Weihnachtsbraten aus dem Wald

Forstämter bieten frisches Wildfleisch an

Schwerin – Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus weist vor den Feiertagen auf ein besonderes Angebot für die Küche hin: auf frisches Wildbret. „Wild ist ein natürliches und gesundes Produkt, das in Mecklenburg-Vorpommern in hervorragender Qualität vorkommt. Es gab Zeiten, da war dem einfachen Volk der Genuss von Wildfleisch verboten. Heute hat jeder die Möglichkeit, sich etwas besonders Gutes zu gönnen.“

Wildbret ist das Fleisch von Tieren, die in der freien Natur unter optimalen Lebens- und Ernährungsbedingungen aufgewachsen sind. Egal ob Reh, Wildschwein, Damwild oder Rothirsch – bei ständiger Bewegung in freier Natur setzen die Tiere kaum Fett an. So abwechslungsreich wie das Reh seine Mahlzeit gestaltet, so wertvoll ist das Fleisch. Hoher Vitamin- und Mineralstoffgehalt, geringer Fettanteil, hoher Eiweißanteil – das sind Vorzüge des Wildfleisches, auf die Ernährungsexperten immer wieder hinweisen. Während der Schonzeiten werden die Tiere nicht bejagt, deshalb sind auch nicht ganzjährig alle Wildarten im Angebot. In der Hauptjagdzeit von September bis Januar ist das Angebot an frischem Wildfleisch am größten.

„Das frischeste Wild gibt es beim Jäger vor Ort,“ so der Minister. Auch die Landesforstverwaltung bietet Wildbret an. Ganze Stücke von Reh, Wildschwein, Damwild oder Rothirsch in der Decke (ausgenommen, aber mit Fell) werden in den Forstämtern des Landes angeboten; das Zerteilen des Wildes ist nicht schwierig.

Wer portionierte Wäre kaufen will, der hat z. B. die Möglichkeit, auf den Weihnachtsmärkten der Forstämter einzukaufen. Ein umfangreiches Sortiment ist darüber hinaus in den Verkaufsstellen der Landesforstanstalt verfügbar. Auch hier gibt es zerlegtes Wildfleisch (Gulasch, Rücken, Keulen, Filets u.a.) und feine Wildspezialitäten wie Salami, Schinken, Pasteten, Leberwurst, Knacker und Bockwurst, teilweise auch im Glas. Neben dem klassischen Sonntagsbraten lässt sich Wild auch zu Kurzgebratenem, Gulasch oder Wildsuppe verarbeiten.

Verkauf in Hofläden:
Forstamt Bad Doberan, Neue Reihe 46, 18209 Bad Doberan
Telefon 038203 / 22 63­0
Öffnungszeiten: Mo – Do 8 – 12 und 13 – 15:30 Uhr, Freitag 8.00 – 12 Uhr, zum Weihnachtsmarkt am 9.12. von 10 – 16 Uhr geöffnet

Forstamt Schildfeld, Forsthof 1, 19260 Schildfeld
Telefon 038843 / 82 41­0
Öffnungszeiten: Mo – Do von 8 – 15.30 Uhr, Freitag von 8 – 18 Uhr, zusätzlich am 9.12. von 9 – 12 Uhr und zum Weihnachtsmarkt am 16.12. von 9 – 17 Uhr geöffnet

Forstamt Torgelow, Anklamer Straße 10, 17351 Torgelow
Telefon 03976 / 43 18­13
Öffnungszeiten: Mo – Fr von 9 – 15 Uhr, bis 22.12. verlängerte Öffnungszeiten: 7:30 – 18 Uhr, zum Weihnachtsmarkt am 9.12. von 11 – 14 Uhr geöffnet

Anreize für gute Arbeit und faire Löhne

Schwesig/Glawe: Wir wollen Anreize für gute Arbeit und faire Löhne setzen

Schwerin – Die Landesregierung hat in ihrer heutigen Kabinettssitzung die geplanten Änderungen beim Landesvergabegesetz zur Anhörung freigegeben. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass bei der Erfüllung von Landesaufträgen und kommunalen Aufträgen künftig mindestens 9,54 Euro pro Stunde bezahlt werden muss. Die Höhe dieses Vergabemindestlohns soll jährlich an die Tarifentwicklung in Deutschland angepasst werden.

