AKW Gundremmingen B geht am 31.12. vom Netz

Berlin – Der Block B des Atomkraftwerks Gundremmingen in Bayern geht am 31. Dezember 2017 endgültig vom Netz. Dieses Enddatum wurde als Teil des im breiten Konsens beschlossenen schrittweisen Atomausstiegs nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 im Atomgesetz festgelegt.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Ich bin froh über das Abschalten des Atomkraftwerks Gundremmingen B. Der Atomausstieg in Deutschland kommt damit einen wichtigen Schritt voran. Die Atomkraft war ein technologischer Irrweg – sowohl Fehlerfreiheit als auch Kostengünstigkeit waren Versprechen, die nie eingehalten wurden. Ich bin um jedes AKW froh, das nicht mehr in Betrieb ist. Mit der Abkehr von dieser gefährlichen und nicht nachhaltigen Energieform haben wir den Grundstein für eine international wettbewerbsfähige Energiestruktur in Deutschland gelegt.

Wir steigen zwar in den nächsten Jahren aus der Atomenergie aus. Für die Dauer der Restlaufzeit muss jedoch gewährleistet sein, dass die Atomkraftwerke auf dem höchstmöglichen Sicherheitsniveau betrieben und anschließend sicher rückgebaut werden. Das hat für mich oberste
Priorität.

Auch für die Stromversorgung ist das schrittweise Abschalten der Atomkraftwerke richtig. Anders als von einigen prophezeit wurde, leiden wir in Deutschland nicht unter einer Stromlücke. Wir haben im Gegenteil sogar gigantische Stromüberschüsse. Unsere Stromversorgung ist sicher, daran wird auch die Abschaltung von Gundremmingen B nichts ändern.“

Das Atomgesetz sieht vor, dass die nach der Abschaltung von Gundremmingen B verbliebenen sieben Reaktoren wie folgt abgeschaltet werden:

•   Philippsburg 2 spätestens am 31.12.2019
•   Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf spätestens am 31.12.2021
•   Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 spätestens am 31.12.2022

Am Standort des Atomkraftwerks Gundremmingen wurden insgesamt drei Kraftwerksblöcke errichtet. Der Block A, ein Siedewasserreaktor mit einer elektrischen Bruttoleistung von 250 MW, wurde bereits im Jahr 1977 abgeschaltet. Der Rückbau dieses Blockes ist mittlerweile weit fortgeschritten. Der Beginn des Leistungsbetriebs des Blockes B des Atomkraftwerks Gundremmingen erfolgte 1984. Nach Abschaltung des Blockes B befindet sich in Deutschland mit Block C nur noch ein Siedewasserreaktor im Leistungsbetrieb. Er hat ebenso wie Block B eine elektrische Bruttoleistung von 1344 MW.

Games-Charts: „Mario Party“ steigt auf 3DS-Podium

Was könnte besser zu Silvester passen als eine bunte Feier mit abwechslungsreichen Spielen? „Mario Party: The Top 100“ hat gleich 100 davon versammelt und lädt Mario, Luigi, Peach & Co. zur größten Party in der fast 20-jährigen Geschichte der Serie. Als einziger Neueinsteiger belohnt sich die Minispiele-Sammlung mit Platz drei der offiziellen deutschen Nintendo 3DS-Charts, ermittelt von GfK Entertainment. Oben stehen wie gehabt die beiden Pokémon-Titel „Ultrasonne“ und „Ultramond“.

Im Switch-Ranking muss Kultklempner Mario gleich dreifach ran, und zwar mit „Mario Kart 8 Deluxe“ (eins), „Super Mario Odyssey“ (zwei) sowie „Mario & Rabbids Kingdom Battle“ (fünf). Bei den Wii-Games landet er hinter „Just Dance 2018“ an zweiter Stelle („Mario Kart Wii Selects“).

PS4- und Xbox One-Spieler kaufen derzeit „Call of Duty: WWII“ und „Assassin’s Creed Origins“ am liebsten. Auf PC rangieren „Die Sims 4“ und „Assassin’s Creed Origins“ über Neujahr an der Spitze. Die PS3- und Xbox 360-Charts führen „FIFA 18 – Legacy Edition“ und „Minecraft“ an.

Neuer Radweg an der Kreisstraße 8 im Rostocker Umland

Schwerin – Infrastrukturminister Christian Pegel hat einen Zuwendungsbescheid für den Neubau eines Radwegs entlang der Kreisstraße 8 zwischen Bartenshagen und Parkentin im Landkreis Rostock unterzeichnet.

Das Land fördert das Vorhaben mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) gemäß der Richtlinie über die Mitfinanzierung der Investitionen in den Bau von Radwegen in kommunaler Baulast in einer Höhe von über 481.000 Euro.

Bei dem geplanten Radweg, der eine Länge von 2,6 Kilometern aufweist, handelt es sich um den 2. und 3. Bauabschnitt des Radwegs Bartenshagen – Parkentin. Er beginnt nahe der B 105 am Durchlass Rotbäk, führt durch die Ortslage Bartenshagen und endet am bereits fertiggestellten 1. Bauabschnitt des Radwegs in Richtung Parkentin.

