Holzwerkstoffhersteller aus Wismar forscht an neuartiger Fußbodenplatte

Wismar – Die Egger Holzwerkstoffe GmbH & Co. KG aus Wismar forscht derzeit an neuen HDF-Platten (HDF= Hochdichte Faserplatte), die auch in Feuchträumen zum Einsatz kommen sollen. „Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Egger Holzwerkstoffe beschäftigt sich mit einem praxisnahen Problem: In Verbindung mit Feuchtigkeit können Holzwerkstoffe aufquellen und dabei dauerhaft ihre Form verändern. Das soll mit den in Wismar neu entwickelten Platten geändert werden, um eine mögliche Alternative zu Fliesen zu produzieren. Das ist ein beispielhaftes Projekt für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern: nach erfolgreicher Entwicklung und umfangreichen Laborversuchen soll am Ende ein marktfähiges Produkt entstehen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Das Unternehmen produziert seit 1999 Holzwerkstoffe in Wismar. Neben Faserplatten unterschiedlicher Dichte gehören Laminatfußböden, Leim und Tränkharze zu den Produkten. Ziel des Projektes ist die Entwicklung neuer Platten, die sich unter anderem durch verbesserte Quelleigenschaften, eine erhöhte Biegefestigkeit und einen geringeren Formaldehydgehalt auszeichnen. Bisher bestehen HDF-Platten aus Holzfasern, die bei Kontakt mit Wasser aufquellen und so den Fußbodenbelag beschädigen können.

Die Herausforderung des Vorhabens besteht darin, Holzfasern in der Holzwerkstoffplatte vollständig vom Bindemittel zu umschließen und so den direkten Kontakt zwischen Wasser und Faser zu verhindern. Damit einhergeht, dass die Platten an Stabilität gewinnen, sodass sie insgesamt sogar dünner gefertigt werden und dennoch gleichen Anforderungen genügen. Bei der Herstellung von HDF-Platten werden diesen Bindemittel beigemischt, um für die nötige Elastizität zu sorgen und somit die Biegefestigkeit zu gewährleisten.

Durch die Modifikation des Binders in der Trägerplatte sollen neben der Erhöhung der Quellungsresistenz und der signifikanten Verbesserung der Festigkeiten auch die in Holz und Leim natürlich vorkommenden flüchtigen Verbindungen nochmals deutlich reduziert werden. „Das Familienunternehmen Egger Holzwerkstoffe in Wismar hat sich mit seinen rund 900 Mitarbeitern einen guten Ruf erarbeitet und steht für Qualitätsarbeit aus Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem jetzt laufenden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben setzt der Betrieb seinen Weg konsequent fort, Lösungen rund um das Leben und Arbeiten mit Holz anzubieten“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit den „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 74.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 190.000 Euro. Für die EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

EGGER ist ein weltweit agierendes Familienunternehmen mit Standorten in Europa, Russland und der Türkei. Das Werk in Wismar existiert seit 1999. Mit innovativen Lösungen und bedarfsorientierten Komplettangeboten rund um den Werkstoff Holz, versucht das Werk, seine Kunden zu begeistern. Alleine am Standort in Wismar verarbeiten die rund 900 Mitarbeiter jährlich rund 2 Millionen Raummeter Holz.

Dieses Projekt wird kofinanziert von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Sturmtief Xavier: Zur aktuellen Situation im Netzgebiet der WEMAG Netz GmbH

10.000 Kunden weiter ohne Strom

Schwerin – Sturmtief Xavier verursachte am 5. Oktober 2017 im gesamten Netzgebiet der WEMAG Netz GmbH zahlreiche Störungen in allen Netzebenen.

Aktuell können rund 10.000 Kunden nicht mit Strom versorgt werden. Vor allem Kunden in der Prignitz, im Hagenower Umland und im Bereich Brahlstorf-Vellahn-Boizenburg sind noch betroffen.

Die Mitarbeiter der WEMAG-Netzdienststellen sind mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz, um die Störungen so schnell wie möglich zu beseitigen und die Versorgung wieder herzustellen.

Schäden an technischen Anlagen können dem Störungsmanagement der WEMAG Netz GmbH gemeldet werden.

Rufnummer des Störungsmanagements: 0385 755-111

„Blutiges Gold“ glänzt ab heute in Groß Raden

Ministerin Hesse: Vorgeschmack auf Archäologisches Landesmuseum

Groß Raden – Gleich dreifach beeindruckt zeigte sich Kulturministerin Birgit Hesse bei der Eröffnung der Archäologieschau „Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit“: „Zum einen sind da natürlich die Funde an sich. Dazu kommt die sagenhafte Geschichte dahinter. Und zum Dritten ist beides zusammen ein Stück Geschichte, und zwar ein bislang unbekanntes“, sagte sie in Groß Raden, wo die Ausstellung nun für ein Jahr im Museumsgebäude des Freilichtmuseums zu sehen ist.

