Dahlemann: Tutow wird ein Stück attraktiver für Einheimische und Gäste

Tutow – Die Begegnungsstätte „Weiße Schule“ wird im Außenbereich saniert. Dafür hat der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann heute an Bürgermeister Roland Heiden einen Zuwendungsbescheid aus dem Vorpommern-Fonds in Höhe von 9 600 Euro übergeben. Die Gesamtinvestitionen betragen rund 13 400 Euro. Mit dem Geld werden die Außenanlagen und der dazugehörige Festplatz gestaltet. Außerdem wird eine neue Zuwegung von der Dammstraße geschaffen, die mit einem Zaun vom Kitagelände getrennt wird.

„Mit der Sanierung der Außenanlage wird das Gemeindehaus noch ein Stückchen attraktiver für die Einwohner und die Gäste der Gemeinde. Das ist nicht nur gut für Tutow, sondern für ganz Vorpommern. In Tutow geben sich viele Menschen große Mühe, ihren Ort liebenswerter zu gestalten. Vom Bürgermeister, über die Gemeindevertreter bis hin zu vielen anderen Ehrenamtlichen wird großartige Arbeit geleistet. Besonders danke ich der Landtagsabgeordneten Jeannine Rösler. Auf ihr Engagement können alle gemeinsam stolz sein“, betonte der Staatssekretär bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides.

Land richtet „Kommission Universitätsmedizin 2020“ ein

Ministern Hesse: Die Ökonomisierung darf nicht vor dem Patientenwohl stehen

Schwerin – Wissenschaftsministerin Birgit Hesse setzt eine unabhängige Kommission ein, die die Strukturen und Vorgänge an den Universitätsklinika in Rostock und Greifswald untersuchen soll. Die „Kommission Universitätsmedizin 2020“ soll Empfehlungen für die Ministerin und die Aufsichtsräte erarbeiten, wie in beiden Häusern eine angemessene medizin-ethische Orientierung gelebt und dokumentiert werden kann. Den Vorsitz der unabhängigen Kommission übernimmt der frühere Rostocker Bundestagsabgeordnete Dr. med. Harald Terpe.

„Die beiden Universitätskrankenhäuser gehören zu den größten Arbeitgebern in Mecklenburg-Vorpommern und haben eine Vorreiter- und Vorbildfunktion“, sagte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „In der Bevölkerung haben die Universitätsklinika ein hohes Ansehen und genießen großes Vertrauen. Insgesamt stellt sich jedoch die Frage, wie universitäre Krankenversorgung in einem ökonomisierten Gesundheitswesen heutzutage gewährleistet werden kann. Die Ökonomisierung darf nicht vor dem Patientenwohl stehen“, betonte Hesse.

Die unabhängige Kommission wird für anderthalb Jahre eingerichtet. Im März 2020 sollen voraussichtlich abschließende Ergebnisse vorliegen. Zwischenberichte sind vorgesehen. Die Empfehlungen, die von der Kommission erarbeitet werden, sollen eine neue strategische Ausrichtung der universitären Medizin in unserem Land vorbereiten. Die Empfehlungen können die zukünftige Ausgestaltung des Landeshochschulgesetzes oder die Erarbeitung der Zielvereinbarungen mit den Universitäten betreffen. Sie können die Unternehmenskultur und etwaige Anreizsysteme in der Krankenversorgung, in Forschung und Lehre unter die Lupe nehmen oder Verbesserungen für das Compliance-Management beinhalten.

„Das Ansehen der Universitätsmedizin Rostock hat in den vergangenen Wochen unnötig gelitten“, erläuterte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Ärztinnen und Ärzte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, das Pflegepersonal, Laborkräfte, Technikerinnen und Techniker sowie alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können nichts dafür. Sie machen Tag und Nacht einen richtig guten Job. Wir müssen aber präziser klären, was im Krankenhausbetrieb generell und insbesondere bei moderner Hochleistungsmedizin unseren hohen medizin-ethischen Anspruch sichert. Die beiden Aufsichtsräte alleine wären nicht die richtigen Gremien für derartige politische Fragestellungen“, erläuterte die Ministerin. Von einer unabhängigen Kommission verspreche sie sich daher viel.

