Finanzämter mit neuem Service für Rentnerinnen und Rentner

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern geht bei der Besteuerung von Rentnerinnen und Rentnern neue Wege. Auf dem Bürgerforum in Waren stellte Finanzminister Mathias Brodkorb heute ein neues Verfahren vor, mit dem Rentnerinnen und Rentner unter bestimmten Umständen die Steuererklärung vom Finanzamt erledigen lassen können.

Der Versuch in Mecklenburg-Vorpommern ist ein bundesweites Pilotprojekt und könnte beispielhaft für Steuerverwaltungen in ganz Deutschland werden. In Waren kamen rund 150 Bürgerinnen und Bürger, um sich aus erster Hand über dieses Vorhaben zu informieren.

Finanzminister Mathias Brodkorb freue sich über das große Interesse: „Die Steuererklärung ist gerade für Rentnerinnen und Rentner eine lästige Pflicht. Wir wollen daher einen zusätzlichen Service bieten, denn oft ist der Aufwand zum Erstellen einer Steuererklärung unverhältnismäßig.“

Festival Nordischer Klang eröffnet

Greifswald – Das Festival Nordischer Klang ist in Greifswald durch den Chef der Staatskanzlei des Landes Mecklenburg-Vorpommern Dr. Christian Frenzel eröffnet worden.

„Die Ostsee ist heute stärker denn je ein verbindendes Meer. Und kein Bereich hat dabei so einen großen Anteil an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der Völker-verständigung wie die Kultur“, sagte der Staatssekretär in seinem Grußwort.

Das zeige beispielhaft das Festival Nordischer Klang. „Es ist das größte alljährlich in Deutschland stattfindende Festival nordischer Kultur außerhalb Skandinaviens. Seine Strahlkraft reicht weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus. Und es begeistert sein Publikum mit seiner großen Vielfalt jedes Jahr aufs Neue“, lobte Frenzel.

Auch in diesem Jahr warte ein vielfältiges Programm auf die Besucherinnen und Besucher. In über 50 Programmpunkten ganz unterschiedlicher Art können Festivalbesucher die nordische Kunst und Kultur kennenlernen.

Neues Einsatzfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Sternberg

Sternberg – Die Freiwillige Feuerwehr Sternberg mit ihren rund 40 aktiven Kameradinnen und Kameraden nimmt als Schwerpunktfeuerwehr Aufgaben des örtlichen und überörtlichen Brandschutzes und der Technischen Hilfeleistung im eigenen Gemeindegebiet und im Amtsbereich Sternberger Seenlandschaft wahr. Um dafür auch technisch gut ausgerüstet zu sein, soll ein vorhandener Rüstwagen mit Baujahr 1994 durch einen Gerätewagen-Logistik (GW-L 2) ersetzt werden. Das alte Einsatzfahrzeug hat aufgrund des Alters erhebliche technische Mängel und die Wartungs- und Unterhaltungskosten stehen in keinem Verhältnis zum wirtschaftlichen Wert des Fahrzeugs. Auch bietet der neue Gerätewagen durch eine bessere Ausrüstung ein größeres Leistungsspektrum.

Innenminister Lorenz Caffier, der heute am Rande des Bürgerforums in Sternberg den Zuwendungsbescheid an Bürgermeister Armin Taubenheim übergab, dankte den Feuerwehrfrauen und –männern für ihr Engagement. „Das Rückgrat des flächendeckenden Brand- und Katastrophenschutzes ist das Ehrenamt. Unser Land lebt von der Bereitschaft zum freiwilligen Einsatz für Andere. Und natürlich müssen die Feuerwehren für ihre überörtlichen Einsatzaufgaben auch modern ausgestattet sein. Deshalb wird das Land entsprechende Beschaffungen auch in den nächsten Jahren finanziell unterstützen. Dieses Geld ist in jeder Hinsicht gut angelegt. Weil es um den Schutz von Menschen geht und weil diejenigen, die sich dafür aufopferungsvoll und zumeist ehrenamtlich einsetzen, jede mögliche Unterstützung verdienen.“

