Biberschäden mit Prävention und baulichen Konzepten begegnen

Schwerin – Ebenso wie der Wolf sorgt auch der Biber für Konflikte zwischen Naturschutzinteressen einerseits und wirtschaftlichen Nutzerinteressen andererseits. „Seit sich die Population erfreulicherweise wieder erholt hat, müssen wir feststellen, dass die Zahl biberbedingter Überschwemmungen steigt“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus im Landtag. Biberaktivitäten führten zur Überstauung von Nutzflächen und beeinträchtigten die Funktionstüchtigkeit baulicher Anlagen, etwa von Deichen, Dämmen oder Böschungen. Um herauszufinden, wie sich der Biber potentiellen Lebensraum in MV erschließt und wie sich die Population entwickelt, sei ein landesweites Bibermonitoring eingeführt worden.

Landesweit gibt es rund 100 Gewässerabschnitte mit insgesamt rund 400 km Länge, an denen kleinere oder große Konflikte auftreten. „Insofern ist es wichtig, dieses Thema zu diskutieren. Dabei ist Sachlichkeit das oberste Gebot der Stunde“, mahnte Dr. Backhaus.

Für den Biber als streng geschützte Art nach FFH-Richtlinie sei zum einen ein flächenhafter Schutz zu gewährleisten, zum anderen seien auch spezielle Gebiete (FFH-Gebiete) auszuweisen, in denen besondere Anforderungen an die Bewahrung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands gestellt werden.

Der aktuelle Biberbestand wird auf ca. 2.300 Tiere geschätzt. Derzeit ist etwas mehr als die Hälfte des Landes vom Biber besiedelt. Experten gehen daher von einem weiteren Anstieg des Gesamtbestandes aus.

Die Hälfte des aktuellen Bestandes lebt im Einzugsgebiet „Peene und Küstengebiet Ost“ (Peene, Tollense, Recknitz, Trebel, Uecker und die Gewässer auf und um Usedom). Es folgen die Bestände des Einzugsgebietes der Warnow mit etwas mehr als einem Viertel der landesweit erfassten Reviere.

In den zwischenzeitlich flächenhaft vom Biber besiedelten Regionen (wie z. B. Mittleres Warnowtal und Peenetal) stagniert die Population bzw. die Populationsdichte ist sogar leicht rückläufig, weil die dortige Habitatkapazität erreicht ist.

„Ein fortlaufendes Fangen und Töten von Bibern halte ich für wirkungslos. Wir setzen auf konzeptionelle Lösungen sowie Präventions- und Managementmaßnahmen“, betonte der Minister und verwies darauf, dass dabei auch die Abwägung von Maßnahmen nach § 45 Absatz 7 Bundesnaturschutzgesetz eine wichtige Rolle spielt.

Erklärtes Ziel sei es, bestehende Konflikte zu lösen und die dazu im Einzelfall geeigneten Maßnahmen zeitnah und in Abstimmung mit den Betroffenen vor Ort umzusetzen, ergänzte der Minister. Eine allgemeine Ausnahmeverordnung – wie sie von der BMV-Fraktion gefordert wird – lehne er ab.

Eine solche Verordnung könnte nicht innerhalb bestimmter Schutzgebiete (z.B. Naturschutzgebiete, Nationalparke, Natura 2000-Gebiete) sowie mit Blick auf die besonders zu berücksichtigende Fortpflanzungszeit auch nicht ganzjährig gelten.

„In der Summe erkenne ich keinen Mehrwert gegenüber der jetzigen Verfahrensweise. Deshalb bleibe ich dabei – wir setzen auch beim Biber weiter auf konzeptionelle Lösungen und akzeptanzsteigernde Maßnahmen“, schloss der Minister.

Im Jahr 2017 ist das Bibermanagement intensiviert und mit der Erarbeitung konzeptioneller Lösungen einschließlich von Präventionsmaßnahmen begonnen worden. Das aus der Wasser-Förderrichtlinie geförderte und zunächst für 3 Jahre angelegte Projekt wird durch den Auftragnehmer Umweltplan GmbH Stralsund durchgeführt. Zu den Präventionsmaßnahmen zählen die Zäunung gefährdeter Forstkulturen, die Anlage bzw. Förderung von Gewässerrandstreifen mit Weichhölzern oder der Einbau von Untergrabschutz in Deichen und Dämmen. Finanziert wird das Ganze aus der Naturschutz-Förderrichtlinie.

28. Kunstschau in Ahrenshoop feierlich eröffnet

Staatssekretär Schröder: Künstlerbund setzt Reihe der jährlichen Themenausstellungen fort

Ahrenshoop – Kulturstaatssekretär Sebastian Schröder hat am Abend die diesjährige Landeskunstschau im Kunstmuseum Ahrenshoop eröffnet. Unter dem Titel „Luftlinie“ zeigt der Künstlerbund Mecklenburg-Vorpommern rund 60 Werke von einheimischen Künstlerinnen und Künstlern und erstmals von Gästen aus dem Ostseeraum. Die Ausstellung ist bis zum 29. April 2018 zu sehen. Das Land fördert die Projekte des Künstlerbundes in diesem Jahr mit Kulturfördermitteln in Höhe von insgesamt 110.000 Euro.

