Erstmals Präventionspreis Mecklenburg-Vorpommern vergeben

Güstrow – Preisträger geehrt: Am Montag hat Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe auf der Landesgesundheitskonferenz in Güstrow erstmals den Präventionspreis Mecklenburg-Vorpommern vergeben. „Der ausgelobte Preis soll Akteure in Mecklenburg-Vorpommern im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention bestärken, bisher Erreichtes sichtbar zu machen und – als Beispiele guter Praxis – neue Impulse für unser Bundesland setzen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Konferenz wird in diesem Jahr von der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung MV e. V. (LVG) und der BioCon Valley® GmbH im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern veranstaltet.

Gesundheitsminister Glawe dankte allen, die sich stets mit ihren Initiativen, Netzwerken und Projekten für ein gesundes Leben der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern einsetzen. „Gerade im Präventionsbereich schlummern viele Sachen auch im Verborgenen, umso wichtiger ist es, verstärkt auf kluge und ideenreiche Projekte noch stärker aufmerksam zu machen“, so Glawe weiter.

Insgesamt wurden 31 Projekte in vier Kategorien für den Präventionspreis Mecklenburg-Vorpommern eingereicht: Gesund aufwachsen; Gesunde Lebensmitte; Gesund älter werden sowie ein Sonderpreis Kommunale Netzwerke in der Gesundheitsförderung. Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe hat gemeinsam mit den Partnern die vier Preisträger vor Ort geehrt.

Eine Jury – bestehend aus dem Beirat der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung und einem Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit – hat unter allen eingegangenen Projekten die Preisträger ausgewählt. Die Gewinner wurden je Kategorie mit einem Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro prämiert. Das Preisgeld stiften der vdek – Verband der Ersatzkassen, Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, die IKK Nord, die AOK Nordost und die OstseeSparkasse Rostock.

Anfang des Jahres konnte die Landesrahmenvereinbarung für Mecklenburg-Vorpommern zur Umsetzung der nationalen Präventionsstrategie unterzeichnet werden. „Die Landesregierung wird sich auch weiterhin mit freiwilliger Leistung einbringen. Prävention und Gesundheitsförderung muss in allen Lebenswelten greifen, um die Menschen genau dort zu erreichen wo sie leben, lernen und arbeiten“, forderte Glawe. Die bereits bestehenden und gut funktionierenden Strukturen im Land sollten zukünftig weiter ausgebaut und verdichtet werden. Damit erreichen wir gemeinsam eine flächendeckende, medizinisch hochwertige Versorgung und eine lebensbegleitende umfassende Gesundheitsförderung und Prävention.

Um auch weiterhin solche Ideen und Projekte zu ermöglichen, sollten bereits bestehende Netzwerke im Bereich Gesundheitsversorgung und Prävention weiter ausgebaut werden. „Die Ermöglichung einer optimalen gesundheitlichen Vorsorge der Menschen gelingt nur, wenn alle Partner im Land zusammenarbeiten und sich vernetzen“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Das Aktionsbündnis für Gesundheit kann hierbei eine zentrale Rolle einnehmen, um weitere Partner für Prävention und Gesundheitsförderung zu gewinnen und die Reichweite der verschiedenen Projekte und Aktivitäten zu vergrößern.

Preisträger im Überblick

Kategorie „Gesund Aufwachsen“

„Sonne für das Herzgewitter“
Integrative Kita Buchenkopf Groß Lüsewitz/Auf der Tenne e.V.

Das Projekt wird seit 2014 in der Kita realisiert. Dabei wird vordergründig das Ziel verfolgt, Kinder bei der Be- und Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen, wie Trennungs- oder Fluchterfahrungen, zu unterstützen. Ebenso ist es der Kindertagesstätte wichtig, den Eltern im alltäglichen Umgang mit ihren Kindern beratend zur Seite zu stehen. Das Projekt stützt sich auf die Zusammenarbeit mit einer Kollegin, welche an Schulungen zur Flüchtlingsthematik teilgenommen hat und im nächsten Jahr zusätzlich eine Fortbildung zur Fachkraft für traumapädagogische Intervention und Beratung durchlaufen wird. Ebenfalls wurde eine Bibliothek mit einem Ausleihsystem für Eltern und Kinder bereitgestellt. Überzeugt hat die Kindertagesstätte Buchenkopf durch den positiven Gesamteindruck des nachhaltigen Projektes. „Die Kita unterstützt speziell die Kinder dabei, eine seelische und emotionale Stabilität zu erlangen. Ein wertvolles und gesellschaftlich bedeutendes Projekt“, so Glawe weiter. Hilfestellungen werden ebenfalls im Bereich des Gefühlsausdrucks gegeben sowie durch Präventivarbeit zur psychischen Widerstandsfähigkeit“, so Glawe.