Die Schlacht im Tollensetal, die im Mittelpunkt der Ausstellung steht, hat vor 3.200 Jahren stattgefunden. Die Ausgrabungen verweisen damit auf das älteste Schlachtfeld Europas und werfen ein neues Licht auf die Bronzezeit, die bislang als weitgehend friedliche Ära galt. Die Tollense hat es dafür nach Groß Raden geschafft: Die Ausstellung ist entlang eines virtuellen Flusses inszeniert, zu dessen Seiten die Überreste des bronzezeitlichen Gewaltkonflikts ausgestellt sind.

„‚Blutiges Gold‘ lädt alle Besucher dazu ein, entlang der Funde auf Spurensuche zu gehen. Entdeckungen machen, Personen mit Funden verbinden, Geschichte greifen – all das erlaubt diese Ausstellung“, erklärte die Ministerin, „vor allem aber vermittelt sie einen Eindruck davon, welche wertvollen Funde unser Land zu bieten hat. Wertvoll nicht nur in materieller Hinsicht, sondern erst recht in kultureller und historischer.“

Somit sei „Blutiges Gold“ auch ein Vorgeschmack auf das geplante Archäologische Landesmuseum (ALM) in Rostock. Dort steht die Entscheidung über einen Standort für das Museum noch aus: Zur Debatte stehen das ehemalige Schifffahrtsmuseum und ein Neubau im Stadthafen. „Darüber kann nur die Hansestadt Rostock selbst entscheiden. Ich wünsche mir, dass sich Bürgermeister und Bürgerschaft möglichst schnell verständigen, denn auf dieses Museum haben wir lange genug gewartet“, appellierte Hesse an die Verantwortlichen.

Kita „Witziner Weltentdecker“ eingeweiht

Witzin – „Witzin ist ein leuchtendes Beispiel für ein genrationenübergreifendes und lebendiges Gemeindeleben im ländlichen Raum“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus in Witzin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) anlässlich der Neueröffnung der Kindertagesstätte „Witziner Weltentdecker“.

Das Gemeindehaus, das bereits im Jahr 2005 teilsaniert wurde, soll aufgrund der demografischen Veränderungen der letzten Jahre und der wachsenden Einwohnerzahl erweitert, umgebaut und in zwei Bauabschnitten saniert werden. Mit der Kindertagesstätte „Witziner Weltentdecker“ wurde nunmehr der erste Bauabschnitt nach anderthalb Jahren erfolgreich fertiggestellt.

Die Nachfrage nach Krippen- und Kindergartenplätzen war vor dem Umbau so groß, dass in der Vergangenheit nicht alle Anträge der Eltern berücksichtigt werden konnten. Die Kita ist durch einen bedarfsgerechten Wintergartenanbau erweitert worden, sodass die Spiel- und Bewegungsfläche für die Kinder nunmehr größer ist. Zu den weiteren Umbau- und Sanierungsarbeiten gehören der Bau einer neuen Küche sowie der Umbau der ehemaligen Küche zu einem Wasch- und WC-Raum. Darüber hinaus wurde der Kindergartenwaschraum erneuert, ein Hauswirtschaftsraum geschaffen und Schallschutzdecken und Fußbodendämmung im Kita-Bereich realisiert. Durch diese Erweiterung können zu den bisherigen 30 Kita-Plätzen sechs Plätze zusätzlich angeboten werden (24 Kindergarten- und 12 Krippenplätze).

Die Gesamtkosten von über 493.000 Euro werden mit knapp 321.000 Euro entsprechend der Richtlinie für die integrierte ländliche Entwicklung (ILERL MV) bezuschusst.

Ziel des 2. Bauabschnittes ist es, einen der bestehenden Gemeinderäume zu einem Mehrzweckraum umzubauen. Außerdem soll ein behindertengerechtes WC geschaffen werden. Dies soll im Jahr 2018 geschehen.

Die Gemeinde Witzin mit 456 Einwohnern wird vom Amt Sternberger Seenlandschaft verwaltet. Sie zeichnet sich insbesondere durch das von verschiedenen Vereinen getragene gesellschaftliche Leben aus. Dazu gehören neben einem Angler-, Inlineskating-, Dorf- und Tanzverein auch die Jagdgenossenschaft, die Kirchgemeinde, die Freiwillige Feuerwehr sowie die Plattsnacker, die Seniorensportgruppe und die Witziner Dormusikanten. Im Jahr 2015 hat Witzin erfolgreich am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen. Die Gemeinde belegte hinter Pinnow und Lohmen den dritten Platz. Abei erhielt sie eine Ehrung als besonders kinder- und jugendfreundliche Gemeinde.

Start der Initiative „Demenz Partner“ in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Im Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung fand die landesweite Auftaktveranstaltung der Initiative „Demenz Partner“ statt. Ziel der bundesweiten Aktion ist es, mehr Verständnis für Menschen mit Demenz und deren Angehörige zu entwickeln.

Das Thema Demenz gewinnt angesichts des stetig zunehmenden Anteils immer Älterer an der Gesamtbevölkerung gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern an Bedeutung. In unserem Bundesland leben derzeit ca. 35.000 Menschen mit Demenz. Tendenz steigend. Davon werden etwa 75 Prozent zu Hause betreut.

