Arbeitsmarkt M-V im Januar 2018

Schwerin – Die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern liegt im Januar bei 9,3 Prozent. Rund 76.800 Menschen sind nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit derzeit arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist der Wert um 8.650 Menschen (-10,1 Prozent) zurückgegangen. Erstmals gibt es damit in einem Januar seit der Wende weniger als 80.000 Arbeitslose.

„Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung. In vielen Branchen ist die Auftragslage gut, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wächst. Aber vor allem in den saisonabhängigen Dienstleistungsbereichen müssen wir weiter daran arbeiten, dass es noch mehr Ganzjahresbeschäftigung gibt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Daten November 2017) ist gestiegen: Mit 570.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind zusätzliche 8.900 Arbeitsplätze im Vergleich zum Vorjahr entstanden (+1,6 Prozent). Beschäftigungszuwächse gab es vor allem in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen (+3.300), im verarbeitenden Gewerbe (+900) sowie im Handel (+1.200). Zugleich sind den Arbeitsagenturen in Mecklenburg-Vorpommern im Januar insgesamt 4.000 freie Arbeitsstellen gemeldet worden, gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Plus von 650 (+19,4 Prozent).

„Der stetige Anstieg an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen belegt, dass es sich hierbei um einen kontinuierlichen Beschäftigungsaufbau der Unternehmen im Land handelt. Die Sicherung des Fachkräftebedarfes ist für die Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Vor allem in unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft ist die ausreichende Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften wichtig für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Deshalb gilt es, die eigenen Mitarbeiter stets fachlich zu schulen, um sie auf die geänderten Anforderungen vorzubereiten. Dabei unterstützen wir die Unternehmen“, sagte Glawe.

Wirtschaftsminister Glawe verwies unter anderem auf die Qualifizierungsoffensive. Wenn Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit überregionalem Absatz für die Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, für die Analyse des Qualifizierungsbedarfs für Arbeitsplätze in dem Unternehmen oder für die berufliche Qualifizierung ihrer Beschäftigten einen externen Dienstleister beauftragen, können sie mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten direkt gefördert werden. Die Höchstförderung kann bis zu 100.000 Euro pro Förderfall betragen.

Auch die Förderung durch Bildungsschecks steht Unternehmen in nahezu allen Branchen zur Verfügung. Gefördert wird die Teilnahme an der beruflichen Weiterbildung von Beschäftigten durch Maßnahmen, die es ermöglichen, Kompetenzen und Qualifikationen im Unternehmenskontext zu erhalten, zu erweitern oder zu erwerben. Die Förderung erfolgt in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben.

Einweihung der neuen Raumschießanlage für die Landespolizei

Innenminister Caffier: Zeitgemäße Bedingungen für Training polizeilichen Einsatzverhaltens

Güstrow – Zum Training des polizeilichen Einsatzverhaltens gehört in der Aus- und Fortbildung der Landespolizei auch der regelmäßige Umgang mit der Waffe. Dafür gibt es an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow nun eine der modernsten multifunktionalen Raumschießanlagen in der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde heute durch Innenminister Lorenz Caffier offiziell eingeweiht. Hier trainieren die Polizeibeamtinnen und -beamten, um im Ernstfall schnell und richtig einschreiten zu können. In einem 20m x 20m großen Simulationsraum mit 180°-Schießanlage können über eine Beameranlage im Deckenbereich Echtzeitszenarien an die Wand projiziert und so Situationen aus dem Polizeialltag nachgestellt werden. Eine 25m Bahn steht für die klassischen Schießübungen zur Verfügung.

„Wir haben jetzt für die Landespolizei eine Ausbildungs- und Trainingsstätte, die unsere Beamtinnen und Beamten für den schnellen und richtigen Einsatz im Ernstfall vorbereitet“, lobt Innenminister Lorenz Caffier. „Hier kann nicht nur der gezielte Schuss trainiert werden, sondern anhand realistischer Szenarien das situationsgerechte Vorgehen und Verhalten, das als letztes Mittel auch den Einsatz der Schusswaffe vorsieht. In der neuen Schießanlage kann nicht nur die reine Schießausbildung stattfinden, sondern auch ein ganzheitliches Training unter Berücksichtigung aller einsatztaktischen Aspekte und rechtlichen Grundlagen.“

Das Training in herkömmlichen Schießcontainern oder auf Schießständen, die die Polizei bisher nutzte, wird den steigenden Anforderungen im Polizeialltag nicht mehr voll gerecht. Außerdem werden mehr Polizeischüler ausgebildet, was den Platzbedarf erhöht.

Im neu gebauten Gebäude befindet sich eine hochkomplexe technische Anlage. Etwa die Hälfte der Gesamtbaukosten in Höhe von 6,3 Mio. Euro entfielen auf die technische Ausstattung, was deutlich macht, vor welchen Herausforderungen auch der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften im Geschäftsbereich Neubrandenburg stand, der das Bauprojekt ausgeführt hat. Die Videotechnik für die Darstellung der Übungsszenarien war für den BBL bisher einzigartig in der Planung und Umsetzung. Auch musste die Technik den neuesten Vorschriften zur Belüftung entsprechen.

Die Anlagen zur Aufbereitung der zuzuführenden Frischluft sowie zur Entsorgung der durch Schmauch aus den benutzten Schusswaffen kontaminierten Abluft im Umfang von 73.000 Kubikmetern pro Stunde haben den Kolleginnen und Kollegen des BBL, des Innenministeriums, der Polizei und der Fachhochschule, die gemeinsam an der Umsetzung gearbeitet haben, viel Mühe und Kraft gekostet. Wegen der technischen Besonderheiten waren bis zur vollfunktionsfähigen Ausbildung zunächst ein Probebetrieb nach der technischen Übergabe und die Überprüfung der Funktionsfähigkeit der gesamten Anlage im Wirkbetrieb nötig.