„Mit der 28. Kunstschau setzt der Künstlerbund seine Reihe der jährlichen großen Themenausstellungen fort. Auf unterschiedliche Weise geben sie einen Einblick in das künstlerische Schaffen in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Kulturstaatssekretär Sebastian Schröder in seinem Grußwort. „Nicht ohne Grund trägt die Ausstellung den Titel ‚Luftlinie‛. Luftlinie steht für die kürzeste Verbindung zwischen den Ländern im Ostseeraum. Gedachte Luftlinien über die Ostsee verbinden den Ausstellungsort Ahrenshoop mit Schweden, Polen, Norwegen, Litauen, Finnland, Estland und Dänemark“, erläuterte Schröder.

„Neu in diesem Jahr ist neben der internationalen Beteiligung der in den Frühling vorverlegte Zeitraum der Kunstausstellung“, sagte der Kulturstaatssekretär. „Der Künstlerbund hat für die diesjährige Kunstschau einen Ort mit einer bedeutenden Künstlertradition gewählt. Das einstmals kleine Fischerdorf mit seinen reetgedeckten Katen beging im letzten Jahr das 125. Gründungsjubiläum seiner Künstlerkolonie und hat immer schon Künstlerinnen, Künstler und Kunstfreunde angezogen. Das vielfältige kulturelle Angebot ist bis heute ein Markenzeichen von Ahrenshoop geblieben. Somit erfüllt die Ausstellung alle Voraussetzungen, viele Besucherinnen und Besucher anzusprechen. Ich danke den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Veranstalten, die dieses besondere Kunsterlebnis möglich machen“, so Schröder.

Landurlaub in Mecklenburg-Vorpommern weiter ausbauen

Dobbertin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe hat sich am Sonnabend in Dobbertin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) für eine stärkere Vermarktung im ländlichen Raum eingesetzt.

„In der touristischen Entwicklung unseres Landes stehen die Küste und das Binnenland gleichermaßen vor der Herausforderung, Gäste von ihrer Region zu überzeugen. Für alle gilt: hohe Qualität, qualifizierte Fachkräfte sowie ein breites, ressort- und branchenübergreifendes Zusammenarbeiten sind dabei die wichtigsten Eckpunkte für touristischen Erfolg. Wir können noch stärker für Landurlaub in Mecklenburg-Vorpommern werben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort im Rahmen der Mitgliederversammlung des Vereins „Landurlaub Mecklenburg-Vorpommern“. Der Verein bündelt für den ländlichen Tourismus als Koordinator die Angebote, Produkte und Dienstleistungen der Anbieter.

Im Jahr 2016 wurden im ländlichen Raum (Gemeinden unter 5.000 Einwohnern, ohne prädikatisierte Orte) nach Angaben des Statistischen Amtes rund 5,54 Millionen Übernachtungen erfasst. Das entspricht rund 18 Prozent aller Übernachtungen im Jahr 2016. „Inzwischen erfolgt fast jede fünfte Übernachtung im ländlichen Raum. Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Hier ist insgesamt noch Luft nach oben“, macht Glawe deutlich. „Im ländlichen Raum steht vor allem die Stärkung der Region und die Identifikation mit ihr im Vordergrund. Allerdings liegt hierin gerade noch viel Potential, um neue Zielgruppen für eine Region zu begeistern. Das kann durch attraktive Urlaubs­angebote und die Betonung von Alleinstellungsmerkmalen noch deutlicher herausgestellt werden“, forderte Wirtschaftsminister Glawe.

„Wandern, Angeln, Reiten und kulturelle Erlebnisse in der malerischen Natur erfahren, dabei regionale Spezialitäten probieren und die Ruhe genießen – dafür steht Landurlaub in Mecklenburg-Vorpommern. Wir unterstützen die regionalen Anbieter, diese attraktiven Urlaubsangebote einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen“, sagte Glawe.

Das Wirtschafts- und Tourismusministerium fördert drei Kooperationsnetzwerke für den ländlichen Tourismus – „Aktiv in der Natur“ mit den Themen Wandern/Angeln und Fischen, „Erlebnis Landwirtschaft“ mit den Themen Typisch Regional, Reiten und Fahren sowie „Kulturelles Erbe“ mit den Themen Romantik und Brauchtum in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Die Unterstützung erfolgt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). „Mit Hilfe der Netzwerke sollen aus touristischer Sicht zukunftsträchtig Entwicklungsschwerpunkte gesetzt und unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden“, sagte Glawe.

Landschaft und Natur sind die wichtigsten Urlaubskriterien für Reisende in Mecklenburg-Vorpommern (72 Prozent), gefolgt von guter Luft/gesundem Klima (59 Prozent) und den Erholungsmöglichkeiten (53 Prozent). Mit 47 Prozent ist auch Ruhe als Besuchsgrund unter den „TOP-10“ der Urlauber zu finden (Quelle: Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus 2015/16). Fast jeder dritte Gast bezeichnet seinen Urlaub hierzulande unter anderem als Natururlaub (31 Prozent; Mehrfachnennungen möglich, Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus 2015/16).

18,7 Prozent aller inländischen Natur-Urlaubsreisen (ab 5 Tagen) gingen im Jahr 2016 nach Mecklenburg-Vorpommern. Das entspricht rund 1,35 Millionen Urlaubsreisen (Quelle: FUR, Reiseanalyse 2017).