Minister im Dialog über Landwirtschaft und Wasser

Neubrandenburg – „Wasser ist Leben und hat ein langes Gedächtnis“, sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt heute anlässlich des ersten Bürgerforums in Neubrandburg. In Mecklenburg-Vorpommern sind ausreichend Grundwasservorräte vorhanden. Allerdings sind regionale Unterschiede im Grundwasserdargebot zu verzeichnen: In den östlichen Landesteilen ist der Anteil potentiell nutzbaren Grundwasserdargebots, das für die Versorgung der Bevölkerung vorgehalten und unbedingt geschützt werden muss, deutlich geringer als in den westlichen Landesteilen.

Über ein Messnetz finden Beprobungen von 185 Überblicksmessstellen und 148 operativen Messstellen auf Pflanzenschutzmittel statt. Des Weiteren werden für das neue EU-Nitratmessnetz 49 Messstellen beprobt. Im Bereich um Neubrandenburg sind 2 Messstellen, bei denen im langjährigen Mittel keine Überschreitungen der Schwellenwerte für Nitrat, Sulfat und Chlorid auftraten.

Das Nitrat selbst ist nur in sehr wenigen Wasserwerken der beschränkende Faktor. Landesweit haben von den vorhandenen ca. 390 Wasserfassungen knapp 2 % einen oder mehrere Brunnen, die den Grenzwert von Nitrat (50 mg/l) überschreiten. Durch Mischung oder Überleitung bleibt das Reinwasser der betroffenen Wasserwerke unter dem Grenzwert und kann an die Bevölkerung abgegeben werden. Um Neubrandenburg wurde in keinem der Brunnen bisher Nitrat nachgewiesen.

„Um das Wasser zu schützen ist die Umsetzung der Nitratrichtlinie, die Novelle der Düngeverordnung, die Bundesverordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sowie die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, des Pflanzenschutzrechtes und des Wasserrechtes von unschätzbarem Wert“, betonte der Minister. „Jeder muss seine Verantwortung wahrnehmen“, so Backhaus weiter. „Die moderne Präzisionslandwirtschaft und die Berücksichtigung der Beschränkungen in Wasserschutzgebieten leisten einen großen Beitrag“, sagte er. Auch die Aktivitäten im Rahmen des Konzeptes zur Minderung diffuser Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft in die Oberflächengewässer und in das Grundwasser, der AG Wasserrahmenrichtlinie und Waldwirtschaft sowie der AG Diffuse Nährstoffe sind zukunftsweisend.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gibt es 1.044 landwirtschaftliche Betriebe, die auf einer Fläche von 287.200 ha arbeiten. Im Landkreis sind es 236.000 ha Ackerland und 50.000 ha Dauergrünland. Bei der Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen ist ein positiver Trend zu verzeichnen. Im Amtsbereich Mecklenburgische Seenplatte ist die Fläche, auf der Agrarumweltmaßnahmen wie z.B. der Anbau von vielfältigen Kulturen oder die extensive Grünlandnutzung, ausgeführt werden, von 9.891 ha im Jahr 2005 auf 25.810 ha in 2016 angestiegen. Im Amtsbereich Mecklenburgische Seenplatte werden 24.810 ha ökologisch bewirtschaftet. „Das heißt, immer mehr Landwirte sind bereit etwas für die Umwelt zu tun. Es sollten noch viel mehr ihrem Beispiel folgen“, hob Backhaus hervor.

Von 1991 bis 2016 sind im Gebiet des jetzigen Landkreises Mecklenburgische Seenplatte für 563 Abwasservorhaben ca. 169 Mio € Fördermittel des Landes eingesetzt worden. Im Bereich der Wasserversorgung wurden im gleichen Zeitraum mit ca.16 Mio € Fördermittel des Landes 153 Vorhaben bezuschusst. Zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie wurden 514 ha für 5,8 Mio. € im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte erworben. Seit 2011 wurden dort 12 Projekte an Gewässern I. Ordnung und 4 Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt sowie 13 Fischaufstiegsanlagen an Gewässern II. Ordnung gebaut.

