Vom ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen zum Nationalen Naturerbe

Lübtheen – Auf Einladung von Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), vertreten durch den Bundesforstbetrieb Trave, fand im Bürgerhaus Lübtheen ein Informationsaustausch zwischen BImA und den Landes- sowie Kommunalbehörden über den Stand der Entwicklung der Naturerbefläche „Lübtheener Heide“ statt.

„Für ein abgestimmtes, strategisches Vorgehen ist es wichtig, dass sich die betroffenen Akteure gegenseitig regelmäßig ins Bild setzen. Mit Blick auf die verschiedenen Ansprüche an diesen Landschaftsraum wird es vor allem darauf ankommen, die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge zu gehen“, sagte Backhaus im Vorfeld der Veranstaltung.

Entscheidend sei zunächst die aktuelle Einschätzung des Munitionsbergungsdienstes M-V. Von der Klärung der Sicherheitslage werde abhängen, wie schnell die Lübtheener Heide in welche Richtung entwickelt werden kann.

Inzwischen konnte die erste Phase des Kampfmittelmanagements, die sogenannte Historisch-genetische Rekonstruktion (HgR) zur Kampfmittelbelastung, abgeschlossen werden. Im Ergebnis wurden zum 1. Januar 2017 Teilflächen in den Randbereichen der Liegenschaft mit einem Umfang von bereits 860 Hektar für das öffentliche Betreten freigegeben.

In einem nächsten Schritt bereitet der Munitionsbergungsdienst M-V im Auftrag der BImA die technische Erkundung für eine 295 Hektar große Teilfläche im Südwesten der Liegenschaft nahe der Ortslagen Jessenitz-Werk, Volzrade und Benz vor.

„Das Kampfmittelmanagement im Umkreis um die unmittelbar angrenzenden Ortschaften hat aufgrund des Gefährdungspotenzials, insbesondere im Falle von Waldbränden, für uns oberste Priorität“, erklärte Henning Bremer, Leiter des Bundesforstbetriebs Trave. „Parallel dazu laufen derzeit die Vorbereitungen, einen Nationalen-Naturerbe-Entwicklungsplan für die Lübtheener Heide zu erstellen“, führte er weiter aus.

Zur Beratung erwartet werden neben Vertretern des Munitionsbergungsdienstes M-V auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sowie Vertreter des NABU, des BUND und des Tourismusverbandes.

Seit 1936 wurde die Lübtheener Heide intensiv militärisch genutzt. Die BImA hat mit ihrem Bundesforstbetrieb Trave nach Aufgabe dieser Nutzung im Jahr 2013 die komplette Betreuung für die gesamte Naturerbefläche übernommen.

Die von der BImA beauftragte HgR bestätigt in weiten Teilen die bisher vermutete Kampfmittelbelastung. Um Besucher zu schützen, hatten sich die verantwortlichen Ordnungsbehörden der Ämter Hagenow-Land, Ludwigslust-Land, Dömitz-Malliß und der Stadt Lübtheen mit Zustimmung des Landkreises und der BImA dazu entschlossen, die Lübtheener Heide seit 1. Dezember 2015 für die Öffentlichkeit zu sperren.

Seit Januar 2015 gehört das 6.200 Hektar große Areal zum UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, seit Juni 2015 zum Nationalen Naturerbe.

Maßgeblich für den hohen Naturschutzwert der Lübtheener Heide sind die seltenen Offenland-Lebensräume und die großflächig zusammenhängenden Kiefernwälder. Hier befindet sich auch die größte aktive Binnendüne Deutschlands.

In enger Zusammenarbeit mit der BImA und den Kommunen möchte das Land nun Möglichkeiten ausloten, um die Einzigartigkeit des Gebietes auch stärker für die Entwicklung des ländlichen Raumes zu nutzen.

Ausbau der Kreisstraße zwischen Grevenstein und Welzin

Welzin – Für den Ausbau und die Erneuerung der Kreisstraße NWM 14 zwischen Grevenstein und Welzin erhält der Landkreis Nordwestmecklenburg vom Land Mecklenburg-Vorpommern einen Zuschuss in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Das sind 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben in Höhe von knapp 2,4 Millionen Euro. Die Gesamtausgaben für das Vorhaben betragen rund 2,6 Millionen Euro. Die Fördermittel werden nach der Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für Maßnahmen im Bereich des kommunalen Straßenbaus in Mecklenburg-Vorpommern gewährt.

