauten sind ökologisch höchst problematisch.“

Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: „Die Klimaschutzziele der Bundesregierung können nur durch eine Verdoppelung des Schienengüterverkehrs, die Umsetzung eines kompletten und durchfinanzierten Ausbaukonzepts im Rahmen der Engpassbeseitigung und die Umsetzung des Deutschland-Takts erreicht werden. Klimaschutz im Verkehrssektor geht nicht ohne konsequente Verlagerung auf die Schiene. Ein Rekord-Straßenbauprogramm hingegen sowie ein halbfertiges und unterfinanziertes Konzept für den Schienenverkehr stehen dem völlig entgegen. Die bisher vorgesehenen neuen Projekte im Schienenverkehr könnten zwar teilweise dazu beitragen, mehr Kapazitäten zwischen einzelnen Ballungsräumen zu schaffen. Für weitere hochbelastete Korridore und insbesondere für die Hafen-Hinterlandverkehre fehlen allerdings nach wie vor Projekte und Priorisierungen. Die überlasteten Knoten müssten als zentrale Engpässe im Schienennetz vorrangig erweitert werden und allein dafür müssten fünf bis sieben Milliarden Euro zusätzlich bereitgestellt werden. Doch angesichts der jetzigen Finanzierungsverteilung zwischen Straße und Schiene ist es unwahrscheinlich, dass solche notwendigen Projekte, die bis heute noch in der Erarbeitungsschleife des Bundesverkehrsministeriums liegen, in den kommenden Jahrzehnten realisiert werden. Schon die Fertigstellung laufender Projekte sowie die bisher priorisierten neuen vordringlichen Vorhaben sind bis 2030 nicht durchfinanziert.“

Arbeitsmarkt: Einsetzende Frühjahrsbelebung reduziert Arbeitslosigkeit

Nürnberg – „Der Arbeitsmarkt hat sich insgesamt weiter positiv entwickelt. Zwar hat sich die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt nicht verändert, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist aber erneut gewachsen.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise, heute in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Arbeitslosenzahl im März: -66.000 auf 2.845.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -87.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent

Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist mit der einsetzenden Frühjahrsbelebung von Februar auf März um 66.000 auf 2.845.000 gesunken. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre ist die Arbeitslosigkeit im März um 76.000 oder 2,4 Prozent gesunken. Saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat nicht verändert. Gegenüber dem Vorjahr waren 87.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, ist saisonbereinigt leicht um 2.000 gestiegen. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im März 2016 auf 3.660.000 Personen. Das waren 152.000 weniger als vor einem Jahr. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit betrug im Februar 1,95 Millionen und die Erwerbslosenquote lag bei 4,6 Prozent.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im März 888.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum März 2015 ergab sich ein Rückgang von 67.000. Insgesamt 857.000 Personen erhielten im März 2016 Arbeitslosengeld, 82.000 weniger als vor einem Jahr.

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im März bei 4.344.000. Gegenüber März 2015 war dies ein Rückgang von 90.000 Personen. 8,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende waren 1.956.000 Menschen arbeitslos gemeldet, 20.000 weniger als vor einem Jahr. Ein Großteil der Arbeitslosengeld II-Bezieher ist nicht arbeitslos. Das liegt daran, dass diese Personen mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind, kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich noch in der Ausbildung befinden.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Februar saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 52.000 gestiegen. Mit 43,00 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 543.000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit von Dezember auf Januar saisonbereinigt um 55.000 zugenommen. Mit 31,01 Millionen Personen lag die Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr um 731.000 im Plus.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor sehr hoch. Im März waren 635.000 Arbeitsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, 92.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt lag die Nachfrage gegenüber dem Vormonat mit 2.000 im Plus. Besonders gesucht waren Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik, in Verkehr und Logistik sowie im Verkauf. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – lag im März 2016 bei 209 Punkten. Im Vergleich zum Vormonat bleibt er damit unverändert. Der Vorjahresabstand fällt mit einem Plus von 25 Punkten weiterhin sehr deutlich aus.

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2015 bis März 2016 haben sich 410.000 Bewerber für eine Berufsausbildung gemeldet, 1.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen liegt mit 441.000 Ausbildungsstellen deutlich über dem Vorjahr (+15.000). Damit gab es bundesweit im März 2016 etwas mehr gemeldete Ausbildungsstellen als gemeldete Bewerber. Seit Oktober 2015 werden sowohl bei Bewerbern als auch bei Ausbildungsstellen so genannte „Abiturientenausbildungen“ einbezogen. Damit der Vorjahresvergleich durch diese statistische Änderung nicht überzeichnet wird, wurden hier für die Berechnung der Veränderungen auch im Vorjahr die „Abiturientenausbildungen“ einbezogen. Am häufigsten waren im März 2016 noch Ausbildungsstellen unbesetzt für angehende Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer(innen), Kaufleute für Büromanagement, Köchinnen und Köche, Fachkräfte in der Lagerlogistik oder Hotelfachleute. Allerdings ist der Ausbildungsmarkt im März noch sehr in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung zu früh.

