Das Theater Wismar gründet eine neue Theatergruppe

Wismar – Mit oder ohne Bühnenerfahrung, theaterbesessen oder bisher nur neugierig, mutig oder noch schüchtern, dick oder dünn, … das Theater Wismar sucht Jugendliche und Erwachsene für eine neue Laientheatergruppe.

Das Theater Wismar möchte seinen Besuchern nicht nur ein abwechslungsreiches Programm bieten, es lädt sie auch ein, sich selber einzubringen.

Dazu Theresa Eberlein: „ Kulturelle Teilhabe bedeutet auch immer, dass sich nicht nur die Menschen für das Theater interessieren, sondern das Theater auch für die Menschen und das was sie bewegt.“ Deshalb möchte sich das Theater noch mehr als bisher für alle Menschen in der Stadt öffnen und deshalb sollen die zukünftigen „Spielleute des Theater Wismar“ ihre Stücke und Themen in der Gruppe auch selber finden.

Nur erste Projekt steht schon fest. Als Einstieg in die gemeinsame Theaterarbeit wird das diesjährige Weihnachtsmärchen erarbeitet. Was danach kommt, darauf sind alle im Theater schon sehr gespannt. Geplant sind zwei Produktionen im Jahr, für Mitstreiter, denen das zuviel ist, besteht auch die Möglichkeit, nur bei einzelnen Projekten dabei zu sein.

Weitere Informationen und ein Casting für das Weihnachtsmärchen gibt es am Samstag, dem  21. Mai 2016 von 10:00 bis 12:00 Uhr im Theater.

Staatssekretärin Ulbrich übergab Förderzusage im Fährhafen Sassnitz

Insel Rügen – Die Staatssekretärin im Infrastrukturministerium Ina-Maria Ulbrich übergab am 29.04.2016 im Rahmen des Wirtschaftsgesprächs zum Thema „Hafen Mukran – Motor für die regionale Wirtschaft“ in Binz (Landkreis Vorpommern-Rügen) eine Förderzusage in Höhe von rund 4,6 Millionen Euro (Fördersatz 90 Prozent).

Der Bürgermeister der Stadt Sassnitz Frank Kracht und der Geschäftsführer des Seehafens Harm Sievers konnten sich über die Förderzusage für den Bau des neuen Liegeplatzes 10 freuen.

Im Nordteil des Hafens soll in Fortführung des am Liegeplatz 9 bestehenden ca. 30 Meter langen Kaiabschnittes der Liegeplatz 10 auf einer Länge von zunächst 95 Metern errichtet werden. Dabei soll der Liegeplatz 10 mit einer direkt daran anschließenden ca. 4.500 Quadratmeter großen Logistikfläche als Schwerlastkai mit einer Flächenbelastbarkeit von ca. 20 Tonnen pro Quadratmeter für den Umschlag und die Zwischenlagerung von Schwerlastgütern gebaut werden.

E.ON plant für 2017 den Baubeginn des Offshore Windparks „Arkona Becken Südost“ mit 80 Windenergieanlagen. „Mit dem neuen Liegeplatz 10 und den angrenzenden Schwerlastflächen kann Sassnitz zum Basishafen des Windpark-Projekts werden“, unterstreicht die Staatssekretärin die Notwendigkeit des Bauprojekts.

„Der Wandel vom Fährhafen zum Industriestandort und Servicestützpunkt für Offshore-Projekte sichert hier über Jahrzehnte Arbeitsplätze. Diese Entwicklung unterstützt die Landesregierung nach Kräften, so Ulbrich abschließend.

Die Förderung der Investition erfolgt auf der Grundlage der Richtlinie zur Verbesserung der wirtschaftsnahen Infrastruktur von Häfen sowie zur Senkung von CO2-Emissionen in Häfen des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern.

Fracht- und Fischereihafen: Minister sagt Förderung von Infrastrukturprojekten zu

Rostock – Im Rahmen des Jahrsempfangs des Rostocker Fracht- und Fischereihafens (RFH) hat Infrastrukturminister Christian Pegel  zwei Förderzusagen an den Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock, Roland Methling und Hafen-Geschäftsführerin Daniele Priebe übergeben.

Mit den Zusagen erhält der Hafen die Zusicherung über eine Förderung in Höhe von 2,99 Millionen Euro für den Neubau des Liegeplatzes (LP) 27 (Fördersatz: 80 Prozent) sowie eine Zusicherung über eine Förderung in Höhe von 1,46 Millionen Euro für die Herstellung einer Fläche für Schüttgut (Fördersatz: 75 Prozent).

Mit dem Bau von LP 27 soll ein weiterer Liegeplatz mit Kranbahn und einer Wassertiefe von bis zu neun Metern einschließlich einer 10.000 Quadratmeter großen Umschlag- und Zwischenlagerfläche entstehen. Der LP soll etwa 120 Meter lang sein und für den Umschlag von Stückgütern genutzt werden, die entweder auf der Schiene oder per Lkw an- und abtransportiert werden sollen.

Für Schüttgut soll als Weiteres in einem kainahen Bereich eine ca. 10.000 Quadratmeter große, nicht erschlossene Fläche als sogenannte Operationsfläche für die Zwischenlagerung von Schüttgütern hergerichtet werden. Die Fläche ist derzeit mit Beton, Gleisplatten und Pflastersteinen teilversiegelt. Mit der Herrichtung der Fläche wird der Hafen zukünftig in die Lage versetzt, eine Trennung zwischen den Bereichen Schüttgut und Stückgut vorzunehmen. Dadurch kann eine gutartengerechte und schnelle Schiffsabfertigung gewährleistet und zu einer Entlastung der technologischen Abläufe im RFH beigetragen werden. Zudem wird mit der Herrichtung der Fläche der wachsende Bedarf an Zwischenlagerflächen gedeckt.