Ministerin Stefanie Drese, die mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihres Ministeriums am 90-minütigen Kompaktkurs teilnahm und sich zur „Demenz-Partnerin“ schulen ließ, betonte: „Das Wissen um die Krankheit ist noch nicht allzu verbreitet und zudem bestehen teilweise Berührungsängste. Darum ist es wichtig, möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern Informationen zum Krankheitsbild, zum Umgang mit den Betroffenen und mögliche Hilfen für die Angehörigen zu vermitteln.“

In Mecklenburg-Vorpommern unterstützt der Landesverband der Deutschen Alzheimer Gesellschaft die Demenz-Initiative. Mit den Demenz Partner-Schulungen soll erreicht werden, Demenzkranke länger in die Gesellschaft zu integrieren, Angehörige zu entlasten und Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen Sicherheit im Umgang zu geben.

Im Rahmen der Schulung wird weiterführend auf die bereits vorhandenen Unterstützungs- und Selbsthilfeangebote der Akteure vor Ort sowie Schulungen für Angehörige hingewiesen.

Unternehmen, Organisationen und Vereine, die eine solche Schulung für Mitarbeiter anbieten wollen, können sich an das Kompetenzzentrum Demenz für Mecklenburg-Vorpommern wenden. Hier werden die Anfragen koordiniert.

Landesregierung unter Strom

Minister Caffier übergibt der Zentralen Fahrbereitschaft vier Elektrofahrzeuge

Schwerin – Innenminister Lorenz Caffier hat heute neue Dienstfahrzeuge in den Dienst der Landesregierung gestellt und der zentralen Fahrbereitschaft des Landes übergeben. Bei den vollelektrischen Fahrzeugen handelt es sich um das Modell BMW i3. Die kompakten Stromer ergänzen als vollwertige Dienstwagen den Fuhrpark der Landesregierung. Die Landesregierung hat im gemeinsamen Koalitionsvertrag vereinbart sich für einen Einsatz von unter anderem Elektrofahrzeugen in der Landesverwaltung einzusetzen.

„ Der Elektromobilität gehört die Zukunft, auch wenn es noch viele Vorbehalte gibt, was Reichweite, Lademöglichkeit und Preis betrifft. Bekanntlich geht probieren über studieren“, so Innenminister Lorenz Caffier und ergänzt: „Mit unserer Beschaffung setzen wir Impulse für den Elektro-Antrieb und verleihen dieser Zukunftstechnik neue Schubkraft.

Jeder Bedienstete kann im Rahmen seiner Dienstreise von nun an ein entsprechendes Fahrzeug nutzen und seine ganz persönliche Erfahrung mit der Elektromobilität machen. Die neuen Leasingfahrzeuge mit einer Höchstleistung von immerhin 75 kW und einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h verfügen über eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern.

Bereits Ende 2014 bis Ende 2016 wurde in einem Pilotprojekt mit einem E-Smart in der Zentralen Fahrbereitschaft der Landesregierung das Thema „Elektromobilität“ gestartet. Nunmehr soll das Thema weitergeführt bzw. erweitert werden.

Die neuen Fahrzeuge BMW i3 wurden für 24 Monate und 15.000 km p.a. geleast und ersetzen vier Fahrzeuge mit herkömmlichem Verbrennungsmotor im zentralen Fuhrpark. Ein weiteres, fünftes Fahrzeug vom Typ BMW i3 wird im kommenden Monat den Fuhrpark der Landesregierung verstärken.

A20 bei Tribsees wird weitergehend untersucht

Schwerin – An der Autobahn 20 auf dem Damm an der Trebeltalbrücke wird nun vorsorglich auch die Fahrbahn in Richtung Stettin vermessungstechnisch auf Setzungen kontrolliert. Das heißt, neben der Überwachung durch das Personal der Autobahnmeisterei Süderholz führt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr wöchentlich Höhenmessungen an der Fahrbahn durch. Nach derzeitigem Stand kann der Verkehr auf dieser Fahrbahn auf den zwei provisorisch eingerichteten Spuren, eine pro Richtung, erst einmal weiterrollen.

Außerdem wird das Landesamt für Straßenbau und Verkehr ein weiteres umfangreiches Gutachten beauftragen, mit dem einerseits die konkrete Schadensursache näher ermittelt und zudem der Untergrund des gesamten Damms auf einer Länge von ca. 1000 Metern untersucht werden soll. Dabei werden vorsorglich mögliche Setzungen der zweiten Fahrbahnhälfte mit betrachtet. Mit den Ergebnissen des ersten Gutachtens, das im August beauftragt worden war, wird in diesem Monat gerechnet.

Bis beide Gutachten vorliegen, werden bereits vorsorglich Maßnahmen geprüft, die veranlasst werden müssten, wenn auch die zweite Richtungsfahrbahn von Setzungen betroffen wäre.

