Wintertagung der Schulleitervereinigung an Gymnasien

Ministerin Hesse: 2021 erstmals Abiturprüfungen nach dem Leistungskursmodell

Stavenhagen – Bei der diesjährigen Wintertagung der Vereinigung der Schulleiter an Gymnasien hat Bildungsministerin Birgit Hesse die Lehrerinnen und Lehrer über die bevorstehenden Veränderungen in der gymnasialen Oberstufe informiert. Künftig soll der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe in Leistungs- und Grundkursen erteilt werden. Das Leistungskursmodell soll für Schülerinnen und Schüler gelten, die zum Schuljahr 2019/2020 in die Qualifikationsphase eintreten.

„Im Jahr 2021 wird es dann erstmals Abiturprüfungen nach dem Leistungskursmodell geben“, erläuterte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Wir kommen damit den Schülerinnen und Schülern entgegen, weil wir die Zahl der Unterrichtsfächer auf erhöhtem Anforderungsniveau reduzieren. Wir folgen dem Votum unserer Lehrerinnen und Lehrer, die sich für den Unterricht nach erhöhtem und grundlegendem Anforderungsniveau ausgesprochen haben. Sie haben es künftig mit homogeneren Lerngruppen zu tun. So ist eine gezielte Förderung besser möglich als derzeit“, sagte Hesse.

Mit dem Leistungskursmodell setzt das Land die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Vereinheitlichung des Abiturs in Deutschland um. Mecklenburg-Vorpommern hatte diese Beschlüsse maßgeblich mit herbeigeführt. Die Mehrheit der Länder weist die Struktur von Grund- und Leistungskursen in der gymnasialen Oberstufe auf bzw. bereitet diese auf Grundlage der KMK-Beschlüsse vor. Dazu gehören unter anderem Sachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen sowie zukünftig auch Baden-Württemberg, Niedersachsen und Brandenburg.

Eckpunkte der Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe in Mecklenburg-Vorpommern:

  • Die bisherigen vierstündigen Hauptfächer werden als fünfstündige Leistungsfächer auf erhöhtem Anforderungsniveau und als dreistündige Fächer auf grundlegendem Anforderungsniveau unterrichtet.
  • Deutsch, Mathematik, Englisch, die zweite Fremdsprache, Geschichte und Politische Bildung, Biologie, Chemie und Physik sollen sowohl auf erhöhtem als auch auf grundlegendem Niveau angeboten werden.
  • Aus diesen Unterrichtsfächern müssen die Schülerinnen und Schüler zwei fünfstündige Leistungsfächer wählen, die doppelt gewichtet werden. Weitere Fächer werden wie bisher zweistündig unterrichtet.

Neujahrsempfang in der Peenestadt Neukalen

Neukalen – Die Peenestadt Neukalen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat am Freitag (05.01.) ihren traditionellen Neujahrsempfang begangen. „Neukalen hat sich als Teil der Mecklenburgischen Seenplatte zu einer prosperierenden Region entwickelt. Dazu haben die Einwohner, Gewerbetreibende, politisch Verantwortliche und öffentliche Verwaltung durch ihr außerordentliches Engagement erheblich beigetragen. So hat sich vor allem die touristische Infrastruktur vor Ort erheblich weiterentwickelt. Dreh- und Angelpunkt ist der Hafen von Neukalen, das Herzstück der Stadt und Anlaufpunkt am Kummerower See“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Der Hafen ist in den vergangenen Jahren mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums erheblich erweitert worden. Unter anderem sind das Hafenbecken und der Wasserwanderrastplatz ausgebaut, über den Peenekanal eine Brücke neu errichtet und der Weg zum Hafen ausgebessert worden. „Das vielfältige wassertouristische Angebot in Neukalen lädt Urlauber, Tagesausflügler und Einheimische zur aktiven Entspannung am und auf dem Wasser ein. Besonders wichtig ist, dass im Hafenbereich durch die Investitionen rund zehn Arbeitsplätze entstanden sind“, betonte Rudolph.

