Offener Brief der BürgerInitiative  Lebenswertes  Göhren

Insel Rügen – Die  BürgerInitiative  Lebenswertes  Göhren  (BILG)  ist  der  festen  Überzeugung,  dass  der  Gemeinde  nur  eine nachhaltige  Entwicklung  aus  sich  selbst  heraus  und  auf  Grundlage  eines  ganzheitlichen  Konzeptes  gut  tun wird!  Auch  das  TourismusKonzept  aus  dem  Jahr  2000 sieht  die  Chancen  für  die  künftige  Entwicklung  der Gemeinde in ihrem Naturhaushalt.

So ist das Landschaftsbild mit dem Blick auf Kirchberg und Speckbusch  auch aus touristischem Interesse zu erhalten.

Nun  soll  in  Göhren  mit  dem  Aufstellungsbeschluss  für  den  Bebauungsplan  Nr.  23  „Stabenweg“  gar  ein Bebauungsplan  auf  Grund  der  Initiative  eines  einzelnen  Privatinvestors  auf  den  Weg  gebracht  werden.  Dies verstößt  eklatant  gegen  die  Grundsätze  der  Bauleitplanung.  Denn  entsprechend  allgemein  geltender gesetzlicher  Planungsgrundsätze  für  Bauleitplanungen  und  insbesondere  gemäß  §  8  BauGB  sind  Baupläne  aus dem Flächennutzungsplan zu entwickeln.

In unserer Gemeinde wird derzeit aber umgekehrt versucht, den F-Plan den Wünschen eines Einzelnen anzupassen, ohne dass die Gesamtkonsequenzen für den Ort berücksichtigt werden, von einer zukunftsfähigen Entwicklung ganz zu schweigen.

Darüber hinaus fehlt jede ehrliche, einer Überprüfung standhaltende, Feststellung des Bedarfs an dauerhaft zu nutzendem  Wohnraum.  Hieran  änderte  auch  die  zwischenzeitlich  vom  Investor  vorgelegte  „Interessenten-Liste mit  40  Bauwilligen“,  der  wir  jede  Seriosität  absprechen,  nichts.  Nach  wie  vor  besteht  kein  erheblicher allgemeiner  Mangel  an  Wohnraum  in  Göhren  sondern  vielmehr  ein  spezifischer  Bedarf  an  bezahlbarem Wohnraum  für  saisonale  Arbeitskräfte,  Singles  und  junge  Familien.  Diese  Nachfrage  lässt  sich  im  zum  Teil unbebauten Innenbereich der Gemeinde auf absehbare Zeit abdecken:

  1. existieren Aufstellungsbeschlüsse für die B-Pläne 18, 19 und 20 im Innenbereich und
  2. stellte sich in der Sitzung des Bauausschusses vom 18. Februar heraus, dass nördlich der Hövtstraße ab
    Ende April Baurecht besteht.  

Damit ist auch das letzte Argument für eine Bebauung am Stabenweg gefallen!

Zu  keinem  Zeitpunkt  der  über  Jahre  verlaufenden  Bauleitplanung  war  die  Fläche  am  Stabenweg  als Bauerwartungsfläche  oder  für  bauliche  Zwecke  zu  entwickelnde  Fläche  in  Betracht  gezogen  worden.

Dennoch sollen  nun  umstandslos  in  nach  §  35  BauGB  klassifizierte  Flächen  des  Außenbereichs  hinein „geplant“  werden, die  im  aktuell  geltenden  Flächennutzungsplan  mit  dem  Status  „Schutz,  Pflege  und  Entwicklung  von  Natur  und Landschaft“  ausgewiesen  sind.

Einmal  mehr  würden  wertvolles  Naturgut  und  einheimische  Ressourcen unwiederbringlich beseitigt. Wir sind demgegenüber für eine behutsame und ganzheitliche Entwicklung des Ostseebades Göhren und somit  gegen  eine  Bebauung  des  Außenbereichs  der  Gemeinde  und  bitten  den  Gemeinderat, entsprechende Beschlüsse zu fassen!

Daher gründeten zunächst 18 BürgerInnen am 10. Februar 2015 die Bürgerinitiative Lebenswertes Göhren:

Rüdiger Börst, Restaurantbetreiber,  Dr. Hans Gliem, Arzt,  Wolfgang Müller, ArchitektHerbert Dobelstein, Rentner, Jan Hübner, Pensionsbetreiber,  Vera Rusch, RentnerinDr. Klaus Drüner, Arzt i. R,  Frieder Jelen, Pastor i. R., Erika Seng, Rentnerin, Bernd Elgeti, Bauingenieur,  Klaus Klatt, Rentner,  Siegfried Schmidt, Bankkaufmann, Evelyn Förster, Pensionsbetreiberin,  Reinhold Klatt, Handwerker,  Nils-Torsten Volk, LandwirtNadine Förster, Studentin  Gesche Krohn, Hotelbetreiberin,  Barbara Walter, Kantorin

Mittlerweile hat sich die Zahl der BILG Mitglieder mehr als verdoppelt. Weiterer Zulauf wird erwartet!

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One comment

  1. Conny sagt:

    Ich hab gerade im Fernsehen die Reportage über Rügen gesehen. Es ist wirklich zum Fremdschämen, wie rücksichtslos völlig durchgedrehte Wessis da mit Eurer Landschaft umgehen. Ich bin auch aus dem Westen, genauer aus dem Süden, aber ich bin fassungslos über diese Ignoranz. Ihr müsst Euch organisieren, am besten alternative Konzepte entwickeln und Euch Investoren suchen, die mit viel Gespür Eure liebenswerte Insel landschaftsverträglich weiterentwickeln. Ich wünsch Euch dazu ganz viel Kraft. Und denen, die damit was anfangen können, Gottes Segen. Meine Erfahrung zeigt, dass Beten viel mehr bringt, als man sich oft vorstellen kann, wenn man dann glaubt und vertraut, dass alles gut werden kann. Viel Glück!