Rote Liste zeigt schlechten Zustand von Wiesen, Streuobstwiesen und stehenden Gewässern

Berlin – Anlässlich der heutigen Veröffentlichung der aktuellen Roten Liste für Lebensräume durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) forderte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, von der Bundesregierung ein konsequentes Umsteuern in der Agrarpolitik und bundesweit rechtsverbindliche Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Lebensräume. „Dass rund zwei Drittel der hierzulande vorkommenden Lebensraum-Arten gefährdet sind, geht vor allem aufs Konto der intensiven Landwirtschaft und ist Ergebnis einer verfehlten Agrarpolitik“, sagte Weiger.

Bundesagrarminister Christian Schmidt habe den Umbau Deutschlands zur „Fleischfabrik“ in den vergangenen Jahren leider stark vorangetrieben. „Minister Schmidt hat der Agrarindustrie Vorrang vorm Erhalt kleiner und mittlerer bäuerlicher Betriebe gegeben und so maßgeblich dazu beigetragen, dass heute im ländlichen Raum Mais- und Rapsmonokulturen dominieren. Der Verlust von Insekten- und Vogelarten sowie vieler seltener Pflanzen wird sich fortsetzen, wenn die nächste Bundesregierung nicht endlich die Agrarwende angeht“, sagte der BUND-Vorsitzende.

Die Bundesregierung habe es bislang versäumt, im Rahmen der aktuellen Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes artenreiches Grünland wie Wiesen und Streuobstwiesen bundesweit besser zu schützen. Hier fehle den Parteien der politische Mut, sich gegen agrarindustrielle Interessen zu positionieren. „Streuobstwiesen und artenreiches Grünland müssen bundesweit einheitlich geschützt werden. Das Bundesnaturschutzgesetz muss endlich den konsequenten Rechtsschutz für alle bedrohten Biotope garantieren“, forderte Weiger.

Positiv bewertete der BUND-Vorsitzende erfreuliche Entwicklungen beim Schutz von Küsten-Biotopen und Fließgewässern. Dafür hätten das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 und die Europäische Wasserrahmenrichtlinie gesorgt. Deutlichen Verbesserungsbedarf gebe es noch bei der Qualität des Grundwassers und bei stehenden Gewässern wegen der viel zu hohen Stickstoff- und Pestizidbelastungen.

„Viele Seen und Flüsse sind durch den hohen Nitratgehalt und durch Pestizide belastet und damit weit entfernt von einem guten Zustand. Für die schlechte Qualität vieler Gewässer sind die Intensivtierhaltung und eine auf Gewinnmaximierung bedachte Agrarindustrie verantwortlich. In der nächsten Bundesregierung darf das Agrarministerium Naturschutzbelange nicht länger missachten und blockieren“, sagte Weiger. Unerlässlich sei auch eine ökologische Reform der EU-Agrarpolitik.

Neue Ausbildung „Fachkraft für Kindertageseinrichtungen“ startet

Bewerbungszeitraum für neuen Ausbildungsberuf endet am 14. Juni 2017

Schwerin – Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die in Kindertageseinrichtungen arbeiten wollen, können in Mecklenburg-Vorpommern künftig zwischen zwei Ausbildungen wählen. Neben der vierjährigen schulischen Erzieherausbildung soll es eine praxisorientierte Ausbildung geben. Die neue Ausbildung zur „Staatlich geprüften Fachkraft für Kindertageseinrichtungen“ soll bereits zum 1. August 2017 an den Start gehen. Bis zum 14. Juni 2017 haben interessierte Bewerberinnen und Bewerber Zeit, ihre Unterlagen an fünf beruflichen Schulen im Land abzugeben. Im ersten Jahr stehen 125 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

„Vor allem aufgrund des demografischen Wandels sowie der hohen und weiterhin wachsenden Betreuungsquote besteht ein erhöhter Fachkräftebedarf in Kindertageseinrichtungen. Auch bundesweit ist das ein zunehmend wichtiges Thema“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese. „Wir sind mit unseren weit vorangeschrittenen Planungen da schon einen entscheidenden Schritt weiter und wollen unsere Spitzenposition in der Kindertagesförderung festigen.“

Ministerin Drese verdeutlichte, dass derzeit mehr als 11.100 pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen im Land beschäftigt sind. „Damit hat in den letzten sechs Jahren die Zahl der Beschäftigten um über 2.600 Personen zugenommen. Das ist ein Plus von über 30 Prozent“, so Drese.

Die Auszubildenden werden auf eine Tätigkeit im Bereich der 0- bis 10-Jährigen vorbereitet. Als ausgebildete Fachkraft für Kindertageseinrichtungen können Absolventinnen und Absolventen in Krippen, Kindergärten und Horten pädagogische Prozesse für Kinder dieser Altersgruppe eigenständig leiten und gestalten. Die Ausbildung umfasst drei Jahre an einer höheren Berufsfachschule im Bereich Sozialwesen und findet sowohl in der beruflichen Schule (Theorieunterricht) als auch in Kindertageseinrichtungen (praktische Ausbildung) statt.

„Die angehenden Fachkräfte sollen bereits während der Ausbildung eine Vergütung erhalten. Dies macht die neue Ausbildung attraktiv“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Ich hoffe, dass diese Ausbildung Anklang findet und viele junge Menschen dazu bewegt, sich für diesen Beruf zu entscheiden. Es wäre schön, wenn sich für die Arbeit in der Kita, der Krippe oder im Hort auch zunehmend Männer, Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger begeistern könnten“, so Hesse.

Die Auszubildenden zur „Staatlich geprüften Fachkraft für Kindertageseinrichtungen“ schließen mit einem Träger einer Kindertageseinrichtung einen Ausbildungsvertrag. Erst wenn die Schule die Auszubildende bzw. den Auszubildenden nach einem Auswahlverfahren in die Ausbildung aufnimmt, kommt der Vertrag endgültig zustande.

Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung „Staatlich geprüften Fachkraft für Kindertageseinrichtungen“ ist die Mittlere Reife oder ein gleichwertiger Schulabschluss. Die Einrichtung des neuen Ausbildungsgangs steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Landtag, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen muss. Der Zeitplan des Landtags sieht vor, das Gesetzgebungsverfahren des KiföG am 12. Juli 2017 zum Abschluss zu bringen.

Sozialministerin Drese und Bildungsministerin Hesse bedankten sich bei allen beteiligten Einrichtungsträgern und Berufsschulen sowie den Landtagsfraktionen für die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten.