Insgesamt sind in Neukalen seit 1990 acht Infrastrukturvorhaben bei Gesamtinvestitionen in Höhe von drei Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium in Höhe von 2,6 Millionen Euro gefördert worden. Dabei ging es unter anderem um den Ausbau von Radwegeteilstücken von Neukalen nach Salem, das Eisenbahnerlebniszentrum, Ausbau der Hafenstraße sowie die Erweiterung des Wasserwanderrastplatzes. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte waren es im gleichen Zeitraum insgesamt 480 Vorhaben mit einer Gesamtinvestitionssumme von mehr als 680 Millionen Euro, die mit knapp 427 Millionen Euro unterstützt wurden. Die Förderung erfolgte unter anderem aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) einschließlich Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER). „Nächstes Ziel für Neukalen ist die Zertifizierung als staatlich anerkannter Erholungsort. Gemeinsam mit dem Ortsteil Salem der Stadt Malchin wird derzeit das Antragsverfahren vorbereitet“, sagte Rudolph.

In Mecklenburg-Vorpommern haben bisher 65 Städte und Gemeinden eine staatliche Anerkennung nach dem Kurortgesetz erhalten, davon wurden sieben als Seeheilbad, zwei als Heilbad, vier als Luftkurort, zwei als Kneipp-Kurorte, 24 als Seebad und 26 als Erholungsort prädikatisiert.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gab es nach Angaben des Statistischen Amtes im Zeitraum von Januar bis Oktober 2017 rund 906.000 Ankünfte und mehr als 3,2 Millionen Übernachtungen. In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum mehr als 6,8 Millionen Ankünfte und rund 27,3 Millionen Übernachtungen. „Wir müssen unseren guten Ruf als attraktives Urlaubsland bei den Gästen verteidigen. Dafür ist es notwendig, die touristische Angebotsvielfalt noch weiter zu verbessern, ohne Service und Qualität zu vernachlässigen. Beispielgebend ist die enge Verzahnung der Urlaubsorte Klink, Rechlin, Röbel/Müritz und Waren (Müritz): In diesen Orten sollen Übernachtungsgäste, die im Besitz einer gültigen Kurkarte sind, im Jahr 2018 den öffentlichen Busverkehr unentgeltlich nutzen können“, sagte Rudolph.

Auch im touristischen Netzwerk „Wir vom Kummerower und Malchiner See“ soll Neukalen zukünftig eine Vorreiterrolle übernehmen. Ziel der Aktivitäten ist es, aus der Region heraus marktfähige Angebotspakete für die Entwicklung eines sanften und naturnahen Familientourismus zu entwickeln, die im Besonderen auch eine Saisonverlängerung nach sich ziehen.

Im Rahmen der gewerblichen Wirtschaftsförderung im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind seit 1990 aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) 1.635 Vorhaben mit einem Gesamtzuschuss von 584,29 Millionen Euro (Gesamtinvestitionsvolumen 2,54 Milliarden Euro) unterstützt worden. So sind insgesamt 14.548 Arbeitsplätze neu entstanden, 28.778 Jobs gesichert. Davon waren es in Neukalen acht Investitionsvorhaben mit 25 neuen Arbeitsplätzen und der Sicherung von 45 Jobs, die das Wirtschaftsministerium in Höhe von knapp 818.000 Euro unterstützt hat bei einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von mehr als 2,8 Millionen Euro.

Sanierung der Erich-Weinert-Schule

Schwerin – Die Schweriner Regionale Schule Erich Weinert wird umfassend saniert und erweitert. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat dafür heute einen Zuwendungsbescheid über rund acht Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln übergeben.

„Die Gesamtausgaben von mehr als 11,7 Millionen Euro sind hier an der Schule gut angelegt für die Zukunft der Kinder. Die umfassende Sanierung wird nicht nur das äußerliche Erscheinungsbild in der Paulsstadt, sondern auch die Arbeits- und Unterrichtsbedingungen verbessern“, betonte die Ministerpräsidentin bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides.

Ein Schlüssel dafür, dass Mecklenburg-Vorpommern weiter wachse und die Lebensqualität steige, „ist die Bildung. Das sehen die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern genauso. Für 83 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land sind gute Schulen eine sehr wichtige landespolitische Aufgabe. Wir haben schon viel getan“, sagte Schwesig. Stichworte dafür seien selbstständige Schule, mehr individuelle Förderung, mehr Ganztagsschulen, Junglehrerprogramm oder Verbeamtung.

