EU-Kommission schlägt Fangquoten für Nordsee und Atlantik vor

Brüssel – Die Europäische Kommission hat ihren Vorschlag für die Fangquoten im Atlantik und in der Nordsee für das kommende Jahr vorgelegt. Die Fischereiminister der EU-Staaten werden auf ihrem Ratstreffen im Dezember darüber beraten. Basierend auf wissenschaftlichen Gutachten schlägt die Kommission die Beibehaltung oder Anhebung der Fangquoten für 42 gesunde Bestände und eine Verringerung der Fangmengen für 28 Bestände vor, um deren Bestandsgröße es schlecht bestellt ist.

Zu den Beständen, die bereits auf nachhaltigem Niveau befischt werden und deren Fangquote deshalb angehoben werden kann, gehören der Seeteufel in südlichen Gewässern oder die Gemeine Seezunge im Skagerrak/Kattegat. Weiter zurückgegangen sind jedoch unter anderem die Kabeljaubestände westlich von Irland, in der Keltischen See, im Golf von Biskaya und im Atlantik. Auch die Seezunge in der Irischen See ist stark gefährdet. Für Wittling westlich von Schottland werden Nullfänge empfohlen und für Butte und Pollack in der Keltischen See und der Irischen See schlägt die Kommission eine Absenkung der Quote vor. Im Kattegat schlägt sie für Scholle eine Senkung der Quote vor.

EU-Fischereikommissar Karmenu Vella erklärte: „Unser Ziel ist klar: wir müssen alle Bestände so bald wie möglich auf ein gesundes und nachhaltiges Niveau bringen, damit unsere Fischwirtschaft überlebensfähig bleibt. Dies ist nicht allein Sache der Kommission: den Interessenträgern kommt in diesem Prozess eine wichtige Rolle zu. Wir schlagen für 2017 ein ehrgeiziges Programm vor und der einzig erfolgversprechende Weg besteht darin, gemeinsam mit Fischern, Wissenschaftlern und den nationalen Behörden konkrete Lösungen zu entwickeln, die zu einer sowohl nachhaltigen als auch wirtschaftlich rentablen Fischerei führen“.

Die Kommission wird zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr auch einige zusätzliche Quoten für die Fischereien vorschlagen, für die ab 2017 die Anlandeverpflichtung gilt (Quotenerhöhungen). Diese zusätzlichen Quoten werden aufgrund der Tatsache gewährt, dass die Fischer unbeabsichtigt gefangene Fische nicht mehr zurückwerfen können, sondern sie anlanden müssen. Daher wird die zulässige Quote erhöht, um den Übergang zu dem neuen System ohne Rückwürfe zu erleichtern. Die genauen Quotenerhöhungen für die einzelnen Fischereien werden auf der Grundlage wissenschaftlicher Gutachten, die voraussichtlich Mitte November vorliegen werden, und der Mengen, die gemäß den regionalen Rückwurfplänen angelandet werden müssen, festgelegt.

Der heutige Vorschlag wird von den Fachministern der Mitgliedstaaten auf der Tagung des Rates „Fischerei“ im Dezember diskutiert. Die Fangmengen gelten dann ab 1. Januar 2017.

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