Rostocker Unternehmen entwickelt webbasierte Röntgen-Software

Rostock – Das Rostocker Unternehmen Oehm und Rehbein GmbH plant derzeit die Entwicklung einer webbasierten Röntgen-Akquisitionssoftware, die der Erstellung, der Bildverarbeitung und der Befundung von Röntgenbildern dient.

„Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Oehm und Rehbein GmbH bietet neue, digitale Möglichkeiten für den medizinischen Bereich. So können Bilder und Befunde im Originalformat gespeichert, mit anderen Spezialisten geteilt und über Geräte mit Internetverbindung aufgerufen werden. So kann mit Unterstützung der Telemedizin Patienten schneller geholfen werden. Das ist ein effektiver Beitrag für eine verbesserte Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Oehm und Rehbein GmbH ist Anbieter kundenspezifischer Systemlösungen für die Human- und Veterinärmedizin, Industrie und Sicherheitsbehörden in den Bereichen digitales Röntgen, Bildmanagement und cloudbasierte Bildverteilung. Das Unternehmen liefert nach eigenen Angaben weltweit Systeme für konventionelle und digitale Röntgenanlagen in Krankenhäusern, Kliniken und Facharztpraxen, aber auch für den NDT- („non-destructive testing“ – zerstörungsfreie Werkstoffprüfung) und Security-Bereich.

Am Unternehmensstandort in Rostock arbeiten derzeit 64 Mitarbeiter. „Die Oehm und Rehbein GmbH hat sich national und international einen guten Ruf erarbeitet. Sie steht für innovative, hochwertige medizinische Softwarelösungen. Seit vielen Jahren ist das Unternehmen auch in Dubai auf der internationalen Medizintechnik-Fachmesse Arab Health mit anderen Ausstellern aus Mecklenburg-Vorpommern präsent und ist Beispiel für ein hochmodernes, innovatives Unternehmen aus unserem Land“, sagte Glawe.

Die Arab Health gehört zu den größten Healthcare-Plattformen für Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen für den Mittleren Osten und Asien. Während der Messe präsentieren mehr als 4.000 Aussteller aus ungefähr 60 Ländern ihre medizinischen Geräte und Gesundheitsprodukte. Knapp 100.000 Fachbesucher aus aller Welt reisen zur Arab Health in die Golfmetropole.

Zur Gesundheitswirtschaft zählen unter anderem die Medizintechnik, die Biotechnologie, das Gesundheitshandwerk, der medizinische Handel und die pharmazeutische Industrie. In Mecklenburg-Vorpommern sind über 148.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Der Anteil an der gesamten regionalen Bruttowertschöpfung beträgt 15,3 Prozent und ist seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gestiegen. Insbesondere im Bereich Life Science (z.B. Medizintechnik, Forschung und Entwicklung, Humanarzneiwaren usw.) gibt es in Mecklenburg-Vorpommern deutliche Zuwächse.

In den vergangenen zehn Jahren sind nach einer Studie der BioCon Valley® GmbH zufolge über 3.700 neue Jobs allein in diesem Bereich entstanden (2006: 8.000 Erwerbstätige – 2015: 11.700 Erwerbstätige; Quelle: BioCon Valley® GmbH/WifOR). „Die Gesundheitswirtschaft ist in Mecklenburg-Vorpommern zu einem bedeutenden Teil unserer Wirtschaft gewachsen. Entscheidend ist jetzt, dass wir die Trends, wie beispielsweise innovative App-Entwicklungen und Telemedizin, weiter vorantreiben. So können wir die Gesundheitsversorgung noch stärker an den Belangen der Patienten ausrichten“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen für das Forschungs- und Entwicklungsprojekt betragen knapp 523.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) mit rund 208.000 Euro. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung.

„Bund gegen Alkohol und Drogen am Steuer“ plant noch mehr Aktionen

Schwerin – Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) übergab jetzt dem BADS, Landessektion M-V eine Spende über 350 Euro der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums.