Schwesig: „Auf diesem Weg soll es weitergehen, damit alle Kinder in unserem Land von Anfang an gute Chancen haben. Deshalb führen wir mit dem neuen Haushalt das 50-Millione-Euro-Paket für die Schulen fort, setzen uns für den Ausbau der Ganztagsschulen für 10 000 Schülerinnen und Schüler in dieser Wahlperiode ein und haben ein Sonderprogramm für den Schulbau mit insgesamt 110 Millionen Euro aufgelegt. Und über bestehende Programme investieren wir bis 2021 weitere 165 Millionen Euro in moderne Schulgebäude. Mit 275 Millionen Euro können wir an unseren Schulen viel bewegen.“

Zuschuss für LED-Beleuchtung in Altenpleen

Altenpleen – Das Energieministerium bezuschusst die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik für die Gemeinde Altenpleen (Landkreis Vorpommern-Rügen) mit 30.550,00 Euro (Fördersatz 50 Prozent). Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Die Gemeinde beabsichtigt, die Straßenbeleuchtung in der Stralsunder Straße, Am Eulenberg, in der Parkstraße, in der Gartenstraße, in der Bahnhofstraße und in der Straße der Jugend zu erneuern und auf energieeffiziente LED-Technik umzurüsten. Die vorhandenen 109 Leuchten werden durch LED-Technik ersetzt.

Neben der Energieeinsparung von über 32.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr können über 17 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

MEWAKO erhält Zuschuss für Studie

Murchin – Die MEWAKO GmbH in Murchin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) erhält vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von 35.000 Euro (Fördersatz 50 Prozent) für das Vorhaben „Konzeption Energieautarkes Technologiezentrum Ostvorpommern“. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Unternehmen.

Es ist beabsichtigt, für das Technologiezentrum Ostvorpommern in Relzow eine Studie erarbeiten zu lassen, die Modelllösungen für ein energieautarkes Gewerbegebiet aufzeigt. Die Energieverbraucher an dem Standort sollen durch lokal verfügbare Energieträger und Energiequellen unabhängig von externen Energielieferanten versorgt werden. Außerdem sollen Energieeffizienz- und Wärmeeinsparpotenziale erschlossen werden, um die Emission von Treibhausgasen zu minimieren.

Games-Charts: Stabile Spitzenreiter zum Jahreswechsel

Viele Neueinsteiger waren im Verkaufszeitraum zwischen den Jahren nicht zu erwarten, aber immerhin drei Titel betreten erstmals die offiziellen deutschen Games-Charts, ermittelt von GfK Entertainment. Während der „Euro Truck Simulator 2“ im PC-Ranking gleich doppelt „Heavy Cargo“ geladen hat (DLC Pack auf acht; Heavy Cargo Edition auf 17), sorgt die „SingStar Celebration“ auf Rang neun der PS4-Charts für gute Laune.

Gegen die Spitzenreiter „Die Sims 4“ und „Grand Theft Auto V“ (PC) bzw. „Call Of Duty: WWII“ und „Need For Speed Payback“ (PS4) kommt das Trio allerdings nicht an.

Auf Xbox One setzen sich ebenfalls „Call Of Duty: WWII“ und „Need For Speed Payback“ durch. Nintendo Wii-Fans haben es weiterhin auf „Just Dance 2018” und „Mario Kart Wii Selects” abgesehen. Auch die restlichen Plattformen vermelden dieselben Gold- und Silbermedaillenträger wie vor sieben Tagen: „Mario Kart 8 Deluxe“ und „Super Mario Odyssey“ (Switch), „Pokémon Ultrasonne“ und „Pokémon Ultramond“ (3DS) sowie „FIFA 18 – Legacy Edition“ und „Minecraft“ (PS3, Xbox 360).

