Minister weiht neuen Fußweg zu den Ivenacker Eichen ein

Ivenack – Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus übergab heute Vormittag einen neuen Weg zu den Ivenacker Eichen seiner Bestimmung. Der Bohlenweg führt Besucher abseits der Verbindungsstraße Basepohl – Ivenack vom Parkplatz sicher zum Eingangsbereich der Ivenacker Eichen. Außerdem entstand unter Regie der Gemeinde ein größerer Parkplatz; Informationstafeln mit einem Lageplan und Informationen zum Ivenacker Tiergarten ergänzen die binnen sechs Monaten entstandenen Neuerungen rund um das Nationale Naturmonument der Ivenacker Eichen.

„Im August 2017 haben wir hier gemeinsam den Baumkronenpfad eröffnet. Seitdem sind die Ivenacker Eichen für die Besucher auf eine ganz neue Weise erlebbar. Der Baumkronenpfad ist zu einem wahren Publikumsmagneten geworden. Wir haben dadurch 2017 einen Besucherzuwachs von fast 50 Prozent erzielt. Deshalb war es auch dringend erforderlich, die Besucherinfrastruktur auszubauen“, sagte Minister Backhaus.

Ivenack punktet nicht nur mit seinen etwa 1000 Jahre alten Eichen, sondern bietet auch vielen Tierarten ein Zuhause. Mit der Haltung von Damwild und Schweinen in neu errichteten Gattern führt das Forstamt Stavenhagen eine hier seit Ende des 17. Jahrhunderts bestehende Tradition fort. „Das Damwild trägt durch Verbiss an der Baumverjüngung dazu bei, dass der Hudewald-Charakter des Gebietes erhalten bleibt“, erklärte der Minister. Die Turopolje-Schweine, eine bedrohte alte Haustierrasse aus den kroatischen Save-Auen, ernähren sich von Eicheln und unterstreichen mit ihrer Anwesenheit ebenfalls den Charakter des Hudewaldes.

Zudem eröffnete im Ivenacker Tiergarten mit dem „Wildimbiss“ eine neue gastronomische Einrichtung, betrieben von der Landesforst Waldservice und Energie GmbH. Angeboten werden hier etwa Wildsoljanka, Hirschburger oder Bratwurst aus Wildfleisch.

„Ich freue mich, dass wir dieses jüngste Bauprojekt mit Fördermitteln in Höhe von rund 196.000 Euro unterstützen konnten. Damit wurde die Gesamtinvestition in Höhe von rund 242.000 Euro möglich. Sie macht den Ivenacker Tiergarten mit seinen alten Eichen zukünftig noch ein bisschen attraktiver für die vielen Gäste“, so Backhaus.

Grambower Kinder machen Luftsprünge

Erstes Projekt der WEMAG-Crowd geht durchs Ziel

Grambow – Der Förderverein „Unser Grambow e. V.“, ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Heimatpflege, Umwelt und Denkmalschutz sowie von Kunst und Kultur, kann den Kinderspielplatz im Ort erweitern. Der Verein hatte auf der neuen Crowdfunding-Plattform des regionalen Energieversorgers WEMAG Geld für ein Bodentrampolin gesammelt. Das Spendenziel von 3.500 Euro wurde heute schon vor Ablauf der Frist erreicht. Insgesamt haben sich 44 Unterstützer beteiligt.

„Wir freuen uns sehr, dass die erforderliche Summe innerhalb so kurzer Zeit von unseren Unterstützern aufgebracht wurde. Das zeigt, wie wichtig unser Projekt vielen ist und wieviel man gemeinsam bewegen kann“, freut sich Sven Baltrusch, 2. Vorsitzender des Fördervereins. Die Zahl der Familien mit Kleinkindern hat im Ort in den letzten Jahren deutlich zugenommen. „Unser Förderverein engagiert sich deshalb dafür, den Spielplatz in der Dorfmitte durch geeignete Spielgeräte aufzuwerten, um den Platz zu einer attraktiven generationsübergreifenden Begegnungsstätte zu entwickeln“, erklärt Sven Baltrusch weiter. „Wir danken der WEMAG für die Gelegenheit, die professionelle Crowdfunding-Plattform zu nutzen. Auch für die fachliche und freundliche Unterstützung, die wesentlich zum Erfolg des Projektes beigetragen hat. Nun geht die eigentliche Arbeit im Dorf los, so dass möglichst nach den Sommerferien die Spielplatzerweiterung dem Grambower Nachwuchs präsentiert werden kann. Die Realisierungsphase mit Einbeziehen der Gemeindevertretung hat bereits begonnen.“

Der kommunale Energieversorger WEMAG stellt seit dem 1. April dieses Jahres eine Plattform zur Verfügung, die den Förderbedarf von Projekten aus der Region öffentlich macht. Über die Internetseite www.wemag-crowd.com können sich Initiatoren von gemeinnützigen Projekten mit Menschen verbinden, die diese Projekte finanziell unterstützen möchten.

