Instant-Suppen aus Mecklenburger Küche

Gadebusch – Die Puttkammer Fleischwaren Spezialitäten GmbH aus Gadebusch (Landkreis Nordwestmecklenburg) plant, eine Innovation auf dem Markt für Fertig-Suppen einzuführen. Künftig sollen die Instant-Produkte nicht länger als Pulver aus einer Tüte kommen, sondern vorab frisch zubereitet und anschließend mit Gelatine in einen Darm gefüllt werden. „Die Produkte der Puttkammer Fleischwaren Spezialitäten GmbH aus mecklenburgischen und pommerschen Rezepturen sind vielen Generationen aus unserem Land gut bekannt. Jetzt wird eine gesunde Suppen-Alternative für den Gastronomiebereich entwickelt, die in den nächsten Jahren den regionalen und überregionalen Markt erobern soll“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Bislang hat das Unternehmen mit verschiedenen Würsten, Aufschnitten und eingekochten Spezialitäten bereits vielerlei Fleischwaren im Angebot. Zu den Kunden gehören neben Groß- und Einzelhandelsketten, zahlreiche Feinkostgeschäfte und Imbisse. Zudem werden Alten- und Pflegeheime sowie Hotels und Kliniken beliefert. Mit dem aktuellen Forschungsprojekt möchte der Fleischwarenproduzent künftig eine gesündere Form der klassischen Fertig-Suppe anbieten.

Dabei sollen die Wechselwirkungen von Gelatine und Verdickungsmitteln dahingehend genutzt werden, um ein neuartiges Gel-Enzym-System zu bilden. In dieser homogenen Struktur bleiben die unterschiedlichen Suppeneinlagen wie Gemüse, Kräuter oder Fleisch in der Schwebe und können sich so gleichmäßig im Produkt verteilen. Für die Haltbarkeit werden die Suppen pasteurisiert und anschließend in einen Kunststoffdarm gefüllt. Im abgekühlten Zustand sind sie dann schnittfest und beliebig portionierbar. „Der Familienbetrieb versorgt in der fünften Generation seine Kunden mit hochwertigen Spezialitäten. Der Tradition verpflichtet, entwickelt Puttkammer jedes Jahr neue Produkte. Mit dem aktuell laufenden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sollen Suppen mit hoher Qualität und einfacher Handhabung entstehen“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit den „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 65.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 186.000 Euro. Für die EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

Die Puttkammer Fleischwaren Spezialitäten GmbH existiert in seiner jetzigen Form seit 1993, kann aber in 5. Generation auf 150 Jahre Tradition und Erfahrung zurückblicken. In Gadebusch entstand auf über 10.000 Quadratmetern durch umfangreiche Investitionen und Umbaumaßnahmen einer der modernsten Fleischverarbeitungsbetriebe Mecklenburg-Vorpommerns.

Startschuss für landesweite Tierseuchenübung

Schwerin – Unter Einbeziehung aller Landkreise und kreisfreien Städte beginnt heute eine zweitägige Landes-Tierseuchenübung mit dem Schwerpunkt Afrikanische Schweinepest (ASP). Für den Ernstfall erprobt wird das Zusammenspiel zwischen dem Landwirtschaftsministerium und den Veterinärbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF). Gleichzeitig sind auch die Jagd-, Forst- und Ordnungsbehörden in die Übungsszenarien mit eingebunden. Neben der landkreis- und behördenübergreifenden Koordinierung und Kommunikation im Rahmen sogenannter Großschadenslagen werden auch praktische Übungen durchgeführt.

„Auch wenn mit der Geflügelpest der letzte große Tierseuchenzug im Land noch nicht lange zurückliegt und die Veterinärbehörden monatelang intensiv beschäftigt hat, ist es notwendig, das Tierseuchen-Krisenmanagement auch behördenübergreifend zu trainieren Die dabei zu Tage tretenden Erkenntnisse, insbesondere dort, wo es gegebenenfalls auch mal hakt, sind mit Blick auf die ASP-Situation in Europa für uns von großer Bedeutung. Sie erlauben uns eine bessere Vorbereitung auf einen drohenden Ernstfall“, erläutert Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Mit Auftreten der ASP in Polen und der Tschechischen Republik sind nicht nur unmittelbare Nachbarstaaten Deutschlands betroffen, sondern auch ein Nachbarland Mecklenburg-Vorpommerns.

Die Einschleppung dieser für den Menschen ungefährlichen Seuche stelle eine große Bedrohung für den Wild- und Hausschweinebestand dar. Ein Ausbruch der ASP in MV zöge dramatische wirtschaftliche Schäden, nicht nur durch die Tierverluste, sondern auch durch die massiven Handelsbeschränkungen nach sich, sagte der Minister. Vor diesem Hintergrund müsse alles unternommen werden, um die Einschleppung der ASP in die Haus- und Wildschweinbestände zu verhindern. Backhaus drängte erneut auf die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinehaltungen, insbesondere in Freiland- und Auslaufhaltungen.

Aufgrund der Besonderheiten des ASP-Virus sei trotz intensiver Forschung mittelfristig nicht damit zu rechnen, dass ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird. „Damit fehlt ein wirksames Instrument der Tierseuchenbekämpfung, das sich in der Vergangenheit bei der Tilgung der Klassischen Schweinepest bei den Wildschweinen sehr bewährt hat. Ich fordere die Bundesregierung auf, dringend die Forschungskapazitäten in diesem Bereich zu erhöhen“, so Minister Backhaus abschließend.