25 Jahre Landesforschungsanstalt in Dummerstorf

Gülzow – „Als Partner der Landwirtschaft und Fischerei, der Politik, der Verbände und der Wissenschaft leistet die Landesforschungsanstalt einen entscheidenden Beitrag für die praxisorienierte Forschung und setzt damit die Voraussetzungen für den wirtschaftlich wettbewerbsfähigen und umweltverträglichen Agrar- und Fischereistandort in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Gülzow-Prüzen (Landkreis Rostock). Dort feierte die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) ihr 25-jähriges Bestehen.

„Die Forschung war und ist ein entscheidender Begleiter bei der Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft. Von einem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche werden immer mehr Menschen ernährt. Im Jahr 1900 erzeugte ein Landwirt Nahrungsmittel für ca. vier Personen, 1950 für zehn und 2014 für 155 Personen. Diese unglaubliche Entwicklung begründet sich ursächlich in der Steigerung der Erträge aufgrund der Züchtung, eines angepassten Managements und einer Verringerung der Verluste“, so der Minister.

Wurden vor 100 Jahren noch ca. 18,5 Dezitonnen (dt) Weizen auf einem Hektar (ha) geerntet, liegt der Ertrag im Mittel seit 2010 in Mecklenburg-Vorpommern mit 79,2 dt/ha viermal so hoch. Gab eine Milchkuh um 1900 noch 2.165 Kilogramm (kg) im Jahr, lag die Milchleistung im Jahr 2016 in Mecklenburg-Vorpommern bei im Schnitt 9.572 kg.

„Damit liegen wir deutschlandweit auf dem dritten Platz nach Thüringen (9.685 kg) und Sachsen-Anhalt (9.611 kg) mit an der Spitze. Ohne den Einsatz der Forschung und die Anwendung moderner Methoden hätten wir heute sicher nicht so hohe Leistungen mit gesunden Kühen“, führte Backhaus aus.

Der Verbraucher erwartet qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel. In diesem Zusammenhang ist nach Ansicht von Dr. Backhaus die Bedeutung des Umwelt-, Klima- und des Tierschutzes weiter gestiegen. „Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es der Forschung, die unabhängig nach neuen Wegen und Lösungen suchen kann, um der Praxis Möglichkeiten aufzuzeigen. Schließlich geht es heute um Präzisionslandwirtschaft“, betonte der Minister. Dazu gehören robuste, ertragreiche Sorten, präzisierte Düngung oder der Einsatz moderner Technik in der Tierhaltung.

„Für mich ist klar, dass auch die moderne Landwirtschaft und Fischerei nachhaltig und verantwortungsbewusst mit den Naturressourcen umgehen muss. Deshalb ist die Landesforschungsanstalt für den traditionellen Agrar- und Fischereistandort Mecklenburg-Vorpommern von unschätzbarem Wert“, sagte der Landwirtschaftsminister.

Als kompetenter Ansprechpartner stellt sich die LFA dabei den Herausforderungen der Zeit, sucht nach aktuellen praktikablen Lösungen, wie z.B. bei Fragen nach Emissionsminderungen oder mehr Tierwohl.

Dabei werden in zehn Forschungskomplexen, u.a. Sortenwesen, Aquakultur, ökologischer Landbau, nachhaltige Landwirtschaft sowie Gemüse- und Obstbau, derzeit 78 einzelne Forschungsthemen und Projekte von knapp 100 Mitarbeitern bearbeitet. „Damit ist die LFA zudem auch ein wichtiger Arbeitgeber im ländlichen Raum“, so Dr. Backhaus.

Aus dem dem Minister übergebenen aktuellen Jahresbericht 2016 der LFA geht hervor, dass zu etwa 100 Veranstaltungen und Feldtagen etwa 5.300 Besucher kamen, um sich zu informieren. 300 Vorträge und 270 Veröffentlichungen ermöglichen einen schnellen Zugang zu den Ergebnissen der Forschung.

Für die Landwirtschaft sei es wichtig, in der Zukunft von den Märkten zu profitieren, weshalb der Zugang zu Innovationen und neuesten Technologien unbedingt gebraucht wird. „Dazu benötigen wir eine breitgefächerte, angewandte und standortspezifische Forschung, die die Herausforderung annimmt. Das haben wir in Mecklenburg-Vorpommern bereits geschaffen“, sagte der Landwirtschaftsminister.

Mecklenburg-Vorpommern für Logistikbranche noch attraktiver

Schwerin – Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern weist den niedrigsten Wert in einem Mai seit 1991 auf. Insgesamt waren im vergangenen Monat nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 67.600 Menschen arbeitslos gemeldet, 11.100 weniger als im Mai des Vorjahres (-14,1 Prozent). „Erstmals sind wir in der Landesgeschichte unter die Marke von 70.000 Arbeitslosen gesunken. Insgesamt ein erfreuliches Ergebnis, aber kein Grund zum Ausruhen. Die Werften haben volle Auftragsbücher, Firmen erweitern oder siedeln sich neu an, das Handwerk brummt im Land. Auch die Gesundheitswirtschaft erweist sich weiter als Jobmotor. Wir müssen alles tun, um die Wirtschaft weiter am Laufen zu halten. Dazu zählt insbesondere auch, das Exportgeschäft weiter anzukurbeln. In Zeiten schrumpfender Binnenmärkte ist es nötig, frühzeitig neue Absatzmärkte zu erschließen“, forderte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch in Schwerin.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe ging auch auf die Herausforderungen ein. „Die wirtschaftliche Entwicklung jedes einzelnen Unternehmens hängt nicht nur von Produktions-, Absatz- oder Wettbewerbsbedingungen ab, sondern zunehmend von gut qualifizierten und motivierten Beschäftigten. Es ist absolut notwendig, durch kluge Fachkräftebindung sowie Fachkräftegewinnung und verstärktes Ausbildungsmarketing Arbeitskräfte und Auszubildende frühzeitig in unserem Land zu binden. Wir arbeiten weiter an der Verbesserung der Rahmenbedingungen. Mit der Qualifizierungsoffensive für Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und Teilen des Handwerks wollen wir auch ein Zeichen auf dem sich wandelnden Arbeitsmarkt setzen. Spezialisierung und Fachwissen werden immer gefragter. Mit der Bürgerarbeit haben wir gemeinsam mit den Jobcentern die Möglichkeit neben kommunalen Arbeitgebern, erstmals auch in Unternehmen Langzeitarbeitslose auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren“, erläuterte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. Die Programme Qualifizierungsoffensive und Bürgerarbeit sind in Arbeit. Beide sollen noch in diesem Sommer starten.

Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse – aktuellste Zahlen aus dem März – weisen ein deutliches Plus auf. Sie liegen bei 554.400 Beschäftigten. Das sind 6.900 Jobs (+1,3 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. „Der Trend hält an. Der Bedarf an Beschäftigten auf dem ersten Arbeitsmarkt wächst. Das ist ein positives Zeichen, dass es weiter aufwärts geht“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Zuwächse an Arbeitsplätzen gab es vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.400), im verarbeitenden Gewerbe (+1.900) und sowie in der Logistik (+900) und bei den unternehmensnahen Dienstleistungen (+800).

Wirtschaftsminister Glawe warb darüber hinaus dafür, die Fachkräfteinitiative „Durchstarten in MV“ intensiv zu nutzen. Aktuell gibt es noch 5.300 unbesetzte Ausbildungsplätze, dem stehen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 4.000 unversorgte Bewerber gegenüber. „In unserem Azubi-Atlas sind Kontaktmöglichkeiten von über 1.300 Unternehmen mit über 3.000 Ausbildungsangeboten in über 300 Berufen veröffentlicht. Auf der Internet-Seite können den Jugendlichen Ausbildungsplätze für jede Region unseres Landes aufgezeigt werden. Die Anmeldung für Unternehmen und die Nutzung für Ausbildungsplatzsuchende ist kostenlos“, betonte Glawe.

Die Initiative des Wirtschaftsministeriums und der Industrie- und Handelskammern des Landes wirbt für Ausbildungs- und Berufsperspektiven in Mecklenburg-Vorpommern. Die Informationsoffensive wird vom Wirtschaftsministerium und den Industrie- und Handelskammern MV unterstützt.

Mecklenburg-Vorpommern bietet den Unternehmen der Logistikbranche einen neuen Service an. Zur „9. Branchenkonferenz Logistikwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern“ am Donnerstag (1.6.2017) in Rostock-Warnemünde wird der Logistikatlas (www.logistik-in-mv.de ) freigeschaltet, den die Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem IT-Unternehmen Planet IC entwickelt hat. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung hat das Projekt finanziell und inhaltlich unterstützt. Für die Arbeit stellte es 30.000 Euro bereit. „Mit dem Logistikatlas erhöhen wir weiter die Attraktivität von Mecklenburg-Vorpommern als Logistikstandort“, sagte Minister Christian Pegel. Michael Kremp, Vorstandsvorsitzender der Logistikinitiative, erklärte: „Wir freuen uns mit dem digitalen Logistikatlas ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Branche entwickelt zu haben.“

Der Logistikatlas Mecklenburg-Vorpommern informiert über Struktur und Bedeutung der Branche, die im Jahr 2014 mehr als 40.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zählte. Er gibt einen Überblick über die logistischen Stärken und informiert über die Standortqualitäten des Landes sowie der Landkreise und Städte. Außerdem führt der Atlas die einzelnen Logistikunternehmen auf sowie ausgewählte Aus- und Weiterbildungsstätten der Branche. Auf einer dynamischen Karte sind unter anderem die Häfen und Verkehrswege zu sehen. Aktuell sind mehr als 350 Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Bildung über den Atlas abrufbar. Im nächsten Jahr wird er durch die Aufnahme von Gewerbestandorten ergänzt.

Insbesondere richtet sich der Logistikatlas an Unternehmen und Investoren aus der Verlade- und Transportwirtschaft. Auch wer einen Arbeits-, Ausbildungs- oder Studienplatz sucht, findet hier wichtige Informationen.

„Der Logistikatlas hilft, schnell den richtigen Ansprechpartner zu finden“, sagte Minister Christian Pegel. „Das gibt der Logistikbranche in unserem Land einen weiteren Schub.“

Arbeitsmarkt Mai in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern weist den niedrigsten Wert in einem Mai seit 1991 auf. Insgesamt waren im vergangenen Monat nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 67.600 Menschen arbeitslos gemeldet, 11.100 weniger als im Mai des Vorjahres (-14,1 Prozent). „Erstmals sind wir in der Landesgeschichte unter die Marke von 70.000 Arbeitslosen gesunken. Insgesamt ein erfreuliches Ergebnis, aber kein Grund zum Ausruhen. Die Werften haben volle Auftragsbücher, Firmen erweitern oder siedeln sich neu an, das Handwerk brummt im Land. Auch die Gesundheitswirtschaft erweist sich weiter als Jobmotor. Wir müssen alles tun, um die Wirtschaft weiter am Laufen zu halten. Dazu zählt insbesondere auch, das Exportgeschäft weiter anzukurbeln. In Zeiten schrumpfender Binnenmärkte ist es nötig, frühzeitig neue Absatzmärkte zu erschließen“, forderte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch in Schwerin.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe ging auch auf die Herausforderungen ein. „Die wirtschaftliche Entwicklung jedes einzelnen Unternehmens hängt nicht nur von Produktions-, Absatz- oder Wettbewerbsbedingungen ab, sondern zunehmend von gut qualifizierten und motivierten Beschäftigten. Es ist absolut notwendig, durch kluge Fachkräftebindung sowie Fachkräftegewinnung und verstärktes Ausbildungsmarketing Arbeitskräfte und Auszubildende frühzeitig in unserem Land zu binden. Wir arbeiten weiter an der Verbesserung der Rahmenbedingungen. Mit der Qualifizierungsoffensive für Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und Teilen des Handwerks wollen wir auch ein Zeichen auf dem sich wandelnden Arbeitsmarkt setzen. Spezialisierung und Fachwissen werden immer gefragter. Mit der Bürgerarbeit haben wir gemeinsam mit den Jobcentern die Möglichkeit neben kommunalen Arbeitgebern, erstmals auch in Unternehmen Langzeitarbeitslose auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren“, erläuterte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. Die Programme Qualifizierungsoffensive und Bürgerarbeit sind in Arbeit. Beide sollen noch in diesem Sommer starten.

Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse – aktuellste Zahlen aus dem März – weisen ein deutliches Plus auf. Sie liegen bei 554.400 Beschäftigten. Das sind 6.900 Jobs (+1,3 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. „Der Trend hält an. Der Bedarf an Beschäftigten auf dem ersten Arbeitsmarkt wächst. Das ist ein positives Zeichen, dass es weiter aufwärts geht“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Zuwächse an Arbeitsplätzen gab es vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.400), im verarbeitenden Gewerbe (+1.900) und sowie in der Logistik (+900) und bei den unternehmensnahen Dienstleistungen (+800).

Wirtschaftsminister Glawe warb darüber hinaus dafür, die Fachkräfteinitiative „Durchstarten in MV“ intensiv zu nutzen. Aktuell gibt es noch 5.300 unbesetzte Ausbildungsplätze, dem stehen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 4.000 unversorgte Bewerber gegenüber. „In unserem Azubi-Atlas sind Kontaktmöglichkeiten von über 1.300 Unternehmen mit über 3.000 Ausbildungsangeboten in über 300 Berufen veröffentlicht. Auf der Internet-Seite können den Jugendlichen Ausbildungsplätze für jede Region unseres Landes aufgezeigt werden. Die Anmeldung für Unternehmen und die Nutzung für Ausbildungsplatzsuchende ist kostenlos“, betonte Glawe. Die Initiative des Wirtschaftsministeriums und der Industrie- und Handelskammern des Landes wirbt für Ausbildungs- und Berufsperspektiven in Mecklenburg-Vorpommern. Die Informationsoffensive wird vom Wirtschaftsministerium und den Industrie- und Handelskammern MV unterstützt.

Der Arbeitsmarkt im Mai 2017: Anhaltend günstige Entwicklung

Nürnberg – „Bei guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelt sich auch der Arbeitsmarkt weiter günstig. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Mai weiter zurückgegangen und die Beschäftigung ist erneut kräftig gewachsen. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften befindet sich weiterhin auf sehr hohem Niveau.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Mai: -71.000 auf 2.498.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -166.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,2 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent

Die Zahl der arbeitslosen Menschen hat von April auf Mai um 71.000 auf 2.498.000 abgenommen. Saisonbereinigt ergibt sich ein Rückgang von 9.000 im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren 166.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, hat sich saisonbereinigt um 13.000 verringert. Insgesamt belief sie sich im Mai 2017 auf 3.526.000 Personen. Das waren 24.000 weniger als vor einem Jahr. Damit ist die Unterbeschäftigung im Vorjahresvergleich weniger stark gesunken als die Arbeitslosigkeit. Das liegt daran, dass die Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik insbesondere für geflüchtete Menschen gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet wurde.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im April auf 1,78 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 4,2 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im April saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 31.000 gestiegen. Mit 43,98 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 652.000 höher aus. Der Anstieg geht vor allem auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück. Diese hat nach der Hochrechnung der BA von Februar auf März saisonbereinigt um 48.000 zugenommen. Insgesamt waren im März nach hochgerechneten Angaben 31,93 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 734.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiter auf sehr hohem Niveau. Im Mai waren 714.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 60.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 5.000 erhöht. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – blieb im Mai 2017 unverändert bei 231 Punkten. Im Vorjahresvergleich fällt der Abstand mit einem Plus von 15 Punkten weiterhin sehr deutlich aus.

Insgesamt 699.000 Personen erhielten im Mai 2017 Arbeitslosengeld, 53.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Mai bei 4.418.000. Gegenüber Mai 2016 war dies ein Anstieg von 97.000 Personen. 8,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Die Situation am Ausbildungsmarkt zeigt sich im Beratungsjahr 2016/17 stabil. Von Oktober 2016 bis Mai 2017 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 467.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 3.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig waren 480.000 Ausbildungsstellen gemeldet, 2.000 mehr als vor einem Jahr. Am häufigsten angeboten wurden Ausbildungsstellen für angehende Kaufleute im Einzelhandel (29.000), Verkäuferinnen und Verkäufer (20.000) und Kaufleute für Büromanagement (20.000). Wie in den Vorjahren zeigen sich auch 2016/17 regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschweren. Der Ausbildungsmarkt ist im Mai aber noch in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung zu früh.

Ministerpräsident Sellering kündigt Rückzug an

Schwerin – Ministerpräsident Erwin Sellering hat heute zu Beginn der Kabinettssitzung seinen Rückzug vom Amt des Ministerpräsidenten angekündigt. Er erklärte dazu: „Bei mir ist vor einigen Tagen völlig überraschend eine Lymphdrüsen-Krebserkrankung festgestellt worden, die umgehend eine massive Therapie erfordert. Ich werde deshalb nicht mehr in der Lage sein, das Amt des Ministerpräsidenten so auszufüllen, wie das objektiv notwendig ist und meinem Anspruch an mich selbst entspricht.

Nach fast neun Jahren als Ministerpräsident scheide ich mit großer Dankbarkeit aus diesem Amt, das es mir ermöglicht hat, einen Beitrag für eine gute Zukunft unseres Landes zu leisten. Das Land hat an Wirtschaftskraft gewonnen. Die Arbeitslosigkeit ist spürbar zurückgegangen. Wir haben wichtige Verbesserungen für Familien und Kinder erzielt. Und wir haben es geschafft, die Verschuldung des Landes abzubauen.

Mir persönlich war immer sehr wichtig, für mehr Respekt vor ostdeutschen Lebensleistungen einzutreten. Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen im Land, die mit großem Einsatz so positiv daran mitgewirkt haben, dass sich unser schönes Mecklenburg-Vorpommern so gut entwickelt hat. Wir können alle zusammen sehr stolz auf das sein, was wir gemeinsam erreicht haben.

Die Medien bitte ich, den weiteren Krankheitsverlauf als Privatsache zu respektieren und von Anfragen abzusehen.“

Stippvisite in Starker Schule

Bildungsministerin Birgit Hesse besucht die Gingster Schule

Insel Rügen – MV-Bildungsministerin Birgit Hesse kommt am 14. Juni nach Gingst und besucht die dortige Regionale Schule mit Grundschule. Auf der Auszeichnungsveranstaltung des Landeswettbewerbs STARKE SCHULE hatte sie versprochen, die drei Siegerschulen noch in diesem Frühjahr zu besichtigen. Und jetzt macht sie sich also auf den Weg von Schwerin in den Westen der Insel Rügen.

