Jetzt bewerben – LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2017

Schwerin – Der LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2017 ist ausgeschrieben. „Der Technologiepreis ist Beleg dafür, welches innovative Potential in heimischen Unternehmen vorhanden ist. Wir suchen Unternehmer, Forscher und Entwickler mit kreativen Ideen und Projekten, die Produkte, Verfahren und technologische Dienstleistungen mit hohem Innovationsgrad und Verwertungspotenzial auf den Weg gebracht haben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch in Schwerin zur Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb um den Technologiepreis. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 15. September 2017.

Das Wirtschaftsministerium und die drei Industrie- und Handelskammern des Landes Mecklenburg-Vorpommern loben in diesem Jahr zum 15. Mal den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern“ aus. „Der Preis trägt dazu bei, das Potential der heimischen Wirtschaft und Wissenschaft noch bekannter zu machen. Erfolgreich umgesetzte Ergebnisse der Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind ein Aushängeschild für Mecklenburg-Vorpommern. Das schafft Arbeit im Land und kurbelt auch das überregionale Geschäft weiter an“, so Glawe weiter.

Mit dem „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern 2017“ werden Unternehmen und wissenschaftlich ausgebildete Einzelpersonen oder auch Personengruppen von Forschungseinrichtungen gewürdigt, die sich um die erfolgreiche Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen aus MV in ein konkretes wirtschaftliches Produkt, ein Verfahren oder eine technologische Dienstleistung besonders verdient gemacht haben. Für den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis MV 2017“ stehen insgesamt 10.000 Euro Preisgeld zur Verfügung.

Preisträger des Technologiepreises MV 2016 waren die Physiolution GmbH aus Greifswald und die Prolupin GmbH aus Grimmen. Das Greifswalder Unternehmen Physiolution GmbH hat sich auf die Untersuchung der Wirkstofffreisetzung von festen peroralen (oral zu verabreichenden) Arzneiformen unter biorelevanten Testbedingungen spezialisiert. Damit soll herausgefunden werden, wie sich Medikamente auf den pH-Wert im Magen-Darm-Trakt auswirken. Die Prolupin GmbH aus Grimmen hat sich auf die Gewinnung und Modifizierung von Proteinen der Blauen Süßlupine als Lebensmittelzutat und deren gezielte Anwendung im Lebensmittelbereich spezialisiert.

Der Namensgeber, Dr. Dr. hc. mult. Ludwig Bölkow war ein gebürtiger Schweriner und Mitbegründer des Konzerns Messerschmidt-Bölkow-Blohm (MBB), aus dem die DASA (heute EADS) entstand.

Die Bewerbungsunterlagen für den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern 2017“ sind bis zum 15. September 2017 bei der Industrie- und Handelskammer zu Rostock einzureichen:

Industrie- und Handelskammer zu Rostock
Bereich Industrie, Umwelt, Verkehr, Maritime Wirtschaft
Kai Retzlaff
Ernst-Barlach-Straße 1-3
18055 Rostock
E-Mail: retzlaff@rostock.ihk.de

Die Ausschreibungs- und Antragsunterlagen stehen zum Download auf den Internetseiten des Wirtschaftsministeriums unter www.wm.mv-regierung.de und unter www.boelkowpreis.de zur Verfügung. Die Preisträger werden am 11. Dezember 2017 in Rostock geehrt.

Rügenkinder mit Regenjacke zur Wartburg

Sommercamp des Gingster Schul- und Sportvereins machte dieses Jahr in Thüringen Station

Insel Rügen – Gingster Kinder und Jugendliche sind Rüganer und damit wettererprobt. Deshalb machte es ihnen nichts aus, mit Regenjacke bei Wind und Wetter die Wartburg zu erobern. Das war ein Programmpunkt bei der diesjährigen Sommerferienfahrt, die sie als Mitglieder oder Freunde des Gingster Schul- und Sportvereins unternahmen.

„Gemeinsam statt einsam“ nannten die Organisatorinnen Silke Luther und Christiane Tittel die Tour, die 20 Jungen und Mädchen mit dem Boddensegler-Bus nach Thüringen brachte. „Die Idee eines Sommercamps mit einem pädagogischen Ansatz kommt gut bei den Kindern und Eltern an“, erklärt Christiane Tittel. Ein Anliegen sei es, dass ausgewählte Selbst- und Sozialkompetenzen ausgeprägt und trainiert werden. Themen wie Freundschaft, Mobbing oder Versagensängste werden thematisiert. Arbeitsaufträge sind so verpackt, dass sie immer etwas Spannendes und Abenteuerliches beinhalten. Bewusst arbeite man dann in gemischten Teams an ganz unterschiedlichen Gruppenaufträgen. Daher passe es immer gut, dass sich Teilnehmer im Alter von 8 bis 15 Jahren anmelden und sich wie in einer großen Familie fühlen können.