„Das Schöne am Crowdfunding ist, dass auch kleine Beträge für den Erfolg eines Projektes wichtig sind. Wenn möglichst viele Menschen spenden, kann gemeinsam viel erreicht werden. Das Projekt in Grambow zeigt, wie gut es funktionieren kann“, sagt Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand der WEMAG.

Es gibt bereits drei weitere Projekte, die sich auf der WEMAG-Crowd vorstellen und über finanzielle Unterstützung freuen würden:

Der Verein 1. Mecklenburger Uhrenclub e. V. will die Kirche von Jesendorf wieder mit einer Turmuhr ausstatten. Für die Umsetzung werden 5.000 Euro benötigt. 10 Unterstützer haben bereits 1.730 Euro in die Kasse gebracht.

Der Förderverein Pingelhof Alt Damerow e. V. sammelt Geld für die Neueindeckung des Reetdaches der alten Scheune auf dem Pingelhof, da das Dach und damit die Scheune vom Verfall bedroht sind. Der Pingelhof Alt Damerow ist mit über 400 Jahren eine der ältesten noch erhaltenen Hofanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Förderverein hat bereits erhebliche Eigenmittel aufgebracht. Nun werden noch 2.500 Euro benötigt, damit die Reparatur erfolgen kann.

Der Künstler Richard Wester wirbt für Spenden von insgesamt 2.500 Euro, um die Kosten für seine Tour und die Produktion einer CD zu seiner 7-tägigen Veranstaltung in der Thomaskappelle des Schweriner Doms aufbringen zu können. Der Musiker und Komponist ist seit über 40 Jahren Gast auf deutschen und internationalen Bühnen. Mit Unterstützung der WEMAG-Crowd könnte er nach Schwerin geholt werden.

„Mit unserer neuen Crowdfunding-Plattform können Ideen vor der eigenen Haustür sichtbar gemacht und umgesetzt werden. Wir fördern damit ein schöneres und besseres Miteinander in der Region“, sagt Caspar Baumgart weiter.

Und so funktioniert es: Die Initiatoren beschreiben auf der Website www.wemag-crowd.com kostenlos ihr Vorhaben, legen ein Spendenziel mit Termin fest und bewerben es bei Freunden, Bekannten oder über soziale Netzwerke. Dann können Bürgerinnen und Bürger dafür spenden, auch Kleinbeträge. Kommt die Fördersumme zum Termin zusammen, fließt das Geld in das Vorhaben. Anderenfalls geht es zurück an die Spender. Bedingung ist, dass die Projekte den Bereichen Kunst, Kultur, Sport, Bildung oder Umwelt zuzuordnen sind. Die WEMAG-Crowd richtet sich an Projekte, die in Mecklenburg-Vorpommern und dem nördlichen Brandenburg zu Hause sind.

Steuerschätzer prognostizieren mehr Einnahmen

Schwerin – Der Arbeitskreis Steuerschätzungen hat seine Mai-Prognose veröffentlicht. Demnach können in Mecklenburg-Vorpommern sowohl das Land als auch die Kommunen im laufenden Jahr mit höheren Einnahmen rechnen als noch im November vorhergesagt.

Mecklenburg-Vorpommern sagen die Schätzer Einnahmen von 6,307 Mrd. Euro voraus, das wären 154 Mio. Euro mehr als im Haushaltsplan des Landes für 2018. Ein deutliches Plus zeichnet sich auch auf kommunaler Ebene ab. Den Prognosen der Steuerschätzer zufolge erwarten die Kommunen erstmals in der Geschichte des Landes Einnahmen von mehr als 2,5 Mrd. Euro – ein Anstieg von 59 Mio. Euro gegenüber der letzten Schätzung.

Finanzminister Mathias Brodkorb: „Aufgrund der anhaltend positiven Konjunktur, verbesserter Beschäftigungslage und guter Tarifabschlüsse gehen die Steuerschätzer aktuell von steigenden Steuereinnahmen aus. Daher begrüße ich die Ankündigung des Bundesfinanzministers, die geringen und mittleren Einkommen steuerlich entlasten zu wollen. Das bedeutet zwar, dass unsere Einnahmen dann wieder geringer ausfallen. Auf der anderen Seite werden die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes von einer solchen Steuersenkung aber auch profitieren.“

1,3 Mio. Euro für Kunstausstellungen und Museen im Jahr 2017

Ministerin Hesse: Museen machen Kunst und Geschichte erlebbar

Schwerin – Wer sich in Mecklenburg-Vorpommern jeden Tag eine Ausstellung anschauen wollte, wäre mehr als ein halbes Jahr unterwegs. So lange würde es dauern, um einmal durch die Museumslandschaft des Landes zu wandern. Das Land hat im vergangenen Jahr Ausstellungen, museale Projekte und Museen mit Kulturfördermitteln in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro unterstützt. Aus den Sonderprogrammen für Investitionen, zur Sicherung des schriftlichen und audiovisuellen Kulturguts sowie für die Heimatpflege standen auch Fördermittel für Museen bereit.