Architektonisch passt sich das Gebäude gut in das denkmalgeschützte Gesamtensemble der Fachhochschule Güstrow an der Goldberger Straße ein. Üblicherweise werden solche Gebäude zweigeschossig errichtet, hier wurde aus Rücksicht auf das Campus-Ensemble ein eingeschossiger Bau eingefügt. In der Fassade wurden 57.000 speziell gebrannte Backsteine verbaut.

Start in die Winterferien – Halbjahreszeugnisse an den Schulen

Ministerin Hesse: Schülerinnen und Schüler können sich auf Freitag freuen

Schwerin – Am Freitag, 2. Februar 2018, starten 148.914 Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern in die Winterferien. Zuvor erhalten 131.841 Mädchen und Jungen an den 485 staatlichen allgemein bildenden und 17.073 Kinder und Jugendliche an den 77 freien allgemein bildenden Schulen ihre Halbjahreszeugnisse. Der erste Schultag nach den zweiwöchigen Ferien ist Montag, 19. Februar 2018.

„Viele Schülerinnen und Schüler können sich auf Freitag freuen. Nicht nur, weil es Ferien gibt, sondern auch, weil ihnen ihre Lehrerinnen und Lehrer ein Zeugnis mit guten Noten aushändigen. Ich gratuliere den Kindern und Jugendlichen zu ihren Leistungen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Allen, die nicht zufrieden sind, empfehle ich, nicht den Kopf hängen zu lassen, sondern sich im zweiten Schulhalbjahr richtig anzustrengen. Zunächst haben die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer sich eine Erholungspause verdient. Ich wünsche schöne Winterferien“, so Hesse.

Bei weniger guten Noten rät Bildungsministerin Birgit Hesse den Eltern, ihren Kindern Mut zu machen, sie zu unterstützen und gemeinsam nach Wegen und Möglichkeiten zu suchen, wie Schülerinnen und Schüler in der Schule erfolgreicher werden können. Die Lehrerinnen und Lehrer stehen für Beratungsgespräche zur Verfügung.

Schülerinnen und Schüler, die Angst haben, mit einem schlechten Zeugnis nach Hause zu gehen, können sich an eine Lehrerin oder einen Lehrer ihres Vertrauens wenden. Beratung und Hilfe für Kinder und Jugendliche, aber auch für Eltern, bieten die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen der Staatlichen Schulämter unter folgenden Nummern:

Staatliches Schulamt Greifswald
Telefon: 03834 595860

Staatliches Schulamt Neubrandenburg
Telefon: 0395 38078330

Staatliches Schulamt Rostock
Telefon: 0381 700078465

Staatliches Schulamt Schwerin
Telefon: 0385 58878184

Die Telefone sind am Tag der Zeugnisausgabe von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr geschaltet.

Traditioneller Empfang der „Mittwochsrunde zu Wismar“

Wismar – Rund 100 Unternehmer und Vertreter aus Politik, Verwaltung sowie dem öffentlichen Leben trafen sich heute zum traditionellen Neujahrsempfang der „Mittwochsrunde zu Wismar“ im phanTECHNIKUM in der Hansestadt Wismar. „Die wirtschaftliche Entwicklung im Land erweist sich als robust. Die Region Nordwestmecklenburg mit Wismar als Zentrum trägt einen erheblichen Anteil dazu bei. Die regionale maritime Industrie erlebt einen Aufschwung, der Seehafen wird erweitert und der Kreuzfahrttourismus ist gefragt wie nie. Dank der gut gefüllten Auftragsbücher in den Unternehmen entstehen Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Der Neujahrsempfang wird seit 1992 jährlich von der „Mittwochsrunde zu Wismar“, einer Unternehmerrunde, veranstaltet.

„Der Schiffbau mit seinen Werften, den maritimen Zulieferern und Dienstleistern ist für das Land ein wichtiger industrieller Kern. Der Traditionsstandort Wismar spielt dabei seit vielen Jahren eine bedeutende Rolle. Mit der Übernahme der Werft-Standorte Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund durch die MV WERFTEN haben sich für den Schiffbau, die maritime Industrie insgesamt und vor allem für die Region Nordwestmecklenburg neue Perspektiven eröffnet. Hier in der Hansestadt stehen derzeit zwei Flusskreuzfahrtschiffe und zwei Global Class Kreuzfahrtschiffe in den Orderbüchern. Das schafft und sichert Arbeitsplätze“, sagte Glawe. Gegenwärtig sind an den drei Standorten rund 1.600 Mitarbeiter und 181 Auszubildende beschäftigt; langfristig soll die Belegschaft auf rund 3.100 Mitarbeiter aufgestockt werden.

In Mecklenburg-Vorpommern insgesamt umfasst die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) knapp 300 Unternehmen und insgesamt ca. 10.000 Beschäftigte sowie ein Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro. Zum Schiff- und Bootsbau zählen ca. 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. In den sechs größeren Unternehmen, den MV Werften, der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, der Peene-Werft in Wolgast und der Tamsen Maritim in Rostock sind gegenwärtig rund 2.400 Mitarbeiter und etwa 270 Auszubildende beschäftigt.

