Premiere bei Vineta

Zinnowitz – Auf der Ostseebühne in Zinnowitz findet an diesem Samstag die Premiere der 22. Auflage der Vineta-Festspiele der Vorpommerschen Landesbühne Anklam statt. Zu erleben ist die erste Geschichte der neuen Trilogie „Das Elfenspiel“. Wolfgang Bordel, Autor und Erfinder der Festspiele, hat der Sage um die reiche Stadt Vineta, ein neues Gesicht gegeben.

„Seit vielen Jahren sind die Vineta-Festspiele ein Besuchermagnet auf der Insel Usedom und bestes Marketing für Vorpommern. Das gilt sowohl für Touristen als auch für Einheimische. Sehr gerne unterstütze ich das Engagement der Gemeinde und der Vorpommerschen Landesbühne bei ihren Bemühungen, dieses Spektakel fortzuführen“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann bei der Übergabe einer Fördermittelzusage an die Gemeinde Zinnowitz.

Nach über 20 Jahren Nutzung des Bühnengeländes macht sich eine Erneuerung der Sitzbänke erforderlich. Die Gemeinde Zinnowitz, Eigentümerin der Ostseebühne, stellte im April den Antrag auf eine Förderung für diese Investition.

„Ich freue mich sehr, dass ich Ihnen eine Zusage für eine Förderung in Höhe von 20.000 Euro überreichen kann. Mit den Mitteln aus dem Vorpommern-Fonds fördern wir die kulturelle Entwicklung und regionale Identität in Vorpommern. Deshalb unterstützen wir die Vineta-Festspiele gern. Schon in meiner Jugend war ich regelmäßiger Zuschauer der Vineta-Festspiele. Diese Begeisterung ist ansteckend und anhaltend. Umso mehr freue ich mich, der Einladung des Intendanten zu folgen und eine Gastrolle zu übernehmen“, betonte Dahlemann abschließend.

20 Jahre Krankenhaus Bad Doberan GmbH

Bad Doberan – Die Krankenhaus Bad Doberan GmbH hat am Sonnabend mit einer Festveranstaltung ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. „Das Krankenhaus Bad Doberan ist ein wichtiger Bestandteil der leistungsfähigen Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 270 Mitarbeiter, die zum großen Teil aus der Region kommen, arbeiten Tag und Nacht mit großem Engagement für das Wohl ihrer Patienten. Gemeinsam leisten sie einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Versorgung der Menschen in der Region“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Gesundheitsminister Glawe übergab an die Krankenhausleitung einen sogenannten „Feststellungsbeschluss“, der die Inbetriebnahme einer Schmerz-Tagesklinik für Patienten mit orthopädischen Krankheitsbildern mit fünf Plätzen genehmigt. „Das ist der Startschuss, damit sich nach entsprechender Vorbereitung die Türen der Tagesklinik zum 01. Januar 2019 öffnen können. So wird die Versorgung von Schmerzpatienten in und um Bad Doberan erheblich verbessert“, sagte Glawe bei Übergabe des Bescheides.

Das Krankenhaus Bad Doberan hat 134 Planbetten und hat mit vier Fachabteilungen – Innere Medizin, Chirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Urologie – sowie Anästhesiologie und Intensivmedizin Aufnahme in den Krankenhausplan des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Die Anzahl der behandelten Patienten lag im Jahr 2017 nach Angaben des Krankenhauses bei rund 6.700 stationären und rund 8.000 ambulanten Fällen; zudem wurden 460 ambulante Operationen durchgeführt. Vor acht Jahren hat das Krankenhaus Bad Doberan in der Fachabteilung Innere Medizin eine in sich geschlossene geriatrische Station mit 14 Betten eingerichtet. Im Laufe der Zeit haben sich Synergien mit dem Tessinum Therapiezentrum für Geriatrie und Schlaganfall ergeben. Das Tessinum ist eine stationäre geriatrische Rehabilitationseinrichtung mit rund 70 Betten. „Besonders wertvoll sind die engen Kooperationen mit weiteren Gesundheitsdienstleistern vor Ort, etwa Vertretern des Rettungsdienstes und den niedergelassenen Ärzten. So wird in Bad Doberan ein für die Region bedarfsgerechtes Leistungsspektrum rund um die Gesundwerdung und -erhaltung angeboten“, sagte Glawe.

Eine Besonderheit des Krankenhauses ist die private Trägerschaft. Im Rahmen der Privatisierung durch den Landkreis Bad Doberan wurde eine Mitarbeiter GmbH gegründet, so dass sich die dort Tätigen an der Betriebsgesellschaft beteiligen konnten. Die Mitarbeiter-Gesellschaft hat 40 Mitarbeiter als Gesellschafter, die mit ihren Anteilen 20 Prozent des Eigenkapitals zeichnen. Weiterer Gesellschafter ist die Familie Herr Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Berlin. „So haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, bei der langfristigen Ausrichtung des Krankenhauses Mitsprache auszuüben und gemeinsam Verantwortung für Medizin, Pflege und Verwaltung zu tragen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Gemeinde Samtens feiert 700. Geburtstag

Insel Rügen – Die Gemeinde Samtens auf Rügen, auf halben Wege zwischen Stralsund und Bergen gelegen, feiert am heutigen Samstag sein 700. Jubiläum seit der Ersterwähnung. Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann gratuliert der Gemeinde zu diesem Geburtstag im Rahmen eines Dorffestes.