Infrastrukturminister Christian Pegel: „Mit Übergabe der Förderzusagen bin ich gewiss, dass die Projekte bald umgesetzt werden. Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt. Diese gute Entwicklung wollen wir natürlich weiter vorantreiben.“

Online-Bürgerbeteiligung zum „Hybrid-Modell“ bis zum 25. Mai

Theatervorplatz mit Ballettsaal und Teil des Großen Hauses

Theatervorplatz mit Ballettsaal und Teil des Großen Hauses

Rostock – Das unter der Bezeichnung „Hybrid-Modell“ bekannt gewordene Konzept zur weiteren Entwicklung des Volkstheaters Rostock ist jetzt im Internet unter der Adresse http://rathaus.rostock.de (unter „Rostocker Meinung“) veröffentlicht. Zugleich wurde ein Bürgerforum eröffnet, das Gelegenheit bietet, die Anregungen interessierter Rostockerinnen und Rostocker sowie von Theaterfreunden und Gästen der Hansestadt Rostock zu diesem Thema aufzunehmen und auszuwerten.  Im Nachgang zu der noch bis 25. Mai 2016 möglichen Online-Bürgerbeteiligung ist zudem im Juni ein öffentliches Bürgerforum geplant.

Die Hansestadt Rostock ist seit vielen Jahren bemüht, den maximal möglichen, finanzierbaren Rahmen für das Rostocker Volkstheater unter Berücksichtigung einer vertretbaren Kostenstruktur zu gewährleisten. Der jetzt erreichte Stand lässt keine weiteren Sparmaßnahmen zu, ohne die Aufrechterhaltung des Betriebes zu gefährden. Daher wurde ein Konzept zur Neustrukturierung der Volkstheater Rostock GmbH aufgestellt.

Das so genannte „Hybrid-Modell“ wird vom Aufsichtsrat der Gesellschaft und von der Stadtverwaltung zur Umsetzung empfohlen, da es im Einklang mit den gegebenen Rahmenbedingungen sowie finanziellen Möglichkeiten steht und gleichzeitig ein breites Kulturangebot gewährleistet. Das „Hybrid-Modell“ soll gemeinsam mit der Geschäftsführung des Theaters, dem Theaterverein und den Fraktionen der Bürgerschaft verbessert und weiterentwickelt werden.

Die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock hatte am 2. März 2016 beschlossen, dass das „Konzept zum Hybridmodell“ öffentlich zugänglich gemacht wird und somit jedem die Möglichkeit gegeben ist Anregungen und Hinweise zu diesem Konzept mitzuteilen.

Plakataktion und Fachtag zum Umgang mit Medien

Rostock – Mit einem Smartphone können wir an mehreren Orten zugleich sein. Wir surfen, chatten, twittern, spielen, posten und whatsappen, um gerade auch als Eltern den Austausch mit Familie und Freunden zu pflegen oder einfach auch mal für uns zu sein… Die Lebenswelt junger Familien ist durch die digitalen Medien stark geprägt. Doch welchen Einfluss hat der eigene Smartphone-Gebrauch auf die Kinder? Kinder erleben täglich, wie Eltern und andere Kontaktpersonen diese Geräte nutzen – zum Telefonieren, Organisieren und zum Zeitvertreib, beim Essen, im Kino, an der Supermarktkasse oder in der Kita. Daher bedarf es eines achtsamen Umgangs mit den Medien.

Mit einer Plakataktion vom 26. April bis 10. Mai 2016 und einem Fachtag zur Mediennutzung am 30. Mai 2016 im Rostocker Rathaus soll auf die Thematik hingewiesen werden. Die Plakate sind derzeit an 128 Rostocker Litfassäulen und auf fast 100 CityLight-Flächen in der Hansestadt zu sehen. „Wir wollen keinesfalls den pädagogischen Zeigefinger erheben. Die neuen Medien haben viele Vorteile, aber eben auch Gefahren, die man kennen sollte“, unterstreicht Katrin Oldörp, Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen vom Amt für Jugend und Soziales der Hansestadt. Immer mehr Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen, Hebammen und Pädagoginnen beobachten, dass Eltern ihr Smartphone kaum noch aus der Hand legen. „Eltern wollen, dass ihr Kind gesund und zufrieden aufwächst. Dies braucht auch Zeit für gemeinsames Spielen, Sprechen und Essen. Nehmen Sie sich diese Zeit”, so Katrin Oldörp.

Die Plakataktion und der Fachtag werden vom Netzwerk für Frühe Hilfen und dem Gesundheitsamt der Hansestadt Rostock organisiert und sollen Fachkräfte für einen achtsamen Umgang mit Smartphone und Co. sensibilisieren. Kooperationspartner sind die Bundesinitiative Frühe Hilfen, das Lokale Bündnis für Familie Rostock und das Netzwerk Frühe Hilfen des Landkreises Rostock, wo die Plakatkampagne im Mai fortgesetzt wird. Die Aktion wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Aus der Sicht der Kinder: Veranstaltung zur Schulwegsicherheit in Wismar

Wismar – Mehr Sicherheit im Straßenverkehr, insbesondere für die jüngsten Verkehrsteilnehmer – das ist eine der wichtigen Aufgaben des Infrastrukturministeriums. Doch um zu verstehen, wie man Kinder besser schützen kann, muss man erstmal verstehen, wie diese den Verkehr wahrnehmen.