Mit großer Spannung bereiten sich Schüler, Eltern und Lehrer auf diesen Tag vor, denn sie wollen die Schule der Bildungschefin des Landes vorstellen. Dabei gehen sie aber nicht allein auf die Erfolge, wie beispielsweise die neue Grundschule, die vielfältigen Ganztagsangebote von der Schülerband bis zur Theater-AG oder die sehr guten Schulabschlüsse am Ende der 10. Klasse ein.

Sie wollen das Problem des Sanierungsstaus ansprechen, der mittlerweile nicht nur das Hauptgebäude, die Außen- und Sportanlagen betrifft, sondern auch die Turnhalle. In den bisherigen Gesprächen mit Landespolitikern, wie mit Staatssekretär Dahlemann oder dem Bürgerbeauftragten Crone entstanden weitere Ideen, in denen sogar von einem Neubau die Rede ist.

Alle diese Vorschläge und Sorgen um einen baldigen Baubeginn wird sich die Ministerin anhören und ihre Möglichkeiten nutzen, um die Gingster Schule als eine der starken Schulen des Landes zu unterstützen. Das jedenfalls wollen die verantwortlichen Sprecher aus Schulleitung, Schüler- und Elternvertretung erreichen.

„Wohnungsbau sozial“ in Waren/Müritz

Waren/Müritz – Die Wohnungsbaugesellschaft Waren (Wogewa) erhält am Donnerstag (1. Juni 2017) als eines der ersten Wohnungsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern den Bescheid über die Zusage von Fördermitteln aus dem neuen Programm „Wohnungsbau sozial“. Für den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 28 barrierefreien Wohnungen inkl. zwei Personenaufzügen bekommt das kommunale Unternehmen vom Land Mecklenburg-Vorpommern einen Zuschuss von knapp 1,4 Millionen Euro. Infrastrukturminister Christian Pegel wird den Bescheid im Beisein des Bürgermeisters Norbert Möller an Wogewa-Geschäftsführer Martin Wiechers übergeben.

Die Wogewa will in der Straße Am Nesselberg sieben barrierefreie Wohnungen für Singles, 17 für Paare und vier für Dreipersonenhaushalte mit einer Wohnfläche von insgesamt 1.611 Quadratmetern errichten. Die Gesamtkosten betragen knapp 3,9 Millionen Euro.

Waren ist nach Neubrandenburg die zweite Stadt, die vom neuen Landesprogramm „Wohnungsbau sozial“ profitiert. Es setzt Anreize für Wohnungsgesellschaften und private Investoren, bezahlbaren Wohnraum in Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt zu schaffen. Förderfähig ist die Bereitstellung von barrierearmen und barrierefreien Mietwohnungen durch Neubau, Dachgeschoss-Ausbau, Wohngebäude-Aufstockung oder -anbau sowie durch

Nutzungsänderung bestehender Gebäude. Es können bis zu 850 Euro je Quadratmeter als Zuschuss gewährt werden: bis zu 650 Euro pro Quadratmeter für barrierearme Wohnungen, bis zu 750 Euro pro Quadratmeter für barrierefreie Wohnungen und zusätzlich bis zu 100 Euro/Quadratmeter für den Einbau von Personenaufzügen.

Für die nach der neuen Richtlinie geförderten Wohnungen gilt eine Belegungsbindung: 20 Jahre lang dürfen sie nur an Personen mit einen Wohnberechtigungsschein vermietet werden. Diesen Schein stellt die Kommune Wohnungssuchenden aus, deren Einkommen einen festgelegten Satz nicht überschreitet. Die Nettokaltmiete darf in den ersten drei Jahren der Vermietung 5,50 Euro/Quadratmeter nicht übersteigen. Ab dem vierten Jahr sind im

Zweijahresrhythmus bis Ende der Belegungsbindung Mietsteigerungen um 25 Cent pro Quadratmeter erlaubt. Gefördert werden Bauvorhaben in Grund-, Mittel- und Oberzentren, in denen die Leerstandsquote vier

Prozent unterschreitet. Für 2017 stehen dafür im Landeshaushalt 14,6 Millionen Euro zur Verfügung. Bislang wurden zehn Anträge für die Förderung von 174 Wohnungen mit Zuschüssen von insgesamt 7,8 Millionen Euro beantragt, unter anderem in Greifswald, Neubrandenburg und Bad Doberan. Anträge können gestellt werden an das Landesförderinstitut (LFI)Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftsbereich der NORD/LB Girozentrale, Postfach 160255.

Neubrandenburg: „Wohnungsbau sozial“

Neubrandenburg – Die Barrierefreies Wohnen GbR erhält als erstes Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern den Bescheid über die Zusage von Fördermitteln aus dem neuen Programm „Wohnungsbau sozial“. Für den Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses bekommt die Bauherrin, die zu mehr als 80 Prozent vom Behindertenverband Neubrandenburg getragen wird, 135.000 Euro Zuschuss für die zwei der insgesamt vier Wohnungen, die rollstuhlgerecht gebaut werden.

Infrastrukturminister Christian Pegel übergibt den Förderbescheid am kommenden Donnerstag (1. Juni 2017) in Neubrandenburg im Beisein des stellvertretenden Bürgermeisters Peter Modemann an den Geschäftsführer des Behindertenverbands Neubrandenburg, Markus Vohs.

Der zweigeschossige Neubau mit Fahrstuhl entsteht an der Ziegelbergstraße. Die zwei geförderten Zwei-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche von insgesamt 159,18 m² werden größere Bewegungsflächen, einen Rollstuhlabstellplatz und funkvernetzte Rauchwarnmelder erhalten. Die Gesamtbaukosten für diese beiden rollstuhlgerechten Wohnungen sind mit knapp 457.000 Euro veranschlagt. Der Förderantrag ist erst am 15. März 2017 gestellt worden, konnte aber aufgrund der herausragenden Qualität der eingereichten Unterlagen so schnell beschieden werden, dass Neubrandenburg nun neben Waren/Müritz zu den ersten beiden Städten gehört, die vom neuen Förderprogramm „Wohnungsbau sozial“ profitieren.

Es setzt Anreize für Wohnungsgesellschaften und private Investoren, bezahlbaren Wohnraum in Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt zu schaffen. Förderfähig ist die Bereitstellung von barrierearmen und barrierefreien Mietwohnungen durch Neubau, Dachgeschoss-Ausbau, Wohngebäude-Aufstockung oder -anbau sowie durch Nutzungsänderung bestehender Gebäude. Es können bis zu 850 Euro je Quadratmeter als Zuschuss gewährt werden: bis zu 650 Euro pro Quadratmeter für barrierearme Wohnungen, bis zu 750 Euro pro Quadratmeter für barrierefreie Wohnungen und zusätzlich bis zu 100 Euro/Quadratmeter für den Einbau von Personenaufzügen.