„Wir haben uns dabei keine Denkverbote auferlegt und versuchen, für jeden denkbaren künftigen Fall ausreichend vorbereitet zu sein“, beschreibt Landesverkehrsminister Christian Pegel die derzeit breit angelegten Vorprüfungen der Straßenverkehrs- und -baubehörden.

So werde – vor allem falls sich auch die zweite Fahrbahn als nicht ausreichend tragfähig fest erweisen sollte – geprüft, ob es kurzfristig umzusetzender bzw. erforderlicher Maßnahmen bedarf wie eine weitere Absenkung der Höchstgeschwindigkeit oder die Sperrung für den kompletten LKW-Verkehr, um die Belastung des Damms zu verringern. Für den eventuellen Fall, dass Letzteres erforderlich werden sollte, prüfen die zuständigen Behörden vorsorglich gegebenenfalls benötigte Umleitungsstrecken.

Ergänzend werden vorsorglich auch nur mittelfristig umzusetzende Maßnahmen wie der Bau einer ca. 100 Meter langen Behelfsbrücke im Bereich des bereits gesperrten Bereichs in Richtung Rostock geprüft. Damit könnte die Zeit überbrückt werden, bis eine dauerhafte neue Konstruktion als Ersatz für den absackenden Damm gebaut werden konnte.

Die Fachbehörden müssen aber auch das weitgehendste Szenario prüfen. Sofern dieses eintreten sollte, müsste man sich mit den zuständigen Straßenbehörden auch auf eine Vollsperrung des betroffenen Autobahnabschnitts und die Ausweisung ggf. großräumiger Umleitungen über Bundesfern- und Landessstraßen vorbereiten.

„Wir sind äußerst bestrebt, die Befahrbarkeit der Autobahn mindestens für den PKW-Verkehr zu gewährleisten, auch wenn dies langsamer und auf weniger Spuren möglich ist als üblich“, sagt Landesverkehrsminister Christian Pegel und fügt hinzu: „Wir können aber zurzeit die Entwicklung des Zustands der Autobahn in den kommenden Tagen und Wochen nicht sicher voraussagen und müssen uns deshalb auf alle denkbaren Szenarien vorbereiten.“

Er weist auch noch einmal darauf hin: „So lange die oben genannten Gutachten nicht vorliegen, sind keine verlässlichen Aussagen zu Umfang, Dauer und Kosten der erforderlichen Reparaturarbeiten möglich.“

110 Millionen zusätzlich für die Sanierung von Schulen

Schwerin – Die Landesregierung wird ein Sonderprogramm für den Schulbau im Umfang von 110 Millionen Euro auflegen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Bildungsministerin Birgit Hesse haben das Programm bei einem Besuch in der Grundschule am Mueßer Berg in Schwerin angekündigt. 100 Millionen Euro sind für öffentliche Schulen vorgesehen. Diese setzen sich aus Bundesmitteln (75 Mio. Euro) und aus Landesmitteln aus dem Strategiefonds (25 Mio. Euro) zusammen. Außerdem sollen den freien Schulen im Land 10 Millionen Euro zu Gute kommen. Dafür werden weitere Mittel aus einem Investitionsprogramm des Bundes genutzt.

„Wir wollen, dass unsere Kinder in den Schulen beste Bedingungen vorfinden. Dazu gehören auch moderne Schulgebäude. Mecklenburg-Vorpommern hat sich auf Bundesebene immer dafür eingesetzt, dass der Bund finanzschwache Kommunen beim Bau und der Sanierung von Schulen unterstützen kann. Mit diesem Programm geben wir die Bundesmittel weiter und packen noch Landesmittel oben drauf“, erläuterte die Ministerpräsidentin. „Wir wollen den Kommunen mit diesem Programm dabei helfen, die wichtigsten Schulsanierungsvorhaben zügig auf den Weg zu bringen.“

Ein besonderer Schwerpunkt des Programms soll die Inklusion sein. „Mit den Partnern des Inklusionsfriedens haben wir uns auf eine behutsame Umsetzung der Inklusion verständigt“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Dazu gehört auch, bauliche Voraussetzungen zu schaffen, von denen alle Kinder und Jugendlichen profitieren. Damit sich Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Beeinträchtigungen in der Schule zurechtfinden, ist mehr notwendig, als nur ein rollstuhlgerechtes Gebäude zu schaffen. Für Menschen mit Sehbehinderungen sind beispielsweise auch Leitsysteme wichtig“, erläuterte Hesse.

Das Land will im nächsten Schritt mit den Kommunen abstimmen, welche Schulbauvorhaben aus dem Sonderprogramm gefördert werden. Außerdem werde das Land die Modernisierung von Schulen weiter über bestehende Förderprogramme wie zum Beispiel die Städtebauförderung unterstützen. „Wir gehen davon aus, dass während der laufenden Wahlperiode weitere 165 Millionen Euro über bestehende Förderprogramme in moderne Schulgebäude investiert werden. Mit 275 Millionen Euro können wir in den Schulen viel bewegen“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Schweizerisch-vorpommersches Know-how für den Weltmarkt

Schwerin/Bern Das Treffen von Unternehmern aus Mecklenburg-Vorpommern und Vertretern schweizerischer Wirtschaft in Bern ist erfolgreich zu Ende gegangen. Das Akquiseseminar in Bern wurde von der Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV, dem Unternehmerverband Vorpommern und dem Industrieverband Swiss mechanic, Sektion Bern, organisiert. Mehr als 60 Unternehmensrepräsentanten diskutierten bei einem Business Meeting Anfang Oktober 2017 über den Investitionsstandort Mecklenburg-Vorpommern.