Um das Thema, wie Kinder den Verkehr wahrnehmen und was man daraus ableiten kann, um sie besser zu schützen, geht es in einer kurzen Veranstaltungsreihe auf Initiative des Infrastruktur- und des Sozialministeriums. Am Montag (02.05.2016) findet um 18 Uhr die letzte von drei Veranstaltungen zum Thema „Schulwegsicherheit − Kinder im Straßenverkehr“ in Wismar (Halle am Alten Hafen, Stockholmer Str.) statt.

Gerade der Sprung von der Kita in die Grundschule ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Der Schulweg ist nicht mehr der Weg zur Kita, und für einige Kinder wird dieser neue Weg auch ein Weg sein, den sie alleine zurücklegen. Darauf müssen Kinder und Eltern vorbereitet werden.

Um dies zu erreichen, soll in der Veranstaltung Eltern, Großeltern und Erzieherinnen und Erziehern vermittelt werden, wie Kinder die Teilnahme am Straßenverkehr wahrnehmen.

Dafür wird unter anderem eine überdimensionierte Verkehrsszene aufgebaut, in der sich die Erwachsenen zwischen Autos, die acht Meter lang und 3,5 Meter hoch sind bewegen. Es gilt zudem, einen halben Meter hohe Bordsteine zu erklimmen oder Verkehrsschilder auf rund sechs Meter Höhe zu erkennen. Auf einem manipulierten Fahrrad haben die Erwachsenen darüber hinaus die Möglichkeit, die motorischen Einschränkungen und damit verbundenen Schwierigkeiten zu erleben, die Kinder beim Rad fahren haben.

Für den Vortrag konnte der Leiter des Instituts für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung an der Universität Potsdam (IFK e.V.), Prof. Dr. Dietmar Sturzbecher gewonnen werden. Das Institut ist ein anerkannter Fortbildungsträger. Erzieherinnen und Erzieher können für die Teilnahme an der Veranstaltung eine entsprechende Bescheinigung erhalten.

Die Veranstaltung in Wismar wird gefilmt und nachträglich online bereitgestellt, um von Interessierten angeschaut oder auch vorgeführt zu werden. Sowohl die Teilnahme an der Veranstaltung wie auch die spätere Nutzung des Filmbeitrages sind kostenlos.

Groß Stieten rüstet Straßenbeleuchtung um

Groß Stieten – Die Gemeinde Groß Stieten (Landkreis Nordwestmecklenburg) rüstet die Straßenbeleuchtung in der Alten Dorfstraße auf LED-Technik um. Dazu übergibt Energieminister Christian Pegel am Montag (02.05.2016) einen Zuwendungsbescheid über 17.200 Euro (Fördersatz 50 Prozent) an den Bürgermeister der Gemeinde Steffen Woitkowitz. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie.

Die bestehende Beleuchtung – fünf Betonmasten mit Peitschenauslegern und Quecksilberdampflampen – in der Alten Dorfstraße soll komplett demontiert werden. Dazu wird auch ein 270 Meter langes Kupferkabel neu verlegt. Es sollen sechs neue Lichtpunkte in einem Abstand von 30 Metern montiert werden.

Dadurch können jährlich 0,825 Tonnen CO2 eingespart werden.

Fünf Länder fordern im Bundesrat die Abschaffung von § 103 StGB

Foto: Gesetzesantrag Bundesrat Drucksache 214/16

Berlin – Hamburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen fordern im Bundesrat die Streichung des § 103 Strafgesetzbuch. Dieser ist in den letzten Wochen in die Schlagzeilen geraten, nachdem der türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan ein Strafverfahren gegen Jan Böhmermann forderte. Er hatte in seiner Satiresendung ein sogenanntes „Schmähgedicht“ auf den türkischen Präsidenten vorgetragen.

Der Gesetzentwurf der fünf Länder sieht die sofortige und ersatzlose Streichung des § 103 Strafgesetzbuch vor. Der Straftatbestand stellt die Beleidigung von Vertretern ausländischer Staaten unter besondere Strafe. Ein solches „Sonderstrafrecht“ sei nicht mehr zeitgemäß, heißt es in dem Antrag. Beleidigungen gegen diesen Personenkreis hätten in aller Regel keinen privaten Hintergrund, sondern seien Teil des öffentlichen Diskurses.

Die Länder sehen es darüber hinaus kritisch, dass eine Strafverfolgung in diesen Fällen von einer Entscheidung der Bundesregierung abhängt. Diese sei in der schwierigen Lage, einen Ausgleich zwischen der überragenden Bedeutung der Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit und den Erwartungen der ausländischen Regierung herbeiführen zu müssen.

Der Antrag der fünf Länder wird am 13. Mai 2016 im Plenum des Bundesrates vorgestellt. Beantragt kein Land die sofortige Sachentscheidung, wird er zur weiteren Beratung den Fachausschüssen zugewiesen. Diese bereiten ihn dann für die Abstimmung in der nächsten Plenarsitzung am 17. Juni 2016 vor. Findet er dort eine Mehrheit, bringt der Bundesrat den Gesetzentwurf über die Bundesregierung beim Bundestag zur Entscheidung ein.