Der Neubau des Radwegs dient der Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die Kreisstraße hat hier nur eine Breite von sechs Metern. Dieser Streckenabschnitt wird in den Sommermonaten häufig von überbreiten landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt. Hinzu kommen Transporte zur Deponie Parkentin.

Mit dem künftig durchgehend befahrbaren Radweg werden die Umlandverbindungen der Gemeinde Bartenshagen-Parkentin nach Rostock und Bad Doberan verbessert. Dadurch werden die dortigen Arbeitsstätten und die weiterführenden Schulen für Bewohner der Gemeinde auch mit dem Fahrrad besser erreichbar sein. Außerdem wird hierdurch ein Anschluss an das mit Rad- und Wanderwegen ausgestattete Naturschutzgebiet Hütter Klosterteiche im Ortsteil Parkentin, das ein bekanntes Naherholungsgebiet im Rostocker Umland ist, hergestellt.

Der Baubeginn des Vorhabens soll im Frühjahr 2018 erfolgen.

Ausbau des Greifswalder Kultur- & Initiativenhauses

Greifswald – Energieminister Christian Pegel übergibt am Mittwoch (03.01.2018) Vertretern des Kultur- & Initiativenhauses Greifswald e.V. (Landkreis Vorpommern-Greifswald) einen Zuwendungsbescheid für Maßnahmen zur Energieeinsparung beim Ausbau des Kultur- & Initiativenhauses. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Unternehmen.

Der Greifswalder Kultur- & Initiativenhaus e.V. plant, das ehemalige Gesellschaftshaus „Zum Greif“ wieder einer kulturellen Nutzung zuzuführen. Der Zuschuss in Höhe von 140.699,13 Euro (Fördersatz 60 Prozent) ist für Ausgaben für den Gebäudeteil bestimmt, der den spätklassizistischen Emporensaal mit den anschließenden Räumlichkeiten beherbergt, die ausschließlich für verschiedenste kulturelle Aktivitäten zur Verfügung gestellt werden.

Neben Seminarräumen für Theater- und Musikgruppen, Gemeinschaftsräumen für Vereine mit kulturellen und zivilgesellschaftlichen Schwerpunkten wird eine öffentlich nutzbare Bibliothek eingerichtet. Es werden Ausgaben für Dämmarbeiten im Bereich der Außenwände, Kellerdecke und Decke über dem Saal sowie für energieeffiziente Fensterelemente bezuschusst.

Durch diese Maßnahmen können pro Jahr jährlich mehr als 90.000 Kilowattstunden Strom und rund 27 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Kulturförderung 2018: Neue Regeln treten im Januar in Kraft

Ministerin Hesse: Auf die Vereinfachung haben wir lange hingearbeitet

Schwerin – Weniger Bürokratie und mehr Zeit für Kunst und Kultur: Kulturschaffende, Träger und Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern können die Kulturfördermittel des Landes vom kommenden Jahr an unter vereinfachten Bedingungen erhalten. Die neuen Regeln für die Kulturförderung treten zum 1. Januar 2018 in Kraft. Die entsprechende Richtlinie ist auf der Internetseite des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur einsehbar. Dort stehen auch Hinweise für Zuwendungsempfänger zum Herunterladen bereit.

„Immer wieder haben Kulturschaffende, insbesondere viele Ehrenamtliche, beklagt, dass die Regeln zur Kulturförderung zu kompliziert sind“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Auf die Vereinfachung haben wir lange hingearbeitet. Ich danke allen, die sich daran beteiligt haben. Die neuen Regeln sind in der Kulturszene gut aufgenommen worden. Im Jahr 2018 müssen sie den Praxistest bestehen. Bei aller Vereinfachung wird es auch künftig notwendig sein, einen Antrag zu stellen“, schränkte Hesse ein. Wer öffentliche Mittel erhalten möchte, müsse aufzeigen, wofür er sie verwenden wolle.

Die größten Vereinfachungen gibt es bei Kulturprojekten mit einer Landesförderung bis zu 30.000 Euro. Sie soll als Festbetragsfinanzierung erfolgen. Unabhängig vom Antragsvolumen entfällt für alle Antragstellerinnen und Antragssteller grundsätzlich die Vorlage der Stellungnahme der Kulturverwaltung. Erleichterungen gibt es zudem bei weiteren Regelungen, z. B. hinsichtlich des vorzeitigen Beginns der Maßnahme, der Mitteilungspflichten und der Inventarisierungspflicht. Für öffentliche Bibliotheken gibt es Sonderregeln zur Medienbeschaffung.

Im Jahr 2018 sind im Haushalt Kulturfördermittel in Höhe von 10,3 Mio. Euro eingeplant. In den Jahren davor waren es jährlich 11,5 Mio. Euro. „Auch wenn der Etat für die Kulturförderung künftig geringer ausfällt, handelt es sich nicht um eine Kürzung“, betonte Kulturministerin Birgit Hesse. „Mit der Regierungsbildung ist die Zuständigkeit für die kulturelle Filmförderung vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur auf die Staatskanzlei übergegangen. Dies umfasst auch die Verwaltung der Fördermittel für die Filmförderung“, erläuterte Hesse.

