Weichen für gute Integration sind in M-V gestellt

Schwerin – Seit einem Jahr gibt es erstmalig in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns eine Integrationsbeauftragte und ein Ministerium, dass die Bezeichnung „Integration“ im Titel führt. Für Integrationsministerin Stefanie Drese und die Integrationsbeauftragte der Landesregierung Dagmar Kaselitz deutliche Zeichen dafür, wie wichtig das Thema Integration inzwischen für das Land ist.

Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren eine dynamische Zuwanderung erlebt, betonten Drese und Kaselitz heute bei der Vorstellung der Ein-Jahres-Bilanz auf der Landespressekonferenz. Während 2012 noch rund 34.000 Ausländer/innen im Land registriert waren, waren es Ende Oktober 2017 über 73.700 Ausländer/innen aus 142 Staaten. Knapp 30 Prozent davon sind Menschen mit Fluchthintergrund.

„Vor diesem Hintergrund ist die gute Integration der Einwanderer von herausragender Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft“, betonte Ministerin Drese. „Damit Integration gelingen kann, sei zuallererst ein offenes, integrationsfreundliches Klima notwendig, das niemanden ausgrenzt – weder Teile der ansässigen noch der zugewanderten Bevölkerung.

Drese stellte zudem die Verantwortungsgemeinschaft von Bund, Ländern und Kommunen heraus. „Egal, wer die nächste Bundesregierung stellt: wir brauchen zügig Klarheit über den Kurs im Bereich Integration und Flüchtlingspolitik und verlässliche finanzielle Zusagen über 2018 hinaus“, so Drese.

Die Integrationsbeauftragte Kaselitz informierte über ihr umfangreiches Arbeitspensum im ersten Jahr mit über 280 Terminen. „Ich sehe mich als Schnittstelle zwischen Land und Kommunen sowie als Partnerin und Brückenbauerin in die Politik für alle in der Integrationsarbeit Engagierten – ganz gleich ob im Haupt- oder Ehrenamt“, sagte Kaselitz.

Die Integrationsbeauftragte kündigte an, mit den aus vielen Gesprächen gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnissen, nun in einem nächsten Schritt die inhaltliche Arbeit auf den verschiedensten Feldern der Integration voranzutreiben.

Wichtige Ziele und Schwerpunkte dabei sind die Umsetzung der Gewaltschutzkonzepte in den Flüchtlingsunterkünften und die Initiierung einer „AG Große Städte“, um für die besonderen städtischen Herausforderungen, gemeinsam Lösungen und Unterstützungsmöglichkeiten zu finden. „Aber auch eine landesweite Integrationskonferenz in 2018, die Unterstützung der Integrationsbegleiter vor Ort, die Ausweitung der Psychosozialen Beratung und die landesweite Etablierung der Sprachmittlerpools stehen auf meiner Agenda“, so Kaselitz.

Zur laufenden Arbeit am neuen Integrationskonzept des Landes verdeutlichten Drese und Kaselitz: „Wir wollen ein gutes, langfristig wirkendes Integrationskonzept und keinen Schnellschuss. Deshalb haben wir im Einvernehmen die Fortschreibung als breiten, offenen Prozess angelegt. Die Arbeit erfolgt von Anfang an im Austausch und in Kooperation mit allen für die Integration relevanten gesellschaftlichen Kräften: Beteiligt sind u.a. vier Ministerien, die kommunalen Spitzenverbände, der Unternehmerverband, der DGB, die Wohlfahrtsverbände, der Flüchtlingsrat und Migranet MV, die zurzeit in sechs Arbeitsbereichen die Vorarbeit leisten.“

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