Nordwestmecklenburg erhält Zuschuss für Digitalisierung im ÖPNV

Schwerin – Infrastrukturminister Christian Pegel hat am Montag einen Zuwendungsbescheid für die Digitalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis Nordwestmecklenburg an Landrätin Kerstin Weiss übergeben. Das Land unterstützt das Vorhaben mit 81.000 Euro (Fördersatz 75 Prozent). Die Mittel werden nach der Förderrichtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für Investitionen und Maßnahmen im ÖPNV aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Land Mecklenburg-Vorpommern gewährt.

„Der Landkreis und das kommunale Verkehrsunternehmen Nahbus planen, sämtliche Verkehrsleistungen zu digitalisieren. Mit einer App für Nordwestmecklenburg soll den Fahrgästen des ÖPNV eine Auskunftsplattform angeboten werden, dank derer sie per Smartphone schnell und unkompliziert die gewünschten Auskünfte erhalten. Ich begrüße die Initiative, im Nahverkehr neue Wege einzuschlagen und unterstütze dieses Vorhaben gern“, sagt Minister Pegel.

Die App soll Fahrgästen ab dem Frühjahr 2020 unter anderem Anschlussmöglichkeiten an den Schienenpersonennahverkehr, Anschluss- und Bestellmöglichkeiten für den flächendeckenden Anrufbus und die Ankünfte und Abfahrten der Busse in Echtzeit anzeigen. Außerdem sollen die Nutzerinnen und Nutzer wichtige Informationen, zum Beispiel zu witterungsbedingten Änderungen oder Ausfällen des ÖPNV, direkt auf ihr Smartphone erhalten.

Buch begeistert für Handwerk – made in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – „Handwerk hat nicht nur goldenen Boden wie ein Sprichwort heißt. Handwerk ist auch ein wesentliches Rückgrat der Wirtschaft unseres Landes, das Tradition und Moderne verbindet. Rund 20 000 Handwerksbetriebe mit 100 000 Beschäftigten und 6 000 Lehrlingen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern. Die Kammern haben gemeinsam mit Studierenden der Fachhochschule Stralsund und weiteren Experten ein Buch erarbeitet, in dem die Situation der Handwerksbetriebe analysiert und vor allem um noch mehr Aufmerksamkeit für die Handwerker geworben wird“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann heute bei der Vorstellung des Buches „Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern – Strukturwandel und innovative Vielfalt“ an der Fachhochschule in Stralsund.

Es sei eine gute Sache, dass die Fachhochschule mit dem Handwerk zusammenarbeite. „Mit solchen Veröffentlichungen wie diesem Buch wird die große Leistungskraft des Handwerks in unserem Land umfassend dokumentiert. Darüber hinaus werden Jugendliche eingeladen, sich für einen Handwerksberuf zu interessieren und dort ihre beruflichen Chancen zu nutzen. Und sie zeigt, was das Handwerk in unserer Region drauf hat, von althergebrachten bis hin in den letzten Jahren neu entstandenen hochinnovativen Berufen. Ich danke allen, die so engagiert und ideenreich an dem Buch mitgearbeitet haben. Ich bin mir sicher, es wird dazu beitragen, dass das Handwerk in unserem Land mehr Aufmerksamkeit bekommt.“

Dahlemann: „Handwerk made in Vorpommern – wer hat schon gewusst, dass Bundestag und der Plenarsaal in Schwerin von vorpommerschen Handwerkern konstruiert wurden oder dass der Autohersteller Bently auf der größten Automesse der Welt auf einen Messestand eines vorpommerschen Handwerksbetriebes setzt?“

Zuschuss für LED-Beleuchtung in Anklamer Straßen

Anklam – Das Energieministerium bezuschusst die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik in der Hansestadt Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) mit 131.820 Euro (Fördersatz 60 Prozent). Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Die Hansestadt beabsichtigt, die Straßenbeleuchtung im Quartier Leipziger Allee sowie weiteren Straßen zu erneuern und auf energieeffiziente LED-Technik umzurüsten. Die vorhandenen 209 Leuchten werden durch LED-Technik ersetzt.