„extra 3“ mit Rekordquote

Hamburg – Quotenrekord für das NDR Satiremagazin „extra 3“: 880.000 Zuschauer bundesweit haben am 30. März die Sendung verfolgt. Im Norden waren es 410.000 Zuschauer, entsprechend 11,0 Prozent Marktanteil (bundesweit 4,5 Prozent). Auf dem Sendeplatz am Mittwochabend im NDR Fernsehen sind dies allesamt Bestwerte für das Magazin mit Christian Ehring.

Bei Youtube wurde der satirische Song „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ mittlerweile mehr als 4,5 Millionen Mal abgerufen. Dabei sind die Fassungen mit türkischen und englischen Untertiteln mit berücksichtigt, die die Redaktion zusätzlich veröffentlicht hat. Bis zum vergangenen Wochenende war das am 17. März gesendete Lied auf etwa 50.000 Abrufe gekommen. Nachdem die Einbestellung des deutschen Botschafters ins türkische Außenministerium öffentlich geworden war, schnellte die Zahl hoch. Die eigene Seite von „extra 3“ verzeichnet bislang insgesamt 400.000 Abrufe des Songs.

Andreas Cichowicz, NDR Chefredakteur Fernsehen: „‚extra 3‘ trifft mit seiner Satire ins Schwarze – der diplomatische Eklat um den Song ‚Erdowie, Erdowo, Erdogan‘ war auch eine perfekte Werbung für die Sendung. Die Freude darüber wird allerdings getrübt angesichts der aktuellen Situation vieler Journalisten-Kolleginnen und -Kollegen in der Türkei.“

Die nächste Ausgabe von „extra 3“ läuft am kommenden Mittwoch um 22.50 Uhr im NDR Fernsehen. Im Ersten ist „extra 3“ wieder am Donnerstag, 14. April, um 22.45 Uhr zu sehen.

Busabstellhallen für Neubrandenburger Verkehrsbetriebe

Neubrandenburg – Infrastrukturminister Christian Pegel übergibt am Montag (4.4.2016) einen Zuwendungsbescheid für den Bau von zwei Busabstellhallen auf dem Betriebshof der Neubrandenburger Verkehrsbetriebe GmbH (NVB). Entgegen nehmen werden den Bescheid die Geschäftsführer der NVB Holger Hanson und Jürgen Schoberth.

Die NVB GmbH erhält für den Neubau zweier Busabstellhallen auf dem Betriebshof 748.271 Euro (Fördersatz 75 Prozent).

Das Infrastrukturministerium will mit diesem Vorhaben die Verkehrsinfrastruktur und somit den ÖPNV nachhaltig verbessern. Es ist nicht nur für alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner von unmittelbarem Nutzen, sondern auch ein Beitrag zur Stärkung der Wirtschaftskraft der Region. Moderne, leistungsfähige Verkehrswege und Anlagen sind eine wichtige Voraussetzung für lebenswerte Gemeinden und wirtschaftliche Entwicklung.

Erweiterung des Nahwärmenetzes in Siedenbollentin

Siedenbollentin – Am Montag (4.4.2016) übergibt Energiestaatssekretärin Ina-Maria Ulbrich einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 72.702 Euro (Fördersatz 40 Prozent) für die Erweiterung des Nahwärmenetzes in Siedenbollentin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). Den Bescheid wird der Geschäftsführer der Biogas Siedenbollentin GmbH & Co. KG Hans-Georg Andresen entgegennehmen.

Die Biogas Siedenbollentin GmbH & Co. KG betreibt in Siedenbollentin ein Blockheizkraftwerk (BHKW), wobei Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt werden. Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist, die Abwärme des BHKW wird einer Stallanlage und einer Werkstatt zur Verfügung gestellt.

Es ist geplant, durch die Erweiterung des Nahwärmenetzes einen Teil der anfallenden Wärme in einer Trocknungsanlage zu nutzen. Dazu sollen ein 300 Meter langes Leitungsnetz und eine Wärmeübergabestation an der Trocknungshalle errichtet werden. Zudem wird die Wärmeübergabestation am BHKW erweitert.

Durch die Erweiterung des Nahwärmenetzes erfolgt ein Wechsel von fossilen Brennstoffen zu Wärme auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen. Somit können jährlich ca. 193,680 Tonnen CO2 eingespart werden.

Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen zur Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie.

Ministerium lehnt Rankings von Schulen zum Unterrichtsausfall ab

Landtagsopposition erfragt erneut schulgenaue Ausfallstatistik

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern soll es seitens der Landesregierung keine schulgenaue Veröffentlichung der Daten zum Unterrichtsausfall geben. Das Bildungsministerium lehnt eine solche Veröffentlichung erneut ab. Die Landesregierung ist jedoch verpflichtet, Kleine Anfragen zum schulgenauen Unterrichtsausfall zu beantworten. Die Grünen hatten in einer Kleinen Anfrage den Unterrichtsausfall und Vertretungsunterricht schulgenau im Schuljahr 2014/2015 abgefragt.

