Fischereitag: EU-Fangverbote stellen Fischer vor unerwartete Hürde

Schwerin – Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV, hat die derzeit 230 Haupterwerbs- und 132 Nebenerwerbsbetriebe der Kutter- und Küstenfischer auf stürmische Zeiten eingestellt. „Die Kutter- und Küstenfischerei kann auf ein wirtschaftlich durchschnittliches Jahr 2017 zurückblicken. Im laufenden Jahr 2018 sind wiederum besondere Herausforderungen durch die Unternehmen zu bewältigen“, sagte er auf dem heutigen Fischereitag des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer.

„Obwohl es einen von der EU-Kommission genehmigten deutschen Aalmanagementplan gibt, stellen die beschlossenen Aalschonzeiten und das Aalfangverbot der Europäischen Kommission den Fischereisektor vor unerwartete Hürden“, so der Staatssekretär. „Durch den Einsatz von Minister Dr. Till Backhaus konnten wir unsere Vorstellungen soweit einbringen, dass die Schonzeit für die deutsche Aalfischerei in der Ostsee auf den Zeitraum zwischen dem 1. November 2018 und den 31. Januar 2019 festgelegt wurde.“

Buchwald kritisierte die Vorgehensweise der Europäischen Kommission, sich über bestehende genehmigte Managementpläne hinwegzusetzen.

Minister Dr. Backhaus werde sich weiter verstärkt dafür einsetzten, dass Fangverbote und Quotierungen auf stabilen wissenschaftlichen Ergebnissen vorgeschlagen werden. Kurzfristige einseitige Erhöhungen der Bestandszielwerte, wie kürzlich durch den ICES für den Hering empfohlen, dürfe es nicht geben. Quotenreduzierungen oder Fangverbote sollten sozialverträglich auszugleichen sein. Ziel seien planbare, verlässliche Rahmenbedingungen.

Der Staatssekretär informierte außerdem zum 2020 anstehenden Fischereiverbot in den Kernzonen der Nationalparks, in denen Bestandsfischer bislang wirtschaften dürfen. „Obgleich die Nationalparks künftig überwiegend nutzungsfrei sein sollen, hat Minister Backhaus die Ausnahmeregelung für die Bestandsfischer 2017 um weitere fünf Jahre bis Ende 2022 verlängert. Bis dahin wollen wir im Gespräch mit den berührten Verbänden langfristige, tragfähige Lösungen finden“, so Dr. Buchwald. Der Minister werde sich weiterhin für die Kutter- und Küstenfischerei in Mecklenburg-Vorpommern einsetzen.

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