Maßnahmenpaket des Landes für die Kindertagespflege

Stralsund – Sozialministerin Stefanie Drese will dauerhaft die Qualität in der Kindertagespflege verbessern. Auf sechs landesweiten Regionalkonferenzen informiert das Ministerium über die Ausweitung der Fort- und Weiterbildung des Landes für Kindertagespflegepersonen und diskutiert mit Tagespflegepersonen und Jugendämtern über die Etablierung von praktikablen Vertretungsmodellen bei Ausfallzeiten. Die vierte Regionalkonferenz fand für den Landkreis Vorpommern-Rügen am Sonnabend in Stralsund statt.

Ministerin Drese sagte auf der Regionalkonferenz dem Landkreis die Unterstützung des Landes bei der Erprobung und Einführung eines Modells zur zukünftigen Sicherstellung von Vertretungen bei Ausfall der Tagespflegeperson zu. „Eine gute Vertretungsregelung z.B. wegen Krankheit ist nicht nur ein wichtiges Anliegen der Kindertagespflegepersonen selbst, sondern auch der Eltern, des Landes und des Landkreises Vorpommern-Greifswald“, so Drese. „Ich bin da wirklich sehr froh, den Landkreis Vorpommern-Rügen an meiner Seite zu haben, denn er hat die Gespräche mit den Tagespflegepersonen bereits aufgenommen.“

Insgesamt stellt das Land für den Aufbau von Vertretungsregelungen rund 470.000 Euro zur Verfügung. Profitieren sollen davon die fünf Landkreise und die Landeshauptstadt Schwerin, die bisher noch keine Vertretungssysteme installiert haben. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim und die Hansestadt Rostock haben bereits in der Vergangenheit aus ESF-Mitteln geförderte Vertretungsmodelle etabliert.

Darüber hinaus plant das Land nach Angaben von Ministerin Drese eine Fort- und Weiterbildungsoffensive in der Kindertagespflege. „Alle Tagespflegepersonen, die bereits die 160 Stunden Grundqualifizierung erfolgreich abgeschlossen haben, können kostenfrei an der tätigkeitsbegleitenden Fortbildung (160+) nach dem Kompetenzorientierten Qualitätshandbuch teilnehmen“, so Drese.

Viel Lob für dieses Maßnahmenpaket gibt es dafür vom Bundesverband für Kindertagespflege, der Mecklenburg-Vorpommern als bundesweit vorbildlich bei der Unterstützung der Kindertagespflege bezeichnet. So unterstütze das Land als erstes Bundesland überhaupt die Kommunen bei der Einführung von flächendeckenden Vertretungsmodellen und der 300-Stunden-Qualifizierung nach dem Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege (QHB).

Drese: „Die knapp 1.200 Tagesmütter und Tagesväter in unserem Land, davon 147 aus Vorpommern-Rügen, leisten einen wichtigen Beitrag für die bedarfsgerechte Förderung von Kindern in der Kindertagesförderung. Die Kindertagespflege ist gleichberechtigter Teil unseres qualifizierten, vielfältigen und integrierten Systems der Kindertagesbetreuung. Gerade im ländlichen Bereich ist die Arbeit der Tagesmütter und Tagesväter unersetzbar. Deshalb ist die kontinuierliche Verbesserung der Qualität in der Kindertagespflege ein wichtiges Anliegen für mich.“

Schuljahr 2016/2017: Unterrichtsausfall bleibt auf konstantem Niveau

Ministerin Hesse: Unsere Lehrkräfte sorgen Woche für Woche für guten Unterricht

Schwerin – An den öffentlichen allgemein bildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sind im Schuljahr 2016/2017 nahezu vergleichbar viele Stunden ausgefallen, die durch Vertretung nicht abgesichert werden konnten, wie in den Schuljahren zuvor. Seit elf Jahren bleibt der originäre Unterrichtsausfall damit auf konstantem Niveau. Das geht aus dem jüngsten Bericht zur Situation des Vertretungsunterrichts hervor. Im vergangenen Schuljahr lag der originäre Unterrichtsausfall bei 2,1 Prozent. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im Schuljahr 2015/2016.

„An unseren Schulen sollen so wenige Stunden wie möglich ausfallen“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Ich habe großes Verständnis dafür, dass Eltern unzufrieden sind, wenn Unterricht nicht erteilt werden kann. Die Situation ist von Schule zu Schule jedoch verschieden. Die Gründe für den Unterrichtsausfall sind unterschiedlich. Grundsätzlich bin ich aber froh, dass sich die Zahl der Ausfallstunden nicht erhöht hat. Dies ist bei einem Durchschnittsalter unserer Lehrkräfte von 50 Jahren nicht selbstverständlich. Ich danke unseren Lehrerinnen und Lehrern, die Woche für Woche für guten Unterricht sorgen“, so Hesse.

