M-V hat bundesweit höchsten Anteil an stillgelegten Wäldern

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern findet schon heute auf über neun Prozent der Waldfläche keine Holznutzung mehr statt. Damit wird das Ziel der im Oktober 2007 verabschiedeten Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt bis 2020 fünf Prozent der deutschen Waldfläche einer natürlichen Entwicklung zu überlassen, in Mecklenburg-Vorpommern bereits übererfüllt.

„Mecklenburg-Vorpommern ist bekannt dafür, dass wir unsere Verpflichtungen im Naturschutz umfassend und sehr weitgehend wahrnehmen. Dafür ist einerseits die Verantwortung gegenüber unseren nachfolgenden Generationen ausschlaggebend, aber auch die Erkenntnis, dass eine intakte Natur für Menschen und Unternehmen ein wichtiger Standortfaktor ist, sich in unserem Land dauerhaft niederzulassen. In den vergangenen Jahren haben wir sukzessive Waldgebiete unter Schutz gestellt und uns im bundesweiten Vergleich eine Vorreiterrolle erarbeitet“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Er verwies in diesem Zusammenhang auf die dritte Bundeswaldinventur von 2012. Demnach verfüge Mecklenburg-Vorpommern über eine Waldfläche von 51.958 Hektar, die ohne Holznutzung ist. Das entspreche 9,9 Prozent der Gesamtwaldfläche. Damit habe Mecklenburg-Vorpommern bundesweit den höchsten Anteil in den Flächenländern an stillgelegten Wäldern.

„Ich rechne damit, dass die nächste Bundeswaldinventur noch höhere Flächenstilllegungen im Wald ermitteln wird, da die drei Nationalparke des Landes sowie die Wälder des Nationalen Naturerbe, für die die ökonomische Nutzung ausgeschlossen ist, bei der Bundeswaldinventur 3 nur teilweise erfasst wurden.“

Darüber hinaus spielt der Naturschutz in den Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns eine wichtige Rolle: Von den 235 im Land ausgewiesenen Flora-Fauna-Habitat-Gebiete existieren in 207 Waldflächen. Auch von den 286 Naturschutzgebieten (91.600 ha) sind 105 Gebiete (30.000 ha) mit verschiedensten Waldformen bestockt. Hinzu kommen 36 Naturwaldreservate mit einer Waldfläche von etwa 1.550 ha.

Und auch auf dem „internationalen Parkett“, so Backhaus, „finden die Naturschönheiten des Landes Anerkennung“. So befinden sich 2 der 15 Buchenwaldgebiete der UNESCO-Weltnaturerbestätte „Buchenwälder der Karpaten und alte Buchenwälder Deutschlands“ in Mecklenburg-Vorpommern, im Serrahner Teil (268 ha) des Müritz-Nationalparks und im Nationalpark Jasmund (493 ha).

Besonders erfreut zeigt sich der Minister über das große gesellschaftliche Interesse an der Zukunft der Wälder. Im April 2016 wurde unter Zustimmung von über 30 Verbänden, Vereinen und Institutionen das Landeswaldprogramm 2016 beschlossen. „Für mich bilden die wissensbasiert getroffenen Empfehlungen der Verbände eine maßgebliche Orientierung für die strategische Ausrichtung der Waldpolitik bei uns im Land.“

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