Brandgefahr in Wäldern und auf Feldern ist weiterhin bedrohlich

Schwerin – „Aufgrund der langanhaltenden Trockenperiode ist die Brandgefahr auf den Feldern und in den Wäldern unseres Landes nach wie vor hoch“, erklärt Minister Dr. Backhaus besorgt und richtet daher erneut den dringenden Aufruf an alle im Land, jegliche Brandschutzvorgaben einzuhalten und umfassende Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Bislang kam es zu 19 Waldbränden auf einer Fläche von insgesamt 5,97 Hektar. Auch die Anzahl der Brände auf den Feldern des Landes häuft sich witterungsbedingt in den vergangenen Wochen. Bis Anfang der Woche waren insgesamt bereits 15 Feldbrände gemeldet worden. Hinzu kommen Brände an Maschinen und Strohballen mit einem geschätzten Schaden von einer halben Million Euro.

Erst gestern ereignete sich in Groß Laasch (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ein Brand auf einem abgeernteten Feld. Das Feuer griff dabei auch auf den angrenzenden Wald über. Betroffen ist nach vorläufigem Stand eine Waldfläche von 3,7 Hektar. Das genaue Schadensausmaß kann jedoch erst nach Beendigung der noch andauernden Brandbekämpfungsmaßnahmen der Feuerwehrkräfte beziffert werden. Diese werden erschwert, da es sich um ein munitionsverseuchtes Gebiet handelt.

„Die Landwirte sind bei diesen Witterungsbedingungen zur Ernte besonders gefordert, um das Ausmaß der Feldbrände so gering wie möglich zu halten“, bekräftigt der Minister. In diesem Zusammenhang verweise er nochmal auf die gemeinsame Erklärung seines Hauses und des Ministeriums und des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

So sollen sie vor Druschbeginn Wasserwagen mit ausreichend Löschwasser für den Brandfall und Bodenbearbeitungsgerät mit Zugmaschine auf dem Acker bereitstellen. Erntemaschinen sollen aktuell gewartet und mit Handfeuerlöschern ausgestattet sein, Reparaturen an den Maschinen nur auf brandsicheren Flächen ausgeführt werden. Beim Ernten sollen Brandschutzstreifen zu benachbarten Flächen und Wäldern angelegt und umbrochen werden, damit sie schwer entflammbar sind; die Felder sollen durch das Anlegen ausreichend breiter Streifen in Sektoren unterteilt und abgeerntet werden.

Erfreut zeigt sich der Minister, dass bereits viele Landwirte die Gefahrenlage erkannt und entsprechende Vorsorge zum Brandschutz während der Ernte getroffen haben. „Wir setzen auch weiterhin auf das Prinzip der Freiwilligkeit und eigenverantwortlichen Vorsorge“, unterstreicht der Minister, betont jedoch gleichzeitig, dass er – für den Fall, dass sich die Lage weiterhin zuspitzt – die Möglichkeit verbindlicher Vorgaben zur Prävention von Erntebränden und der Verhinderung des Übergreifens auf Wald und andere Schutzgüter prüfen lasse.

Nicht zuletzt verweist er auf die im Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpommern veröffentlichten „Empfehlungen zu Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes in Vorbereitung und Durchführung der Ernte sowie bei der Einlagerung brennbarer pflanzlicher Erzeugnisse“ (Amtsblatt M-V 2000, Nr. 30, S. 1005).

In den Forstämtern Sandhof (Landeshauptstadt Schwerin und Landkreis Ludwigslust-Parchim) und Jasnitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und in Teilen des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte gilt heute die Waldbrandgefahrenstufe 4. Ab morgen gilt die Stufe 4 auch in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Vorpommern-Rügen). Im Bereich des Leitforstamtes Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) besteht weiterhin die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5.