Logistik-Dienstleister erweitert Unternehmensstandort in Grimmen

Grimmen – Die SpeziTrans & Service GmbH hat ihren Unternehmensstandort in Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) erweitert. „SpeziTrans leistet einen bedeutenden Beitrag für die Region und die Menschen, die hier leben. Das Unternehmen hat sich einen guten Ruf als anerkannter Speziallogistiker für alle Transport- und Lagerleistungen erarbeitet. Das spiegelt sich auch in der Entwicklung wider – in den vergangenen Jahren wurde stetig investiert und die Angebotsvielfalt vergrößert. Mehr als 140 Mitarbeiter sind im Unternehmen tätig“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe am Freitag vor Ort.

Transport, Lagerung, Tiefbau und Logistik-Dienstleistungen gehören zum Kerngeschäft des Betriebes. Zukünftig bietet das Unternehmen als Dienstleister die Regeneration von Flüssiggas-Tanks für die oberirdische Lagerung an. Dabei handelt es sich unter anderem um das Aufarbeiten der Behälter, Entfernen der alten Beschichtung, Auftragen der neuen sowie dem Austausch von Dichtungen und Befestigungsmaterial. „Im Verbund mit der Talke-Gruppe werden die Transportaufgaben den Kunden in Europa und sogar weltweit angeboten. Aus Mecklenburg-Vorpommern in die Welt – das liegt auch daran, dass unser Land sich aufgrund unserer Standortvorteile zu einem starken Logistikstandort entwickelt hat“, sagte Glawe. In der Logistikbranche arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern rund 31.000 Beschäftigte in über 5.000 Unternehmen. Diese Unternehmen erwirtschaften nach Angaben der Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern e.V. einen Jahresumsatz von etwa zwei Milliarden Euro.

„Mecklenburg-Vorpommern liegt zu Land, über Wasser und in der Luft an wichtigen transeuropäischen Verkehrswegen. So bildet das Land eine Schnittstelle nationaler und internationaler Transportketten zwischen Nord- und Südeuropa, im sogenannten Ostsee-Adria-Korridor. Diese Vorteile können wir nutzen, um uns als bedeutenden Logistikstandort stärker zu vermarkten“, sagte Glawe. Zudem verfügt Mecklenburg-Vorpommern über eine moderne Hafeninfrastruktur mit guter see- und landseitiger Verkehrsanbindung. 13 Hafenstandorte bieten maritim-logistische Dienstleistungen für die See- und Binnenschifffahrt sowie für die See- und Flusskreuzschifffahrt an. Die bedeutendsten Häfen des Landes sind der Seehafen Rostock, der Tiefwasserhafen Sassnitz/Mukran und der Seehafen Wismar. In 2015 wurden in den Häfen des Landes rund 27 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Zudem bietet beispielsweise der Flughafen Rostock-Laage ein effektives Fracht-Management. Über fünf Autobahnen können in kürzester Zeit wirtschaftliche Zentren wie Berlin, Hamburg und Stettin erreicht werden. Auf der Schiene fungiert Mecklenburg-Vorpommern als Personen- und Güter-Verknüpfungspunkt im Norden mit gut 1.700 Kilometer Schienennetz.

Die Grimmener SpeziTrans und Service GmbH ist 1991 aus dem Vorpommerschen Traditionsunternehmen Erdöl-Erdgas Grimmen hervorgegangen. Seit 1992 gehört das Unternehmen zur Hürther TALKE-Gruppe. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 140 Mitarbeiter sowie zwei Auszubildende. Das Unternehmen bietet im Bereich Logistik ein weitreichendes Produktportfolio an, unter anderem Schwer- oder Schwerstgütertransporte, Gefahrgütertransport und Schiffsbefrachtungen. Weiterhin ist das Unternehmen im Bereich Entsorgung, bei Kranungen, Thermotransporten oder Gas- und Flüssigkeitstransporten tätig.

Eröffnung der 14. Kultursaison in Starkow

Starkow – Die 14. Kultursaison in Starkow (Gemeinde Velgast, Landkreis Vorpommern-Rügen) ist am Freitag eröffnet worden. Die Veranstaltung wird alljährlich vom „Backstein-Geist und Garten e.V.“ organisiert. Der 2002 gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das kulturelle und natürliche Erbe Vorpommerns nachhaltig zu erschließen, zu erhalten und weiter zu entwickeln. „Der Auftakt der Kultursaison wird in Starkow traditionell mit dem Baumblütenfest eingeläutet. Der Verein Backstein-Geist und Garten hat ein vielfältiges kulturelles Programm zusammengestellt, das für Einheimische und Gäste der Region einen bunten Strauß an Aktivitäten bietet“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe vor Ort.

In der Basilika Sankt Jürgen im historischen Dorfensemble in Starkow soll demnächst ein touristisches Informationszentrum mit Aussichtsplattform und Ausstellung entstehen. Der Minister übergab vor Ort eine Fördermittelzusicherung an die Gemeinde Velgast. Die Gesamtinvestition für das Vorhaben beträgt knapp 580.000 Euro. Die Zusicherung des Wirtschaftsministeriums beläuft sich auf rund 522.000 Euro. Die Mittel werden bei Vorlage aller Unterlagen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) ausgezahlt. „Besonders aus kultureller Sicht stellt Starkow ein touristisch attraktives Zentrum in Vorpommern dar. So ist etwa der Pfarrgarten einer der Anlaufpunkte auf der Gartenkulturroute Recknitz-Barthe. Mit der Einrichtung des touristischen Informationszentrums wird ein wichtiger Anlauf- und Informationspunkt für Gäste im ländlichen Raum und Freunde des Gartentourismus geschaffen“, betonte Glawe.