„Die Hansestadt Wismar und der Landkreis Nordwestmecklenburg verfügen über attraktive Gewerbeflächen und eine gut ausgebaute Infrastruktur für die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen. Das zahlt sich aus. Im vergangenen Jahr wurden in der Region 14 unternehmerische Vorhaben angestoßen, die die wirtschaftliche Entwicklung weiter stärken“, sagte Glawe. Im Landkreis Nordwestmecklenburg (inklusive Wismar) hat das Wirtschaftsministerium im vergangenen Jahr 14 Vorhaben in Höhe von 5,2 Millionen Euro unter anderem aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) unterstützt. Damit sind Gesamtinvestitionen in Höhe von 62,73 Millionen Euro verbunden, die 115 neue Arbeitsplätze geschaffen und 176 Jobs gesichert haben.

Jüngste Beispiele für Neuansiedlungen sind unter anderem die Firma LIEBAU orthopädietechnik GmbH, die derzeit ein neues Orthopädisches Zentrum errichtet, in dem eine Werkstatt zum Bau orthopädietechnischer Hilfsmittel sowie zur Fertigung orthopädischer Schuhe untergebracht wird. 35 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Visiotex GmbH entwickelt und produziert seit 2011 in Wismar gewebte, gewirkte und gestrickte Textilien. Jetzt soll in Neukloster (Landkreis Nordwestmecklenburg) eine neue Produktionsstätte zur automatisierten Schuhfertigung mit 30 neuen Arbeitsplätzen entstehen.

In ganz Mecklenburg-Vorpommern hat das Wirtschaftsministerium im Jahr 2017 insgesamt 103 Vorhaben mit Fördermitteln in Höhe von knapp 96,3 Millionen Euro unterstützt. Dadurch wird ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von knapp 556,3 Millionen Euro ausgelöst. Mit den Vorhaben entstehen über 1.000 neue Arbeitsplätze und knapp 4.200 Jobs werden gesichert.

Seit 2007 hat das Wirtschaftsministerium insgesamt 47 Infrastrukturvorhaben unter anderem aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) einschließlich des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 60,9 Millionen unterstützt. Die Gesamtinvestitionen betrugen rund 87,3 Millionen Euro. Dabei handelte es sich unter anderem um die Erschließung des Gewerbegebietes Dargetzow, die Anbindung des Großgewerbestandortes Wismar-Kritzow, die Erschließung der Marina Boltenhagen und die Erweiterung des Gewerbegebietes „Holmer Berg“ in Dassow.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg gab es im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 rund 540.000 Ankünfte (+2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und mehr als zwei Millionen Übernachtungen (-0,2 Prozent). In Wismar waren es im gleichen Zeitraum knapp 142.000 Ankünfte (+23,7 Prozent) und rund 314.000 Übernachtungen (+16,2 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern insgesamt waren es rund 6,8 Millionen Ankünfte (-0,6 Prozent) und knapp 23,4 Millionen Übernachtungen (-2,1 Prozent).

Im Jahr 2016 wurden acht Schiffe mit 4.300 Passagieren begrüßt. Im Jahr 2017 haben bereits elf Kreuzfahrtschiffe in Wismar angelegt. In diesem Jahr sollen 13 Schiffe mit 7.500 Gästen ankommen.

Treffen der Wirtschaftsförderer in Schwerin

Schwerin – Am Mittwoch haben sich in Schwerin rund 50 Wirtschaftsförderer aus den Regionen des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Vertreter der Landkreise und Kommunen sowie der Wirtschaftskammern getroffen. „Die Wirtschaft im Land kommt weiter voran. Hierfür leisten die Wirtschaftsförderer einen unverzichtbaren Beitrag. Sie sind wichtige Multiplikatoren, wenn es darum geht, neue Investoren für unser Land zu begeistern. Gerade der Erstkontakt, die regionalen Kenntnisse und die Vermittlung zu weiteren Ansprechpartnern in Verwaltung und Wirtschaft sind elementare Voraussetzungen für den Ansiedlungserfolg“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Das zweimal jährlich stattfindende Treffen dient dem gegenseitigen Austausch zwischen der Landeswirtschaftsfördergesellschaft Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH (IiMV) und den regionalen beziehungsweise kommunalen Partnern aus den Regionen.

In Mecklenburg-Vorpommern sind im Jahr 2017 für 103 neue Investitionsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft insgesamt rund 96,2 Millionen Euro Zuschüsse des Wirtschaftsministeriums ausgereicht worden. Damit konnten Investitionen in Höhe von rund 556,3 Millionen Euro realisiert werden. Mit Abschluss aller Vorhaben sollen 1.057 Arbeitsplätze neu entstehen und 4.193 Arbeitsplätze gesichert werden. Dabei handelte es sich beispielsweise um die BVS Blechtechnik GmbH im Industriepark Schwerin, das Logistikunternehmen Raben Group am Standort Fahrbinde und die Continental Reifen Deutschland GmbH in Anklam. „Wir können mit unseren Standortvorteilen punkten. Neben der hervorragenden Lage, einer gut ausgebauten Infrastruktur sowie qualifizierten Arbeitskräften sind es vor allem die gut erschlossenen Gewerbeflächen, die Mecklenburg-Vorpommern als Investitionsstandort weiter attraktiv machen“, sagte Glawe.

Im Rahmen der Infrastrukturförderung unterstützt das Wirtschaftsministerium die Kommunen bei der Schaffung der Voraussetzungen für die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen. Hierzu gehören unter anderem die Erschließung von Gewerbeflächen und die Anbindung von Gewerbebetrieben an das überregionale Straßen- und Schienenverkehrsnetz.

