Es bleibt bei zehn eigenständigen Finanzamtsstandorten

Schwerin – Zur Zukunft der Finanzämter in Mecklenburg-Vorpommern erklärt der Minister für Finanzen: „Ich habe in den letzten Tagen zahlreiche Gespräche zu den diskutierten organisatorischen Änderungen der Finanzämter geführt. Diese Gespräche haben mich zu der Entscheidung bewogen, eine Zusammenfassung der Finanzamtsstandorte in vier Finanzämter nicht länger zu verfolgen. Ich habe in diesen Gesprächen jedoch auch viel Zuspruch dafür gefunden, dass noch Potenziale der Verbesserung der Arbeit der Finanzverwaltung bestehen. Hierbei stehen vor allem arbeitsfähige Sachgebiete im Vordergrund.

Es liegen nun erste Vorschläge auf dem Tisch und das Finanzministerium möchte diese gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort weiter entwickeln. Für mich stehen dabei eine Optimierung der Verwaltungsprozesse und eine weitere Stärkung der Bürgerfreundlichkeit im Vordergrund. Es wird jedoch auch in Zukunft bei zehn eigenständigen Finanzamtsstandorten bleiben.“

Zulässigkeit von Ferienwohnungen rechtssicher festzulegen

Schwerin – Mit dem Änderungsgesetz 2017 zum Baugesetzbuch wurden neue Regelungen zum Städtebaurecht und zur Stärkung des neuen Zusammenlebens in der Stadt in Kraft gesetzt und dabei auch neue Regelungen zum Thema Zulässigkeit von Ferienwohnungen getroffen. Um planenden Gemeinden und den Bauaufsichtsbehörden die neuen Regelungen zu erläutern, haben die 16 Bundesländer unter Mitwirkung des Bundes in der Fachkommission Städtebau einen gemeinsamen Mustereinführungserlass erarbeitet und am 10.11.2017 veröffentlicht.

Das zuständige Energieministerium M-V hat diesen Mustereinführungserlass um landesspezifische Hinweise vor allem zum Thema Ferienwohnungen ergänzt. Er enthält konkrete Hinweise, wie Gemeinden in ihren Bebauungsplänen ihren Planungswillen in Bezug auf Ferienwohnungen rechtssicher realisieren können und was dabei zu beachten ist.

„Die Entscheidungshoheit, ob und wo sie Ferienwohnung zulassen, bleibt bei den Gemeinden. Wir geben ihnen mit dem Landeseinführungserlass einen praktischen Leitfaden in die Hand, mit dem sie ihren Planungswillen in Bebauungsplänen rechtssicher durchsetzen können“, so Infrastrukturminister Christian Pegel.

Für bereits bestehende Pläne obliegt es den Gemeinden, diese durchzusehen und zu entscheiden, ob der darin dokumentierte Planungswille heute noch von der Gemeinde getragen wird. Falls ja, bleibt es bei der getroffenen Regelung. Enthält der Plan keine Anhaltspunkte dafür, dass die Gemeinde etwas zu Ferienwohnungen regeln wollte, sind Ferienwohnungen unzulässig. Möchte die Gemeinde von ihrer früheren Planung abweichen, muss sie den Bebauungsplan ändern.

Der Landeseinführungserlass enthält konkrete Hinweise, wie derartige Änderungen erfolgen können und was dabei zu beachten ist. Er enthält zusätzlich Mustertexte, um den Gemeinden die Nutzung möglichst einfacher sowie kostengünstiger, gleichzeitig aber rechtssicherer Verfahren zu ermöglichen.

Sanierung der Stadtmauer in Anklam

Anklam – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann hat einen Städtebaufördermittelbescheid des Energieministeriums in Höhe von rund 205 000 Euro für die Sanierung der Stadtmauer in der Hansestadt Anklam an Bürgermeister Michael Galander übergeben. Insgesamt sind für das Vorhaben rund 250 000 Euro vorgesehen.

„Die Sanierung der Stadtmauer ist Teil der Gesamtmaßnahme „Altstadtkern Anklam“. Es ist richtig, dass wir mit den vorhandenen Städtebaufördermitteln auch die vorpommerschen Städte Stück für Stück voranbringen. So werden sie attraktiver und können besser in den ländlichen Raum ausstrahlen. Das ist wichtig, gerade für das dünnbesiedelte Vorpommern“, betonte Dahlemann bei der Übergabe des Bescheides.

Die historischen Bauten seien wichtig für die regionale Identität im östlichen Landesteil. Dahlemann: „Anklam steht beispielhaft für viele Städte Vorpommerns, daß es in den letzten Jahren mit einer enormen Kraftanstrengung gelungen ist, hochattraktive und liebenswerte Stadtzentren zu schaffen.“

Arbeitsmarkt-Potentiale von Menschen mit Handicaps stärker nutzen

Schwerin – Rund 80 Prozent der arbeitslosen Schwerbehinderten in Mecklenburg-Vorpommern haben einen Berufsabschluss. Diese Potenziale müssen Unternehmen nach Ansicht von Sozialministerin Stefanie Drese und der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, zukünftig angesichts wachsender Fachkräftebedarfe viel stärker als bisher erkennen und nutzen.

Ministerin Drese und Haupt-Koopmann warben im Rahmen eines Pressegesprächs in Schwerin für den Abbau von Vorurteilen. „Viele Menschen mit Schwerbehinderung sind leistungsfähig und hoch motiviert. Sie wären ein Gewinn für Unternehmen und haben eine Chance verdient“, verdeutlichte Ministerin Drese.

In Mecklenburg-Vorpommern leben etwa 216.000 schwerbehinderte Menschen. Das entspricht gut 13 Prozent der Gesamtbevölkerung, bundesweit beträgt der Anteil knapp zehn Prozent. Gleichzeitig wird bis zum Jahr 2030 in MV die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung zwischen 15 und 65 Jahren um 25 Prozent zurückgehen. Deshalb müssen nach Ansicht von Drese und Haupt-Koopmann die Erwerbsquoten unterschiedlicher Gruppen im Land erhöht werden.

