Kaselitz: Erfolgreiche Sozialarbeit für junge Zugewanderte durch Jugend-Integrationsmobil

Schwerin – Die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Dagmar Kaselitz, hat in Schwerin eine positive Zwischenbilanz der Arbeit des Jugend-Integrationsmobils (JIM) gezogen.

„Das Jugend-Integrationsmobil hilft jungen Migrantinnen und Migranten vor Ort ganz konkret durch niederschwellige Beratung und Angeboten zur Bewältigung von Problemen im Alltag. Damit hat das JIM in den letzten Monaten merklich zur Deeskalation in der Landeshauptstadt Schwerin beigetragen“, betonte Kaselitz nach einem Besuch im Schweriner Stadtteil Großer Dreesch.

In Schwerin kam es in der Vergangenheit an einzelnen Standorten vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Gruppen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie zwischen einheimischen Jugendlichen und Zugewanderten.

Das Sozialministerium hat das Projekt JIM der Stiftung Sozial-Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend im Frühjahr 2017 mit rund 67.000 Euro gefördert. Die Mittel stammen aus dem Integrationsfonds des Landes, die bis zum Jahr 2018 für Maßnahmen zur Förderung der gesellschaftlichen Integration und des Zusammenlebens zur Verfügung stehen.

Kaselitz: „Mit dem Mobil werden die Jugendlichen von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in der Innenstadt oder auf dem Dreesch direkt aufgesucht und erhalten Unterstützung zur Orientierung im neuen Lebensumfeld. So können Wissen und Verständnis in Bezug auf die hiesige Gesellschaft aufgebaut und Konflikte präventiv entschärft werden“, verdeutlichte die Integrationsbeauftragte.

Richtfest auf der größten Baustelle des Landes

Blick auf die Baustelle des ZMF © Betrieb für Bau und Liegenschaften M-V

Blick auf die Baustelle des ZMF © Betrieb für Bau und Liegenschaften M-V

Rostock – Finanzminister Mathias Brodkorb konnte heute mit Vertretern der Universitätsmedizin Rostock Richtfest auf der größten Baustelle des Landes feiern. Mit einem Investitionsvolumen von 165 Mio. Euro entsteht in Rostock zurzeit eines der weltweit modernsten Medizinischen Funktionsgebäude.

Die Universitätsmedizin Rostock verteilt sich derzeit noch auf sieben Standorte, künftig soll der Kernbereich auf dem Campus Schillingallee konzentriert werden. Mit dem Richtfest für das Gebäude der Zentralen Medizinischen Funktionen (ZMF) konnte nun die nächste Etappe auf dem Weg zu einem modernen Universitätsklinikum erreicht werden, das medizinisch-funktional, organisatorisch und logistisch den hohen Ansprüchen an die Hochleistungsmedizin gerecht wird. Der Neubau Zentrale Medizinische Funktionen wird künftig das Zentrum des Universitätsklinikums bilden. Durch den Abbau von Doppelstrukturen sollen zudem die Betriebskosten gesenkt werden.

Die Fertigstellung des Neubaus ist für Ende 2019 vorgesehen. Auf der Internetseite des Betriebs für Bau und Liegenschaften besteht die Möglichkeit, sich auf einer Webcam live über den Baufortschritt zu informieren.

Mathias Brodkorb: „Das ZMF ist die anspruchsvollste Baustelle im Land. Bei vollem Klinikbetrieb wird hier eine der modernsten Universitätskliniken der Welt gebaut. Mein großer Dank geht daher einerseits an die Bauleute, aber auch an das Klinikpersonal und die Patienten, die in engster Nachbarschaft mit dieser Großbaustelle leben und arbeiten.“

Vogelgrippe-Gefahr nicht gebannt – neue Fälle im In- und Ausland

Mühlengeez – „Die Gefahr der Vogelgrippe ist nicht gebannt. Das zeigt die aktuelle Lage im In- und Ausland“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft Umwelt, Dr. Till Backhaus, am Donnerstag auf einem Podium zur Tierseuchensituation auf der Mecklenburgischen Landwirtschaftsmesse MeLa.

Im Juli und August 2017 hatten bereits Belgien, Frankreich und Italien neue Fälle von Vogelgrippe gemeldet. Anfang August 2017 war in Sachsen-Anhalt ein infizierter Wildvogel gefunden worden.