Für die nach der neuen Richtlinie geförderten Wohnungen gilt eine Belegungsbindung: 20 Jahre lang dürfen sie nur an Personen mit einen Wohnberechtigungsschein vermietet werden. Diesen Schein stellt die Kommune Wohnungssuchenden aus, deren Einkommen einen festgelegten Satz nicht überschreitet. Die Nettokaltmiete darf in den ersten drei Jahren der Vermietung 5,50 Euro/Quadratmeter nicht übersteigen.

Ab dem vierten Jahr sind im Zweijahresrhythmus bis Ende der Belegungsbindung Mietsteigerungen um 25 Cent pro Quadratmeter erlaubt. Gefördert werden Bauvorhaben in Grund-, Mittel- und Oberzentren, in denen die Leerstandsquote vier Prozent unterschreitet. Für 2017 stehen dafür im Landeshaushalt 14,6 Millionen Euro zur Verfügung. Bislang wurden zehn Anträge für die Förderung von 174 Wohnungen mit Zuschüssen von insgesamt 7,8 Millionen Euro beantragt, unter anderem in Greifswald, Waren/Müritz und Bad Doberan.

Anträge können gestellt werden an das Landesförderinstitut (LFI) Mecklenburg-Vorpommern, Geschäftsbereich der NORD/LB Girozentrale, Postfach 160255. Beim LFI können sich potenzielle Bauherren auch zur Antragstellung beraten lassen.

Weltnichtrauchertag 2017

Schwerin – „Rauchen – eine Bedrohung für die menschliche Entwicklung“ – unter diesem Motto findet am Mittwoch (31.05.) der Weltnichtrauchertag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt. Anlässlich des Weltnichtrauchertages warnte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe vor den Folgen. „Mit dem Rauchen aufzuhören ist für viele schwer. Trotzdem – jeder rauchfreie Tag im Leben ist ein Gewinn für die eigene Gesundheit. Deshalb ist es wichtig, den Weltnichtrauchertag als Anlass zu nehmen, um auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen. Rauchen gefährdet die Gesundheit des Rauchenden selbst und ist schädigend für alle, die passiv mitrauchen müssen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Im Jahr 2014 erkrankten nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters (GKR) der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen in Mecklenburg-Vorpommern etwa 1.260 Menschen an Lungenkrebs. Dabei traten mit jährlich 890 Fällen die meisten Erkrankungen bei Männern auf. Das entspricht 14 Prozent aller Krebsneuerkrankungen bei Männern und 8 Prozent bei Frauen. Im Jahr 2014 starben 310 Frauen und 740 Männer in Mecklenburg-Vorpommern an Lungenkrebs.

Damit ist Lungenkrebs bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Lungenkrebs gehört nach Angaben des GKR zu den Krebserkrankungen mit schlechter Prognose – die ersten fünf Jahre nach einer Diagnose überleben nur 16 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen. „Positiv ist, dass das Rauchen bei jüngeren Menschen anscheinend aus der Mode kommt – seit dem Jahr 2005 sinkt die Zahl der regelmäßigen Raucher in der Altersgruppe von 15 bis 20 Jahren. Trotzdem muss weiter vor den Gefahren und den Folgen des Rauchens gewarnt werden“, sagte Glawe.

Angaben zum Rauchverhalten werden alle vier Jahre im Mikrozensus erhoben. Nach Angaben des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern gab es im Jahr 2005 einen Anteil von 30,0 Prozent regelmäßiger Raucher zwischen 15 und 20 Jahren, im Jahr 2009 waren es 24,5 Prozent und 2013 noch 12,5 Prozent.

Inklusion mit Augenmaß an den Schulen im Land

Schwerin – Das Land bereitet die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern schrittweise auf die Umsetzung der Inklusion vor. Sie soll mit Augenmaß und unter Berücksichtigung des Elternwillens erfolgen. Grundlage ist die Inklusionsstrategie, die vom Landtag und von der Landesregierung im Sommer 2016 beschlossen wurde. Sie zielt darauf ab, dass so viele Kinder und Jugendliche wie möglich eine Regelschule besuchen und besondere Förderangebote in Wohnortnähe eingerichtet werden. Bis zum Jahr 2023 erhalten die öffentlichen Schulen dafür 237 Stellen für Lehrerinnen und Lehrer zusätzlich. Dies entspricht einem Umfang von ca. 18 Mio. Euro.

„Wir haben uns bewusst für eine behutsame Umsetzung der Inklusion im Land entschieden“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „SPD, CDU und DIE LINKE werden gemeinsam verabredete Wege weitergehen. Wir wollen alle mitnehmen, nichts überstürzen und niemanden überfordern. Größere Veränderungen wird es bei den Förderschulen geben. Die Schulleiterinnen und Schulleiter haben wir bereits informiert. Der Sachverstand und die Erfahrungen von Lehrerinnen und Lehrern für Sonderpädagogik sind für die Umsetzung der Inklusion sehr wichtig. Dabei spielt es keine Rolle, an welcher Schule sie künftig arbeiten“, so Hesse.

„Inklusion wird gelingen, wenn alle – Schüler, Eltern, Lehrer und Schulträger – das Projekt mittragen und aktiv mitarbeiten. Dafür setze ich mich ein“, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Andreas Butzki.

„Die CDU-Fraktion fordert eine Inklusion mit Augenmaß. Dabei müssen wir mit Eltern und Lehrern im Gespräch bleiben und berechtigte Sorgen ernst nehmen. Wir befinden uns bei der Inklusion in einem laufenden Prozess, in dem ggf. Kurskorrekturen ausdrücklich vorgesehen sind“, sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Marc Reinhardt.

„Für meine Fraktion ist es wichtig, dass Eltern für ihre Kinder und mit ihren Kindern verschiedene Wege in der Beschulung gehen können“, sagte die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg. „Deshalb setzen wir uns für eigenständige Lerngruppen ein, in denen Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten besondere Unterstützung finden. Sollte es sich in den kommenden Monaten erweisen, dass das bestehende Angebot nicht ausreicht, muss die vorgesehene Anzahl der Stellen für Lehrkräfte in diesem Bereich überdacht werden. Inklusion darf nicht zur Überforderung von Kindern, Lehrkräften oder Eltern führen“, so Oldenburg.