Samtens hat nicht nur eine sehr lange, sondern auch wechselvolle Geschichte. Die Gemeinde selbst gibt es erst seit dem Jahr 1928. Durch die Auflösung der Gutsbezirke auf Rügen entstanden in dieser Zeit erst die heutigen Gemeindestrukturen. Aber die Geschichte reicht bis zur ersten Erwähnung unter dem Namen Samtensze ins Jahr 1318 zurück.

„Ich gratuliere der Gemeinde sehr herzlich zu diesem besonderen Jubiläum und wünsche den Einwohnerinnen und Einwohnern auch für die Zukunft alles Gute“, sagte Dahlemann in seinem Grußwort.

Anlässlich des Gemeindegeburtstages erscheint das Buch „700 Jahre Samtens“. Der ehemalige Schulleiter Horst Tetzlaff und seine Frau haben diese Chronik aus vielen alten Schriften und Berichten der Bewohner mühevoll zusammengestellt. „Ich finde, Sie können sehr stolz auf diese Chronik und ihre Herausgeber sein. Sie zeigt die beeindruckende Geschichte, vom unscheinbaren Ort abseits der Rügenschen Landstraßen bis zum heutigen modernen Dorf an der B 96. Diese Pflege der Geschichte ist wichtig für die regionale Identität. Und eine solche Jubiläumsfeier stärkt den Zusammenhalt im Dorf“, sagte Dahlemann abschließend.

Erweiterter Hafen in Glowe offiziell freigegeben

Insel Rügen – Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe hat am Sonnabend den erweiterten Ostseehafen in Glowe (Insel Rügen) offiziell freigegeben. „Der Hafen in Glowe hat sich zu einem stark nachgefragten Anlaufpunkt für Wassersportler entwickelt. Die rund 100 Liegeplätze haben nicht mehr ausgereicht. Jetzt sind die umfangreichen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen abgeschlossen. Hier ist ein attraktives Ausflugs- und Ferienziel mit herausragender Infrastruktur entstanden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Der Hafen liegt an der Nordspitze der Insel Rügen mit direktem Zugang zur Ostsee, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Königshörn, einem kleinen Kap gegenüber dem Kap Arkona. Im Hafen haben neben den zahlreichen Segel- und Motorsportbooten auch Fischer und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit dem Seenotrettungskreuzer „Kurt Hoffmann“ ihren Liegeplatz. Seit 2000 ist Glowe Seenotrettungsstation, seit 2005 liegt der Seenotrettungskreuzer im Hafen. Im Zuge der Erweiterung sind unter anderem 60 neue Liegeplätze entstanden.

Zudem ist an der Ostseite eine neue Ufereinfassung gebaut worden, ein neuer Slipsteg und Schwimmstege errichtet sowie Sitzbänke aufgestellt worden. Darüber hinaus wurde der gesamte Hafenbereich durch eine mit Betonpflaster befestigte Straße erschlossen. „Die vielen gastronomischen Einrichtungen, die Einkaufs- und Übernachtungskapazitäten, der Kurpark, die Strandpromenade und der jetzt erweiterte Hafen tragen dazu bei, dass Gäste und Einheimische in der Region eine Vielzahl von Möglichkeiten für einen ereignisreichen Aufenthalt haben“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen für die Erweiterung betrugen mehr als drei Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützte das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro. Die Gemeinde erhielt zusätzlich eine Kofinanzierungshilfe in Höhe von rund 154.000 Euro aus dem Ministerium für Inneres und Europa.

Im Reisegebiet Rügen/Hiddensee gab es nach Angaben des Statistischen Amtes im Zeitraum Januar bis April 2018 insgesamt rund 248.000 Ankünfte und mehr als eine Million Übernachtungen. In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum knapp 1,6 Millionen Ankünfte und knapp 5,5 Millionen Übernachtungen.

Ganzjährige Beschäftigung im Hotel- und Gaststättengewerbe

Schwerin – Am Freitag wurde im Landtag das Thema Unterstützung für die ganzjährige Beschäftigung im Hotel- und Gaststättengewerbe diskutiert. „Der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel ist und bleibt eines der Schlüsselthemen für den Tourismus in unserem Land. Die Sicherung des Fachkräftebedarfes im Hotel- und Gaststättengewerbe ist eine zentrale Voraussetzung, um konkurrenzfähige Dienstleistungen und Produkte anbieten zu können. Fachkräfte sind nicht nur Dienstleister des Gastes, sie sind ökonomisch das Humankapital des Arbeitgebers, sie sind die soziale Ressource des Arbeitgebers und sie sind der Garant dafür, dass sich Gäste wohlfühlen und wiederkommen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Es muss darum gehen, ganzjährige Beschäftigung im Gastgewerbe möglichst mit ganzjähriger Auslastung zu verbinden. „Viele Unternehmen selbst im Land arbeiten daran, durch attraktive Angebote die Auslastung ihrer touristischen Einrichtungen auch in der Nebensaison auszubauen“, so Glawe weiter. Das Wirtschaftsministerium unterstützt Unternehmen bei Investitionen in saisonverlängernde Maßnahmen, wie zum Beispiel bei Investitionen in Wellnessbereiche oder Tagungsangebote. „Entscheidend ist, dass die Gäste auch abseits der saisonal starken Sommermonate am Ende unser Land besuchen. Hierfür setzen wir Anreize. Kommen mehr Gäste auch im Frühjahr, Herbst und Winter um in Wellnessbereichen zu entspannen oder Tagungen durchzuführen, wird mehr Personal über einen längeren Zeitraum benötigt. Investitionen in ganzjährige Angebote sichern auch Beschäftigung in touristischen Unternehmen“, so Glawe weiter.