Minister Backhaus: Wald in MV ist Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum

Warnemünde – „Der Wald in Mecklenburg-Vorpommern ist Lebensraum, Wirtschaftsraum und Kulturraum“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute anlässlich der Bundestagung gemeinsamer Forstausschuss „Deutscher Kommunalwald“ im Deutschen Städte- und Gemeindebund in Rostock-Warnemünde. Der Ausschuss tagt erstmalig in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Ziel der Forstpolitik in Mecklenburg-Vorpommern sei ein multifunktionaler Wald, der seine Funktionen dauerhaft und stetig – also nachhaltig erbringt: Er erfüllt ökonomische, ökologische und soziale Funktionen. Zudem arbeitet die Forstwirtschaft ständig an der Optimierung des Waldes. Ständige Anpassungsprozesse an alle möglichen natürlichen Veränderungen wie Klimawandel und gesellschaftlichen Veränderungen wie z.B. das Verständnis der Waldbewirtschaftung, die touristische Erschließung oder die Rohstoffbereitstellung erfordern Antworten. „Die wirkliche Herausforderung der Zukunft ist also ein gutes Ausbalancieren all der unterschiedlichen Interessen am Wald“, so Minister Backhaus.

„Die Ziele der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung, mittelfristig fünf Prozent des Gesamtwaldes einer natürlichen Entwicklung zu überlassen, hat Mecklenburg-Vorpommern als einziges Land bereits heute umgesetzt. 9,9 % des Gesamtwaldes sind ohne Holznutzung. Das ist eine nicht bewirtschaftete Wald Fläche von 52.000 Hektar“, unterstrich Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt aktuell über rund 558.000 ha Wald. Damit sind 24 % der Landesfläche bewaldet. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat die Waldfläche um rund 5.300 ha zugenommen.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern ist mit 41 % der Waldfläche der größte Waldbesitzer. Zum Vergleich: in Deutschland befinden sich im Durchschnitt 29 % der Waldfläche im Eigentum der Länder. Der landeseigene Wald in Mecklenburg-Vorpommern wird im Wesentlichen durch die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaftet. „Damit ist die Landesforstanstalt eine der wenigen Einheitsforstverwaltungen in Deutschland“, so der Minister. Die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaftet mit 29 Forstämtern und 191 Forstrevieren rund 194.000 ha.

„Wichtig ist mir aber auch zu sagen, dass sich mit 40 % des Gesamtwaldes fast die gleiche Fläche in der Hand von rund 45.000 Waldbesitzern befindet“, so Dr. Backhaus.

Der Körperschaftswald nimmt in Mecklenburg-Vorpommern nur 10 % der Waldfläche ein, wovon die kommunalen Wälder mit knapp 9 % den größten Teil einnehmen. Im Vergleich dazu beträgt die Körperschaftswaldfläche bundesweit 19,4 % der Waldfläche.

Zwei Jahre Landesaktionsplan für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt

Drese: Ungleichheiten in allen gesellschaftlichen Belangen beenden

Schwerin – Gleichstellungsministerin Stefanie Drese hat sich auf einer Fachtagung zum Landesaktionsplan für weitere Anstrengungen und Maßnahmen zur Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern ausgesprochen. „Alle Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sollen gleichberechtigt und ohne Angst vor Ausgrenzung und Anfeindung unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität und sexuellen Orientierung leben können“, sagte Ministerin Drese heute in Schwerin.

Auf der vom Landesverband der Lesben und Schwulen in M-V „Gaymeinsam“ e.V. gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung Mecklenburg-Vorpommern organisierten Veranstaltung zogen die beteiligten Akteure aus Vereinen, Verbänden und Politik eine erste Zwischenbilanz nach der Veröffentlichung des Landesaktionsplanes der Landesregierung vor zwei Jahren.

Drese: „Noch immer gibt es Vorurteile und eine ungleiche Behandlung im gesellschaftlichen Alltag. Doch Ungleichheit gegenüber der persönlichsten Frage, der Frage nach der Identität, darf nicht einfach hingenommen werden: nicht bei der Berufswahl, nicht beim Einstellungsgespräch, nicht in Schulen oder Sportgruppen. Deshalb ist es mir ein ganz persönliches Anliegen, dieses Thema immer wieder auf die politische und gesellschaftliche Tagesordnung zu setzen und die Fortschritte sichtbar zu machen.“

Vor rund zwei Jahren wurde der Aktionsplan im Landtag verabschiedet. Innerhalb des Konzeptes verpflichtet sich die Landesregierung, Maßnahmen zugunsten sexueller Minderheiten umzusetzen. Im Fokus stehen dabei die Sensibilisierung und Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger, um Diskriminierungen und Ausgrenzungen vorzubeugen. Zu den insgesamt sechs Handlungsfeldern gehören Maßnahmen in der Arbeitswelt, zur Rechtspolitik und Polizei, Bildung, Kinder, Familie und Jugend, bis hin zur Gesundheit und Pflege.

„Wir alle sind aufgefordert, die Ideen des Plans zu leben und diese immer wieder neu zu gestalten. Überaus wichtig ist es, Toleranz und Verständnis für die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt auch an unsere Mitmenschen, an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben. Ablehnung, Hass oder gar Gewalt dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft finden“, betonte Drese.