„Zum Alten Bauernhof 12“ in Schwerin-Mueß offiziell als Denkmal gekennzeichnet

Ministerin Hesse: Eigentümer hat das alte Bauernhaus liebevoll saniert

Schwerin – Ein weiteres Baudenkmal in Schwerin: Das Gehöft „Zum Alten Bauernhof 12“ steht unter Denkmalschutz. Kulturministerin Birgit Hesse hat dem Eigentümer Dr. Olaf Kannt heute die offizielle Denkmalplakette des Landes Mecklenburg-Vorpommern überreicht. Damit wird das sanierte, denkmalgeschützte Haus in Schwerin-Mueß auch offiziell als Denkmal gekennzeichnet.

„Historisch sanierte Häuser verleihen unseren Stadtbildern Atmosphäre und sie sind Zeugnisse unserer Geschichte“, sagte Kulturministerin Birgit Hesse „Das reetgedeckte Dach ist typisch für unsere Region und würdigt zugleich das Handwerk des Reetdachdeckens, das auf der deutschen Liste des immateriellen Kulturerbes einen festen Platz hat. Der Eigentümer, Dr. Olaf Kannt, hat das alte Bauernhaus liebevoll saniert“, so die Ministerin.

Beim „Alten Bauernhof 12“ handelt es sich um eine Bauernhufe in westöstlicher Ausrichtung. Das reetgedeckte Dielenhaus ist als Fachwerkkonstruktion mit Ziegelausfachungen auf Feldsteinsockel errichtet. Im Inneren sind noch Fachwerkwände mit Lehmstaken sowie der Lehmstampfboden der Diele erhalten. Bei der Sanierung wurden die historischen Raumzusammenhänge des Dielenhauses, wie z. B. Küche und Diele mit Treppe nach oben, bewahrt und mit neuen Ausbauten nutzbar gemacht.

Der Bauherr habe eine denkmalgerechte und vorbildhafte Sanierung durchgeführt, loben die Denkmalschützer des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege. Hierbei sei modernen Nutzungsansprüchen in der historischen Bausubstanz behutsam Rechnung getragen worden, ohne dass der Aussagewert des Baudenkmals verloren gehe.

Ausnahme von US-Zöllen: EU wird nicht unter Drohungen verhandeln

Brüssel – Die Europäische Kommission hat die Entscheidung der Vereinigten Staaten von Amerika, die Europäische Union bis zum 1. Juni 2018 von Zöllen auf Stahl und Aluminium auszunehmen, zur Kenntnis genommen. „Die US-Entscheidung verlängert die Unsicherheit für die Märkte, die bereits Unternehmensentscheidungen beeinflusst. Die Europäische Union sollte vollständig und dauerhaft von diesen Maßnahmen ausgenommen werden, da sie auf der Grundlage nationaler Sicherheit nicht gerechtfertigt werden können“, erklärte die Kommission gestern (Dienstag). Über weitere Handelsfragen könne nicht unter Drohungen verhandelt werden.

„Die Überkapazität bei Stahl und Aluminium stammt nicht aus der EU. Im Gegenteil, die EU hat in den vergangenen Monaten versucht, auf allen möglichen Ebenen mit den USA und anderen Partnern eine Lösung für dieses Problem zu finden.

Die Europäische Union hat darüber hinaus dauerhaft Bereitschaft gezeigt, die Fragen des aktuellen Marktzugangs, die auf beiden Seiten bestehen, zu diskutieren, dabei aber klar gemacht, dass sie als langjähriger Partner und Freund der USA nicht unter Drohungen verhandeln wird. Jedes zukünftige transatlantische Arbeitsprogramm muss ausgewogen und von Nutzen für beide Seiten sein.