„Ein Tag mit …“ Seelsorger, Wachtmeister, Betreuungsrichter und Bewährungshelfer

Schwerin – Für Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) wird 2018 ein Aktionsjahr weshalb sie jeden Monat einen Bereich aus dem Geschäftsbereich des Ministeriums begleiten wird.

„Nachdem ich alle Gerichte, Staatsanwaltschaften und auch Justizvollzugsanstalten besucht habe, möchte ich den Zuständigkeitsbereich des Justizministeriums noch näher kennenlernen. Darum wird das Jahr 2018 ein Aktionsjahr. Ich freue mich auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Justizwachtmeisterei, einer Sozialtherapie und auch in der Bewährungshilfe. Jeden Monat werde ich einen Tag lang die Bediensteten begleiten und mir ansehen, unter welchen Bedingungen sie arbeiten. Das ist mir sehr wichtig, denn ich möchte auch die ungefilterten Meinungen derjenigen hören, die ich nicht regelmäßig in Besprechungsrunden treffe. Denn für viele Dinge gibt es Lösungen oder eine gute Erklärung“, so Justizministerin Hoffmeister.

Das Aktionsjahr 2018 steht unter dem Motto „Ein Tag mit…“ und führt Ministerin Hoffmeister zunächst ins Justizzentrum Stralsund in die dortige Wachtmeisterei. Im Februar wird sie in der Bewährungshilfe an der Seenplatte hospitieren und im März einen Betreuungsrichter begleiten. Weitere geplante Stationen sind zum Beispiel die Verbraucherzentrale, die Sozialtherapie im Justizvollzug, eine Station der Rechtsreferendare, die Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen und auch die Seelsorge.

Gesundheit – Bilanz 2017 und Ausblick 2018

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat kurz vor dem Jahreswechsel auf aktuelle Herausforderungen der Gesundheitspolitik von Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam gemacht.

„Im Fokus steht dabei die Verbesserung der medizinischen Versorgung insbesondere in weniger stark besiedelten Regionen. Wir müssen den demografischen Wandel mit einer alternden Bevölkerung, die Veränderung der Morbidität und den zunehmenden Fachkräftebedarf bewältigen. Eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung unseres Landes sicherzustellen, steht dabei im Fokus. Wir werden auch im kommenden Jahr innovative Projekte im Bereich der Gesundheitsversorgung voranbringen. Es wird weiter in die Krankenhäuser investiert. Darüber hinaus wollen wir medizinische Fachkräfte für unser Land gewinnen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

„Ein wichtiges Ziel zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung ist es, die Schnittstellen zwischen der ambulanten und stationären Behandlung zu überwinden“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe. Dazu wurde 2017 ein mehrjähriges Modellprojekt zur sektorenübergreifenden Versorgungsplanung gestartet, das vom Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt wird. „Ziel in dem mehrjährigen Projekt ist es, Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen zu entwickeln und sie in Modellregionen zu erproben“, so Glawe weiter.

Das Projekt wird sich schwerpunktmäßig mit den Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte beschäftigen. Übergreifende Themen wie die Einbindung aller Sektoren und Professionen, der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung werden jeweils in die Überlegungen mit einbezogen. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt.

„Während in der ersten Phase zunächst Modelle für bestimmte Fokusregionen entworfen und umgesetzt werden, wird am Ende jeweils geprüft, inwieweit die Lösungen auf andere Regionen übertragbar sind“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Im Rahmen dieses Modellprojektes wird auch die 2017 gestartete Portalpraxisklinik für die kinderärztliche Notfallversorgung am Kreiskrankenhaus Wolgast begleitet.

2018 sollen durch den Projektträger in mehreren Regionen unter Beteiligung der Akteure vor Ort zunächst beispielhafte Versorgungsmodelle und im Weiteren konkrete Umsetzungskonzepte in der Kinder- und der Altersmedizin entwickelt werden. In einem weiteren Schritt ist dies für die Palliativversorgung geplant. „Erkenntnisse, die auf andere Regionen übertragen werden können, sollen im Rahmen einer Evaluation gewonnen werden“, sagte Glawe.

Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mit mehr als zwei Milliarden Euro erhebliche finanzielle Mittel in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen. „Die Krankenhauslandschaft Mecklenburg-Vorpommern ist grundsätzlich sowohl strukturell als auch baulich gut aufgestellt. Es wurden und werden hier Erneuerungen und Modernisierungen der Krankenhausstandorte realisiert, die aufgrund von veränderten medizinischen, technischen und planerischen Anforderungen erforderlich waren und dem demografischen Wandel Rechnung tragen“, so Glawe. Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern durch 37 moderne, leistungsfähige Krankenhäuser sichergestellt. Aktuell sind im Krankenhausplan 10.047 Betten und 1.339 tagesklinische Plätze ausgewiesen.

Im Krankenhausbereich wurden 2017 rund 27 Millionen Euro Fördermittel für neue Investitionsmaßnahmen an Krankenhäusern und rund 23 Millionen Euro Pauschalfördermittel ausgereicht. „Damit geht der stetige und dringend erforderliche Sanierungs- und Erneuerungsprozess in den Krankenhäusern weiter“, betonte Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe.

