Zweites WEMAG-Batteriespeicherkraftwerk geht in Schwerin ans Netz

Leistung auf 10 MW verdoppelt und Speicherkapazität auf 15 Megawattstunden verdreifacht

Schwerin – In der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns hat das zweite Batteriespeicherkraftwerk des Öko-Energieversorgers WEMAG offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Das neue Kraftwerk liefert eine Leistung von zehn Megawatt (MW) und damit doppelt so viel, wie das im Juli 2014 ans Netz gegangene erste Batteriespeicherkraftwerk. Caspar Baumgart bezeichnete die mit überwiegend eigenen Ressourcen realisierte Erweiterung des vorhandenen Batteriespeichers als ein Gesellenstück des Unternehmens. „Wir wollen damit unsere Innovationskraft auf dem Gebiet des Speicherbaus unterstreichen und anderen Marktteilnehmern dieses Know-how anbieten“, sagte der WEMAG-Vorstand. So sollen den Kunden künftig komplette Speichersysteme schlüsselfertig angeboten werden. Der Energieversorger mit Stammsitz in Schwerin hat in die Planung, Erweiterung und Inbetriebnahme des Batteriespeicherkraftwerkes Schwerin 2 etwa 5,2 Mio. Euro investiert.

Mit einer Leistung auf 10 Megawatt und einer Speicherkapazität von 15 Megawattstunden ist das WEMAG-Batteriespeicherkraftwerk jetzt am Netz. Foto @ WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

„Das Batteriespeicherwerk ist ein wichtiger und zukunftsweisender Beitrag zur Energiewende“, sagte Energieminister Christian Pegel. „Es erhöht die Stabilität der Stromnetze und zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern zu den Wegbereitern der erneuerbaren Energien zählt.“

Auf Grundlage des bestehenden 5-MW-Batteriespeichers Schwerin 1 hat die WEMAG die Erweiterung eines weiteren Batteriespeicherkraftwerkes Schwerin 2 zur Erbringung von Primärregelleistung geplant und errichtet. „Mit der Inbetriebnahme von Schwerin 2 hat sich die nutzbare Speicherkapazität des Batteriespeicherkraftwerks auf 15 Megawattstunden verdreifacht“, erklärte Tobias Struck, Geschäftsführer der Batteriespeicher Schwerin GmbH & Co. KG, der bei der WEMAG auch den Bereich Speicher und Projekte verantwortet. Die präqualifizierte Leistung von insgesamt 10 MW wird über einen technischen Verbund aus 53.444 Lithium-Ionen-Akkus in 215 Batterieschränken, 18 Wechselrichtern, neun Transformatoren und einer Mittelspannungsanlage bereitgestellt.

Der WEMAG-Speicher in Schwerin ist der europaweit größte hybride Lithium-Batterien-Verbund. „Wir haben mit unserem Partner Younicos zwei unterschiedliche Batteriegenerationen unter einem Dach integriert, was insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Klimatisierung und der stark gestiegenen Kapazität neuer Batterien eine Herausforderung war“, ergänzte Struck. Der Speicher bietet noch Ausbaureserven, um auch künftige Batteriegenerationen zu integrieren und das Portfolio möglicher Systemdienstleistungen zu erweitern.

Zur Refinanzierung wird die vom Übertragungsnetzbetreiber präqualifizierte Leistung des Batteriespeichers in Höhe von 10 MW am Primärregelleistungsmarkt angeboten. In wöchentlichen Auktionen werden die Preise für die Bereitstellung der notwendigen Regelleistung von 575 MW für Deutschland ermittelt. Diese wird wochenweise je Megawatt Regelleistung vergütet und so den Betrieb des Speichers finanzieren. Seit der Inbetriebnahme des Batteriespeicherkraftwerks Schwerin 1 konnte die Anlage 127 Mal vermarktet werden und hat davon 123 Zuschläge erhalten.

Der Batteriespeicher hat in erster Linie die Aufgabe, bei schwankender Einspeisung des Stroms aus Erneuerbare-Energien-Anlagen das Stromnetz zu stabilisieren. Darüber hinaus soll der stationäre Großspeicher für den Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen im elektrischen Versorgungsnetz sorgen, so dass Schäden in Millionenhöhe vermieden werden können. Vor diesem Hintergrund soll derzeit ein innovatives Schwarzstartkonzept unter dem Titel „Kickstarter“ zur Marktreife gebracht werden. Es wird von einem Konsortium bestehend aus der Energieversorgung Schwerin GmbH & Co. Erzeugung KG, dem Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgung der Universität Rostock, der WEMAG AG und der Younicos AG realisiert sowie von der Förderinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze“ des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert.