Neben der Einsparung von mehr als 64.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr können rund 38 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Sommer führt Tourismusbranche ins Plus

Schwerin – Nach einem sehr leichten Wachstum im ersten Halbjahr dieses Jahres hat die stark nachgefragte Sommersaison die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern deutlich ins Plus geführt. Laut aktuell veröffentlichten Zahlen des Statistischen Amtes wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahres in den größeren gewerblichen Tourismusbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern rund 11,8 Millionen Übernachtungen gezählt. Das sind 0,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings bleibt das Wachstum im Nordosten hinter dem für Deutschland ausgewiesenen Zugewinn von vier Prozent bei den Gästeübernachtungen zurück. Die Zahl der ausländischen Gäste stieg im ersten Halbjahr wiederum um rund acht Prozent auf rund 150.000.

Dazu Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern: „Wir haben eine sehr gute Halbjahresbilanz. Die Ankünfte und Übernachtungen liegen nicht nur über den Vorjahreswerten, sie liegen auch einen Wimpernschlag über den Werten des bisherigen Rekordjahres 2016. Die sehr warmen und trockenen Wochen in den Hauptreisemonaten Juli und August lassen zudem weitere Steigerungen erwarten. Der heiße Sommer hat für gut gebuchte touristische Einrichtungen, volle Strände an der Ostsee und im Binnenland und hoffentlich für viele zufriedene Gäste gesorgt. Mecklenburg-Vorpommern kann auch mit einem wachsenden Gästeansturm gut umgehen.“

Der Präsident des Landestourismusverbandes Wolfgang Waldmüller ergänzte: „Der Supersommer hat geholfen, die teilweise nicht zufrieden stellenden Vorbuchungszahlen auszugleichen. Das Wetter zog viele Spontanurlauber an Küste und Seen, was die Mitarbeiter der Branche aber auch vor zusätzliche Herausforderungen stellte und einen erhöhten Einsatz erforderte. Zudem zeigen sich in derart intensiven Saisonzeiten auch die Probleme der Branche deutlich – angefangen von der Infrastruktur bis hin zur Personalsituation in einigen Betrieben. Was für den Moment von der Sonne überblendet wurde, verlangt nach schnellen Lösungen und einer verstärkten Hinwendung zum für unser Land so wichtigen Tourismus. Wir bauen auf die neue Landestourismuskonzeption und ihre Umsetzung.“

Die Mecklenburgische Ostseeküste (+3,3 Prozent), Westmecklenburg (+6,0 Prozent) und das Vorpommersche Festland (+2,9 Prozent) stützen das Wachstum von Januar bis Juni. Rückgänge gab es auf Rügen (-3,7 Prozent), auf der Insel Usedom (-1,9 Prozent) und in geringem Maße auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (-0,4 Prozent) sowie in der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz (-0,1 Prozent). Fast alle größeren Städte des Urlaubslandes konnten in den ersten sechs Monaten des Jahres erneut Zuwächse bei den Übernachtungszahlen verzeichnen. Greifswald liegt dabei mit einem Zuwachs von 18,3 Prozent an der Spitze. Auch die Hansestädte Wismar (+10,1 Prozent), Stralsund (+1,7 Prozent) und Rostock (+4,1 Prozent) legten merklich zu. Die Landeshauptstadt (+3,5 Prozent) verzeichnete ebenfalls positive Übernachtungszahlen. Für Neubrandenburg meldete das Statistische Amt ein Minus von 4,8 Prozent.

Bei den Unterkunftsarten bewegten sich die Jugendherbergen (+11,6 Prozent), die Campinglätze (+7,6 Prozent) sowie die Vorsorge- und Rehabilitationskliniken (+1,5 Prozent) im ersten Halbjahr bei den Übernachtungen im positiven Bereich. Hingegen gab es leichte Rückgänge bei den Hotels (-2,2 Prozent) sowie bei Ferienhäusern und -wohnungen (-2,3 Prozent).