Forderungen nach einem Vertretungsbudget für jede Schule erteilte die Bildungsministerin eine Absage. „Vertretungsbudgets für jede Schule oder jede Lehrkraft bringen nichts. Ein solches Instrument wurde zu Beginn des Schuljahres 2010/2011 eingeführt und musste noch im ersten Halbjahr desselben Schuljahres wieder abgeschafft werden“, führte Hesse aus. „Das Problem bei solchen Regelungen ist, dass man zwar Vertretungsbudgets gleichmäßig über alle Schulen ausreichen kann, sich aber die Krankschreibungen der Lehrkräfte nicht gleichmäßig auf alle Schulen verteilen. Feste Budgets führen also dazu, dass manche Schulen völlig über- und andere völlig unterversorgt sind“, erläuterte Hesse.

Auch an den öffentlichen beruflichen Schulen ist der originäre Unterrichtsausfall im Schuljahr 2016/2017 auf dem Niveau des Vorjahreszeitraumes geblieben. Im vergangenen Schuljahr lag er bei insgesamt 5,9 Prozent. An den beruflichen Schulen ist damit jede zweite zur Vertretung angefallene Unterrichtsstunde tatsächlich ausgefallen.

„Kurzfristige Krankmeldungen von Lehrerinnen und Lehrern in Phasen des Blockunterrichts bleiben eine große Herausforderung für die Schulleiterinnen und Schulleiter. Es ist schwer, umgehend Ersatz zu finden“, sagte Ministerin Hesse. „Eine Lehrkraft für Metalltechnik kann nicht einfach den Fachunterricht in einer Klasse übernehmen, in der Restaurantfachleute lernen. Ich bin daher froh, dass auch hier der Unterrichtsausfall nicht gestiegen ist. Die gute Nachricht: Das Land hat acht Stellen für Vertretungslehrkräfte an den beruflichen Schulen eingerichtet. Alle acht Stellen sind besetzt“, erläuterte Hesse.

Pflegestützpunkt in Bad Doberan wird eröffnet

Zweiter Stützpunkt im Landkreis Rostock

Bad Doberan – Der Landkreis Rostock hat seinen zweiten Pflegestützpunkt eröffnet. Nun haben auch die Bürgerinnen und Bürger in Bad Doberan und im westlichen Teil des Landkreises eine zentrale Beratungsstelle für alle Fragen rund um das Thema Pflege. Träger des Pflegestützpunktes sind die Kranken- und Pflegekassen im Land gemeinsam mit dem Landkreis Rostock.

Den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Rostock steht nun auch hier eine kostenlose, trägerneutrale und kompetente Beratung und Unterstützung aus einer Hand zur Verfügung. „Rund 75 Prozent der pflegebedürftigen Personen im Land werden zu Hause betreut – entweder ausschließlich durch Angehörige oder mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes. Besonders die pflegenden Angehörigen, die oft an der Grenze ihrer Belastungsfähigkeit sind, brauchen deshalb kompetente und unabhängige Beratungs- und Hilfsangebote. Genau das bieten die inzwischen 15 Pflegestützpunkte im Land“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese anlässlich der offiziellen Eröffnung. „Ich freue mich sehr, dass nun auch die Menschen in Bad Doberan und Umgebung eine kompetente und neutrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Pflege bekommen. Damit stärken wir vor Ort die häusliche und ambulante Pflege.“

Aufgabe des Pflegestützpunktes ist es, Betroffenen und ihren Angehörigen eine zentrale Anlaufstelle und eine unabhängige Beratung zu bieten mit dem Ziel, Leistungen besser am tatsächlichen Bedarf auszurichten. Ganz wichtig: Das Team des Pflegestützpunktes ist auch darauf eingestellt, Bürgerinnen und Bürger zu Hause zu besuchen. So können auch in den eigenen vier Wänden alle notwendigen Gespräche geführt werden, ohne dass die Pflegebedürftigen die Fahrt zum Pflegestützpunkt auf sich nehmen müssen.

„Unser neuer Pflegestützpunkt verbessert das Beratungsangebot im gesamten Landkreis Rostock deutlich“, so Anja Kerl, Sozialdezernentin und Zweite Stellvertreterin des Landrats. „Der Pflegestützpunkt in Bad Doberan verkürzt Wege und Wartezeiten für Ratsuchende aus dem Norden des Kreises. Der Pflegestützpunkt Güstrow wird entlastet. Wir ermöglichen damit auch bessere Vorsorge, denn frühzeitige Beratung erleichtert den Umgang mit Pflege, wenn sie notwendig wird.“

Die gewonnenen positiven Erfahrungen der landesweit bestehenden 15 Pflegestützpunkte von Pasewalk bis Grevesmühlen bilden eine gute Basis für die Arbeit im Pflegestützpunkt Bad Doberan.

„Mit den beiden Pflegestützpunkten in Güstrow und Bad Doberan besteht auch im Landkreis Rostock ein flächendeckendes Netz, um dem Beratungsbedarf sowie den Unterstützungsangeboten der Region noch umfassender gerecht zu werden“, so Frank Ahrend, Mitglied der Geschäftsleitung bei der AOK Nordost.

Für Kirsten Jüttner, Leiterin der Landesvertretung des Verbandes der Ersatzkassen, steht das Thema Vernetzung aller Partner ganz oben auf der Agenda, um eine neutrale qualitätsgerechte Beratung zu garantieren.

Auch Ralf Hermes, Vorstand der IKK Nord betont: „Ein großer Vorteil ist, dass die Experten vor Ort auf die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Personen eingehen und schnell und unbürokratisch helfen können.“