Die zuletzt über Deutschland hinweg gezogene Vogelgrippe erwies sich als bisher schwerste und am längsten andauernde Geflügelpest der vergangenen Jahre. In Mecklenburg-Vorpommern waren zwischen dem 8. November 2016 und dem 9. Mai dieses Jahres 15 Fälle der Seuche bekannt geworden. Betroffen waren neben einer Puten- und einer Legehennenfarm neun Hobby-Geflügelhaltungen und vier Zoos und Tierparks. Deutschlandweit waren 107 infizierte Vögel aus Haltungen und mehr als 1150 erkrankte Wildvögel gezählt geworden. Vogelgrippe-Fälle wurden in demselben Zeitraum aus weiteren 28 europäischen Staaten gemeldet.

„In Mecklenburg-Vorpommern wird das Wildvogelmonitoring fortgesetzt. Die Untersuchung verendeter und erlegter Wildvögel ist das wichtigste Instrument zur Früherkennung der Vogelgrippe. Als Risikogebiete eingestufte Rast-, Brut- und Überwinterungsplätze wilder Wasservögel werden weiter überprüft“, so Backhaus. Zudem sollen in den Biosicherheitskonzepten der Geflügelhalter – sie legen Vorsichtsmaßnahmen gegen die Infektion mit dem Virus fest – Lücken geschlossen werden. Für Rasse- und Kleinstgeflügelhalter werden außerdem Empfehlungen zur Einrichtung von Schutzvorrichtungen erarbeitet.

Auf dem Forum informierte der Minister zudem über die Gefährdung von Honigbienen durch Parasiten: „Im Land halten etwa 2.500 Imker rund 25.000 Bienenvölker. Die Biene belegt damit nach Rind und Schwein Platz 3 der wichtigsten Nutztiere. Mehr als drei Viertel der hiesigen Flora – darunter Obst und Gemüse – sind auf die Insektenbestäubung angewiesen; der wirtschaftliche Wert eines Bienenvolkes lässt sich nicht allein an dessen Honigleistung bemessen.“

Als einer der bedeutsamsten Bienenschädlinge gilt die Varroa-Milbe; inzwischen geht man von flächendeckendem Befall der Bienenvölker im Land aus. Auf dem Vormarsch ist zudem die Amerikanische Faulbrut. „Beim Bienengesundheitsdienst der Tierseuchenkasse erhalten Imker Beratung und praktische Anleitung bei der Bekämpfung von Bienenseuchen“, so Dr. Backhaus. Der Bienengesundheitsdienst wird bis 2019 zu 80% vom Land finanziert.

Sowohl vom Verlust von Bienenvölkern betroffene Imker, als auch Geflügelhalter die durch die Vogelgrippe Tiere verloren haben, können durch die Tierseuchenkasse entschädigt werden, jedoch nur, soweit eine ordnungsgemäße Meldung und Beitragszahlung erfolgt ist.

Gefahr durch ASP fordert Bauern, Jäger und Land

Mühlengeez – „Bislang gibt es keine Hinweise auf Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Mecklenburg-Vorpommern. Doch auch hierzulande gibt es wegen optimaler Lebensraumbedingungen einen hohen Wildschweinbestand, der durch eine Einschleppung dieser hochansteckenden Tierseuche in besonderem Maße bedroht wäre.“ – Das erklärte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, auf einem Forum zur nationalen und internationalen Tierseuchensituation auf der Mecklenburgischen Landwirtschaftsmesse MeLa.

Dennoch ist das Landwirtschaftsministerium auf einen möglichen Ausbruch der für den Menschen ungefährlichen, aber für Wild- und Hausschweine hochansteckenden Virusinfektion vorbereitet. „Inzwischen breitet sich die für Schweine tödlich verlaufende Seuche bis nach Polen und Tschechien aus. Sollte das Virus auf Hausschweinbestände übergreifen, werden Handelsbarrieren notwendig, die zu finanziellen Verlusten bei den betroffenen Landwirten und schlimmstenfalls zum wirtschaftlichen Niedergang ganzer Regionen führen können“, warnte Backhaus

Übertragen wird der Erreger der Afrikanischen Schweinepest durch den direkten Kontakt von Tier zu Tier, außerdem durch Schlachtabfälle, durch virusbehaftete Fahrzeuge, Gerätschaften oder Kleidungsstücke etwa von Jägern oder Landwirten. Speisereste, die von Wildschweinen aufgenommen werden, sind eine weitere Infektionsquelle; das Virus bleibt in unbehandeltem wie in verarbeitetem Fleisch bis zu sechs Monate überlebensfähig. Für den Menschen birgt der Verzehr infizierten Fleisches unterdessen kein Risiko, so der Minister.