Die für Handel zuständige EU-Kommissarin Cecilia Malmström stand in den vergangenen Wochen in Kontakt mit dem US-Handelsminister Wilbur Ross und dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer. Diese Gespräche werden fortgeführt.“

Wichtige Themen der Familienministerkonferenz

Verbesserung der Kindertagesförderung, Höheres Elterngeld, Stärkung von Pflegeeltern

Schwerin/Kiel – Sozialministerin Stefanie Drese fährt mit großen Erwartungen zur Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) am 03. und 04. Mai in Kiel. „Mir geht es vor allem um Verbesserungen für Familien und Kinder. Gemeinsam mit der neuen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey wollen die Länderfachminister die Weichen für eine zügige Umsetzung der Koalitionsvereinbarung stellen und für neue Impulse im Bereich der Familienpolitik und Kindertagesförderung sorgen“, sagte Drese im Vorfeld der Tagung.

Für Drese stehen vor allem drei Themen in Mittelpunkt der Ministerkonferenz: das „Gute-KiTa-Gesetz“, die Erhöhung und Vereinfachung des Elterngeldes sowie die Stärkung der Rechte von Pflegekindern und Pflegefamilien.

Drese: „Wir wollen die frühkindliche Bildung in den Kitas und in der Kindertagespflege weiter ausbauen, um die Grundlagen für eine echte Chancengleichheit für alle Kinder zu legen. Dabei geht es insbesondere um quantitative und qualitative Verbesserungen in der Kindertagesförderung und die zusätzliche Entlastung von Eltern bei den Kita-Gebühren. Hierfür sowie für die Weiterentwicklung von Förderprogrammen wie Sprach-Kitas und KitaPlus brauchen wir ein dauerhaftes und verstärktes Engagement der Bundesregierung zur Unterstützung der Länder und Kommunen. Das von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey auf den Weg gebrachte ‚Gute KiTa-Gesetz‘ ist eine gute Grundlage dafür.“

Ein wichtiges Anliegen der JFMK ist darüber hinaus die Stärkung des Elterngeldes (inkl. ElterngeldPlus). „Das Elterngeld ist eine der erfolgreichsten und beliebtesten familienpolitischen Leistungen“, verdeutlicht Ministerin Drese. „Allerdings sind der Mindest- und Höchstbetrag seit Inkrafttreten des Elterngeldes im Jahr 2007 unverändert. Deshalb halte ich mit mehreren Länderkolleginnen und -kollegen eine Anpassung dieser Beträge nicht nur unter inflationären Gesichtspunkten für erforderlich, sondern auch aufgrund der Funktion des Elterngeldes als Lohnersatzleistung. Gleichzeitig sollten die Regelungen zum ElterngeldPlus und zum Partnerschaftsbonus entbürokratisiert werden“, so Drese.

Für die Ministerin besteht zudem bei der Pflegekinderhilfe Handlungsbedarf. „Kinder, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können, brauchen Stabilität und Kontinuität, damit Hilfs- und Unterstützungsangebote wirken können“, verdeutlicht Drese. „Mir geht es insbesondere um eine Stärkung der Kinderrechte und die Verbesserung der rechtlichen Absicherung von Pflegekinderverhältnissen etwa durch die Möglichkeit einer mehrjährigen Perspektivklärung. Ich unterstütze deshalb einen Antrag mit dem die Bundesregierung aufgefordert wird gemeinsam mit den Ländern unter Beteiligung aller relevanten Akteure zeitnah eine entsprechende gesetzliche Neuregelung auf den Weg zu bringen“, so Drese.

Altwarper Dünenschäferei als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet

Altwarp – Für ihr Vorhaben „Der Dünenschäfer kehrt zurück“ erhielten der Landwirtschaftsbetrieb Tierproduktion Haffküste, der Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz und die DBU Naturerbe GmbH als Flächeneigentümerin heute Mittag in Altwarp (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aus den Händen von Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus die Auszeichnung als „UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt“.

Die Vereinten Nationen hatten 2011 das Jahrzehnt bis 2020 als „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgerufen. Seit 2012 werden in diesem Rahmen herausragende Projekte vorgestellt und geehrt.