„Ich sehe im Kulturtourismus für unser Land noch viel Potential, um im ländlichen Binnenland neue Zielgruppen durch attraktive Angebote für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern zu begeistern“, sagte Glawe. Laut DestinationMonitor Deutschland waren 46 Prozent der Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2013 Reisen mit kulturellen Anlässen beziehungsweise Aktivitäten. Das Wirtschaftsministerium fördert drei Kooperationsnetzwerke, die weitere Perspektiven im Landurlaub aufzeigen wollen: „Erlebnis-Landwirtschaft“ mit den Themen Reiten und Fahren sowie Typisch regional, „Aktivität in der Natur“ mit den Themen Wandern und Angeln sowie die „Förderung des kulturellen Erbes im ländlichen Raum“ mit den Themen Romantik und Brauchtum. Der Ausbau des Angebots der Initiative „Natürlich romantisch“ mit Angeboten zur norddeutschen Romantik und „Ländliche Bräuche und Veranstaltungen“ bilden in Vorpommern einen Schwerpunkt. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Netzwerke in den Jahren 2015 bis 2017 mit rund 1,15 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Insgesamt beläuft sich das Projektvolumen auf ca. 1,8 Millionen Euro.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen erreichte im Jahr 2015 mit mehr als 2,1 Millionen Ankünften (+4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) fast 30 Prozent aller Ankünfte im Land. Bei den Übernachtungen realisierte der Landkreis mit über 9,8 Millionen (+6,8 Prozent) sogar über 33 Prozent der Landeswerte. Auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt mit 4,6 Nächten über dem Landesschnitt von vier Nächten. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2016 konnten im Landkreis Vorpommern-Rügen rund 153.000 Ankünfte (+10,8 Prozent) und rund 625.000 Übernachtungen (+10,5 Prozent) verzeichnet werden.

Verkehrsunfallstatistik 2015 der Polizeiinspektion Stralsund

Stralsund – Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Stralsund registrierte die Polizei im Jahr 2015 insgesamt 8572 Verkehrsunfälle. Das sind gegenüber dem Vorjahr 284 (+3,4 %) Unfälle mehr (2014: 8288). Die Entwicklung der Unfallzahlen liegt somit leicht unter dem Landestrend.

Die Anzahl der verunglückten Personen ist im Vergleich zu 2014 um 27 Personen angestiegen von 1008 im Jahr 2014 auf nunmehr 1035 Personen im Jahr 2015. Auch wenn diese Entwicklung entgegen dem Landestrend verlief, liegt die Zahl der auf den Straßen des Inspektionsbereiches verunglückten Personen seit 2011 auf einem annähernd gleichen Niveau. 820 Personen wurden leicht (2014:794) und 203 Personen schwer (2014:200) verletzt. Die Anzahl der tödlich verunglückten Personen ist, entgegen der im Land Mecklenburg-Vorpommern getöteten Personen (+1), gegenüber dem Vorjahr gesunken. 2015 kamen bei Verkehrsunfällen im Bereich der Polizeiinspektion Stralsund 12 Menschen ums Leben (2014:14 Menschen) – sechs Pkw-Insassen, drei Kradfahrer, zwei Radfahrer und ein Fußgänger. Die Häufigkeitszahl (Anzahl der tödlich verunglückten Personen je eine Million Einwohner) beträgt für den Inspektionsbereich 53,79 und liegt damit unter der Häufigkeitszahl des Landes von 58,2.

Als Hauptunfallursachen für Verkehrsunfälle mit Personen- oder hohen Sachschäden wurden neben Verstößen gegen die Vorfahrtsregeln (2015:441) nach wie vor unangepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit, Fahren unter Einfluss von Alkohol und Fehler beim Überholen registriert. 172 dieser Verkehrsunfälle mit Personen- oder Sachschäden waren auf unangepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen (2014:161), 58 auf alkoholisierte Kraftfahrzeugführer (2014:62) und 54 auf Fehler beim Überholen (2014:41).

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Bekämpfung der Hauptunfallursachen wurde im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Stralsund auch im Jahr 2015 eine Vielzahl von Verkehrskontrollen durchgeführt. Die Beamten der Polizeiinspektion Stralsund ahndeten insgesamt 33.500 Geschwindigkeitsverstöße. 711-mal wurden Fehler beim Überholen mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige geahndet. 4.281 Fahrzeuginsassen hatten den Sicherheitsgurt nicht angelegt. Das Thema Alkohol und Drogen im Straßenverkehr ist nicht nur im Stralsunder Inspektionsbereich seit Jahren ein Schwerpunkt. Im Rahmen von Großveranstaltungen widmet sich die Polizei zunehmend dem Problem Drogen im Straßenverkehr. Von der Thematik betroffen sind allerdings nicht nur junge Fahrerinnen und Fahrer, sondern Personen aller Altersgruppen. Bei den Verkehrskontrollen im Jahr 2015 wurden 494 alkoholisierte Fahrzeugführer und 214 Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln festgestellt.

Die themenorientierten Verkehrskontrollen im Polizeipräsidium Neubrandenburg beschäftigen sich weiterhin mit den Hauptunfallursachen. So werden auch im Bereich der Polizeiinspektion Stralsund im Jahr 2016 Verkehrskontrollen u.a. mit den Schwerpunkten Vorrang/Vorfahrt, Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen sowie Überholen durchgeführt.