Umweltminister ruft auch Industrie­betriebe zur verstärkten Vorsorge auf

Schwerin – Der Brand auf dem Gelände des Recyclingunternehmens Alba Nord am Mittwoch in Rostock-Marienehe zeigt erneut, dass auch Industrieunternehmen, die entzündliche und brennbare Stoffe lagern, angesichts der extremen Witterungsbedingungen den vorbeugenden Brandschutz noch stärker beachten müssen. „Zwar kann zu den Ursachen der Brandentstehung noch nichts Abschließendes gesagt werden, aber ich appelliere an alle Betreiber solcher Anlagen, dieser Tage besonders auf den Brandschutz zu achten. Leicht entzündliche Stoffe sollten nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Mit dem Anlagenbetreiber hat das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Mittleres Mecklenburg bereits am gestrigen Tage vor Ort weitere Maßnahmen vereinbart, um erforderliche Schlussfolgerungen zur Verbesserung des Brandschutzes ziehen zu können und bei Wiederaufnahme des Betriebes ein erneutes Ausbrechen des Brandes zu verhindern. Die letzte Kontrolle des StALU erfolgte November 2016 im Zusammenhang mit der Genehmigung einer Erweiterung der Metallaufbereitung, in Zusammenarbeit mit dem Brand- und Rettungsamt der Hansestadt Rostock war darunter auch die Kontrolle der Auflagen zum Brandschutz.

Da beim Löschen Wasser in die Warnow floss, hat das StALU zusätzlich zu den gestrigen Probenahmen der Unteren Wasserbehörde weitere Proben genommen, um die Belastung mit Schadstoffen zu ermitteln. Nach einer ersten Analytik handelt es sich jedoch vorrangig um organische Stoffe. Abschließende Aussagen sind gegenwärtig noch nicht möglich.

Als der Brand gestern in Rostock ausbrach, kontrollierte das StALU gerade die Alba-Anlage in Parkentin in Nachbereitung des dortigen Brandes vom 05. Juni. Im Ergebnis der Brandverhütungsschau muss ein Löschwasserteich angelegt werden. Mittelfristig soll Alba ein neues brandschutztechnisches Konzept erstellen.

Sowohl die Recyclinganlage in Parkentin als auch die Anlage der Veolia in Nienhagen, wo es am 30. Mai brannte, arbeiten inzwischen wieder. Auf Weisung des StALU laufen sie jedoch nur im eingeschränkten Betrieb, um die Lagerbestände bis zur endgültigen Klärung der brandschutztechnisch notwendigen Maßnahmen möglichst gering zu halten. Durch das StALU wurden Analysen der Brandrückstände veranlasst. Ergebnisse liegen derzeit aber noch nicht vor.

Hochwertig gefüllter Schulranzen ermöglicht Kindern in Uecker-Randow chancengerechten Schulstart

Torgelow – Sozialministerin Stefanie Drese und der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann, konnten heute in Torgelow 180 Schulranzen im festlichen Rahmen an zukünftige Erstklässler übergeben.

Die bereits seit über zehn Jahre laufende Aktion des Lokalen Bündnisses für Familie in Zusammenwirken mit dem Deutschen Kinderhilfswerk e.V. unterstützt einkommensschwache Familien in der Region Uecker-Randow zur Einschulung mit einem hochwertig gefüllten Ranzen. Jährlich werden über 300 Tornister so verteilt.

Ministerin Drese: „Jedes bedürftige Kind im Altkreis Uecker-Randow bekommt zur Einschulung kostenlos einen Schulranzen. Ich bin schlichtweg begeistert von diesem fantastischen sozialen Engagement. Die Liste der Unterstützerinnen und Unterstützer ist beeindruckend: Vereine, Verbände, Schulen, Kitas, Unternehmen, Kommunen und Einzelpersonen machen es möglich, dass alle Kinder hier vor Ort gleiche Start-Chancen bekommen.“

Staatssekretär Dahlemann: „Die feierliche Schulmappenübergabe ist nicht irgendein Termin, sondern echte Herzenssache! Gleiche Bildungschancen von Anfang an heißt eben auch eine vernünftige Ausstattung und die beginnt mit dem Ranzen.“

Innenminister Caffier ernennt so viel Polizeischüler wie noch nie

Güstrow – Innenminister Lorenz Caffier hat heute im Festsaal der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow 103 Polizeimeisteranwärterinnen und Polizeimeisteranwärter nach zweijähriger Ausbildung die Abschlusszeugnisse übergeben und sie zu Polizeimeisterinnen und Polizeimeistern ernannt. Sie setzten sich im Auswahlverfahren vor zwei Jahren gegen 1.254 durch.