Landesregierung will Eltern bei den Kita-Beiträgen weiter entlasten

Ludwigslust – Jahresauftakt in der Kita: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und die Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung Stefanie Drese haben gemeinsam die Kindertagesstätte Naturtalent in Ludwigslust besucht.

„Ich habe einen sehr positiven Eindruck gewonnen. Die Erzieherinnen und Erzieher leisten eine sehr engagierte Arbeit. Hier macht Kita Spaß“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Anschluss an den Besuch.

Anlass für den Besuch war auch die zum Jahresbeginn umgesetzte Elternentlastung bei den Kita-Beiträgen. Seit dem 1. Januar 2018 werden die Elternbeiträge für die Krippe und den Kindergarten mit Ausnahme der bereits abgesenkten Beiträge im Vorschuljahr über einen direkten Zuschuss des Landes um 50 Euro pro Monat bei einer Ganztagsförderung reduziert. Das gilt auch für Eltern, deren Kinder bei einer Tagespflegeperson betreut werden.

„Die Landesregierung hat ihre Zusage eingelöst“, betonte Schwesig. „Die Eltern werden um bis zu 600 Euro im Jahr entlastet. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorn.“ Ministerin Drese verdeutlichte, dass für die Eltern von Kindern in Kita und Tagespflege die Beitragsentlastung völlig unbürokratisch erfolge: „Sie müssen keinen Antrag stellen, sondern erhalten automatisch eine Abrechnung mit den durch das Land reduzierten Elternbeiträgen.“

Der nächste Schritt zur Elternentlastung sei bereits in Vorbereitung. „Wir werden zum 1. Januar 2019 gezielt diejenigen Familien entlasten, die besonders hohe Belastungen zu tragen haben, weil sie für zwei oder mehr Kinder Kita-Beiträge entrichten müssen. Wir werden den Elternbeitrag für das zweite Kind halbieren. Ab dem dritten Kind ist der Besuch dann komplett kostenlos“, erklärte die Ministerpräsidentin. Die Umsetzung dieser Geschwisterregelung ist nach Angaben von Ministerin Drese mit der Ressortanhörung der Ministerien im vollen Gange.

„Unser langfristiges Ziel ist die komplett beitragsfreie Kita“, bekräftigte die Ministerpräsidentin. „Dazu werden wir noch in diesem Jahr einen Stufenplan vorlegen. Es ist klar, dass wir dieses Ziel umso schneller erreichen werden, wenn wir dabei auch die Unterstützung des Bundes haben. Das ist für mich eine der zentralen Fragen bei den Sondierungen in Berlin. Der Bund muss bei den Kitas stärker in die Verantwortung gehen.“

Mit den Zuschüssen zur Elternentlastung investiert die Landesregierung über 240 Millionen Euro jährlich in die Kindertagesförderung. Drese: „Das ist innerhalb von zehn Jahren mehr als eine Verdopplung der Ausgaben. Neben der Beitragsreduzierung unterstützen wir damit die Schaffung neuer Kita- und Hortplätze und verbessern weiter die Qualität.“

So sind laut aktuellen Angaben des Statistischen Amtes mit 108.529 Plätzen in der Kindertagesförderung (2014: 102.840) und 15.435 Beschäftigten (2014: 14.408) neue Höchststände zu verzeichnen.

Immaterielles Kulturerbe: Vorschläge für bundesweites Verzeichnis liegen vor

Ministerin Hesse: Unsere Kultur, Bräuche und das Handwerk prägen unser Land

Schwerin – Das Nutzen der Zeesboote in der Boddenlandschaft, das Bemalen der Holztüren auf dem Darß und das Mecklenburger Alphorn sind im dritten Bewerbungszyklus als Vorschläge für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur eingegangen. Insgesamt liegen sieben Anträge vor. Bis zum 15. April 2018 müssen die Länder eine Vorauswahl treffen und die Vorschläge an die Kultusministerkonferenz (KMK) übermitteln. Die Vorauswahl trifft in Mecklenburg-Vorpommern der Landeskulturrat.