Der Landkreis Nordwestmecklenburg plant den grundhaften Ausbau der Kreisstraße NWM 14 zwischen den Orten Grevenstein und Welzin auf einer Länge von rund 1,7 Kilometern mit einer Breite von 6,5 Metern in Asphaltbauweise einschließlich der Entwässerungsanlagen, der Beschilderung und Markierung sowie der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Verkehrsverhältnisse.

Tank- und Siloreinigungs-Unternehmen entwickelt mit Partnern eigene Abwasserreinigungsanlage

Fahrbinde – Die TSclean Tank- und Siloreinigung hat an ihrem Standort in Fahrbinde (Landkreis Ludwigslust-Parchim) erweitert. Gemeinsam mit der Hochschule Wismar und der Rotaria GmbH, einem Anlagenbauer aus dem Ostseebad Rerik, hat die TSclean Tank- und Siloreinigung eine Abwasseraufbereitungsanlage entwickelt und umgesetzt. „Das Projekt der TSclean Tank- und Siloreinigung ist ein herausragendes Beispiel für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft aus unserem Land. Hier wurde eine Herausforderung aus der täglichen Unternehmenspraxis aufgegriffen, gemeinsam mit Partnern an einer Lösung gearbeitet und ein innovatives, praxisfähiges Produkt entwickelt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Anlage ermöglicht, die Abwässer für eine energetische Verwertung aufzuarbeiten. Sie werden in einem Faulturm zu Biogas, das für die Erzeugung von Prozessdampf genutzt wird. Nach Unternehmensangaben sollen dadurch etwa die Hälfte der Energiekosten eingespart, der zeitliche Reinigungsaufwand reduziert und die verfügbare Menge an Prozessdampf gesteigert werden. „Die neue Abwasseraufbereitungsanlage ermöglicht kürzere Reinigungszeiten der Tanks. Das gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, mehr Kunden in kürzerer Zeit zu bedienen. So werden durch die Unternehmenserweiterung 17 Arbeitsplätze gesichert und drei neue Jobs geschaffen“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 182.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen des Unternehmens auf 710.000 Euro.

Die TSclean Tank- und Siloreinigung ist im Jahr 2005 gegründet worden und betreibt an drei Standorten – neben Fahrbinde handelt es sich um Kavelstorf (Landkreis Rostock) und Neudietendorf bei Erfurt – Anlagen zur Innenreinigung von Tank- und Silofahrzeugen, die zum Transport von Lebens- und Futtermittel dienen. Am Standort Fahrbinde werden derzeit auf vier Reinigungsbahnen Tankinnenreinigungen durchgeführt.

Land saniert Klosterkirche Dobbertin zum 800-jährigen Jubiläum

Dobbertin – 2020 steht das 800-jährige Jubiläum der Klosteranlage in Dobbertin bevor. Bei einem Vor-Ort-Termin sagte der für den Landesbau zuständige Minister Mathias Brodkorb nun eine Sanierung der Klosterkirche zu.

Jahrzehntelange Durchfeuchtungen der Außenwände führten zu starken Beschädigungen an Wandflächen aber auch der Innenausstattung. Um diesen Zustand zu ändern, sind umfangreiche Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten notwendig.

Der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) erarbeitete daher einen Sanierungsfahrplan bis zum großen Jubiläum im Jahr 2020. Dieses Konzept ließ sich Finanzminister Mathias Brodkorb heute in Dobbertin vorstellen.

In den kommenden drei Jahren soll mit Arbeiten an den Putzflächen, den Farbfassungen, Fenstern, Böden und der hölzernen Innenausstattung begonnen werden. Die geschätzten Kosten betragen etwa 300.000 Euro pro Jahr. Ziel ist es, dass der Innenraum vom Altar bis zur Unterkirche im Jubiläumsjahr genutzt werden kann. Dabei sollen die Baumaßnahmen so geplant werden, dass die Kirche weiterhin nutzbar bleibt. Mit 30.000 Gästen ist die Klosterkirche ein wichtiger Teil der touristischen Infrastruktur in der Region.