„Ich wünsche mir, dass die Arbeit des Bundes gegen Alkohol und Drogen am Steuer in Mecklenburg-Vorpommern intensiviert werden kann. Denn die Prävention ist gerade bei jungen Menschen unverzichtbar. Als kleiner Verein sind dem BADS natürlich finanzielle Grenzen gesetzt. Daher freue ich mich, heute 350 Euro übergeben zu können, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Justizministeriums gespendet werden. Wir hatten Mitte Juli einen Bücherbasar veranstaltet, bei dem das Geld zusammenkam“, sagte Justizministerin Hoffmeister.

Der BADS wird nach eigenen Angaben das Geld für eine Präventionsveranstaltung in Vorpommern einsetzen. Da die Landessektion über keinen eigenen Fahrsimulator verfügt, muss vor jeder Veranstaltung kostenpflichtig ein Fahrsimulator von anderen Landessektionen ausgeliehen werden. Neben Vorträgen in Schulen oder auch bei der Bundeswehr bietet der BADS auch sogenannte Trinktest für Referendare sowie Richter und Staatsanwälte an.

„Alkohol und Drogen gehören immer noch zu den häufigen Unfallursachen. Im vergangenen Jahr wurden von der Polizei im Schnitt täglich rund 14 Fahrten unter Alkohol oder Drogen gestoppt. Laut Unfallstatistik waren es im Jahr 2016 insgesamt 3.648 Verstöße gegen die Alkoholgrenze im Straßenverkehr. Hinzu kamen 1.405 festgestellte Fahrten unter Drogeneinfluss. Menschen in einer ungefährlichen Simulation wirkungsvoll aufzuzeigen, wie gefährlich sich Drogen und Alkohol im Straßenverkehr auswirken, rettet Leben“, so Ministerin Hoffmeister.

Studierendenwerke: Höherer Zuschuss für Mensa-Essen

Ministerin Hesse: Mensa hat bei vielen Studierenden festen Platz im Uni-Alltag

Greifswald/Rostock – Essen in der Mensa soll erschwinglich bleiben. Deshalb stockt das Land seinen Zuschuss für das Studierenden-Essen an den Universitäten Greifswald und Rostock sowie den Hochschulen in Neubrandenburg, Rostock, Stralsund und Wismar auf. In diesem Jahr erhalten die beiden Studierendenwerke in Greifswald und Rostock knapp 2,47 Millionen Euro Verpflegungszuschuss und damit 102.200 Euro mehr als zuvor. Dieses Plus setzt sich zusammen aus einer einmaligen Aufstockung von 50.000 Euro und einer von 2017 an greifenden Dynamisierung der Mittel, die eine Steigerung um 1,5 Prozent bei den Sachkostenzuschüssen und eine Steigerung entsprechend der Tarifabschlüsse bei den Personalkostenzuschüssen beinhaltet.

„Mensa steht für kostengünstiges und gutes Essen. Dieses Angebot gehört zum Studentenleben einfach dazu“, sagte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Die Mensa ist nah und erschwinglich und hat bei vielen Studierenden einen festen Platz im Uni-Alltag. Da soll niemand überlegen müssen: Kann ich mir das leisten?“, begründet Hesse den anwachsenden Zuschuss. Wie im vergangenen Jahr versprochen, habe die Landesregierung hier nachgebessert. Mit der Einmalzahlung und der Dynamisierung lasse sich verhindern, dass sich gestiegene Lebensmittelpreise spürbar auf die Mensa-Preise niederschlügen.

Die Erhöhungen hatten die Studierendenwerke Greifswald und Rostock und das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur im vergangenen Jahr vereinbart. Nun gab es grünes Licht aus dem Finanzministerium.

Sanierung der Petribrücke in Rostock

Land unterstützt die Stadt mit 285.200 Euro

Rostock – Das Land greift der Stadt Rostock bei der Sanierung der Petribrücke finanziell unter die Arme. „285.200 Euro fließen als Sonderbedarfszuweisung in den städtischen Haushalt“, so Innenminister Lorenz Caffier. „Dass eine grundhafte Instandsetzung dringend nötig war, zeigten die Brückenprüfungen, die alle drei Jahre stattfinden. Daher hatten wir die Maßnahme schon 2016 auf die Prioritätenliste gesetzt.“

Bei der Petribrücke handelt es sich um eines der wichtigsten Brückenbauwerke der Hansestadt, die nahezu unverzichtbar ist für den öffentlichen Nahverkehr. Der schlechte Zustand u.a. wegen des mangelnden Korrosionsschutzes und angegriffener Stahlbauteile machten größere Sanierungsmaßnahmen erforderlich, die derzeit laufen.