„Unsere Kultur, Bräuche und traditionelles Handwerk prägen unser Land und sind sehr vielfältig. Darauf dürfen wir durchaus stolz sein“, betonte Kulturministerin Birgit Hesse. „Ich danke allen Initiativen, Vereinen und Verbänden, die sich am dritten Bewerbungszyklus für das Immaterielle Kulturerbe beteiligt haben. Ich würde mich freuen, wenn sich die Anträge im Expertenkomitee der Kultusministerkonferenz durchsetzen. Zunächst müssen die Mitglieder des Landeskulturrates eine Vorauswahl treffen. Ich wünsche dabei eine glückliche Hand“, sagte Hesse. Dies sei keine einfache Aufgabe.

Die Bundesländer dürfen jeweils vier Vorschläge unterbreiten. Dazu kommen vier weitere Vorschläge, die für den Fall greifen, dass andere Bundesländer ihr Kontingent nicht ausschöpfen. Die Vorschläge der Länder werden dann von dem durch die Deutsche UNESCO-Kommission einberufenen Expertenkomitee evaluiert. Die Kultusministerkonferenz und die Bundesregierung treffen eine abschließende Entscheidung über die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes Ende 2018.

Zum Immateriellen Kulturerbe zählen regional verankerte Bräuche, Rituale, Feste, Lieder, Musiktraditionen, Theater und Tänze, Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum sowie traditionelle Handwerkstechniken und Handwerkstraditionen. Beim ersten Bewerbungsverfahren im Dezember 2014 wurden das Reetdachdecker-Handwerk und das Malchower Volksfest in das bundesweite Verzeichnis für das Immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen. Im zweiten Bewerbungszyklus folgten 2016 das Barther Kinderfest und das Darßer Tonnenabschlagen.

Im Einzelnen sind folgende Vorschläge eingegangen:

Die Bewahrung und Nutzung der Zeesboote in der Boddenlandschaft von Mecklenburg-Vorpommern
Zeesboote sind unvergleichliche Zeugen einer vergangenen Fischereitradition. Diese Tradition hat ihren Ursprung im Mittelalter. Spätestens um 1800 wurden die bis dahin gebräuchlichen Zeeskähne durch die kleineren, etwa 12 Meter langen, zweimastigen Zeesboote abgelöst.

Bemalte Holztüren auf dem Darß
Die abgeschiedene Insellage von Fischland-Darß-Zingst und der sehr hohe Anteil der seemännischen Bevölkerung haben die Herausbildung und Entwicklung einer eigenen Bau- und Wohnkultur begünstigt. Die kunsthandwerkliche Fertigung von Haustüren, die mit Schnitzereien verziert sind, hat auf der Halbinsel Darß eine lange Tradition.

Stralsunder Wallensteintage
Die Wallensteintage in der Hansestadt Stralsund sind ein jährlich über mehrere Tage stattfindendes historisches Volksfest. An vier Tagen im Juli wird der Abwehr der Belagerung der Hansestadt Stralsund durch den kaiserlichen Feldherrn Wallenstein und seine Truppen im Jahr 1628 gedacht.

Brauchtum des Martensmannes
Seit Jahrhunderten hat sich die Tradition bewahrt, dass die Herzöge von Mecklenburg-Schwerin alljährlich am Martinstag aus Lübeck ein Fass Rotwein (145,5 Liter) erhielten. Die Fahrt erfolgte nach einem festen Fahr- und Zeitplan von Lübeck über Schönberg und Rehna bis in die fürstliche Residenz nach Schwerin.

Feldziegelei, Meilerbrand, Ziegelei-Handwerk
Mecklenburg-Vorpommern ist ein Backsteinland, die roten Ziegel prägen Städte und Dörfer. Darunter sind großartige Bauwerke, die schon hunderte von Jahren überstanden haben. Die Kunst des Ziegelbrennens kam um 1250 mit den Mönchen aus der Lombardei nach Norddeutschland, es entstanden die ersten Klöster und Kirchen aus Backstein. Die Kunst des Ziegelmachens ist aber sehr viel älter und führt zurück in die Anfänge menschlicher Zivilisation.

