Arbeit an heißem Eisen

WEMAG Netz GmbH zeigt Schmiedehandwerk auf Trafostation in Perdöhl

Schwerin – Das Transformatorenhäuschen vor der Schlosserei und Schmiede im Ort Perdöhl ist zu einem Blickfang geworden. Seit gestern zieren Metallbauer die ehemals schmucklose Hülle der Trafostation in der Dorfstraße 3. Initiiert wurde das Projekt von den Geschäftsführern der Schmiede selbst. Die drei Brüder Marco, Maik und Martin Schrapers führen das Geschäft, das von ihrem Vater Helmut Schrapers aufgebaut wurde, seit dem Jahr 2006 fort.

Sie sind auf den Verteilnetzbetreiber WEMAG Netz GmbH zugegangen und haben sich um die künstlerische Gestaltung der Transformatorenstation beworben. „Als wir die Nachricht bekamen, dass unsere Station die Kriterien für eine Gestaltung erfüllt und die Umsetzung 2017 erfolgen kann, haben wir uns sehr gefreut. Noch größer war die Freude als der Vorschlag kam, das Schmiedehandwerk selbst auf der Station darzustellen. Tatsächlich zaubern wir aus den Materialien Eisen und Edelstahl auch oft Kunstwerke. Also passt diese moderne Graffitikunst zu unserer traditionsreichen Schmiedekunst doch ganz gut“, sagt Maik Schrapers mit einem Lachen.

Traditionsreiches Schmiedehandwerk auf Trafostation der WEMAG Netz GmbH von Graffiti-Künstler Volgmann dargestellt. Foto @ Maik Schrapers

Seit dem Jahr 2006 arbeitet die WEMAG Netz GmbH mit dem freischaffenden Graffiti-Künstler Sebastian Volgmann und Gemeinden im Netzgebiet bei der Verschönerung von Trafostationen zusammen. „Uns ist wichtig, dass die Motive zusammen mit den Gemeinden ausgewählt werden. So können regionale Besonderheiten berücksichtigt werden. Gleichzeitig erhöhen die gestalteten Stationen die Akzeptanz der Energieversorgungsanlagen bei unseren Kunden“, sagt Michael Recht, der bei der WEMAG Netz GmbH Ansprechpartner für die Projektplanung ist.

Im Jahr 2017 sollen 11 Stationen gestaltet werden, 7 wurden bereits in verschönert. Seit Kurzem finden sich auch in Crivitz, in Ganzlin, in Hundorf, in Pampow und in Wöbbelin neue Attraktionen. Insgesamt hat der Rostocker Künstler schon etwa 140 Stationen im Auftrag der WEMAG Netz GmbH besprüht.

Wenn eine Gemeinde die Verschönerung der örtlichen Station wünscht, müssen die Transformatorenstationen bestimmte Kriterien erfüllen: Das Baujahr, der bauliche Zustand und der Standort unter Berücksichtigung des strategischen Netzkonzeptes müssen passen.

Innendämmplatten aus mineralisch-organischem Verbundstoff

Baustoffhersteller aus Neubrandenburg entwickelt innovative Innendämmplatten aus mineralisch-organischem Verbundstoff

Neubrandenburg – Die Porensteinwerk Neubrandenburg GmbH & Co. KG forscht derzeit zusammen mit der Hochschule Wismar und dem Institut für Polymertechnologien e.V. (Wismar) an Innendämmplatten aus einem neuen mineralisch-organischen Verbundstoff für die Gebäudesanierung. Bisherige Lösungen aus Kunststoffen sind nicht biologisch abbaubar und häufig sogar entflammbar.