Schwesig: Wir wollen alles dafür tun, dass Lichtenhagen nicht wieder passiert

Rostock – „Wir wollen an die schrecklichen Ereignisse im Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen erinnern, die vor genau 25 Jahren begonnen haben. Und wir wollen alles dafür tun, dass sich Ereignisse wie im August 1992 in Deutschland nie mehr wiederholen“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf der Festveranstaltung in Erinnerung an die rassistischen Ausschreitungen am Dienstag in der Rostocker Marienkirche.

Die furchtbaren Bilder seien immer noch in Erinnerung: „Ich war 18, als ich die schlimmen Nachrichten aus Rostock hörte: aufgebrachte Bürgerinnen und Bürger, die die Zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge angriffen, die immer wütender wurden, immer aggressiver. Aufgestachelt von Beifall klatschenden Schaulustigen, von Rechtsgesinnten aus ganz Deutschland und begünstigt durch überforderte Verantwortliche.“

An den Vorfällen gebe es nichts zu beschönigen. Schwesig: „Sie mahnen und verpflichten uns bis heute auf besondere Weise. Wir haben diese Verpflichtung angenommen. Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, dass wir den Kampf gegen den Rechtsextremismus als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen. Mit konsequenter Bekämpfung rechtsextremistischer Straftaten, mit unseren Regionalzentren für demokratische Kultur, mit landesweiten Bündnissen wie „Wir. Erfolg braucht Vielfalt“ und vor allem mit vielen bunten Initiativen vor Ort.“

Ziel müsse es sein, die Menschen vor Ort zu erreichen, gerade auch junge Menschen, die sich abgehängt fühlten, die dann leicht empfänglich für radikale Ideologien seien. „Da müssen wir präventiv arbeiten.“ Deswegen sei es besonders wichtig, dass die Politik diejenigen unterstütze und stärke, die sich für Demokratie einsetzen würden. „Jede und jeder in unserem Land ist gefordert, sich rechtsextremistischen Tendenzen entschieden entgegenzustellen, denn von Hass und Hetze ist es nicht mehr weit bis zur ausgeübten Gewalt“, betonte die Regierungschefin.

Nach der Veranstaltung wurde am Rostocker Rathaus eine Stele zur Erinnerung an die Ereignisse vom August 1992 der Öffentlichkeit übergeben.

Neues Ausbildungsjahr: Praxisorientierte Erzieherausbildung gestartet

Ministerin Hesse: Auszubildenden wird eine Vergütung gezahlt

Schwerin – Mit dem neuen Ausbildungsjahr ist in Mecklenburg-Vorpommern auch die neue praxisorientierte Erzieherausbildung an den Start gegangen. Das Land wird an allen fünf beruflichen Schulen mit der Fachrichtung Sozialwesen in Güstrow, Neubrandenburg, Rostock, Stralsund und Schwerin eine Berufsschulklasse einrichten. Die neue Ausbildung zur bzw. zum „Staatlich anerkannten Erzieher/in 0 – 10“ dauert drei Jahre und erfolgt in einer Kindertageseinrichtung und in der Berufsschule. Sie ist um ein Jahr kürzer, als die vierjährige schulische Ausbildung zur bzw. zum Erzieher/-in, die zur Betreuung von 0- bis 27-Jährigen befähigt.

„Mit der praxisorientierten Ausbildung reagiert das Land auf den steigenden Bedarf an Fachkräften in Krippen, Kitas und Horten“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Die neue Ausbildung richtet sich an alle, die mit 0- bis 10-Jährigen arbeiten wollen. Deswegen ist sie auch kürzer als die klassische Erzieherausbildung. Ich freue mich, dass die neue Ausbildung bereits im ersten Jahr großen Zuspruch erhält. Sie ist praxisnah und schafft Bindungen zwischen den Auszubildenden und den Einrichtungen. Den Auszubildenden wird außerdem eine Vergütung gezahlt. Daher ist die Ausbildung auch für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger attraktiv“, erläuterte Hesse.