Das Spiel auf der diatonischen Handharmonika
Das Spiel auf der diatonischen Handharmonika gehört seit den 1860er Jahren zu den stilprägenden Praktiken in der Ausübung instrumentaler Volksmusik in Mecklenburg und Vorpommern. Die Bezeichnungen der diatonischen Handharmonika sind „Treckfiedel“, „Ziehharmonika“, „Harmonika“ oder nur „Monika“, „diatonisches Knopfakkordeon“, „Quetschkommode“ oder nur „Quetsche“. Das relativ kleine Instrument eroberte schnell die Tanzsäle der Dörfer und bildete den musikalischen Hintergrund gemeinschaftlicher Unterhaltung.

„Das Mecklenburger Alphorn“, Erhalt Mecklenburgischer Naturtonmusik mit heimischen Alphörnern
Das Mecklenburger Alphorn ist einmalig: 1820 erlebte Fritz Reuter als Kind das Mecklenburger Alphorn in Stavenhagen und hat es 1865 in „Meine Vaterstadt Stavenhagen“ in hochdeutsch genau beschrieben. Die Alphorngemeinschaft in Witzin hat dieses Horn originalgetreu nachgebaut, eine Gruppe und ein Orchester für Alphornbläser in Mecklenburg gegründet, Geschichtsforschung zum Alphorn in Mecklenburg-Vorpommern betrieben, die traditionelle Bauweise und die Tonlagen (Musik) wurden extra dafür entwickelt, aufgearbeitet und werden gepflegt.

Hohe Impfbereitschaft in der Bevölkerung

Berlin – Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung ist nach Einschätzung der Bundesregierung groß. Eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) habe gezeigt, dass der Anteil der generellen Impfgegner gering sei. Vielfach resultierten Impflücken aus Nichtwissen, Vergesslichkeit oder Angst vor möglichen Nebenwirkungen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion.

Insbesondere Säuglinge und Kleinkinder würden über die Routinevorsorgeuntersuchungen gut erreicht. Defizite bestünden noch in den höheren Altersgruppen. Mit dem Präventionsgesetz und dem Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten aus der vergangenen Wahlperiode seien Voraussetzungen zur Verbesserung der Impfquote geschaffen worden.

Ein wichtiges Impfziel besteht in der Ausrottung der Masern. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfehle auch allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren seien und nicht oder in der Kindheit nur ein Mal gegen Masern geimpft wurden, eine Impfung.

Die Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die häufig bei Kleinkindern und Schulkindern auftritt. Wie es in der Antwort weiter heißt, hat die Regionale Verifizierungskommission der Weltgesundheitsorganisation in der Region Europa (WHO-Euro) berichtet, dass 2016 von 53 Ländern 33 die Masern eliminiert hätten, neun Länder, darunter Deutschland, hätten eine Unterbrechung der endemischen Übertragung über mindestens ein Jahr erreicht.

In weiteren neun Ländern, darunter Frankreich und Italien, seien nach Einschätzung der WHO die Masern noch endemisch. Als ausgerottet gelten Masern laut WHO dann, wenn 95 Prozent der Bevölkerung gegen die Krankheit geimpft sind. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nach vorläufigen Angaben 904 Fälle von Masern gemeldet. Von der Infektion betroffen waren den Angaben zufolge insbesondere Migranten, die in ihren Heimatländern nicht geimpft worden waren.

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) seien von 2007 bis 2017 insgesamt rund 190.000 Menschen in Deutschland an Erkrankungen gestorben, gegen die es einen Impfstoff gibt.

Erste Verkehrsunfallbilanz 2017

Mehr Unfälle, weniger Verunglückte in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Der langfristig positive Trend in der Entwicklung des Verkehrsunfallgeschehens in Mecklenburg-Vorpommern setzt sich weiter fort. Nach den vorläufigen Ergebnissen der Verkehrsunfallstatistik der Landespolizei ist im Jahr 2017 die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Danach starben im vergangenen Jahr auf den Straßen des Landes 78 Personen und damit 11 Verkehrsteilnehmer bzw. 12,4 Prozent weniger als im Jahr 2016.

Ein neuer historischer Tiefststand wurde damit erreicht.

