Mittlere-Reife-Prüfung am Gymnasium

Ministerin Hesse wünscht Schülerinnen und Schülern viel Erfolg

Schwerin – Schülerinnen und Schüler, die die Mittlere-Reife-Prüfung am Gymnasium erfolgreich ablegen, müssen die Schule anschließend nicht verlassen. Darauf hat Bildungsministerin Birgit Hesse erneut hingewiesen. Sollte sich im Einzelfall eine Schülerin oder ein Schüler nach erfolgreich absolvierter Prüfung dafür entscheiden, die Schullaufbahn am Gymnasium fortzusetzen, muss dies die Schule ermöglichen.

„In Elterngesprächen werde ich immer wieder auf die Regelungen angesprochen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Zunächst ist die Mittlere-Reife-Prüfung am Gymnasium den Schülerinnen und Schülern vorbehalten, die nach einer Beratung von Lehrerinnen und Lehrern die Absicht haben, die Schule zu verlassen. Sie haben sogar einen Rechtsanspruch auf das Absolvieren der Prüfung. Allen Schülerinnen und Schülern, die an diesen Prüfungen teilnehmen, wünsche ich viel Erfolg. Sollten sie sich anschließend zum Verbleib am Gymnasium entscheiden, steht dem nichts im Wege“, betonte Hesse.

Weder das Schulgesetz noch die „Mittlere-Reife-Prüfungsordnung – Gymnasien“ schreiben vor, dass Schülerinnen und Schüler das Gymnasium nach erfolgreicher Prüfung verlassen müssen. Das Schulgesetz regelt hierzu in Paragraph 19, Absatz 4 Satz 2 lediglich: „Schülerinnen und Schüler, die das Gymnasium vor dem Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife verlassen und die Mittlere Reife anstreben, unterziehen sich an der bisher besuchten Schule einer entsprechenden zentralen Prüfung“.

Die zentralen schriftlichen Mittlere-Reife-Prüfungen am Gymnasium im Fach Deutsch beginnen am Mittwoch, 31. Mai 2017. Am Mittwoch, 7. Juni 2017, folgen dann die zentralen Prüfungen in der 1. Fremdsprache. Die Prüfungen im Fach Mathematik finden am Freitag, 9. Juni 2017, statt.

Erlebnispfad „De lütt Küst“ auf Hiddensee erklärt Küstendynamik

Insel Hiddensee – „Der erste Eindruck, den man von Hiddensee empfing, war der von Weltabgeschiedenheit und Verlassenheit. Das gab ihm den grandiosen und furchtbaren Ernst unberührter Natur.“ (Gerhard Hauptmann)

„Heute ist die wirkliche Weltabgeschiedenheit und Verlassenheit im digitalen Zeitalter kaum mehr möglich – was aber auf der Insel geblieben ist, seit den Lebzeiten des Künstlers ist die unberührte Natur und ihre Wirkung auf den Menschen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Vitte anlässlich der Eröffnung des Küstenerlebnispfades „De lütt Küst“. Hier wächst die größte zusammenhängende Küstendünenheide im deutschen Ostseeraum. Markant ragt der eiszeitliche Inselkern aus der Landschaft, der Dornbusch mit seinem Steilufer, Trockenrasen, Gebüschen und Wäldern. Die Anlandungsgebiete und Landschaft sind in ständiger Bewegung, hier ist die Dynamik der Küste spürbar und sichtbar.

So kennzeichnen die typischen Salzwiesen den Übergang vom Land zu den flachen Boddengewässern. Dieser Mix seltener Lebensräume kommt hier in räumlich begrenztem Miteinander vor und ist auch erlebbar. In dem gut mit Wegen erschlossen Nationalpark ist die Beobachtung auch seltener Tiere und Pflanzen möglich. So können wir Seeadler, Kreuzotter, Regenbrachvogel, Steinwälzer, aber auch Sonnentau, Glockenheide, Sandstrohblume, Stranddistel beobachten und finden, die hier keine Seltenheit sind.

