Schülern wird Grenz-Geschichte auf dem Rad nähergebracht

Justizministerin Katy Hoffmeister und Anne Drescher, Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen, haben die erste Etappe der fünften Radtour begleitet

Justizministerin Katy Hoffmeister (Mitte) mit der Schülergruppe

Rostock – Justizministerin Katy Hoffmeister und Landesbeauftragte Anne Drescher haben den ersten Abschnitt der fünften Grenzradtour der Landesbeauftragten für M-V für die Stasi-Unterlagen, der Landeszentrale für politische Bildung M-V und des Vereins Politische Memoriale e.V. M-V begleitet. Insgesamt sind 29 Teilnehmer an den Start gegangen, darunter 19 Schüler aus Rostock, Lübz und Malchin.

„Ich finde es außerordentlich wichtig, dass jungen Menschen, die die DDR nur aus Erzählungen kennen, die Geschichte dort näher gebracht wird, wo sie passierte. Auf diesen rund 200 Kilometern Grenze wurden mindestens 30 Leben genommen. Familien wurden hier zerstört. Hier wurden aber auch nach Stunden voller Panik, Mut und Angst neue Schicksale besiegelt, wenn in den seltenen Fällen die Flucht in die Freiheit gelang. Hier zeigt sich, welche Gefahren Menschen auf sich nehmen, um aus einem Käfig voller Willkür und Diktat auszubrechen“, so Justizministerin Katy Hoffmeister.

„Für die Jugendlichen wird Geschichte auf der Tour mit den konkreten Schicksalen an den authentischen Orten und in den Gesprächen mit Zeitzeugen anschaulich und nachvollziehbar. Im Vergleich mit den Lebensbedingungen in einer Diktatur werden sie ihre Rechte und Freiheiten in unserer Gesellschaft besser zu schätzen wissen. Ich bin mir sicher, sie werden nicht nur mit ihren Mitschülern dazu ins Gespräch kommen, sondern auch in den Familien“, sagte die Landesbeauftragte Anne Drescher. Unterstützt wird die Tour wie in den Vorjahren durch den Demokratiebus und das Team von „Demokratie auf Achse“ der Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Landesbeauftragten.

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One comment

  1. Auch die „Aktion Ungeziefer“ – mit Deportation der friedlichen Bewohner der grenznahen Gebiete zur Elbe hin ins „landesinnere“ sollte erzählt werden oder durch Dokumente aus der Gauckbehörde nahegebracht werden. Auch die „Aktion Rose“ mit Deportation der friedliebenden Rüganer – wie meiner Familie- die zwangsausgewiesen und erstmals 1999 durch das Landgericht Stralsund – bis heute e r s a t z l o s enteignet wurde- , der Gegenwert des einzigen Wohnhauses meiner Mutter im Ostseebad Baabe wird von mir auf 700.000 EURO geschätzt. Solche Maßnahmen werden von der Justiz des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern durchgezogen, 10 Jahre nach der Wende, nur weil man zu DDR Zeiten nicht enteignen wollte.