Wirtschaftstreffen beim Unternehmerverband West-Mecklenburg e. V.

Ludwigslust – Vertreter aus Wirtschaft und Politik treffen sich heute zum traditionellen „Wirtschaftsfrühstück“ des Unternehmerverbandes West-Mecklenburg e.V. in Ludwigslust. „Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt sich weiter positiv. Dazu tragen die engagierten Unternehmer aus der Region West-Mecklenburg mit ihren Mitarbeitern erheblich bei. Dennoch: Es gibt derzeit zwei Themen, die für die Unternehmen von besonderer Brisanz sind und in unmittelbarem Zusammenhang mit der Wettbewerbsfähigkeit am Markt stehen. Dies ist zum einen die verstärkte Digitalisierung von Wertschöpfungsketten und Marktprozessen. Zum anderen geht es um die insbesondere durch den demografischen Wandel zunehmend schwierigere Deckung des Fachkräftebedarfs. Um die Unternehmen in diesem Spannungsfeld zu unterstützen, hat das Wirtschaftsministerium die entsprechenden Rahmenbedingungen angepasst. So können die Unternehmen durch gut ausgebildetes Personal ihre Innovations- und damit Wettbewerbsfähigkeit erhalten“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Das Wirtschaftsministerium hat zwei Anpassungen in bereits bestehenden Richtlinien auf den Weg gebracht. Mit der „Richtlinie zur Förderung der berufsbegleitenden Qualifizierung der Beschäftigten in Unternehmen (Qualifizierungsrichtlinie)“ können Unternehmen unter anderem für eine Kompetenzfeststellung der Beschäftigten, die Analyse des Qualifizierungsbedarfs und die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter Fördermittel beantragen. Die Unterstützung beträgt 50 Prozent der Kosten eines externen Dienstleisters (maximal 100.000 Euro). Bisher waren nur Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit überregionalem Absatz für diesen Förderpunkt antragsberechtigt; jetzt können alle gewerblichen Betriebe mit überregionalem Absatz dies beantragen. „Das ist maßgeschneiderte Qualifizierung für die heimische Wirtschaft. Passgenau und individuell können jetzt Projekte für alle Unternehmen und ihre Mitarbeiter in Angriff genommen werden“, sagte Rudolph.

Neu ist in der „Richtlinie zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Ersteinstellung von Personal mit Hochschulabschluss in einer technischen Fachrichtung“ (Einstellungsrichtlinie), dass kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft für 24 Monate Zuschüsse zu den Personalausgaben erhalten. Voraussetzung ist, dass der Hochschulabsolvent zusätzlich zum vorhandenen Personal eingestellt wird. Die Förderung erfolgt aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Für den zukünftigen Arbeitnehmer muss es sich um eine Ersteinstellung handeln (höchstens drei Jahre nach Abschluss) und es muss sich um ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis handeln, das tarifgleich vergütet wird.

„Mit der Förderung zielen wir auf die kleinen und mittleren Unternehmen, die ihre ingenieur- und informationstechnischen Aktivitäten weiter ausbauen wollen. Dafür werden qualifizierte Fachkräfte benötigt, die oftmals neu eingestellt werden müssen. Diesen Schritt zu mehr Fachkompetenz und daraus resultierend einer höheren Wettbewerbsfähigkeit unterstützen wir“, sagte Rudolph.

„Wir wollen die Unternehmen begleiten und stärken bei den Herausforderungen, die im Zuge der Digitalisierung auf sie zukommen werden“, betonte Rudolph. Im Rahmen der Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) hat das Wirtschaftsministerium Möglichkeiten für Unternehmen geschaffen, sich bei einem Einstieg in den Digitalisierungsprozess begleiten zu lassen. Insgesamt stehen in der europäischen Förderperiode 2014 bis 2020 168 Millionen Euro für Forschung, Entwicklung und Innovation zur Verfügung. Unternehmen erhalten so die Möglichkeit, Förderung für die Inanspruchnahme von externem Sachverstand zur Analyse der Produktionsprozesse und der anschließenden Umsetzung in Form von Prozessinnovationen in Anspruch zu nehmen.

Zudem wird das Wirtschaftsministerium einen neuen Beteiligungsfonds auflegen, mit dem kleine und mittlere Unternehmen sowie Existenzgründer künftig auch bei der Umsetzung von innovativen digitalen Geschäftsmodellen unterstützt werden können.

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph verwies zudem auf das Kompetenzzentrum „Industrie 4.0 in der Produktion“ bei der Fraunhofer Einrichtung für Großstrukturen in der Produktionstechnik (IGP) in Rostock. Das aus Bundesmitteln finanzierte Projekt „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum DigiMed & Tour“ in Rostock wird über Möglichkeiten der Digitalisierung beraten und informieren. Schwerpunkte sind die Bereiche Tourismus, Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik.

Seit dem Jahr 2011 hat das Wirtschaftsministerium im Landkreis Ludwigslust-Parchim 226 unternehmerische Investitionsvorhaben – Neuansiedlungen und Erweiterungen – mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als 665 Millionen Euro in Höhe von rund 131 Millionen Euro unterstützt (Stand März 2018). Dadurch sind knapp 2.200 Arbeitsplätze neu entstanden und knapp 10.200 Jobs wurden gesichert. In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum 1.104 Investitionsvorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 2,9 Milliarden Euro, die mit rund 626 Millionen Euro gefördert wurden. Daraus sind knapp 9.000 neue Arbeitsplätze entstanden und mehr als 35.000 Jobs gesichert.

