Ostseesymposium Onkologie in Rostock

Rostock – Aktuelle Erkenntnisse in der Onkologie (ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Krankheit Krebs befasst) waren Thema beim 15. Ostseesymposium Onkologie am Samstag in Rostock. Im Schwerpunkt ging es um die Diagnostik und Therapiestrategien verschiedener Krebserkrankungen.

„Um Krebserkrankungen und deren möglichst wirksame Behandlung besser zu verstehen, braucht es den regelmäßigen Austausch zwischen Ärzten, medizinischen Fachangestellten und Pflegekräften. Das Ostseesymposium Onkologie bietet dafür mit der Mischung aus Fachvorträgen, Diskussionsrunden und Workshops ein geeignetes Forum für medizinischen Fachkräfte in Mecklenburg-Vorpommern, um gemeinsam Diagnostik und Therapie weiterzuentwickeln“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Veranstalter der noch bis Sonntag andauernden Fachkonferenz war das Zentrum für Innere Medizin Klinik III Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin der Universitätsmedizin Rostock.

Ein weiteres Schwerpunktthema der Veranstaltung war das Klinische Krebsregister Mecklenburg-Vorpommern, das zur Erfassung, Prüfung, Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Erkrankungsdaten eingerichtet wurde und auf der bisherigen Krebsregistrierung aufbaut. Zu den erfassten Daten gehören insbesondere Diagnosen, Befunde sowie Angaben über Behandlungen und zum Krankheitsverlauf. Die Institution dient der onkologischen Qualitätssicherung und soll zur Erhöhung der Wirksamkeit und Effizienz der Krebsbehandlung in Mecklenburg-Vorpommern beitragen.

„Für die onkologische Forschung braucht es Daten, die umfassend, vollständig, verlässlich und gut vergleichbar sind, um sie fachkundig auszuwerten und den am Behandlungsprozess Beteiligten zur Verfügung zu stellen. Dafür benötigen wir in Mecklenburg-Vorpommern die engagierte Mitarbeit der Ärzte. Von den vollzähligen und vollumfänglichen Meldungen werden alle profitieren können. Ich appelliere an die Ärzte, der Meldepflicht unbedingt nachzukommen“, sagte Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern erkranken nach Angaben des Gemeinsamen Krebsregisters der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen jährlich rund 11.100 Menschen (6.200 Männer und 4.900 Frauen) an Krebs. Mit 5.300 Sterbefällen pro Jahr (3.100 Männer und 2.200 Frauen) stehen Krebserkrankungen nach Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems an zweiter Stelle der Todesursachen.

Im Land gibt es vier ausgewiesene onkologische Zentren: die Universitätsmedizin Greifswald, das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg, die Universitätsmedizin Rostock und die HELIOS-Kliniken Schwerin. Die Zentren haben unter anderem die Aufgabe, die interdisziplinäre Versorgung von Krebskranken zu sichern, eine fachgerechte Behandlung der häufigen Tumorerkrankungen zu gewährleisten (beispielsweise Brustkrebs, Darmkrebs, Hautkrebs, Lungenkrebs, Prostatakrebs) und sie sind zudem ein Bindeglied zwischen Wissenschaft, Forschung und ärztlicher Praxis. Dazu kommen 61 onkologisch qualifizierte Ärzte, die an der bundeseinheitlichen Onkologievereinbarung teilnehmen und damit die qualifizierte ambulante Versorgung krebskranker Patienten sicherstellen.

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