15. Landesrapsblütenfest in Sternberg

Sternberg – „Was hier in 15 Jahren entstanden ist, sucht seinesgleichen. Mit den Veranstaltungen hat man dem Raps eine Heimat gegeben und ehrt eine Frucht, die für unsere Landwirte genauso wichtig wie das Getreide geworden ist und die Kulturlandschaft seit vielen Jahren prägt. Das Programm mit der Krönung der Königin, dem Festumzug, mit Tanznacht, Licht- und Lasershow, DJs und Bands, Sängerinnen und Sängern, mit Gottesdienst, Händlern und Schaustellern ist abwechslungsreich und lockt seit jeher viele Gäste an“, sagt der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus anlässlich des morgen beginnenden Landesrapsblütenfestes Mecklenburg-Vorpommern in Sternberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim).

„Der Raps hat eine große Bedeutung für unser Land. Er prägt unsere Kulturlandschaft. Die zwei, drei Wochen der Blüte, sind so prägend, dass viele Menschen gezielt in diesem Zeitraum übers Land fahren, um diese einzigartige Blütenpracht zu bestaunen. Diese findet sich auf vielen Fotos wieder. Das ist Werbung für Mecklenburg-Vorpommern. Unser Bundesland wird nicht umsonst als das Land des Rapses mit den großen gelbblühenden Flächen wahrgenommen“, heißt es in der Rede des Ministers.

Raps hat als Kulturpflanze vergleichsweise spät in Mitteleuropa eine größere Bedeutung erlangt.

Ursprünglich stammt er aus dem Mittelmeerraum. Schon den Römern war er bekannt. Aber erst im Mittelalter wurde Raps schließlich auch in Deutschland angebaut und man gewann aus den Samen Öl, das auch als Lampenöl diente. Durch den ursprünglichen Gehalt an Erucasäure konnte es sogar als Maschinenöl eingesetzt werden.

Das heute in Deutschland gewonnene Rapsöl wird als Biokraftstoff genutzt. Es dient aber auch als Speiseöl. In dieser Form hat es einen Marktanteil von 41,3 Prozent (2016) und ist seit 2009 mit Abstand das beliebteste Speiseöl in Deutschland, gefolgt von Sonnenblumen- (27,3 %) und Olivenöl (17,14%).

Raps als wichtiger Rohstoff liefert nicht nur Öl für Nahrungsmittel und Biodiesel sowie als Koppelprodukte Lecithin und Glycerin, sondern auch hochwertiges Eiweiß für die Fütterung von Rindern, Schweinen und Geflügel. Die Ackerfrucht verbessert darüber hinaus die Bodenqualität und ist damit unverzichtbar für eine nachhaltige Fruchtfolge. Aktuell wird in Mecklenburg-Vorpommern Winterraps auf 223.800 Hektar angebaut. Das sind 21 Prozent des Ackerlandes. Der Ertrag lag 2016 bei 26,6 Dezitonnen je Hektar.

„Auch für die Imkerei haben Rapsfelder eine große Bedeutung. Sie sind unter anderem in Deutschland eine der wichtigsten und ergiebigsten Nektarquellen für Honigbienen. Eine Rapsblüte produziert in 24 Stunden Nektar mit einem Gesamtzuckergehalt von 0,4 bis 2,1 Milligramm. Ein Hektar Raps kann in einer Blühsaison eine Honigernte von bis zu 494 Kilogramm einbringen“, führt der Minister in seiner Rede aus.

Drese: Bewusstsein der Öffentlichkeit für eine inklusive Gesellschaft stärken

Güstrow – Als wichtigen Tag, um mit kreativen und vielfältigen Aktionen auf die Belange und Probleme von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen, bezeichnet Sozialministerin Stefanie Drese den Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Mit dem Protesttag, der 2017 zum 25. Mal stattfindet, solle zudem das Bewusstsein der Öffentlichkeit für eine inklusive Gesellschaft gestärkt werden, sagte Drese zur Eröffnung des Aktionstages Inklusion am KMG Klinikum in Güstrow.