„Wir sind der Überzeugung, dass die Löhne im Land weiter steigen müssen. Mecklenburg-Vorpommern wird auf Dauer nur konkurrenzfähig mit anderen Regionen sein, wenn wir auch bei den Löhnen attraktiv sind“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Anschluss an die Kabinettssitzung. „Die Landesregierung will deshalb bei der Vergabe von Aufträgen und auch bei der Wirtschaftsförderung Verbesserungen vornehmen. Wir wollen Anreize für gute Arbeit und faire Löhne setzen. Unser Ziel sind sichere Arbeitsplätze, von denen man leben kann. Das gilt gerade auch in den Bereichen, in denen keine Spitzenlöhne gezahlt werden.“

In den nächsten Wochen können Gewerkschaften, Wirtschaft, die kommunalen Spitzenverbände und andere Akteure zum Gesetzentwurf der Landesregierung Stellung nehmen. Nach Auswertung dieser Stellungnahmen wird sich die Landesregierung voraussichtlich im Februar 2018 erneut mit dem Vergabegesetz befassen und den Entwurf anschließend in den Landtag einbringen. Der neue Vergabemindestlohn soll dann im Sommer 2018 in Kraft treten.

Bereits zum Jahreswechsel treten neue Regeln bei der Wirtschaftsförderung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur in Kraft (GRW). „Ziel ist es, intensiv für neue Ansiedlungen zu werben und bestehende Unternehmen bei Erweiterungsvorhaben zu unterstützen. Wir brauchen noch mehr dauerhafte Arbeitsplätze vor allem im verarbeitenden Gewerbe in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Auf Grund europarechtlicher Vorgaben gelten ab dem kommenden Jahr neue Höchstfördersätze für Unternehmen. Die Fördersätze betragen 10 Prozent für große Unternehmen (ab 250 Beschäftigte), 20 Prozent für mittlere Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte) und 30 Prozent für kleinste und kleine Unternehmen (0 bis 49 Beschäftigte). In Vorpommern-Greifswald liegt der Höchstfördersatz bei 20 Prozent für große Unternehmen, 30 Prozent für mittlere Unternehmen und 40 Prozent für kleinste und kleine Unternehmen.

Die Basisfördersätze liegen zukünftig fünf Prozentpunkte unterhalb der Höchstfördersätze. Liegt der Höchstfördersatz bei 10 Prozent, entspricht er dem Basisfördersatz. Eine mindestens tarifgleiche Entlohnung ist Voraussetzung für die Gewährung des Basisfördersatzes. Andernfalls erfolgt ein Abzug vom Basisfördersatz in Höhe von fünf Prozentpunkten. Große Unternehmen, die nicht tarifgleich zahlen, werden von der Förderung ausgeschlossen.

Die Koalitionäre haben sich auf einige Punkte verständigt, mit denen der Basisfördersatz bei Vorliegen bestimmter Bonuskriterien um bis zu 5 Prozentpunkte erhöht werden kann. Ein neues Bonuskriterium für Förderung ist die Tarifgebundenheit. Die bisherigen Kriterien für eine Förderung im Rahmen der GRW, beispielsweise, wenn es sich um ein Vorhaben des verarbeitenden Gewerbes, die Ansiedlung von zentralen Unternehmensfunktionen handelt oder das Vorhaben von Unternehmen in einer besonders strukturschwachen Region umgesetzt wird sowie die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben bleiben erhalten.

Eine lohnkostenbezogene Förderung ist weiterhin nur im Wege einer Ausnahmeentscheidung des Ministeriums möglich. Die Kriterien für eine lohnkostenbezogene Förderung wurden um die Voraussetzung, dass das Unternehmen eine mindestens tarifgleiche Entlohnung zahlt, ergänzt.

Neu ist auch die Ermittlung der Bemessungsgrundlage für eine Förderung. Zukünftig gilt, dass gesicherte und geschaffene Arbeitsplätze nur berücksichtigt werden, wenn sie mit Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern besetzt worden sind (gesicherte Arbeitsplätze) und besetzt werden (neu geschaffene Arbeitsplätze), mit denen ausschließlich sozialversicherungspflichtige und überwiegend unbefristete Beschäftigungsverhältnisse eingegangen wurden bzw. werden.

„Wir sind in den vergangenen Jahren in Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich deutlich vorangekommen. Dies bedeutet, dass wir heute nicht mehr Höchstfördergebiet innerhalb der EU sind, Unternehmen werden dennoch bestmöglich weiter unterstützt“, so Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Ende September gut 41.000 Asylberechtige

Berlin – Ende September dieses Jahres Jahres haben in Deutschland gut 41.000 asylberechtigte Ausländer gelebt. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor. Danach waren zum Stichtag 30. September 2017 im Ausländerzentralregister (AZR) 41.165 Menschen mit einer Asylberechtigung erfasst. Die drei Hauptstaatsangehörigkeiten entfielen demnach auf die Türkei mit 11.124 Asylberechtigten, Syrien mit 6.527 Betroffenen und den Iran mit 5.813 Personen.