Erfreulich entwickelten sich die Gästeübernachtungen aus dem Ausland: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden rund 375.000 Übernachtungen von rund 150.000 Gästen verzeichnet – das sind 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die höchsten Zuwächse aus den für Mecklenburg-Vorpommern wichtigsten Herkunftsländern erzielten die Niederlande (+26,9 Prozent). Auch Österreich (+2,8 Prozent) und die Schweiz (+3,7 Prozent) konnten Zuwächse erzielen. Der dänische Markt hält das Vorjahresniveau (-0,1 Prozent), wohingegen die Übernachtungen aus Schweden um 8,5 Prozent zurückgingen. „Im Hinblick auf unsere Aktivitäten als Partnerland der Internationalen Tourismusbörse Berlin im März dieses Jahres freuen wir uns, dass in diesen Bereich wieder spürbar Schwung kommt. Daran können wir mit Maßnahmen in den Auslandsmärkten anschließen und in Mecklenburg-Vorpommern selbst mit dem Germany Travel Mart im Jahr 2020 erneut ein deutliches Zeichen für mehr Internationalität setzen“, sagte Wolfgang Waldmüller.

„Als erstes deutsches Bundesland bei der Internationalen Tourismus Börse Berlin als Partnerland aufzutreten, war in diesem Jahr dafür ein guter Anfang. Unser Land muss vor allem im internationalen Vergleich noch bekannter werden. Wir brauchen mehr Gäste aus dem Ausland“, so Wirtschaftsminister Harry Glawe weiter.

„Aber das ‚prima Klima‘ in Mecklenburg-Vorpommern stellt die Branche vor Herausforderungen. Denn: Wetter-Extreme erschweren künftig auch die Planbarkeit der Touristiker im gesamten Land. Ein heißer Sommer allein macht noch keine Rekorde. Vielmehr wird auch der Blick noch stärker auf das Gesamtjahr gerichtet werden. Wir müssen vor allem auch die Vor- und Nachsaison weiter stärken“, forderte Glawe weiter.

Seit 1990 wurden vom Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern im Bereich des gewerblichen Tourismus und im Bereich der touristischen Infrastruktur Fördergelder in Höhe von 2,5 Milliarden Euro bewilligt. Damit konnte ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 6,88 Milliarden Euro (Stand März) erreicht werden. Die Mittel sind nach der Wende beispielsweise in den Bau von Hotels, Promenaden, Campingplätzen, Radwegen, barrierefreien Strandzugängen, Wasserwanderrastplätzen sowie Sportboothäfen geflossen.

„Qualitatives Wachstum und die Steigerung der Wertschöpfung bilden die Grundlage für die zukünftige touristische Entwicklung des Landes. Die Entwicklung und Etablierung saisonverlängernder Angebote bleibt ein Schwerpunkt, denn Zuwächse und ganzjährige Beschäftigung können nur auf diesem Weg generiert werden. Die Förderung familienfreundlicher Angebote bleibt ebenfalls von großer Bedeutung, genau wie die Schaffung nachhaltiger touristischer Angebote und Strukturen in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns.“

Eine Umfrage des Landestourismusverbandes unter rund 300 Quartiersanbietern zeichnet ein positives Bild des Verlaufs der Sommersaison: Rund die Hälfte der Befragten gab an, im Zeitraum von Ende Juni bis Mitte August eine Auslastung der Zimmer beziehungsweise Stellplätze von 90 Prozent und mehr erreicht zu haben. Rund 30 Prozent schafften eine Auslastung zwischen 75 und 90 Prozent. An der Ostseeküste, auf den Inseln und Halbinseln war die Auslastung dabei am höchsten. Auch die Betriebe aus der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz melden hohe Werte. Leicht abgesetzt stehen das Vorpommersche Festland und die Region Mecklenburg-Schwerin, wo sich die Effekte des Überführens des Interesses von der Ostsee in die Binnenregionen nur teilweise bemerkbar machten.

Insgesamt lag die Auslastung im Sommer der Umfrage zufolge über der des Vorjahres: Rund 35 Prozent gaben an, besser als im gleichen Zeitraum 2017 gebucht gewesen zu sein; 44 Prozent meldeten eine gleich hohe Auslastung.

Auf Grundlage der Erkenntnisse aus der Umfrage rechnet der Tourismusverband für die Monate Juli und August mit einem signifikanten Zuwachs bei den Übernachtungen. Im Jahr 2017 wurden in den beiden Sommermonaten 10,1 Millionen Übernachtungen von mehr als zwei Millionen Gästen verbucht.

