Buchpreisträger Bodo Kirchhoff stürmt auf Platz vier der Bestsellerliste

Die Jury hat gewählt, nun haben auch die Buchkäufer entschieden: Bodo Kirchhoffs „Widerfahrnis“, erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt, ist bester Lesestoff auf 224 Seiten. Der frischgebackene Gewinner des „Deutschen Buchpreises 2016“ erobert mit seiner Novelle aus dem Stand Platz vier der Hardcover-Belletristik-Bestsellerliste, ermittelt von GfK Entertainment. Damit legt Kirchhoff vor Lea Schmidbauer („Ostwind – Auf der Suche nach Morgen“, acht) den besten Neueinstieg hin. Thomas Melle, der in „Die Welt im Rücken“ seine manisch-depressive Erkrankung thematisiert und die Shortlist zum „Deutschen Buchpreis“ erreichte, rangiert an 14. Stelle.

Unangefochtene Spitzenreiterin bleibt Joanne K. Rowling („Harry Potter und das verwunschene Kind“). Die Britin hält Nele Neuhaus („Im Wald“, zwei) und Simon Beckett („Totenfang“, drei) auf Abstand.

Eckart von Hirschhausen verzeichnet weiterhin wunderbare Verkaufszahlen und kommt auf Rang eins des Hardcover-Sachbuch/Ratgeber-Rankings zur Erkenntnis: „Wunder wirken Wunder“. Kultmusiker Bruce Springsteen („Born To Run“) und Psychotherapeutin Stefanie Stahl („Das Kind in dir muss Heimat finden“) stehen dahinter. Der jüdische KZ-Überlebende Jehuda Bacon rät im Gespräch mit Bestseller-Autor Manfred Lütz: „Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden“. Der Titel steigt neu auf Platz vier ein.

Basis der aktuellen Hardcover-Bestsellerlisten sind die Verkäufe im Zeitraum Montag bis Sonntag. GfK Entertainment ermittelt die deutschen Bestsellerlisten, betreibt Marktforschung und ist Partner des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Neben dem deutschen Buchmarkt werden viele weitere Länder abgedeckt, unter anderem die Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und Brasilien.

Deutschland braucht Aktionsplan für Digitale Infrastruktur

Berlin – Unternehmen nutzen die Vorteile der Digitalisierung an vielen Stellen: Außendienstmitarbeiter greifen bei Kundenberatungen digital auf Unternehmensdaten zu. Die Produktions- und Logistiksysteme von Zulieferern arbeiten vernetzt mit denen der Abnehmer. Bei der Wartung von Maschinen und anderen Serviceleistungen entscheiden digitale Dokumentation und Datenverarbeitung darüber, welcher Anbieter die Nase vorn hat. Die vielfältigen Entwicklungschancen in allen Wirtschaftsbereichen sind nahezu unendlich. Fast immer braucht es dazu aber eine bessere digitale Infrastruktur.

Vielen Unternehmen eröffnen sich neue digitale Lösungen für ihr Geschäft erst dann, wenn die erforderliche Infrastruktur vorhanden ist. Um das Innovationspotenzial voll auszuschöpfen, braucht es eine gemeinsame politische Zielsetzung. Flächendeckend, im Bereich des Mobilfunks als auch bei den Festnetzanschlüssen bis in die Fabrikhallen und Gebäude herein auf Glasfaserbasis – so sollte eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur aussehen. Doch viele kleine und mittlere Unternehmen – darunter auch Marktführer in ihrem jeweiligen Bereich – sind in Regionen angesiedelt, in denen diese Infrastruktur noch nicht vorhanden ist und der Markt allein den Netzausbau kurzfristig nicht stemmen kann. Den Unternehmen fehlt damit ein grundlegender Antreiber für die Digitalisierung. Das ist nicht nur für die Wirtschaft ein Hemmnis, sondern für die Attraktivität der Regionen insgesamt.