Haupt-Koopmann betonte: „Die Arbeitsagenturen und Jobcenter in Mecklenburg-Vorpommern werben im Rahmen der aktuell laufenden ‚Aktionswoche für Menschen mit Behinderung‘ bei Arbeitgebern dafür, dass Potenzial dieser Gruppe noch stärker zu nutzen. Grundlegend ist hierfür, dass wir unsere häufig an vermeintlichen Defiziten orientierte Wahrnehmung verändern, damit wir die Ressourcen und Talente erkennen, die Menschen mit Behinderung besitzen.“ Aktuell sind 4.300 Menschen mit Handicap arbeitslos gemeldet, rund 80 Prozent von ihnen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. „Leider müssen sie“ – so Haupt-Koopmann – „noch immer gegen Vorbehalte und Vorurteile ankämpfen, die sich negativ auf ihre Beschäftigungschancen auswirken. Wir müssen in Mecklenburg-Vorpommern insbesondere die 739 privaten Arbeitgeber (20 und mehr Beschäftigte) mit sogenannten Pflichtarbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung davon überzeugen, dass nicht die Zahlung der Ausgleichsabgabe, sondern die Einstellung eines motivierten Arbeitslosen mit Behinderung eine Investition in die Zukunft ist.“

Ministerin Drese wies auf die vielfältigen Beratungs- und Förderangebote für Arbeitgeber und Menschen mit Handicap auf Landesebene und auf Ebene der Bundesarbeitsagentur hin. „So gibt es z.B. finanzielle Förderungen zur Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen sowie Zuschüsse zur behinderungsgerechten Einrichtung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, für technische Arbeitshilfen im Betrieb oder zur Abgeltung außergewöhnlicher Belastungen die mit der Beschäftigung eines schwerbehinderten Menschen verbunden sind“, verdeutlichte Drese. In Mecklenburg-Vorpommern steht das Integrationsamt des Landesamtes für Gesundheit und Soziales mit Rat und Tat zur Verfügung.

Aufwandsentschädigung für jedes erlegte Wildschwein

Schwerin – Jäger in Mecklenburg-Vorpommern erhalten für jedes im Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis zum 31. März 2019 erlegte Wildschwein auf Antrag eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 Euro. Die Zahlung ist Bestandteil des Sofortprogramms zur Reduzierung der Schwarzwildbestände im Land, das Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus Mitte Oktober 2017 auf den Weg gebracht hatte.

Darüber hinaus sieht die neue Vorschrift vor, beim Zusammenschluss benachbarter Jagdbezirksinhaber für eine revierübergreifende Drückjagd den beteiligten Jagdhundeführern ebenfalls eine Aufwandsentschädigung in Höhe von jeweils 25 Euro für jeden eingesetzten Jagdhund zu gewähren. „Schließlich ist der Einsatz ausgebildeter Jagdhunde nicht selbstverständlich, aber die revierübergreifende Zusammenarbeit in dieser Situation unverzichtbar“, sagte Minister Dr. Backhaus.

Die Anträge können, für einen Monatszeitraum gesammelt, in der zweiten vollen Kalenderwoche des Folgemonats bei dem jeweiligen Forst- oder Nationalparkamt, gestellt werden. Dafür sind die Durchschriften (grün) der Wildursprungsscheine und die Schwänze (Pürzel) der erlegten Wildschweine beim Forstamt bzw. Nationalparkamt abzugeben. Die Antragsformulare sind bei den Forstämtern, den Nationalparkämtern, den Jagdbehörden oder bei den Jagdverbänden erhältlich.

Hintergrund für die Vorschrift ist die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Haus- und Wildschweinbeständen in mehreren EU-Mitgliedsstaaten, zuletzt in den Nachbarländern Polen und Tschechien. „Die Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt zurzeit die größte Bedrohung für das heimische Schwarzwild und damit für die landwirtschaftliche Tierhaltung in im Land dar. Bei einem Ausbruch der Seuche drohen Tierhaltern, Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetrieben in MV Schäden von insgesamt fast einer Milliarde Euro“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Auf Initiative von Backhaus hatte der Landtag Mecklenburg-Vorpommern in seiner Sitzung vom 19. Oktober 2017 beschlossen, zusätzliche Landesmittel zur Abwehr der ASP und zur Stärkung des Seuchenschutzes bereitzustellen. Eine Arbeitsgruppe im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hatte daraufhin ein Programm erarbeitet, das unter anderem auf die Schaffung von Anreizen für die Jägerschaft zur wirksamen Bestandsreduktion beim Schwarzwild abzielt.

„Ich bin dem Landtag und der Landesregierung für die Unterstützung der Jäger in Mecklenburg-Vorpommern dankbar. Sie sind es, die sich bei Wind und Wetter für den Jagderfolg einsetzen. Dafür möchte ich mich bei der Jägerschaft bedanken“, so Minister Backhaus. „Ich hoffe sehr, dass es uns mit diesem Anreiz gelingt, den Wildschweinbestand in unserem Bundesland wirksam zu reduzieren, damit mögliche Infektionsketten im Wildbestand gestoppt werden. Eine Kooperation von Jägern, Landwirten, der Forst und dem Naturschutz ist unabdingbar, um die Seuchenbekämpfungsstrategie aktiv umzusetzen“, betonte Backhaus abschließend.

Digitalisierung in der Automobilzuliefererbranche

Wismar – „Digitalisierung als Motor für Wertschöpfung und Beschäftigung in der Zulieferindustrie“ lautete das Leitthema der 7. Technologie- und Industriepolitischen Konferenz, die das Netzwerk automotive-mv e. V. in diesem Jahr gemeinsam mit seinem Branchentag der Automobilzulieferer in Wismar organisierte.