Es ist klar, dass die hohe Saisonalität in der Branche ein Hemmschuh für qualifizierte Fachkräfte ist. „Das ist für Mecklenburg-Vorpommern gleichermaßen eine wirtschaftspolitische und arbeitsmarktpolitische Herausforderung“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Der Minister machte deutlich, dass in erster Linie auch die Unternehmen und die Sozialpartner der Branche gefordert sind, tarifliche Lösungsansätze zu entwickeln.

Der touristische Arbeitsmarkt ist ein Zukunftsfeld in der neuen Landestourismuskonzeption. „Wir bündeln dabei unsere zahlreichen Ansätze und richten sie stärker auf Regionen und Branchen aus. Wir wollen damit das Image einer Beschäftigung im Tourismus verbessern, vorhandene Arbeitsmarktpotenziale im Land heben und verstärkt Arbeitskräfte auch von außerhalb für uns gewinnen. Außerdem wollen wir darauf hinwirken, dass die Wohnmöglichkeiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter für touristische Arbeitskräfte verbessert wird“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe abschließend.

Meyer: Flughafen Rostock-Laage wird für große Fluggesellschaften attraktiver

Rostock – „Mit der heutigen Übergabe des neuen, verbreiterten Rollweges, der es nun für Großraumflugzeuge möglich macht, hier zu landen, geht die positive Entwicklung des Flughafens weiter voran“, betonte der Chef der Staatskanzlei Reinhard Meyer heute anlässlich der ersten Landung einer Boeing 787 der Fluggesellschaft NEOS in Rostock-Laage.

„Damit wird der Flughafen Rostock-Laage noch attraktiver: für Urlauber aus Mecklenburg-Vorpommern wie für unsere Urlaubsgäste und Geschäftsreisende. Und auch für Kreuzfahrttouristen, die von Warnemünde aus in die Welt aufbrechen, ist Rostock-Laage zunehmend von Bedeutung“, sagte der Chef der Staatskanzlei.

Der Kreuzfahrtmarkt sei weltweit wachsend. „Es ist ein entwicklungsfähiges Geschäftsfeld. Der Ausbau des Kreuzfahrtzubringergeschäfts hat sich als zukunftsweisender Ansatz erwiesen“, so der Staatssekretär. Fast 300 000 Passagiere wurden im vergangenen Jahr in Rostock-Laage abgefertigt, davon über 83 000 Kreuzfahrttouristen, Tendenz steigend. „Es ist eine gute Strategie, Rostock-Laage als Incoming-Flughafen für Ostseeurlauber zu positionieren. Und eine gute Entscheidung, seit Mitte 2015 als Dienstleister für Kreuzfahrten zu fungieren.“

Der Flughafen habe ein attraktives Konzept für entspannten Urlaub entwickelt. So werde das Gepäck bei Anreise direkt zum Schiff auf die Kabine gebracht und bei Abreise wieder von der Kabine abgeholt und eingecheckt. Die Urlauberinnen und Urlauber hätten es mit Bussen nicht weit zum Kreuzfahrtterminal in Warnemünde. „Der Regionalflughafen ist als Anbindung an den Flugverkehr wichtig für den Tourismus und die Wirtschaft. Ich freue mich, dass wir die Verbreiterung des Rollweges von 20 Meter auf 23 Meter unterstützen konnten: 75 Prozent der Gesamtkosten übernimmt das Land. Das sind über 920 000 Euro. Ich bin mir sicher: Das ist eine gute Investition für den Flughafen, für Rostock und Umgebung und für das ganze Land“, erklärte Meyer.

Zusammenarbeit in der Migrationspolitik

Politische Vereinbarung zwischen Deutschland, Griechenland und Spanien über Zusammenarbeit in der Migrationspolitik

Berlin – Deutschland, Griechenland und Spanien bekräftigen, dass sie den Abschluss der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems im Jahr 2018 unterstützen, mit dem das Prinzip einer gerechten Verteilung von Verantwortung mit dem Prinzip der Solidarität ins Gleichgewicht gebracht werden soll.

Bis zum Inkrafttreten des neuen Gemeinsamen Europäischen Asylsystems sind Übergangslösungen derjenigen Mitgliedstaaten, die bereit sind, auf europäischer Ebene gemeinsam voranzugehen, der beste Ansatz.