In diesem Jahr wurde beispielsweise feierlich das Richtfest für den Erweiterungsneubau der Klinik für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie an den Helios Kliniken in Schwerin begangen. Der Erweiterungsbau an der BDH-Klinik Greifswald ist fertiggestellt worden. In Karlsburg (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wird die Dialyseabteilung umgebaut, eine Endoskopieabteilung mit zusammenhängenden Räumen entsteht. In Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wird eine psychiatrische Tagesklinik neu gebaut.

Für 2018 ist geplant, rund 50 Millionen Euro Investitionsmittel an die Krankenhäuser auszureichen. Darüber hinaus wird der Krankenhausplan stetig fortgeschrieben, um aktuellen Bedarfsentwicklungen Rechnung zu tragen. „Der Erhalt unserer leistungsfähigen und flächendeckenden Krankenhauslandschaft ist eine wichtige Aufgabe“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe weiter.

In diesem Jahr hat das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium ein Stipendienprogramm für Medizinstudierende entwickelt. Wer die finanziellen Hilfen erhält, verpflichtet sich, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztweiterbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen oder im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns ärztlich tätig zu werden.

„Das ist auch ein Beitrag, um gut ausgebildete Fachkräfte im Land zu halten und ihnen eine Perspektive aufzuzeigen. Im kommenden Jahr werden die ersten Stipendien ausgereicht. Es geht uns vorrangig darum, dass für Krankenhäuser und Praxen im ländlichen Raum und im öffentlichen Gesundheitsdienst mehr Mediziner zur Verfügung stehen“, so Gesundheitsminister Glawe weiter. Das Stipendium beträgt 300 Euro monatlich und kann bis zum Ende des Medizinstudiums (dem Bestehen des Dritten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung), jedoch längstens für vier Jahre und drei Monate, ausgezahlt werden. Es liegen beim Landesamt für Gesundheit und Soziales 27 Anträge vor, von denen sich 25 auf das Wintersemester 2017/18 beziehen.

Mehr Fördermittel für Kriminalitätsvorbeugung

Schwerin – Gesamtgesellschaftlich organisierte Projekte und Initiativen, die sich in Mecklenburg-Vorpommern der Kriminalitätsvorbeugung verschrieben haben, erhalten in diesem Jahr vom Innenministerium so viel finanzielle Unterstützung wie nie zuvor. 350.000 EUR stehen dafür Im Jahr 2018 -zur Verfügung, nachdem der Landtag auf Vorschlag der Koalitionsfraktionen den entsprechenden Fördertitel des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung (LfK) für den Doppelhaushalt 2018/2019 jährlich um mehr als 23.000 EUR aufgestockt hat.

Innenminister Lorenz Caffier, der zugleich auch Vorsitzender des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung ist, wertete dies als erneutes Zeichen dafür, welchen großen Stellenwert die Landesregierung nach wie vor der gesamtgesamtgesellschaftlichen Kriminalitätsvorbeugung beimisst.

„Vielfältige Initiativen nichtstaatlicher Einrichtungen und Organisationen sowie zahlreicher engagierter Bürgerinnen und Bürger ergänzen und bereichern bei uns in Mecklenburg-Vorpommern schon seit über 20 Jahren sehr wirkungsvoll die staatlichen Bemühungen zur Vorbeugung von Gewalt und Kriminalität“, so der Minister. „Deren Engagement wirkt sich vielerorts ganz unmittelbar und sehr nachhaltig auf die Sicherheitslage und das Sicherheitsgefühl aus. Dafür gebührt den oft ehrenamtlichen Aktiven nicht nur unser aller Dank und Anerkennung sondern auch die Gewissheit zuverlässiger staatlicher Unterstützung.“ Dem werde die Aufstockung der Fördermittel des LfK gerecht.

Insgesamt 62 Antragsteller erhalten in diesen Tagen die Zuwendungsbescheide für das Jahr 2018, nachdem ein Expertengremium des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung deren Projekte zuvor aus den vorliegenden 79 Anträgen ausgewählt hatte.

Die meisten geförderten Projekte betreffen auch im kommenden Jahr wieder die Themenschwerpunkte „Jugendkriminalität“ und „Sport statt Gewalt“. Darunter sind eine Reihe von Projekten, die sich bereits in den vergangenen Jahren vor Ort vielfacht bewährt haben und häufig insbesondere die Präventionsarbeit an den Schulen unterstützen. Weitere Schwerpunkte betreffen die Themenfelder „Seniorensicherheit“, „Medienkompetenz“ und „Opferschutz“.

Unter den geförderten Projekten befinden sich 2018 auch zwei Initiativen des Präventionsrates Vorpommern-Greifswald, die gewährleisten, dass die bislang aus einem Sonderfonds geförderten Aktivitäten gegen „Grenzkriminalität“ vor Ort lückenlos fortgesetzt werden können.