„Wir haben Schweizer Unternehmern die hervorragenden Investitionsmöglichkeiten und die wirtschaftlichen Qualitäten Mecklenburg-Vorpommerns präsentiert. Der vertrauensvolle Austausch trägt bereits Früchte. Die schweizerische applicsign ag und Unternehmen der Technologieinitiative Vorpommern e.V. vereinbarten eine enge Zusammenarbeit für das gemeinsame Entwickeln und weltweite Anbieten gemeinsamer Dienstleistungen beim Rückbau von Kernkraftwerken und der Schwermetallfiltration. Die beschlossene Kooperation zeigt, dass unsere heimischen Unternehmen das Wissen und die Kompetenz haben, international wettbewerbsfähige technische Lösungen zu präsentieren und umzusetzen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph zum Abschluss des Meetings.

Die Schweizer applicsign ag und Unternehmen der Technologieinitiative Vorpommern e.V. (TIV) haben vereinbart, künftig gemeinsam Produkte und Baugruppen im Bereich Handling und Produktion von Flüssigkeiten und Gasen zu entwickeln. Die mobile Wasseraufbereitungs-Einheit ermöglicht die Trennung von nicht erwünschten festen, chemischen und/oder radiologischen Bestandteilen über mechanische, chemische oder physikalische Verfahren. Einsatzgebiet dieser speziellen Aufbereitungstechnologie sind Kernkraftwerke im Rückbau, Zwischenlager, Forschungsreaktoren, Aufbereitungszentren, Entsorgungsunternehmen und Lehreinrichtungen.

Die Baugruppen sind modular erweiterbar zur Separierung von Betonschlamm, Schwermetallen, Nitraten und Tensiden. Einsatzgebiete sind relevante Aufbereitungen in Bergwerken, Kohlekraftwerken, Großindustrie, Staatlichen Institutionen, Entsorgungsunternehmen und Abwässer mit erhöhtem Schwermetallanteil. Die Baugruppen sind zudem modular erweiterbar zur Separierung von Betonschlamm, Schwermetallen, Nitraten und Tensiden. „Aufbauend auf die intensiven Wirtschaftsgespräche sollen künftig vereint mit schweizerisch-vorpommerschen Know-how die effektivsten Herstellungs- und Lösungsmethoden der Branche entwickelt und auf dem werden Weltmarkt angeboten werden. Durch die Kombination von verschiedenen Verfahren zur Klärung der verschiedensten Abwässer mit unterschiedlichsten Verunreinigungen werden schlussendlich wieder sauberes Wasser und endkonditionierte Reststoffe erzeugt“, sagte Rudolph.

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph übergab zudem während eines Business Meetings einen Zuwendungsbescheid an die Technologieinitiative Vorpommern e.V. Ziel der Initiative ist es, die unternehmerischen Interessen der Mitglieder durch eine vernetzte Zusammenarbeit mit mittelständischen Zulieferern, Ausrüstern und Dienstleistungsunternehmen in der Wirtschaftsregion Vorpommern weiter zu entwickeln und zu stärken. So soll ein Kooperationsnetzwerk für den ganzheitlichen Kraftwerksservice entstehen.

Mit der Verzahnung der Kompetenzfelder der am Serviceverbund teilnehmenden Unternehmen sowie durch Kooperationen mit Forschungseinrichtungen sollen gemeinsam neue Märkte erschlossen werden. „Die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, Einrichtungen und regionalen Akteuren anzustoßen und zu verbessern. So kann die Wettbewerbsfähigkeit vor allem der kleinen und mittleren Unternehmen systematisch gesteigert werden“, sagte Rudolph.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Initiative in Höhe von 200.000 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf 267.000 Euro.

Bereits fest vereinbart ist ein Gegenbesuch des Geschäftsführers des Industrieverbandes Swissmechanic Bern, Markus Kammermann, beim Unternehmerverband Vorpommern auf Einladung des Verbandspräsidenten Gerold Jürgens.

15 heimische Aussteller auf internationaler Immobilien- und Investitionsmesse „EXPO REAL“ in München

München – Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat am Donnerstag auf der Fachmesse für Gewerbeimmobilien und Investitionen „EXPO REAL“ in München für den Wirtschafts- und Investitionsstandort Mecklenburg-Vorpommern geworben. „Die EXPO REAL ist der internationale Treffpunkt rund um die Immobilienwirtschaft.