„Rankings von Schulen zum Unterrichtsausfall und Vertretungsunterricht helfen niemandem weiter“, bekräftigte der Pressesprecher des Bildungsministeriums, Henning Lipski. „Das Ministerium sieht auch in diesem Jahr von einer Veröffentlichung ab, weil die Daten dazu geeignet sind, Missverständnisse auszulösen und einzelne Schulen in ein schlechtes Licht zu rücken“, so Lipski. Dies hätten die Lehrerinnen und Lehrer nicht verdient.

Erziehungsberechtigte, Schüler- und Elternvertreter können selbstverständlich die Ausfallstatistik und Daten zum Vertretungsunterricht ihrer Schule erhalten. Die Weitergabe der Daten erfolgt durch das Bildungsministerium. Informationen bei aktuellem Ausfall erhalten Erziehungsberechtigte, Schüler- und Elternvertreter in gewohnter Weise durch die Schule.

An den allgemein bildenden Schulen blieb der originäre Unterrichtsausfall im Schuljahr 2014/2015 mit 2,0 Prozent auf niedrigem Niveau. Er war damit genauso niedrig wie im Schuljahr 2012/2013. Dies ist der niedrigste Anteil an originär ausgefallenen Unterrichtsstunden seit Beginn der Erhebung. An den beruflichen Schulen lag der originäre Unterrichtsausfall im Schuljahr 2014/2015 bei 6,0 Prozent. Im Schuljahr 2013/2014 waren es 5,8 Prozent.

Um die Zahl der Ausfallstunden an den beruflichen Schulen zu reduzieren, hat das Land in einem Modellvorhaben zusätzlich 18 Stellen für Vertretungslehrkräfte bereitgestellt. Dies entspricht einem Umfang von 1,3 Mio. Euro. Zehn Stellen sind für eine langfristige strategische Personalplanung gedacht. Acht Stellen kommen Schulen zu Gute, an denen der Unterrichtsausfall besonders groß ist. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es insgesamt 24 öffentliche berufliche Schulen. An fast jeder beruflichen Schule steht somit eine zusätzliche Stelle für eine Vertretungslehrkraft bereit.

M-V: Belebung auf dem Arbeitsmarkt

Junge Flüchtlinge sind Chance für die Firmen

Schwerin – Auf dem Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern hält die positive Entwicklung an. Die Zahl der Arbeitslosen ist im März 2016 auf 90.900 gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 11 Prozent. Das bedeutet einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte. Bei den Frauen liegt die Quote bereits unter 10 Prozent.

Auch bei der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse ist weiterhin ein positiver Trend zu verzeichnen. „7.700 zusätzliche Jobs im Vergleich zum Vorjahresmonat sprechen eine deutliche Sprache“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, Nikolaus Voss, am Donnerstag. „Insbesondere dem Gesundheits- und Sozialwesen ist mit 3.500 weiteren Stellen dieser Zuwachs zu verdanken.“

Voss ging dabei auch auf die gestiegene Zahl der jugendlichen Arbeitslosen ein. „Der leichte Anstieg bei der Jugendarbeitslosigkeit ist auf die jungen Asylberechtigten zurückzuführen, die in den vergangenen Monaten nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen sind. Bei vielen von ihnen hat nach Vollendung des 18. Lebensjahres die Schulpflicht geendet, so dass sie jetzt in der Statistik geführt werden“, so Voss. „Es gilt jetzt, diese jungen Menschen gezielt auf den Ausbildungsmarkt vorzubereiten, um ihnen eine berufliche Perspektive in Deutschland zu bieten.“

Bereits 850 junge Asylberechtigte befinden sich bereits im Berufsvorbereitungsjahr. Weitere Plätze sind in Planung. „Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass es für die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern immer schwerer wird, freie Ausbildungsplätze zu besetzen. Deshalb ist es für alle – Unternehmen wie Flüchtlinge – wichtig, die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger so schnell wie möglich fit für eine Ausbildung zu machen. Dazu gehört neben den beruflichen Fähigkeiten vor allem der Erwerb der deutschen Sprache“, so Voss.

Poppendorf rüstet Straßenbeleuchtung um

Poppendorf – Einen Zuwendungsbescheid für die Umrüstung der Straßen- und Gehwegbeleuchtung in der Gemeinde Poppendorf (Landkreis Rostock) übergibt Energieminister Christian Pegel am Freitag (1.4.2016) an den Bürgermeister der Gemeinde Poppendorf Jörg Wallis. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen zur Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Richtlinie.

Mit einem Zuschuss von 56.641,92 Euro (Fördersatz 50 Prozent) sollen 111 Leuchten der Gemeinde Poppendorf (102 Leuchten) mit dem Ortsteil Bussewitz (neun Leuchten) auf energieeffiziente LED-Technik umgerüstet werden. Die derzeitige Straßenbeleuchtung besteht aus Quecksilberdampfleuchten. Die Maste und die Kabel können weiter verwendet werden.

Neben der Energieeinsparung von 37.202 kWh pro Jahr kann eine CO2-Einsparung von bis zu 22,321 Tonnen jährlich erreicht werden.