Hiervon ausgehend und im Hinblick auf mögliche Krisen unterstützen wir ergänzende und sofortige operationelle EU-Initiativen, die auf Solidarität, auch durch Lastenteilung, zielen. Wir bekräftigen, dass die Mitgliedstaaten an den EU-Außengrenzen mehr gemeinsame Unterstützung benötigen, und zwar sowohl finanziell als auch hinsichtlich einer Ausstattung mit Polizisten und Experten für Asylfragen.‎ Zur Unterstützung der fünf Ägäis-Inseln in Griechenland und zur Unterstützung Spaniens sind zügig positive Maßnahmen zu ergreifen.

Griechenland und Spanien sind bereit, Asylsuchende wiederaufzunehmen, die künftig von deutschen Behörden an der deutsch-österreichischen Grenze festgestellt werden und einen EURODAC-Eintrag der genannten Staaten haben. Deutschland wird die Fälle der Familienzusammenführung in Griechenland und Spanien schrittweise abarbeiten und abschließen, um die Familieneinheit zu fördern. Die operativen Einzelheiten der vorstehenden Maßnahmen werden in den nächsten vier Wochen vereinbart und regelmäßig überprüft. Die Zusammenarbeit beginnt unmittelbar, nachdem eine entsprechende Vereinbarung erzielt wurde.

Ärztliche Versorgung auf dem Land

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommerns Landtag in Schwerin ist am Freitag die ärztliche Versorgung auf dem Land diskutiert worden. „Um die Allgemeinmedizin aufzuwerten, wurden in den vergangenen Jahren eine Menge Maßnahmen zur Ärztegewinnung auf den Weg gebracht. Dennoch: Um die ambulante medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten sicherzustellen, sind weiter intensive Kraftanstrengungen nötig. Wir brauchen individuelle Lösungen für einzelne Regionen“, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe im Landtag.

Neben der klassischen Niederlassung von Ärzten wird es erforderlich sein, neben medizinischen Versorgungszentren und Gesundheitshäusern weitere sektorenübergreifende Projekte zu entwickeln, um das künftige Ziel der guten ambulanten medizinischen Versorgung der Bevölkerung insbesondere in ländlichen Räumen bewältigen zu können. „Es sind viele Aspekte und regionale Besonderheiten zu beachten, um auch in Zukunft den Beruf der Hausärztin oder des Hausarztes attraktiv zu gestalten“, betonte Glawe weiter.

Das Gesundheitsministerium plant im Rahmen von Regionalkonferenzen mit den Akteuren der Kassenärztlichen Vereinigung, den niedergelassenen Ärzten, den kommunalen Spitzenverbänden und den Amtsvorstehern und Bürgermeistern in einzelnen Regionen des Landes gezielt alle Akteure zusammen zu holen. „Ziel ist es speziell auch von den vor Ort tätigen Ärzten zu erfahren, welche Maßnahmen regional geeignet sind, Hausärzte für die zukünftige Versorgung der Bevölkerung zu gewinnen“, machte Glawe deutlich. Als ein funktionierendes Beispiel nannte der Gesundheitsminister das Modellprojekt Gesundheitshaus Woldegk. „Es kann sehr wohl gelingen, Hausärzte und Fachärzte im ländlichen Bereich zu gewinnen, wenn ihnen attraktive Arbeitsräumlichkeiten und sonstige Möglichkeiten zur Verfügung stehen sowie die von ihnen einzugehenden finanziellen Risiken sich in Grenzen halten.“

Ursache des Haus- und Fachärzteproblems ist, dass mehr Ärzte ausgebildet werden müssen. „Hinzu kommt, dass heutzutage vielfältige Arbeitsmöglichkeiten für junge Allgemeinmediziner bestehen. Hausarzt zu werden ist nur eine Option unter vielen. Deshalb muss weiter geworben werden. Wir unterstützen Medizinstudierende mit einem Stipendium. Sie verpflichten sich, nach ihrer Weiterbildung in Mecklenburg-Vorpommern ärztlich tätig zu werden“, so Glawe weiter. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern rund 4.000 Medizinstudenten. Auf einen Studienplatz kommen etwa vier Bewerber. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 1.200 Hausärzte (Stand Januar 2018) tätig, davon sind 120 hausärztliche Pädiater. Dabei sind 35 Prozent der Allgemeinmediziner und Kinderärzte 50 bis 59 Jahre alt, werden wahrscheinlich in sechs bis 15 Jahren in den Ruhestand gehen.

„Studierende der Humanmedizin müssen frühzeitig mit der ärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum vertraut gemacht werden, um ihre Bereitschaft zu steigern, später in unterversorgten Regionen tätig zu werden. Zudem ist es wichtig, insbesondere im ländlichen Raum tätigen Ärzten Weiterbildungsermächtigungen zu erteilen. Die Erfahrungen haben gelehrt, dass gerade in den Bereichen, in denen Weiterbildungsermächtigungen vorliegen, es gute Chancen gibt, die weitergebildeten Ärzte als Nachfolger für die hausärztlichen Praxen zu gewinnen“, sagte Glawe.