„Bei der Digitalisierung geht es um die Vernetzung technischer Systeme in Echtzeit von Unternehmen mit Zulieferern und Kunden. Mit dem digitalen Wandel werden sich bestehende Wertschöpfungsmodelle und die Produktion in Unternehmen nachhaltig verändern. Damit gehen grundlegende Veränderungen der Arbeitswelt und veränderte Kompetenz- und Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten einher. Unternehmen, die den Schritt der Digitalisierung wagen, werden sich auf neuen Organisationsformen in den Unternehmen einstellen. Das sind herausfordernde Aufgaben für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Bei der Bewältigung unterstützen wir die Unternehmen der Zuliefererindustrie“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Im Rahmen der Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) hat das Wirtschaftsministerium Möglichkeiten für Unternehmen geschaffen, sich bei einem Einstieg in den Digitalisierungsprozess begleiten zu lassen. Insgesamt stehen in der europäischen Förderperiode 2014 bis 2020 168 Millionen Euro für Forschung, Entwicklung und Innovation zur Verfügung. Im Bereich Forschung und Entwicklung wurden bereits zahlreiche Produkt- und Verfahrensentwicklungen unterstützt, die einen relevanten Bezug zur Digitalisierung haben. „Immer mehr innovative Produkte sind ohne den Schritt hin zur Digitalisierung nicht mehr denkbar. Das ist auch notwendig, um langfristig Wettbewerbsnachteile zu vermeiden“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.

Im Jahr 2015 waren es 83 Projekte mit einem Gesamtzuschuss von 21,6 Millionen Euro, 99 Projekte im Jahr 2016 mit einem Gesamtzuschuss von 32,2 Millionen Euro und 2017 bisher 53 Projekte mit einem Gesamtzuschuss von 28,3 Millionen Euro. Dabei handelt es sich beispielsweise um innovative Lenksysteme im Fahrzeugbau, Lebensmittelverarbeitungsmaschinen und innovative Medizintechnik. „Die Zahl der Vorhaben zeigt, dass das Thema Digitalisierung von den Unternehmen in unserem Land verstärkt angegangen wird, um wettbewerbsstark am Marktgeschehen teilzunehmen. Aber: Um zukunftsorientierte Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern ist es wichtig, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weiter zu erhöhen. Sie sind die Grundlage dafür, um im Ergebnis auch zu marktfähigen Produkten zu kommen. Ziel ist es, dass die Produkte auch bei uns im Land hergestellt werden. Das schafft und sichert weitere Arbeitsplätze“, sagte Glawe.

„Die digital vernetzte Arbeitswelt erfordert künftig komplexere und zunehmend wissensbasierte Tätigkeiten. Damit verschieben sich die Kompetenzanforderungen an die Beschäftigten. Um gerüstet zu sein, sind Qualifizierungsmaßnahmen erforderlich“, sagte Glawe und verwies auf die Richtlinie zur Förderung der berufsbegleitenden Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen (Qualifizierungsrichtlinie), die zum ersten Dezember in Kraft tritt. Wenn Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit überregionalem Absatz für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, die Analyse des Qualifizierungsbedarfs der Arbeitsplätze in dem Unternehmen oder für die berufliche Qualifizierung ihrer Beschäftigten einen externen Dienstleister beauftragen, können sie mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten direkt gefördert werden. Die Höchstförderung kann bis zu 100.000 Euro pro Förderfall betragen.

Auch die Förderung durch Bildungsschecks steht Unternehmen in nahezu allen Branchen zur Verfügung. Gefördert wird die Teilnahme an der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten durch Maßnahmen, die es ermöglichen, Kompetenzen und Qualifikationen im Unternehmenskontext zu erhalten, zu erweitern oder zu erwerben. Die Förderung erfolgt in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Für Qualifizierungen mit qualifizierter Teilnahmebescheinigung ist die Zuwendung auf höchstens 500 Euro je Bildungsscheck und Qualifizierungsmaßnahme begrenzt. Bei abschlussorientierten Qualifizierungen ist die Zuwendung auf höchstens 3.000 Euro begrenzt.

In Mecklenburg-Vorpommern sind etwa 100 überwiegend kleine und mittlere Unternehmen im Bereich automotive tätig. Davon sind rund 30 Unternehmen spezialisierte Automotive-Zulieferer, beispielsweise die Webasto Neubrandenburg GmbH in Neubrandenburg, die ZF TRW Airbag Systems GmbH in Laage, die Flamm Precomp GmbH & Co. KG in Laage und die Oberaigner Automotive GmbH in Laage. Derzeit gibt es rund 5.000 Beschäftigte in diesem Industriezweig, die einen jährlichen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro erwirtschaften.

„Im Land hat sich eine dynamische Automobilzulieferindustrie entwickelt, die sich als zuverlässiger Partner der Automobilwirtschaft etabliert hat. Sie stehen für technologische Innovationen und hochwertige Beschäftigung“, sagte Glawe.

So werden in Mecklenburg-Vorpommern hochwertige Fahrzeugklimatisierungs- und Heizsysteme, Komponenten für einen zuverlässigen Insassenschutz und moderne Fahrzeuginformationssysteme gefertigt. Daneben produzieren die Unternehmen im Land hydraulische Präzisionskomponenten, statten Nutzfahrzeuge mit Allradantrieben aus und sind im Bereich der Leichtmetallumformung tätig.

Arbeitsmarkt November in M-V

Schwerin – Die Arbeitslosigkeit in MV ist im November gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. 66.700 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,6 Prozent (7.900 Arbeitslose) auf den niedrigsten Stand in einem November seit der Wende gesunken. Die Landesarbeitslosenquote beträgt 8,1 Prozent.

„Dies ist in weiten Teilen eine positive Entwicklung. Allerdings zeigt der saisonal typische Anstieg: Es gilt, saisonverlängernde und saisonunabhängige Beschäftigungsangebote im Land weiter zu stärken. Wichtig sind darüber hinaus vor allem auch mehr Jobs im Industriebereich. Im produzierenden Bereich liegt weiteres Potential für eine dauerhafte Beschäftigung bei uns im Land. Eine der wichtigsten Herausforderungen ist es, dafür zu sorgen, dass die Menschen das ganze Jahr in Arbeit sind“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe am Donnerstag. Im Vergleich zum Vormonat Oktober 2017 ist die Arbeitslosigkeit saisonal typisch um 4,6 Prozent angestiegen (2.900 Arbeitslose).