Seit 2007 sind vom Wirtschaftsministerium im Rahmen der wirtschaftsnahen Infrastrukturförderung 45 Vorhaben mit Fördermitteln in Höhe von rund 177,3 Millionen Euro bezuschusst worden. Damit wurden Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 227,4 Millionen Euro ausgelöst. Die Mittel können für die Erschließung, den Ausbau und die Revitalisierung von Industrie- und Gewerbegebieten sowie für Infrastrukturmaßnahmen zur Anbindung von Gewerbebetrieben eingesetzt werden. Die Fördermittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE).

Dabei handelte es sich unter anderem um das Gewerbegebiet Ihlenfelder Straße Nord in Neubrandenburg, das Gewerbe- und Logistikzentrum Ostsee in der Gemeinde Dummerstorf, das Industriegebiet Garnison Techentin „Stüdekoppel“ der Stadt Ludwigslust und um den zweiten Bauabschnitt im Gewerbegebiet Pommerndreieck bei Grimmen. „Eine gute Infrastruktur ist der Dreh- und Angelpunkt für die wirtschaftliche Weiterentwicklung von Unternehmen. Dafür schaffen wir die Voraussetzungen. Insgesamt haben wir in Mecklenburg-Vorpommern noch zu wenig Industrieunternehmen. Mit unserer Industrieoffensive wollen wir Mecklenburg-Vorpommern im In- und Ausland verstärkt als Industriestandort vermarkten, um Investoren von einer Neuansiedlung bei uns zu überzeugen. Dabei haben wir die Region Vorpommern mit den Standorten Pommerndreieck bei Grimmen und Pasewalk im Fokus“, sagte Glawe.

Es wird insbesondere auch die Vermarktung von Industrieflächen weiter vorangetrieben. Hierzu zählt die weitere Entwicklung und Erschließung von hafennahen Flächen, beispielsweise an den Standorten Stralsund, Sassnitz/Mukran und Wismar. Auch Großgewerbestandorte in Schwerin und Rostock-Laage werden neben dem Pommerndreieck bei Grimmen und Pasewalk intensiv beworben.

Neubau einer Sporthalle in Grabow

Stadt Grabow erhält 500.000 Euro Förderung für Neubau einer Sporthalle

Grabow – Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV hat heute im Namen des Bildungsministeriums an die Stadt Grabow einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 500.00 Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) für die Errichtung einer neuen Sporthalle übergeben. Mit weiteren 583.480 Euro beteiligt sich das Innenministerium an dem insgesamt rund 1,9 Millionen Euro teuren Bauvorhaben.

Mit dem Neubau der Sporthalle auf dem Grundstück der Grundschule „Eldekinder“ will die Stadt Grabow zum Schuljahr 218/19 dringend benötigte Kapazitäten für den Schul- und Breitensport schaffen. Zu den Nutzern der Sporthalle werden neben den Schülern der Grund- und der benachbarten Regionalschule auch die vier Grabower Kindertagesstätten, die Sportvereine und die Freiwillige Feuerwehr der 6000-Einwohner-Stadt gehören.

In der Stadt und im Amt Grabow sind seit 2007 im Rahmen der Förderung des ländlichen Raumes 23 Fördervorhaben mit rund 4,2 Millionen Euro unterstützt worden. Damit konnten Investitionen in Höhe von rund 8,7 Millionen Euro realisiert werden.

Lehrer werden in MV: Zeugnisse für Nachwuchslehrer

Ministerin Hesse: Gut ausgebildete Lehrkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern haben 56 Lehramtsreferendarinnen und Lehramtsreferendare ihren Vorbereitungsdienst mit dem Zweiten Staatsexamen erfolgreich abgeschlossen. Bildungsministerin Birgit Hesse hat ihnen heute bei einer Feierstunde im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin die Zeugnisse überreicht. Mit dem Bestehen der Zweiten Staatsprüfung steht den Nachwuchslehrerinnen und Nachwuchslehrern die Arbeit im Schuldienst offen.

„56 frisch ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer können sich freuen. Sie haben die Herausforderung des Referendariats angenommen und gut gemeistert“, lobte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Mit dem Zweiten Staatsexamen haben sie ein wichtiges Ziel erreicht. Ich gratuliere zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung und wünsche allen einen guten Start ins Berufsleben. Gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt, deswegen haben sie gute Aussichten für den Berufseinstieg“, sagte Hesse.

Außerdem dankte Bildungsministerin Hesse allen Kolleginnen und Kollegen, die sich in der Lehrerausbildung im Land engagieren. Dazu zählen Mentorinnen und Mentoren, Studienleiterinnen und Studienleiter, Schulleitungen der Seminar- und Ausbildungsschulen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) und des Lehrerprüfungsamtes.

Das Referendariat für ein Lehramt dauert in Mecklenburg-Vorpommern 18 Monate. Das Land stellt zweimal im Jahr Referendarinnen und Referendare für alle Lehrämter ein. Einstellungstermine sind der 1. Februar und der 1. August. Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen jenes Jahrgangs, die eine Doppelqualifikation anstreben, haben noch keine zweite Staatsprüfung abgelegt. Das Referendariat mit der Doppelqualifikation dauert 24 Monate.

Bergamt Stralsund genehmigt Pipeline Nord Stream 2 in M-V

Schwerin – Das für die Genehmigung von Erdgashochdruckleitungen zuständige Bergamt Stralsund hat am 31. Januar 2018 den Plan für den Bau und den Betrieb der Gasversorgungsleitung Nord Stream 2 im Abschnitt des deutschen Küstenmeeres einschließlich des Übergangs auf das Festland bei Lubmin mit Nebenbestimmungen und Vorbehalten auf der Grundlage des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) festgestellt. Der Planfeststellungsbeschluss umfasst mehr als 600 Seiten. Der dazu gehörige Plan ist in 18 Ordnern dokumentiert.