Die 31 Absolventinnen und 72 Absolventen werden die Landespolizei M-V ab dem 1. August 2018 überwiegend im Landespolizeibereitschaftsamt M-V in Schwerin und Waldeck und anschließend im Streifendienst der Polizeireviere eingesetzt. Später haben sie die Möglichkeit, sich für andere Dienstzweige oder über einen Bachelorstudiengang an der Fachhochschule weiter zu qualifizieren.

Innenminister Lorenz Caffier ging in seiner Rede vor den Absolventen auch auf die aktuellen Herausforderungen für die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern ein: „Wir brauchen derzeit jede Polizistin und jeden Polizisten“, so der Minister und ergänzt: „In den vergangenen Jahren standen oft die Haushaltskonsolidierung und damit der Personalabbau im Mittelpunkt. Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern erlebten vergleichsweise ruhige Zeiten. Da war das oberste Ziel eben, die Finanzen in Ordnung zu bringen und vorzusorgen. Doch die Situation hat sich geändert.“

So viele Polizistinnen und Polizisten wie in diesem Jahr wurden noch nie zeitgleich in Güstrow ernannt. Die Zahl der Polizistinnen und Polizisten wird sich in Mecklenburg-Vorpommern in den nächsten Jahren von 5.800 auf 6.200, also um 400 Polizistinnen und Polizisten, erhöhen.

Innenminister Lorenz Caffier: „Wir haben auf die Herausforderungen, reagiert und werden auch in den kommenden Jahren mehr Polizisten eistellen und ausbilden. Denn was nützt mir ein perfekt ausgebildeter und perfekt ausgerüsteter Polizist, wenn er die Arbeit für drei erledigen muss. Eine verstärkte Präsenz der Polizei wird ganz sicher auch zu einer steigenden gefühlten Sicherheitslage in der Bevölkerung beitragen!“

Künftig LED-Straßenbeleuchtung in Klink

Klink – Die Gemeinde Klink (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) erhält vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von 82.450 Euro (Fördersatz 50 Prozent) für die teilweise Erneuerung der Straßenbeleuchtung in Klink mit den Ortsteilen Grabenitz und Sembzin. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Zur Verbesserung der Effektivität der Beleuchtung werden die vorhandenen 181 Leuchten durch hocheffiziente LED-Leuchten ersetzt. Die Maste und Kabel können weiterhin genutzt werden.

Dank dieser Maßnahme können pro Jahr rund 52.000 Kilowattstunden Strom und ca. 31 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Start für Mentoringprogramm „Aufstieg in Unternehmen“

Drese will mehr Frauen in Führungspositionen

Neustrelitz – „Ich möchte den Anteil von Frauen in Führungspositionen in allen beruflichen Bereichen erhöhen. Die Mentoring-Programme des Landes für die Wirtschaft, Wissenschaft sowie in der Landesverwaltung und im künstlerischen Bereich haben sich in den letzten Jahren dafür als geeignete und erfolgreiche Instrumente erwiesen.“ Mit diesen Worten gab Gleichstellungsministerin Stefanie Drese in Neustrelitz heute den Startschuss für die vierte Auflage des Unterstützungsprogramms zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen in Unternehmen.

Die Ministerin hob in ihrem Grußwort die Weiterentwicklung des Mentoringprogramms in der Wirtschaft hervor. So steigt im aktuellen Jahrgang mit neuen Qualitätsstandards die Anzahl der Teilnehmerinnen (Mentees) auf 100 gegenüber 50 im ersten und 72 im dritten Durchgang. „Das zeigt, dass unsere Mentoringprogramm zunehmend bekannter ist, für gut befunden und weiterempfohlen wird“, so Drese.