„Wenn sich die Welt trifft und über Investitionsstandorte diskutiert, müssen wir Flagge zeigen und Mecklenburg-Vorpommern empfehlen. Wir werben in München um Investoren und Ansiedlungsinteressierte, die bei uns heimisch werden wollen und so Arbeitsplätze im Land schaffen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Organisiert wird der Messeauftritt von der Wirtschaftsfördergesellschaft Rostock Business. Sie wirbt gemeinsam mit der Landeswirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV bis Freitag in München. Auf einem Gemeinschaftsstand werden unter anderem Immobilien und Investitionsmöglichkeiten sowie Gewerbegebiete in den Regionen vorgestellt. Die Messe findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt.

Insgesamt präsentieren nach Veranstalterangaben auf 64.000 Quadratmetern mehr als 1.700 Aussteller ihr Angebot. „Mecklenburg-Vorpommern hat jede Menge Potential für lohnende Direktinvestitionen zu bieten. Für potentielle Investoren stehen Gewerbeflächen mit herausragenden Merkmalen bereit, die Ihnen nicht jedes Bundesland bieten kann, zum Beispiel direkt an der Kaikante. Die EXPO REAL als Markt der Investitionen ist eine ideale Plattform, um die Standortvorteile Mecklenburg-Vorpommerns einem breiten Publikum bekannt zu machen“, sagte Rudolph.

Ein Resultat früherer Messepräsentationen auf der EXPO REAL ist die Ansiedlung der Raben Group, einem Logistikdienstleistungsunternehmen, in Fahrbinde (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Die Landeswirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV hatte in München im Jahr 2016 erste Kontakte zu dem Unternehmen geknüpft, das ein Logistikzentrum mit perspektivisch über 100 Arbeitsplätzen errichten will.

Zum vierzehnten Mal präsentiert Rostock Business gemeinsam mit sechs Unternehmen, drei Städten und einer Marketinginitiative das Land und die Hansestadt Rostock auf der EXPO REAL 2017 in München. Weiterhin ist die Landeswirtschaftsförderung von Mecklenburg-Vorpommern (IIMV) als Partner am Messestand vertreten. Bei den Ausstellern aus Mecklenburg-Vorpommern handelt es sich um die Barlachstadt Güstrow, die Bernsteinstadt Ribnitz – Damgarten, die CKS Bau und Projektentwicklung GmbH, der Eigenbetrieb „Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt Rostock“, die Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH, die Krieger Grundstück GmbH, die Landeshauptstadt Schwerin Fachdienst Stadtentwicklung und Wirtschaft, den Verein Regiopolregion Rostock c/o Region Rostock Marketing Initiative e. V., Rostock Business and Technology Development GmbH / Gesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock mbH, ROSTOCK PORT GmbH, die WIRO Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft mbH und die W&N Immobilienvertriebs GmbH.

Über die Gemeinschaftsbeteiligung hinaus sind drei weitere Aussteller aus Mecklenburg-Vorpommern vor Ort: die Deutsche Hotel & Resort Holding GmbH & Co KG, Rostock, die DSR Immobilien GmbH, Rostock (Branche: Immobilienprojektentwickler, Facility-Management-Dienstleistungen) und die a-ja Resort und Hotel GmbH, Rostock.

„BEST OF NORTHERN GERMANY: Investieren am Wasser“ – unter diesem Motto werden 20 ausgewählte Investitionsstandorte in Mecklenburg-Vorpommern über eine Projektmappe durch die Invest in MV in München vorgestellt. Aus dem Bereich Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Schwerin werden der Industriepark Schwerin, Schwerin, der Industriestandort „Stüdekoppel“, Ludwigslust, und das Gewerbegebiet „Vietingshof Nord“, Parchim, vorgestellt. Aus der Hansestadt und dem Landkreis Rostock präsentieren sich das maritime Gewerbegebiet Groß Klein und das Güterverkehrszentrum Rostock.

Die östlichen Landesteile Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte sind mit dem Hafenplatz und Claassee-Ufer Rechlin, dem Haus Demmin, dem maritimen Gewerbepark Franzenshöhe (Stralsund), dem Quartier 65 (Stralsund), dem Ferienresort Halbinsel Pütnitz (Ribnitz–Damgarten), einem touristischen Grundstück am Bodden, dem Wohn- und Gewerbegrundstück Hafen Ribnitz (Ribnitz-Damgarten), der „Fleischwirtschaft Nölke“ (Waren-Müritz), dem Peene-Speicher (Loitz), dem Luftfahrtstandort Neubrandenburg-Trollenhagen, dem Energie- und Technologiestandort Lubminer Heide, dem Gewerbegebiet „Anklamer Chaussee“ (Friedland), dem Gewerbegebiet „Woldecker Chaussee“ (Friedland), dem Gewerbegebiet Strasburg und dem Hotelstandort Seebad Ueckermünde vertreten.