Bislang liegen insgesamt 90 Anmeldungen in den beruflichen Schulen vor. In der Beruflichen Schule Güstrow sind es 14 Anmeldungen, am Standort Neubrandenburg sind es 25 Anmeldungen. In Rostock gibt es 19 Anmeldungen. Drei Bewerberinnen bzw. Bewerber haben allerdings noch keinen Träger gefunden, bei dem sie den praktischen Teil der Ausbildung absolvieren können. Am Standort Stralsund liegen 16 Bewerbungen vor, drei Bewerberinnen und Bewerber haben auch hier noch keinen Ausbildungsbetrieb gefunden, in Schwerin sind es 16 Anmeldungen. Weitere mögliche Bewerbungen innerhalb der Ferienzeit sind noch nicht berücksichtigt.

Im Schuljahr 2016/2017 gab es an den öffentlichen Beruflichen Schulen für Sozialwesen insgesamt 832 Schülerinnen und Schüler für die klassische Erzieherausbildung. Davon befanden sich 649 Schülerinnen und Schüler in der Vollzeitausbildung und 183 Schülerinnen und Schüler in der berufsbegleitenden Teilzeitausbildung. Im Vergleich zu den Schülerinnen und Schülern der Regelausbildung im Schuljahr 2016/2017 machen die 90 Bewerberinnen und Bewerber einen Anteil von 10,8 Prozent aus.

Justizministerin Hoffmeister: „Kirchgemeinden bereichern Land zum Leben und Erholen“

Schwerin – Ihre Sommertour hat Justizministerin Katy Hoffmeister den kirchlichen Seelsorgern der Gemeinden gewidmet. Sie traf Pastoren, Förderer und Urlauber.

„Ich habe in den vergangenen Wochen vor allem kleine Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern besucht und wahre Schmuckstücke entdecken dürfen. Unser Land zum Leben und Erholen wird durch sie bereichert. Auf Fischland-Darß-Zingst besuchte ich die Schifferkirche Ahrenshoop. 1951 geweiht, ist sie ein modernes Juwel mit berührendem Charme.

Der Förderverein hat für die Erneuerung immenses geleistet. Ich sah die Seemannskirche Prerow. Seelsorge und Zusammenarbeit von Förderverein, Kommune mit der Kirchgemeinde funktionieren gut, was für die Urlauberregion ein wertvolles Plus ist“, sagte Justizministerin Hoffmeister, sie ist auch zuständig für Kirchenangelegenheiten.

„Gern habe ich dann in der Kirche Hornstorf bei Wismar mein Versprechen eingelöst und Dachsteine für die Sanierung gespendet. Die Kirche ist noch so etwas wie ein Geheimtipp, doch wenn dieses Jahr der Pilgerraum eröffnet wird, wird Hornstorf als Herberge bekannt. Auf der Insel Poel dagegen wird die Kirche in Kirchdorf von bis zu 100 Gästen täglich besucht 60 Ehrenamtliche helfen regelmäßig. Die seelsorgerische Arbeit bedeuten hier viele seelsorgerische Augenblicke und kurze Gespräche mit Urlaubern. Am Ende werden so auch sehr viele erreicht“, so die Ministerin.

„Wie kirchliches Engagement im Urlaub auch wirken kann, habe ich in Zinnowitz, in der katholischen Familien- und Begegnungsstätte St. Otto erfahren. Hier werden Menschen in der Zeit ihrer Besinnung und Ruhe nicht nur mit Spiel und Spaß, sondern auch mit Spiritualität aufgefangen. Dieser Ort auf Usedom ist nun schon seit 100 Jahren ein solches Kleinod. Seelsorge wird auch hier groß geschrieben, denn das Wort kann gerade im Urlaub Stress und Anspannung abbauen helfen“, sagte Justizministerin Hoffmeister.

Zinszahlungen auf niedrigstem Stand seit 20 Jahren

Schwerin – Mit genau 249,6 Mio. Euro sind die Zinszahlungen im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gefallen. Zuletzt lagen die Ausgaben im Jahr 1995 unter der 250-Mio.-Euro-Marke.