Besonders erfreut zeigte sich Drese darüber, dass die Region Vorpommern verstärkt einbezogen werden konnte. Somit wird das Programm nunmehr durch fünf Träger in sechs regionalen Projekten landesweit umgesetzt. Drese: „Gleichzeitig werden die Unternehmen mehr einbezogen und sind viele Branchen und Firmen verschiedenster Größen vertreten – nun auch verstärkt aus dem Bereich Technik und Energie“, verdeutlichte die Ministerin.

Viele der Mentorinnen und Mentoren aus Unternehmen sind bereits mehrfach dabei. Dazu zählen z. B. die Rostocker Stadtwerke oder cheplapharm. Neu dazugekommenen sind Vertreterinnen und Vertreter aus den Firmen Nordwasser und der Ostseezeitung. Sie begleiten mit Rat und Tat Frauen bei ihrem beruflichen Aufstieg in die Unternehmensspitze.

Die Förderung qualifizierter weiblicher Führungskräfte und eine gleichstellungsorientierte Personalpolitik liegen nach Ansicht Dreses im ureigenen Interesse der Unternehmen. „Frauen sind hervorragend ausgebildet, leistungsfähig und motiviert, tauchen jedoch auch in Mecklenburg-Vorpommern zu selten in der oberen Führungsebene auf“, so Ministerin Drese.

Auch angesichts des Fachkräftemangels sieht Drese das landesweiten Mentoring-Programm als wichtiges Angebot für Unternehmen sich zukunftsfähig aufzustellen. „Firmen, die sich beteiligen, setzten damit gegenüber ihren weiblichen Fach- und Führungskräften ein wertschätzendes und nachhaltiges Zeichen“, sagte Drese.

Die vierte Auflage des Mentoringprogramms „Aufstieg in Unternehmen“ läuft von Anfang 2018 bis Ende 2020. Insgesamt stellt das Sozialministerium dafür gut eine Million Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung.

Zwei Zuwendungsbescheide für Schwerin

Schwerin – Bauminister Christian Pegel übergibt am Freitag (06.07.2018) in Schwerin dem Bürgermeister der Landeshauptstadt, Dr. Rico Badenschier, zwei Zuwendungsbescheide in Höhe von insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. Städtebaufördermittel in Höhe von 558.000 Euro stehen zur Verfügung, um für das künftige Bildungs- und Bürgerzentrum an der Hamburger Alle 124 und das sonderpädagogische Förderzentrum „Am Fernsehturm“ an der Hamburger Allee 126 einen zentralen gemeinsamen Eingang zu schaffen. Die Gesamtausgaben dafür liegen bei rund 750.000 Euro. Für die Sanierung des Schlachtermarktes und der anliegenden Zufahrtsstraßen stehen rund 959.000 Euro aus Mitteln des Kommunalinvestitionsförderprogramms zur Verfügung bei Gesamtkosten von etwa 1,6 Millionen Euro.

An der Hamburger Allee 124 im Stadtteil Mueßer Holz wird zurzeit das ehemalige Schliemann-Gymnasium zum BBZ umgebaut, das künftige Domizil der Stadtteil-Volkshochschule, des Stadtteilbüros sowie von Kulturvereinen und sozialen Diensten sein wird. Nach der noch für dieses Jahr geplanten Einweihung wird der zweite Gebäudeteil an der Hausnummer 126, der das Schulförderzentrum beherbergt, saniert. Mit Hilfe der Städtebaufördermittel sollen beide Gebäude einen gemeinsamen zentralen Eingangsbereich sowie neue Außenanlagen mit Rasenflächen, Pflanzen, Wegen, und Fahrradabstellplätzen erhalten. Damit sollen die Zugangsströme geordnet und Barrierefreiheit geschaffen werden.

