Schloss Bothmer: Der Pfeilstorch ist zurück

Fr. Dr. Zinnow, Finanzminister Brodkorb, Rektor Schareck und Prof. Richter (v.l.n.r.) freuen sich über die Kopie des Pfeilstorches

Fr. Dr. Zinnow, Finanzminister Brodkorb, Rektor Schareck und Prof. Richter (v.l.n.r.) freuen sich über die Kopie des Pfeilstorches

Schwerin – Der bekannteste Storch des Landes ist zurück auf Schloss Bothmer. Professor Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock, übergab heute eine Kopie des Storches an Finanzminister Mathias Brodkorb. Der Storch wurde 1822 im Klützer Winkel erlegt und lieferte seinerzeit den ersten Beweis für den Fernzug der Störche bis in das äquatoriale Afrika.

„Mit dem Frühling“, so Rektor Schareck, „kehrt unser berühmter Pfeilstorch an das Schloss Bothmer zurück und bringt so die Universität Rostock mit internationaler Forschung in den Klützer Winkel.“ Auch Finanzminister Mathias Brodkorb ist über das besondere Ausstellungsstück im landeseigenen Schloss erfreut: „Wir haben auf Schloss Bothmer ein sehr interessantes Ausstellungskonzept, das durch den Pfeilstorch noch einmal aufgewertet wird. Ich hoffe, dass wir so den ein oder anderen Besucher zusätzlich in den Klützer Winkel locken.“

Die Öffentlichkeit kann den Storch erstmals zur Saisoneröffnung am Sonnabend, den 31. März, bestaunen. Die Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen (SSGK), Pirko Kristin Zinnow, kündigte an, dass der Pfeilstorch nicht nur zur Saisoneröffnung eine Hauptrolle spielen werde: „Wir freuen uns, dass der Storch künftig auch auf Schloss Bothmer zu sehen sein wird. Die Saisoneröffnung ist daher auch so etwas wie seine Willkommensfeier.“

Die Geschichte des Pfeilstorches reicht zurück in den Mai 1822, als Bewohner von Gut Bothmer einen Weißstorch entdeckten, dem ein etwa 80 Zentimeter langer Stock am Hals hinunterhing. Christian Ludwig Reichsgraf von Bothmer (1773-1848) erlegt den Storch schließlich. Der vermeintliche Stock entpuppte sich dabei als ein aus Holz geschnitzter und mit einer eisernen Spitze versehener Pfeil. Das erlegte Tier ging in die großherzogliche Präparationswerkstatt an die Residenz nach Ludwigslust bis Großherzog Friedrich Franz I (1756-1837) den präparierten Storch am 28. August 1822 der Zoologischen Sammlung der Universität Rostock übergab.

Dort erkannten die Forscher die Bedeutung des verletzten Storches. Kenntnisse über den Vogelzug und die Winterquartiere von Vögeln lagen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts noch nicht vor. Der Pfeilstorch lieferte somit den ersten Beweis für den Fernzug der Störche bis in das äquatoriale Afrika. Heute ist der Rostocker Pfeilstorch international bekannt und wird regelmäßig in Publikationen über die Vogelzugforschung abgebildet.

In Rostock besichtigen jedes Jahr mehr als 15.000 Besucher das Original des Pfeilstorchens im Zoologischen Institut in der Rostocker Innenstadt. Er ist die Hauptattraktion der Zoologischen Sammlung der Universität Rostock. Dass jetzt eine nahezu perfekte Kopie des Pfeilstorches nach Schloss Bothmer gelangt, freut Professor Stefan Richter, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine und Spezielle Zoologie, besonders. „Es ist wirklich schön, dass die Geschichte des Pfeilstorches nun auch an dem Ort erzählt werden kann, an dem sie ihren Ausgang genommen hat.“

Sanierung alter Eisenbahnwagons

Pasewalk – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann übergibt heute an den Verein Lokschuppen Pomerania aus Pasewalk aus dem Vorpommern-Fonds einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 5000 Euro. Mit diesen Projektmitteln werden historische Eisenbahnwaggons des ehemaligen DDR-Regierungszuges aus den Jahren zwischen 1960 und 1970 saniert. Dabei handelt es sich um die Kosten für das Material für Entrostung und Lackierarbeiten.

„Die Mitglieder des Lokschuppen Pomerania e.V. leisten in ehrenamtlicher Arbeit viel für die Region. Sie sorgen dafür, dass das Eisenbahnerlebniszentrum mit seinen Eisenbahnen ein Besuchermagnet für Einheimische und Gäste bleibt. Hier kann man staunen und lernen. Und die Erinnerung an die Geschichte der stolzen Eisenbahner am Standort Pasewalk zu bewahren, ist von großer Bedeutung. Für die regionale Identität in Vorpommern ist das Erlebniszentrum eine wichtige Sache“, sagte Dahlemann bei der Übergabe des Bescheides an den Verein.

Er regte an, die Zusammenarbeit von Traditionsvereinen voranzubringen, zum Beispiel mit den Freunden der mecklenburgisch-pommerschen Schmalspurbahn in Schwichtenberg. „Es geht um Vernetzung und den Austausch von Erfahrungen und Ideen. Ich kann alle nur ermuntern, das in Zukunft zu nutzen und zu vertiefen“, sagte Dahlemann.