Die Zinszahlungen sind in den ersten Jahren der Geschichte des Landes sprunghaft angestiegen. Schon 1995 überstiegen sie 200 Mio. Euro, ihren Höhepunkt erreichten die Zinsausgaben mit 473,5 Mio. Euro im Jahr 2004. Seither sind die Zahlungen rückläufig – wegen des niedrigeren Zinsniveaus, aber auch des Schuldenabbaus.

2006 gelang es dem Land erstmals, einen Haushalt ohne neue Schulden aufzustellen. Die erste Tilgung in Höhe von 240 Mio. Euro erfolgte ein Jahr später. Insgesamt sind bisher 1,1 Mrd. Euro Schulden abgebaut worden, so dass die Haushaltsverschuldung des Landes aktuell rd. 9,8 Mrd. Euro beträgt.

Bettina Martin wird neue Staatssekretärin in der Landesvertretung MV

Bettina Martin

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wird heute Bettina Martin zur Staatssekretärin und neuen Bevollmächtigten des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund ernennen. Darüber informierte die Ministerpräsidentin das Kabinett in seiner heutigen Sitzung. Martin folgt auf Dr. Pirko Kristin Zinnow, die seit Oktober 2013 an der Spitze der Landesvertretung stand.

„Ich kenne Bettina Martin aus langjähriger Zusammenarbeit in Berlin. Sie war zuletzt die Leiterin des Leitungsstabs und Büroleiterin im Bundesfamilienministerium. Sie bringt viel Erfahrung aus der Bundes- und Landespolitik für ihre neue Aufgabe mit und ist in Berlin bestens vernetzt. Mein Ziel als Ministerpräsidentin ist es, dass Mecklenburg-Vorpommern seine Interessen offensiv auf Bundesebene vertritt. Dafür ist Bettina Martin genau die richtige Wahl“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

 „Ich bedanke mich bei Dr. Pirko Zinnow für ihren großen Einsatz und ihre sehr verlässliche und sehr gute Arbeit als Bevollmächtigte des Landes beim Bund“, sagte die Ministerpräsidentin weiter. „Ihre Tätigkeit als Staatssekretärin endet heute. Ich würde mir wünschen, dass sie ihre Erfahrung und ihr besonderes Geschick auch weiter für unser Land einbringt. Dazu werden wir noch Gespräche führen.“

Bettina Martin war von 2013 an Leiterin des Leitungsstabs und des Büros der Ministerin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Vorher leitete sie ab 2008 das Büro der stellvertretenden Parteivorsitzenden Manuela Schwesig beim SPD-Parteivorstand in Berlin. Von 2000 bis 2008 arbeitete sie zunächst als Pressereferentin und dann als Referentin für Bildungs- und Jugendpolitik beim SPD-Parteivorstand. 1999 bis 2000 war sie Leiterin der Presse und Öffentlichkeitsarbeit bei einem Telekommunikationsdienstleister in Potsdam. Von 1992 bis 1999 war sie Pressesprecherin in der Berliner Landesverwaltung – zunächst in der Senatsverwaltung für Arbeit und Frauen unter Senatorin Dr. Christine Bergmann und ab 1996 im Jobsharing in der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport. Bettina Martin studierte bis 1992 Nordamerikanistik, Politische Wissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin und als Fulbright-Stipendiatin an der Wake-Forest University in Winston-Salem, USA. Sie wurde 1966 in Berlin geboren, ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Verbessertes gastronomisches Angebot in Intercity-Zügen in M-V

Rostock – In den meisten Intercity-Zügen der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Rostock gibt es seit Anfang August wieder eine Bordverpflegung. In der Urlaubssaison von Beginn der Oster- bis Ende der Herbstferien kommt das Zugpersonal auf den IC-Direktverbindungen Stralsund – Hamburg – Frankfurt/Main mit heißen und kalten Getränken sowie mit süßen und herzhaften Snacks direkt an den Sitzplatz. Mindestens drei Zugpaare pro Tag bieten diesen Service zwischen Rostock und Hamburg. Im Winter wird dieser Service am Wochenende angeboten. Damit sind alle touristisch relevanten IC-Züge zwischen Hamburg und Rostock bewirtschaftet.