Sowohl das Land als auch die Kassenärztliche Vereinigung in M-V haben in den vergangen Jahren vielfältige Aktivitäten unternommen, um insbesondere mehr Hausärzte für das Land zu gewinnen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Lehrstühle an den Universitäten Rostock und Greifswald für Allgemeinmedizin eingerichtet. Es findet beispielsweise eine Förderung eines Quartals Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr statt und Weiterbildungsverbünde wurden eingerichtet, die den Weiterbildungs-Assistenten die Koordination der Weiterbildung erleichtern. Es ist ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin etabliert worden und es werden Sicherstellungs- und Investitionszuschüsse für niederlassungswillige Ärzte gezahlt. Daneben besteht die Möglichkeit der Einrichtung von Zweigpraxen und Gesundheitshäusern.

Mit der Aufhebung der Residenzpflicht sowie der Altersgrenzen für Ärzte bis zur Möglichkeit einer Tätigkeit in einem medizinischen Versorgungszentrum oder einer Gemeindepraxis sind die Rahmenbedingungen insbesondere für Medizinerinnen und Mediziner, die in der Allgemein-Medizin tätig werden möchten, wesentlich verbessert worden. „Dass diese Anstrengungen nicht erfolglos waren, zeigt sich darin, dass in Mecklenburg-Vorpommern mittlerweile über 200 Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten im Bereich der Allgemeinmedizin vorhanden sind“, erläuterte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe im Landtag abschließend.

Kaselitz besucht in Wismar Integrationsprojekt cooltour [kultur]

Die musikalisch-kulturelle Entdeckungsreise befördert mit Musik spielerisch Integration

Wismar – 26 Drittklässler der Grundschule „Am Friedenshof“ in Wismar, unter ihnen fünf Kinder aus geflüchteten Familien, gingen in dieser Woche auf musikalisch-kulturelle Entdeckungsreise. Unter Anleitung von Musikpädagog*innen wurden auf dem Gutshof Woldzegarten Instrumente selbst gebaut, Lieder einstudiert und musikalische Improvisationen geübt. Es entstand eine musikalische Klangcollage, die einzelne Aspekte Mecklenburg-Vorpommerns musikalisch portraitiert.

Die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Dagmar Kaselitz, informierte sich heute (Freitag) in Wismar auf der Abschlusspräsentation über das kulturpädagogische Projekt cooltour [kultur]. Bereits zum dritten Mal wurde eine mehrtägige Projektfahrt mit einer Grundschulklasse in Mecklenburg-Vorpommern von der Organisation kultursegel durchgeführt. Die Tour wurde mit 6.000 Euro aus Mitteln des Integrationsfonds des Landes mitfinanziert.

„Erstmalig wurde das Thema „Integration“ im Rahmen des Formats cooltour [kultur] gezielt angegangen. Ziel des Modellprojektes war es, den Kindern Fähigkeiten beizubringen, die die Teamfähigkeit und gleichzeitig das gesellschaftliche Zusammenleben im Sinne einer gelingenden Integration stärken“, erklärte Kaselitz.

„Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel, wie unkompliziert man die Kommunikation untereinander gestalten kann. Über die Musik ist es allen Kindern möglich, sich einzubringen und auszutauschen. Auf diese Art wird der Zusammenhalt und damit die Integration ganz spielerisch gefördert“, sagte Kaselitz.

Erfolgsquote bei freiwilligem 10. Schuljahr bleibt hoch

Ministerin Hesse: Berufsreife ist die Eintrittskarte für den Start ins Berufsleben

Schwerin – Im zu Ende gehenden Schuljahr haben 367 Jugendliche in einem freiwilligen 10. Schuljahr an Förderschulen die Berufsreife erlangt. Damit liegt die Erfolgsquote bei 91,9 Prozent. Im vergangenen Schuljahr lag sie bei 91,2 Prozent. 399 Schülerinnen und Schüler hatten zu Beginn dieses Schuljahres an diesem Angebot teilgenommen. 15 Jugendliche sind vorzeitig ausgeschieden oder in eine andere Schulart gewechselt. 17 Jugendliche verlassen die Schule mit einem Förderschulabschluss.

„Ich gratuliere den Schülerinnen und Schülern, die die Berufsreife erlangt haben. Das ist eine tolle Leistung, auf die sie stolz sein können“, lobte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Das freiwillige 10. Schuljahr ist eine Chance und trägt dazu bei, dass mehr Schülerinnen und Schüler die Schule mit einem anerkannten Abschluss verlassen. Den Lehrerinnen und Lehrern danke ich für die engagierte Arbeit und freue mich, dass sie die Jugendlichen bis zu diesem Erfolg unterstützt haben. Die Berufsreife ist die Eintrittskarte für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben“, betonte Hesse.

Bereits jetzt haben 153 Schülerinnen und Schüler, die das freiwillige 10. Schuljahr erfolgreich absolviert haben, einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. 88 Schülerinnen und Schüler haben einen Vertrag in Aussicht.

In Mecklenburg-Vorpommern ermöglichen es insgesamt 29 Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen, die Berufsreife zu erlangen. Im Schuljahr 2018/2019 sollen insgesamt 36 Klassen gebildet werden. Finanziert wird dieses flächendeckende Angebot bis zum Jahr 2021 mit ca. 18 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und vom Land Mecklenburg-Vorpommern.

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen oder mit Lernbeeinträchtigungen, deren Lern- und Leistungsentwicklung erwarten lassen, dass sie mit zusätzlicher Unterstützung den Abschluss der Berufsreife erreichen können, haben die Möglichkeit, die Berufsreife durch den Besuch des freiwilligen 10. Schuljahres zu erlangen.

Arbeitsmarkt Juni in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern hat sich weiter positiv entwickelt. Im Juni sind 61.000 Arbeitslose bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, die Arbeitslosenquote liegt bei 7,4 Prozent (-0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, Rückgang um 4.900 Arbeitslose). Im Vergleich zum Vormonat Mai sank die Arbeitslosigkeit um 2.200 oder 3,5 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung. Der Konjunkturmotor läuft. Das Angebot an Jobs auf dem Arbeitsmarkt ist heute groß. Entscheidend ist, dass die Nachfrage an Arbeitskräften auch nachhaltig bedient werden kann. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe sowie in unseren Schlüsselbranchen wie Handwerk, Gesundheitswirtschaft, Tourismus, Bau, Handel sowie Forschung und Entwicklung haben wir noch eine Menge zu tun. Wir brauchen Fachkräfte. Weiterbildung und Qualifikation sind der Schlüssel für eine dauerhafte Perspektive am Arbeitsmarkt sowie für die Fachkräftesicherung. Wir setzen Anreize für mehr Qualifizierung in den Unternehmen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag. Um die Qualifizierung von Arbeitnehmern zu unterstützen, werden eine Reihe von Förderprogrammen geöffnet. Hierzu zählen die Qualifizierungsrichtlinie, die Einstellungsrichtlinie und die Förderung von Prozessinnovationen.

Besonders erfreulich ist die deutlich steigende Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die aktuelle Zahl liegt hier – April-Daten – bei 570.100. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 8.700 Stellen mehr (+1,5 Prozent). „Der Trend für mehr Jobs setzt sich, trotz des winterlichen Frühjahrs, weiter fort. Das sind auch Zeichen für eine Belebung der regionalen Wirtschaft im Land. Es tut sich was. Die Ansiedlung von mehr Industrie sorgt perspektivisch für mehr dauerhafte Beschäftigung. Daran arbeiten wir weiter“, sagte Glawe. Vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (+3.100), im verarbeitenden Gewerbe (+1.500), im Handel (+1.000) und auch im Baugewerbe (+1.100) sind neue Arbeitsplätze entstanden. Ein Abbau erfolgte unterdessen im Bereich der Öffentlichen Verwaltung/Sozialversicherungen (-400) sowie in der Finanz- und Versicherungswirtschaft (-300).

Aktuell gibt es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 22.700 Langzeitarbeitslose. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 8,5 Prozent gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 2.100 Langzeitarbeitslosen. „Wichtig ist es, langfristige und nachhaltige Arbeitsmarktperspektiven für Langzeitarbeitslose auf dem ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Wir müssen diejenigen, die von der guten Entwicklung noch nicht profitieren konnten, stärker in den Mittelpunkt rücken“, erläuterte Glawe. Als Möglichkeit der Unterstützung nannte er unter anderem die Bürgerarbeit (Förderung von Arbeitsplätzen insbesondere für Langzeitarbeitslose bei Unternehmen und Kommunen). Wichtig sei auch die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt beispielsweise durch die Hilfe von Joblotsen.

Der Arbeitsmarkt im Juni 2018

Nürnberg – „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter günstig: Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben erneut abgenommen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiter lebhaft. Allerdings hat sich die Dynamik am Arbeitsmarkt zuletzt leicht abgeschwächt.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Juni: -40.000 auf 2.276.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -197.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent

Mit der auslaufenden Frühjahrsbelebung hat sich die Arbeitslosigkeit von Mai auf Juni um 40.000 auf 2.276.000 verringert. Bereinigt um die saisonalen Einflüsse wird für den Juni ein Rückgang um 15.000 im Vergleich zum Vormonat errechnet. Gegenüber dem Vorjahr waren 197.000 weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 16.000 gesunken. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im Juni 2018 bei 3.240.000 Personen. Das waren 241.000 weniger als vor einem Jahr. Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte Erwerbslosigkeit belief sich im Mai auf 1,47 Millionen und die Erwerbslosenquote auf 3,4 Prozent.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Mai saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 37.000 erhöht. Mit 44,80 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 593.000 höher aus. Der Anstieg beruht allein auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr um 770.000 gestiegen. Insgesamt waren im April nach hochgerechneten Angaben der BA 32,78 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Nach dieser Hochrechnung hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von März auf April saisonbereinigt um 60.000 zugenommen. Damit ist sie nicht mehr so stark angestiegen wie in den außergewöhnlich starken Wintermonaten.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist weiterhin sehr hoch. Im Juni waren 805.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 74.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt hat sich die Nachfrage gegenüber dem Vormonat um 4.000 erhöht. Der Stellenindex der BA (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – ist im Juni 2018 leicht um einen Punkt auf 254 Punkte gestiegen. Der Vorjahreswert wird um 18 Punkte übertroffen.