In einem neuen Faltblatt mit dem Titel „Die Afrikanische Schweinepest bedroht M-V! Vorbeugung ist notwendig!“ informiert das Landwirtschaftsministerium Verbraucher, Jäger und Landwirte über die Tierseuche sowie zu Möglichkeiten der Vorbeugung. Verbraucher sind aufgefordert, keine Fleisch- oder Wurstwaren, die Schweinefleisch enthalten, aus dem Ausland mitzubringen. Speisereste sollen ausschließlich in verschließbare Tonnen entsorgt werden und das Füttern von Wildschweinen unterbleiben. Für Landwirte und Hobby-Schweinehalter sind Aufklärungskampagnen und strikte Kontrollen der Hygienestandards in den Ställen vorgesehen.

Auch legte das Landwirtschaftsministerium als oberste Jagdbehörde zusammen mit dem Landesjagdverband, dem Bauernverband und der Landesforstanstalt Maßnahmen zur Reduzierung des stetig anwachsenden Schwarzwildbestandes fest. Dazu gehören u. a. verstärkte Schwarzwildjagden nach Ende der Erntearbeiten, besonders im Fünf-Kilometer-Umkreis von Hausschweinehaltungen und schweinepestgefährdeten Gebieten, außerdem die verstärkte Jagd und die Abschussfreigabe ohne Gewichtsbegrenzung auf Frischlinge und Wildschweine im zweiten Lebensjahr. Landwirte sollten Saat- und Ernte-Termine der Jägerschaft bekannt geben, Mais- und Rapsfelder durch niedrige Blüh- oder Kulturstreifen strukturieren um die Bejagung unterstützen und Feldfrüchte restlos ernten, um keine Wildschweine anzulocken.

Für Jagdtouristen gilt ein Einführungsverbot von Jagdtrophäen aus dem Ausland. Zudem sind Übungen der oberen Jagd- und Veterinärbehörden mit Zoll, Bundeswehr und Polizei geplant. Zusätzliche Überwachungsprogramme geben den Behörden Aufschluss über den Zustand der Wildschweinpopulation im Osten des Landes.

Die Zahl der Wildschweine ist seit zehn Jahren bundesweit deutlich im Anstieg begriffen. Das klimatisch bedingte üppige Nahrungsangebot, geringe „Winterverluste“ beim Nachwuchs und gute Versteckmöglichkeiten durch veränderte Waldbewirtschaftung führten zur Verdoppelung der Reproduktionsrate bei Wildschweinen binnen 30 Jahren. Lag der Frühjahrsbestand an einjährigen und älteren Schweinen in Mecklenburg-Vorpommern im Frühjahr 2016 noch bei 20- bis 25.000 Tieren, so schätzen Forst-Experten des Landwirtschaftsministeriums den Zuwachs an Frischlingen bis zum Frühjahr 2017 auf 50 bis 75.000 Tiere.

Festakt bei der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern

200 neue Auszubildende aufgenommen – 37 Gesellen freigesprochen

Stralsund – Gesellenfreisprechung für 37 Absolventen und Begrüßung der 200 neuen Auszubildenden – mit einem Festakt würdigte die Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern den Fachkräftenachwuchs der Region. „Die frischgebackenen Absolventen und die jungen Auszubildenden werden dringend gebraucht. Junge Menschen im Land wenden sich dem Handwerk zu. Dank der fundierten Handwerksausbildung und dem hohen Engagement der ausbildenden Unternehmen stehen den jungen Menschen zahlreiche berufliche Perspektiven offen. Entscheidend ist jetzt, dass die Betriebe ihren jungen Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten anbieten, um sie im Unternehmen zu halten“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph in Stralsund.

Die Veranstaltung fand im Zusammenhang mit dem „Tag des Handwerks“ statt, der am Sonnabend (16.09.) bundesweit gefeiert wird.