Das gute Wetter wirkte sich auf das Buchungsverhalten aus. So gaben rund 70 Prozent der Befragten an, dass Gäste in diesem Sommer kurzfristiger buchten und gleichzeitig bereits mehr Vorbuchungen für 2019 tätigten. Zudem seien die Gäste teilweise länger geblieben und 44 Prozent stellten auch eine höhere Gästezufriedenheit fest. Im Umkehrschluss gaben knapp 30 Prozent der Befragten an, dass die Nachfrage nach Indoor-Angeboten, beispielsweise Museen und Spaßbäder, rückläufig war.

Darüber hinaus gab die Befragung auch Aufschluss über die Probleme der Branche: Der größte Kritikpunkt der Gäste ist die Verkehrssituation im Allgemeinen. Häufig im Fokus steht dabei der Zustand der Radwege, z. B. des Weges um den Plauer See oder auch des Ostseeküstenradweges. Und wenngleich sich die Befürchtungen starker negativer Auswirkungen der voll gesperrten A 20 aufgrund des recht hohen Nachfragedrucks nur in Teilen bestätigt haben: 15 Prozent der Quartiersanbieter sahen sich dennoch davon beeinträchtigt. Bei den Betrieben in den Ostteilen des Landes spürte sogar fast jeder Dritte negative Folgen im Sinne höherer Unzufriedenheit, eines Imageverlustes oder geringerer Auslastung.

„Die Tourismusbranche bemüht sich durch besonnenes Handeln um eine erfolgreiche Ankunft und Abfahrt ihrer Gäste. Teilweise wurden Abreisezeiten verlängert oder Willkommens-Getränke gereicht, und es wurde über alternative Anfahrtswege informiert. Die Branche hat sich kreativ und ideenreich gezeigt. Deshalb: ein herzliches Dankeschön an alle für das ganz besondere Engagement, das bis heute anhält“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Neben der Verkehrs- und Wegesituation wurden laut Umfrage gästeseitig häufiger auch die Gastronomie oder das unzureichend ausgebaute Mobilfunknetz kritisiert.

Wassertouristische Anbieter profitierten von den Temperaturen der letzten Wochen. Hausboote und Yachten waren laut einer Stichprobe des Landestourismusverbandes unter Charterunternehmern, Fahrgastschiffern und Bootsverleihern im Hochsommer nahezu vollständig ausgebucht und verzeichnen bereits jetzt Vorbuchungen für 2019. Neben Stammgästen aus Mecklenburg-Vorpommern heißen die Unternehmen zunehmend Urlauber aus den westlichen Bundesländern, Österreich und der Schweiz willkommen. Zudem ist der Anteil an Kurzurlaubern im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Die Betreiber von Fahrgastschiffen berichten von einer ähnlichen Entwicklung; ihre Angebote werden im Rahmen von geplanten Bus- und spontanen Individualreisen gleichermaßen gebucht. Auch für Kanuverleiher war die Saison zufriedenstellend. Trotz Sperrungen von Flussabschnitten, unter anderem entlang der Warnow, infolge der niedrigen Wasserstände haben die Anbieter keine Einbußen zu beklagen – ganz im Gegenteil: Alternativstrecken wurden von den zahlreichen Paddlern verständnisvoll angenommen.

Die lange Schönwetterperiode bescherte vor allem den Open Airs und Volksfesten regen Zulauf. Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zogen zur Halbzeit des Festivals mit 42.000 Besuchern eine positive Bilanz. 51 Vorstellungen waren komplett ausverkauft – wesentlich mehr als im Vorjahreszeitraum. Bereits kurz bevor das letzte der vier Open Air-Stücke der Vorpommerschen Landesbühne – „Die Peene brennt“ – am 08. September Premiere feiert, ziehen die Veranstalter ebenfalls ein positives Fazit und rechnen insgesamt mit einer Steigerung der Besucherzahlen zum Spielzeitende. „Das Sommerwetter trägt zur insgesamt guten Stimmung bei den Zuschauern und Mitwirkenden bei, so macht es Vergnügen bis in die Abendstunden ein Open Air zu genießen“, sagte Sprecherin Martina Krüger.