Insgesamt 660.000 Personen erhielten im Juni 2018 Arbeitslosengeld, 32.000 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) lag im Juni bei 4.206.000. Gegenüber Juni 2017 war dies ein Rückgang von 202.000 Personen. 7,7 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Für Ausbildungssuchende haben sich die Chancen auf eine Ausbildungsstelle rechnerisch weiter verbessert. Von Oktober 2017 bis Juni 2018 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 478.000 Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 11.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den Ausbildungssuchenden waren 182.000 im Juni noch unversorgt. Gleichzeitig waren seit Oktober 512.000 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 18.000 mehr als vor einem Jahr. 235.000 Ausbildungsstellen waren davon im Juni noch unbesetzt. Am häufigsten wurden Ausbildungsstellen angeboten für angehende Kaufleute im Einzelhandel (32.000), Kaufleute für Büromanagement (22.000) sowie Verkäuferinnen und Verkäufer (21.000). Wie in den Vorjahren zeigen sich auch 2017/18 regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten, die den Ausgleich von Angebot und Nachfrage erheblich erschweren.

Ausbau der wassertouristischen Potenziale

Schwerin – Im Schweriner Landtag ist die wassertouristische Weiterentwicklung und Kooperation der gemeinsamen Tourismusdestinationen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin diskutiert worden. „Es muss unser gemeinsames Ziel sein, die wassertouristischen Potenziale zu nutzen, das Revier weiterzuentwickeln und diese als gemeinsame Tourismusdestination zu vermarkten. Dafür ist eine enge Kooperation der Länder und Unterstützung notwendig“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Aufgrund ihrer zentralen Lage im europäischen Wasserstraßennetz nehmen die Gewässer eine besondere Stellung und Funktion ein. Aus allen Richtungen (Nordsee, westliche Ostsee, Elbe, Mittellandkanal und Oder) bestehen direkte Verbindungen an das Gewässersystem.

„Wir brauchen eine durchgängige Befahrbarkeit des Gewässersystems von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin. Dafür sind auch Instandsetzungen und der Betrieb entsprechender Schleusen notwendig. Die Erhaltung der durchgängigen Schiffbarkeit macht ein Sofortinvestitionsprogramm erforderlich. Um die Erfolgsgeschichte der Branche fortzusetzen, sind abgestimmte Prozesse und eine Kooperation mit den Nachbarländern Brandenburg und Berlin nötig“, so Glawe.

Der Wirtschaftsminister sieht mit Sorge, was für Entwicklungen und Bestrebungen auf Bundesebene im Bereich der Bundeswasserstraßen infolge der Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sowie durch das neue Bundesprogramm „Blaues Band“ erfolgen. „Durch die Kategorisierung der Wasserstraßen und Einstufungen der Bundesstraßen mit Tourismusverkehren als ´sonstige Wasserstraßen´ möchte sich der Bund immer mehr aus der Verantwortung für den Erhalt und die Unterhaltung der Bundeswasserstraßen ziehen“, so Glawe.

Dabei sind vom Bund die Schleusen in ihrer Substanz zu erhalten. Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) hat auf Anfrage aus dem parlamentarischen Raum Auskunft gegeben, dass es die meisten Schleusen als sanierungsbedürftig einstuft. „Zwar wurde zwischenzeitlich immer wieder modernisiert, an vielen nagt aber der Zahn der Zeit und es wird auf Verschleiß gefahren, so dass viele Schleusen in einem baukritischen Zustand sind. Es wird geschätzt, dass 85 Prozent in einem Zustand sind, der allenfalls noch 10 Jahre Aufschub duldet“, machte Wirtschaftsminister Glawe aufmerksam.

„Sanieren alleine reicht aber nicht mehr. Für ein Sofortinvestitionsprogramm des Bundesverkehrsministeriums ist ein klarer Zeitplan erforderlich. Als Grundlage für Erhaltungsinvestitionen in die Nebenwasserstraßen will der Bund ein Konzept erstellen. Damit die Belange der betroffenen Bundesländer und Regionen bei der Entwicklung und Umsetzung des Konzeptes berücksichtigt werden, sollten sich die drei Bundesländer dafür gemeinsam beim Bund einsetzen“, so Glawe.

Zwischen Branchenvertretern und der Landesregierung funktioniert es. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vermarkten als gemeinsame Tourismusdestination mit der wassertouristischen Publikation „Dein Sommer, unser Element“ die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Mit dem Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ beabsichtigt das Bundesverkehrs- und Bundesumweltministerium viele Fließgewässer zu renaturieren und damit die ökologische Qualität und den Hochwasserschutz zu stärken. „Das könnte unter Umständen eine Einschränkung der wassertouristischen Nutzung in diesen Gebieten bis hin zum Entzug von Wassertourismusrevieren bedeuten. Das können wir nicht einfach hinnehmen. Wir müssen uns gemeinsam länderübergreifend beim Bund dafür einsetzen, dass die sogenannten Nebenwasserstraßen des Bundes durchgängig für Motorboote schiffbar bleiben und seitens des Bundes wieder unterstützt werden“, forderte Glawe.