„Diese gute Nachricht ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit verschiedenen ‚Streckenanrainern‘: dem Marburger Verkehrspolitiker und stellvertretenden SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Sören Bartol, der Stralsunder Bundestagsabgeordneten Sonja Steffen und dem niedersächsischen Verkehrsminister Olaf Lies“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel. Sie hatten sich gemeinsam bei der Bahn für eine Bordverpflegung stark gemacht, nachdem im vergangenen Dezember der Bistrowagen auf der Strecke Stralsund-Frankfurt aus Altersgründen abgeschafft worden war. Als Ersatz war der „Service am Platz“ eingeführt worden, allerdings nur zwischen Frankfurt und Hamburg.

„Dass die auch von vielen Touristen genutzte Strecke weiter bis nach Mecklenburg-Vorpommern abgehängt wurde, war für uns nicht hinnehmbar. Ich bin meinen Mitstreitern entlang der Strecke und der Deutschen Bahn sehr dankbar, dass hier nun eine Lösung gefunden wurde“, so Christian Pegel.

Dieser Lösung vorausgegangen war eine Testphase seit Ostern in ausgewählten Zügen bis und von Schwerin. Auf die Intervention der Politik hin hat sich die Bahn vor dem geplanten Ende des Versuchs im Herbst bereit erklärt, den Service bis nach Rostock auszuweiten – so lange, bis ab spätestens Anfang der 2020er-Jahre die Züge zwischen Frankfurt und Stralsund durch neue ersetzt werden. Dann wird es nach Auskunft der Bahn wieder einen Bistrowagen geben.

Die zwischen Stralsund und dem Rhein-/Ruhr-Gebiet fahrenden Intercity-Züge fahren nach wie vor auf der gesamten Strecke ganzjährig mit Bistro.

Schweriner Unternehmen forscht an neuartigem Schweißverfahren für Turbinen-Service

Schwerin – Das Schweriner Unternehmen OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG forscht derzeit zusammen mit der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH (SLV M-V GmbH, Rostock) an einem neuen Schweißverfahren. Dieses soll bei der Instandsetzung von Turbinenschaufeln angewendet werden und so deren Verschleißwiderstand deutlich erhöhen. „Ziel des neuen Verfahrens ist es, Ausfallzeiten aufgrund von Reparaturen in Zukunft deutlich zu reduzieren. Denn Turbinenschaufeln sind in der Regel sehr heißrissempfindlich und damit nur bedingt schweißbar. Aufgrund der extremen Betriebsbeanspruchungen unterliegen die Turbinenschaufeln einem ungemein hohen Verschleiß, dass macht die Instandhaltung sehr kostenintensiv“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Turbinen sind rotierende Strömungsmaschinen, die durch strömende Flüssigkeiten oder Gase mechanische Leistung erzeugen. Zum Einsatz kommen sie beispielsweise in den Antriebseinheiten von Flugzeugen oder Schiffen, aber auch in Gas- oder Ölkraftwerken. In der Regel werden die Schaufeln von Turbinen aus Nickelbasislegierungen gefertigt, die nur bedingt zum Schweißen geeignet sind. Um dennoch Rekonditionierungsverfahren durchführen zu können, sollen die Laserpulverschweißanlagen in dem Vorhaben mit einer induktiven Vorwärmtechnik ausgestattet werden. Somit kann neben der konventionell-automatischen Schweißfertigung im Kronenbereich ohne Vorwärmung zukünftig auch eine spezielle Schweißfertigung erfolgen, bei der die Turbinenschaufeln im Kronenbereich lokal vorgewärmt werden. „Der Lösungsansatz des Forschungsvorhabens sieht vor, dass eine weitgehend eigenständige Einheit entwickelt wird. Das hat den Vorteil, dass diese bei Bedarf an der Fertigungsanlage direkt angebracht und über eine Hard- und Software-Schnittstelle verbunden werden kann“, sagte Glawe.