Jahr (Getötete): 2000(365), 2005(198), 2010(108), 2011(143), 2012(83), 2013(80), 2014(92), 2015(93), 2016(89)

„Dennoch kann dieses Ergebnis nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zur „Vision Zero“ sein, denn jeder getötete Verkehrsteilnehmer ist einer zu viel. Erklärtes Ziel der Landesregierung bleibt die nachhaltige und deutliche Senkung der schweren Personenschäden bei Straßenverkehrsunfällen.“, so Innenminister Lorenz Caffier in einer ersten Bewertung der Verkehrsunfallbilanz 2017.

Die vorläufige Anzahl der Schwerverletzten sank um 2,1 Prozent auf 1.304, die der Leichtverletzten um 3,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016 auf 5.530.

Insgesamt betrachtet sank damit erfreulicherweise die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 169 bzw. 3,1 Prozent.

Allerdings erhöhte sich die Gesamtzahl der polizeilich registrierten Straßenverkehrsunfälle im Vorjahresvergleich leicht um 2,4 Prozent bzw. um 1.346 auf insgesamt 58.312 Unfälle, die durch die Landespolizei aufgenommen und bearbeitet werden mussten. Der Anstieg ist vordergründig auf eine Zunahme bei den sogenannten „Bagatell-Unfällen“, also Unfällen mit geringem Sachschaden, zurückzuführen.

„Um noch zielgerichteter und effektiver gegen Verkehrssünder vorgehen zu können, haben wir im letzten Jahr die, themenorientierten Verkehrskontrollen landesweit eingeführt. Das bedeutet: Unfallursachen und Unfallschwerpunkte identifizieren und dort gezielt und regelmäßig kontrollieren“, sagte Innenminister Lorenz Caffier. „Die Abnahme der Zahl der Verkehrstoten ist sicher auch ein Erfolg der kontinuierlichen Verkehrssicherheitsarbeit und der nicht nachlassenden Kontrolltätigkeit der Landespolizei. Die Bemühungen und Möglichkeiten der Polizei, Unfälle zu verhindern, haben aber auch Grenzen. Allzu häufig wird von den Verkehrsteilnehmern nicht hingesehen, wer sich sonst noch auf der Straße befindet. Es mangelt oft an Aufmerksamkeit, an Sorgfalt und Rücksichtnahme. Hier ist jeder Verkehrsteilnehmer selbst gefordert, sein Verhalten zu überdenken und zur besseren Verkehrssicherheit etwas beizutragen. Wir können nicht hinter jeden Straßenkilometer einen Polizisten stellen“, so Innenminister Lorenz.

Bei den Unfallursachen der tödlichen Verkehrsunfälle ist Geschwindigkeit immer noch die Nummer eins. Daher sind insbesondere Geschwindigkeitskontrollen weiterhin wichtig und erforderlich.

Nach wie vor sind insbesondere junge Fahrerinnen und Fahrer im Straßenverkehr gemessen an ihrem Anteil in der Bevölkerung (5,2 Prozent) deutlich überproportional an tödlichen Verkehrsunfällen (mehr als 10 Prozent) beteiligt. Im Jahr 2017 verunglückten acht junge Menschen im Alter von 18 – 24 Jahren tödlich. Im Vergleich zum Vorjahr war damit die Zahl der Getöteten in dieser Altersgruppe nahezu unverändert hoch. Elf tödliche Verkehrsunfälle wurden im letzten Jahr von den Jungerwachsenen verursacht.

Aufgrund ihres hohen Risikopotenzials bleibt diese Altersgruppe weiterhin verstärkt im Fokus präventiver und repressiver Maßnahmen. Einen besonderen Stellenwert wird dabei auch im Jahr 2018 das Präventionsprojekt „CrashKurs MV“ haben.

Trotz der in der Vergangenheit verstärkten Ausstattung großer Alleenabschnitte mit Schutzplanken verloren insgesamt 27 Menschen 2017 ihr Leben bei einem Baumanprall. Im Jahr 2016 waren hier 21 Getötete zu beklagen.

Weitere Einzelheiten zur Verkehrsunfallentwicklung im Land Mecklenburg-Vorpommern werden nach Auswertung der endgültigen statistischen Meldungen der Landespolizei voraussichtlich im April bekannt gegeben.