Die Ministerin hob das diesjährige Motto „Wir gestalten unsere Stadt“ als wegweisend hervor. „Geht es doch darum, sein Viertel, sein Dorf oder seine Stadt positiv zu verändern. Menschen mit Behinderungen wollen und sollen wie alle anderen in der Mitte unserer Gesellschaft leben. Erst durch eigene Entscheidungen, wie und wo ich leben möchte, kann ein selbstbestimmtes Leben geführt werden und echte Inklusion entstehen“, so Drese. Ausdrücklich würdigte die Ministerin in diesem Zusammenhang die Stadt Güstrow und die KMG Klinik als vorbildliche Gastgeber bei der Herstellung von Barrierefreiheit bei öffentlichen Veranstaltungen.

Das Ziel der Landesregierung sei es, diese Entscheidungsfreiheit für Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Drese: „Dabei ist die Herstellung der Barrierefreiheit eine wesentliche Bedingung für eine unabhängige Lebensführung. Die Landesregierung räumt dieser Aufgabe u.a. im Landesbehindertengleichstellungsgesetz, im Maßnahmeplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und auch im Koalitionsvertrag einen hohen Stellenwert ein.“

Beispielhaft nannte die Ministerin den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs durch barrierefreie Zubringerdienste im ländlichen Raum und die Schaffung eines altersgerechten und barrierefreien Wohnumfeldes als Schwerpunkt in der Städtebau- und Wohnraumförderung.

„Klar ist, dass die Herstellung von Barrierefreiheit kein Projekt ist, das irgendwann abgeschlossen ist. Sie ist vielmehr eine dauerhafte Aufgabe, die wir nur gemeinsam meistern können“, so Ministerin Drese heute in Güstrow.

Umgang mit der geschützten Art Wolf wird Chefsache

Bad Saarow – Ein zentrales Thema der Umweltministerkonferenz (UMK) vom 03.05. bis 05.05.2017 in Bad Saarow war der Umgang mit geschützen Arten, allen voran Wolf und Biber. Der Bund hat den auf der letzten UMK auf Antrag von MV geforderten Bericht zum Erhaltungszustand der Art Wolf vorgelegt.

„Das Thema Wolf ist für mich von besonderer Wichtigkeit, weil Mecklenburg-Vorpommern neben Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen mit am stärksten von der Wiederansiedlung des Wolfes betroffen ist.“, so Minister Backhaus.

Die Wolfspopulation in Deutschland verzeichnet einen deutlichen Zuwachs, auch wenn der Wolf noch nicht in allen Regionen Deutschlands angekommen ist. Dieser Trend wird sich fortsetzen.

„Der vom BMUB vorgelegte Bericht lässt noch viele Fragen offen. Daher haben wir uns heute auf die Einberufung einer länderoffenen Ad hoc-Arbeitsgruppe auf Staatssekretärsebene geeinigt. Unstrittig ist, dass der gute Erhaltungszustand der Art Wolf in Deutschland noch nicht erreicht ist, dennoch brauchen wir schnellstmöglich klare Vorgaben zum Umgang und zum weiteren Verfahren mit dem Wolf. Dazu zählen vor allem Fragen zum Umgang mit Problemwölfen, des zukünftigen Managements sowie der Schadensregulierung. Das ist für mich absolute Chefsache, daher wird sich Mecklenburg-Vorpommern selbstverständlich an dieser Ad hoc-AG beteiligen.“, zeigt sich der Minister zufrieden mit dem Ergebnis der Debatte.

Auch der Grundwasserschutz beschäftigte auf Antrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern erneut die UMK. Bereits auf der 85. UMK 2015 in Augsburg war auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern der Bund in Beschlussziffer 3 zu TOP 29 gebeten worden, auch für nicht relevante Metaboliten (nrM) einen Schwellenwert einzuführen. Pflanzenschutzrechtlich nicht relevante Metaboliten (= Abbauprodukte) sind zwar nach den Anforderungen der EU für die Zulassung als nicht relevant bewertet, können aber für die menschliche Gesundheit und die Umwelt dennoch relevant sein.