Die Inklusionsstrategie des Landes sieht vor, dass Schulen mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache oder emotionale und soziale Entwicklung als eigenständige Förderschulen auslaufen. Schülerinnen und Schüler mit Auffälligkeiten in diesen Bereichen werden zukünftig an den Grundschulen eingeschult. Für Schülerinnen und Schüler mit ausgeprägten Auffälligkeiten im Lernen, in der Sprache oder emotionalen und sozialen Entwicklung werden besondere Beschulungsmöglichkeiten in Form temporärer Lerngruppen vorgehalten.

Die Grundschulen haben die Möglichkeit, flexible Schuleingangsphasen zu bilden. In der flexiblen Schuleingangsphase (Jahrgangsstufen 1 und 2) haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, entsprechend ihrer individuellen Lernvoraussetzungen und ihres individuellen Lerntempos ohne Versetzung oder Zurückstufung ein bis drei Jahre in der Schuleingangsphase zu verweilen.

Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, die Fragen zur inklusiven Beschulung haben, können sich an die sogenannten „Servicestellen Inklusion“ in den vier Staatlichen Schulämtern wenden. Dort erhalten Ratsuchende Hinweise für geeignete Lernorte für Schülerinnen und Schüler sowie Informationen über Hilfs- und Förderangebote innerhalb und außerhalb der Schule. Die neue Broschüre „Inklusionsstrategie unseres Landes im Überblick“ liefert eine kompakte Zusammenfassung für den Weg zu einem inklusiven Schulsystem. Das Heft wird in den kommenden Tagen an die Schulen ausgeliefert.

Neues Firmengebäude der IDT Biologika auf der Insel Riems eröffnet

Insel Riems – Am Montag hat Wirtschaftsminister Harry Glawe das neue Gebäude für Forschung und Qualitätskontrolle bei der IDT Biologika GmbH auf der Insel Riems (Hansestadt Greifswald) offiziell für den Betrieb freigegeben. Das Unternehmen stellt Impfstoffe und Pharmazeutika her. „Die IDT Biologika erreicht einen wesentlichen Meilenstein bei der Sicherung und Erweiterung des Industriestandortes Riems. Mit der Erweiterung wird nun am Unternehmensstandort die komplette Wertschöpfungskette der Impfstofffertigung möglich sein. So sind 48 hochwertige Arbeitsplätze in der pharmazeutischen Industrie gesichert. Das ist eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Am Unternehmensstandort in Riems werden unter anderem Hylase als Wirkstoff in Cremes für die Riemser Arzneimittel GmbH in Lohnherstellung, Kaninchenimpfstoff, Schweineimpfstoff sowie Tollwut-Köderimpfstoff produziert. Mit dem Neubau sind nach Unternehmensangaben auf einer Fläche von 1.750 Quadratmetern 30 neue Labore entstanden. Auch die Produktionskapazitäten zur Impfstoffproduktion sowie die Logistik- und Medieninfrastruktur haben sich vergrößert. „Die Investition stärkt die gesamte Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Die Branche trägt erheblich zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes bei“, sagte Glawe.

Zur Gesundheitswirtschaft zählen unter anderem die Medizintechnik, die Biotechnologie, das Gesundheitshandwerk, der medizinische Handel und die pharmazeutische Industrie. In Mecklenburg-Vorpommern sind über 148.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Der Anteil an der gesamten regionalen Bruttowertschöpfung beträgt 15,3 Prozent und ist seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gestiegen. Insbesondere im Bereich Life Science (z.B. Medizintechnik, Forschung und Entwicklung, Humanarzneiwaren usw.) gibt es deutliche Zuwächse. In den vergangenen zehn Jahren sind nach einer Studie der BioCon Valley GmbH zufolge über 3.700 neue Jobs allein in diesem Bereich entstanden (2006: 8.000 Erwerbstätige – 2015: 11.700 Erwerbstätige; Quelle: BioCon Valley/WifOR).

„Die IDT Biologika ist sehr engagiert im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation. Innovationen sind eine entscheidende Triebkraft für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung. Nur mit international wettbewerbsfähigen Produkten und Dienstleistungen können sich die Unternehmen auf dem Markt etablieren. Davon brauchen wir noch mehr in Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb wollen wir diesen Bereich stärken“, sagte Glawe.

Das Wirtschaftsministerium stellt für Forschung, Entwicklung und Innovation in Mecklenburg-Vorpommern in der laufenden EU-Förderperiode bis 2020 Mittel in Höhe von insgesamt 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Vor allem die Zusammenarbeit von regionaler Wirtschaft und Forschungseinrichtungen – die sogenannte Verbundforschung – wird unterstützt. In den Jahren 2015 und 2016 hat das Wirtschaftsministerium 182 Vorhaben in Höhe von 53,8 Millionen Euro gefördert. Davon wurden unter anderem 42,1 Millionen Euro für 104 Verbundforschungsvorhaben und 6,9 Millionen Euro für 22 einzelbetriebliche Forschungs- und Entwicklungs-Projekte eingesetzt.

Die Gesamtinvestitionen für den Neubau belaufen sich auf rund 12 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund drei Millionen Euro.

IDT Biologika ist ein mittelständisches Unternehmen, das biotechnologisch hergestellte Impfstoffe und Pharmazeutika im Bereich der Tiergesundheit und im Kundenauftrag fertigt. Standorte des Unternehmens sind in Deutschland Greifswald (Ortsteil Riems) und der BioPharmaPark in Dessau-Roßlau. In Dänemark und in den Niederlanden, in Frankreich, Spanien, Polen und in Kanada unterhält die IDT Niederlassungen ihres Geschäftsfeldes Tiergesundheit. In den USA betreibt die IDT Corporation einen Fertigungsstandort für klinische Prüfmuster in Rockville, Maryland. In Kanada stellt Gallant Custom Laboratories als Tochtergesellschaft der IDT Biologika Bestandsimpfstoffe her. Bestandsimpfstoffe für die Tierzucht inklusive der weltweiten Fischzucht werden bei Ridgeway Biologicals, seit Januar 2017 eine IDT Tochtergesellschaft, in Großbritannien produziert. Die IDT Biologika beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit rund 1.700 Mitarbeiter.