Richtfest bei Arzneimittelhersteller AqVida in Dassow

Glawe: Medikamentenproduktion komplett vor Ort
26 neue Arbeitsplätze entstehen
rund 750 Arbeitsplätze im Gewerbegebiet im Bereich Pharma- und Medizintechnik

Dassow – Am Donnerstag hat der Hamburger Arzneimittelhersteller AqVida GmbH in Dassow (Landkreis Nordwestmecklenburg) sein Richtfest für eine Betriebsstätte zur Entwicklung und Herstellung von pharmazeutischen Produkten gefeiert. „Hier entsteht ein modernes pharmazeutisches Werk, in dem sämtliche Fertigungsschritte der Medikamente unter einem Dach realisiert werden können. Das Unternehmen wird durch sein Engagement in Dassow erstmals über eine eigene Produktionsstätte in Mecklenburg-Vorpommern verfügen. Mit der Errichtung sind 26 neue Arbeitsplätze geplant“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe vor Ort.

Arzneimittelwerk stellt Krebsmedikamente komplett vor Ort her
Gesundheitswirtschaft strategischer Zukunftsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern

AqVida hat sich auf die Entwicklung von Onkologieprodukten, den Handel mit pharmazeutischen Rohstoffen, die Erstellung von Dossiers für Registrierungs- und Entwicklungszwecke, Technologietransfers sowie die Registrierung und Freigabe von Medizinprodukten für den europäischen Markt fokussiert. Mit der Investition in Dassow soll nach Unternehmensangaben ein Strategiewechsel zur ergänzenden Aufnahme einer eigenen Produktion vollzogen werden. Das Vorhaben umfasst die Errichtung einer rund 800 Quadratmeter großen Produktions- und Lagerhalle sowie eines zweigeschossigen Labor- und Bürotrakts von rund 600 Quadratmetern. Zusätzlich wird in die Anlagentechnik (beispielsweise Isolatorenkammer, Sterilisatoren, Abdichtungsvorrichtungen, Abfülllinie), in Lagerregale, Labor- und Büroausstattung investiert. Der offizielle Produktionsstart ist für Mitte 2016 geplant. „AqVida hat sich insbesondere auf dem Gebiet der Krebstherapie spezialisiert. Die Medikamente sollen komplett vor Ort hergestellt werden“, so Glawe weiter. „Die Gesundheitswirtschaft ist ein strategisch wichtiger Zukunftsmarkt mit deutlichem Wachstumspotential für Mecklenburg-Vorpommern. Die Branche steht für hochqualifizierte, nachhaltige Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt. Davon brauchen wir noch mehr im Land. AqVida leistet einen Beitrag hierfür“, betonte Glawe.

Informationen zur Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern

In dem Wirtschaftszweig arbeiten 136.600 Erwerbstätige. Rund jeder fünfte Arbeitsplatz in Mecklenburg-Vorpommern besteht damit innerhalb der Gesundheitswirtschaft. Weitere 102.700 Erwerbstätige stehen mit der Gesundheitswirtschaft in Verbindung. Damit gibt es einen Gesamteffekt von 239.300 Erwerbstätigen. Der Anteil an der gesamten regionalen Bruttowertschöpfung beträgt 14,6 Prozent und ist seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gestiegen. Mit einem Wertschöpfungsanteil von vier Prozent an der gesamten Branche nimmt der Gesundheitstourismus in Mecklenburg-Vorpommern eine hohe Bedeutung ein. Auf Initiative der BioCon Valley® GmbH wurde in Kooperation mit dem unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR die Studie „Ökonomischer Fußabdruck – Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ erstellt. Somit liegen erstmals bundesweit vergleichbare Zahlen zur Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern vor.

Gewerbegebiet Holmer Berg ist Zentrum für Pharma- und Medizintechnik
rund 750 Arbeitsplätze vor Ort entstanden

„AqVida trägt durch seine Ansiedlung zur weiteren Entwicklung des Standortes Dassow als Zentrum für Unternehmen und Dienstleister im Pharma- und Medizintechnikbereich bei. Im Gewerbegebiet sind in den vergangenen Jahren in der Branche rund 750 Arbeitsplätze entstanden“, sagte Glawe. Im Dassower Gewerbegebiet Holmer Berg haben sich im ehemaligen CD-Werk die Unternehmen Euroimmun (forscht, entwickelt und produziert Reagenzien für die medizinische Labordiagnostik) und GPE Systeme (Entwicklung und Produktion komplexer mechanische Teilsysteme, Baugruppen und Einzelteile unter anderem aus Kunststoff) angesiedelt. Auch das Medizintechnikunternehmen Endoscope Complete Services (Wartung von Endoskopen) ist in Dassow ansässig.

Land unterstützt vor Ort

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 11,7 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund fünf Millionen Euro.