Dahlemann: Neues Filmfestival soll Gäste anlocken und Identität stärken

Insel Rügen – „Ich freue mich sehr, dass es auch im Landesteil Vorpommern gelungen ist, ein Filmfestival aufzubauen. Ich bin davon überzeugt, dass es ein weiterer attraktiver kultureller Anziehungspunkt für Einheimische und Gäste ist und den Tourismus außerhalb der Hochsaison befördern wird. Und ich hoffe, dass es die Identität der Menschen mit dem östlichen Landesteil weiter stärkt“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann heute bei der Eröffnung des ersten Rügen International Film Festivals in Sellin. Veranstalter ist die Baltic International Filmfestival Rügen gGmbH der Kulturstiftung Rügen.

Es sei sehr bewundernswert, was die Organisatoren in vorwiegend ehrenamtlicher Arbeit auf die Beine gestellt hätten. Die Landesregierung habe das Festival mit 150 000 Euro aus Mitteln des Zukunftsfonds II Mecklenburg-Vorpommern aus dem Wirtschaftsministerium unterstützt. „Das ist ein wichtiger Beitrag des Wirtschaftsministers, der zum Gelingen des Festivals beiträgt.“

Um Mecklenburg-Vorpommern als Filmland weiter voranzubringen und noch besser zu positionieren, seien die kulturelle und wirtschaftliche Filmförderung in der Staatskanzlei angesiedelt worden. Dahlemann: „Damit gibt es einen einheitlichen Ansprechpartner für alle. Unser Ziel ist es, so viel wie möglich für die Filmbranche bei uns im Land, auch in Vorpommern zu erreichen.“

Das erste Rügen International Film Festival findet vom 4. bis 8. Oktober an verschiedenen Orten auf Rügen, aber auch in Stralsund und Greifswald statt. Gezeigt werden 30 Filme in verschiedenen Kategorien. Im Mittelpunkt stehen Filme aus dem Ostseeraum und insbesondere dem Nachbarland Polen. Die Filmreihe „Local Heroes“ zeigt Filme und Dokumentationen aus der deutsch-polnischen Grenzregion entlang der Ostseeküste.

Schwesig: Schweiz wird Partnerland der nächsten Gesundheitskonferenz

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat eine positive Bilanz ihrer Reise in die Schweiz gezogen. „Wir haben uns heute auf dem Empfang der Deutschen Botschaft zum Tag der Deutschen Einheit vor rund 700 Gästen für Mecklenburg-Vorpommern als Wirtschaftsstandort und Urlaubsland geworben. Mecklenburg-Vorpommern hat sich stark präsentiert. Ich bedanke mich bei allen, die daran mitgewirkt haben“, sagte die Ministerpräsidentin nach ihrer Rückkehr.

„Es gibt auf beiden Seiten ein starkes Interesse, die Zusammenarbeit noch weiter auszubauen. Das gilt insbesondere im Technologiebereich“, erklärte die Ministerpräsidentin weiter. „Ich habe mich zum Beispiel vor Ort darüber informiert, wie die Firmen comlab aus der Schweiz und ml&s aus Greifswald gemeinsam daran arbeiten, über Verstärker den Mobilfunkempfang in Zügen zu verbessern. Von solchen Partnerschaften profitieren beide Seiten.“

Auch in der Gesundheitswirtschaft und der Medizintechnik wolle man zu einer noch engeren Zusammenarbeit kommen. „Mecklenburg-Vorpommern wird auch 2018 Ausrichter der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft sein. Wir haben vereinbart, dass die Schweiz dabei unser Partnerland sein wird. Ich denke, das ist ein guter Weg, die Kontakte zwischen beiden Ländern noch weiter zu vertiefen“, sagte Schwesig.

„Pipa Lupina – Wohin mit dem Krimskrams?“ in Güstrow ausgezeichnet

Bilderbuch erhält Umweltpreis für Kinder- und Jugendliteratur im Wildpark MV

Güstrow – „Ich freue mich sehr, dass in diesem Jahr mit „Pipa Lupina – Wohin mit dem Krimskrams?“ von Monika Finsterbusch und Burkhard Nuppeney ein ganz besonderes Buch den Umweltpreis für Kinder- und Jugendliteratur erhält“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus anlässlich der Preisverleihung heute im Wildtierpark Güstrow. Dabei handelt es sich um ein Bilderbuch, welches Kinder ab vier Jahren in eine Welt entführt, in der sich schon die Kleinsten Gedanken über die Wegwerfgesellschaft machen.

„Das Potential zu einem nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen muss künftig verstärkt ausgeschöpft werden“, hob der Minister in seinem Grußwort hervor. Erfreulich sei, dass Upcycling immer mehr zum Trend wird und die Wegwerfgesellschaft damit verdrängt wird. Aus Abfallprodukten Neuwertiges zu kreieren, gefällt immer mehr Menschen – aus alten Türen werden Tische, aus Autoreifen Sitze, aus Verpackungen werden Taschen.

„Der Umweltpreis für Kinder- und Jugendliteratur ist vor allem deshalb von besonderer Bedeutung, da er Kindern und Jugendlichen in ganz Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus Anregungen zum Lesen und zur Literaturorientierung, aber auch zum Natur- und Umweltschutz gibt“, betonte Minister Backhaus. Durch spannende Geschichten werden Wege aufgezeigt, sich für die Natur einzusetzen und darüber hinaus wird Interessantes über die Tier- und Pflanzenwelt vermittelt.