Den Schlachtermarkt mit den Zufahrtsstraßen Landesrabbiner-Holdheim-Straße, Schlachterstraße und Domstraße will die Landeshauptstadt Schwerin grundhaft erneuern lassen. Damit sollen die Wohn- und Lebensqualität sowie die Verkehrssicherheit verbessert werden. Das historische Wegenetz, die Quartierstrukturen und die historischen Baumstandorte werden im Sinne des Denkmalschutzes berücksichtigt. Die Maßnahme soll kurzfristig beginnen und bis voraussichtlich Ende September 2019 abgeschlossen sein.

Schwaan erhält Förderbescheid für „Campus der Generationen“

Schwaan – Am Freitag (06.07.2018) übergibt Bauminister Christian Pegel dem Bürgermeister der Stadt Schwaan (Landkreis Rostock) Mathias Schauer einen Zuwendungsbescheid für den Erweiterungsneubau der Regionalschule in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro. In dem Anbau soll das Bürgerbegegnungszentrum „Campus der Generationen“ entstehen. Der Zuschuss wird gewährt aus Zuwendungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Förderung der nachhaltigen ländlichen Entwicklung, Wiedernutzbarmachung devastierter Flächen und Rekultivierung von Deponien mit Mitteln des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER).

Geplant ist eine multifunktionale Aula für bis zu 600 Personen. In einem Teil soll eine Mittagsversorgung für die Schüler der angrenzenden Regionalschule, für eine Kita und Senioren angeboten werden. Außerdem erhalten ein Bürgertreff, die Stadtbibliothek, eine Lehrküche und ein Jugendklub ein neues Domizil in dem Gebäude, das auch als Mehrzweckhalle genutzt werden kann. Die neue Begegnungsstätte „Campus der Generationen“ soll nachhaltig das Miteinander aller Bevölkerungsschichten der Stadt sowie der angrenzenden Gemeinden fördern. Dank eines vorzeitigen Maßnahmebeginns soll der Bau im Mai 2020 fertig sein.

Vernetzung in der Alters- und Palliativmedizin

Unimedizin Greifswald entwickelt Lösungen für die regionale Versorgung in MV

Greifswald – Heute fand in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald das 1. Statussymposium zur „Regionalen Versorgung in MV“ statt. Das Projekt und neue Lösungsansätze für spezielle Versorgungsbereiche wurde erstmals öffentlich vorgestellt.

In einigen ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns ist die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen medizinischen und pflegerischen Versorgung problematisch. Zu den Ursachen gehören die geringe Bevölkerungsdichte und große Entfernungen zu bestimmten stationären und ambulanten Versorgungsangeboten. „Im Projekt ‚Regionale Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern‘ werden gemeinsam mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten, Krankenhäusern, der Pflege, Physio-, Ergo- und Logotherapeuten innovative, sektorenübergreifende Modelle entwickelt, um die Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Dr. Max P. Baur. „Im Fokus stehen dabei die Kinderheilkunde, die Altersmedizin und die Palliativversorgung.“ Das Projekt wird seit Januar 2017 vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern mit 1 Million Euro bis Ende 2021 gefördert.

„Wir müssen bereit sein, neue Wege zu gehen, um die medizinische Versorgung in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern bestmöglich zu gestalten. Die Alterung der Bevölkerung führt unter anderem zu einer Zunahme von altersbedingten Erkrankungen und dem Anstieg des Versorgungsbedarfes und der Pflegebedürftigkeit der Menschen. Die Versorgung muss stärker an den regionalen Gegebenheiten ausgerichtet werden. Um auch zukünftig eine ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen auf dem bisherigen, hohen Niveau zu sichern, ist es notwendig, innovative, regionale und am Patienten orientierte Versorgungsmodelle zu entwickeln. Wir brauchen neue kluge Ideen für die Gesundheitsversorgung. Die Nutzung der Telemedizin sowie die Fachkräftegewinnung und neue Formen der Arbeitsteilung sind dabei zentrale Elemente“, sagte Gesundheitsmister Harry Glawe.