Mit der Regenjacke zur Wartburg in Eisenach. Die Sommercamper des Gingster Schul- und Sportvereins besuchten Luthers Wirkungsstätte. Foto @ Silke Luther

Und dieses Training verbinden die beiden Lehrerinnen der Gingster Schule geschickt mit dem Kennenlernen von Land und Leuten anderer deutscher Kulturlandschaften. Thüringen wurde für diesen Sommer ausgewählt, nachdem die erste Fahrt 2016 in die Sächsische Schweiz führte. Die Wartburg in Eisenach war einer der Höhepunkte und zugleich ein Muss im 500. Jahr der Reformation, denn sie war ein wichtiger Aufenthaltsort des Reformators Martin Luther. Die Camp-Teilnehmer machten sich zudem auf den Weg zu den Saalfelder Feengrotten, besuchten den Erfurter Zoo und kühlten sich im Waldschwimmbad ab. „Der viele Regen war der Wermutstropfen der Ausflüge“, sagt Christiane Tittel, aber dem Unternehmungsgeist und der guten Laune tat das keinen Abbruch. Das lag auch an der Einsatzbereitschaft und den guten Ideen des Busfahrers Ondre Brüdgam vom Reisebusunternehmen Boddensegler in Marlow.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen förderte das Sommercamp des Gingster Schul- und Sportvereins und damit die Idee, dass jüngere und ältere Kinder mit einem gemeinsamen Auftrag die Insel verlassen, um an einem anderen Ort auch an Normen und Werten in der „Gruppe auf Zeit“ zu arbeiten. Das kommt auch bei den mitreisenden Jugendlichen gut an, denn sie planen sich schon für das kommende Jahr ein. „Wir sind wieder mit dabei“, rufen die beiden 15-Jährigen Hannah Koch und Marie-Louise Kirstein, als sich sie nach der 5-Tages-Reise von ihrer Gruppe verabschieden. (ANDRÉ FARIN)

Diesel-Gipfel: Backhaus fordert Umdenken

Schwerin – Aus Anlass des Diesel-Gipfels weist Umweltminister Dr. Till Backhaus auf die Dringlichkeit eines Umdenkens in der Automobilindustrie hin: „Das Geld, was die Automobilkonzerne nun für die Bewältigung der Krise aufbringen muss, hätte längst in die Entwicklung der E-Mobilität investiert werden können. Wir hängen in der Entwicklung Jahre hinterher. Es fehlt der Industrie der Mut, den Schritt zu gehen. Andere Länder sind längst an uns vorbeigerauscht.“

Minister Backhaus äußert sein Unverständnis, dass die Deutsche Umwelthilfe nicht zum Gipfel eingeladen ist. „Das zeugt nicht von Demokratie und beleuchtet das Problem nicht von allen Seiten“, so der Minister. „Außerdem ist es schon sehr verwunderlich, dass sich jetzt mitten im Bundeswahlkampf führende Vertreter der Autoindustrie, Länder und Kommunen treffen, um Wege zur Vermeidung von Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge in den Städten zu finden.

Der Ansatz sollte ein anderer sein. Wir müssen aus Rücksicht auf unsere einzigartige Natur und Umwelt, aber auch auf die menschliche Gesundheit andere Wege einschlagen und die vorhandenen Alternativen konsequent nutzen. Auch in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ist das Problem gegenwärtig. Gerade weil jeder dritte Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern zur Arbeit pendelt und der Anteil an Dieselfahrzeugen von 2011 mit 23,8 % auf 30,9 % im letzten Jahr gestiegen ist“, hob der Minister hervor.