Ursprünglich war die Klosterkirche 1220 als Mönchskloster der Benediktiner gegründet und später in ein Stift zur Unterbringung von adeligen Damen umgewandelt, heute wird das Kloster Dobbertin als Diakoniewerk genutzt.

Finanzminister Mathias Brodkorb: „Hier in Dobbertin ist die Geschichte spürbar. Wir haben die Pflicht, diese einmaligen Zeugnisse auch für die kommenden Generationen zu bewahren. Mit der umfangreichen Sanierung stellen wir uns dieser Verantwortung.“

UN-Dekade Biologische Vielfalt: Netzwerk Müritz-Nationalpark-Partner erneut ausgezeichnet

Schwerin – Die Müritz-Nationalpark-Partnerbetriebe, die überwiegend im Bereich Naturtourismus tätig sind, haben sich den Erhalt der biologischen Vielfalt auf die Fahne geschrieben. Die Vermittlung von Naturschutzwissen steht dabei an erster Stelle, zum Beispiel bei geführten Wanderungen, sei es im Kanu auf der Oberen Havel oder zu Fuß bei einer Kranich-Wanderung ab Federow, aber auch in Museen wie dem Müritzeum oder dem Bärenwald Müritz.

„Damit setzen die Partner für den Erhalt der einzigartigen Natur im Müritz Nationalpark ein Zeichen und geben ihren Gästen Einblick in die biologische Vielfalt der Region“, betonte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt. „Zudem wird das Bewusstsein für die Naturschätze geschärft und ein Beitrag geleistet, diese für nachfolgende Generationen zu erhalten“, ergänzte er. „Insofern begrüße ich die Auszeichnung, die sie erstmals 2015 erhalten haben und gratuliere allen 44 beteiligten Unternehmen, die seit 12 Jahren den Nationalpark mit ihren Angeboten präsentieren und den Nationalparkgedanken weitergeben. Mit ihrem Engagement begeistern sie ihre Gäste und Kunden für den Erhalt der Biodiversität, wie es die UN-Dekade Biologische Vielfalt vorsieht“, sagte Backhaus.

Im Müritz-Nationalpark liegen auf einer Fläche von 32.200 ha 107 Seen mit einer Größe über 10.000 m². Hinzu kommen 400 Moore. Eine Besonderheit sind die UNESCO Weltnaturerbe Buchenwälder in Serrahn mit einer Fläche von 268 ha. Jährlich besuchen 650.000 bis 750.000 Besucher den Nationalpark, davon über 100.000 Besucher auf Führungen, Veranstaltungen und Projekttagen im letzten Jahr.

bernsteinSchule in Ribnitz-Damgarten ist Partnerschule

Ribnitz-Damgarten – Bildungsministerin Birgit Hesse und Festspielintendant Dr. Markus Fein stellten jetzt die Partnerschule 2018 der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern vor. Die bernsteinSchule in Ribnitz-Damgarten hat die neue Ausschreibung des Bildungsministeriums und der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. Die 700 Schülerinnen und Schüler des regionalen Schulzentrums werden in enger Zusammenarbeit mit den Festspielen MV im Schuljahr 2017/18 musikalische Projekte wie Workshops, Kurzkonzerte und Gespräche mit Festspielkünstlern in der Schule durchführen. Der Höhepunkt ist ein Konzert mit Festspielkünstlern, das die Schülerinnen und Schüler selber organisieren.

„Die Neugier der Schüler und das Engagement der Lehrer auf fächerübergreifende Aktivitäten und musikalische Projekte kamen in der Bewerbung der bernsteinSchule sehr deutlich zum Ausdruck. Auch den Schwerpunkt Zirkuspädagogik fanden wir sehr spannend. Wir freuen uns, gemeinsam mit unserer neuen Partnerschule und unseren Festspielmusikern Besonderes zu entdecken und Kompetenzen zu stärken!“, so Intendant Dr. Markus Fein.