Die Klassikertage Wismar zählten zu den Aufführungen von „Jedermann“ und „Der Drache“ in St. Georgen rund 5.500 Besucher und blieben damit etwas unter den Zahlen von 2017. Dennoch herrscht Zufriedenheit: „Die guten Besuchszahlen entsprechen denen des Vorjahres. Wir hatten eine Auslastung von 62 Prozent trotz Fußball-WM und Strandwetter“, berichtet Ralf Lorber, Vorsitzender der Wismarer Festspiele e. V. und Träger der Klassikertage Wismar. Die Schlossfestspiele Schwerin verzeichneten in diesem Jahr einen Rückgang bei den Besucherzahlen, allerdings ist dieser laut Veranstalter vornehmlich auf den Rückgang am Interesse an italienischen Opern zurückzuführen. Die Oper „Tosca“ und das Schauspiel „Dracula“ besuchten rund 24.000 Gäste. Im vergangenen Sommer zog allein das Musical „West Side Story“ mehr als 32.000 Zuschauer an.

Spaßbäder und Erlebnismuseen ziehen gemischte Bilanzen: Der Juli schlug im Wismarer Spaßbad Wonnemar mit 31.000 Besuchern zu Buche, die sich zwischen Wasserrutschen und Whirlpool Abkühlung verschafften. Das waren fast 15.000 weniger als im Vorjahresmonat. „Wir freuen uns für Mecklenburg-Vorpommern über den sonnigen Sommer und auf die Gäste in 2019“, sagte Bereichsleiter Sebastian Ehrhardt. In den Stralsunder Erlebnismuseen Ozeaneum und Meeresmuseum kamen im Mai, Juni und Juli mehrere tausend Gäste weniger als im Vergleichszeitraum 2017. Im Juni fehlten allein im Ozeaneum, das in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum feierte, 19.000 Besucher.

„Für den Tourismus ist das sommerliche Wetter ein Segen, der viele Urlauber an die Ostsee und den Strand lockt. Die meisten davon besuchen unsere Museen nur bei Regenwetter und wenn sie länger in der Region bleiben“, sagt Museumsdirektor Dr. Harald Benke. „Unsere Hochrechnungen bis zum Jahresende zeigen uns eine durchwachsene aber keine katastrophale Bilanz dieses außergewöhnlichen klimatischen Jahres. Doch das Sommerwetter in Verbindung mit der äußerst schwierigen Verkehrslage in unserer Region machen es uns unmöglich, die Besucherzahlen 2018 erneut zu erreichen.“

Verhalten fällt das Fazit auch im Warener Müritzeum aus: „Wir mussten einen beachtlichen Besucherrückgang feststellen. Die Gäste zog es an die Seen. Kurzfristige Werbemaßnahmen, unter anderem den Hinweis auf mögliche Abkühlung im Museum, brachten nicht die gewünschten Effekte“, sagte Geschäftsführerin Andrea Nagel. Der Rostocker Zoo hofft weiterhin auf ein gutes Jahr: „Durch das Osterchaos und die Hitzewelle haben wir einen leichten Besucherrückgang zum Vorjahr bei den Tagesbesuchern um zwei Prozent zu verzeichnen. Wir sind dennoch hoffnungsvoll, dass wir mit der Eröffnung des Polariums am 22. September ein gutes Jahresergebnis erzielen werden“, sagte Sprecher René Gottschalk.

Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe kooperiert mit Ghanas Bosumtwe-See

Schwerin – Das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee und Flusslandschaft Elbe MV schließt heute Vormittag im Rahmen eines Delegationsbesuches aus Ghana im Beisein von Umweltminister Dr. Till Backhaus eine gemeinsame Absichtserklärung mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Lake Bosumtwe ab. Ziel der Vereinbarung ist die gegenseitige Unterstützung beider Partner bei der Umsetzung des Aktionsplanes von Lima zum UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (Man and the Biosphere Programme / MAB) und dessen weltweiter MAB-Strategie 2015 bis 2025.