„Die verbundenen Wasserwege können durch gemeinsame Ziele für die Bundesländer Wertschöpfungsketten erschließen. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Wassertourismus eine Branche mit Wachstumspotential und überdurchschnittlich gestiegenen Bruttoumsätzen“, so Glawe weiter. In den vergangenen untersuchten 10 Jahren haben sich die Bruttoumsätze in diesem Bereich auf rund 500 Millionen Euro verdreifacht. 1.400 Anbieter sind mit rund 7.000 Beschäftigten in diesem Bereich tätig. Der Anteil aus dem Wassertourismus in der Tourismuswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern beträgt ca. 10 Prozent. Es gibt im Land derzeit 350 Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen mit 14.000 Liegeplätzen an der Küste und 7.725 Liegeplätzen im Binnenland.

Seit 1990 wurden in Mecklenburg-Vorpommern in den Wassertourismus über das Programm der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ insgesamt knapp eine Milliarde Euro investiert. Das Wirtschaftsministerium hat den Wassertourismus mit rund 565,32 Millionen Euro unterstützt. Damit wurden 175 Sportboothäfen und Marinas im Bereich des gewerblichen Tourismus gebaut. Im Rahmen der touristischen Infrastruktur sind 368 wassertouristische Maßnahmen gefördert worden. Hierzu zählen beispielsweise Promenaden, Schiffsanleger oder barrierefreie Strandzugänge.

Christian Pegel: „Forderung nach Senkung der ,Güterzug-Maut‘ endlich gehört“

Schwerin – „Das haben wir mit der Verkehrsministerkonferenz der Bundesländer seit langem gefordert. Ich bin froh, dass der Bund diese Forderung nun offenbar gehört hat und ihr nachkommt“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel zur Ankündigung aus dem Bundestag, die Trassenpreise im Schienengüterverkehr zu senken. Dies wird nun doch früher erfolgen als geplant.

Der Haushaltsausschuss des Bundestags empfahl in seiner gestrigen Sitzung, dass diese Gebühr für die Nutzung der Gleise für 2018 um 175 Millionen Euro reduziert wird. Im Regierungsentwurf für den Etat 2018 waren zunächst keine Mittel für eine Entlastung der Bahn-Unternehmen vorgesehen. Für die Jahre 2019 bis 2021 hat die Bundesregierung 1,05 Milliarden Euro zur Reduzierung der Trassenpreise eingeplant. „Wir setzen uns seit langem dafür ein, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, einerseits um den Straßenverkehr zu entlasten, vor allem aber auch als Beitrag zum Klimaschutz. Die Trassenpreise behindern dieses Ziel erheblich“, sagte Christian Pegel und fügte hinzu: „Der Einstieg in die Senkung der ,Schienen-Maut‘ für Güterzüge soll den Niedergang des Anteils des Schienengüterverkehrs am insgesamt beförderten Güterumschlag in Deutschland aufhalten und wieder umkehren, damit der Güterverkehr auf der Schiene wieder mit der Konkurrenz Straße mithalten kann. Das ist den vergangenen Jahren zusehends schwerer geworden.“

Die Netzgesellschaft der bundeseigenen Deutschen Bahn stellt allen Zugbetreibern – auch den eigenen Konzerntöchtern – für jede Fahrt Trassengebühren in Rechnung. Bei einem Standardzug sind das 2,83 Euro pro Trassenkilometer. Die nun angekündigten Mittel würde der Bund der Bahn geben und so einen Teil der Kosten übernehmen.

Noch im April hatte die Regierung in Berlin angekündigt, dass sich die für 2018 angekündigte Finanzspritze von ursprünglich 350 Millionen Euro für den Güterverkehr verzögere. Mittel zu einer Senkung der Trassenpreise sollten erst im Haushalt 2019 bereitgestellt werden.

Kritik am Schulbauprogramm zurückgewiesen

Ministerin Hesse: Liste führt alle Schulbauprojekte auf, die in dieser Legislaturperiode finanziell unterstützt werden

Schwerin – Bildungsministerin Birgit Hesse hat die Kritik der Opposition am Schulbauprogramm der Landesregierung zurückgewiesen. Die Landesregierung will in dieser Legislaturperiode insgesamt 325 Millionen Euro in Schulbauprojekte investieren.

„Uns geht es nicht nur um guten Unterricht, sondern auch um moderne Schulgebäude“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Die Liste führt alle Schulbauprojekte auf, die in dieser Legislaturperiode finanziell unterstützt werden. Die einzelnen Bauprojekte haben einen unterschiedlichen Stand. Die Legislaturperiode läuft ja auch schon mehr als anderthalb Jahre. Ich habe immer betont, dass diese Liste nicht abschließend ist und Vorhaben dazu kommen können. Im Bildungsministerium haben wir zudem eine Servicestelle eingerichtet, um für Schulträger einen Ansprechpartner zu haben. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister müssen also nicht mehr rätseln, an welches Ministerium sie sich wegen einer Schulbauförderung wenden müssen. Das ist eine deutliche Vereinfachung des Verfahrens. Am Ende bleibt die gute Nachricht, dass die Landesregierung mehr Geld für den Schulbau zur Verfügung stellt. Im Oktober des vergangenen Jahres haben wir angekündigt, dass wir 110 Millionen Euro mehr bereitstellen. Wir halten nicht nur Wort, sondern packen noch einmal 50 Millionen Euro oben drauf. Insgesamt wollen wir 325 Millionen Euro in dieser Legislaturperiode in Schulbauprojekte investieren“, betonte Hesse.