Wirtschaftsminister Glawe warb dafür, noch stärker auf das produzierende Gewerbe aufmerksam zu machen. „Dieser Bereich ist ein Garant für Saisonunabhängigkeit in der Beschäftigung. Wir stehen hier im internationalen Wettbewerb. Das Potential der Industriebranche, unser Know-how und die Qualität der Produkte müssen wir vor allem überregional noch bekannter machen, um neue Investoren zu gewinnen. Wir arbeiten an der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hierzu zählt die Erschließung und Bereitstellung von attraktiven Industrie- und Gewerbegebieten als eine Grundvoraussetzung für neue Unternehmensansiedlungen. Im Ergebnis entstehen so mehr Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt“, so Arbeitsminister Glawe weiter.

Ein Schwerpunkt in der Legislaturperiode ist dabei die weitere gezielte Entwicklung und Erschließung von hafennahen Flächen, z.B. an den Standorten Rostock, Stralsund, Wismar und Sassnitz/Mukran. Diese Flächen und die Großgewerbestandorte Schwerin, Rostock-Laage, Pommerndreieck bei Grimmen und Pasewalk werden im Rahmen der Industrieoffensive vermarktet. Wichtig ist darüber hinaus eine verstärkte Messepräsenz. „Messen sind Türöffner für weitere Ansiedlungen“, so Glawe.

„Besonders erfreulich ist der fortgesetzte Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Dies zeigt: Der erste Arbeitsmarkt ist insgesamt in guter Verfassung. Mehr Jobs entstehen, Fachkräfte werden gesucht. Gerade im Zuge der Digitalisierung wird auch die Nachfrage nach Qualifizierung weiter wachsen“, erläuterte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe abschließend. Derzeit gibt es – aktuellste Zahlen aus dem September – insgesamt 576.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern. Das entspricht einem Zuwachs im Vergleich zum September 2016 von 8.200 Beschäftigten (+1,4 Prozent), mehr Stellen gibt es im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.300), im verarbeitenden Gewerbe (+1.000), bei den wirtschaftsnahen Dienstleistungen (+1.000) und im Handel (+900).

Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben

Drese: Für gelingende Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben tragen Unternehmen zunehmend wichtiger werdende Verantwortung

Rostock – Gleichstellungsministerin Stefanie Drese spricht sich für eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung in Unternehmen aus, die möglichst bedarfsgerecht und zugeschnitten auf individuelle Lebensumstände ist.

„Gelingende Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben braucht beide Seiten: Engagement von Unternehmen und Beschäftigten“, sagte Drese heute in Rostock auf der Transferveranstaltung „Zwischen Kindern und Kunden“ – Herausforderungen für Arbeitgebende und Arbeitnehmende in der Dienstleistungsbranche des Landeszentrums für Gleichstellung und Vereinbarkeit in Kooperation mit DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Unternehmerverband Rostock-Mittleres Mecklenburg e.V. und dem Handelsverband Nord e.V.

Gemeinsames Ziel von Politik, Arbeitgebern und Beschäftigten sollte es nach Ansicht der Ministerin sein, die Bedingungen für Erwerbstätige mit den Bedürfnissen des Familienlebens, der Pflege von Angehörigen und von bürgerschaftlichem Engagement überein zu bringen.

Je nach Lebensphase hätten Beschäftigte in Unternehmen sehr unterschiedliche Vereinbarkeits- und damit meist Zeitwünsche, so Drese. „Es ist nach meiner festen Überzeugung längst an der Zeit, das Thema Vereinbarkeit nicht mehr allein unter dem Fokus „Mütter, Teilzeit und Kita“ zu debattieren, sondern Väter, pflegende Angehörige, gesellschaftlich Engagierte unbedingt mit einzubeziehen“, betonte die Ministerin in ihrem Grußwort.

Für das tägliche Gelingen des Spagats von Erwerbs- und Privatleben trügen Unternehmen eine zunehmend wichtiger werdende Verantwortung. Drese: „Ich wünsche mir, dass diese Kultur von Führungskräften vorgelebt wird und einen festen Anker in der Unternehmenskultur findet. Daraus entsteht eine Win-Win-Situation für Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen: Fehlzeiten reduzieren sich, nach familienbedingten Pausen kehren Beschäftigte schneller zurück, die Angestellten sind motivierter, die Unternehmen gewinnen ein deutlich positiveres Image, benötigte Fachkräfte werden schneller gewonnen.“

Ausdrücklich hob die Ministerin in diesem Zusammenhang die Arbeit des Landeszentrums für Gleichstellung und Vereinbarkeit hervor, das zu diesem Themenfeld einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet habe. „Im Rahmen des Projektes ist es gelungen, Methoden und Instrumente sowie Materialien für Unternehmen zusammenzustellen, die nun hoffentlich als geballte Expertise in Sachen Vereinbarkeit im gesamten Land verbreitet werden“, sagte Ministerin Drese.

Der Arbeitsmarkt im November 2017: Anhaltender Aufschwung

Nürnberg – „Die sehr gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hält an. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nehmen ab, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern steigen auf hohem Niveau weiter kräftig an.“, sagte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), Valerie Holsboer, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im November: -20.000 auf 2.368.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -164.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent

Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist von Oktober auf November um 20.000 auf 2.368.000 gesunken. Der Rückgang fiel kräftiger aus als üblich. Deshalb hat die Arbeitslosigkeit auch bereinigt um die saisonalen Einflüsse abgenommen und zwar um 18.000 im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren 164.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 21.000 gesunken. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im November 2017 auf 3.359.000 Personen. Das waren 149.000 weniger als vor einem Jahr. Damit ist sie im Vorjahresvergleich weniger stark zurückgegangen als die Arbeitslosigkeit. Das liegt daran, dass mehr – insbesondere geflüchtete – Menschen gefördert wurden als im Vorjahr.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im Oktober auf 1,60 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,7 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Oktober saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 41.000 gestiegen. Mit 44,74 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 650.000 höher aus. Der Anstieg geht allein auf mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zurück. Diese hat nach der Hochrechnung der BA von August auf September saisonbereinigt um 35.000 zugenommen. Insgesamt waren im September nach hochgerechneten Angaben 32,74 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 727.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt auf anhaltend hohem Niveau weiter an. Im November waren 772.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 91.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 8.000 erhöht. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – stieg im November 2017 um 3 Punkte auf einen neuen Höchststand von 249 Punkten. Der Vorjahreswert wird um 27 Punkte übertroffen.