„Diese Vereinbarung ermöglicht es dem erst 2016 von der UNESCO anerkannten Biospärenreservat Lake Bosumtwe, von den 18-jährigen Erfahrungen im UNESCO-Bisophärenreservat Schaalsee-Elbe zu profitieren und die hier gewonnenen Erkenntnisse auch in Ghana umzusetzen“, erklärt Minister Backhaus.

Die Zusammenarbeit sei darauf ausgerichtet, das Ökosystem im Biosphärenreservat Lake Bosumtwe wiederherzustellen und zu stärken, die dortige Artenvielfalt zu erhalten und zu entwickeln, natürliche Ressourcen vor Ort nachhaltig zu nutzen und dem Gebiet die Anpassung an den Klimawandel und andere Aspekte globaler Umweltveränderungen zu ermöglichen. Zudem sollen Bildungs- und Forschungsarbeit zum Thema Nachhaltigkeit und die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus am Bosumtwe-See befördert werden.

Die Zusammenarbeit erfolgt in Abhängigkeit der finanziellen und personellen Ressourcen durch Wissens- und Erfahrungsaustausch, durch die Initiierung gemeinsamer Projekte und Forschungsaufträge oder durch gegenseitige Besuche zur Qualifizierung von Personal.

Aus der gemeinsamen Absichtserklärung entstünden beiden Partnern keine direkten Kostenverpflichtungen, so Backhaus. Sie könnten sich abhängig von ihren verfügbaren Budgets darauf verständigen, jeweils Aktivitäten in den Partnergebieten finanziell zu unterstützen und dafür gemeinsam Finanzmittel aus öffentlichen Fonds oder privaten Mitteln einzuwerben.

„Mit dieser Vereinbarung leisten wir auch ein Stück Aufbauarbeit in Ghana“, betont Backhaus. Indem Deutschland und die EU den Aufbau von Strukturen für eine intakte Umwelt und einen nachhaltigen Tourismus unterstützten, legten sie am Bosumtwe-See die Grundlage für die Menschen, in ihrer Heimat zu bleiben und sich vor Ort zu engagieren.

Die Absichtserklärung gilt zunächst bis 2023 und kann mit Zustimmung beider Seiten aufgehoben oder verlängert werden.

Das UNESCO- Biosphärenreservat Bosumtwe-See (Biosphere Reserve Lake Bosumtwe) wurde im Juni 2016 von der UNESCO anerkannt. Der See ist mit 52 Quadratkilometern Fläche Ghanas größter natürlicher See, der von den Bewohnern der 32 Kilometer entfernten zweitgrößten Stadt Ghanas, Kumasi, zur Naherholung und als „heiliger See der Ashanti“ auch aus spirituellen Gründen aufgesucht wird.

Der See und seine Umgebung waren in den zurückliegenden Jahren durch zunehmende Nutzung ökologisch beeinträchtigt beeinträchtigt worden, etwa durch Überfischung, durch touristische Aktivitäten und durch Umweltverschmutzung.

Aufgrund von Parallelen zum hiesigen Biosphärenreservat, das durch den 24 Quadratkilometer großen Schaalse geprägt ist, nahm die Verwaltung des Biosphärenreservates Bosumtwe im Herbst 2016 auf Vermittlung der deutschen UNESCO-Kommission Kontakt mit dem Reservat Schaalsee-Elbe auf.

In Gesprächen und bei einem ersten Arbeitstreffen 2017 in Ghana kristallisierten sich Themen für eine Zusammenarbeit heraus, etwa zur Minimierung des Nutzungsdrucks auf den Süßwassersee oder zur Etablierung von Bildungsprogrammen und Besucherzentren, um die Menschen vor Ort für den Schutz des Gewässers zu sensibilisieren.

Die Delegation aus Ghana bleibt bis zum 24. August im Land. Auf ihrem Programm stehen neben Vorträgen und Diskussionen zu Schutzkonzepten oder zum Gebietsmanagement u. a. Besuche bei den Fördervereinen Biosphäre Schaalsee und Biosphäre Elbe, das Kennenlernen der Programme Junior-Ranger und Aqua-Agenten, der Besuch einer Biolandwirtschaft mit Biofleischerei und der Gläsernen Molkerei sowie eine Exkursion in die Kneeser Niederung und eine Stadtführung durch Schwerin.