„Die drei Projektpartner setzen sich beispielgebend für den Erhalt der biologische Vielfalt ein“, sagte Minister Backhaus bei der Ehrung im Naturschutzgebiet „Altwarper Binnendünen“. Mit dem Projekt wird auf der Altwarper Binnendüne nach 50 Jahren ohne Schafe wieder eine Schafbeweidung eingeführt; das Herdenmanagement übernimmt eine ortsansässige Altwarperin als „Dünenschäferin“. „Die Beteiligten haben sich leidenschaftlich der nachhaltigen Nutzung der Binnendüne verschrieben, die sich ins Nationale Naturerbe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt eingegliedert“, so der Minister. Das Besondere an dem Projekt sei neben der Wiederaufnahme der kulturhistorischen Nutzungsform und dem Einsatz des Rauwolligen Pommerschen Landschafes als ursprüngliches Schaf der Küstenregion auch die Beweidung als „Umtriebsweide“, die es erlaubt, die Binnendüne weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.

Die naturschutzgerechte Beweidung der Binnendüne wirke der Verbuschung und der Ausbreitung des krautigen Land-Reitgrases entgegen. „Damit bleiben die offenen Binnendünen mit ihren typischen Strukturen und den charakteristischen Tier- und Pflanzenarten erhalten. Sandmagerrasen und offene Dünen gehören zu den faszinierendsten und besonders gefährdeten Lebensräumen unserer Heimat. Deshalb bedürfen sie des besonderen Schutzes und gezielter Pflegemaßnahmen“, unterstrich Dr. Backhaus.

Die Altwarper Binnendünen, der Neuwarper See und der Riehter Werder waren vor knapp 30 Jahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden. Bis 1970 wurden die Dünen von den Schafen beweidet. „Nach fast 50 Jahren ist es gelungen, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Der Dünenschäfer ist zurückgekehrt“, sagte der Minister und richtete Dank und Anerkennung an alle Mitwirkenden.

GEDOK Mecklenburg-Vorpommern: Ausstellung im Sozialministerium eröffnet

Bis Ende Mai sind interessante Ausstellungsexponate zu besichtigen.

Schwerin – Acht Künstlerinnen des GEDOK Mecklenburg-Vorpommern e.V. stellen vom 26.4. bis zum 31.5.2018 ihre Werke darunter Malerei, Drucke, Fotografien, Collagen, Skulpturen und Kunstobjekte aus unterschiedlichen Materialien in den Fluren des Sozialministeriums in Schwerin aus.

Der GEDOK-Verband ist eine der größten Gemeinschaften von Künstlerinnen und Kunstförderern. Ihr Anliegen ist die Förderung weiblicher Talente und kreativer Initiativen von Frauen – mit dem Fokus auf Gegenwartskunst. Sie wurde 1926 in Hamburg gegründet und es bestehen deutschlandweit 23 regionale Verbände.

Dazu gehört auch der GEDOK Mecklenburg-Vorpommern e.V., der 2007 gegründet worden ist. Im vergangenen Jahr wurde das zehnjährige Bestehen begangen. Heute umfasst die Gruppe 24 Mitglieder aus den Bereichen Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Darstellende Kunst, Literatur, Musik und der Kunstförderung. Die im Ministerium ausgestellten Werke entstammen im Wesentlichen der Jubiläumsausstellung von 2007.

Wirtschaftstreffen in Wismar

Wismar – Die Unterstützungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen standen im Mittelpunkt eines Wirtschaftstreffens, das der Wirtschaftskreis „Mittwochsrunde zu Wismar“ veranstaltet hatte.

„Wismar und die gesamte Region Nordwestmecklenburg entwickeln sich dank des unermüdlichen Engagements der Unternehmerschaft hervorragend. Die Wirtschaft wächst, neue Gewerbeflächen entstehen. Als echter Standortvorteil für neue Unternehmensansiedlungen und Betriebserweiterungen erweisen sich die attraktive Lage mit dem Hafen Wismar sowie den Autobahnen 20 und 14. Aber wir dürfen uns nicht auf dem wirtschaftlich positiven Trend ausruhen. Es gilt für Unternehmen und ihre Mitarbeiter gleichermaßen, sich stetig den neuen technischen und organisatorischen Arbeitsanforderungen anzupassen. Qualifizierung und Weiterbildung sind dabei die strategisch wichtigen Themen in den Unternehmen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph am Mittwoch vor Ort.