Insgesamt 49 Auszubildende nahmen an den Abschlussprüfungen teil, 37 haben bestanden (Quote: 75,5 Prozent). Die Absolventen kommen aus den Gewerken Maurer (5 Gesellen), Zimmerer (2), Dachdecker (3), Bäcker (1), Konditor (5), Friseur (4), Bauten- und Objektbeschichter (2), Maler und Lackierer (6), Tischler (4), Kosmetikerin (1) sowie Kfz-Mechatroniker (4). In den Berufen Konditor, Bauten- und Objektbeschichter, Tischler, Kosmetikerin und Kfz-Mechatroniker lagen die jeweiligen Bestehensquoten bei 100 Prozent. Als Jahrgangsbester wurde der Kfz-Mechatroniker David Albrecht vom Autohaus Klaus Schmidt in Ribnitz-Damgarten ausgezeichnet. Als vorbildlicher Ausbildungsbetrieb erhielt die Zimmerei und Holzbau Wirth GmbH aus Niepars eine Ehrung. „Die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung ist der erste Schritt. Um im Berufsleben im Takt zu bleiben sind weitere Qualifizierungen unausweichlich. Vor allem die Meisterausbildung im Handwerk ist ein geeignetes Instrument, die fachlichen Kenntnisse zu erweitern und zugleich betriebswirtschaftliches Wissen aufzunehmen und so erfolgreich Unternehmen gründen, übernehmen und erfolgreich führen zu können“, sagte Rudolph.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Fachkräftesicherung im Handwerk unter anderem durch das „Meister-Extra“ in Höhe von 1.000 Euro für Handwerksmeister als Anerkennung für ihren Abschluss. 2018 soll das Meister-Extra verdoppelt werden; die 50 Besten sollen 5.000 Euro erhalten. Existenzgründern im Handwerk wird zudem die Unternehmensnachfolge durch die „Meisterprämie“ in Höhe von 7.500 Euro erleichtert.

Zum diesjährigen Ausbildungsbeginn wurden im Bereich der Kreishandwerkerschaft 200 neue Lehrverträge in insgesamt 39 Gewerken abgeschlossen. Unter anderem treten auch ein Glaser, zwei Segelmacher, ein Schornsteinfeger, ein Parkettleger, ein Steinmetz und ein Fotograf ihre Ausbildung an. Diese Berufe werden selten ausgebildet. Insgesamt bilden derzeit 316 Betriebe in 58 Berufen rund 800 junge Menschen aus. „200 motivierte junge Menschen sind jetzt Teil der Handwerksfamilie. Ziel ist es, dass die Auszubildenden auch am Ball bleiben und bei eventuell auftretenden Schwierigkeiten von den Unternehmen Unterstützung und Begleitung erfahren“, sagte Rudolph.

Nach Angaben der Handwerkskammer Schwerin sind zum diesjährigen Ausbildungsstart 533 neue Ausbildungsverträge geschlossen worden (Stand 15.08.2017), das entspricht einem Plus von 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern sind 952 Ausbildungsplätze neu besetzt worden (Stand 25.08.2017); im Vorjahr waren es 933 Ausbildungsplätze.

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 4.985 Lehrlinge und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1.000 Einwohner wird der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1.000 Einwohnern deutlich übertroffen.

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe feiert 20-jähriges Bestehen

Dömitz – „Wir holen Sie ins Boot!“- Unter diesem Motto feiern heute das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat sowie zahlreiche Gäste das 20-jährige Jubiläum der Anerkennung der Flusslandschaft Elbe durch die UNESCO. Bei einer Schiffstour im „Vierländereck“ von Dömitz sind neben 100 Vertretern aus Politik, Verwaltung und Partnerinstitutionen des Biosphärenreservates, der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel, Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger, die Umwelt-Staatssekretäre Klaus Rehda aus Sachsen-Anhalt und Dr. Jürgen Buchwald aus Mecklenburg-Vorpommern eingeladen.

„Der Mensch und die Biosphäre“ lautet der Name des UNESCO-Programms, in dessen Rahmen die fünf genannten Bundesländer 1997 gemeinsam die Auszeichnung der UNESCO erhielten. Mit dem in Kraft Treten des Gesetzes über das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern am 1. Februar 2015 gehört auch der Teil in Mecklenburg-Vorpommern dazu.

Dr. Buchwald lobte das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe als „ein konkretes Angebot in der Region, um nachhaltige Entwicklung mit engagierten Akteuren und Partnern konkret umzusetzen“. Dabei seien besonders im mecklenburg-vorpommerischen Teil die zahlreichen Partner des Biosphärenreservates zu nennen. Von den länderübergreifend 114 im Netzwerk tätigen unternehmerischen Initiativen, entwickeln allein in Mecklenburg-Vorpommern 40 Partner nachhaltige regionale Wirtschaft und unterstützen diese.