Begleitet wurde die Unternehmensansiedlung durch die Landeswirtschaftsfördergesellschaft „Invest in Mecklenburg-Vorpommern“. Aufgabe der Gesellschaft ist die Unterstützung von Unternehmen, die nach Mecklenburg-Vorpommern expandieren wollen. Dazu gehört die Suche nach geeigneten Produktionsstandorten sowie die Begleitung der Unternehmen bei Investitionen und der Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Baustart für neue Radwege und Straßensanierung bei Malchow

Malchow – Heute nimmt Infrastrukturminister Christian Pegel den ersten Spatenstich für mehrere Straßenbaumaßnahmen in der Region um Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) vor.

Entlang der B 192 soll vom Parkplatz an der Anschlussstelle der A 19 Malchow bis zur Landesstraße L 20 ein neuer Radweg mit 2,50 Metern Breite entstehen. Daran soll entlang der L 20 ein genauso breiter, weiterer Radweg anschließen. Dieser wird ab der Anschlussstelle Malchow der A 19 gebaut.

Die Radwege sollen zeitgleich fertiggestellt werden und knüpfen an bereits vorhandene Radwege an. Mit Bau der Radwege wird das regionale Radroutennetz um insgesamt rund 2,2 Kilometer verlängert. Damit verbessert sich die Verkehrssicherheit für Radfahrer.

In einer weiteren Maßnahme erhält die L 20 auf der Höhe Affenwald/Sommerrodelbahn eine Linksabbiegespur. Schließlich wird die Asphaltdecke der L 20 in dem Bereich auf einer Länge von 1,2 Kilometern erneuert.

Der Verkehr soll trotz der Maßnahmen weiterhin fließen. Er wird halbseitig mittels Ampelregelung an der Baustelle vorbeigeleitet. Die Gesamtkosten von rund 940.000 Euro übernehmen der Bund und das Land. Davon entfallen 251.000 Euro auf den Bau der Radwege, 373.000 Euro auf die Deckenerneuerung und 115.000 Euro auf den Ausbau der Kreuzung.

Die Projekte werden voraussichtlich Ende Juli 2016 fertiggestellt.

Das Internationale Haus des Tourismus wird bezogen

Landestourismusverband und zehn weitere Organisationen arbeiten ab 1. April in der neuen Schaltzentrale

Schwerin – Knapp zwei Jahre nach der Übergabe des Fördermittelbescheides durch den Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern, Harry Glawe, nimmt der Landestourismusverband (TMV) am 1. April seine Arbeit in der neuen Geschäftsstelle im Internationalen Haus des Tourismus auf dem ehemaligen Gelände der Neptun-Werft in Rostock auf. „Das Internationale Haus des Tourismus bringt viele wichtige Akteure zusammen und verleiht der Branche eine größere Schlagkraft. Dem Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern gelingt mit dieser bislang einmaligen Bündelung von Kompetenzen ein weiteres Stück touristischer Pionierarbeit in Deutschland. Wir wollen daraus einen Wettbewerbsvorteil ziehen“, erklärte Jürgen Seidel, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

Haus-neu-groß

Skizze Internationales Haus des Tourismus, Foto @ Bastmann + Zavracky BDA Architekten GmbH

Mit dem TMV ziehen zehn weitere Organisationen in das neue Gebäude: der bislang in Graal-Müritz ansässige Bäderverband, der aus Schwerin zuziehende Dehoga Mecklenburg-Vorpommern, die Dehoga Service GmbH, das Deutsche Jugendherbergswerk mit seinem Landesverband MV, der Verband für Camping- und Wohnmobiltourismus, der Verein Landurlaub und der bislang im Ostseebad Nienhagen ansässige Verband Mecklenburgischer Ostseebäder. Hinzu gesellen sich weiterhin die Nordostdeutsche Fremdenverkehrs- und Marketing GmbH als Service-Zentrale des Tourismusverbandes, eine Koordinationsstelle für Gesundheitstourismus in Mecklenburg-Vorpommern sowie das Büro für den strategischen Ausbau von touristischen Kooperationen im Ostseeraum.

Die Bruttobaukosten belaufen sich insgesamt auf knapp 6,3 Millionen Euro. 90 Prozent der Kosten (5,4 Millionen Euro) wurden vom Land über das Wirtschaftsministerium gefördert; ein Teil der vom Tourismusverband darzustellenden Eigenmittel wurde über einen Bankkredit abgesichert. Die künftigen Nutzer des Hauses beziehen fünf Etagen mit insgesamt 2.600 Quadratmetern Fläche. 90 Arbeitsplätze sind dort eingerichtet worden. Darüber hinaus gibt es in dem gewinkelten Baukörper mit klarer Orientierung zum Fluss Warnow einen Empfangsbereich, Lagerflächen im Keller, Beratungsräume auf den einzelnen Etagen sowie einen kleinen Konferenzbereich mit 40 Plätzen im Dachgeschoss. Die Energieversorgung wird mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien und unter Nutzung von Erdwärme abgesichert. Zudem wurde mit energieeffizienter LED-Beleuchtung gearbeitet und eine Elektro-Tankstelle für Fahrräder und Autos eingerichtet.