Wie bei anderen Infrastrukturbereichen sollten Bund, Länder und Kommunen eine integrierte, überregionale und regionale Netzplanung aufsetzen. Eine solche Planung sollte für die nächsten 20 bis 30 Jahre tragen und den Fokus deutlich auf eine vorrangige Versorgung von Unternehmen mit Glasfaseranschlüssen legen. Bis hinein in die Gebäude müssen Bauordnungs- und Planungsrecht dazu beitragen, alles aufeinander abzustimmen und kosteneffizient zu organisieren. Vor allem den Landkreisen kommt insofern eine besondere Koordinierungsrolle vor Ort zu. Um diese Aufgabe zu stemmen, müssen sie auch personelle Kapazitäten schaffen. Der Bund kann die Anstrengungen in den Regionen durch Rahmenbedingungen unterstützen und die Investitionen in flächendeckende Glasfasernetze anregen, zum Beispiel durch die Unterstützung von Konzessionsmodellen im ländlichen Raum.

Die Netzanbieter werden bei ihren Investitionen die Erwartungen der Kapitalmärkte beachten und nur dort in Glasfasernetze direkt bis in die Gebäude investieren, wo es sich kurz- bis mittelfristig lohnt. Bund und Länder stellen deshalb zusätzlich Fördermittel für den Netzausbau in Regionen ohne Infrastrukturwettbewerb zur Verfügung. Doch diese Mittel sind begrenzt und werden den auf 80 bis 100 Milliarden Euro geschätzten gesamten Investitionsbedarf nur ergänzen können. Regulierung und Förderung sollten deshalb stärker darauf ausgerichtet werden, private Investitionen auch für den Glasfaserausbau im ländlichen Raum zu mobilisieren. Private Investoren und Verantwortliche von Netzausbauprojekten sollten umdenken und aufeinander zugehen, damit eine Zusammenarbeit in den Regionen möglich wird. Zu prüfen ist auch, wie die öffentliche Förderung geschickt mit privater Finanzierung kombiniert werden kann.

Digitale Netze müssen auch umfassend genutzt werden. Deshalb sollten Unternehmen gute Beispiele aufzeigen und sich mit anderen Betrieben vernetzen. So können sie voneinander lernen, etwa wie sie das Thema Industrie 4.0 angehen oder Big Data und Cloud Computing für ihr Geschäft nutzen können. Dadurch steigt die Nachfrage für hochleistungsfähige Breitbandanschlüsse. Dies wiederum erhöht die Attraktivität des Infrastrukturausbaus für private Netzanbieter. Die IHK-Organisation engagiert sich deshalb bereits seit Langem mit Veranstaltungen, Informationen und Weiterbildungsangeboten.

Entsorgungsunternehmen expandiert an weiterem Standort

Rehna – Die KLINK-Entsorgung GmbH, eine Recycling-Firma aus Benzin (Landkreis Nordwestmecklenburg), errichtet derzeit eine neue Betriebsstätte in Rehna. „Das Unternehmen hat sich auf die Entsorgung von Kühlgeräten und den Verkauf der darin befindlichen Rohstoffe spezialisiert. Um die Zerkleinerung und Sortierung künftig maschinell zu erledigen, ist der Aufbau eines weiteren Unternehmensstandortes geplant. Mit der Firmenerweiterung werden sieben neue Arbeitsplätze geschaffen und acht Jobs gesichert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe in Schwerin.

Geplant ist, eine 50 mal 30 Meter große Produktionshalle und ein Sozialgebäude zu errichten sowie Stellflächen für Container und weitere technische Anlagen zu schaffen. Am Standort sollen nach Fertigstellung der Anlage Kühlgeräte zerkleinert, nach Bestandteilen sortiert und schließlich recycelt werden. Nach Unternehmensangeben werden die Geräte zu 99 Prozent wieder dem Wertstoffkreislauf zugefügt. Die Arbeiten am weiter bestehenden Standort in Benzin konzentrieren sich zukünftig auf TV-Geräte und sogenannte „Weiße Ware“ wie Herde, Spül- und Waschmaschinen sowie Kleingeräte. „In der Abfallwirtschaft ist die Wiederverwendung von recyclingfähigen Stoffen ein wichtiges Thema. Die Klink-Entsorgung GmbH trägt mit der neuen Betriebsstätte zum effektiven Umwelt- und Klimaschutz bei“, sagte Glawe weiter.

Die Gesamtinvestitionen für die Neuerrichtung der Betriebsstätte in Rehna betragen rund 6,1 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro. Die Finanzierung wurde ebenso durch eine Bürgschaft des Landes begleitet.

Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Januar kann nur ein Anfang sein

Jochen Schulte: Wir brauchen in M-V mehr tarifgebundene und -orientierte Löhne

Schwerin – Zum Beschluss des Bundeskabinetts, den gesetzlichen Mindestlohn ab dem 1.1.20017 von derzeit 8,50 Euro auf 8,84 Euro je Stunde zu erhöhen, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Jochen Schulte:

„Vom durch die SPD zunächst im Land und dann auf Bundesebene durchgesetzten Mindestlohn profitieren viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Mit der heute auf den Weg gebrachten Erhöhung wird sich die Situation zum Jahresbeginn für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch einmal verbessern. Das kann aber nur der Anfang sein für die etwa 145.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Mecklenburg-Vorpommern lediglich den Mindestlohn erhalten.

Jetzt geht es darum, die Lohnspirale dauerhaft nach oben in Gang zu setzen, auch um der Altersarmut entgegenzuwirken. Wir benötigen in unserem Land mehr tarifgebundene und -orientierte Löhne und Gehälter. Nur als ‚Land der Guten Arbeit‘ hat M-V Chancen, Fachkräfte zu halten bzw. neue zu gewinnen und Wertschöpfung zu sichern.

Wir werden deshalb gemeinsam mit den Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden beraten, wie die Tarifbindung im Land deutlich gestärkt werden kann. Ein wichtiges Instrument hierbei ist es, die Wirtschaftsförderung in unserem Land an die tarifliche Entlohnung zu knüpfen. Und bei der anstehenden Überarbeitung des Landesvergabegesetzes werden soziale Kriterien eine deutlich stärkere Rolle spielen. Auch die kommunale Ebene wollen wir davon überzeugen, öffentliche Aufträge nur noch an Unternehmen zu vergeben, die soziale Standards einhalten.

Jeder Euro mehr an Einkommen und Wirtschaftskraft in unserem Land bedeutet mehr Kaufkraft, mehr Investitionsfähigkeit der Unternehmen und später auch höhere Renten für die heutigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“

Erster Deutscher Ingenieursbaupreis für Greifswalder Sperrwerk ausgelobt

Greifswald – Das Sturmflutsperrwerk der Hansestadt Greifswald bekommt den ersten Deutschen Ingenieurbaupreis. Dieser wurde in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin vergeben. Die Jury unter Vorsitz des Darmstädter Universitätsprofessors Carl-Alexander Graubner wählte das im Februar 2016 fertiggestellte Siegerprojekt aus 53 Einreichungen aus. DiePlanung stammt von der Planungsgemeinschaft Hydroprojekt Ingenieurgesellschaft mbH und Lahmeyer International. Bauherr ist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg – Vorpommern.

Die Juroren lobten die „gelungene Integration verschiedener Planungsbeteiligter“ bei der Entwicklung einer „außergewöhnlich innovativen Lösung“ zum Hochwasserschutz. Über diese besondere Anerkennung freute sich auch Umweltminister Dr. Till Backhaus: „Das Sperrwerk in Greifswald ist ein komplexes Bauwerk der Superlative. Etwa 12.000 Tonnen Beton und fast 4.000 t Stahl wurden hier verbaut. Damit ist es das umfangreichste und technisch anspruchsvollste Küstenschutzvorhaben das im Land Mecklenburg-Vorpommern bisher realisiert wurde.“

Mit dem Deutschen Ingenieurbaupreises 2016, so der Minister, wird diese technische Meisterleistung honoriert und dokumentiert. „Die Auszeichnung würdigt die hohe Ingenieurskunst und das sehr gute Ingenieurswissens hierzulande“, sagte er weiter. Auch sei der Preis eine Bestätigung für die Arbeit des Ministeriums und aller Projektbeteiligten. Im engen Dialog seien Sicherheit, Funktionalität, städtebaulicher Einpassung und Kosten optimal in Einklang gebracht worden.