Schulleiterin Christina Bonke sagte: „Unsere Schüler mögen besonderen Unterricht, sind an vielen Themen interessiert. Als Partnerschule der Festspiele MV können wir nun musische Interessen auch über unsere bestehenden Theater-, Musik-, Kunst- und Zirkusprojekte hinaus entdecken und fördern und die gesamte Schule mit allen drei Schulteilen einbeziehen. Wir freuen uns auf ungewöhnliche Hörerfahrungen, persönliche Begegnungen mit Musikern an tollen Orten, auf ein spannendes Jahr der Zusammenarbeit. Mein besonderer Dank gilt meinen Kolleginnen und Kollegen und unseren zahlreichen Unterstützern, die wahre Macher sind.“

Bildungsministerin Birgit Hesse sagte: „Wer die bernsteinSchule betritt, spürt sofort die Begeisterung für die Musik. Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler haben viele Ideen für die Zusammenarbeit mit den Festspielen und können kaum erwarten, dass es losgeht. Bei der Auswahl der Schulen in diesem Jahr haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir können aber noch einer weiteren Schule eine Freude bereiten, von der ich weiß, dass die Festspielmusiker dort gern gesehene Gäste sind.“

Als Projektschule für das Schuljahr 2017/18 wurde das Sonderpädagogische Förderzentrum „Am Fernsehturm“ in Schwerin, eine allgemein bildende Schule mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“, ausgewählt. Hier wird es kleinere gemeinsame Projekte mit den Festspielen und Festspielmusikern geben.

Für die Zusammenarbeit der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern mit Schulen stellt das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern in den nächsten drei Jahren finanzielle Mittel in Höhe von insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung (2017: 40.000 EUR, 2018: 30.000 EUR, 2019: 30.000 EUR).

Drese stellt wichtige gleichstellungspolitische Anliegen vor

Schwerin – Gleichstellungsministerin Stefanie Drese hat auf einem Netzwerktreffen Kommunaler Gleichstellungsbeauftragter im Sozialministerium dazu aufgerufen, verstärkt für Akzeptanz, gerechte Teilhabe und Chancengleichheit von Frauen und Männern einzutreten. „Auch in Deutschland gibt es verstärkte politische Kampagnen, die Gleichstellungspolitik als Genderwahn diffamieren. Gegen die Zuweisung von Geschlechterrollen, die die Freiheit einschränken, selbst zu bestimmen, wie man als Frau oder Mann leben will, müssen sich alle Akteurinnen und Akteure in Politik, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft wehren“, sagte Drese heute in Schwerin.

Die Ministerin kündigte zudem an, die Unterstützungsstrukturen für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Ein erster wichtiger Schritt sei der Ausbau der Beratung und Betreuung in den Frauenhäusern. Drese: „Ich möchte den Landeszuschuss ab 2018 um 140.000 Euro jährlich erhöhen, um die Personalsituation in den Frauenhäusern zu verbessern.“

Auch der weitere Ausbau der klischeefreien Angebote zur Berufsorientierung für Mädchen und Jungen ist für die Ministerin ein wichtiges gleichstellungspolitisches Anliegen. Drese informierte darüber, dass im nächsten Jahr der Girls´Day und der JungsTag erstmals gemeinsam an einem Tag stattfinden werden. Drese: „Wir hoffen, dass damit noch mehr Schülerinnen und Schüler sowie Unternehmen sich an diesem Tag beteiligen. Darüber hinaus werden zurzeit erfolgreich Werkstätten erprobt, um eine klischeefreie Berufsorientierung in den Schulen über den Aktionstag hinaus anzubieten.“

Land und Kommunen investieren in gemeinsamer Verantwortung erhebliche Mittel in die Schulsozialarbeit

Schwerin – Ministerin Stefanie Drese informierte im Sozialausschuss des Landtags über die Umsetzung des im Dezember 2016 vom Landtag beschlossenen Antrages „Schulsozialarbeit in gemeinsamer Verantwortung von Land und Kommunen fortführen“.

„Das Land unterstützt seit nunmehr über 20 Jahren die Schulsozialarbeit. Allein im Zeitraum von 2007 bis 2022 stellt das Land insgesamt circa 60 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds für die Schulsozialarbeit zur Verfügung“, sagte Drese. Gemeinsam mit der kommunalen Kofinanzierung werden damit bis Ende 2022 insgesamt circa 120 Millionen Euro für die sozialpädagogische Arbeit an den Schulen investiert. Drese: „Damit ist die Finanzierung der derzeit aus dem ESF anteilig geförderten Schulsozialarbeit langfristig gesichert.