Eingereicht wurden in diesem Jahr 51 Bücher aus 20 Verlagen. Dotiert ist der Umweltpreis für Kinder- und Jugendliteratur mit 5.000 Euro, die von der Wohnungsgesellschaft Güstrow GmbH und der Güstrower Kabelnetz-Betreiber KKG Kabelkommunikation Güstrow GmbH & Co. KG zur Verfügung gestellt werden.

Der Umweltpreis für Kinder- und Jugendliteratur wird alle zwei Jahre verliehen und ergänzt seit 2001 die Umweltbibliothek des Wildparkes MV. Sie hat inzwischen einen Bestand von 4.000 Bänden und wächst jährlich um ca. 400 Bände. Es handelt sich um die einzige Umweltbibliothek der Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland.

40 Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen kostenlos ihre Verlagsproduktionen zur Verfügung. Der Wildpark MV rezensiert gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Güstrow und Teterow diese Bücher und veröffentlicht einen Auswahlkatalog. Bisher sind zehn solcher Kataloge erschienen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt unterstützt das Projekt mit 8.500 Euro.

DEICHMANN-Förderpreis für Integration in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Die Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung, Stefanie Drese, zeichnete die „Grundschule Schmarl“ in Rostock als Landessieger des DEICHMANN-Förderpreises für Integration aus.

Die „Grundschule Schmarl“ ist eine sogenannte Brennpunkt-Schule im Stadtteil Schmarl/ Rostock. 300 Kinder aus 20 Nationen lernen mit 17 Lehrern in den 16 Klassen der Schule, von denen sechs Diagnose-Förderklassen sind. In den Förderklassen ist der Migrationsanteil aufgrund der Sprachbenachteiligung besonders hoch. Im Vordergrund der Förderung und Projektarbeit der „Grundschule Schmarl“ steht die Minimierung der individuellen Defizite, aber auch die Entwicklung der sozialen Kompetenzen und des Gemeinschaftsgefühls.

Die „Grundschule Schmarl“ finanziert sich zu einem Teil auch aus Spenden und ist die erste Grundschule in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. „In der Grundschule Schmarl übernehmen Kinder und das Lehrpersonal Verantwortung für das Klima an ihrer Schule, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Das Engagement von Schülern und Lehrern sowie die besondere Förderung ist vorbildlich. Die Schule ist für viele Kinder der erste Ort, an dem die Vorteile einer Gemeinschaft erlernt werden“, lobte Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung, in ihrem Grußwort den Verein. Zusammen mit Silke Janssen vom DEICHMANN-Förderpreis überreichte sie eine Urkunde sowie das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Seit 13 Jahren engagiert sich DEICHMANN für die berufliche Integration von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Ausgezeichnet werden Initiativen, die auf verschiedenen Ebenen helfen, Kinder und Heranwachsende in Beruf und Gesellschaft einzugliedern. Der Preis hat u.a. Projekte im Blick, die Menschen mit Migrationshintergrund helfen. Ausgezeichnet werden Projekte, die nachhaltig und kreativ mithelfen, jungen Menschen den Weg ins Berufsleben zu ebnen.

Der Stadtteil Schmarl/Rostock zeichnet sich durch einen hohen Anteil fremdsprachlicher Einwohner, einer hohen Arbeitslosengeld-II-Quote, mangelnden kulturellen Angeboten sowie viele soziale Probleme innerhalb der Familien aus. Im Vordergrund der Förderung und Projektarbeit der „Grundschule Schmarl“ steht deshalb die Minimierung der individuellen Defizite, aber auch die Entwicklung der sozialen Kompetenzen und des Gemeinschaftsgefühls. Die Kinder lernen voneinander, wobei die leistungsstarken Kinder eine Stütze für die leistungsschwächeren Kinder sind.

Neben Kindern mit Migrationshintergrund betreut die „Grundschule Schmarl“ Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwächen, Lernschwächen im mathematischen Bereich, mehrfachen Lernbehinderungen und Entwicklungsverzögerungen sowie Kinder mit emotional-sozialer Entwicklungsstörung. Seit 2013 bietet die Grundschule für eine bessere Integration Aktivitäten wie beispielsweise Lesepatenschaften und Hausaufgabenbetreuung, extra Sprachförderung und ein Paten-Angebot zur sozialen Integration an.

Zudem organisieren sie ein wöchentliches Kochangebot, in dem das Zubereiten unterschiedlichen Mahlzeiten sowie der Umgang mit landesüblichen Tischmanieren vermittelt wird. Die „Grundschule Schmarl“ arbeitet unter anderem eng mit Kinderpsychologischen Praxen und Versorgungszentren sowie dem Amt für Jugend, Soziales und Asyl zusammen. Das hilft ihnen, gegen körperliche und seelische Vernachlässigung vorzugehen und bei den Kindern mit Migrationshintergrund eventuellen Traumata und kulturellen Anpassungsschwierigkeiten vorzubeugen.