Der Fokus der OT Oberflächentechnik GmbH liegt zunächst auf der technischen Vorbereitung der geplanten Versuchsschweißungen sowie der anschließenden metallurgischen Untersuchung und deren Auswertung. Die SLV M-V GmbH wird federführend für die Schweißversuche verantwortlich sein. Zusätzlich wird die Forschungseinrichtung die Anforderungen zur Durchführung einer digitalen Radioskopie ermitteln und daraus resultierend die Verfahrensparameter bestimmen sowie diese in realen Bauteilversuchen validieren. „Die Fertigstellung, Erprobung und Inbetriebnahme der Anlagentechnik ist für den Beginn des nächsten Jahres vorgesehen“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 662.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen der Projektpartner auf mehr als 950.000 Euro. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung. Unterstützt werden vor allem auch Verbundprojekte. Das sind Projekte von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Die OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG ist ein zertifiziertes Unternehmen, das sich auf die komplette Regeneration von Bauteilen aus stationären Gas- und Dampfturbinen sowie auf das Oberflächenbeschichten mit metallischen und keramischen Werkstoffen spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet seinen Kunden individuelle Applikationen für die Bearbeitung von Bauteilen aus unterschiedlichen, überwiegend Hochtemperatur-Werkstoffen an.

Die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH ist eine staatlich anerkannte Einrichtung nach dem Weiterbildungsförderungsgesetz. Gegründet wurde sie 1990 an der Universität Rostock, Fachbereich Maschinenbau und Schiffstechnik. Für die Gründung war bestimmend, auf den Gebieten der Werkstoff-, Schweiß- und Lasertechnik in Mecklenburg-Vorpommern beratend und unterstützend tätig sein zu wollen, das Prüf- und Überwachungssystem auf diesen Gebieten zu fördern und damit einen Beitrag für die Entwicklung und den Wiederaufbau von Wirtschaft und Industrie zu leisten.

Spaß und Zivilcourage im Doppelpack bei Jamel rockt den Förster

Jamel – Am 25. und 26. August feiern die Veranstalter Birgit und Horst Lohmeyer zum elften Mal, zusammen mit den BesucherInnen ihres bereits seit Monaten ausverkauften Festivals „Jamel rockt den Förster“, wieder die Demokratie. Erneut haben viele bekannte MusikerInnen ihr Kommen in das kleine Dorf Jamel bei Wismar zugesagt.

„Doch anders als bisher, kündigen wir die auftretenden Bands diesmal nicht vorher an“, erläutert Horst Lohmeyer. „Denn bei Jamel rockt den Förster geht es darum, dass 1.200 bunte Menschen eine Angstzone besetzen und Spaß haben. Es geht darum, der hiesigen Naziszene entgegen zu treten und zu zeigen, dass diese selbst ernannte „National Befreite Zone“ nur so lange eine ist, so lange wir alle das zulassen!“ „Es ist also im Prinzip egal, wer genau in Jamel spielt“, ergänzt Birgit Lohmeyer. „Alle kommen trotzdem und haben Spaß!“

Außerdem empfehlen die Forstrocker ihren BesucherInnen die Mitmachaktionen des Theaterlabors Bielefeld, das Schachcafé des Schachklubs Kaltenkirchen, die Diskussionsveranstaltungen der Offenen Gesellschaft sowie die Info- und Verkaufsstände.

Ganz wichtig: Die Anreise ohne Ticket an beiden Tagen ist sinnlos; eine Abendkasse wird es nicht geben!

„Wir freuen uns auf viele Wochenendgäste aus ganz Deutschland, die mit uns zusammen feiern und zugleich ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit setzen werden“, so Wolfram Nagel, Vorstand des Festivalträgervereins.

Das „Jamel Rockt den Förster“ Festival wurde im Jahre 2007 von Birgit und Horst Lohmeyer ins Leben gerufen, um auf die Vereinahmung des Dorfes Jamel durch die hiesige Neonaziszene aufmerksam zu machen und diesem Treiben etwas entgegen zu setzen. In den letzten Jahren haben Bands und KünstlerInnen wie u. a. Die Toten Hosen, Die Ärzte, Fettes Brot, Terrorgruppe, Madsen, Wolf Maahn mit ihrem Auftritt das Anliegen von Horst und Birgit Lohmeyer unterstützt und sich solidarisch mit ihnen erklärt.