Erst kürzlich wurde in Mecklenburg-Vorpommern Luftgütebericht veröffentlicht. Stickoxide werden derzeit an 14 von 16 Messstationen gemessen. Die Überwachung der Stickoxidkonzentrationen hat eine hohe Relevanz, da Stickoxide wichtige Ozonvorläufer sind und hohe Konzentrationen ein Gesundheitsrisiko darstellen. Die bedeutendste Quelle in M-V sind die Emissionen des motorisierten Verkehrs. Während an den verkehrsbezogenen Messstellen in Rostock von 2012 bis 2016 ein abnehmender Trend, besonders deutlich an der Messstelle Am Strande, erkennbar ist, ist in Schwerin und Stralsund eher eine leichte Zunahme auszumachen.

„Ich bin mir sicher, dass die Softwareänderung nicht den gewünschten Effekt bringen wird. Wenn allein die Software geändert wird, erreicht man nur eine Reduktion der Grenzwertüberschreitung, aber keine Grenzwertunterschreitung. Eine Umstellung kommt nur in Frage, wenn sie auch in der Praxis funktioniert. Ich fordere den Bundesverkehrsminister Dobrindt auf, den Kuschelkurs mit der Automobilindustrie zu beenden und darauf hinzuwirken, dass die Autoindustrie die Kosten für die technische Umstellung übernehmen muss. Außerdem erwarte ich, dass er lückenlos aufklärt in wie weit das Kraftfahrtbundesamt unabhängig geprüft hat“, sagte Backhaus.

„Ich kann die große Enttäuschung der Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehen, dass seit Beginn des Abgasskandals noch keiner in den Automobilkonzernen zur Verantwortung gezogen worden ist. Es muss Konsequenzen geben, genauso wie jeder Autofahrer seine Konsequenzen bei Verkehrsvergehen tragen muss. Das ist ein großer Vertrauensverlust“, sagte der Minister abschließend.

Welterbe-Professor und Professor für Mathematik/Bauinformatik ernannt

Foto: Bildungsministerium

Schwerin – Zwei neue Professoren für die Hochschule Wismar haben im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schwerin ihre Ernennungsurkunden erhalten.

Dr.-Ing. Arnd Hennemeyer wurde der Titel Professor verliehen und für das Fach Welterbe-Studien/Professor of World Monument Studies an der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar eingestellt. Prof. Dr. Hennemeyer wurde 1969 in München geboren und studierte an der Technischen Universität (TU) München inklusive Promotion im Jahr 2006. Zuletzt war er als Höherer wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich beschäftigt.

Prof. Dr. Hennemeyer soll als Architekt und Bauforscher insbesondere den bestehenden Welterbe-Antrag „Residenzensemble Schwerin – Kulturlandschaft des romanischen Historismus“ unterstützen und die interdisziplinär und international ausgerichteten Welterbe-Studien in Lehre und Forschung vertreten.

„Mit Prof. Dr. Hennemeyer hat das Land einen Wissenschaftler gewonnen, der für neue Impulse bei der Erforschung des Schweriner Schlosses und der historischen Architektur sorgen soll“, betonte Kultur- und Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Dies wird nicht nur für das laufende Antragsverfahren, sondern auch für die Vermittlung der Bedeutung der Schweriner Bauten für die Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts von großem Nutzen sein. Auf diesem Gebiet hat er bereits verschiedene in der Wissenschaft stark beachtete, bauforscherisch und bauhistorisch orientierte Publikationen zu Welterbestätten und zur Geschichte der Denkmalpflege im 19. Jahrhundert veröffentlicht“, so die Ministerin.

Außerdem wurde Dr.-Ing. Jörn Weichert zum Professor für das Fach „Mathematik/Bauinformatik“ an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Hochschule Wismar ernannt. Prof. Dr. Weichert wurde 1973 in Dahme/Mark geboren und studierte an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus Bauingenieurwesen, wo er 2007 auch promovierte. Seit 2004 arbeitet er als Ingenieur für statistische Berechnungen im Stahlbau und Maschinenbau im Ziviltechnikerbüro Dr. Gerhard Lener in Feldkirch/Österreich.

Anhörung zum FAG-Gesetzentwurf

Schwerin – Nachdem sich das Kabinett auf seiner heutigen Sitzung mit dem Ressortentwurf des Ministeriums für Inneres und Europa zur Änderung des Finanzausgleichsgesetzes Mecklenburg-Vorpommern (FAG M-V) befasst hat, haben nun der Landkreistag und der Städte- und Gemeindetag Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Anhörung die Möglichkeit, eine Stellungnahme zum Gesetzentwurf abzugeben.