Die Architekturplanung des Hauses stammt vom Rostocker Büro Bastmann + Zavracky BDA Architekten. Fachlich betreut wurde das Bauprojekt von der Entwicklungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (EGS) und dem Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL). Die Zusammenführung unterschiedlicher Funktionen und Institutionen an einem zentralen Ort wäre in der bisherigen Geschäftsstelle in Rostock, die der Landestourismusverband seit 1992 angemietet hat, nicht möglich gewesen.

Pro-Kopf-Bruttolöhne und -gehälter erreichten 2015 79,4 Prozent des Bundesdurchschnitts

Schwerin – Die im Durchschnitt der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns gezahlten Bruttolöhne und ‑gehälter betrugen nach den vom Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder, dem auch das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern angehört, vorgelegten Berechnungen im Jahr 2015 je Arbeitnehmer 25 828 EUR. Das waren 916 EUR bzw. 3,7 Prozent mehr als 2014 und zugleich 79,4 Prozent des Bundesdurchschnitts (32 525 EUR).

Mit durchschnittlich 79,4 Prozent war der 2015 in der Gesamtwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns erreichte Angleichungsstand der Pro-Kopf-Bruttolöhne und ‑gehälter an den Bundesdurchschnitt von allen Ländern am niedrigsten, zugleich aber um 0,6 Prozentpunkte höher als 2014 (78,8 Prozent). Im Durchschnitt der neuen Länder wurden 2015 je Arbeitnehmer 26 827 EUR gezahlt (82,5 Prozent des Bundesdurchschnitts), im früheren Bundesgebiet waren es 33 421 EUR (102,8 Prozent des Bundesdurchschnitts). 2015 lagen damit die durchschnittlichen Bruttolöhne und ‑gehälter je Arbeitnehmer im Land um 6 697 EUR unter dem Bundesdurchschnitt.

Von den drei Hauptbereichen der Wirtschaft verfügten in Mecklenburg-Vor­pommern die Beschäftigten des Produzierenden Gewerbes über die höchsten durchschnittlichen Bruttolöhne und ‑gehälter je Arbeitnehmer (29 076 EUR; 2,0 Prozent mehr als 2014). Die niedrigsten Pro-Kopf-Bruttolöhne und ‑gehälter hatten die Arbeitnehmer im Bereich Land- und Forstwirtschaft einschließlich Fischerei (22 115 EUR; 1,1 Prozent mehr als 2014). Ebenfalls unter dem Landesdurchschnitt lagen die Bruttolöhne und ‑gehälter je Arbeitnehmer in den Dienstleistungsbereichen (25 184 EUR; 4,2 Prozent mehr als 2014).

Den geringsten Angleichungsstand der Pro-Kopf-Bruttolöhne und ‑gehälter an den Bundesdurchschnitt wies im Jahr 2015 wieder das Verarbeitende Gewerbe mit nur 66,8 Prozent (2014: 66,3 Prozent) aus. Den höchsten Angleichungsstand erreichten die Pro-Kopf-Bruttolöhne und ‑gehälter im Bereich Land- und Forstwirtschaft einschließlich Fischerei, die sogar um 19,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt lagen (2014 um 20,6 Prozent). Im Dienstleistungsbereich erreichten die Pro-Kopf-Bruttolöhne und ‑gehälter 85,4 Prozent (2014: 84,4 Prozent) des Bundesdurchschnitts. Im Unterbereich der öffentlichen und sonstige Dienstleister einschließlich Erziehung und Gesundheit sowie Private Haushalte wurde hier aber der Bundesdurchschnitt um 2,7 Prozent überschritten.

2015: Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,9 Prozent

Schwerin – Nach Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder, dem auch das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern angehört, ist das Bruttoinlandsprodukt, umfassender Ausdruck für die volkswirtschaftliche Gesamtleistung, in Mecklenburg-Vor­pommern im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 1,9 Prozent angestiegen. Dies sind erste vorläufige Regionalergebnisse zur Entwicklung der Volkswirtschaft für das Jahr 2015. Im Durchschnitt der neuen Länder (ohne Berlin) stieg das Bruttoinlandsprodukt um 1,5 Prozent, im früheren Bundesgebiet (einschließlich Berlin) sowie im Bundesdurchschnitt jeweils um 1,7 Prozent. An der Gesamtwirtschaftsleistung Deutschlands hatte Mecklenburg-Vorpom­mern mit einem Bruttoinlandsprodukt von 39 869 Millionen EUR einen Anteil von 1,3 Prozent.

Die Bruttowertschöpfung des Produzierenden Gewerbes stieg 2015 preisbereinigt gegenüber dem Vorjahr stark um 3,6 Prozent an. Innerhalb dieses wichtigen Bereiches der Gesamtwirtschaft expandierte das Verarbeitende Gewerbe kräftig um 8,0 Prozent (Bundesdurchschnitt: + 1,7 Prozent; neue Länder: + 1,1 Prozent, alte Länder: + 1,7 Prozent). Das Verarbeitende Gewerbe hat einen Anteil an der Wirtschaftsleistung des Landes von 11,8 Prozent. Die Wirtschaftsleistung des Baugewerbes sank dagegen um 3,2 Prozent (Bundesdurchschnitt: + 0,3 Prozent; neue Länder: – 0,9 Prozent, alte Länder: + 0,5 Prozent).