Darüber hinaus bekommen auch im nächsten Jahr die acht Präventionsräte der Landkreise und kreisfreien Städte nach einem entsprechenden Einwohnerschlüssel erneut insgesamt über 60.000 EUR als Direktzuweisungen. Damit haben sie die Möglichkeit, ganz spezifische eigene Präventionsschwerpunkte zu setzen und kleine Projekte vor Ort auch unmittelbar zu unterstützen.

Das Förderprogramm des Landesrates für Kriminalitätsvorbeugung, das bundesweit seines Gleichen sucht, wird sich nach fester Überzeugung von Innenminister Lorenz Caffier auch künftig als wirksames Instrument zur Unterstützung gesamtgesellschaftlichen Engagements in der Präventionsarbeit erweisen.

Elternentlastung für Kita und Kindertagespflege tritt in Kraft

Schwerin – Zum 1. Januar 2018 werden die Elternbeiträge für die Krippe und den Kindergarten mit Ausnahme des bereits gesenkten Vorschuljahres über einen direkten Zuschuss des Landes um bis zu 50 Euro pro Monat reduziert. Das gilt auch für Eltern, deren Kinder bei einer Tagespflegeperson betreut werden.

„Das bedeutet nach 2012 eine weitere Beitragsentlastung des Landes für junge Familien“, verdeutlicht Sozialministerin Stefanie Drese. „Die Landesregierung hält Wort und setzt damit eines ihrer wichtigsten politischen Vorhaben aus der Koalitionsvereinbarung in die Tat um. So beträgt zum Beispiel der Landeszuschuss zur Reduzierung des Elternbeitrags für den Krippenbereich nunmehr 150 Euro monatlich“, so Drese.

Für die Eltern von Kindern in Kita und Tagespflege ist die Beitragsentlastung völlig unbürokratisch. Sie müssen keinen Antrag stellen, sondern erhalten automatisch einfach eine Abrechnung mit den durch das Land reduzierten Elternbeiträgen. Wenn es im Einzelfall zu einer verzögerten Berücksichtigung des Entlastungsbeitrages kommen sollte, erfolgt selbstverständlich eine rückwirkende Verrechnung.

Drese: „Auf unserem Weg, Familien im Land zu unterstützen und sie von Kosten zu entlasten, werden wir weitergehen. So kommt im Januar 2019 die Geschwisterkind-Entlastung. Für das zweite Kind in der Kindertagesförderung wird dann der Elternbeitrag halbiert, für das dritte und alle weiteren Geschwisterkinder besteht Elternbeitragsfreiheit. Ziel der Landesregierung ist die für Eltern kostenfreie Kindertagesbetreuung. Daran arbeiten wir.“

MV bei Breitbandförderprojekten auf Platz 1

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat laut einer Analyse des ifo Instituts (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München) die höchste Anzahl an Breitbandförderprojekten, die höchste Fördermittelsumme insgesamt und den höchsten Förderbetrag pro Privathaushalt vom Bund eingeworben.

Mit einem Fördervolumen in Höhe von rund 828 Millionen Euro wurden die 93 Infrastrukturprojekte aus Mecklenburg-Vorpommern bei der Breitbandförderung des Bundes in den ersten vier Aufrufen mit Abstand am stärksten mit Mitteln vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bedacht. Nach der Höhe der zugesagten Unterstützung folgen auf den Rängen zwei bis fünf Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg.

Da die Versorgungslücken im Osten Deutschlands wesentlich größer sind als im Westen, werden die bis Ende September 2017 ergangenen Zusagen des Bundes über Zuwendungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro für die fünf ostdeutschen Bundesländer stärker unterstützt als die elf westdeutschen Bundesländer mit 1,2 Milliarden Euro.

Die Bundesländer unterscheiden sich deutlich in der Zahl der ansässigen Privathaushalte und deshalb erhebt die Analyse neben dem Fördervolumen auch den Förderbetrag pro Haushalt. Für Mecklenburg-Vorpommern weist das Papier auch hier nach vier Aufrufen mit insgesamt 989 Euro die mit großem Abstand höchste Pro-Haushalt-Förderung auf. Das ist auch folgerichtig, denn in Mecklenburg-Vorpommern als am dünnsten besiedeltem Bundesland fallen für den Breitbandausbau bundesweit die höchsten Kosten an. Das liegt daran, dass in dem sechstgrößten Flächenland mit den damit verbundenen hohen Investitionskosten – vor allem im Bereich des Tiefbaus – nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl von potenziellen Kunden gegenübersteht. Die übrigen vier neuen ostdeutschen Bundesländer folgen mit Hilfen von 148 bis 205 Euro pro Haushalt auf den nächsten vier Rängen.

Das Programm des Bundes fördert Infrastrukturprojekte zur Verbesserung des Angebotes für private Haushalte, Unternehmen und institutionelle Nachfrager (z. B. Schulen) in mit Breitbandanschlüssen unterversorgten Gebieten und wurde zunächst mit 2,7 Milliarden Euro ausgestattet. 2016 wurde das Programm um 1,3 Milliarden Euro erhöht. Zudem werden einmalige Beratungsleistungen zur Vorbereitung von NGA-Ausbauprojekten bis zu einer Summe von 50.000 Euro pro Vorhaben unterstützt.