„Es ist also kein Wunder, dass sich zwischen der Rostocker Heide und der Insel Hiddensee ein Hot Spot der Biologischen Vielfalt befindet. Das Ziel im Nationalpark ist und bleibt: Natur Natur sein lassen und diese Dynamik erlebbar machen“, hob der Minister in seiner Rede hervor. Nirgendwo sonst im Nationalpark sind Natur, Schutzgebiet und Menschen so eng beieinander. Die Nutzung und der Schutz sind so eng verflochten, zum einen durch den Besucherdruck, zum anderen durch Bebauungsdruck, durch das Pflegemanagement auf den Flächen und einfach dadurch, dass auf einer relativ kleinen Insel alles begrenzt ist. „Die Wege von Mensch zu Mensch sind kürzer und Auseinandersetzungen bei Interessenkonflikten unausweichlich. Das macht ein gutes Miteinander und ein Mehr an offenen Worten erforderlich“, sagte Dr. Backhaus.

In Zusammenarbeit mit den Akteuren des Hotspotprojektes unter Federführung des NABU MV ist an dieser Stelle ein attraktives Angebot für die kleinen und auch großen Gäste der Insel entstanden – eine Küstenlandschaft zum Anfassen, Spielen und Lernen in Mitten der “echten“ Küsten-Naturlandschaft. Natur zum Anfassen, ist hier das Motto.

Der erste Erlebnispfad eröffnete im Mai 2006 auf dem angerenzenden Freigelände, nun soll der Erlebnispfad Lütt Küst den alten Erlebnispfad ablösen. „Der NABU Mecklenburg-Vorpommern schafft mit seiner Maßnahme Bau des Lehrpfads „De lütt Küst“ ein Bildungs- und Erlebnisangebot für Jung und Alt auf der Insel Hiddensee. Deshalb haben wir die Maßnahme bei Gesamtkosten von 6,7 Mio. € gerne mit 300.000 € unterstützt“, so der Umweltminister.

Der Erlebnispfad „De lütt Küst“ nimmt Bezug auf die Prozesse der Küstendynamik und ermöglicht Kindern und Erwachsenen, das Zusammenspiel von Wind, Wellen und Sand mit eigenen Händen zu erforschen. Das mit der Planung und Bauleitung des Küstenerlebnispfades beauftragte Büro lud die Junior Ranger der Insel Hiddensee, die Hiddenseer Hechte, zu Beginn des Planungsprozesses ein, um ihre Ideen für einen Lehrpfad mit Spielplatzcharakter auszutauschen. Die Vorschläge der Inselkinder wurden aufgenommen und weiter verfolgt, wie zum Beispiel die Seilbahn und Klettermöglichkeiten. Deshalb lag es nahe, dass die Junior Ranger das Ergebnis auch zuerst testen durften. „Test bestanden“ war das Urteil der Kinder – das Beste, das die Macher des Projektes bekommen können. Am besten kam natürlich die Seilbahn an. Das neue Erlebnisangebot ist somit auch von Kindern für Kinder gemacht. Es lädt zum Bewegen, Entdecken und Spielen, zum Matschen, Toben und Lärm machen ein.

Backhaus besucht Unfallstelle am Kreidefelsen

„Ein gutes Foto ist ein Menschenleben nicht wert!“

Insel Rügen – Vor dem Hintergrund des tödlichen Unfalls einer Touristin am 22. April 2017 an der Kreideküste im Nationalpark Jasmund traf sich der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute mit Journalisten, um vor Ort über die Gefahren der Kreideküste und Möglichkeiten eines sicheren Naturerlebnisses zu informieren.

„Zunächst einmal möchte ich den Angehörigen mein Beileid aussprechen. Schicksalsschläge dieser Art sind schwer zu verkraften und nicht zu begreifen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns heute hier versammelt haben, damit sich so etwas nicht wiederholt und die einzigartige Landschaft trotz allem erlebbar bleibt“, hob Minister Backhaus hervor.

Der Jasmund ist mit einer Fläche von 3.070 Hektar der kleinste Nationalpark Deutschlands. In weiten zusammenhängenden Buchenwäldern sind mehr als 100 Moore, zahlreiche Bäche und Quellen eingebettet. Das Motto „Natur Natur sein lassen“ gilt dort genauso wie an der Kreideküste und den vorgelagerten Strand- und Ostseebereichen. Im Jahr 2011 erkannte die UNESCO die besonders wertvollen Buchenwälder im Herzen des Nationalparks als UNESCO-Weltnaturerbe an, gemeinsam mit den wertvollsten Buchenwäldern Deutschlands und der Karpaten.