Insgesamt 665.000 Personen erhielten im November 2017 Arbeitslosengeld, 48.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im November bei 4.278.000. Gegenüber November 2016 war dies ein Rückgang von 31.000 Personen. 7,9 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Gesellschaft selber machen: Neuland-gewinner erfinden Zukunft des Dorfes

Schwerin – Kaum eine europäische Region war in den vergangenen Jahren so stark von sozialen, wirtschaftlichen und demographischen Wandlungsprozessen betroffen wie der Osten Deutschlands. Dass dieser Wandel auch neue Freiräume für engagierte Bürger schafft, stellten im heutigen „5. Forum Neulandgewinner“ die rund 60 durch das Programm „Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort“ der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekte unter Beweis.

Mit dem Programm Neulandgewinner unterstützt die Robert Bosch Stiftung seit 2012 bürgerschaftliches Engagement in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die geförderten Projekte experimentieren mit neuen Lebens- und Arbeitsmodellen, erproben alternative Mobilitäts- und Energiekonzepte oder nutzen Kunst und Kultur als Weg zu mehr Gemeinschaft und Mitgestaltung. An vielen Stellen zeigen sie, wie das Leben im ländlichen Raum in Zukunft aussehen könnte.

Im Rahmen des ganztägigen Forums erhielten die Programmteilnehmerinnen – und teilnehmer in Kooperation mit der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung die Möglichkeit, sich mit Akteuren aus Politik und Gesellschaft über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten bei der Projektumsetzung auszutauschen.

Die Bevollmächtigte des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Bund, Staatssekretärin Bettina Martin, erklärte in ihrer Begrüßung der rund 190 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Berliner Vertretung des Landes: „Nicht nur mit finanzieller Unterstützung, sondern auch mit Beratung und aktiver Begleitung macht das Programm „Neulandgewinner“ der Robert Bosch Stiftung Menschen, die gemeinsam in den Dörfern ihre guten Ideen in die Tat umsetzen, vor Ort stark. Dieses Programm ist ein toller Ansatz, wie es gelingen kann, das Engagement zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum erfolgreich zu unterstützen.

Es ist deshalb sehr zu begrüßen, dass die Stiftung auch das Gespräch zu den Landesregierungen der ostdeutschen Länder über mögliche Förderkooperationen ab 2018 sucht. Für MV bettet sich diese angestrebte Kooperation gut in unsere Strategie ein, ländliche Gestaltungsräume zu entwickeln.“

Seit der Auflage des Programms im Jahr 2013 wurden in Mecklenburg-Vorpommern gut ein Dutzend Projekte in die Förderung aufgenommen. Die Werkstatt für lebenslanges Lernen des Vereins Allerhand e. V. wird bereits in der zweiten Förderrunde unterstützt und bietet im Mecklenburger Dorf Qualitz vom Mathekreis für Schulkinder über die Fahrrad- und Holzwerkstatt bis zu wissenschaftlichen Vorträgen generationsübergreifende Bildungsangebote.

Im Projekt „Ruhner Land“ des Vereins Neues Landleben e. V. arbeiten seit dem Jahr 2015 sieben Gemeinden aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gemeinsam mit guten Ideen wie der Vermarktung als „Hochzeitsland“ oder die Wiederbelebung des historischen Jakobsweges daran, ihre Region noch attraktiver zu machen. Unter dem Motto „Mestlin, ein Musterdorf auf dem Weg“ bemüht sich der Verein Denkmal Kultur Mestlin die im Zuge der Dorfgründung als planmäßiges „sozialistisches Musterdorf“ in den 1950er Jahren entstandenen Gemeinschaftsbauten wieder zu einem Treffpunkt für die Menschen vor Ort zu machen.

Durchgeführt wird das Neulandgewinner-Programm vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung eG in Berlin. Die Teilnehmer erhalten eine Projektförderung von bis zu 50.000 Euro, Zugang zu Qualifizierungsangeboten und ein individuelles Mentoring bei der Projektentwicklung und Umsetzung.

Welt-AIDS-Tag 2017: „Positiv zusammen leben“

Schwerin – „Positiv zusammen leben“ – lautet das Motto des Welt-AIDS-Tages am Freitag (01.12.). Mit dem Aktionstag soll aufgezeigt werden, dass ein Zusammenleben zwischen Menschen mit und ohne HIV („Human Immunodeficiency Virus“) bereits stattfindet und möglich ist.

„Verunsicherung, Angst und Vorurteile können dazu führen, dass Erkrankte aufgrund ihrer HIV-Infektion ausgegrenzt werden. Der Welt-AIDS-Tag soll dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und intensiver über die Krankheit aufzuklären. In Mecklenburg-Vorpommern wird in verschiedenen Informations-, Weiterbildungs- und Beratungsstellen zu den Themen der sexuellen Gesundheit umfassend aufgeklärt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Nach einer Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin (47/2017) des Robert-Koch-Institutes (RKI) wird die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland und bei Menschen deutscher Herkunft, die sich im Ausland mit HIV infiziert haben, für das Jahr 2016 auf 3.100 geschätzt und bleibt damit gegenüber 2015 konstant. In Mecklenburg-Vorpommern gab es 2016 insgesamt 60 geschätzte Neuinfektionen. Vor allem Männer, die Sex mit Männern haben, sind am stärksten von einer Neuinfektion betroffen – 67,7 Prozent bundesweit; in Mecklenburg-Vorpommern 66,6 Prozent.