Ein besonderes Augenmerk richten die Beamten dabei auf den neuen Abschnitt der B 96 zwischen den Anschlussstellen Altefähr und Samtens/Ost. Dieser im Dezember 2015 eröffnete Abschnitt hat die Besonderheit, dass ein Wechsel zwischen einer ein- und zweispurigen Verkehrsführung erfolgt. Eine derartige Streckengestaltung ist in Mecklenburg-Vorpommern einmalig, sodass es keine langfristigen Erfahrungswerte gibt, wie gut sich die Verkehrsteilnehmer auf die Fahrbahngegebenheiten einstellen. Berichte über zahlreiche Geschwindigkeitsüberschreitungen haben sich bei den bisherigen Kontrollen nicht bestätigt. Auf diesem Streckenabschnitt wurden im Durchschnitt nicht mehr Fahrzeugführer mit überhöhter Geschwindigkeit festgestellt als im Vergleich zu anderen Messstrecken im Bereich der Polizeiinspektion Stralsund. Gerade in Hinsicht auf die kommende Saison werden die Beamten diesen Abschnitt der B 96 besonders im Blick haben.

Festkolloquium zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. Michael Succow

Sellering: Prof. Succow ist ein Weltverbesserer, aber kein Träumer

Greifswald – Ministerpräsident Erwin Sellering hat auf dem Festkolloquium zum 75. Geburtstag von Prof. Dr. Michael Succow die Leistungen des Wissenschaftlers gewürdigt: „Prof. Succow ist ein Mann, der mit großem Einsatz und Leidenschaft einen Beitrag leistet, die Welt zu verbessern, der in seinem Engagement für die Natur ganz aufgeht, als international anerkannter Wissenschaftler, als Ökologe und Naturschützer, als Aktivist für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.“

Succow sei ganz gewiss kein Träumer, „sondern ein Mann mit Tatkraft, der weiß, wie man Verbündete für seine Idee gewinnt und Mitstreiter an sich bindet. Er schmiedet Gemeinschaft auch in heterogenen Gruppen, führt verschiedene Sichtweisen zusammen und bindet unterschiedliche Interessen ein – für das große Ziel, unsere wunderbare Natur zu erhalten, in all ihrer Vielfalt, in ihrem großen Reichtum. “Der Ministerpräsident ging auf das Nationalparkprogramm ein, das der Jubilar als Stellvertreter des Umweltministers der DDR auf den Weg gebracht hat. 4,5 Prozent der Fläche der DDR wurden unter strengen Naturschutz gestellt. Sellering: „Mit aller Zurückhaltung in der Bewertung: Das war ein Geniestreich.“ Ein Drittel des Landes Mecklenburg-Vorpommern stehe insgesamt unter Schutz. „Ein deutscher Rekord, der untrennbar mit dem Namen Succow verbunden ist.“

Mit seiner Stiftung wolle Prof. Succow unberührte Natur dort bewahren, wo es sie noch gäbe, in Kulturlandschaften neue Wildnisinseln schaffen und vor Ort Nutzungsmöglichkeiten im Einklang mit der Natur aufzeigen und entwickeln. Das sei seine Grundüberzeugung beim Naturschutz: nicht museal unter Glas stellen, sondern Einklang schaffen zwischen Bewahren und maßvoller Nutzung.

„All das hat Prof. Succow geschafft, weil er eine außergewöhnliche Persönlichkeit, ein ganz besonderer Mensch ist: standhaft bei der Verfolgung seiner Ziele, warmherzig, inspirierend und glaubwürdig. Und vor allem: fasziniert vom Wunderwerk der Natur. Ich wünsche Prof. Succow für seine persönlichen Zukunftspläne viel Erfolg – vor allem die nötige Gesundheit, Kraft und Begeisterung, damit er das, was er sich vorgenommen hat, realisieren kann.“

Erster Mai – Tag der Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Wirtschaftsminister Harry Glawe macht im Vorfeld des Tages der Arbeit (1. Mai) auf die Chancen und Perspektiven für einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam. „Es ist hervorragend, wenn immer mehr Unternehmen freie Ausbildungs- und Arbeitsplätze anbieten. Allerdings darf die Schere zwischen wachsendem Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot und dem vorhandenen Fachkräftepotential nicht auseinandergehen. Die Absicherung des eigenen Fachkräftenachwuchses ist eine elementare Aufgabe für die heimische Wirtschaft, bei der es vor allem darum geht, Menschen frühzeitig für eine attraktive berufliche Entwicklung bei uns im Land zu halten beziehungsweise zu gewinnen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe im Vorfeld des Tages der Arbeit. Seit Jahresbeginn wurden der Bundesagentur für Arbeit 16.518 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet. Das sind 8,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Auf dem Ausbildungsmarkt ist das Angebot wesentlich größer als die Nachfrage. In MV gibt es 5.900 offene Ausbildungsstellen bei rund 4.400 unversorgten Bewerbern“, so Glawe weiter.

Wirtschaftsminister Glawe warb dafür, die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen im Land weiter zu verbessern. „Fachkräftesicherung fängt auch schon mit einer dualen Ausbildung an. Sie ist ein hohes Gut. Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz, flexible Arbeitszeiten, eine ordentliche Bezahlung von Mitarbeitern zählt ebenso dazu“, forderte Glawe. „Auch Familienfreundlichkeit ist mittlerweile ein entscheidender Faktor im Standortwettbewerb. Dabei geht es einerseits um Zeit für die Betreuung von Kindern, andererseits gewinnt auch die familiäre Pflege von Angehörigen an Bedeutung. Es sind individuelle Arbeitszeitmodelle oder Möglichkeiten, auch von zu Hause aus zu arbeiten, gefragt. Gerade kleine mittelständische Betriebe stellt dies in Zeiten des demografischen Wandels vor Herausforderungen. Hinzu kommt, dass in vielen nach der Wende aufgebauten Unternehmen aktuell ein Generationenwechsel ansteht.“

Auch wirtschaftlich ist das Land weiter vorangekommen. „Neue Unternehmen siedeln sich an, bestehende Unternehmen erweitern. Das schlägt sich insbesondere bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen nieder. „Die Ausrichtung der Wirtschaftspolitik auf den ersten Arbeitsmarkt macht sich bemerkbar. Es sind in den vergangenen fünf Jahren rund 30.000 sozialversicherungspflichtige Jobs hinzugekommen. Wir arbeiten weiter insbesondere an der Verbesserung der Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen und Erweiterungen sowie für Forschung und Entwicklung“, erläuterte Glawe. Im Februar 2016 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bei 540.100.