„Bei der kürzlich im Bundesrat erfolgten Änderung der Grundwasserverordnung wurde die Chance verpasst, einen Schwellenwert für die nrM aufzunehmen, obwohl es dafür im Umweltausschuss eine klare Ländermehrheit gab. Daher hatte ich gehofft, dass sich die UMK zu einem entsprechenden Beschluss durchringen kann. Der Beschluss ist jedoch am Widerstand einzelner Länder – insbesondere Bayern – gescheitert. Aber wir bleiben an diesem wichtigen Thema dran und werden es zur nächsten UMK erneut aufrufen“, zeigt sich der Minister kämpferisch in seinen Bemühungen um die Verbesserung des Grundwasserschutzes.

„Ich betone immer wieder, dass der Grundwasserschutz eine der größten Herausforderungen der Umweltpolitik ist und wir in der Verantwortung stehen, auch für die nachfolgenden Generationen sauberes Grundwasser zu sichern. Dafür müssen jetzt zwingend die Weichen gestellt werden. Das betrifft neben der Grundwasserbelastung mit Nitrat und Arzneimittelrückständen vor allem auch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und deren relevante und nicht relevante Metaboliten.“, betont der Minister.

Umso erfreulicher ist der zu TOP 27 gefasste Beschluss, mit dem die UMK bekräftigt, die Bemühungen zur weiteren Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Schutz des Grundwassers fortzusetzen.

Auch der Antrag Mecklenburg-Vorpommerns zur Verankerung von Eckwerten zur FFH-Verträglichkeitsprüfung in der TA Luft (= Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) konnte sich in leicht geänderter Fassung durchsetzen. „Wir sind uns länderübergreifend einig, dass der Abschluss der Novellierung der TA Luft noch in dieser Legislatur absolute Priorität hat. Dennoch sehen wir weiteren Anpassungsbedarf. Die novellierte TA-Luft wird sich erheblich auf die Weiterentwicklung der Tierhaltung in Deutschland auswirken. Deshalb muss den gegenläufigen Effekten von Umweltschutzvorgaben und gesellschaftlich gewünschten Tierwohlanforderungen in der TA-Luft ausreichend Rechnung getragen werden. Aus meiner Sicht kann die TA-Luft nur zur Rechtssicherheit von Genehmigungsverfahren beitragen, wenn sie in Bezug auf die verschiedenen Schutzgüter klare Verfahrensvorgaben zur Messung und Bewertung von Emissionen und Immissionen enthält.

Daher haben wir den Bund aufgefordert, in der TA Luft auch Eckwerte für die Durchführung von FFH-Verträglichkeitsprüfungen zu verankern, um eine einheitliche Umsetzung des BImSchG in der TA-Luft zu gewährleisten.“, erklärt der Minister. Der ursprüngliche Referentenentwurf sah in Anhang 8 bereits eine entsprechende Regelung vor (0,3 kg N/ha*a), die jedoch im Anhörungsverfahren gestrichen wurde. „Hier prallen unterschiedliche Interessen aufeinander. Über weitere Einzelheiten kann man sicher verhandeln, aber am Ende muss ein verbindlicher Eckwert für die Durchführung von FFH-Verträglichkeitsprüfungen stehen. Hier ist der Gesetzgeber in der Pflicht, das sollten wir nicht den Gerichten überlassen.“, bekräftigt Dr. Backhaus seine Position.

Des Weiteren zeigte sich die UMK einig zur Einhaltung der NO2-Immissionsgrenzwerte und bekräftigte, dass die Bemühungen zur Aufarbeitung des Abgasskandals forciert werden müssen. Sie verwies dabei erneut auf die Verantwortung der Automobilindustrie.

„Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass Fahrzeuge, die die geforderten NO2-Grenzwerte nachweislich nur im Labor und nicht im normalen Straßenverkehr erreichen, weiterhin für den Straßenverkehr zugelassen werden. Das konterkariert sämtliche Bemühungen zur Luftreinhaltung. Wir müssen zeitnah zu einer deutlichen Reduzierung der tatsächlichen NO2-Immissionsgrenzwerte aller Fahrzeugflotten kommen.“, so der Minister. Darum gilt es zum einen, offensichtliche Regelungsdefizite zu beseitigen und zum anderen schnellstmöglich technisch geeignete und wirtschaftlich vertretbare Nachrüstprogramme festzulegen. Außerdem muss gewährleistet sein, dass nicht die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre vermeintlich umweltfreundlichen Neuwagen auf eigene Kosten nachrüsten müssen, sondern die Hersteller der Fahrzeuge dies übernehmen.

„Ich fordere daher die Automobilindustrie auf, unverzüglich zu Nachrüstlösungen zu kommen. Sollte das nicht geschehen, werden wir mit einer entsprechenden Gesetzesinitiative den Druck auf die Autohersteller erhöhen. Auch die Abschaffung der Steuerprivilegierung für Dieselkraftstoff wird dann kein Tabuthema mehr sein.“, betont der Minister Backhaus.

Sellering: Nur eine starke Wirtschaft kann Arbeitsplätze sichern und schaffen

Neubrandenburg – „Mehr Zukunft wagen“ – unter diesem Motto hat die IHK zu Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern heute zu ihrem alljährlichen Wirtschaftsempfang geladen. „Ich freue mich, wenn sich die IHK als Vertreter der Unternehmerinnen und Unternehmer im östlichen Mecklenburg-Vorpommern dieses Motto auf die Fahnen schreibt“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering in seiner Rede auf dem Empfang in Neubrandenburg.

Es gebe derzeit auch im Osten des Landes eine eindeutig positive wirtschaftliche Stimmung. „Das zeigen die aktuellen Zahlen des Konjunkturklimaindex der IHK Neubrandenburg sehr deutlich: 92 Prozent der Unternehmen in der Region schätzen ihre Lage positiv ein. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Die regionale Wirtschaft wächst. Vor allem Verkehr, Handel und Industrie verbuchen Steigerungen“, sagte Sellering.

„Wir wissen: Nur eine starke Wirtschaft kann Arbeitsplätze sichern und neu schaffen. Deshalb will die Landesregierung die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren weiter verbessern“, erklärte Sellering weiter. Wichtig sei vor allem der weitere Ausbau der Infrastruktur. „Für Vorhaben im Kammerbezirk Neubrandenburg stehen für 2017 allein für den Straßenbau rund 83 Millionen Euro zur Verfügung“, informierte Sellering. Außerdem wollen Bund und Land gemeinsam die Versorgung mit schnellem Internet deutlich verbessern.

Mit Blick auf die Bundesebene forderte Sellering, dass strukturschwache Regionen auch nach 2020 besonders gefördert werden. Dies hätten die ostdeutschen Ministerpräsidenten bei ihrem letzten Treffen mit der Bundeskanzlerin gemeinsam deutlich gemacht. „Der Bund muss strukturschwache Regionen weiterhin fördern, egal ob in Ost oder West. Und egal, wer ab Herbst im Bund regieren wird, ist klar: Da muss gehandelt werden.“