Die Zahl der Ende September im AZR registrierten Menschen mit Flüchtlingsschutz betrug den Angaben zufolge 579.602. Hauptstaatsangehörigkeit war in diesen Fällen Syrien mit 315.626 Personen vor dem Irak mit 98.703 und Afghanistan mit 37.842.

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, waren zu dem Stichtag 176.889 Menschen mit Aufenthaltserlaubnissen nach Paragraf 25 Absatz 2 des Aufenthaltsgesetzes (subsidiärer Schutz) erfasst. Hauptstaatsangehörigkeiten waren hier laut Bundesregierung Syrien mit 124.707 Fällen vor dem Irak mit 16.335 Fällen und Afghanistan mit 11.014 Fällen.

Mit Aufenthaltserlaubnissen nach Paragraf 25 Absatz 3 des Aufenthaltsgesetzes, die aufgrund bestimmter Abschiebungsverbote erteilt werden. seien zum Stichtag 65.310 Personen registriert gewesen, heißt es in der Vorlage ferner. Die Hauptstaatsangehörigkeit entfiel demnach auf Afghanistan (37.126) vor Somalia (3.018) und Syrien (2.844).

Die Zahl der zum Stichtag erfassten Personen mit einer Duldung gibt die Bundesregierung mit 163.184 an. Hauptstaatsangehörigkeit war der Vorlage zufolge Serbien mit 13.218 Betroffenen, gefolgt vom Kosovo mit 11.232 und Afghanistan mit 10.105.

Fördermittel für Kita-Neubau und neuen Bahnhofsvorplatz

Wismar – Am Mittwoch (06.12.2017) übergibt Infrastrukturminister Christian Pegel eine Förderzusage für den Neubau der Kita „Bunte Stifte“ und einen Zustimmungsbescheid für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes in Wismar an den Bürgermeister der Hansestadt, Thomas Beyer.

Rund 1,6 Millionen Euro Städtebaufördermittel fließen in den Neubau der integrativen Kita im Sanierungsgebiet „Altstadt“. 84 Kinder werden dort betreut, davon 24 im Krippenbereich und 60 im Kindergarten. Geplant ist ein zweigeschossiger Neubau in Massivbauweise zwischen der Dr.-Leber-Straße und der Turmstraße. Das Gebäude ist barrierefrei und behindertengerecht geplant und schafft Voraussetzungen für eine integrative bzw. inklusiv-pädagogische Ausrichtung der Kindertagesstätte. Bestandteil der Förderung sind auch die Außenanlagen. Der Haupteingangsbereich wird als atriumartiger Innenhof mit Sandspielfläche, Klettergeräten und Rutschen gestaltet. Mit dem Bauvorhaben soll im ersten Quartal 2018 begonnen werden.

Einen Zuwendungsbescheid gibt es für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes vor dem Restaurant „Gleisbett“, Bahnhofstraße 12. Der Zuschuss des Energieministeriums für diese Maßnahme beträgt 646.676,44 Euro (Fördersatz 75 Prozent). Die Förderung erfolgt nach der Förderrichtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für Investitionen und Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Land Mecklenburg-Vorpommern.

Für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes werden unter anderem eine neue Straße mit Wendeschleife, Gehwege und eine gepflasterte Fläche entstehen. Das Bauvorhaben dient der Erschließung einer geplanten Park&Ride-Anlage am Bahnhof. Zudem werden 111 überdachte Fahrradständer aufgestellt.

Internationaler Tag des Ehrenamtes

Drese würdigt das herausragende Engagement der Bürgerinnen und Bürger im Land

Schwerin – Anlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamtes am 5.12. hebt Sozialministerin Stefanie Drese die Leistungen der Bürgerinnen und Bürger hervor, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich in Organisationen, Initiativen, Vereinen, Verbänden, Unternehmen oder Stiftungen engagieren.

„Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich durch eine besonders große Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement aus. Gut 40 Prozent der über 14-Jährigen in unserem Land sind freiwillig engagiert. Diese Quote ist in den vergangenen 15 Jahren stark gestiegen und damit sind wir in Ostdeutschland Spitze“, betonte Drese heute in Schwerin.