„Die Landesregierung hat im FAG-Beirat von Beginn an die kommunalen Landesverbände in die Umsetzung des FAG-Gutachtens und in die Erarbeitung des nun vorliegenden Gesetzentwurfs einbezogen“, sagte Innenminister Lorenz Caffier. „Mit den aufgenommenen Änderungen wird insgesamt die Ausgleichsfunktion des Finanzausgleichssystems in unserem Land gestärkt. Unser Ziel ist es, dass der erste Teil der Reform nach der Anhörung und der Beratung im Parlament vom 1. Januar 2018 an wirksam wird.“

Vorbehaltlich der Beschlussfassung des Landtages wird die kommunale Familie insgesamt (amtsangehörige Gemeinden, große kreisangehörige Städte, kreisfreie Städte und Landkreise) über 100 Mio. Euro mehr als nach bisheriger Rechtslage zur Verfügung haben einschließlich 35 Mio. Euro zum Abbau von Altschulden (Kommunaler Entschuldungsfonds).

Mit der Novellierung des FAG M-V soll mehr Geld bei jenen ankommen, die es am meisten brauchen. Auch soll es mehr Solidarität auf kommunaler Ebene geben: Steuerschwache Kommunen sollen mehr finanzielle Unterstützung vom Land erhalten und steuerstarke Kommunen sollen sich nach dem Solidaritätsprinzip mehr als bisher an der Unterstützung für steuerschwache Kommunen beteiligen. Auch kinderreiche Gemeinden sollen mehr Geld erhalten, denn diese haben auch höhere Kosten zu tragen (rund 307 Euro pro Kind unabhängig von der Steuerkraft der Gemeinde).

Für eine gerechtere Finanzausstattung bringen sich sowohl das Land als auch die steuerstarken Kommunen ein und wir erreichen das, was gemeinsames Ziel von Landesregierung und kommunalen Landesverbänden war: Im Vergleich der Zuweisungen ab 2018 ohne Novelle zu 2018 mit der Novelle werden die steuerschwachen Gemeinden finanziell besser gestellt. Ohne eine Anpassung des FAG zum 1. Januar 2018 gäbe es deutlich mehr Kommunen, die geringere Zuweisungen im Vergleich zu den jetzigen Planungen erhalten hätten, weil die Rahmenbedingungen ohne Novelle andere wären.

Beispielsweise soll der Familienleistungsausgleich nicht mehr wie bisher nach den Anteilen der Gemeinde an der Einkommenssteuer verteilt werden, sondern nach dem Anteil der Kinder in den Gemeinden. Damit ist jedes Kind im Land auch finanztechnisch gesehen gleich viel wert.

Der Gesetzentwurf für die 1. Stufe der FAG-Novelle (Inkrafttreten am 1. Januar 2018) enthält folgende wesentliche Punkte:

  1. Die Beteiligungsquote der Kommunen steigt von derzeit 33,99 % auf 34,496 % ab dem Jahr 2018, der Landesanteil verringert sich entsprechend. Dadurch erfolgt eine Aufstockung der Finanzausgleichsmasse um 34,15 Mio. Euro.
  2. Für die seit dem 1. Januar 2014 zu berücksichtigenden Kostensteigerungen bei der Zuweisung für die Wahrnehmung der Aufgaben des übertragenen Wirkungskreises und der unteren staatlichen Verwaltungsbehörden leistet das Land finanzielle Ausgleichsleistungen in Höhe von 9,7 Mio. Euro, die der Schlüsselmasse zu Gute kommen. Zukünftig werden Kostensteigerungen für diese Aufgaben nicht mehr zu Lasten der Schlüsselmasse finanziert.
  3. Die Bundesmittel aus dem Fünf-Milliarden-Euro-Entlastungspaket werden den Kommunen in unserem Land vollständig zur Verfügung gestellt. Das sind ab 2018 etwa 80 Mio. Euro jährlich. Davon fließen jedes Jahr rund 35 Mio. Euro in einen Kommunalen Entschuldungsfonds zum Abbau kommunaler Schulden.
  4. Steuerschwache Kommunen werden finanziell gestärkt. Die Ausgleichsquote für die Verteilung der Schlüsselzuweisungen wird in zwei Schritten von 60 auf 70 Prozent erhöht.
  5. Durch die gesetzliche Festsetzung von Nivellierungshebesätzen sowohl für die kreisfreien und großen kreisangehörigen Städte als auch für die kreisangehörigen Gemeinden soll die Hebesatzspirale zukünftig durchbrochen werden.