In Deutschland lebten Ende 2016 nach Schätzung des RKI rund 75.700 Menschen mit einer gesicherten HIV-Diagnose; in Mecklenburg-Vorpommern sind es 600 Menschen. „Ziel ist, die Zahl der Ansteckungen weiter zu senken. Dazu gehört neben Prävention und regelmäßigen Informationen über die Krankheit vor allem der Abbau von Barrieren, die Menschen von einem HIV-Test abhalten. Eine frühe Diagnose von HIV-Infektionen trägt dazu bei, sehr späte Diagnosen und die damit verbundene höhere Sterblichkeit zu verringern. Zugleich kann sie auch präventive Effekte haben, weil weniger Infektionen unbeabsichtigt weitergegeben werden“, sagte Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern informiert die Internetseite www.sg-mv.de umfassend über Informations-, Weiterbildungs- und Beratungsstellen zu den verschiedenen Themen der sexuellen Gesundheit und benennt die entsprechenden Ansprechpartner. Dort sind unter anderem zehn Anlaufstellen im Land gelistet, in denen man sich auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen lassen kann.

2017 findet der Welt-AIDS-Tag zum 30. Mal statt. Seit 1988 wird er jährlich am 01. Dezember begangen. AIDS ist eine Schwäche des körpereigenen Abwehrsystems, die durch das Immunschwächevirus HIV (= Human Immunodeficiency Virus) verursacht wird. Die Abkürzung AIDS steht für die englische Bezeichnung „Acquired Immune Deficienay Syndrome“ und heißt auf deutsch „Erworbener Immundefekt“.

Glasfaser bringt Turbo-Internet auch in die Dörfer

Schwerin – Nach Ansicht des netzpolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion Philipp da Cunha kommt die Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern gut voran. Die Weichen für eine digitale Zukunft seien richtig gestellt.

„Dass Mecklenburg-Vorpommern längst alle förderfähigen Projektgebiete über das Breitbandausbauprogramm des Bundes gefördert bekommt zeigt, dass die Strategie des Landes, die Ausschreibung zentral über das Energieministerium vorzubereiten und die Landkreise bei der Antragstellung zu begleiten vollständig aufgegangen ist. Das sind 832 Millionen Euro an Bundesmitteln plus die Ko-Finanzierung des Landes, die damit gerade in den ländlichen Gebieten dazu beitragen werden, Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend ins digitale Zeitalter zu bringen.

Misslich ist, dass die Bundesregierung erst jetzt das Ziel der Gigabitnetze ausgegeben hat. Das Land hatte sich im Bund stets für deutlich ambitioniertere Ziele bei der Geschwindigkeit eingesetzt, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Bei den bisherigen Ausschreibungen war es förderrechtlich auch unzulässig, sich für den Ausbau nur auf Glasfaser zu konzentrieren.

Umso erfreulicher ist es daher, dass bei den bisherigen Zuschlägen im Landkreis Vorpommern-Rügen und Ludwigslust-Parchim trotzdem ausschließlich Glasfaser gebaut wird. Damit wird die Grundlage für Gigabitinternet gelegt.

Für uns ist es wichtig, dass alle Landesteile so schnell wie möglich und flächendeckend Anschluss an schnelles Internet mit mindestens 50 Mbit/s erhalten. Vor wenigen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Jugendwörter wie „Netflixen“ darf man in Mecklenburg-Vorpommern künftig nicht nur aus der Zeitung kennen, sondern man muss sie auch auf dem kleinsten Dorf praktizieren können.“

Landesregierung fördert Industriegebiet in Pasewalk

Schwerin – Die Lenkungsgruppe Vorpommern ist heute zu ihrer zweiten Sitzung zusammengekommen. Ihr gehören alle Ministerien der Landesregierung an. Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann informierte im Anschluss über die Ergebnisse.

„Das gemeinsame Ziel der Landesregierung ist es, Vorpommern wirtschaftlich weiter voranzubringen. Dazu brauchen wir noch mehr Ansiedlungen. Mit den beiden Industriegebieten Pommerndreieck und Pasewalk haben wir zwei sehr gute Standorte, die wir künftig noch stärker nach außen vermarkten wollen. Wir haben uns heute in der Lenkungsgruppe darauf verständigt, dass wir die Stadt Pasewalk bei den Planungskosten für das Industriegebiet mit 200.000 Euro unterstützen werden. Davon kommen 100.000 Euro aus dem Vorpommern-Fonds und weitere 100.000 aus Mitteln des Wirtschaftsministeriums“, erklärte der Staatssekretär.

Weiteres Thema der Lenkungsgruppe war die Darß-Bahn. „Wir befinden uns in intensiven Gesprächen mit der Bundesregierung. Die Landesregierung hat angekündigt, in dieser Wahlperiode drei oder vier Großprojekte für Vorpommern auf den Weg zu bringen. Die Darß-Bahn könnte ein solches Projekt sein. Sie ist wichtig für die Tourismusentwicklung und für die Menschen in der Region. Wir hoffen deshalb sehr, dass diese Gespräche zügig abgeschlossen werden, damit wir die Signale für die Darß-Bahn auf grün stellen können“, sagte der Staatssekretär.

Auch über die Sanierung von Schloss Ludwigsburg wurde beraten. „Ich freue mich sehr, dass der Koalitionsausschuss sich hinter die Sanierung von Schloss Ludwigsburg gestellt hat. Schloss Ludwigsburg steht für den Stolz und das Selbstbewusstsein der Menschen in Vorpommern. Unser Ziel ist, das Schloss als Museum in die Stiftung Pommersches Landesmuseum einzugliedern. Dazu wird die Landesregierung Gespräche mit dem Bund, der Stadt Greifswald und den anderen Zustiftern der Stiftung Pommersches Landesmuseum führen. Und natürlich werden wir auch mit den derzeitigen Eigentümern von Schloss Ludwigsburg reden“, informierte Dahlemann.