Dass die berühmten Kreidefelsen so weiß strahlen, hat einen wichtigen Grund. Die Küste befindet sich dort in ständiger Dynamik, Teile der Felsen rutschen immer wieder ab. Wasser, Wind, Wellen und Frost sind die Baumeister dieser bis zu 118 Metern aufragenden Kreidefelsen. „Diese Dynamik ungebremster Naturprozesse ist in Nationalparks gewollt und geschützt. Gleichzeitig sollen die Menschen die Naturschönheiten dieser besonderen Wildnis erleben dürfen“, so der Umweltminister.

Der Hochuferweg zählt zu den schönsten Wanderwegen Deutschlands und ermöglicht das Erlebnis Kreideküste auf einer Länge von etwa 12 Kilometern. Immer wieder werden Blicke auf das Küstenpanorama frei.

Der jährliche mittlere Küstenrückgang von Jasmund beträgt ca. 25cm. Seit Jahrtausenden ist die Küste den natürlichen Veränderungen ausgesetzt. Infolge des ständigen Küstenrückgangs und Küstenzerfalls besteht daher immer die Gefahr von Kliffabbrüchen und Hangrutschungen. „Bei Sturmfluten mit hohen Wasserständen kann es zur Unterspülung des Hangfußes kommen, wodurch das Kliff instabil wird. Aber auch Perioden mit starken Niederschlägen und Frost-Tau-Wechseln sowie eine rasche Schneeschmelze bewirken häufig die plötzliche Verlagerung von Gesteinsmassen. Seltener sind Materialabstürze im Sommer durch Austrocknung bedingt. Kliffabbrüche können einen Aufenthalt im Bereich des Steilufers lebensgefährlich machen“, macht der Minister die Gefahrenlage deutlich.

Besondere Vorsicht ist bei schmalen Strandabschnitten mit steilen oder überhängenden Kliffs geboten! Hervorstehende Gesteinsblöcke und geneigte Bäume mit frei liegenden Wurzeln sind erste Anzeichen für Kliffinstabilität. An steilen bzw. unterspülten Kliffs mit Brandungshöhlen oder entlang von Rissen und Spalten ist infolge der Schwerkraft stets mit Blockstürzen zu rechnen. Wasseraustritte am Steilufer in Bereichen mit stark verformten Gesteinsschichten führen ebenfalls zur Verminderung der Standfestigkeit und sind oft Auslöser von Rutschungen.

Weiterhin ist zu beachten, dass es im Winter infolge von Frostsprengung zur Auflockerung des Gesteinsverbandes und zu Steinschlägen kommt.

Der Geologische Dienst führt seit 2006 ein Geogefahrenkataster zur Erfassung des Rutschungsinventars durch. An der Steilküste von Jasmund wurden bisher zirka 300 Rutschungsereignisse nachgewiesen. „Das macht sehr deutlich wie aktiv die Natur hier ist“, betont Umweltminister Backhaus.

Zu den Kliffabschnitten mit einer hohen Ereignisdichte gehört das Gebiet zwischen den Wissower Klinken und Tipper Ort, das Kieler und Kollicker Ufer, sowie das Kliff am Stubbenhörn.

„Wenn Abbrüche die Sicherheit des Weges gefährden, wird der Wegeverlauf durch die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung zurückverlegt. Im Nationalpark gilt das Wegegebot. Schilder warnen zusätzlich vor den Gefahren der Steilküste“, erläuterte Dr. Backhaus.

Dennoch gibt es immer wieder Besucher, die trotzdem abseits des Weges zu nahe an die Steilküste herantreten, häufig für ein besonderes Foto. Oft werden alte Wegverläufe nahe der Uferkante begangen und es wird außer Acht gelassen, dass die Kliffkante teilweise unterhöhlt ist.

Sichere Absperrungen lassen sich auf unsicherem Grund nicht errichten und werden zudem ebenfalls von einigen Besuchern ignoriert. Das Spazierengehen am Fuße der Klippen birgt die Gefahr, von herabstürzenden Kreidemassen, großen Steinen oder Bäumen getroffen zu werden. Deshalb wird Wanderern die Route auf dem Hochuferweg empfohlen.

Ein Abstieg zum Strand ist bei Sassnitz und etwa auf der Hälfte des Hochuferweges, am Kieler Bach, möglich.