Backhaus macht Weg für landesweites Bibermanagement frei

Schwerin – Das landesweite Bibermanagement in Mecklenburg- Vorpommern kann beginnen! Durch die Kombination der Wasser- und Naturschutzförderrichtlinien ist es in Mecklenburg- Vorpommern erstmals möglich, sowohl die landesweite konzeptionelle Vorbereitung als auch die Maßnahmenumsetzung zu unterstützen.

Mit den Mitarbeitern des Planungsbüros Umweltplan GmbH Stralsund sowie der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie Kratzeburg stehen Spezialisten für eine kompetente Bearbeitung zur Verfügung.

Sie werden Maßnahmen für mindestens drei Jahre in allen Landkreisen begleiten und steuern. Dabei stehen beispielsweise Gewässerbegehungen mit den betroffenen Akteuren, die regelmäßige Kontrolle von Konfliktpunkten, die Vorbereitung von geeigneten Lösungsansätzen und Maßnahmen sowie die Dokumentation der Managementmaßnahmen und die Veröffentlichung auf einer Plattform im Mittelpunkt.

Dafür stehen jährlich rund 310.000 € im Rahmen der Wasserförderrichtlinie des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung.

Backhaus: EU-Ökoverordnung ist herber Rückschlag für Tierschutz und Verbraucherinteressen

Schwerin – Am kommenden Montag, dem 17. Juli 2017, wird der Agrarrat über die weiteren Verhandlungen zur EU-Ökoverordnung entscheiden. Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern Dr. Till Backhaus positioniert sich im Vorfeld wie folgt: „Ich bin maßlos enttäuscht, dass sich die Verhandlungen so lange hingezogen haben und wir am Ende weit hinter dem zurückbleiben, was wir uns vorgenommen haben. Viele äußerst wichtige Details, die derzeit in der aktuell gültigen Verordnung geregelt sind, sind im Text der Revision noch nicht berücksichtigt. Bereits enthaltene Bereiche sind teilweise schlechter gelöst als heute.“

„Ein K.O.-Kriterium ist für mich ganz klar Artikel 20 der Verordnung. Mit diesem Artikel wird u.a. das Verursacherprinzip in Frage gestellt. Bio-Landwirte sollen für Einträge die Verantwortung übernehmen, die nicht in ihrer Verantwortung stehen. So lässt sich zum Beispiel eine Abdrift von Pflanzenschutzmitteln von angrenzenden konventionell bewirtschafteten Flächen nicht gänzlich ausschließen. Damit sind Konflikte vorprogrammiert.“

Zum Bereich Tierhaltung kommentiert er: „Wo ist der Fortschritt, wenn das Schnäbelkürzen im ökologischen Landbau weiter zugelassen wird und damit Erreichtes in unseren Ökobetrieben, wo aktuell kein Schnäbelkürzen mehr erfolgt, konterkariert wird. Hinzu kommt, dass in Deutschland aber auch in anderen Mitgliedsstaaten das Schnäbelkürzen auch in konventionellen Betrieben eingestellt werden soll. Es ist völliger Irrsinn, dass wir im konventionellen Bereich zu Recht hohe Anforderungen an das Tierwohl stellen, diese im Ökolandbau unter dem Deckmantel einer fortschrittlichen Verordnung zukünftig aber hinten anstellen. Ein herber Rückschlag für den Tierschutz und Verbrauchererwartungen!“

„Ein weiteres Beispiel ist, dass Vorgaben für den Anteil regionalen Futters gemacht werden, aber keine Definition für die ‚Region‘ erfolgt, da man sich wohl nicht einigen konnte. Einige Mitgliedsstaaten definieren die EU als Region, wir in Deutschland das Bundesland und angrenzende Bundesländer. Wollen wir in Deutschland keine Wettbewerbsnachteile, müssten wir die Regelung aufweichen. Leidtragende wären am Ende auch hier die Verbraucher.“

„Kompromisse machen meiner Meinung nach nur Sinn, wenn wir, wie ursprünglich angestrebt, insgesamt tatsächlich Fortschritte bei der Weiterentwicklung der ökologischen Erzeugung im tierischen und pflanzlichen Bereich erzielen. Das ist aktuell nicht der Fall. Stattdessen hat ein grüner EU-Abgeordneter den Öko-Bauern einen Bärendienst erwiesen. Ich fordere Bundesminister Schmidt daher auf, dem Kompromiss im Agrarrat nicht zuzustimmen.“

„Raus in die Natur“ – Backhaus mit Schülern am Schaalsee unterwegs

Schwerin – „Raus in die Natur“ heißt es am kommenden Montag, dem 17. Juli 2017, um 8 Uhr, für Grundschüler der Fritz-Reuter-Schule Zarrentin (LK Ludwigslust-Parchim). Im Rahmen eines Projekttages erkunden sie gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus die Natur im Biosphärenreservat Schaalsee.