„Umwelt macht natürlich glücklich“ – Wandern zum Weltumwelttag

Stolpe – Heute eröffnete Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus im Naturpark „Flusslandschaft Peenetal“ in Stolpe die diesjährige Wanderwoche anlässlich des Weltumwelttages. Dieser wird jedes Jahr am 5. Juni begangen und steht 2017 unter dem Motto „Umwelt macht natürlich glücklich“. In Mecklenburg-Vorpommern ist es seit 1994 gute Tradition, den Umwelttag mit einer zentralen Landesveranstaltung zu würdigen. Seit 2015 können Schulklassen an geführten Wanderungen durch die Nationalen Naturlandschaften teilnehmen.

„Mit unseren Wanderungen für Schülerinnen und Schüler möchten wir insbesondere bei jungen Menschen das Bewusstsein stärken, dass es der Mensch selbst ist, der die Umwelt beeinflusst und bedroht. Die biologische Vielfalt und die Stabilität sind vielerorts gefährdet. Darauf aufmerksam zu machen, ist uns ein großes Anliegen. Und das Konzept geht auf: In den vergangenen zwei Jahren haben über 2.000 Kinder und Jugendliche an den Wanderungen teilgenommen“, so der Minister.

Für die Auftaktwanderung 2017 hatte sich eine 7. Klasse des Gymnasiums Anklam angemeldet. In drei Gruppen geteilten erforschten die Kinder abwechselnd Stolpe und Umgebung, die interaktive Ausstellung im Naturparkhaus und eigneten sich Wissen über die Biologie des Bibers an.

Um die Schülerinnen und Schülern bei ihren Entdeckungen nicht zu stören, unternahm Umweltminister Backhaus mit geladenen Gästen eine separaten historisch-naturschutzfachlichen Ortsrundgang durch Stolpe und Umgebung. Mit dabei waren unter anderem der Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann, die Landrätin des Kreises Vorpommern-Greifswald Dr. Barbara Syrbe, der Kreistagspräsident des Landkreises Vorpommern-Greifswald Michael Sack, der Bürgermeister der Gemeinde Stolpe Marcel Falk, die Landtagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE Dr. Mignon Schwenke sowie Jürgen Strohschein von der AfD-Fraktion.

Im Mittelpunkt der Wanderung stand die Peene, die mit 175 km der drittlängste Mecklenburg-Vorpommerns ist. Er gehört zu den letzten unverbauten Fließgewässern Deutschlands. „Die Peene wird nicht durch Staue oder Wehre reguliert und fließt wegen ihres geringen Gefälles nur ganz langsam und manchmal auch sogar rückwärts. Durch den naturnahen Zustand der Peene ist sie auch einer der fischartenreichsten Flüsse Deutschlands“, erklärte Backhaus.

Auch ist die Flussniederung der Peene mit ihren ca. 20.000 Hektar ist eines der größten zusammenhängenden Niedermoorgebiete Mittel- und Westeuropas. „Sie zeigt den größten Ursprünglichkeitsgrad aller norddeutschen Flusstäler, was die überregionale, ja europaweite Bedeutung des Peenetals begründet“, unterstrich der Minister. Nicht umsonst sei es als spezielles europäisches Schutzgebiet sowohl nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie als auch nach der Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union ausgewiesen worden.

Um diesen Naturschatz zu erhalten, setzte das Land von 1992 bis 2009 im Peenetal eines der größten Naturschutzprojekte Deutschlands um. Der Zweckverband „Peenetal-Landschaft“ hat in diesem Zeitraum rund 27,4 Millionen Euro in die nachhaltige Entwicklung der Region investiert. Dazu gehören unter anderem der Schutz und Erhalt der einmaligen Landschaft, Umweltbildungsangebote und die Förderung des naturverträglichen Tourismus. Diese Aufgaben wurden 2010 vom Aufbaustab für den Naturpark und 2011 vom heutigen Naturpark „Flusslandschaft Peenetal“ übernommen.

Das neu gestaltete Außengelände des Naturparkhauses wurde heute im Rahmen der Umweltwanderungen von Minister Backhaus eingeweiht. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat dafür Fördermittel in Höhe von knapp 205.000 Euro zur Verfügung gestellt. Das „Sahnehäubchen“ bilden das Stelzenhaus und ein Pavillon, der als „Grünes Klassenzimmer“ genutzt werden kann.

Die Naturparkstation wurde mit 400.000 Euro LEADER-Mitteln errichtet. Deshalb fand die Auftaktwanderung anlässlich des Umwelttages zugleich im Rahmen der Aktion „Europa in meiner Region“ statt, die europaweit auf EU-geförderte Projekte aufmerksam macht.

Kulturförderung: Land unterstützt Aufbereitung des SVZ-Fotoarchivs

Ministerin Hesse: Fotos der Schweriner Volkszeitung sind wichtige regionale Zeitdokumente

Schwerin – Das Land unterstützt in diesem Jahr die Aufbereitung und Sicherung des Fotoarchivs der Schweriner Volkszeitung. Für die Sichtung und archivgerechte Erhaltung des SVZ-Archivs, das sich im Besitz der Landeshauptstadt Schwerin befindet, stellt das Land Kulturfördermittel in Höhe von 24.000 Euro bereit. Die Landeshauptstadt hat mit dem Vertrag über die Überlassung des SVZ-Fotoarchivs einen Bestand von ca. 300.000 Fotografien in ihr Eigentum übernommen.

„Regionalzeitungen beobachten und begleiten das politische, gesellschaftliche und kulturelle Geschehen“, betonte Kulturministerin Birgit Hesse. „Die Fotos aus dem Bestand der Schweriner Volkszeitung sind wichtige regionale Zeitdokumente, die wir bewahren müssen. Im Freilichtmuseum für Volkskunde in Schwerin-Mueß soll das SVZ-Fotoarchiv eine neue Heimat finden. Dieser Ort könnte nicht besser gewählt sein“, sagte Hesse beim Festival des Immateriellen Kulturerbes. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums wünschte die Ministerin viel Erfolg bei diesem Projekt.

Das Fotoarchiv mit seinen Belegen stellt hinsichtlich seiner Größe und der einmaligen Zusammensetzung einen wesentlichen Teil des visuellen Gedächtnisses des Landes Mecklenburg-Vorpommern dar. Hierbei sind 60 Prozent der Belege von besonderem lokalen und 40 Prozent der Belege von überregionalem Interesse. Die Fotografien werden gesichtet und in eine archivgerechte Erhaltung überführt.