Zuschuss für LED-Beleuchtung in Neukloster

Neukloster – Für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik erhält die Stadt Neukloster (Landkreis Nordwestmecklenburg) vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von 53.899,00 Euro (Fördersatz 50 Prozent). Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Die Stadt Neukloster beabsichtigt, die Straßenbeleuchtung zu erneuern und auf moderne LED-Beleuchtung umzurüsten. Die vorhandenen 48 Leuchten werden je nach technischem Zustand der Leuchten teilweise durch Umrüstsätze bzw. komplett mit Masten und Kabel umgerüstet.

Dadurch können pro Jahr fast 20.000 Kilowattstunden Strom und rund neun Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Auch die Gemeinde Neu Kaliß (Landkreis Ludwigslust-Parchim) erhält vom Land einen Zuschuss in Höhe von 32.921,35 Euro (Fördersatz 50 Prozent) für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik .

Die Gemeinde Neu Kaliß plant, die Straßenbeleuchtung in Neu Kaliß und im Ortsteil Heiddorf auf LED-Technik umzurüsten. Die vorhandenen 166 Leuchten werden gegen 166 LED-Leuchten ersetzt.

Durch diese Maßnahme können rund 47.000 Kilowattstunden Strom und knapp 30 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart werden.

Jahresrückblick: Schulsportliche Wettbewerbe 2017

Ministerin Hesse: Sportlicher Erfolg spornt an, schafft Ehrgeiz und Selbstvertrauen

Schwerin – Endlich hat es geklappt: Nach mehreren Anläufen bei den Winterfinals der paralympischen Wettbewerbe von JUGEND TRAINIERT konnte die „Schule an der Bleiche“ Ludwigslust im Skilanglauf in diesem Jahr den dritten Platz erreichen und damit erstmals die begehrten Medaillen bei einem Bundesfinale erkämpfen.

„Sportlicher Erfolg spornt an, schafft Ehrgeiz und Selbstvertrauen“, sagte Bildungs- und Sportministerin Birgit Hesse. „Gleichzeitig sammeln Schülerinnen und Schüler wichtige Erfahrungen, mit Niederlagen umzugehen. Dies ist ein wichtiges Merkmal des Mannschaftswettbewerbs. Jede erbrachte Leistung zählt, ob positiv oder negativ, oder anders, alle gewinnen oder verlieren gemeinsam. Daraus können sich Charaktereigenschaften bilden, die noch lange über die Schulzeit hinaus wirken“, so Hesse.

Bei den paralympischen Sportarten im Frühjahrsfinale in Berlin erreichte das Überregionale Förderzentrum Sehen Neukloster mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Goalball die gleiche Platzierung und stellte somit wiederum seine Spitzenstellung in dieser Sportart eindrucksvoll unter Beweis. Die Volleyballjungen des Sportgymnasiums Schwerin erzielten mit jeweils dritten Plätzen in den Wettkampfklassen der 11- bis 14- und 14- bis 17-Jährigen ebenfalls herausragende Resultate. „Das sehr gute Ergebnis beim Frühjahrsfinale wird mit den Plätzen 8 und 10 des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums Bergen bzw. der Regionalen Schule ‚Tom Beyer‛ aus Göhren im Badminton, einer Sportart, die eher selten im Rampenlicht steht, komplettiert“, erläuterte Ministerin Hesse. „Gerade hier zeigt sich, dass eine Zusammenarbeit im Kooperationsmodell ‚Schule – Verein‛ bundesweit wirkende Erfolge erzielen kann.“

Die Mädchenmannschaft vom Sportgymnasium Neubrandenburg nahm im Juni dieses Jahres an den Weltmeisterschaften der Schulen in der Leichtathletik in Nancy (Frankreich) teil. Dort konnte sie unter 24 Nationen aus vier Kontinenten einen sehr guten sechsten Rang belegen.

Das Berliner Herbstfinale von JUGEND TRAINIERT FÜR OLYMPIA und JUGEND TRAINIERT FÜR PARALYMPICS war aus Landessicht durch das herausragende Resultat der Mädchen und Jungen vom Sportgymnasium Neubrandenburg im Triathlon geprägt. Einen zweiten Platz erreichten die Mädchen des Sportgymnasiums Neubrandenburg in der Leichtathletik. Das Mecklenburgische Förderzentrum für Körperbehinderte Schwerin belegte im Schwimmen den Bronzerang. Beim gemeinsamen Wettbewerb der Schülerinnen und Schüler mit und ohne Handicap im Rahmen des Bundesfinals im Schwimmen konnte unsere Landesstaffel den dritten Platz erzielen.