Zusätzliches Geld für die Kindertagesförderung

Schwerin – Zur weiteren Verbesserung der Kindertagesbetreuung erhalten die sechs Landkreise sowie die Landeshauptstadt Schwerin und die Hansestadt Rostock für das Jahr 2018 insgesamt 11,64 Millionen Euro.

Entsprechende Zuweisungsverträge des Landes hat Sozialministerin Stefanie Drese unterzeichnet, und befinden sich derzeit zur Annahme bei den Landrätinnen/Landräten und Oberbürgermeistern. Die Gelder stammen aus dem nicht verbrauchten Betreuungsgeld des Bundes.

„Mit diesen Mitteln kann vor Ort die frühkindliche Bildung und Betreuung gestärkt werden“, betonte Ministerin Drese in Schwerin. „Landkreise und Kommunen können das Geld direkt dorthin leiten, wo es im Bereich der Kinderbetreuung gebraucht wird.“ Sie entscheiden dabei selbst, wohin die Mittel konkret fließen. Drese: „Bedingung ist nur, dass sie den Kleinsten und ihrem Umfeld zu Gute kommen.“

Die Verteilung auf die Landkreise und kreisfreien Städte erfolgt auf der Basis der Zahl der Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren entsprechend der amtlichen Bevölkerungsstatistik. Die Mittel sind ausschließlich für die Verbesserung der Kindertagesbetreuung einzusetzen.

Im Einzelnen erhalten:

Landkreis Ludwigslust-Parchim: 1,523 Mio. €
Landkreis Mecklenburgische Seenplatte: 1,860 Mio. €
Landkreis Nordwestmecklenburg: 1,161 Mio. €
Landkreis Rostock: 1,618 Mio. €
Landkreis Vorpommern-Greifswald: 1,681 Mio. €
Landkreis Vorpommern-Rügen: 1,565 Mio. €
Hansestadt Rostock: 1,478 Mio. €
Landeshauptstadt Schwerin: 752.000 €

Das Bundesverfassungsgericht urteilte im Juli 2015, dass das Betreuungsgeld gegen das Grundgesetz verstoße. Die damalige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hatte daraufhin durchgesetzt, dass die Mittel aus dem nicht verbrauchten Betreuungsgeld den Ländern zur Verbesserung der Kindertagesbetreuung zur Verfügung gestellt werden.

27. Tourismustag in Linstow: Branche sucht nach Lösungen

Listow – „Vorn bleiben!“ – so lautet das Motto des 27. Tourismustages, zu dem sich heute 220 Spitzenvertreter der Branche in Linstow in der Mecklenburgischen Seenplatte treffen. Ziel ist es, den Weg in eine neue touristische Zeitrechnung zu markieren, in der Qualität die Hauptrolle spielt. Zudem sollen das Jahr bilanziert und ein Ausblick auf die neue Saison gegeben werden. Dabei muss die Branche in diesem Jahr einen Dämpfer verkraften und Ursachenforschung betreiben, denn die touristischen Zahlen liegen unter den Erwartungen: Zwischen Januar und September wurden vom Statistischen Amt in Mecklenburg-Vorpommern 6,18 Millionen Gästeankünfte (-0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) und 24,91 Millionen Übernachtungen (-1,9 Prozent) registriert. Dies ist das zweitbeste Ergebnis seit 1990, allerdings bleibt der Nordosten damit in diesem Jahr hinter dem Bundestrend zurück. Auf Bundesebene ist im gleichen Zeitraum ein Wachstum der Übernachtungszahlen von 2,7 Prozent verzeichnet.

„Wir sind auf einem sehr hohen Niveau, was Übernachtungen und Gästezahlen betrifft. Da sind Rekorde jedes Jahr aufs Neue kein Automatismus. Starkes und dynamisches Wachstum, wie wir es in den vergangenen Jahren erlebt haben, verlangsamt sich und geht in eine Reifephase über. Die Gäste kommen zwar, bleiben aber nicht mehr so lange bei uns. Deshalb ist wichtig, die anstehenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen, um auf hohem Niveau zu bleiben. Wir unterstützen die Förderung nachhaltiger touristischer Angebote und Strukturen weiter. Das Thema Saisonverlängerung bleibt dabei von elementarer Bedeutung. Egal, ob die Sonne scheint, es regnet oder schneit, wir müssen Angebote für 365 Tage im Jahr vorhalten. Potential besteht vor allem auch in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns. Das können wir nach außen noch stärker betonen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Wolfgang Waldmüller, Vorsitzender des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, sagte: „Wir bekommen in diesem Jahr bestätigt, dass die Querschnittsbranche Tourismus in jeglicher Hinsicht gute Rahmenbedingungen braucht. Wenn sich Qualitätslücken auftun, die Verkehrsinfrastruktur schwächelt, die Digitalisierung stockt, Engpässe bei Fachkräften bestehen, andere Regionen stärker in das Produkt, die Erreichbarkeit sowie das Marketing investieren und uns auch das Wetter noch häufig im Stich lässt, kann aus einem erhofften Plus wie in diesem Jahr auch ein leichtes Minus werden. Das System Tourismus benötigt ein smartes Update. Die Branche hat die Kraft und den Willen, in die Erfolgsspur zurückzukehren.“

Waldmüller zeigte sich in diesem Zusammenhang erfreut und dankbar dafür, dass das Wirtschaftsministerium zunächst für die Jahre 2018 bis 2020 zusätzliche Mittel für das Marketing, das Regionalmanagement speziell im ländlichen Raum sowie für die Entwicklung und Umsetzung einer Qualitätsstrategie mit klaren und messbaren Kennziffern zur Verfügung stellt. Der Landestourismusverband kann danach über jährlich rund 800.000 Euro mehr und so über insgesamt knapp drei Millionen Euro verfügen und das bisherige Tourismusmarketing in ein komplexeres Tourismusmanagement überführen.