Mecklenburg-Vorpommern unterliegt einem tiefgreifenden demografischen Wandel. Bereits im Jahr 2015 waren 23 Prozent der über 1,6 Millionen Einwohner 65 Jahre und älter. Laut der letzten Prognose der Obersten Landesplanungsbehörde MV wird sich dieser Anteil auf rund 36 Prozent bis zum Jahr 2030 erhöhen. Die Bevölkerung schrumpft voraussichtlich auf 1,45 Millionen Einwohner.

„Die medizinische und pflegerische Versorgung in den gering bevölkerten Regionen in Mecklenburg-Vorpommern ist eine große Herausforderung und erfordert die Entwicklung von sektoren- und berufsübergreifenden Versorgungsmodellen“, beschreibt Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald, das Ziel des Projekts.

Etwa 10.000 Kinder und Jugendliche in MV wohnen weiter als 20 km entfernt von der nächsten Kinderarztpraxis. Um eine fachärztliche pädiatrische Versorgung in Regionen ohne kinderärztliche Versorgung zu gewährleisten, sollen Kooperationen zwischen Haus- und Kinderarztpraxen, sogenannte „Tandempraxen“ etabliert werden. Kinderärzte oder deren Praxismitarbeiter können auf diese Art und Weise regelmäßig Sprechstunden in Hausarztpraxen anbieten. Dieses Modell soll zunächst in den Regionen Goldberg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und Woldegk (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) eingeführt und getestet werden. „Die Vorbereitungen mit potenziellen Kinder- und Hausarztpraxen laufen erfolgversprechend, so dass die ersten Tandems bald loslegen können“, kündigte Projektleiterin PD Dr. Neeltje van den Berg vom Institut für Community Medicine an.

Im Bereich Altersmedizin (Geriatrie) gibt es Regionen in MV, so unter anderem im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, mit einer geringen Dichte an medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Angeboten für geriatrische Patienten. Hier ist es besonders wichtig, dass sich die Behandler in den verschiedenen Sektoren und Gesundheitsberufen (z.B. Hausärzte, Ergo- und Physiotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken) untereinander besser vernetzen und regional abgestimmte Behandlungspfade entwickeln. Um diese Entwicklung zu unterstützen, wird eine regionale digitale Fallakte für die geriatrische Versorgung aufgebaut. Durch die regionale Fallakte sind die Diagnostik- und Therapieschritte, Befunde und Berichte bei allen Behandlern des Patienten bekannt und können aufeinander abgestimmt und optimiert werden. Die regionale, digitale Fallakte wird zunächst als Modell in der Region Waren (Müritz/Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) zusammen mit den dortigen Akteuren umgesetzt. Wenn sich das Modell bewährt, sollen weitere Regionen folgen.

Im Rahmen des Projektes wurde ein umfassender Lagebericht zur Hospiz- und Palliativversorgung in Mecklenburg-Vorpommern erstellt. In diesem Bericht wurden die Bedarfsentwicklung in der ambulanten und stationären Palliativ- und Hospizversorgung sowie die aktuelle Struktur der Versorgungsangebote untersucht. Die geringe Bevölkerungsdichte ist eine Herausforderung für die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Palliativ- und Hospizversorgung. Die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Leistungserbringern, insbesondere zwischen der allgemeinen und der spezialisierten Palliativversorgung sowie zwischen dem ambulanten und stationären Sektor müssen verbessert werden.

Auf der Basis der Evaluationsergebnisse wird zunächst ein Modellprojekt zur besseren Vernetzung von Pflegeeinrichtungen mit Palliativversorgern, beispielsweise Hausärzten und SAPV-Teams (SAPV=Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) umgesetzt. In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern werden zusätzliche Qualifizierungen für Pflegekräfte in den Pflegeeinrichtungen angeboten mit dem Ziel, den Bedarf für Palliativversorgung zu erkennen und die richtigen Partner einzubeziehen. An diesem Vorhaben können sich stationäre Pflegeeinrichtungen aus ganz MV beteiligen.