„Die Schulmannschaften aus Mecklenburg-Vorpommern haben im Vergleich mit den anderen Bundesländern gezeigt, dass sie in vielen Sportarten gut mithalten können und sogar teilweise die Spitze bestimmen“, so Bildungs- und Sportministerin Birgit Hesse. „Ich hoffe, dass eines dieser Talente unser Land künftig bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen erfolgreich vertreten kann. Darüber würde ich mich zumindest sehr freuen. Den Lehrerinnen und Lehrern danke ich für ihren Einsatz und für ihr Engagement bei der Unterstützung unserer sportlichen Schülerinnen und Schüler.“

Caffier: Vorsicht bei Gebrauch von Silvesterfeuerwerk

Schwerin – Zu Beginn des Feuerwerksverkaufs am 28. Dezember ruft Innenminister Lorenz Caffier zum vorsichtigen Umgang auf und weist auf die besonderen Gefahren hin. „Unsachgemäße Handhabung und Selbstüberschätzung, oft in Kombination mit Alkoholgenuss, führen immer wieder zu Verletzungen und Bränden. Halten Sie daher unbedingt die angeführten Sicherheitsbestimmungen auf der Pyrotechnik ein und richten Sie Ihr Feuerwerk keinesfalls auf Menschen oder Tiere. Zünden Sie Ihr Feuerwerk nur in gebührender Entfernung von brennbaren Gebäuden – in unserem Land gehören dazu besonders reetgedeckte Häuser. In der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Seniorenheimen sowie an Tankstellen verbietet sich die Verwendung von Raketen und Böllern.“

Der Minister verwies darauf, dass das klassische Silvesterfeuerwerk wie Böller und Raketen nur im zugelassenen Zeitraum und auch nur an Personen über 18 Jahren verkauft werden darf. Er warnte zugleich vor selbstgebastelten Feuerwerkskörpern und sogenannten Grauimporten, d.h. aus dem Ausland mitgebrachter und nicht zugelassener Pyrotechnik und sogenannten Mega-Krachern. Diese Pyrotechnik ist mit extrem hohen Risiken verbunden. Mangelhafte Verarbeitung und die Verwendung von Industriesprengstoff können selbst bei richtiger Handhabung zu schweren Verletzungen führen. Die Einfuhr solcher Feuerwerkskörper ist deshalb verboten und strafbar. Sollte es trotz aller Vorsorge dennoch zu Unfällen kommen, alarmieren Sie über Notruf 110 oder 112 die Polizei bzw. die Feuerwehr, die auch in diesem Jahr wieder auf eine große Zahl von Feiern und Veranstaltungen zum Jahreswechsel eingestellt und gut vorbereitet.

Innenminister Lorenz Caffier dankt allen ehrenamtlich und beruflich Verpflichteten, die über Silvester in den Polizeidienststellen und bei der Feuerwehr ihren Dienst tun, schon vorab für die hohe Einsatzbereitschaft. „Sie stehen wie während der Weihnachtfeiertage auch für den Fall bereit, dass ihre Mitmenschen Hilfe und Unterstützung benötigen. Dafür recht herzlichen Dank.“

Sonderförderung 2017: Land hat Sicherung von Kulturgütern unterstützt

Ministerin Hesse: Digitalisierung macht historische Kulturgüter frei zugänglich

Schwerin – Historische Baupläne und Schriften, Fotos und andere Archivalien: Das Land hat in diesem Jahr die Sicherung von schriftlichen und audiovisuellen Kulturgütern mit rund 170.000 Euro unterstützt. Die Kulturfördermittel stammen aus dem gleichnamigen Sonderförderprogramm. Mit dem Programm sollen Projekte unterstützt werden, bei denen einzigartige Kulturgüter mit einer erheblichen Bedeutung für das Land Mecklenburg-Vorpommern vor einer Beschädigung, dem Verlust oder der Vernichtung bewahrt werden können.

„Die Restaurierung historischer Baupläne von repräsentativen Gebäuden der Residenzarchitektur des 19. Jahrhunderts, die im Stadtarchiv Schwerin lagern, zeigt eindrucksvoll, welche Ergebnisse wir mit dem neu aufgelegten Programm erreicht haben“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse. „Die 200 farbigen Baupläne repräsentativer Gebäude, die sich um das Schloss, den Pfaffenteich und die südliche Schelfstadt gruppieren, sind gerettet und in ihrem Bestand gesichert“, erläuterte Hesse.

Die Pläne sind auf Transparentpapier gezeichnet und lagen mehr als 100 Jahre gefaltet in den Akten. Sie waren an den Faltkanten gebrochen, durch die unsachgemäße Verwendung von säurehaltigem Klebeband angegriffen und an den Rändern geschädigt. Diese Pläne sind nun wieder nutzbar. Von dem Sonderförderprogramm zur Sicherung der schriftlichen und audiovisuellen Kulturgüter haben noch andere Einrichtungen profitiert. Förderberechtigt sind Bibliotheken, Archive, Museen und Kirchen im Land, die sich um den Erhalt dieser Kulturgüter kümmern.

„Die Restaurierung und Digitalisierung von Handschriften und Frühdrucken des Geistlichen Ministeriums in der Domgemeinde St. Nikolai Greifswald belegt, dass die Fördermittel des Sonderprogramms auch in Vorpommern ankommen“, betonte Kulturministerin Hesse. „Ich bin dem Votum der Fachjury gefolgt, die die Unterstützung der Digitalisierung vorgeschlagen hatte, um die bis ins Jahr 1389 zurückreichenden Originale zu schonen. Ich blicke dabei gerne auf den Start der Digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern in Greifswald zurück, wo die Dokumente zu finden sind. Die Digitale Bibliothek macht online historische Kulturgüter frei zugänglich“, so die Ministerin.