Darin sollen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsinitiativen, Weiterbildung und Kooperationen sowie die Internationalität eine größere Rolle spielen. „Das ist ein Bekenntnis zu dem für Mecklenburg-Vorpommern zentralen und stabilen Wirtschaftsfaktor Tourismus, der viele andere Zweige und Bereiche stützt und stärkt.“ Der von der Branche initiierte Umsatz von jährlich knapp acht Milliarden Euro ähnele in seiner Wirkung den Effekten einer klassischen Exportwirtschaft, da er zu großen Teilen von außen in das Land geführt würde. Hinzu käme die Rolle des Tourismus als einer der wichtigsten Arbeitgeber im Land, erklärte Waldmüller.

„Wir müssen auch stärker für das Tourismusbewusstsein beziehungsweise die Akzeptanz von Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor im Land werben. Diesen gilt es durch konsequente Zusammenarbeit in Wirtschaft und Politik, durch die Steigerung der Gastfreundschaft, durch das Aufzeigen von Perspektiven für Einwohner und Gastgeber herauszustellen und dann weiter aufzubauen“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.

Den Handlungsrahmen für die zukünftige Entwicklung des Tourismus soll die neue Landestourismuskonzeption setzen. Diese soll nach der aktuell laufenden Ressortbefassung im kommenden Frühjahr veröffentlicht werden. „Die touristische Entwicklung bedarf einer strategischen Neuausrichtung, die der Prämisse folgt: qualitatives vor quantitativem Wachstum. Wir müssen hierzu alle an einem Strang ziehen: Unternehmen, Organisationen, Verbände, Verwaltung und Politik. Qualität und Professionalität sind dabei die Antriebskräfte, mit denen das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern vorn bleiben kann“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe die Branche auf.

Eine gute Chance für neuen Schwung im Tourismus bietet Wolfgang Waldmüller zufolge die weltgrößte Reisemesse, die ITB in Berlin vom 06. bis 11. März 2018, deren offizielles Partnerland Mecklenburg-Vorpommern kurzfristig werden konnte. Darüber hinaus wird in Rostock 2019 der Deutsche Tourismustag ausgerichtet sowie im Jahr darauf der Germany Travel Mart, der nach 2009 zum zweiten Mal in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet.

„Diese Großveranstaltungen können im besten Fall das Dreigestirn des Aufbruchs sein, hin zu einer neuen Qualität des Tourismus, die sich ausdrückt in mehr Internationalität, mehr Qualität, mehr Vernetzung, mehr Digitalität und mehr Innovationsgeist.“ Ein aktuelles Zeichen für die Innovationskraft der Branche sei die Verleihung des Deutschen Tourismuspreises am 23. November 2017 an das Dock-Inn Hostel in Rostock-Warnemünde gewesen, sagte Waldmüller.

„Mit allen Veranstaltungen setzen wir ein starkes Signal für mehr Überregionalität. Wir wollen und müssen vor allem im internationalen Maßstab noch bekannter werden. Unsere Unternehmen und Anbieter stehen in einem sich rasant verändernden Marktumfeld. Intensives Marketing ist dabei ein wichtiges Element, um im nationalen und vor allem auch im internationalen Wettbewerb noch besser mithalten zu können“, betonte Wirtschaftsminister Glawe.

Die gesamten Umsätze im Tourismus belaufen sich laut Berechnungen des Institutes DIW Econ auf 7,75 Milliarden Euro pro Jahr. Dabei werden mehr als zwei Drittel der Ausgaben (68 Prozent) von Menschen aus anderen Bundesländern und Ländern getätigt. Die touristische Wertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern beträgt 4,1 Milliarden Euro und macht damit 12 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in Mecklenburg-Vorpommern aus. Damit liegt die Bruttowertschöpfung der Querschnittsbranche Tourismus mit 9,6 Prozent noch vor dem Baugewerbe mit einem Anteil von 6,5 Prozent. Deutschlandweit liegt sie bei einem Anteil von 4,4 Prozent (Jahr 2010). 17,8 Prozent der Erwerbstätigen in MV, also 131.254 Menschen, arbeiten in Tourismusunternehmen und tourismusnahen Betrieben.

Von der leicht negativen Entwicklung in den ersten neun Monaten dieses Jahres sind fast alle Reiseregionen betroffen. Die größten Verluste verbuchte die Region Fischland-Darß-Zingst. Dort sind die Übernachtungen von Januar bis September 2017 um 9,8 Prozent gesunken. Einzig in der Mecklenburgischen Schweiz/Seenplatte (+0,3 Prozent) übersteigt die Zahl der Übernachtungen das Vorjahresergebnis. Dagegen liegen fast alle Städte im Plus. Die Hansestadt Wismar (+15,1 Prozent) behauptet ihre Führungsposition vor Greifswald (+8,5 Prozent) und Schwerin (+2,4 Prozent). Die Hansestadt Stralsund hält das Vorjahresniveau mit einer schwarzen Null.

Bei den Unterkunftsarten können von Januar bis September vier der zehn ausgewiesenen Unterkunftsarten steigende Übernachtungszahlen vermelden, darunter die Hotels Garnis (+3,2 Prozent), Pensionen (+2,8 Prozent) sowie Vorsorge-/Rehakliniken (+2,0 Prozent). Die Betreiber von Campingplätzen (-7,8 Prozent) und Gasthöfen (-7,7 Prozent) müssen Rückgänge verkraften. Die angebotenen Schlafgelegenheiten waren in den ersten neun Monaten des Jahres zu 37,8 Prozent ausgelastet und damit etwas schlechter als im Vorjahreszeitraum (38,5 Prozent).

Aus dem Ausland wurden nach drei Vierteln des Jahres rund 860.000 Übernachtungen (-2,7 Prozent) gezählt. Allein schwedische Gäste übernachteten häufiger als im Vorjahreszeitraum im Nordosten (+5,9 Prozent). Unterdessen sind die Übernachtungen aus den Niederlanden (-16,4 Prozent), Dänemark (-5,1 Prozent), Schweiz (-3,8 Prozent) und Österreich (-2,1 Prozent) zurückgegangen.