Regionale Schule „Martha Müller-Grählert“ in Franzburg wird saniert

Franzburg – Die Stadt Franzburg (Landkreis Vorpommern-Rügen) investiert in die Sanierung der Regionalen Schule mit Grundschulteil „Martha Müller-Grählert“ am Platz des Friedens, die Arbeiten haben begonnen. Die Stadt als Schulträger erhält neben Fördermitteln aus dem Wirtschaftsministerium auch Unterstützung aus dem Innenministerium. Rund 425.000 Euro fließen als Sonderbedarfszuweisung in das Vorhaben. Minister Lorenz Caffier übergab heute an den Bürgermeister Dieter Holder einen entsprechenden Bewilligungsbescheid.

„Ich freue mich, dass wir die Stadt bei der Sanierung ihrer Schule finanziell unterstützen können. Bei Gesamtkosten von über 2 Millionen Euro entlasten die Fördermittel den Haushalt der Stadt schon in beträchtlichem Maße“, sagte Lorenz Caffier. „Gut ausgestattete und moderne Unterrichtsräume sind für Schüler und Lehrer gleichermaßen wichtig.“

Die Schule wurde 1976 als Polytechnische Oberschule Hans Beimler eröffnet. Heute lernen dort Jungen und Mädchen der Stadt und den Umlandgemeinden des Amtes Franzburg-Richtenberg sowie aus angrenzenden Amtsbereichen. Seit dem Jahr 2006 trägt die Schule den Namen der Heimatdichterin Martha Müller-Grählert, die vor allem mit ihrem in vorpommerschem Platt geschriebenen Gedicht von den Ostseewellen „Mine Heimat“ bekannt wurde.

Jetzt ist vorgesehen, das bestehende Schulgebäude innen und außen zu sanieren. Die Sanierung der Schule ist Bestandteil der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Platz des Friedens“ im Rahmen des Städtebauprogramms „Kleinere Städte und Gemeinden.“

Erste Gemeindefusion nach Leitbildgesetz

Insel Rügen – Die Gemeinden Gager, Middelhagen und Ostseebad Thiessow (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben einen Gebietsänderungsvertrag geschlossen. Sie werden sich mit Wirkung zum 1. Januar 2018 als Rechtssubjekte auflösen und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen „Mönchgut“ zusammenschließen. Die Gebietsänderung und die Namensgenehmigung wurden jetzt im Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpommern bekannt gegeben.

„Die Neubildung der Gemeinde Mönchgut als erster Gemeindezusammenschluss nach dem Gemeindeleitbildgesetz war vom ausdrücklichen Bürgerwillen getragen. In allen drei Gemeinden fand jeweils eine Bürgerbefragung statt, bei der sich eine deutliche Mehrheit für die Fusion ausgesprochen hatte. Dieser Erfolg sollte auch andere Gemeinden ermutigen“, sagte Innenminister Lorenz Caffier. „Aus drei mach eins, so ist das Ergebnis nach dieser Fusion. Aufgaben werden künftig auf eine breite Schulter verteilt. Und Geld fließt auch noch in die neue Gemeindekasse.“ Nach dem Gemeinde-Leitbildgesetz zahlt das Land je wegfallender Gemeinde 200.000 Euro, also in diesem Fall insgesamt 400.000 Euro Fusionsprämie.

Innenminister Lorenz Caffier: „Nur in größeren und leistungsfähigeren Verwaltungsstrukturen können unsere Kommunen zukünftig ihre Aufgaben erfüllen. Ich kann die örtlichen Kommunalpolitiker nur ausdrücklich ermuntern, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Frage sinnvoller Gemeindestrukturen zu diskutieren und Fusionsgespräche aufzunehmen oder fortzuführen.“

Bei den unteren Rechtsaufsichtsbehörden sind für Fragen, die freiwillige Gemeindezusammenschlüsse oder das Zusammenführen von Verwaltungen betreffen, Koordinierungsstellen eingerichtet worden. Die dort tätigen Personen sind im Gebiet des jeweiligen Landkreises Ansprechpartner für diese Fragen. Sie beraten die Gemeinden bzw. Ämter und sie unterstützen die an Fusionsverhandlungen beteiligten Gemeinden auch bei der Beurteilung der strukturellen Zukunftsfähigkeit der beabsichtigten neuen Gemeindestruktur.