Gutshaus-Hotel in Parin erweitert Wellness-Angebot

Parin – Die Hotel Gutshaus Stellshagen Cordes KG hat an ihrem Standort in Parin (Landkreis Nordwestmecklenburg) das Angebot für ihre Gäste erweitert. Ein neugeschaffener Schwimmteich mit Liegeterasse ergänzt den Wellnessbereich. „Das Hotel hat sich über die Region hinaus mit seinen Angeboten einen guten Namen erarbeitet. Spezialisiert auf die Themen Gesundheit, Ökologie, Nachhaltigkeit und biologische Ernährung werden passende Seminare und Weiterbildungslehrgänge angeboten; die Lebensmittel für die Restaurants stammen aus ökologischem Anbau. Der Naturbadeteich steht jetzt Urlaubern und Tagesgästen zur Verfügung. Mit der Investition werden 18 Arbeitsplätze gesichert und zwei neue Jobs geschaffen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Der Badeteich bietet einen Schwimmbereich von knapp 25 Metern Länge und zehn Metern Breite mit einer Wassertiefe von 1,35 Metern. Am Rande des Teiches laden Grünflächen, Holzdecks und ein kleiner Sandstrand mit Strandkörben zum Verweilen ein. Am Ufer des Teichs und direkt neben dem hoteleigenen TAO Gesundheitszentrum steht ein Saunahaus. Es beherbergt drei Saunen (1 Biosauna mit Dampf bis ca. 60 Grad, 1 Finnische Sauna, trocken, bis ca. 90 Grad Celsius, 1 Tecaldarium bis ca. 45 Grad Celsius), Wärmebänke, ein Ruheraum und ein Bistro. Im Außenbereich sind zusätzlich zwei Whirlpools aufgestellt worden. Die Hotel Gutshaus Stellshagen Cordes KG betreibt zwei Bio-Hotels (in Stellshagen und in Parin) mit eigener Bio-Landwirtschaft, Bio-Backstube, Wäscherei und Bio-Bistros. Bisher haben die Gäste in Parin die Einrichtungen des benachbarten Gutshauses Stellshagen genutzt. „Für die Gäste, die nach Mecklenburg-Vorpommern kommen, spielen neben dem Erlebnisfaktor die Themen Gesundheit und Entspannung eine immer größere Rolle“, so Wirtschafts- und Tourismusminister Glawe weiter.

Eine Gästebefragung im Auftrag des Tourismusverbandes MV ergab unter anderem, dass die Entscheidung für Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsregion insbesondere aufgrund der natürlichen Vorzüge des Landes fällt. Drei Viertel der Befragten (72,5 Prozent) fühlen sich von Landschaft und Natur angezogen. Geschätzt werden auch Luft und Klima (59,4 Prozent) sowie Strände und Seen (51,0 Prozent). Ruhe ist fast jedem Zweiten (46,6 Prozent) ein wichtiges Bedürfnis. Den Gästewünschen entsprechen die Urlaubsarten: Zwei Drittel der MV-Reisenden (66,3 Prozent) verbringen einen Erholungsurlaub; danach folgen Natururlaub (31,2 Prozent) und Badeurlaub (29,4 Prozent). (Quelle: Face-to-face Befragung mit standardisierten Fragebögen für Urlaubsgäste & Geschäftsreisende, Befragungszeitraum: Mai 2015 bis Juli 2016, wissenschaftliche Begleitung dwif Consulting GmbH & MANOVA). „Unsere Gäste schätzen vor allem die Abwechslung, die Natur und Ruhe sowie zunehmend auch gesundheitstouristische Angebote. Das wollen wir weiter ausbauen“, sagte Glawe.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Entwicklung eines interaktiven Marktplatzes für gesundheitstouristische Angebote in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel sind unter anderem die Bündelung der vorhandenen Angebote, eine gemeinsame Produktentwicklung und die Einrichtung einer zentralen Datenbank als Kontakt- und Servicestelle für interessierte Urlauber. Die Leitung des bis 2018 laufenden Projektes hat der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. übernommen; die Gesamtkosten betragen mehr als eine Million Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 981.000 Euro.

Das Land unterstützt das Vorhaben in Parin aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) mit 42.625 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf 330.000 Euro.

Seit 1996 betreibt die Hotel Gutshaus Stellshagen Cordes KG in Stellshagen ein Bio- und Gesundheitshotel. In dem denkmalgeschützten Gebäude befinden sich ein Restaurant, ein Café sowie mehre Gästezimmer und Suiten. 2009 wurde in Parin das historische Herrenhaus ebenfalls baubiologisch gestaltet. Direkt neben dem historischen Gutshaus mit seinem Park und dem naturbelassenen Gutshausteich befindet sich ein weiteres Gebäude mit zwei Seminarräumen und mehreren Gästezimmern.