Die Wirtschaftsleistung in Mecklenburg-Vorpommern ist im Jahr 2015 nach Angaben des Statistischen Amtes gegenüber 2014 um 1,9 Prozent gestiegen. Glawe dankte allen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern in Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie den Unternehmerinnen und Unternehmern für ihr Engagement. „Sie alle tragen aktiv dazu bei, dass Mecklenburg-Vorpommern als Land zum Leben und Arbeiten sich weiter entwickelt“, so Glawe abschließend.

Wirtschaftsminister Glawe machte abschließend auch auf die Möglichkeit der Unternehmensnachfolge aufmerksam. „Die Nachfolge bietet Chancen, das über die Jahre gesammelte Know-how der Unternehmen zu bewahren und weiterzuentwickeln. Unser Land braucht mehr marktfähige, innovative Produkte und Geschäftsideen. Unternehmensnachfolgen sichern Fachkräfte im Land und bieten Chancen für neue Jobs“, betonte Glawe. Der Wirtschaftsminister warb dafür, das Projekt des Ministeriums, der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern sowie der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern zur „Unternehmensnachfolge in MV“ intensiv zu nutzen. Experten begleiten dabei den Nachfolgeprozess. Dazu gehört unter anderem, die Suche nach einem Nachfolger zu intensivieren, die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Unternehmensübergabe vorzustellen, Gespräche mit möglichen Übergebern/Nachfolgern zu führen. Das Projekt wird vom Wirtschaftsministerium mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) für die kommenden drei Jahre mit rund 236.000 Euro unterstützt. Nach Schätzungen brauchen etwa 12.000 Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden 10 Jahren einen Nachfolger.

Erdbeersaison in Rövershagen eröffnet

Rövershagen – Rot, rund und schmackhaft: Auf Karls Erdbeerhof in Rövershagen (Landkreis Rostock) hat Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V, heute die landesweite Erdbeersaison eröffnet.

„Erdbeeren strotzen nur so vor Vitaminen wie Vitamin B1, B2, E und K sowie Beta-Carotin und Folsäure. Die Früchte enthalten mehr Vitamin C als Zitronen und Orangen. Daher freue ich mich, dass wir in den letzten Jahren unseren Ernteertrag in Mecklenburg-Vorpommern deutlich steigern konnten“, so der Minister.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden 2015 im Freiland Erdbeeren auf einer Fläche von etwa 530 ha angebaut. Die Erträge beliefen sich dabei auf durchschnittlich rund 166 Dezitonnen (16,6 t) pro ha – „ein Spitzenwert im nationalen Vergleich“, freute sich der Minister. „Ohne die extreme Frühjahrstrockenheit wäre der Wert wohlmöglich noch höher ausgefallen.“ Die Erntemenge im Freiland betrug rund 8.800 t, eine Steigerung von fast 1.000 t gegenüber 2014 (7.750 t).

Insgesamt (Freiland und Abdeckungen) wurden 2015 Erdbeeren auf einer Fläche von 810 ha angebaut. Die Gesamterntemenge betrug dabei rund 8.800 t. Auch hat die Erntemenge in diesem Bereich gegenüber dem Vorjahr zugelegt: In 2014 wurden insgesamt 8.400 t Erdbeeren geerntet, in 2015 waren es bereits 9.7000 t.

„Um sich noch stärker von Witterungseinflüssen unabhängig zu machen und einen noch früheren Erntebeginn zu erreichen, werden Erdbeeren zunehmend in begehbaren Tunneln, sogenannten Wandertunneln, angebaut“, erklärte Dr. Backhaus. In 2015 waren es landesweit bereits über 50 Hektar (ca. 7% der Erdbeeranbaufläche) auf denen „Wandertunnel“ zum Einsatz kommen. In Rövershagen wurden 500 Folientunnel von mehr als 100 Metern Länge und drei Metern Höhe über die auf Dämmen stehenden Pflanzen gezogen. Zusätzlich wurden die Pflanzen mit einer Folien- und Vliesschicht überzogen.

„Der frühere Erntebeginn ermöglicht den Landwirten an den höheren Marktpreisen zum Saisoneinstieg teilzuhaben. Allerdings ist der Anbau in Tunneln auch wesentlich teurer als im Freiland, sodass man ihn gut beherrschen muss damit am Ende auch etwas übrig bleibt“, sagte der Minister weiter. Doch der Aufwand lohne sich: der mittlere Ertrag lag 2015 im Tunnel um fast 20 Dezitonnen pro Hektar höher als beim Freilandanbau.