„Die regionalen Akteure in MV beteiligen sich intensiv an der Entwicklung der verschiedenen Versorgungsmodelle. Das sind keine Konzepte vom grünen Tisch, sondern Lösungen aus der Praxis, in denen die regionalen Bedarfe und Möglichkeiten berücksichtigt werden“, betonte Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann abschließend.

Ministerin Drese übernimmt Schirmherrschaft für das Kita-Programm „Papilio“

Ministerin Stefanie Drese traf sich heute im Sozialministerium mit der geschäftsführenden Vorsitzenden des Papilio e.V., Heidi Scheer und Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der BARMER.

Ministerin Stefanie Drese traf sich heute im Sozialministerium mit der geschäftsführenden Vorsitzenden des Papilio e.V., Heidi Scheer und Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der BARMER.

Schwerin – „Kinder lernen mit ‚Papilio‘ spielerisch den Umgang mit ihren Gefühlen und den Gefühlen anderer, sie lernen soziale Regeln und das gewaltfreie Lösen von Konflikten. Insgesamt fördert das die sozial-emotionale Kompetenz und gibt den Kindern ein Rüstzeug mit auf den Lebensweg.“ Sozialministerin Stefanie Drese hat heute die Schirmherrschaft für das Präventionsprogramm „Papilio“ übernommen. „Ich bin sehr angetan vom Konzept. Das Programm stärkt die positive kindliche Entwicklung und trägt zur Prävention von Risiken wie Sucht und Gewalt bei“, verdeutlicht Drese.

„Papilio“ ist für Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren konzipiert. Drese: „Es ist unabhängig von dem individuellen Kita-Konzept anwendbar und damit für alle interessierten Einrichtungen nutzbar. Eltern sollen in die Prozesse bewusst einbezogen und über die Inhalte informiert werden.“

Ergebnisse internationaler Studien belegen, dass gewalttätige oder suchtgefährdete Jugendliche schon in frühen Jahren Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Diese erst gar nicht entstehen zu lassen, ist das Ziel von „Papilio“. Mit dem „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“, „Paula und die Kistenkobolde“ oder dem „Meins-deinsdeins-unser-Spiel“ will das Programm schon früh Sucht- und Gewaltverhalten in Kindertagesstätten vorbeugen.

Heidi Scheer, geschäftsführende Vorsitzende des Papilio e.V., freut sich über die Unterstützung der Ministerin: „Wir wollen, dass Kinder im Kindergarten ihre zweite Chance bekommen, wenn sie sie von zuhause aus nicht erhalten. Ziel ist, in Mecklenburg-Vorpommern noch stärker als bisher Kitas zu gewinnen, die Papilio in ihren Einrichtungen aktiv einsetzen und das Personal entsprechend zertifizieren lassen.“ Die Fortbildung besteht aus Basisseminar, Vertiefungsseminar und Supervisionen. Seit 2003 wurden im Land mehr als 330 pädagogische Fachkräfte aus 90 Kitas fortgebildet.

Die BARMER ist Präventionspartner des Programms und fördert die Kosten der Ausbildung. Landesgeschäftsführer Henning Kutzbach ist überzeugt, dass bereits im Kindergarten die psychische Gesundheit der Kleinsten nachhaltig gefördert werden muss. „Der dramatische Anstieg von psychischen Erkranken zeigt, dass die frühkindliche Prävention immer wichtiger wird“.

Drei Kind orientierte Maßnahmen

Im Rahmen von Papilio -3-6 werden im Kindergarten drei Maßnahmen für die Kinder eingeführt:

Erste Kind orientierte Maßnahme ist der Spielzeug-macht-Ferien-Tag. Die Kinder lernen dabei, sich mit sich selbst und den anderen Kindern zu beschäftigen sowie ohne vorgegebene Mittel kreativ zu spielen.