Auch die von den Kommunen mit Unterstützung der Restmittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket finanzierten Stellen in der Schulsozialarbeit sind nach Ansicht der Ministerin inzwischen fester Bestandteil der kommunalen Jugendhilfe in der Schule. Trotz dieser wegfallenden Finanzierungsmöglichkeit für die Kommunen bestehe der Bedarf an Fachkräften der Schulsozialarbeit fort. Drese: „Nicht nur die Kommunen, sondern auch das Land haben ein großes Interesse daran, diese inzwischen etablierten Angebote weiterhin aufrechtzuerhalten.“

Das Land stellt deshalb zusätzlich ab 2017 entsprechend des Landtagsbeschlusses vom Dezember 2016 Mittel in Höhe von bis zu 1,8 Millionen Euro jährlich zur Verfügung, um so den Kommunen die Finanzierung der Stellen langfristig zu erleichtern. Alle Anträge stellenden Landkreise und kreisfreien Städte haben einen positiven Bewilligungsbescheid für 2017 erhalten. Ab 2018 erfolgt die Förderung zeitlich identisch mit der ESF-Förderung.

„In der Umsetzung des Landtagsbeschlusses wurde der vielfach artikulierte Wunsch der Kommunen aufgegriffen, das bereits etablierte und aus der ESF-Förderung bekannte System anzuwenden. Eckpunkte dieser Förderung sind die Mittelverteilung an Hand des Anteils jedes Landkreises bzw. jeder kreisfreien Stadt an den 10-26jährigen Einwohnern und Einwohnerinnen im Land und die 50%-ige kommunale Kofinanzierung“, so Drese.

2,5 Mrd. € Investitionen in Abwasserbeseitigung

Schwerin – Die kommunalen Kläranlagen in Mecklenburg-Vorpommern verfügen über eine hohe Reinigungsleistung. Das bestätigt der 10. Lagebericht über die kommunale Abwasserbeseitigung im Land. Dieser wird alle zwei Jahre vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) erstellt.

„Wir können uns glücklich schätzen, dass es in Deutschland und auch besonders im gewässerreichen Mecklenburg-Vorpommern eine hervorragende Versorgungs- und Entsorgungssituation gibt. Das verdanken wir an erster Stelle den Kommunen und öffentlichen Körperschaften als Träger dieser Aufgabe“, betonte Umweltminister Dr. Till Backhaus. In Verbindung damit wies er auch auf die Kampagne des Ministeriums „MEIN WASSER MV“ hin, die am Sonntag in Stolpe offiziell mit dem „Big Jump“ in die Peene startet. „Damit möchten wir auf die Bedeutung des Gewässerschutzes und unser Wasser hinweisen“, ergänzte der Minister.

Die Abwasserbeseitigung wird in Mecklenburg-Vorpommern von 110 abwasserbeseitigungspflichtigen Körperschaften wahrgenommen. Hierbei handelt es sich um 32 Zweckverbände, einen Wasser- und Bodenverband, 76 teilweise amtsangehörige Städte und Gemeinden sowie ein Amt. Zum Stichtag 31. Dezember 2016 existieren hierzulande 586 kommunale Kläranlagen ab 50 Einwohnerwerte Ausbaugröße.

Um die hohe Reinigungsleistung zu gewährleisten, verfügen alle kommunalen Kläranlagen mindestens über mechanische und biologische Reinigungsstufen. „Das heißt, sämtliche Kläranlagen mit Ausbaugrößen über 10.000 Einwohnerwerte, aber auch zahlreiche kleinere Kläranlagen, gewährleisten darüber hinaus eine gezielte Nährstoffelimination“, sagte Backhaus.

Für den Ausbau von öffentlichen Kläranlagen und Kanalnetzen wurden im Jahr 2015 nochmals 7,6 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt und damit die Grundförderung im Bereich der Abwasserbeseitigung beendet. Von 1991 bis 2015 stellten das Land Mecklenburg-Vorpommern, der Bund und die EU insgesamt rund 900 Millionen Euro an Zuwendungen für Maßnahmen der öffentlichen Abwasserbeseitigung zur Verfügung. Das damit ausgelöste Gesamtinvestitionsvolumen wird auf circa 2,5 Milliarden Euro geschätzt.