Einen Anstieg der Bruttowertschöpfung wies 2015 auch der Dienstleistungsbereich aus (+ 1,4 Prozent), das Wachstum lag im Bundesdurchschnitt (+ 1,5 Prozent; neue Länder: + 1,6 Prozent; früheres Bundesgebiet: + 1,5 Prozent). Besonders positiv innerhalb dieses Gesamtbereichs verlief die Entwicklung im Unterbereich Handel, Verkehr, Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation mit + 2,7 Prozent (Bundesdurchschnitt: + 1,9 Prozent). Aber auch in den Unterbereichen Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister einschließlich Grundstücks- und Wohnungswesen (+ 0,7 Prozent; Bundesdurchschnitt: + 1,6 Prozent) sowie Öffentliche und sonstige Dienstleister einschließlich Erziehung und Gesundheit (+ 1,2 Prozent; Deutschland: + 1,1 Prozent) kam es zu einem Anstieg der Wirtschaftsleistung.

Im Bereich Land- und Forstwirtschaft einschließlich Fischerei sank die Bruttowertschöpfung dagegen (‑ 2,9 Prozent; neue Länder: ‑ 5,8 Prozent; alte Länder: ‑ 0,6 Prozent). Der Anteil an der Gesamtwirtschaftsleistung beträgt hier aber nur 2,3 Prozent.

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Jahr 2015 um 0,2 Prozent – und damit wesentlich langsamer als das Bruttoinlandsprodukt – gegenüber dem Vorjahr. Das hatte eine preisbereinigte Steigerung des Bruttoinlandsprodukts je Erwerbstätigen in Mecklenburg-Vorpommern um 1,7 Prozent zur Folge (Durchschnitt der neuen Länder ohne Berlin + 1,8 Prozent; früheres Bundesgebiet: + 0,8 Prozent). Das Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen je Erwerbstätigen erreichte 2015 somit 76,6 Prozent des Bundesdurchschnitts (2014: 76,1 Prozent). Das waren 53 888 EUR je Erwerbstätigen. Je geleisteter Arbeitsstunde der Erwerbstätigen wurden 37,74 EUR Bruttoinlandsprodukt erarbeitet, das waren preisbereinigt 0,8 Prozent mehr als 2014. Hier stieg die insgesamt geleistete Arbeitszeit um 1,1 Prozent. Je Arbeitsstunde wurden nunmehr 73,6 Prozent (2014: 73,5 Prozent) des Bundesdurchschnitts erreicht.

Schutz der Nutztiere und der Wölfe gleichermaßen gewährleisten

Schwerin – Angesichts der erneuten Überfälle von Wölfen auf Schafbestände fordert der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion, Prof. Dr. Fritz Tack, zum wiederholten Mal, die gesamte Fläche des Landes zum Wolfsgebiet zu erklären. „In der Folge würden die finanziellen Hilfen für betroffene Nutztierhalter aufgestockt“, erklärte Tack am Dienstag. Damit hätten die Nutztierhalter, vor allem die Schafhalter mehr Sicherheit.

Gleichzeitig müsse das Wolfsmanagement ausgebaut und personell aufgestockt werden. „Nicht zuletzt müssen sich Vertreter aus Politik und Wissenschaft mit den Nutztierhaltern darüber verständigen, welche Bestandsobergrenze für die jeweilige Region verträglich ist.“

Tack greift noch ein weiteres Problem auf, das insbesondere Landwirte in Nordwestmecklenburg beunruhigt. „Die eingewanderten Nandus verursachen z.T. beträchtliche Schäden an den Winterkulturen“, sagte er. Nach geltender Rechtslage sei es derzeit nicht möglich, die Landwirte zu entschädigen. „Das muss geändert werden“, betonte Tack. „Es kann nicht sein, dass eine Entschädigung verwehrt wird mit der Begründung, dass diese Tiere hier nicht heimisch sind.“

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsleistung legt weiter zu

Glawe: Wirtschaft kommt voran
historisch höchstes Bruttoinlandsprodukt des Landes
Rahmenbedingungen für mehr Arbeitsplätze verbessern
weiter an wirtschaftlicher Angleichung arbeiten

Schwerin – Die Wirtschaftsleistung in Mecklenburg-Vorpommern ist im Jahr 2015 nach Angaben des Statistischen Amtes gegenüber 2014 um 1,9 Prozent gestiegen. „Wir liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Das ist ein insgesamt sehr ordentliches Ergebnis. Das Ergebnis belegt: Es geht wirtschaftlich weiter voran im Land. Wir wachsen vor allem im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich. Auch der Handel und das Gastgewerbe entwickeln sich deutlich positiv. Wichtig ist es, alles daran zu setzen, dauerhaft die Rahmenbedingungen für mehr Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt weiter zu verbessern. Hier sind wir auf einem guten Weg, aber längst noch nicht am Ziel“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe am Mittwoch in Schwerin. Im Saldo sind rund 9.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im vergangenen Jahr hinzugekommen. Im Bundesdurchschnitt ist das BIP um 1,7 Prozent gestiegen. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Mecklenburg-Vorpommern liegt ebenso über dem Durchschnitt der neuen Länder (1,5 Prozent). „Mit rund 39,9 Milliarden Euro wurde das historisch höchste Bruttoinlandsprodukt des Landes erzielt“, so Glawe weiter.