Nach der Prüfung aller Unterlagen, die der Vorhabenträger Nord Stream 2 AG eingereicht hatte, sowie der Abwägung der dazu eingegangenen Stellungnahmen und Einwendungen von Behörden, Vereinigungen und Privaten hat das Bergamt Stralsund den Bau und Betrieb der Pipeline über 55 Kilometer im deutschen Küstenmeer für zulässig erklärt. Das betrifft den Bereich der Ostsee, der zum deutschen Hoheitsgebiet gehört.

„Das Bergamt hat auf Grundlage der gesetzlichen Regelungen gehandelt und dabei insbesondere darauf geachtet, dass die Eingriffe in die Umwelt vollumfänglich ausgeglichen werden“, sagte Landes-Energieminister Christian Pegel. Der Minister betonte, dass Erdgas zwar kein erneuerbarer Energieträger sei, aber als Übergangstechnologie beim Verbrennen weniger schädliche Abgase produziere als Erdöl oder Kohle.

Die Genehmigung im Abschnitt des deutschen Küstenmeeres ist Bestandteil des Gesamtprojekts Nord Stream 2 durch die Ostsee von der russischen Narva-Bucht nach Lubmin. Das Nord Stream 2 Pipeline-System besteht aus zwei parallelen Leitungssträngen mit jeweils 1,2 Metern Durchmesser und einer Transportkapazität von jeweils ca. 27,5 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Es ist vorgesehen, die Nord Stream 2-Pipeline weitestgehend parallel zur Gasleitung Nord Stream 1 zu verlegen, die seit 2011 in Betrieb ist (der zweite Strang seit 2012).

Mit Schreiben vom 22. März 2013 hatte der Vorhabenträger den Antrag auf Planfeststellung gemäß § 43 EnWG gestellt. Nach umfangreicher Prüfung der eingereichten Unterlagen wurde das Anhörungsverfahren am 07.04.2017 begonnen. Die Unterlagen sind an alle Beteiligten verschickt worden. Zusätzlich wurden im Rahmen des Anhörungsverfahrens gemäß Verwaltungsverfahrensgesetz die vollständigen Planunterlagen in den vom Vorhaben betroffenen Ämtern Bergen, Lubmin, Mönchgut/Granitz, Usedom Nord, Putbus und Anklam-Land, dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH, Hamburg und Rostock) und dem Bergamt Stralsund – sowie zu jedermanns Einsichtnahme vom 18. April bis einschließlich 17. Mai 2017 ausgelegt.

Es sind 42 Stellungnahmen und 165 Einwendungen eingegangen. Das Bergamt hat diese gemeinsam mit dem BSH mit dem Träger des Vorhabens, den Behörden – auch mit Vertretern polnischer Behörden -, den Betroffenen und den Einwendern vom 17. bis 20. Juli 2017 erörtert. Am 5. Dezember 2017 hat eine Erörterung mit Vertretern polnischer Behörden nach der Espoo-Konvention gemeinsam mit dem BSH im Bundesverkehrsministerium in Berlin stattgefunden.

Für den Bau und den Betrieb der Pipeline in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ, der sogenannte Festlandssockel) – also dem Bereich, der nicht zum Deutschen Hoheitsgebiet gehört, an dem aber die Bundesrepublik Deutschland nach dem Internationalen Seerechtsübereinkommen gewisse Rechte hat -, sind Genehmigungen vom Bergamt Stralsund und vom BSH erforderlich. Dieser Abschnitt hat eine Länge von 31 Kilometern. Für den Bereich der AWZ findet ein zweistufiges Genehmigungsverfahren statt. Die Genehmigung für den Bau der Pipeline in bergbaulicher Hinsicht hat das Bergamt auf der Grundlage des Bundesberggesetzes am 2. November 2017 erteilt. Für die Genehmigung zum Bau und Betrieb der Leitung hinsichtlich der Ordnung der Nutzung und Benutzung der Gewässer über dem Festlandsockel und des Luftraumes über diesen Gewässern ist das BSH zuständig. Dessen Entscheidung steht noch aus.

Der Vorhabenträger plant, umgehend mit dem Bau der Gasleitung zu beginnen. Unabhängig davon stehen neben der Genehmigung durch das BSH noch die Genehmigungen der Staaten aus, deren Territorium bzw. AWZ die Trasse ebenfalls passieren soll: Dänemark, Schweden, Finnland und Russland.

An Land soll das Erdgas über die neue Erdgasempfangsstation Lubmin 2 durch Anschluss an die bestehende Norddeutsche Erdgasleitung (NEL) nach Westen und an die geplante Europäische Gasanbindungsleitung (EUGAL) nach Süden in die Tschechische Republik transportiert werden.

Der Planfeststellungsbeschluss wird den am Verfahren Beteiligten sowie den Einwendern zugestellt werden. Zudem wird er voraussichtlich im ersten Quartal 2018 öffentlich ausgelegt. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.