Immer mehr Referendarinnen und Referendare an den Schulen

Ministerin Hesse: Wir haben einen Bedarf an gut ausgebildeten Lehrkräften

Schwerin – Das Land Mecklenburg-Vorpommern bildet immer mehr Lehrerinnen und Lehrer an den öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen aus. Seit den Winterferien absolvieren insgesamt 659 Referendarinnen und Referendare ihren Vorbereitungsdienst an den öffentlichen Schulen. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 648 Referendarinnen und Referendare. Im Jahr 2016 waren es 555 angehende Lehrerinnen und Lehrer.

„Die Zahl der Referendarinnen und Referendare an unseren Schulen ist erneut leicht gestiegen“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Mit 659 jungen Menschen absolvieren so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Landes ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen. Ich freue mich über jeden, der den Lehrerberuf ergreift und nach der Ausbildung an unseren Schulen arbeiten möchte. Die Einstellungschancen sind sehr gut, weil wir einen Bedarf an gut ausgebildeten Lehrkräften haben“, sagte Hesse.

Das Land hat vor vier Jahren seine Ausbildungskapazitäten deutlich erhöht: Seit dem Jahr 2014 stehen insgesamt 861 Plätze für Referendarinnen und Referendare an den Schulen zur Verfügung. Im Jahr 2013 waren es lediglich 493 Plätze.

„Wenn Plätze für das Referendariat unbesetzt bleiben, ergibt sich kein unmittelbares Problem für die Absicherung des Unterrichts, weil es sich um Ausbildungsplätze handelt“, erläuterte Bildungsministerin Hesse. „Wir müssen allerdings erreichen, dass mehr junge Menschen ein Lehramtsstudium anstreben und diejenigen, die ein Lehramtsstudium aufgenommen haben, es auch mit Erfolg abschließen. Die Abbrecherquoten sind mir zu hoch“, betonte Hesse. Hier seien Land und Hochschulen gemeinsam gefragt.

„Um die Ursachen für die Studienabbrüche bei den Lehramtsstudiengängen wissenschaftlich untersuchen zu lassen, habe ich eine Studie an der Universität Rostock in Auftrag gegeben. Die Forscherinnen und Forscher haben mit ihrer Arbeit bereits begonnen. Aktionismus hilft uns an dieser Stelle nicht weiter. Ich rechne damit, dass wir gegen Ende dieses Jahres die Ergebnisse erhalten und wir daraus unsere Schlüsse ziehen können“, so die Ministerin.

Norddeutsche Konzerne liefern Waffen in alle Welt

Hamburg – Von deutschen Rüstungsexporten profitieren Unternehmen aus dem Norden ganz erheblich. In den Jahren 2014 bis 2017 genehmigte die Bundesregierung norddeutschen Konzernen Ausfuhren im Wert von insgesamt 5,4 Milliarden Euro. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen Bundestags-Abgeordneten Katja Keul hervor, die dem Radiosender NDR Info exklusiv vorliegt.

Der Wert der Einzelgenehmigungen für Rüstungsgüter inklusive Kriegswaffen für die Jahre 2014 bis 2017 lag für alle Unternehmen aus Deutschland bei knapp 25 Milliarden Euro. Auf norddeutsche Unternehmen entfiel demnach ein Anteil von rund 22 Prozent. Die Anfrage berücksichtigte Genehmigungen für Konzerne aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Hamburg.

„Aus dieser Antwort der Bundesregierung kann man sehr schön entnehmen, dass eben nicht nur – wie häufig verbreitet – Bayern oder Baden-Württemberg und Süddeutschland an Rüstungsexporten beteiligt sind“, sagt Katja Keul, Bundestagsabgeordnete der Grünen aus Niedersachsen. „Gerade auch Unternehmen aus dem norddeutschen Raum profitieren in nicht unerheblichem Masse von Kriegswaffenexporten gerade auch in Drittstaaten.“

Als Drittstaaten werden Länder bezeichnet, die nicht der NATO oder der Europäischen Union angehören. Niedersächsische Unternehmen erhielten 2016 etwa die Genehmigung zum Export von Lenkflugkörpern, Torpedos, Treibladungen für Waffen und Zielsuchköpfen nach Algerien. Auch Kriegsschiffe für Malaysia und – 2017 – Maschinenkanonen für Jordanien wurden exportiert. Für schleswig-holsteinische Firmen wurde zwischen 2014 und 2017 der Export von U-Booten nach Israel und Ägypten genehmigt.

In den Jahren 2014 bis 2017 hat die Bundesregierung Aufträge für norddeutsche Unternehmen im Wert von insgesamt 5,4 Milliarden Euro genehmigt. 2017 betrug der Wert 1,2 Milliarden Euro.

„Die Schiffe schlagen natürlich kostenmäßig besonders zu Buche“, sagt die Grünen-Abgeordnete Katja Keul, „da ein U-Boot bereits eine halbe Milliarde kostet und auch die Kriegsschiffe der Lürssen-Werft ein großer Posten sind.“ Die Lürssen-Werft baut auch für die deutsche Marine Schiffe. Das Unternehmen mit Sitz in Bremen produziert auch in Mecklenburg-Vorpommern Patrouillenboote für Saudi-Arabien. In Schleswig-Holstein baut TKMS (Thyssen Krupp Marine Systems) U-Boote.