Die extremen Sturmfluten von 1872, 1904 und 1913 mit Wasserständen bis zu ca. 2,7 m über Normalhöhennull (NHN) haben die Notwendigkeit von Schutzanlagen in Greifswald mehrfach deutlich gemacht. Auch haben nach der Wende landesweite Untersuchungen zum Sturmflutschadenpotenzial Greifswald als einen der besonders gefährdeten Küstenorte ausgewiesen. Im Falle einer extremen Sturmflut sind ca. 30 % des Stadtgebietes überflutungsgefährdet. „Abgesehen vom Schadenspotenzial, das damals auf 500 Mio. DM beziffert wurde, standen hier auch Menschenleben auf dem Spiel“, betonte der Minister.

1998 fiel die Entscheidung zum Bau eines Sturmflutschutzsystems mit Sperrwerk im Ryck. Die Planungsgemeinschaft „Hydroprojekt Ingenieurgesellschaft mbH und Lahmeyer International erarbeitete in der Folgezeit die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) genehmigte 2006 den Bau des Sperrwerks. Ein besonderer Meilenstein im Bauablauf war der Einbau des mehr als 100 t schweren Drehsegmentverschlusses im Juli 2014. Das Sperrwerk hält Wasserständen von bis zu 3,1 m über NHN stand.

Der Deutsche Ingenieurbaupreis wurde in diesem Jahr erstmals in gemeinsamer Trägerschaft durch das Bundesbauministerium und die Bundesingenieurkammer ausgelobt. Ausgezeichnet werden die Bauingenieure mit einem Geldpreis und einer Urkunde sowie die Bauherren mit einer Urkunde. Der Preis soll künftig im Zweijahresrhythmus verliehen werden. Das Wettbewerbsverfahren wurde vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung durchgeführt.

Kreuzfahrtterminal im Hafen Wismar wird ausgebaut

Wismar – Das Kreuzfahrtterminal im Alten Hafen in der Hansestadt Wismar soll ausgebaut und modernisiert werden. Wirtschaftsminister Harry Glawe übergab am Mittwoch vor Ort eine Fördermittelzusicherung. „Die Kreuzfahrtbranche ist ein Wachstumsmarkt. Der Hafen in Wismar hat gute Voraussetzungen, sich in diesem Segment noch stärker aufzustellen. Mit den geplanten Investitionsvorhaben sollen künftig die Voraussetzungen für eine Erhöhung der Schiffsanläufe geschaffen werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe vor Ort. Den Hafen Wismar liefen im Jahr 2014 insgesamt 12 Kreuzfahrtschiffe mit rund 13.250 Passagieren an, im Jahr 2015 sechs mit rund 3.400 Passagieren und im Jahr 2016 acht mit rund 4.500 Passagieren.

Für den Ausbau der Infrastruktur im Hafen sind unter anderem vorgesehen, einen Dalbensteg zur Verlängerung des Liegeplatzes auf 240 Meter zu bauen, für Polizei und Zollabfertigung ein Multifunktionsgebäude sowie Anlagen zur Trinkwasserabgabe an Kreuzfahrtschiffen zu errichten. Weiterhin sollen Flächen für den Busverkehr befestigt werden. „Das Kreuzfahrtterminal im Alten Hafen liegt in unmittelbarer Nähe zur Altstadt. Passagiere haben die Möglichkeit, auf kurzen Wegen vom Schiff zu den Sehenswürdigkeiten der historischen Innenstadt zu gelangen. Mit der jetzt geplanten Erweiterung des Liegeplatzes wird die Möglichkeit geschaffen, dass weitere Kreuzfahrtschiffe direkt in Wismar anlegen können. Von der höheren Zahl der Gäste können insbesondere der lokale und regionale Einzelhandel sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe profitieren“, sagte Glawe.

In Wismar wurden im Juli 2016 mehr als 16.300 Ankünfte (das ist ein Plus von zwei Prozent zum Vorjahresmonat) und mehr als 38.300 Übernachtungen (+3,1 Prozent) verzeichnet. Im Zeitraum Januar bis Juli 2016 lagen die Ankünfte mit 70.663 um 4,7 Prozent und die Übernachtungen mit 169.894 1,8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Die Gesamtinvestitionen für die Erweiterung des Hafens betragen knapp 3,4 Millionen Euro. Das Land plant die Unterstützung des Vorhabens aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 3,1 Millionen Euro.