Aber auch konkrete Angebote für die Bewohner und Gäste des Biosphärenreservates wurden mit dem Biosphärenband Schaalsee-Elbe geschaffen. Das Band erstreckt sich von Dömitz im Süden über Boizenburg bis in das angrenzende UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Vier Ausstellungen entlang des Grünes Bandes sind wesentliche Anlaufpunkte, um sich über Natur, Geschichte und Tourismus der Region zu informieren. Als Orte der Bildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden hier zahlreiche Veranstaltungsangebote von Junior-Ranger-Programm bis öffentliche Führungen geboten.

Bundesweite Anerkennung hat auch der ehemalige Truppenübungsplatz Lübtheen erhalten, der als bedeutsame Fläche für den Naturschutz vor über zwei Jahren in die Flächenkulisse des Nationalen Naturerbes (NNE) aufgenommen wurde. Mit einer Größe von insgesamt 6.280 ha stellt dieses Gebiet bundesweit das größte zusammenhängende Einzelgebiet dar.

Alle Minister und Staatssekretäre waren sich darüber einig, dass das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe auch in den kommenden Jahren kraftvoll unterstützt werden müsse. Die Verwaltungsstellen des Biosphärenreservats sind wichtige Partner für die Regionalentwicklung.

MV steigt auf: Netzwerk sucht weitere Mitgliedskommunen

Schwerin – Ein neues Netzwerk aus Städten und Gemeinden will mit vereinten Kräften den Radverkehr in Mecklenburg-Vorpommern stärken. Landesenergieminister Christian Pegel, für Verkehr und Klimaschutz zugleich zuständig, übergab den Initiatoren einen Zuwendungsbescheid über 80.000 Euro. Damit soll die Arbeitsgemeinschaft „MV steigt auf! Gemeinsame Initiative fußgänger- und fahrradfreundlicher Kommunen und des Landes M-V zur Förderung der Nahmobilität“ ins Leben gerufen und in den ersten drei Jahren unterstützend finanziert werden.

„Mit einem solchen Netzwerk können die Kompetenzen in den Kommunen gebündelt und ausgebaut, ihr Bewusstsein für das Radfahren gestärkt, neue Ideen entwickelt und umgesetzt werden“, sagte der Minister bei der Übergabe des Bescheids im Rostocker Rathaus und fügte hinzu: „Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Kommunen, die als Baulastträger für einen Großteil der Radwege im Land zuständig sind, ihre Arbeit besser untereinander abstimmen können. Durch die Konzentration des Fachwissens wird ihnen eine qualifizierte Planung, Antragstellung und Erhaltung im Radwegebau erleichtert.“

Die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft, die mit Hilfe der Anschubfinanzierung in Rostock aufgebaut werden soll, kann dann z. B. Fördermittelanträge koordinieren und trägerübergreifende Projekte durchführen. „Mit der Zuwendung des Ministeriums können wir eine Projektstelle in der Geschäftsstelle finanzieren. Noch im November werden wir zu einer Gründungsveranstaltung einladen“, sagt Holger Matthäus. Rostocks Bau- und Umweltsenator hat das Projekt mit ins Leben gerufen. Neben Rostock haben Neustrelitz, Schwerin, Greifswald, Stralsund, Anklam und Bergen auf Rügen Interesse an einer Mitgliedschaft bekundet, dazu als Kooperationspartner verschiedene Institutionen im Land wie der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), der Tourismusverband und die Verkehrswacht.

„In den meisten anderen Bundesländern haben sich solche Arbeitsgruppen längst etabliert. Ich bin sehr froh, dass wir in M-V jetzt nachziehen“, sagte der Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC, Martin Elshoff. Er betonte: „Radverkehrsförderung ist mehr als Radwegebau. Erforderlich sind aufeinander abgestimmte Konzepte und Maßnahmen für die·Infrastruktur, die Öffentlichkeitsarbeit und den Service für Radfahrer.“

Erste Projektideen für die Arbeitsgemeinschaft gibt es bereits: eine gemeinsame Kampagne, bei der sie mit Faltblättern, CityCards, Broschüren und einem Film fürs Radfahren und Zufußgehen als klimafreundliche und gesundheitsfördernde Fortbewegungsarten werben. Auch das jährliche Stadtradeln könnte in M-V künftig durch die Arbeitsgemeinschaft, in Zusammenarbeit mit dem Energieministerium, koordiniert werden.

Neustrelitz‘ Bürgermeister Andreas Grund, ebenfalls Mitinitiator der AG, warb bei der Entgegennahme des Zuwendungsbescheids: „Je mehr Städte und Gemeinden das Netzwerk mit Leben erfüllen, desto mehr können wir erreichen. Für unsere Einwohner genauso wie für unsere Gäste. Und nicht zuletzt für unsere Umwelt.“