Seit 2011 wurden aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) einschließlich des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE), des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) sowie außerhalb der Gemeinschaftsaufgabe 26 Infrastrukturmaßnahmen im Landkreis Ludwigslust-Parchim mit einer Gesamtinvestitionssumme von 36,2 Millionen Euro gefördert. Der Zuschuss betrug 21,6 Millionen Euro. Dabei handelte es sich unter anderem um die Erschließung des Industriegebietes Garnison Techentin „Stüdekoppel“ in Ludwigslust, den Ausbau der Eisenbahnerstraße in Hagenow sowie den Neubau des Caravan-Stellplatzes in Ludwigslust.

Der Unternehmerverband West-Mecklenburg e.V. repräsentiert im Wesentlichen die Altkreise Ludwigslust und Hagenow. Ihm gehören rund 140 Unternehmen an sowie die Städte Grabow, Hagenow, Ludwigslust, Lübtheen und Zarrentin.

High-Tech für ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger

Ministerin Hesse: Genauere Standort­bestimmung der archäologischen Schätze möglich

Wismart – Kulturministerin Birgit Hesse hat in Wismar zwei GPS-Vermessungsgeräte an die ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerinnen und Bodendenkmalpfleger in Mecklenburg-Vorpommern symbolisch übergeben. Die Bodendenkmalpfleger Dr. Carsten Schmoldt von der Initiative Pro Archäologisches Landesmuseum (IPAL) und Dr. Mirko Renkewitz nahmen sie bei dem Treffen entgegen. Das Land hat insgesamt 50 GPS-Vermessungsgeräte mit einem Wert von insgesamt 67.000 Euro angeschafft. Sie werden zur Einmessung von Grabungsflächen und archäologischen Funden benötigt.

„Die 148 Bodendenkmalpflegerinnen und Bodendenkmalpfleger leisten eine wichtige Arbeit im Land – ehrenamtlich, mit viel Engagement und unbezahlbar“, lobte Kulturministerin Birgit Hesse. „Mit den GPS-Vermessungsgeräten, die aussehen wie handelsübliche Smartphones, unterstützen wir ihre Arbeit und stellen ihnen die notwendige Ausstattung zur Verfügung. In der Bodendenkmalpflege geht heute nichts mehr ohne High-Tech. Die GPS-gebundenen Geräte, die Bluetooth-fähig und mit modernen Kameras ausgestattet sind, sammeln wichtige Daten zur Fundstelle und machen eine genauere Standortbestimmung der archäologischen Schätze möglich“, sagte Hesse.

Die 50 Geräte werden den ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerinnen und Bodendenkmalpflegern leihweise zur Verfügung gestellt und müssen von Zeit zu Zeit gewartet und neu programmiert werden. Das Trimble TDC 100 4G Handheld, so die offizielle Bezeichnung, hat einen Wert von 1.340 Euro. 28 dieser Geräte hat das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege an die Ehrenamtlichen in Mecklenburg bereits verschickt. Bei der Regionaltagung der Bodendenkmalpfleger am 21. April 2018 in Stralsund können die Ehrenamtlichen in Vorpommern ihr Interesse bekunden und sich in entsprechende Listen eintragen. Die Einweisung in die Geräte ist an drei Tagen am 13., 14. und 15. April 2018 in Wiligrad geplant.

Baugenossenschaft Neptun Rostock erhält Förderbescheid für Aufzug

Rostock – Infrastrukturminister Christian Pegel übergibt heute einen Zuwendungsbescheid über 28.516 Euro an den Vorstand der Baugenossenschaft Neptun e.G. Rostock, Cornelia Haseloff und Ina Liebing. Die Fördermittel kommen aus dem Zuschussprogramm Personenaufzüge und Lifte, barrierearmes Wohnen. Die Gesamtausgaben für den Aufzug betragen rund 95.000 Euro.

Das fünfgeschossige Mehrfamilienhaus (Baujahr 1956) umfasst zwölf Wohnungen. Es wird seit Mitte 2017 modernisiert. Unter anderem werden sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert. Zudem werden Balkone nachgerüstet sowie das Dach ausgebaut und erneuert.

Der vom Bauministerium geförderte innenliegende Personenaufzug gewährleistet zukünftig einen barrierefreien Zugang zu allen Wohnungen und zu den Kellerräumen. Neben dem bestehenden Hauseingang wird zudem ein barrierefreier Zugang zum Aufzug errichtet.

1. Spatenstich für Kreisstraße 66

Grambow – Heute nimmt Infrastrukturminister Christian Pegel mit der Landrätin vom Landkreis Nordwestmecklenburg, Kerstin Weiss, den 1. Spatenstich zum Ausbau und der Erneuerung der Kreisstraße 66 vor.

Die Kreisstraße 66 ist eine wichtige zwischenörtliche Verbindungsstraße mit hohem Verkehrsaufkommen. Die geplanten Baumaßnahmen dienen der nachhaltigen Verbesserung der Verkehrsverhältnisse. Der Ausbau wird zwischen den Ortslagen Grambow und Wittenförden auf einer Fahrbahnlänge von zwei Kilometern mit einer Breite von 6,5 Metern in Asphaltbauweise erfolgen. Zugleich werden die Entwässerungsanlagen, die Beschilderung und Markierung entlang der Fahrbahn erneuert.

Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung fördert den Landkreis mit Mitteln des kommunalen Straßenbaus in Mecklenburg-Vorpommern (KommStrabauRL M-V) mit ca. 1,2 Millionen Euro. Die Gesamtbaukosten betragen rund 2,4 Millionen Euro.

Der Zuwendungsbescheid wurde bereits im September letzten Jahres an die Landrätin des Landkreises Nordwestmecklenburg überreicht.

Nach dem derzeitigem Bauablaufplan ist Mitte 2019 mit der Beendigung der Bauarbeiten zu rechnen.