Projektförderungen des Sonderprogramms 2017:

Stadt Gadebusch
Sicherung kulturhistorisch wertvolles Archivgut; Dokumentation
2.213 Euro

Landeshauptstadt Schwerin, Stadtarchiv
Restaurierung historischer Baupläne
12.000 Euro

Universitäts- und Hansestadt Greifswald
Restaurierung von Archivgut
5.000 Euro

Verein der Freunde und Förderer des Archivs der Hansestadt Wismar e. V.
Bestimmung mittelalterlicher Fragmente im Archiv
5.000 Euro

Landeshauptstadt Schwerin, Freilichtmuseum für Volkskunde Mueß
Digitalisierung des Fotoarchivs der Schweriner Volkszeitung
24.000 Euro

Stadt Neubrandenburg, Kunstsammlung
Restaurierung von Werken 2017
4.000 Euro

Stadt Stralsund
Grundsicherung und Schadensanalyse städtischer Urkunden
7.480 Euro

Kirchengemeinde St. Marien in Loitz
Restauratorisches Gutachten
12.000 Euro

Stadtarchiv der Hansestadt Wismar
Ratsprotokolle – Kofinanzierungsanteil Sonderprogramm der Staatsministerin für Kultur und Medien
15.000 Euro

Michael Succow Stiftung
Digitalisierung Publikationen-Moorbibliothek
10.549 Euro

Schlosskirche Schwerin
Erhalt Musikalienbibliothek
3.700 Euro

Kunst- und Altertumsverein Güstrow e.V.
Digitalisierung von unikalen und seltenen Werken der Historischen Bibliothek Güstrow
3.750 Euro

Domgemeinde Greifswald
Handschriften und Frühdrucke des Geistlichen Ministeriums
27.528 Euro

Archiv Hansestadt Wismar
Restaurierung Prozessakten Wismarer Konsistorium 1659 – 1855
10.000 Euro

Stadt Neubrandenburg
Aufbau Depot Regionale Kirchenbibliothek
27.375 Euro

Sonderausstellung „Blutiges Gold“: Begleitheft für Schüler erschienen

Ministerin Hesse: Im Archäologischen Freilichtmuseum in Groß Raden gibt es viel zu entdecken

Schwerin – Schülerinnen und Schüler sollen Lust bekommen, sich mit den archäologischen Ausgrabungen aus dem Tollensetal zu beschäftigen. Zur Sonderausstellung „Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit“ im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden ist ein Begleitheft erschienen. Das Heft des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege ist für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 3 gedacht. Es steht im Internet als Download zur Verfügung. Im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege können Lehrerinnen und Lehrer Klassensätze bestellen.

„In der Sonderausstellung im Archäologischen Freilichtmuseum gibt es viel zu entdecken: Einige der wertvollsten archäologischen Schätze des Landes sind dort zu sehen“, sagte Bildungs- und Kulturministerin Birgit Hesse. „Noch wertvoller als das Gold sind aber die Einsichten in die Bronzezeit, die sie uns gewähren: So zeugen sie von ungeahnt gewalttätigen Auseinandersetzungen und von den frühzeitlichen Vorläufern der Globalisierung. Das finden nicht nur Erwachsene spannend, sondern auch Kinder“, betonte Hesse.

Im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Blutiges Gold“ steht die große Schlacht vor über 3.200 Jahren im Tollensetal. In einem großen Konflikt standen sich dort hunderte von jungen Männern gegenüber. Am Ende waren viele von ihnen tot – getroffen von Pfeilen, Lanzen, Schwertern und Keulen. Das Begleitheft liefert viele Hintergrundinformationen über das Ausgrabungsfeld und die archäologischen Funde, über die Entstehung von Krieg und Gewalt sowie über die Bronzezeit an sich. Zahlreiche Fotos und Grafiken machen die Beschreibungen anschaulich. Kleine Übungsaufgaben sollen dazu dienen, das erworbene Wissen zu vertiefen.

„Mit spektakulären archäologischen Funden aus Mecklenburg-Vorpommern zeichnet die Sonderausstellung ‚Blutiges Gold‛ ein lebendiges Bild der Bronzezeit nach, das viele fächerübergreifende Anknüpfungspunkte in Geschichte, Politik und Geographie bietet. Deswegen lässt sich ein Besuch der Ausstellung mit dem Unterricht in der Schule gut verbinden“, so Landesarchäologe Dr. Detlef Jantzen. „Bis zum 10. September 2018 können Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schulklassen die Ausstellung in Groß Raden besuchen“, sagte Jantzen.

Zur Sonderausstellung zählen auch museumspädagogische Angebote. Krieger Ramsiw begleitet Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 7 durch die Sonderausstellung und erzählt vom Leben in der Bronzezeit, dem Handel über weite Entfernungen und fragt nach den Gründen für Konflikte. Für ältere Schülerinnen und Schüler gibt es kommentierte Rundgänge und Führungen durch die Ausstellung. Die museumspädagogischen Angebote finden Lehrerinnen und Lehrer in dem entsprechenden Faltblatt.