„Seit 2016 gibt es zudem, gemäß der Richtlinie zur Förderung nachhaltiger wasserwirtschaftlicher Vorhaben, die Möglichkeit, Zuschüsse für investive Vorhaben zur weitergehenden Abwasserbehandlung zu beantragen. Damit sollen punktuelle Gewässerbelastungen beseitigt werden und die Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden“, unterstrich der Minister.

28. Landesturnier in Redefin

Redefin – Ab heute finden unter der Schirmherrschaft von Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, bereits zum dritten Mal die Landesmeisterschaften im Dressur- und Springreiten sowie Voltigieren auf dem Landgestüt Redefin statt. „Ich freue mich, dass der Pferdesportverband unseres Landes das Landesturnier erneut im Landgestüt austrägt. Diese bedeutende Veranstaltung ist in Redefin am richtigen Platz und hat hier seine Heimat gefunden“, lobte Dr. Backhaus die gute Zusammenarbeit zwischen dem Landgestüt und dem Organisationsteam des Landesturniers.

Bis zum Sonntag werden fünf spannende Tage des Pferdesports in Redefin erwartet. Der Andrang bei der Anmeldung war riesengroß, sodass der Veranstaltungsbeginn bereits um einen Tag vorverlegt wurde. Insgesamt werden 355 Reiterinnen und Reiter erwartet, die knapp 2.000 Starts absolvieren. Außerdem sind 35 Voltigiergruppen und 65 Einzelturner vor Ort.

„Seit über 200 Jahren ist die historische Kulturstätte des Landgestüts untrennbar mit der mecklenburgischen Pferdetradition verbunden und bis heute das Herz des Pferdesports des Landes. Das Landesturnier ist das Highlight des Reitsports von Mecklenburg-Vorpommern. So ist es nicht verwunderlich, dass alle Leistungsträger aus unserem Bundesland, wie beispielsweise Benjamin Wulschner, Christina und André Thieme, Denise Svensson sowie André Plath und Heiko Schmidt mit dabei sind“, betonte der Minister.

Für Groß und Klein wird etwas geboten. In diesem Jahr ist neben dem Sportereignis eine kleine Pferdeausstellung vor Ort sowie für die Kinder mit einer Hüpfburg und Schminkaktion gesorgt. „Ich möchte alle zu dem Sportereignis der Spitzenklasse einladen, sich von dem Pferdesport unseres Landes zu überzeugen“, sagte er abschließend.

Straße zur Burg Stargard wird saniert

Burg Stargard – In der Stadt Burg Stargard (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) steht die einzige erhaltene mittelalterliche Höhenburg Norddeutschlands und älteste Backsteinburganlage Mecklenburg-Vorpommerns. Jetzt soll die Burgstraße saniert werden. „Die Burganlage ist ein Besuchermagnet in der Tollensesee-Region. Über die Burgstraße wird das kulturhistorische Denkmal mit der Innenstadt verbunden. Um den Gästen die Anreise zu erleichtern, unterstützen wir den Ausbau der touristischen Infrastruktur“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die um 1236 erbaute Burganlage beherbergt heute unter anderem ein Museum, einen Wurz- und Krautgarten sowie eine Gewandschneiderei. Die gesamte Anlage besteht aus insgesamt elf Gebäuden aus unterschiedlichen Epochen. Eigentümerin ist die Stadt Burg Stargard. Rund um die Burg haben sich touristische Einrichtungen angesiedelt, wie beispielsweise Hotels, Pensionen, Gaststätten, Reiterhöfe und eine Sommerrodelbahn. „Mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen rund um die Burg wird den Besuchern die Geschichte der historischen Anlage nahegebracht. Vor allem das Stargarder Burgfest hat sich für viele Gäste aus Nah und Fern zu einem festen Termin entwickelt“, sagte Glawe. Das 25. Stargarder Burgfest findet vom 12. bis 13. August 2017 unter dem Titel „Das böse Erwachen“ statt.

Im Reisegebiet Mecklenburgische Schweiz/Seenplatte gab es im Jahr 2016 knapp 1,3 Millionen Ankünfte und mehr als 4,3 Millionen Übernachtungen. In Mecklenburg-Vorpommern insgesamt wurden 2016 mit 30,3 Millionen Übernachtungen und 7,6 Millionen Ankünften die höchsten Werte seit der Wiedervereinigung erreicht.

Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 660.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf knapp 749.000 Euro.