„In vielen Städten Mecklenburg-Vorpommerns existieren Stadtkerne mit wertvoller, geschichtlicher Bausubstanz. Oftmals besitzen die Bauten einen Bestandsschutz, der die energetische Sanierung zur Herausforderung werden lässt. Damit lassen sich nur im Innenraum bauliche Veränderungen vornehmen, wo wiederum besondere Anforderungen an die Materialien gelten. Mit dem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben soll ein Weg gefunden werden, mit neuen Platten eine bessere Wärmedämmung zu erreichen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Kunststoffe wie beispielsweise Styropor, die bisher für Dämmplatten eingesetzt werden, verfügen über gute Eigenschaften hinsichtlich der Wärmedämmung, haben jedoch Nachteile für das Raumklima und sind zudem nicht feuerfest. Daher wird bereits seit längerem an mineralisch-organischen Lösungen geforscht, die Vorteile bei der Anwendung und der Wirtschaftlichkeit haben. Bisher erreichen sie jedoch nicht den Grad an Wärmedämmung, den ihre Pendants aus Kunststoff liefern. Das Verbundforschungsprojekt der drei Partner hat daher das Ziel, eine kapillaraktive (=Transport von Flüssigkeiten innerhalb kleinster Poren) Innendämmplatte zu entwickeln, die alle bisherigen Vorzüge vereint.

Polymerschaumpartikel sollen dabei in eine mineralische Porenbetonmatrix eingearbeitet werden und so kaum noch Wärme durchleiten. Während die Hochschule Wismar und das Institut für Polymertechnologien die grundlegenden Untersuchungen vornehmen, zeichnet sich die Porensteinwerk Neubrandenburg GmbH & Co. KG derzeit vorrangig für die praktische Entwicklung verantwortlich. Dieser Schritt umfasst dabei die entsprechende Verfahrens- und Produktkonzeption sowie die sogenannte Grünkuchenherstellung und die abschließende Plattenherstellung aus dem neu entwickelten Verbundwerkstoff. „Mit dem neuen Verfahren besteht die Möglichkeit, in der Zukunft eine verstärkte energetische Sanierung von Bestandsgebäuden anzugehen. Damit können CO2-Einsparungen erreicht werden“, so Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 653.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen der Projektpartner auf mehr als 978.000 Euro. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung. Unterstützt werden vor allem auch Verbundprojekte. Das sind Projekte von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. „Innovation und Technologie sind die Grundlagen für wettbewerbsfähige Produkte, Dienstleistungen und erfolgreiche Unternehmen. Um neues zu entwickeln, ist die enge Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit von Unternehmen mit wissenschaftlichen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern ein zukunftsfähiger Weg“, sagte Glawe.

Beseitigung von Sturmflutschäden

Wasser- und Bodenverband „Rügen“ erhält rund 18.000 EUR für die Beseitigung von Sturmflutschäden

Insel Rügen – Nach der Sturmflut „Axel“ Anfang Januar dieses Jahres hatte die Landesregierung für nachhaltige Maßnahmen zur Beseitigung von Schäden an Hochwasserschutzanlagen, an öffentlichen touristischen Bauwerken und Stränden sowie an kommunalem Eigentum ressortübergreifend Hilfsmittel in Höhe von insgesamt 25 Millionen Euro verfügbar gemacht.

Neben Gemeinden hatten auch einige Wasser- und Bodenverbände Anträge auf finanzielle Unterstützung für die Beseitigung der Sturmflutschäden gestellt, darunter der Wasser- und Bodenverband „Rügen“. Dieser erhält nun im Rahmen einer Projektförderung rund 18.000 Euro.

Durch die Sturmflut kam es an den Deichen Baabe und Tetzitz zu Deichausspülungen sowie zu Überflutungen der Deichkronen in mehreren Orten. Daneben wurden Mäh- und Räumgut in Gräben gespült, wovon Schöpfwerksbereiche mehrerer Schöpfwerke betroffen waren. Für die Beseitigung von Treibsel und Mähgut sowie das Öffnen und Schließen der Deiche, um das Wasser aus den Poldern abzuleiten, entstanden dem Verband Kosten, die durch die jetzt ausgereichten Fördermittel deutlich reduziert werden.

„Ich freue mich, dass neben den Gemeinden auch betroffene Wasser- und Bodenverbände in den Genuss der vom Land bereitgestellten finanziellen Mittel kommen“ sagte Innenminister Lorenz Caffier. „Auch sie sollen nicht allein auf den unverschuldet entstandenen Kosten sitzen bleiben.“

Keine neuen Erkenntnisse zu Fipronil-Eiern in MV

Schwerin – In einer Telefonkonferenz von Bundes- und Landesbehörden wurde eine zuverlässige und schnellere Informationspolitik zwischen den beteiligten Mitgliedstaaten als die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche und effiziente Vollzugsarbeit vor Ort angemahnt. Aktuell wird die Liste der betroffenen Eier überarbeitet und in Kürze veröffentlicht.