Kategorie „Gesunde Lebensmitte“

„Ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement im Handwerk MV“ („GabeGe Handwerk MV“)
Gesund tut gut Mecklenburg-Vorpommern e.V., Stavenhagen

Das seit 2015 laufende Projekt hat zum Ziel, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement als Teil der Betriebskultur in Handwerksbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern einzuführen. Es will zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie des Arbeits- und Gesundheitsschutzes beitragen. Ziel ist es, konkrete Vorschläge zur Einführung von gesundheitsfördernden Maßnahmen, wie z.B. Ernährungsberatung und Rückenschulen, gemeinsam zu erarbeiten.

Nach Einschätzung der Jury wurden die Kriterien guter Praxis der Gesundheitsförderung mehrheitlich in herausragender Weise berücksichtigt. Das Projekt arbeitet in einem wichtigen „Zukunftsthema“: der Sicherung der Leistungsfähigkeit von kleinen Betrieben und deren alternder Mitarbeiterschaft. Es verfolgt einen innovativen Ansatz mit flächendeckender Wirkung. Die Maßnahmen werden mit Unterstützung regionaler Anbieter umgesetzt. Es betreut die Betriebe auch über den eigentlichen Projektzeitraum hinaus. „GabeGe Handwerk MV“ soll von September 2017 bis Januar 2020 weitergeführt werden. Angedacht ist bei Bedarf eine Fortführung darüber hinaus. „Gesundheitsförderung gewinnt gerade in Zeiten älter werdender Belegschaften immer mehr an Bedeutung. Entscheidend ist, dass sich noch mehr Betriebe aus dem Handwerk für eine nachhaltige Gesundheit am Arbeitsplatz stark machen. Das Projekt leistet hierfür einen wichtigen Beitrag“, sagte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe.

Kategorie „Gesund Altern“

Musterwohnung „Länger zu Hause gut und sicher leben“
Volkssolidarität Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e. V., Schwerin

Das seit Juni laufende Vorhaben hat zum Ziel, seniorengerecht ausgestattete Wohnungen zu entwickeln und zu präsentieren. Diese Wohnungen sind mit technischen Assistenzsystemen ausgestattet und werden gezielt umgebaut. Eine mögliche soziale Isolation und Einsamkeit der Bewohner soll durch einen sozialen Service vermieden werden. Die technischen Möglichkeiten können vor Ort getestet werden, so z.B. Notrufsysteme, Boden- und Bettsensoren, Pneumatiktaster, ein sogenanntes Dementia-System für Demenzkranke, ein Medikamentensprecher sowie Temperatursensor und Falldetektor.

„In einer älter werdenden Gesellschaft wollen mehr Menschen länger selbstbestimmt in ihrem Zuhause leben. Barrierefreiheit beziehungsweise Barrierearmut sind immer wichtiger werdende Themen“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe.

Sonderpreis Kommunale Netzwerke in der Gesundheitsförderung „Mobile Seniorenberatung“

Landkreis Nordwestmecklenburg, Wismar

Dieses Vorhaben optimiert seit Juni 2016 die gesundheitliche Versorgung für Senioren auf kommunaler Ebene durch Beratungsangebote durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst des Landkreises Nordwestmecklenburg. Dazu ist ein „Gesundheitsmobil“ im Landkreis unterwegs – etwa alle drei Wochen am gleichen Standort zur gleichen Zeit. Dabei werden vor Ort Handlungsempfehlungen beispielsweise zum „Wohnen im Alter“, zu Vorsorgevollmacht/Patientenverfügung, zu Pflege/Betreuungsmöglichkeiten, zur Vermittlung von Pflegeeinrichtungen, zu Sturzprävention und zu einer Vielzahl von Antragstellungen gegeben. Zusätzlich können medizinische Check-ups wie Blutdruck- und Blutzuckermessungen genutzt werden. Zusätzlich zu den Touren werden Vorträge angeboten. Das Vorhaben arbeitet eng mit externen, regionalen Netzwerkpartnern zusammen. „Das Projekt gibt Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützt aktiv die kommunale Daseinsvorsorge. Das ist ein aktiver Beitrag, die Bürger vor allem in den ländlichen Regionen des Landkreises noch besser zu unterstützen“, sagte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Christian Pegel unterzeichnet für M-V Cuxhavener Appell 2.0

Cuxhaven – Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Ausbau der Offshore-Windenergie fordern die zuständigen Minister und Senatoren der fünf norddeutschen Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen von der Bundesregierung. Mit Vertretern der Offshore-Städte sowie der Branche haben sie am 11.09.2017 in der Stadt an der Elbmündung den „Cuxhavener Appell 2.0“ unterzeichnet. In dem Elf-Punkte-Papier fordern sie unter anderem eine Erhöhung der Ausbauziele, eine entsprechende Anpassung der Stromnetzkapazitäten sowie Unterstützung bei der Erforschung und Erprobung von Offshore-Windtechnologien.