Mit „Paula und die Kistenkobolde“ lernen die Kinder die grundlegenden Gefühle Trauer, Zorn, Angst und Freude kennen – personifiziert in Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold. Sie lernen, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen und auf die Gefühlslage anderer Kinder einzugehen. Die Geschichte wurde auch von der Augsburger Puppenkiste inszeniert und steht als Hörspiel zur Verfügung.

In der dritten Maßnahme, dem Meins-deinsdeins-unser-Spiel, lernen Kinder in der Gruppe spielerisch den Umgang mit sozialen Regeln. Im Vordergrund steht dabei die gegenseitige Unterstützung beim Einhalten der mit den Kindern gemeinsam vereinbarten Regeln. Die erfolgreichste Gruppe darf sich am Ende etwas wünschen, was aber allen Kindern zugutekommt, zum Beispiel: eine bestimmte Geschichte vorlesen oder gemeinsam Obstsalat zubereiten.

2,6 Millionen Euro für Neugestaltung der Claus-Jesup-Straße in Wismar

Wismar – Für die Neugestaltung der Claus-Jesup-Straße in Wismar (Landkreis Nordwestmecklenburg) erhält die Hansestadt Wismar vom Infrastrukturministerium einen Zuschuss in Höhe von knapp 2,6 Millionen Euro. Die Fördermittel werden nach der Richtlinie zur Förderung der Integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bewilligt. Die zuwendungsfähigen Ausgaben für diese Maßnahme betragen rund 3,4 Millionen Euro.

Die Hansestadt Wismar beabsichtigt, die Claus-Jesup-Straße einschließlich Nebenanlagen neu zu gestalten und dabei den Lärm zu reduzieren. Durch die barrierefreie Erschließung wird eine uneingeschränkte und sichere Nutzung durch Fußgänger, Radfahrer und Verkehrsteilnehmer mit Handicap ermöglicht. Gleichzeitig wird die Mittelpromenade die sich zwischen den Straßenzügen befindet, als „grüne Lunge“ neu hergerichtet. Auch die Straßen- und Promenadenbeleuchtung wird entsprechend des Stadtbilds angepasst.

Dahlemann wirbt für noch bessere Koordinierung in Metropolregion Stettin

Pasewalk – Im Kulturforum Historisches U in Pasewalk fand heute die Regionalveranstaltung zur Umsetzung des Gemeinsamen Zukunftskonzeptes für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum statt. Zu dieser Konferenz hatten das Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat (BMI), der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann und das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung MV gemeinsam eingeladen.

Zum Auftakt der Veranstaltung sprach der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern zum Thema „Stettin, ein Oberzentrum für Vorpommern“.

„Stettin ist mit über 400.000 Einwohnern die größte Stadt in der Region. Ich halte eine grenzübergreifende Metropolregion Stettin für eine große Chance für Deutschland und für Polen. Es gibt viele Bereiche, in denen wir noch enger zusammenarbeiten können: in der Wirtschaft, bei Verkehrsprojekten, in der Kultur, damit wir künftig noch besser zusammenwachsen.“

Bereits im Dezember 2016 beschloss der Ausschuss für Raumordnung der Deutsch-Polnischen Regierungskommission für regionale und grenznahe Zusammenarbeit das „Gemeinsame Zukunftskonzept für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum – Vision 2030. Diese raumplanerische Vision umfasst einen Raum mit einer Fläche von 160.000 km², 21 Mio. Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 430 Mrd. Euro auf beiden Seiten der Oder und der Lausitzer Neiße.

„Die Zusammenarbeit zwischen Vorpommern und Westpommern eröffnet uns viele Möglichkeiten. Wir sollten diese Möglichkeiten nutzen und dafür sorgen, dass sich unsere Region auf beiden Seiten der Grenze gut entwickelt. Deshalb unterstütze ich die Forderung der Wirtschaft und der Kommunalpolitik, dass wir eine bessere Koordinierung brauchen.“