Die Lebensmittelüberwachungsbehörden in Mecklenburg-Vorpommern überwachen neben Geflügelhaltungen in Vor-Ort-Kontrollen, bei denen die angewendeten Desinfektionsmittel kontrolliert werden, auch Lebensmittel-Zentrallager in Zusammenhang mit Hinweisen und Herstellungsbetrieben von Eiprodukten bzw. die, die Ei in großen Mengen verarbeiten, bezüglich der Herkunft von Eiern. Bisher sind Erzeuger- und Verarbeitungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern nicht betroffen. Die Rücknahmen bzw. Rückrufe aus den verschiedenen Einrichtungen werden von den Behörden kontrolliert.

Die Behörden sind untereinander in ständigem Kontakt, der Geflügelwirtschaftsverband des Landes unterstützt die Behörden in ihrer Aufklärungsarbeit. Zudem haben Unternehmen Eigenkontrollen vorgenommen und mitgeteilt, dass in ihren Betrieben kein Fipronil angewendet wurde. Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass das in Rede stehende Desinfektionsmittel in Mecklenburg-Vorpommern zur Anwendung kam.

Im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock werden im Rahmen des aktuellen Geschehens zusätzliche Proben von Eiern untersucht. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock hat 2017 das Wirkstoffspektrum der Rückstandsuntersuchungen bei Eiern erweitert, unter anderem auch auf Fipronil und Fipronil-sulfon.

Auf der Basis von neuen amtlichen Analyseergebnissen aus Deutschland hat das BfR eine Bewertung der bislang wenigen übermittelten Daten vorgenommen und kommt zu folgender Bewertung: „Die Daten aus Deutschland zu Gehalten von Fipronil erreichten Werte bis zu 0,051 mg/kg in Eiern. Nach dieser Datenlage ist nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand eine akute gesundheitliche Gefährdung der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, unwahrscheinlich“.

M-V fördert freiwilliges gesellschaftliches Engagement junger Menschen

Ministerin Drese bei der Übergabe des Förderbescheids in der Kita „Arche Noah“

Kühlungsborn – Ministerin Stefanie Drese hat heute in Kühlungsborn dem Diakonischen Werk Mecklenburg-Vorpommern e.V. einen Fördermittelbescheid in Höhe von 44.400 Euro zur Unterstützung von 20 Plätzen im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) überreicht.

Die Übergabe fand in der integrativen Kita „Arche Noah“ im Beisein einer dort ab dem 1. September tätigen Absolventin des FSJ statt. Im FSJ-Jahrgang 2017/18 werden bei der Diakonie MV insgesamt 135 Freiwillige ihren Dienst antreten.

Das Arbeitsfeld der 20 vom Land unterstützten Plätze liegt hauptsächlich im Bereich integrativer Kindertagesstätten. Die Freiwilligen unterstützen dort die Fachkräfte bei der Verwirklichung des Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrages der jeweiligen Kindertagesstätte.

Das FSJ bietet jungen Menschen von 16 bis 26 Jahren die Chance, sich beruflich zu orientieren und soziale Berufsfelder kennenzulernen. Zurzeit absolvieren landesweit etwa 730 junge Frauen und Männer ihr Freiwilliges Soziales Jahr. Es wird ganztägig als überwiegend praktische Hilfstätigkeit in gemeinwohlorientierten Einrichtungen, v.a. im Bereich der Alten- und Behindertenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, in Einrichtungen für Jugendarbeit, der Gesundheitspflege sowie kulturellen Einrichtungen geleistet.

Das Sozialministerium stellt zur Förderung des FSJ in der Periode 2014-2020 insgesamt zwei Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. „Damit werden im Land jährlich 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützt“, verdeutlichte Ministerin Drese. „Wir fördern so ganz bewusst die Verbindung von Berufsorientierung und gesellschaftlichem Engagement junger Menschen. Das ist auch ein Beitrag zur Nachwuchs- und Fachkräftesicherung. Und viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer bleiben zudem nach ihrem Freiwilligendienst bürgerschaftlich engagiert.“, so Drese.