„Sammeln, Bewahren und Präsentieren – diesen Hauptaufgaben widmen sich viele Museen in Mecklenburg-Vorpommern mit Leidenschaft“, lobte Kulturministerin Birgit Hesse. „Der Internationale Museumstag am kommenden Sonntag ist eine schöne Aktion, die Lust machen will, auf Kunstausstellungen und Sammlungen. Ich freue mich darüber, dass sich 84 Museen bei uns im Land beteiligen wollen. Museen sind wichtige Orte, sie sind unser kulturelles Gedächtnis, machen Kunst und Geschichte erlebbar. Deswegen bilden sie bei der Kulturförderung auch einen Schwerpunkt“, sagte Hesse.

Seit dem vergangenen Jahr finanziert das Land außerdem die Landesfachstelle Museen in Rostock, die nicht-kommerzielle Einrichtungen berät und bei ihrer Arbeit begleitet. Über einen Zeitraum von fünf Jahren stehen dafür insgesamt 600.000 Euro bereit. Neben der kulturellen Projektförderung für verschiedene Museen im Land erhalten die Ernst-Barlach-Stiftung, das Pommersche Landesmuseum und das Deutsche Meeresmuseum Stralsund Zuwendungen.

Mehr Beschäftigte – auch durch ausländische Pflegekräfte

Nürnberg – Die Pflegebranche boomt. Aktuell sind in der Kranken- und Altenpflege 1,6 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 174.000 mehr als vor vier Jahren. Binnen weniger Jahre ist die Zahl der Angestellten in der Branche um zwölf Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Deutschlandweit ist die Beschäftigung im selben Zeitraum um neun Prozent gestiegen. Um die hohe Arbeitskräftenachfrage zu decken, setzen Pflegebetriebe verstärkt auf Beschäftigte aus anderen Staaten. Vor vier Jahren lag der Anteil ausländischer Altenpflegekräfte bei knapp sieben Prozent. Mittlerweile ist er auf elf Prozent gestiegen. Viele Beschäftigte stammen aus den EU-Ländern Polen, Rumänien und Kroatien.

Der steigende Anteil von Pflegekräften aus dem Ausland ist hauptsächlich Folge der hohen Arbeitskräftenachfrage. Vor allem bei Altenpflegekräften besteht ein bundesweiter Mangel. Gesucht werden besonders examinierte Fachkräfte. Auf die 15.300 gemeldeten Stellen für Fachkräfte im April 2018 kommen lediglich 3.000 arbeitslose Frauen und Männer. Ähnlich verhält es sich in der Krankenpflege. Auf 12.100 gemeldete Stellen für Fachkräfte kommen lediglich 5.000 arbeitslose Bewerber.

Angesichts des fast flächendeckenden Fachkräfteengpasses in der Kranken- und Altenpflege setzen Arbeitsagenturen und Jobcenter verstärkt auf die berufliche Weiterbildung für Arbeitslose. So haben in den letzten fünf Jahren 33.800 Arbeitslose eine Qualifizierung zur examinierten Altenpflegefachkraft aufgenommen. Bei Krankenpflegefachkräften waren es 2.100. Dabei hilft auch, dass Arbeitsagenturen und Jobcenter im Rahmen der „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“ bis Ende 2019 die Weiterbildung vollständig fördern können. Die für das dritte Ausbildungsjahr sonst erforderliche Kofinanzierung durch Dritte ist hier nicht erforderlich. Eine solche Regelung gibt es für die Krankenpflege nicht.

Da die Qualifizierung von Arbeitslosen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Branche nicht ausreicht, beteiligt sich die BA an Kooperationen zur Gewinnung ausländischer Pflegekräfte. Seit fast fünf Jahren qualifizieren die BA und die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des Programms „Triple Win“ Pflegefachkräfte aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, den Philippinen und Tunesien für den deutschen Arbeitsmarkt. In diesen Ländern gibt es einen Überschuss an ausgebildeten Pflegekräften, die keine adäquate Beschäftigung im Herkunftsland finden. Mittlerweile konnten über das Programm 1.300 Pflegekräfte vermittelt werden.

„In Deutschland wächst der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften. Grund ist unter anderem die demographische Entwicklung. Natürlich versuchen wir, auch die inländischen Reserven zu mobilisieren und bei jungen Leuten für eine Ausbildung im Pflegebereich zu werben oder Arbeitslose zu qualifizieren. In der Pflegebranche wird das kaum reichen. Wir brauchen ausländische Kräfte und wollen diesen Menschen auch dauerhaft eine gute Perspektive bieten.“ erläutert Raimund Becker, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit.