Angeln auf dem Rügendamm: Wurfbegrenzung angebracht

Stralsund – Die Auswurfbegrenzung zur Einschränkung des Angelns auf dem Rügendamm ist angebracht. Das Straßenbauamt Stralsund und die Baufirma haben die Konstruktion nach Prüfung pünktlich zum Beginn der Heringssaison abgenommen.

In den vergangenen Jahren sind sowohl auf dem Rügendamm als auch auf der gegenüberliegenden Rügenbrücke wiederholt Verkehrsteilnehmer durch weit ausgeworfene Angeln gefährdet worden. Nun wurde am Geländer des Rügendamms in 2,10 Metern Höhe ein Metallholm aus Aluminium montiert, der den Überkopfwurf und das Auswerfen langer Angeln verhindern soll. Gehalten wird er durch Stützen, die im Abstand von 1,80 Metern, in Verlängerung der Geländerpfosten, am Geländer angebracht sind.

Das Angeln auf dem Rügendamm ist eine Sondernutzung, die wegen des schifffahrtspolizeilichen Angelverbotes in den Gewässern unter der Brücke und wegen der Unvereinbarkeit mit den Belangen des übrigen Verkehrs (Fahrzeuge, Radfahrer, Fußgänger) nicht genehmigt werden kann. Die jetzt angebrachte Auswurfbegrenzung soll die Verkehrssicherheit auf den Straßen bei dennoch erfolgendem Angeln während des jährlichen Herings- und Hornfischzugs vom 15. März bis 15. Juni gewährleisten.

„Wir werden beobachten, ob durch die Wurfbegrenzung die Gefährdung des Verkehrs auf den Straßen und dem darunter liegenden Gewässer – so wie von uns zurzeit angenommen – tatsächlich unterbunden wird. Wir hoffen hier auch auf die gegenseitige Kontrolle der Angelnden sowie auf die Hilfe des Landesanglerverbands“, so Infrastrukturminister Christian Pegel.

Mit Hinweis auf das grundsätzliche Angelverbot in den Gewässern unterhalb des Rügendamms und der Rügenbrücke hat das Infrastrukturministerium heute zudem „Hinweise zum Angeln auf dem Rügendamm“ herausgegeben. In diesen weist das Ministerium auf die Eigenverantwortung jedes Anglers trotz der Auswurfbegrenzung hin. Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehres auf Straße und Gewässer sind jederzeit durch die Angler zu gewährleisten. Darüber hinaus werden folgende Hinweise gegeben:

  • Beim Aufwerfen und Einholen der Angel dürfen Verkehrsteilnehmer auf Straßen und Gewässer nicht gefährdet werden.
  • Achten Sie insbesondere auf Radfahrer und Fußgänger und gewährleisten Sie deren gefahrlose Passage auf dem kombinierten Geh- und Radweg.
  • Achten Sie auf den Schiffsverkehr unterhalb der Brücke und gewährleisten Sie dessen ungehinderte Fahrt.
  • Klettern Sie nicht auf das Geländer.
  • Unterlassen Sie Veränderungen an der Auswurfbegrenzung.

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One comment

  1. H. Korthals sagt:

    Mir ist die aktuell zutreffende Rechtslage für das Heringangeln vom Rügendamm in 2019 nicht zweifelsfrei erkennbar. Im vergangenen Jahr (2018) gab es ein unsägliches hin und her. In den vergangenen Jahren war ich ein begeisterter Heringsangler von der Brücke aus und glaube allen berechtigten Belangen gerecht geworden zu sein. Ich war gestern, am 30.März 2019 auf dem Rügendamm, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen. Die (sicher teure) Wurfbegrenzung war offensichtlich erforderlich. Meines Erachtens hätte der Abstand zwischen Geländeroberkante und Wurfbegrenzung wenigstens so hoch sein sollen, dass ein herab gelassenes handelsübliches „Paternoster“ mit Fischen daran hindurch gehoben werden kann. Der beabsichtigte Zweck zur Verhinderung weiter Würfe, einschließlich des damit verbundenen Ausholens nach hinten wäre damit auch erfüllt gewesen. Sie ist so keine Wurfbegrenzung, sondern ein absolute Wurfverhinderung.
    Der angebrachte Holm in der jetzigen Höhe behindert jegliches Angeln ganz erheblich, macht es jedoch noch nicht völlig unmöglich. Die angebrachten Schilder zur Warnung vor überklettern sind völlig in Ordnung. Ein Schild am inselseitigen Beginn des Wurfschutzes erschloss sich mir von der Bedeutung her nicht zweifelsfrei. Noch bevor ich einen Angelversuch unternehmen konnte, wiesen mich zwei anhaltende (freundliche) Radler darauf hin, dass das Angeln von der Brücke strikt verboten sei, und ich liess es vorsichtshalber sein. Dazu habe ich letztlich folgende Auffassung:
    Bestünde dieses Verbot tatsächlich, so hätte ich nach dem Anbringen des Auswurfverhinderungsholmes keinerlei Verständnis. Hier wird durch die Alleinregulierung zu Ungunsten der Angler, zumal in einem überschaubaren Zeitraum, dem Gebot der Verhältnismäßigkeit widersprochen.
    Zu keinem Zeitpunkt hatte ich Verständnis für völlig rücksichtslose Rennradler, wenngleich eben auch in diesem Fall nur den „schwarzen Schafen“ dieser Nutzergruppe des Weges. Es wäre meines Erachtens auch Ihnen zuzumuten, während der kurzen Anglersaison auf der Brücke die betroffenen 100 m dem Rücksichtsgebot entsprechend das Fahrrad an der Hand zu führen.
    Ebenso wäre es den Sportbootführern in dieser Zeit zuzumuten, das gekennzeichnete Fahrwasser zu Brückenunterfahrung zu nutzen. Das gedankenlose Dahintuckern unter den Anglern, denen das Beangeln über dem ausgewiesenen Fahrwasser zu deren Schutz schon lange nicht mehr nutzen durften, war provokativ, egoistisch und selbstverschuldet gefährlich.
    Verbote sind die einfachste und zugleich schlechteste „Lösung“ der zweifelsfreien Konfliktsituation. Sie schaffen grenzenlose Freiheit der einen Nutzergruppen zulasten der totalen Unfreiheit einer anderen und hier dazu noch der einzigen.
    Sie schadet dem Image unseres Bundeslandes, weil sie vom Unvermögen der betroffenen Ämter, eine ausgewogene und faire Lösung zu suchen und zu realisieren, zeugt. Die realisierte Art der Wurfbegrenzung ist in der Tat schon einseitig genug.