Drese: „Das bürgerschaftliche Engagement des Einzelnen ist gerade in der heutigen Zeit enorm wichtig für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft – angefangen bei der Freiwilligen Feuerwehr, über die Kinder-, Jugend-, Seniorenarbeit, den Sport, die Kultur, den Umweltschutz bis hin zur Nachbarschaftshilfe.“

Die Ministerin versicherte, dass für die Landesregierung die Schaffung guter Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung ist, um das Ehrenamt weiter zu stärken und eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung in allen Bereichen und auf allen Ebenen zu etablieren.

„Die Gründung der Ehrenamtsstiftung durch das Land bietet insbesondere kleinen Initiativen, Gruppen und Vereinen, die nicht in festen Strukturen eingebunden sind, Hilfen und Möglichkeiten der Projektförderung und der Weiterbildung. Wir werden die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern weiter aktiv unterstützen. Hinzu kommen die Ehrenamtsmessen, der Tag des Ehrenamtes, das Ehrenamts-Diplom sowie ein verbesserter Versicherungsschutz“, so Drese.

Zu den guten Rahmenbedingungen gehöre aber auch eine bedarfsgerechte Infrastruktur, wie z.B. Nachbarschafts- und Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser, Freizeittreffs ebenso, wie hauptamtliche Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen in den Verwaltungen, in den Vereinen, Verbänden und Organisationen, so Drese.

Als nächster wichtiger Baustein soll in Zukunft nach Aussage der Ministerin eine landesweit gültige Ehrenamtskarte eingeführt werden, die der Landtag in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.

„Wir werden nun zunächst ein Arbeitsgremium installieren, in dem z.B. die Ehrenamtsstiftung, der Landkreistag und der Städte- und Gemeindetag vertreten sind. Gemeinsam werden wir die Ziele, Inhalte und Schwerpunkte einer landesweiten Ehrenamtskarte erarbeiten“, verdeutlichte Drese.

Neue Fahrzeuge für die Landespolizei

Schwerin – Innenminister Lorenz Caffier hat in Schwerin insgesamt zwanzig neue Fahrzeuge an die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern übergeben. Fünf neue Fahrzeuge vom Typ Volvo V90 gehen an die Autobahnverkehrspolizeireviere, elf Funkstreifenwagen vom Typ VW Passat Kombi an die Polizeireviere im Land. Des Weiteren erhält die Bereitschaftspolizei vier Halbgruppenwagen des Typs Mercedes Sprinter.

„Gute Ausstattung, insbesondere auch moderne Fahrzeuge, für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Landespolizei bereitzustellen, ist mir wichtig“, so Innenminister Lorenz Caffier. „Ich freue mich daher, dass wir mit diesen neuen Fahrzeugen auch hier wieder ein gutes Stück weiter kommen.“

Die Funkstreifenwagen VW Passat werden im allgemeinen Streifendienst der Landespolizei, die Volvos V90 im Autobahnpolizeidienst eingesetzt. Verteilt werden sie auf Dienststellen in Wismar, Stralsund, Schwerin, Güstrow, Ludwigslust, Anklam und Neubrandenburg. Die Halbgruppenfahrzeuge Mercedes Sprinter dienen der Einsatzbewältigung des Landesbereitschaftspolizeiamts (LBPA) bei Einsätzen auf Bundesebene sowie bei Einsätzen der Behörden des Landes. Letztere ersetzen Fahrzeuge, die mittlerweile 16 bzw. 18 Jahre alt sind.

„Ich freue mich, dass wir die dringend benötigten Halbgruppenwagen für die Bereitschaftspolizei mit Hilfe der aus dem Haushalt 2017 bereitgestellten Mittel der Koalitionsfraktionen des Landtages finanzieren konnten“, so Innenminister Lorenz Caffier.

In diesem Jahr werden bei der Landespolizei insgesamt 132 Fahrzeuge aus dem Dienst genommen und durch neue ersetzt.

Schulkongress 2017: Qualitätsverbesserung durch Evaluation in der Schule

Ministerin Hesse: Jahrelang Bewährtes auch einmal auf den Prüfstand stellen

Rostock – Bildungsministerin Birgit Hesse hat nach dem Schulkongress am Wochenende in Rostock ein positives Fazit gezogen. Rund 200 Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter haben über die Evaluation und Weiterentwicklung in der Schule beraten. Der Kongress, der vom Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) organisiert wurde, stand unter der Überschrift „Zwischen Qualitätsoffensive und Analysewahn“.

