Opfer von Psychiatrie- und Behinderteneinrichtungen

Münster – Die Arbeits- und Sozialministerinnen und -minister der Länder wollen die Antragsfrist der Stiftung Anerkennung und Hilfe um ein Jahr bis zum 31. Dezember 2020 verlängern und die Verwaltungsvereinbarung der Stiftung entsprechend verändern. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Ministerinnen und Minister auf ihrer diesjährigen Jahreskonferenz (ASMK) in Münster.

Die Stiftung Anerkennung und Hilfe hat die Aufgabe, Menschen zu unterstützen, die in der Bundesrepublik Deutschland bzw. in der ehemaligen DDR als Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder stationären psychiatrischen Einrichtungen untergebracht waren, dort Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch an den Folgen leiden.

In Mecklenburg-Vorpommern arbeitet die bei der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen angesiedelte Anlauf- und Beratungsstelle seit Anfang 2017. Geschädigte können Unterstützungsleistungen durch eine einmalige Geldpauschale in Höhe von 9.000 Euro erhalten. Wer sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, ohne dass dafür Beiträge gezahlt wurden, erhält darüber hinaus eine einmalige Rentenersatzleistung von bis zu 5.000 Euro.

„Mir ist es ein großes Anliegen, das den Betroffenen widerfahrene Leid öffentlich anzuerkennen“, betonte Ministerin Drese während der ASMK-Konferenz. Viele Opfer würden häufig noch heute unter den Folgen des begangenen Unrechts leiden. „Deshalb möchten wir einen Beitrag dazu leisten, finanzielle Benachteiligungen auszugleichen und Betroffene und ihre Angehörigen weiterhin ermuntern, Mittel aus der Hilfeeinrichtung zu beantragen“, so Drese.

Drese: „Durch eine Verlängerung der Anmeldefrist haben noch mehr betroffene Menschen die Gelegenheit, Stiftungsleistungen in Anspruch zu nehmen und Anerkennung für Leid und Unrecht zu erhalten. Experten glauben, dass die betroffene Personengruppe der Menschen mit Behinderungen mehr Zeit bei der Anmeldung bzw. bei der Entscheidung über eine Anmeldung benötigt. Auch wissen wir, dass viele Opfer sehr viel Zeit brauchen, um innere Widerstände gegen eine Offenbarung erlittenen Leids und Unrechts zu überwinden.“

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