Verarbeitendes Gewerbe wächst über dem Bundesschnitt

Die Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes in Mecklenburg-Vorpommern legte mit einem Anstieg um 8,0 Prozent mehr als deutlich zu. „Wir liegen in diesem für unsere Wirtschaft extrem wichtigen Bereich über dem Durchschnitt der neuen Länder (+1,1 Prozent) und über dem Bundesdurchschnitt (+1,7 Prozent). Unser Land ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit besten Bedingungen für Investitionen. Die Neuansiedlungen und die Erweiterungen der heimischen Wirtschaft machen sich im Wachstum der Wirtschaftsleistung deutlich bemerkbar. Unternehmen schaffen und sichern Jobs bei uns im Land. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft im Land weiter zu verbessern und die Unternehmen bei ihren Investitions- und ihren Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu unterstützen“, betonte Glawe.

Im Jahr 2015 wurden für 93 neue Investitionsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft insgesamt rund 62,8 Millionen Euro Zuschüsse des Wirtschaftsministeriums bewilligt. Dadurch können Investitionen in Höhe von 256,5 Millionen Euro realisiert werden. Mit Abschluss aller Vorhaben werden 741 Arbeitsplätze neu entstanden sein und 2.232 Arbeitsplätze gesichert. In Dassow (Landkreis Nordwestmecklenburg) errichtet die AqVida GmbH eine pharmazeutische Produktionsanlage. 26 Jobs entstehen vor Ort. In Stralsund plant das ISW Institut für Soft- und Hardwareauswahl GmbH ein Rechenzentrum. 25 hochwertige, wissensbasierte Arbeitsplätze sollen zunächst geschaffen werden. Im Industriegebiet Poppendorf (Landkreis Rostock) ist der Medizintechnikspezialist CLEARUM GmbH mit einer Produktionsstätte gestartet, 80 Arbeitsplätze sollen entstehen. „Es wird auch in diesem Jahr ordentlich investiert“, sagte Glawe.

Dienstleistungsbereich, Handel und Gastgewerbe überdurchschnittlich im Plus

Auch der Dienstleistungsbereich zieht weiter an. Die Bruttowertschöpfung ist in diesem Bereich in Mecklenburg-Vorpommern um +1,4 Prozent gestiegen (Bundesdurchschnitt +1,5 Prozent; neue Länder: +1,6 Prozent). Besonders positiv war im vergangenen Jahr die Entwicklung in den Bereichen Handel, Gastgewerbe, Information und Kommunikation und Verkehr (MV +2,7 Prozent, Bundesdurchschnitt +1,9 Prozent). „Einen großen Teil zum Erfolg trägt hier die Tourismuswirtschaft bei“, so Glawe weiter. 2015 ist mit 29,5 Millionen Übernachtungen im Land ein neuer Rekord der Branche aufgestellt worden.

Einen Rückgang verzeichnete die Wirtschaftsleistung im Baugewerbe um 3,2 Prozent (Bundesdurchschnitt: +0,3 Prozent; neue Länder: -0,9 Prozent).

Herausforderung – Wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen

„Der wirtschaftliche Aufholprozess ist noch nicht abgeschlossen. Wir werden weiter an der wirtschaftlichen Angleichung arbeiten“, so Glawe. Der Wirtschaftsminister macht deutlich, dass es trotz der insgesamt positiven Entwicklung viele Hausaufgaben zu lösen gibt. „Der wirtschaftliche Strukturwandel im Land kommt voran. Wir stehen dennoch vor Herausforderungen, die es zu meistern gilt. 2019 läuft der Solidarpakt aus und damit werden auch wichtige Unterstützungsmöglichkeiten für ostdeutsche Bundesländer möglicherweise auslaufen. Mit der Konzentration auf Innovationen, Beschäftigung und Wachstum legen wir die Grundlagen, um zukünftig auf eigenen Füßen zu stehen. Darüber hinaus gilt es, insbesondere Fachkräfte für die heimische Wirtschaft zu gewinnen oder zu sichern. Insgesamt geht es darum, sich weiter selbstbewusst auf die eigenen Stärken zu besinnen. Unser Land bietet hervorragende infrastrukturelle Bedingungen. Insbesondere im Exportgeschäft können wir noch weiter zulegen. Wir werden weiter intensiv um Investoren für Mecklenburg-Vorpommern werben“, sagte Glawe. „Die Gesundheitswirtschaft sowie Forschung, Entwicklung und Innovation und die zügige Umsetzung relevanter Ergebnisse in marktfähige Produkte, die Stärkung des Handwerks und der Tourismuswirtschaft sowie die Unterstützung des verarbeitenden Gewerbes nehmen für die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft unseres Landes eine Schlüsselrolle ein.“