„Ich selbst bin in der Gegend aufgewachsen und durfte immer wieder feststellen, wie einzigartig und vielfältig sie ist. Von der künstlichen Trennung der beiden deutschen Staaten ist heute nicht mehr viel zu sehen. Die Natur gewinnt immer mehr an Raum und wir können die ehemalige Grenzregion, die sich zum ‚Grünen Band‘ entwickelt, ohne Angst genießen. Neben unseren drei Nationalparks, sieben Naturparks und zwei weiteren Biosphärenreservaten gehört das Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe zu Recht zum Tafelsilber der Deutschen Einheit“, betont der Minister.

Auf einer Fläche von 31.000 ha beherbergt das Großschutzgebiet zwölf Seen. Der Schaalsee ist mit einer Tiefe von 72 Metern der tiefste See Norddeutschlands. Insgesamt gibt es 262 nachgewiesene Vogelarten, darunter beispielsweise der Seeadler, der Kranich, aber auch der Eisvogel. In den letzten 25 Jahren wurden über 100 Naturschutzprojekte durchgeführt, wie z.B. die Renaturierung von Hochmooren oder die Sanierung von Gewässern. Allein 2016 kamen 37.200 Besucher in die Ausstellung am Pahlhuus. Es wurden 327 Exkursionen, Vorträge und Führungen durchgeführt und dabei über 8.900 Besucher betreut.

Das Projekt „Raus in die Natur“ soll Kinder dazu animieren, ihre Freizeit wieder häufiger im Freien zu verbringen. „Die Natur zu erkunden, macht nicht nur Spaß, sondern ist zudem gesund und vor allem lehrreich“, so Backhaus. Unterstützt wird die Aktion von der Stiftung Wald und Wild, dem Forstamt Schildfeld und dem Landesjagdverband.

Drese: „Wir brauchen eine große Rentenreform, um das Absinken des Rentenniveaus zu stoppen.“

Schwerin – Der Landtag debattierte auf Antrag der Fraktion Die Linke über das Thema Rente. Ministerin Stefanie Drese machte dabei deutlich, dass Initiativen zur Bekämpfung von Altersarmut dringend notwendig sind. Dazu sei ein Bündel an Maßnahmen erforderlich, damit alle Menschen nach einem langen Arbeitsleben im Alter gut abgesichert sind.

Drese: „Vordringlich sind Anstrengungen auf allen Ebenen, um die Löhne im Osten auf das Westniveau zu bringen. Das ist gerade für uns in Mecklenburg-Vorpommern von überragender Bedeutung. Die Landesregierung begrüßt Tarifverträge deshalb in allen Branchen und wirkt hierauf gegenüber Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern hin. Dies haben wir im Koalitionsvertrag festgehalten und dies ist absolute Leitlinie des Regierungshandelns“, sagte Drese.

Die Ministerin verdeutlichte, dass Mecklenburg-Vorpommern deshalb auch Aktivitäten unterstützen wird, mit denen die gesetzliche Privilegierung von Tarifpartnerschaft fortgesetzt wird. „Frauen müssen für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn wie Männer erhalten und brauchen ein Rückkehrrecht, wenn sie aus der Elternzeit oder einer Pflegezeit in den Beruf zurückkehren“, so Drese. „Zudem müssen prekäre Arbeitsverhältnisse zurückgedrängt und soziale Berufe aufgewertet werden.“

Drese sprach sich darüber hinaus für eine große Rentenreform aus mit der das Absinken des Rentenniveaus gestoppt wird. „Gemeinsam mit der Ministerpräsidentin werbe ich für die Einführung einer Solidarrente“, verdeutlichte die Ministerin heute im Landtag. „Wer jahrzehntelang gearbeitet, sich angestrengt hat, muss im Alter mehr haben als Grundsicherung. Menschen mit kleinen Löhnen und Gehältern müssen eine auskömmliche Rente haben. Das gilt auch für viele Selbstständige, die nicht abgesichert sind.“