„Über den eigenen Unterricht und über die Atmosphäre, die in den Klassen herrscht, zu reflektieren und dabei jahrelang Bewährtes auch einmal auf den Prüfstand zu stellen, bedeutet nicht, dass man über die bislang geleistete Arbeit richtet“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Aber es ist ein Zeichen von pädagogischer Souveränität, von Stärke und von der Bereitschaft zu Teamwork, wenn man seinen Klassenraum nicht hermetisch verschließt, sondern die Tür demonstrativ öffnet. Wie das gehen kann, haben einige Schulen beim Schulkongress eindrucksvoll gezeigt. Ich danke allen, die sich an dieser Präsentation beteiligt haben“, betonte Hesse.

Prof. Dr. Wolfgang Beywl von der Fachhochschule Nordschweiz ging in seinem Gastvortrag darauf ein, wie Evaluationen in der Schule, vor allem aber auch im Unterricht sinnvoll gestaltet werden können und welche Chancen sich daraus für das Lehrerkollegium ergeben können. Der Aufwand für interne Evaluationen sei dann gerechtfertigt, wenn diese zu Verbesserungen bis auf die Unterrichtsebene führten und die Ergebnisse für Außenstehende glaubwürdig seien, so Beywl. Um den Aufwand für Lehrkräfte gering zu halten, hat das Land die interne und die externe Evaluation praxis- und alltagstauglich geregelt und konzipiert.

„Ein Beispiel für diese Neuausrichtung ist das seit einiger Zeit durchgeführte Verfahren der eintägigen Evaluation“, erläuterte Bildungsministerin Hesse. „Ziel ist es, dass ein umfassendes typisches Bild der Schule und damit auch ein typisches Bild der Arbeit erkennbar werden. Auch die Sichtweise von Schülerinnen und Schülern, von Eltern, des Kollegiums sowie der Schulleitung fließt in die Evaluation ein. Ich wünsche mir, dass sich künftig weitere Lehrerinnen und Lehrer an der Evaluation beteiligen und danke allen, die am ersten Adventswochenende nach Rostock gekommen waren, um über dieses Thema so aufgeschlossen zu diskutieren“, lobte Hesse.

900.000 Euro für Projekt zur klischeefreien Berufsorientierung

Schwerin – Mädchen und Jungen haben oftmals noch immer einen verengten Blickwinkel bei der Wahl ihrer Ausbildungsberufe oder ihrer Studienfächer. Deshalb ist nach Ansicht von Gleichstellungsministerin Stefanie Drese eine klischeefreie Berufsorientierung von enormer Bedeutung in der schulischen Bildung.

„Erst eine klischeefreie Berufsorientierung ermöglicht Jugendlichen, ein erweitertes Berufswahlspektrum als Chance für ihre eigene Zukunft zu begreifen“, sagte Drese heute bei der Übergabe eines Fördermittelbescheids an das Bildungswerk der Wirtschaft MV als Träger des Projektes „BOGEN – Berufsorientierung Genderreflektiert Nachhaltig“ im Schweriner Sozialministerium.

So gebe es etwa viele Berufe, die Mädchen und junge Frauen womöglich noch gar nicht im Blick haben, weil sie Männer dominiert sind. Dabei könnten Mädchen viele Dinge genauso gut oder manchmal sogar besser, so Drese.

Insgesamt fördert das Sozialministerium das Sozialpartnerschaftsprojekt vom Unternehmerverband VUMV und DGB über drei Jahre mit insgesamt 900.000 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Mit dem Projekt werden Schulen und Lehrkräfte u.a. durch Mädchen- und Jungen-Werkstätten befähigt, Jugendliche zu ermutigen, ihre Stärken und Schwächen zu reflektieren, sich von – teils unbewussten – Rollenklischees zu lösen und eine von Vorurteilen freie Berufswahl zu treffen. Eltern werden darin bestärkt, als Vorbilder und Vertrauenspersonen die Kinder zu ermutigen, bei der Berufswahl auf die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten zu achten und sich gegebenenfalls über Geschlechterstereotype hinwegzusetzen.

Drese: „Unternehmen und Einrichtungen benötigen engagierte und kompetente Fachkräfte. Viele erkennen zunehmend, dass eine Berufswahl Jugendlicher ohne eingrenzende Rollenbilder auch in ihrem Interesse ist. Durch eine geschlechtergerechte, moderne Personalpolitik, verbunden mit einem frühzeitigen Engagement in der Berufs- und Studienorientierung werden wertvolle Personalressourcen erschlossen.“