„Kirchliches Engagement in den Gemeinden unseres Landes ist beeindruckend“

Zum Auftakt ihrer Sommertour war Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) in Steinhagen (Vorpommern): „Wer immer ein Gespräch braucht, bekommt es“

Steinhagen – „Es ist immer wieder beeindruckend zu erleben, wie sich die Kirchengemeinden auch heute noch in die Dorfgemeinschaft einbringen. In Steinhagen scheint es kaum ein Fest, kaum eine Veranstaltung zu geben, zu der nicht auch die Gemeinde etwas beizutragen hat. Die offene Kirche ist hier ein Zentrum. Aber auch der Friedhof um die Kirche herum ist ein Ort der Ruhe und Begegnung zugleich, ein Ort, an dem Leben, Sterben und Trauer so eng beieinander sind. Wer hierher kommt, egal ob Urlauber oder Einheimischer, und sich seine Sorgen von der Seele reden möchte, der wird stets ein offenes Ohr in der Gemeinde finden“, sagte Justizministerin Katy Hoffmeister zum Auftakt ihrer Sommertour in Steinhagen bei Stralsund. Die Ministerin, auch zuständig für Kirchenangelegenheiten, besucht in den nächsten Wochen Kirchengemeinden an der Ostseeküste.

Die deutsche Wiedervereinigung war für die Backsteinkirche in Steinhagen überlebenswichtig. Von 1965 bis zur Wende gesperrt, gab es sogar Abrisspläne der DDR-Führung. Nach der Wiedervereinigung konnte die über 700 Jahre alte Kirche mit viel Hilfe und Herzblut saniert werden, informierte Pastorin Ines Dobbe. Justizministerin Hoffmeister: „Es ist genau dieses Engagement, das die kleinen Gemeinden lebenswert macht. Und wenn ich höre, dass beispielsweise die Wege um die Kirche herum im Frühjahr aus eigener Kraft der Gemeinde geebnet wurden, dann spricht das auch für eine hohe Anerkennung der Menschen hier für die gesamte Arbeit der Kirchengemeinde.“

Die nächste Station ihrer Sommertour wird am Mittwoch die Seemannskirche in Prerow sein.

Deutscher Kongress für Versorgungsforschung 2017

Schwerin – Vom 04. bis 06. Oktober 2017 findet in Berlin der 16. Deutsche Kongress für Versorgungsforschung (DKVF) statt. Unter dem Motto „Zukunft regionale Versorgung – Forschung, Innovation, Kooperation“ diskutieren Experten die jüngsten Ergebnisse der Versorgungsforschung aus allen Bereichen des Gesundheitswesens. „Die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere in weniger stark besiedelten Regionen ist eine Herausforderung für die kommenden Jahre. Wir brauchen mehr kreative Ideen, um neue Lösungsansätze für eine optimale Betreuung der Menschen zu erzielen. Entscheidend ist, dass innovative medizinische Projekte im Erfolgsfall auch in eine Regelversorgung münden. Hier sind wir alle – Wirtschaft, Wissenschaft und Politik – gemeinsam gefordert“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld. Mecklenburg-Vorpommern übernimmt als erstes Bundesland eine Länderpatenschaft für den DKVF 2017. M-V gilt als Modellregion für die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Alterszusammensetzung der Bevölkerung und die Veränderungen der Morbidität.

Topthemen beim Kongress, der vom Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung e.V. veranstaltet wird, sind unter anderem innovative und sektorübergreifende Versorgungskonzepte, neue Formen der Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen, e-Health und Telemedizin sowie die patientenzentrierte Versorgung. „Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung ist ein wichtiger Partner, wenn es um die Entwicklung und Evaluation neuer Versorgungsmodelle geht“, so Glawe weiter.

Das Gesundheitswesen in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. „Der DKVF 2017 ist ein wichtiger Treffpunkt für alle Versorgungsforscher. Ganz besonders freuen wir uns in diesem Jahr über renommierte Sprecher aus dem Ausland, die zum Teil mit ganz ähnlichen Problemen kämpfen wie wir und die uns über ihre Erfahrungen und Lösungsansätze berichten werden. Darüber hinaus bietet der DKVF 2017 die ideale Plattform zum Austausch mit Vertretern der Gesundheitspolitik, den Krankenkassen und der Industrie“, erklärt Kongresspräsident Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann. Im Programm vorgesehen ist außerdem ein gesundheitspolitisches Symposium zum Thema Patientensicherheit, das vom Bundesministerium für Gesundheit veranstaltet wird.

Die Nachfrage nach wissenschaftlichem Nachwuchs im Bereich der Versorgungsforschung stieg in den letzten Jahren stark an, zuletzt auch aufgrund des Innovationsfonds, der von der Bundesregierung zur Förderung von zukunftsgerichteten Versorgungsformen und Vorhaben der Versorgungsforschung aufgelegt wurde. Die Kongressveranstalter sehen auch deswegen eine wichtige Aufgabe in der Nachwuchsförderung und setzen dabei auf neue Kongressformate, bei denen junge Versorgungsforscher mit erfahrenen Experten diskutieren können. Forschern mit einer Projektförderung im Rahmen des Innovationsfonds oder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bietet der DKVF 2017 außerdem die Möglichkeit, ihre Vorhaben vorzustellen und in der wissenschaftlichen Community zu diskutieren. Wer sich mit Versorgungsthemen befasst, sollte den DKVF 2017 auf keinen Fall verpassen!

Der gemeinnützige Verein „Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e.V.“ (DNVF) wurde 2006 in Berlin gegründet. Das DNVF steht als interdisziplinäres Netzwerk allen Institutionen und Arbeitsgruppen offen, die mit der Sicherung der Gesundheits- und Krankenversorgung unter wissenschaftlichen, praktischen oder gesundheitspolitischen Gesichtspunkten befasst sind. Das DNVF hat es sich zum Ziel gesetzt, die an der Versorgungsforschung im Gesundheitswesen beteiligten Wissenschaftler zu vernetzen, Wissenschaft und Versorgungspraxis zusammenzuführen sowie die Versorgungsforschung insgesamt zu unterstützen und voranzubringen. Darüber hinaus fördert das DNVF den wissenschaftlichen Nachwuchs, beispielsweise durch die Bildung interdisziplinärer Arbeitsgruppen zu fächerübergreifenden Themen der Versorgungsforschung.