Für die Realisierung von Infrastrukturmaßnahmen erhielt die Hansestadt Wismar vom Wirtschaftsministerium seit dem Jahr 2007 für 15 Investitionsvorhaben Fördermittel in Höhe von 17,7 Millionen Euro. Die Mittel kamen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) sowie dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER). Damit sind Investitionen in Höhe von 28,8 Millionen Euro realisiert worden; unter anderem handelte es sich dabei um die Erschließung des Gewerbegebietes, die Infrastruktur für die Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen im Alten Hafen Wismar und die Anbindung des Großgewerbestandortes Wismar-Kritzow (1. Bauabschnitt).

„Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist die Basis wirtschaftlichen Wachstums. Damit können wir in der Region punkten – hier gibt es zahlreiche Flächen für die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen. Der rote Teppich für Investoren ist ausgerollt“, sagte Rudolph.

Derzeit werden beispielsweise 19 Standorte der Region über die Datenbank der Landes-Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in M-V GmbH vermarktet, davon sechs in Wismar.

„Die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen ist für Unternehmen eine große Aufgabe. Das braucht unternehmerischen Mut und strategischen Weitblick. Das Wirtschaftsministerium unterstützt Investitionen durch attraktive Rahmenbedingungen“, sagte Rudolph. So wurden seit 1990 in der Region Wismar und Nordwestmecklenburg 482 Investitionsvorhaben mit einem Gesamt-Investitionsvorhaben in Höhe von 1,9 Milliarden Euro vom Wirtschaftsministerium in Höhe von rund 383 Millionen Euro unterstützt. Die Förderung erfolgte aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Durch die Investitionen wurden seit 1990 rund 16.400 Arbeitsplätze gesichert und 6.550 neue Jobs geschaffen.

„Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Unternehmen sind derzeit die Fachkräfte. Die Arbeitswelt unterliegt starken Veränderungen, etwa durch die Digitalisierung. Dafür benötigt jedes Unternehmen motivierte Mitarbeiter, die sich den Herausforderungen stellen und offen sind für das Erlernen neuer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Das Wirtschaftsministerium unterstützt diesen Weg und fördert auf die Unternehmensbedürfnisse zugeschnittene Weiterbildungsprojekte sowie passgenauen Qualifizierung der Fachkräfte“, sagte Rudolph.

Das Wirtschaftsministerium hat unter anderem die „Richtlinie zur Förderung der berufsbegleitenden Qualifizierung der Beschäftigten in Unternehmen“ (Qualifizierungsrichtlinie) auf den Weg gebracht. Dabei geht es um Bildungsschecks für die Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen. Neu eingeführt wurde im Rahmen der Richtlinie die sogenannten „Unternehmensspezifischen Maßnahmen“: Gefördert werden hier mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten Maßnahmen zur Kompetenzfeststellung der Mitarbeiter (Beratung), zur Analyse des Qualifizierungsbedarfs (Beratung) und zur beruflichen Qualifizierung der Mitarbeiter (Schulung, Qualifizierung). Die Höchstförderung kann 100.000 Euro pro Förderfall betragen. Dies gilt für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft insgesamt.

Neben der Weiterbildung der in den Unternehmen bereits tätigen Beschäftigten unterstützt das Wirtschaftsministerium mit einem weiteren neuen Instrument die Wirtschaft mit der „Richtlinie zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Ersteinstellung von Personal mit Hochschulabschluss in einer technischen Fachrichtung“ (Einstellungsrichtlinie). Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit überregionalem Absatz können für 24 Monate Zuschüsse zu Personalausgaben (einkommenssteuerpflichtiges Bruttogehalt und Arbeitgeberanteil) erhalten, wenn sie zusätzlich zum vorhandenen Personal einen Hochschulabsolventen mit technischem Abschluss einstellen (1. Jahr max. 30.000 Euro, 2. Jahr max. 15.000 Euro). Für den zukünftigen Arbeitnehmer muss es sich dabei um eine Ersteinstellung handeln (höchstens drei Jahre nach Abschluss) und es muss sich um ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis handeln, das tarifgleich vergütet wird.