Der Arbeitsmarkt im Januar 2018: Schwungvoller Start

Nürnberg – Der Arbeitsmarkt ist schwungvoll in das neue Jahr gestartet. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Januar zwar gestiegen, aber schwächer als für die Jahreszeit üblich.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Januar: +185.000 auf 2.570.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -207.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: +0,5 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent

Im Zuge der Winterpause hat sich die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar um 185.000 auf 2.570.000 erhöht. Der Anstieg war geringer als üblich. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den Januar daher ein Rückgang um 25.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 207.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 28.000 gesunken. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im Januar 2018 auf 3.515.000 Personen. Das waren 198.000 weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung ist weniger stark zurückgegangen als die Arbeitslosigkeit, da mehr insbesondere geflüchtete Menschen gefördert wurden als im Vorjahr. Die Auswirkungen der Fluchtmigration auf die Vorjahresveränderung sind erkennbar.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im Dezember auf 1,54 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,5 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig zugenommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Dezember saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 67.000 gestiegen. Mit 44,62 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 641.000 höher aus. Der Anstieg beruht allein auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese hat nach der Hochrechnung der BA von Oktober auf November saisonbereinigt um 84.000 zugenommen. Insgesamt waren im November nach hochgerechneten Angaben 32,82 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 756.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bleibt auf sehr hohem Niveau. Im Januar waren 736.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 89.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 2.000 erhöht. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – hat im Januar leicht um einen Punkt nachgegeben. Der Vorjahreswert wird um 26 Punkte übertroffen.

Insgesamt 823.000 Personen erhielten im Januar 2018 Arbeitslosengeld, 67.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Januar bei 4.269.000. Gegenüber Januar 2017 war dies ein Rückgang von 96.000 Personen. 7,8 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Von Oktober 2017 bis Januar 2018 waren insgesamt 69.000 Bewerber gemeldet, die weiterhin, erneut oder erstmalig eine Ausbildung zum sofortigen Eintritt suchten. Bis Januar 2018 haben davon 41.000 junge Menschen noch eine Ausbildungsstelle gefunden oder haben sich für eine Alternative entschieden. Insgesamt waren im Januar 2018 – zum Ende der Nachvermittlung noch 28.000 gemeldete Bewerber unversorgt.

Im Januar liegen erste Daten für das neue Berufsberatungsjahr 2017/18 vor. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen liegt mit 394.000 um 13.000 höher als im Januar des Vorjahres. Die Bewerberzahl bewegt sich mit 324.000 um 8.000 Prozent unter Vorjahresniveau. Der Ausbildungsmarkt ist im Januar noch sehr stark in Bewegung. Deshalb ist es für eine fundierte Bewertung noch zu früh.

Gaffer sollten keine Bildaufnahmen getöteter Unfallopfer machen dürfen

Schwerin – Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) bekräftigt einen Vorstoß zur Gesetzesverschärfung aus Niedersachsen: „Zurschaustellung Verstorbener unter Strafe stellen“

„Eine Lücke im Gesetz wird leider erst häufig dann offensichtlich, wenn Opfer oder Angehörige mit ihren Anträgen scheitern. Das ist etwa in Fällen von so genannten Gaffern so, die an Unfallorten mit ihren Smartphones Fotos von verstorbenen Unfallopfern machen. Diese Bilder finden sich dann häufig im Internet wieder. Das ist äußerst pietätlos, die Verbreitung solcher Aufnahmen steht auch unter Strafe, nicht aber die Herstellung dieser Bildaufnahmen. Das will ich ändern. Daher werde ich meine Kollegin aus Niedersachsen, Justizministerin Barbara Havliza, bei ihren Bemühungen unterstützen, diese Lücke im Gesetz zu schließen“, sagte Justizministerin Hoffmeister.

„Pietätlosem Verhalten muss entschieden entgegengewirkt werden. So genannte Gaffer sollten von vornherein wissen, dass am Unfallort Verstorbene zu fotografieren verboten ist. Mit einer Änderung des § 201a StGB ‚Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen‘ würden wir das erreichen können. Denn es fehlt ein strafrechtlicher Schutz gegen die Herstellung von bloßstellenden Fotos verunglückter Unfallopfer, wenn das Opfer verstorben ist. Der Straftatbestand des § 201a StGB enthält zudem auch keine Versuchsstrafbarkeit. Da muss nachgebessert werden. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Vorstoß nun breite Zustimmung finden wird. Im ersten Anlauf 2016 blieb diese Forderung unbeachtet. Aber mit dem Druck der Länder, auch aus Mecklenburg-Vorpommern, gelang es zumindest, dass der Schutz von Vollstreckungsbeamten und Rettungskräften gesetzlich gestärkt wurde. Das Gesetz trat letztes Jahr in Kraft. Nun wird es Zeit, dieses Gesetz erneut anzugehen und die Lücke in § 201a StGB zu schließen“, so Justizministerin Hoffmeister weiter.

Bodenschutzprogramm Teil 2: Böden in MV sind grundsätzlich intakt

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern gehört im Bundesmaßstab zu den Vorreitern beim Ergreifen von Vorsorgemaßnahmen gegen Bodenerosion. „Das Führen eines Erosionsereigniskatasters und die standortangepasste Einzelberatung der Landwirte zeigen bereits deutliche Ergebnisse, zum Beispiel durch wesentlich mehr Winterbegrünung auf den Feldern“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute während der Vorstellung des zweiten Teils des Bodenschutzprogrammes Mecklenburg-Vorpommern auf der Landespressekonferenz in Schwerin.

Aus dem 346 Seiten starken Grundlagenwerk zum vorsorgenden und nachsorgenden Bodenschutz mit dem Titel „Bewertung und Ziele“ geht hervor, dass der Zustand der Böden im Land nach aktuellem Erkenntnisstand grundsätzlich in Ordnung ist. Als Beleg dafür gelten die gemessenen Hintergrundwerte, die den

Anteil organischer und anorganischer Stoffe im Boden beschreiben. „Die für MV ermittelten Hintergrundwerte liegen in der landesweiten Betrachtung unter den Vorsorgewerten der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung. Einzelne Überschreitungen wurden nachgewiesen, geben jedoch keinen Anlass für einzuleitende Sofortmaßnahmen“, sagte der Minister.

