Moped-Führerschein mit 15 bei Jugendlichen sehr gefragt

Schwerin – Allein in Mecklenburg-Vorpommern haben in diesem Jahr bis zum 1. August 249 Jugendliche die Prüfung für den Führerschein mit 15 abgelegt. Das sind mehr als zehnmal so viele wie für den Führerschein mit 16, für den 23 Prüflinge an den Start gingen. Dieser Trend ist in allen fünf Bundesländern zu verzeichnen, die sich am Modellversuch „Führerschein mit 15“ beteiligen.

„Das ist ein deutliches Signal für die hohe Akzeptanz dieses Angebots. Unsere Hoffnung war, damit die selbstbestimmte Mobilität von Jugendlichen vor allem in ländlichen Räumen zu erhöhen. Sie scheint sich zu erfüllen“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel.

Offenbar sei der Anreiz höher, den Führerschein mit 15 zu machen und mindestens zwei Jahre davon zu profitieren, bis der Autoführerschein mit 17 erworben werden kann. „Bei den 16-Jährigen kann ich mir vorstellen, dass sie das Geld lieber noch ein Jahr zurücklegen und dann gleich den Autoführerschein machen“, so Christian Pegel.

Der demographische Wandel, nicht kürzer werdende Schul- oder Ausbildungswege und die finanziellen Grenzen, die einem uneingeschränkten Bus- und Bahnverkehr rund um die Uhr gesetzt sind, setzen der Mobilität gerade von jungen Menschen auf dem Land, die noch keinen Führerschein machen dürfen, Grenzen. „Das Modellvorhaben ,Mopedführerschein mit 15‘ ist ein Versuch, selbstbestimmte Mobilität vor allem im ländlichen Raum früher möglich zu machen. Die Zahlen sprechen dafür, dass dies funktioniert“, sagt Minister

Das Modellprojekt „Mopedführerschein mit 15“ läuft seit 2013 in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. 2017 kamen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hinzu. Es war bis Ende April 2018 befristet und wurde nochmals um zwei Jahre verlängert.

In Mecklenburg-Vorpommern erteilt die Dekra seit dem 12. Oktober 2017 Bewerbern im Alter von 15 Jahren nach bestandener Fahrschulprüfung den Führerschein AM 15 für Mopeds mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h.

Studien zur Verkehrssicherheit und zum Mobilitätsverhalten begleiten den Versuch. „Dabei wird natürlich betrachtet, ob sich die 15-jährigen Mopedfahrer auf die Verkehrssicherheit auswirken und wenn ja, wie. Diese Auswirkungen müssen nicht zwangsläufig negativ sein“, sagt Christian Pegel und argumentiert: „Der Moped-Führerschein mit 15 erfordert eine vollwertige Fahrschulausbildung mit theoretischer und praktischer Prüfung. Das ist der gravierende Unterschied zum Mofa, das 15-Jährige schon heute fahren dürfen. Dafür müssen sie nur eine sehr viel leichter zu erwerbende Prüfbescheinigung nachweisen.“

Für das Mopedfahren mit 15 bestehe die begründete Hoffnung, dass die jungen Fahrerinnen und Fahrer durch die Fahrschulen erheblich intensiver auf die Anforderungen, aber auch auf die Gefahren des Straßenverkehrs – vor allem im Zusammenhang mit den gegenüber dem Radfahren höheren Geschwindigkeiten – vorbereitet werden.

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