Sogenannter Romantik-Betrug auf Rügen

Insel Rügen – Auf der Insel Rügen ist eine 61-jährige Frau Opfer des sogenannten Romantik-Betruges (Romance Scam) geworden. Die Geschädigte hatte im November vergangenen Jahres über eine Internetplattform Kontakt mit dem angeblichen Chirurgen Dr. Jack Dossier aufgenommen. Er stamme aus den USA und befände sich derzeit im Irak. Nach dem Austausch einiger Nachrichten bat er die Frau, dringend benötigte Dokumente aus den USA für ihn entgegen zu nehmen, da dies im Irak nicht möglich sei. Die Überstellung würde durch eine Sicherheitsfirma erfolgen.

Diese Firma nahm dann auch Kontakt zur Geschädigten auf und forderte im März und April mehrfach Summen ein, welche für Zoll oder Gebühren benötigt wurden. Ende April forderten sie 6.500 EUR. Diese Summe überwies die Frau nicht. Bis dahin hatte sie jedoch bereits über 4000 EUR gezahlt. Auf die Nichtzahlung reagierte der „Arzt“ mit bedrohlichen Nachrichten, was die Frau dazu veranlasste, schließlich Anzeige zu erstatten.

Beim Romance Scam handelt es um eine seit Jahren bekannte Betrugsmasche, welche meisten den hoch organisierten Banden der Nigeria Connection zugerechnet werden kann. Diese erstellen authentisch wirkende Fake-Profile auf verschiedenen Plattformen und stellen sich als gutaussehende und erfolgreiche Personen vor. Einfühlsam gehen sie auf ihre Opfer ein und spielen Verliebtheit vor. Sofern das Vertrauen dann gewonnen wurde, wird eine Notlage vorgetäuscht, aus der nur der Partner ihnen helfen kann. Oft sind die Geschädigten bei Erfolg der Betrüger finanziell und emotional zerstört.

Romance Scammer kommunizieren oft in gutem Englisch, wobei sie häufig Software benutzen. Erkennbar könnten sie an den Bildern sein, die in die Fake-Profile eingespeist wurde. Diese sind unscharf und von geringer Auflösung, da sie von Identitätsdiebstählen stammen. Schon nach dem ersten Kontakt werden die Opfer mit Liebesschüren überhäuft, eine feste Partnerschaft vorgegaukelt. Schließlich kommt es dann zur finanziellen Notlage.

Wir raten Ihnen im Falle des möglichen Romatik-Betruges, niemals Geld an Personen zu überweisen, die Sie noch nie persönlich getroffen haben. Gehen Sie sparsam mit Ihren Hintergrundinformationen, wie zum Beispiel finanziellen Verhältnissen, um. Geben Sie den Namen der Internetbekanntschaft in eine Suchmaschine mit dem Zusatz „Scammer“ ein. Es gibt Portale, die sich mit dem Aufdecken der unechten Profile beschäftigen und vielleicht ist Ihre Bekanntschaft dort schon verzeichnet. Bei der umgekehrten Bildersuche könnten Sie ebenfalls nützliche Hinweise erhalten.

Wenn Sie erkennen, dass Sie Opfer eines solchen Betruges wurden, brechen Sie sofort jeglichen Kontakt ab. Lassen Sie sich nicht erpressen oder einschüchtern und überweisen kein Geld mehr. Gehen Sie in jedem Fall zur Polizei und erstatten Anzeige.

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