Auch auf Karls Erdbeerhof ist die Erdbeerernte ein landwirtschaftlicher Höhepunkt im Jahresverlauf. „Auf den ganzjährig verschiedenen Veranstaltungen werden saisonale Produkte sehr anschaulich in den Mittelpunkt gerückt“, betonte der Minister. Mit 7 Standorten im Nordosten Deutschlands und rund 530 Mitarbeitern ist das Unternehmen ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Es wurde seit 2008 mit rund 900.000 € an Fördermitteln unterstützt. So sind unter anderem Investitionen in den Neubau eines Beerenobstbetriebes mit Kühlhalle, das Leergutlager, die Hofbefestigung, die Außenanlagen und Erschließung sowie in den Neubau einer Mehrzweckhalle und den Neubau eines Wasch- und Betankungsplatzes geflossen.

Erste Industrieansiedlung aus der Türkei in Mecklenburg-Vorpommern

Grundsteinlegung für die Deutsche Bogenn GmbH in Sassnitz

Insel Rügen – Die Deutsche Bogenn GmbH, eine Tochterfirma der MIR Holding mit Sitz im türkischen Istanbul, errichtet derzeit in Sassnitz (Landkreis Vorpommern-Rügen) ein Werk für die Herstellung von Kunststoffrohren. Am Freitag erfolgte die Grundsteinlegung im Fährhafen Sassnitz-Mukran. „Das ist eine Premiere für Mecklenburg-Vorpommern. Die Deutsche Bogenn ist die erste Industrieansiedlung aus der Türkei bei uns im Land. Das Unternehmen will 65 neue Arbeitsplätze schaffen. Der Hafen Sassnitz-Mukran hat sich dank seiner idealen Standortvorteile zu einem attraktiven Ansiedlungsort entwickelt für Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und für Servicebetriebe im Bereich des Baus und der Wartung von Offshore-Windenergieanlagen. Der Großgewerbestandort punktet mit Produktionsflächen an der Kaikante, attraktiven Seeverbindungen von Deutschland nach Schweden, Dänemark/Bornholm, Finnland, Russland und ins Baltikum sowie dem größten Eisenbahnfährhafen Deutschlands in idealer Lage direkt an der offenen See. Dennoch, wir brauchen im Hafen Sassnitz-Mukran auch Kaikanten mit bis zu 18 Metern Wassertiefe, um wirtschaftlich weiter wachsen zu können und wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Das Unternehmen ist auf die Herstellung und den Vertrieb von Kunststoffrohren sowie Verbindungselementen in den Bereichen Trinkwasser, Abwasser, Heizung (sowohl Gebäude- als auch Versorgungsinfrastruktur) und Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen sowie die Produktion und den Handel mit Waren aus dem Bereich der Sanitärinstallation spezialisiert. In Sassnitz-Mukran sollen Kunststoffrohre im hochpreisigen Segment produziert werden, die überwiegend für den deutschen Markt gedacht sind. „Vor allem die herausragenden Standortvorteile in Sassnitz-Mukran haben die Investoren überzeugt. Hier ist der einzige Hafen Europas mit der Möglichkeit zum Umschlag von Eisenbahnwaggons mit finnischer und russischer Breitspur“, sagte Rudolph. Zudem sei Sassnitz-Mukran der größte Eisenbahnfährhafen Deutschlands.

Seit 1990 wurden im Landkreis Vorpommern-Rügen 1.640 Investitionsvorhaben realisiert mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro, die mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 766,3 Millionen Euro unterstützt wurden. Dadurch wurden 11.572 neue Arbeitsplätze geschaffen und 19.284 Dauerarbeitsplätze gesichert. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes betrug 356 Vorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 995,5 Millionen Euro, die mit Fördermitteln in Höhe von 226,8 Millionen Euro unterstützt wurden. Dadurch sind 4.007 Arbeitsplätze neu entstanden und 11.940 Jobs gesichert. Die Tourismusbranche hatte an der Gesamtzahl der Vorhaben einen Anteil von 1.072 Projekten mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 1,63 Milliarden Euro. Die Förderung betrug 479,1 Millionen Euro. So sind 4.728 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden und 4.333 gesichert. „Der Landkreis Vorpommern-Rügen besitzt eine klare Kernkompetenz im Bereich Tourismus. Aber: Es gibt parallel dazu herausragende Standortvorteile für Industrieansiedlungen. Die Ansiedlung der Deutschen Bogenn stärkt die Industrialisierung in der Region und zeigt, dass Tourismus und industrielle Entwicklung gleichberechtigt nebeneinander existieren können“, betonte Rudolph.

Mit einem Warenaustausch in Höhe von insgesamt 248 Millionen Euro liegt die Türkei auf Platz 16 der wichtigsten Außenhandelspartner 2015 Mecklenburg-Vorpommerns (vgl. 2014: Platz 20 mit 150 Mio. Euro). Die Türkei liegt mit dem Exportwert in Höhe von 210 Millionen Euro auf Platz zwölf der wichtigsten Exportpartner des Landes 2015. Die wichtigsten Exportgüter waren Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung (68%), Wasserfahrzeuge (6%) und Sperrholz (5%). Die Türkei lag in 2015 auf Platz 23 der wichtigsten Importpartner. Die wichtigsten Importgüter waren Kraftmaschinen (außer Motoren für Flugzeuge und Kraftfahrzeuge) (25%), chemische Halbwaren (17%) und Fische (7%). „Wir haben viel erreicht. Aber es ist noch mehr möglich. Wir werden den Ausbau unserer Wirtschaft weiter vorantreiben. Vor allem der Außenhandel spielt dabei eine Rolle. Unsere Unternehmen im Land müssen die Globalisierungschancen intensiver nutzen, um sich breiter aufzustellen gegen regionale und nationale Marktschwankungen“, forderte Rudolph.

Die Gesamtinvestitionen der Unternehmensansiedlung betragen knapp 31 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit neun Millionen Euro.