„Mit diesem Appell an die Bundesregierung wollen wir die Offshore-Windenergie als Schlüsselbranche für ein Gelingen der Energiewende weiter stärken“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel und fügte hinzu: „Gemeinsam mit der Offshore-Windbranche haben die norddeutschen Länder mit dem Aufbau der erforderlichen Infrastruktur einen wesentlichen Anteil daran, dass die Kosten für offshore erzeugte Energie stark gesenkt werden konnten, innovative und weltweit nachgefragte Produkte und Dienstleistungen entwickelt wurden und eine exzellente industrielle Forschungs- und Entwicklungslandschaft entstanden ist. Die erste Ausschreibungsrunde im Frühjahr 2017 hat die Wettbewerbsfähigkeit der Offshore-Windenergie eindrucksvoll gezeigt und gleichzeitig verdeutlicht, welchen kostengünstigen Beitrag die Windenergie auf See für die Energiewende leisten kann. Jetzt gilt es, diese Wettbewerbsfähigkeit zu nutzen und zu stärken.“

Mit dem ersten Cuxhavener Appell 2013 konnten die Küstenländer eine Anhebung der Ausbauziele im „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG) erreichen. „Die Offshore-Windenergie in Deutschland hat seitdem rasante Fortschritte gemacht. Die Offshore-Windenergie sorgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette für hochqualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze im ganzen Bundesgebiet. Es gilt, die Chancen, die diese innovative Branche bietet, auch in Zukunft zu nutzen, um die Rolle Deutschlands als Technologieführer in der Offshore-Windenergie zu sichern und die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen“, fordert Christian Pegel unisono mit seinen norddeutschen Amtskollegen.

Großes bürgerschaftliches Engagement statt „Generation Selfie“

Satow – Jugendministerin Stefanie Drese hat am Sonnabend anlässlich des Jugendrotkreuz-Landeswettbewerbs in Satow das große freiwillige Engagement Jugendlicher und junger Erwachsener in Mecklenburg-Vorpommern gewürdigt.

So beträgt der Anteil der 14-29-jährigen in Mecklenburg-Vorpommern, die sich bürgerschaftlich engagieren, rund 54 Prozent, sagte Ministerin Drese unter Verweis auf den Länderbericht zum Deutschen Freiwilligensurvey des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA). Bundesweit beträgt die Quote freiwilligen Engagements bei den 14-29-jährigen laut DZA 47 Prozent.

Drese: „Damit ist die Engagementquote junger Menschen in Mecklenburg-Vorpommern überdurchschnittlich hoch. Ein Großteil der jungen Menschen in unserem Land zeichnet sich durch bürgerschaftlichen Einsatz und gesellschaftliche Teilhabe aus und widerlegt damit eindrucksvoll das Vorurteil von der selbstbezogenen ‚Generation Selfie‘“, so Drese. „Darauf dürfen wir in MV stolz sein.“

Veranstaltungen wie der Jugendrotkreuz-Landeswettbewerb festigen nach Ansicht der Ministerin das Gemeinschaftsgefühl und tragen zum sozialen Zusammenhalt bei. „Ihr messt eure Kräfte im fairen Wettbewerb, ihr erweitert eure Kenntnisse und Fertigkeiten und könnt diese heute unter Beweis stellen“, sagte Drese.

Die Ministerin bedankte sich in diesem Zusammenhang bei den rund 80 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die beim Auf- und Abbau der zwölf zu absolvierenden Stationen, als Organisatoren, Schiedsrichter oder Darsteller die Veranstaltung überhaupt erst möglich machen würden. „Dieses ehrenamtliche Engagement landauf, landab in allen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns macht unsere Gesellschaft lebens- und liebenswerter“, so Ministerin Drese am Sonnabend in Satow.

In Mecklenburg-Vorpommern sind über 6.000 Jugendliche im Jugendrotkreuz aktiv. Das reguläre Mitgliedsalter liegt zwischen sechs und 27 Jahren. Sie engagieren sich im Schulsanitätsdienst, lassen sich zu Rettungsschwimmern ausbilden oder treffen sich in außerschulischen Gruppen, um ihre Freizeit miteinander zu verbringen. So engagiert sich das „junge Gesicht“ des DRK gleichermaßen in der JRK-Schularbeit sowie in der außerschulischen Jugendverbandsarbeit, wobei die persönlichen und sozialen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen genutzt werden.