Inzwischen bestehe Hoffnung, dass der Humuszustand auf den Ackerflächen sich stabilisiert habe. „Unser Ziel ist es, die standorttypischen Humusgehalte zu erhalten. Um die Datengrundlage zu verbessern, wird in MV ein Humusmonitoring etabliert“, so der Minister weiter.

Weiterer Forschung hinsichtlich ihrer Bodenwirkung bedürfen allerdings Rückstände aus Tierarzneien, die durch den Einsatz von Wirtschaftsdüngern auf Feldern in den Boden gelangen. Zwar unterschreiten alle gemessenen Werte den Richtwert der Europäischen Agentur für Arzneimittelzulassung. Dennoch müsse das Monitoring hierzu erweitert werden, betonte Dr. Backhaus. Ebenso sollen die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf den Boden weiter untersucht werden. „Die Datengrundlagen zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müssen weiter verbessert werden“, sagte er.

„Boden eine lebenswichtige und nicht erneuerbare Ressource, die uns nur begrenzt zur Verfügung steht. Einmal zerstörter Boden ist nicht wieder herstellbar. Heute wissen wir, dass gesunder Boden die Grundvoraussetzung für gesunde Lebensmittel und gesundes Trinkwasser ist. Unser Ziel ist es, den guten Bodenzustand zu erhalten, ihn nicht durch Nutzung zu verschlechtern und bei einem schlechten Zustand gegenzusteuern. Das Bodenschutzprogramm als wissensbasiertes Kompendium ist die Arbeitsgrundlage, um bei Nutzung des Bodens durch Bau, Verkehr oder Landwirtschaft alle Belange des Bodenschutzes zur berücksichtigen“, so Minister Backhaus.

Luftqualität: Deutschland und andere Mitgliedstaaten müssen bis Ende nächster Woche liefern

sonst droht Klage

Brüssel – Die Minister aus neun Mitgliedstaaten sind heute (Dienstag) auf Einladung von Umweltkommissar Karmenu Vella in Brüssel zusammengekommen, um Lösungen für das gravierende Problem der Luftverschmutzung in der Europäischen Union zu finden. Neben Deutschland sind auch die Tschechische Republik, Spanien, Frankreich, Italien, Ungarn, Rumänien, die Slowakei und das Vereinigte Königreich mit Vertragsverletzungsverfahren wegen Überschreitung der vereinbarten Grenzwerte für die Luftverschmutzung konfrontiert. Auf dem Treffen forderte Kommissar Vella die Mitgliedstaaten auf, bis nächste Woche ihre Stellungnahmen darüber fertig zu stellen, wie sie beabsichtigen, die EU-Rechtsvorschriften über die Luftqualität umgehend einzuhalten. Andernfalls müssen sie mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof rechnen

In Anschluss an das Treffen sagte Umweltkommissar Karmenu Vella:„Auf den ersten Blick waren die Maßnahmen nicht substanziell genug, um das Gesamtbild zu verändern. Ohne neue und wirksame Maßnahmen werden die Luftqualitätsnormen in vielen Fällen über Monate und Jahre hinweg, auch weit über das Jahr 2020 hinaus, weiter übertroffen.“

Die Minister haben nun Zeit bis Ende kommender Woche, um die Kommission über tiefgreifende Maßnahmen zu informieren. Nur so kann der laufende Prozess des Vertragsverletzungsverfahrens noch beeinflusst werden.

„Jedes Jahr sterben 400.000 Menschen vorzeitig an den Folgen eines massiven, weit verbreiteten Versäumnisses, das Problem anzugehen. Und viele andere leiden unnötig unter Krankheiten, die mit der Luftqualität zusammenhängen“, sagte Vella.

Nicht in allen Mitgliedstaaten und nicht in allen relevanten Ministerien gebe es ein ausreichendes Bewusstsein für die Dringlichkeit. „Die Fristen zur Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen sind längst abgelaufen. Und manche sagen, wir haben schon zu lange gewartet. Aber wir können nicht länger warten. Und das habe ich den Ministern heute Vormittag sehr deutlich gemacht. Und ich möchte betonen, dass ich die Umweltminister als meine wichtigsten Verbündeten betrachte, wenn es darum geht, die Situation durch unverzügliche Ergreifung aller möglichen Maßnahmen zu verbessern.“

So wichtig der Schutz der Menschen vor Luftverschmutzung für die Juncker-Kommission sei, so wichtig müsse dies eine Priorität der betroffenen Regierungen und Minister werden – seien es die Verkehrs-, Energie-, Industrie-, Landwirtschafts- oder Finanzminister. „Unsere gemeinsame Glaubwürdigkeit hängt davon ab“, sagte Vella.

Die EU-Rechtsvorschriften über die Luftqualität und saubere Luft für Europa (Richtlinie 2008/50/EG) legen Luftqualitätsgrenzwerte fest, die in der gesamten EU nicht überschritten werden dürfen, und verpflichten die Mitgliedstaaten, die Exposition der Bürger gegenüber schädlichen Luftschadstoffen zu begrenzen.

Trotz dieser Verpflichtung ist die schlechte Luftqualität vielerorts seit Jahren ein Problem. In 23 von 28 Mitgliedstaaten werden die Luftqualitätsnormen immer noch überschritten – insgesamt in mehr als 130 Städten in ganz Europa.