„Der Nationalpark mit der berühmten Kreideküste soll für die Menschen erlebbar bleiben. Das erfordert einen verantwortungsvollen Umgang der Menschen mit der Natur und auch einen verantwortungsvollen Umgang der Menschen mit sich selbst. Ein gutes Foto ist ein Menschenleben nicht wert. Ich rufe alle dazu auf, die gekennzeichneten Wege zu nutzen und Respekt vor Naturgewalten zu haben“, wendet sich der Minister an alle Gäste und Einheimische des Landes.

Start der ersten Innovationswerkstatt in Mecklenburg-Vorpommern

Neustrelitz – Die landesweit erste Innovationswerkstatt ist heute in Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) gestartet. Bei dem einwöchigen Workshop entwickeln 15 Kreativschaffende gemeinsam mit fünf Unternehmen innovative Lösungskonzepte zu konkreten Problemstellungen der teilnehmenden Betriebe. „Voneinander lernen und im Herausfiltern von Lösungen neue, ungewohnte Wege gehen – das ist das Ziel der Innovationswerkstatt, die erstmals in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet. Die Unternehmen und die Kreativen nutzen die gemeinsame Woche, um neuartige Konzepte, Geschäftsmodelle und Strategien zu entwickeln. Das ist ein ganz besonderer Innovationstransfer zwischen der Kreativwirtschaft und anderen Wirtschaftsbranchen des Landes“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Schwerin.

Geplant ist, dass die Kreativschaffenden – von der Dekorateurin über den Architekten, die Bildhauerin, den Opernsänger und eine Industriedesignerin – mit den Unternehmensvertretern Konzepte, Geschäftsmodelle und Strategien für die unternehmerischen Herausforderungen der Zukunft erarbeiten. Die beteiligten Unternehmen sind die HNP Mikrosysteme GmbH aus Schwerin, die mwh Hirsch Steuerberatungsgesellschaft mbH aus Neustrelitz, die naturwind schwerin GmbH, die Stadtwerke Rostock AG und die Trebing + Himstedt Prozessautomation GmbH & Co. KG aus Schwerin. „Die Innovationswerkstatt kann Unternehmen darin unterstützen, neue Lösungskompetenzen zu entwickeln – beispielsweise durch das Aufbrechen von festgefahrenen Routinen, Kommunikationsmuster und Regeln. Durch den besonderen Blick der Kreativen bietet sich neben einem wertvollen Erfahrungsaustausch auch die Möglichkeit, über kreatives Denken und kooperatives Handeln neue Handlungsoptionen zu entwickeln“, sagte Glawe.

In einer öffentlichen Abschlussveranstaltung am 12. Mai 2017 von 13.00 bis 15.45 Uhr werden Ergebnisse vorgestellt. Interessierte können sich zu der Veranstaltung in der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz anmelden unter projekte@veronika-schubring.de oder Telefon +49 172 380 82 80.

Das Projekt „Innovationswerkstatt“ ist einer der Preisträger aus dem Ideenwettbewerb für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, den das Wirtschaftsministerium ausgerufen hatte. Mit Hilfe des Wettbewerbs sollten Wachstums-, Innovations- und Beschäftigungspotentiale der Kultur- und Kreativwirtschaft erschlossen, vermarktet und weiter entwickelt werden. Im Fokus standen vor allem branchenübergreifende Konzepte, um die wirtschaftlichen Marktchancen von Unternehmen zu stärken. Die Innovationswerkstatt ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Kreative MV und dem Netzwerk der Zukunftsmacher MV.

In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Büros für Kulturwirtschaftsforschung in Köln rund 5.500 Selbstständige und Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig. Davon haben rund 2.600 Selbstständige und Unternehmen einen persönlichen Jahresumsatz von mehr als 17.500 Euro; diese rund 2.600 Kreativen haben im Jahr 2014 gemeinsam einen Jahresumsatz von mehr als 777 Millionen Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Anteil von 1,8 Prozent der Gesamtwirtschaft im Land. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Branche betrug 2014 rund 9.600. Betrachtet man die sozialversicherungspflichtig und die geringfügig Beschäftigten sowie alle Selbstständigen zusammen, dann sind gegenwärtig knapp 17.800 Personen in der Kultur- und Kreativwirtschaft im Land tätig.