Schwesig: Heine-Grundschule in Schwerin wird modernisiert

Schwerin – Auch die Heinrich-Heine-Grundschule in Schwerin profitiert von den verstärkten Aktivitäten der Landesregierung zur Modernisierung von Schulen. Bei einem Vor-Ort-Besuch übergab Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute einen Förderbescheid in Höhe von 1,65 Millionen Euro für die Sanierung des 1885 als Bürgerknabenschule errichteten, teilweise denkmalgeschützten Gebäudes. Bereits 2011 wurden in einem ersten Bauabschnitt das Schulgebäude, der Verbindungsbau und die Turnhalle umfassend von außen saniert. Nun ist die innere Erneuerung mit Hilfe von Städtebaufördermitteln vorgesehen.

„Schwerin wächst. Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt und ihre Kinder sollen beste Bedingungen zum Lernen haben“, erklärte Manuela Schwesig bei ihrem Besuch und lobte die großartige Investition für eine lebendige Schule in der Schelfstadt. Auch den Lehrkräften vor Ort dankte die Ministerpräsidentin für ihr großartiges Engagement. „Hier herrscht ein vertrauensvolles und warmherziges Klima, hier hält man zusammen und unterstützt sich, hier packt man Dinge an.“

Im Vordergrund stehen bei der Sanierung beispielsweise der barrierefreie Ausbau, die Verbesserung der Statik und des Brandschutzes sowie die Erneuerung sämtlicher Sanitärbereiche. Nach aktueller Planung der Stadt sollen die Maßnahmen, die bereits im Februar 2018 beginnen, bis 2019 fertiggestellt werden. Die derzeit 312 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 4 werden in diesem Zeitraum in der Schule am Ziegelsee beziehungsweise im neuen Hortgebäude in der Werderstraße unterrichtet.

Bund und Länder starten Initiative „Leistung macht Schule“

Ministerin Hesse: Auch Begabtenförderung ist Inklusion

Schwerin – Acht Schulen in Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich an der Bund-Länder-Initiative zur Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler. In Berlin fiel heute der Startschuss. Aus dem Nordosten sind vier Grundschulen und vier Gymnasien mit dabei. Ziel der gemeinsamen Initiative mit dem Motto „Leistung macht Schule“ ist es, in den kommenden zehn Jahren die Entwicklungsmöglichkeiten von begabten Kindern und Jugendlichen im Regelunterricht zu verbessern.

„Die Stärken und Neigungen von Schülerinnen und Schülern möglichst frühzeitig zu erkennen ist wichtig, damit sie sich bestmöglich entfalten können“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Bei der individuellen Förderung dürfen wir aber nicht nur leistungsschwächere Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen, sondern müssen auch leistungsstarke Schülerinnen und Schüler unterstützen. Auch Begabtenförderung ist Inklusion“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse.

Das von Bund und Ländern gemeinsam getragene Programm hat einen Umfang von insgesamt 125 Mio. Euro und wird wissenschaftlich begleitet. In der ersten Phase (2018 bis 2022) nehmen bundesweit 300 Schulen im Primar- und Sekundarbereich teil. In der zweiten Phase (2023 bis 2027) sollen die Konzepte, Projekte und Materialen, die von den Schulen und einem Forschungsverbund zur Begabtenförderung entwickelt wurden, evaluiert und weiteren Schulen in Deutschland zur Verfügung gestellt werden.

Folgende Schulen nehmen an der Bund-Länder-Initiative teil:

Gymnasium Fridericianum Schwerin
Gymnasium Reutershagen Rostock
Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Greifswald
Albert-Einstein-Gymnasium Neubrandenburg
Grundschule Lankow Schwerin
Käthe-Kollwitz-Grundschule Greifswald
Grundschule West Neubrandenburg
Grundschule Reutershagen „Nordwindkinner“

Psychosoziale Beratung für geflüchtete Menschen wird ausgebaut

Kaselitz: Start für dritte Anlaufstelle in Neubrandenburg

Neubrandenburg – Die Integrationsbeauftrage der Landesregierung Dagmar Kaselitz besuchte heute die Auftaktveranstaltung „Psychosoziale- & Bildungsberatung für geflüchtete Menschen“ in Neubrandenburg. Das Projekt wurde durch die Hochschule Neubrandenburg initiiert und bildet – neben Schwerin und Greifswald – den mittlerweile dritten Anlaufpunkt für psychosoziale Beratung im Land.

„Das Angebot in Neubrandenburg stärkt die Integration im Land. Es ist wichtig, dass eine weitere Beratungsstelle geschaffen werden konnte. Denn es geht hier um eine ganz besonders schutzbedürftige Gruppe von Menschen: Traumatisierte Asylsuchende, unbegleitete Flüchtlinge, alleinerziehende Frauen sowie Kinder und Jugendliche haben nun auch an der Seenplatte einen versierten Ansprechpartner“, betonte Kaselitz in ihrem Grußwort zur Eröffnung.

Neben Räumlichkeiten in der Stadt wird auch ein mobiles Beratungs- und Therapieangebot durch eine Fachkraft eingerichtet. Besonders ist die zusätzliche Beratungsleistung in Bezug auf bildungsbezogene Fragen. So erhalten junge Erwachsene auf Wunsch auch Informationen zu Studium, Ausbildung und Beruf.

„Großer Dank gilt den vielen Partner vor Ort – wie der AWO, der Diakonie und der Caritas. Damit konnte das Angebot der Hochschule Neubrandenburg sinnvoll ergänzt werden“, sagte Kaselitz.

Die Basis des Projekts bildet die Förderinitiative „Innovative Hochschulen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.