Geschlechterklischees

Drese: Suppen für „Champions“ und „Glamour Queens“ braucht niemand

Schwerin – Die Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister sagen Sexismus und Geschlechterklischees in der Werbung in einem Beschluss auf ihrer Jahreskonferenz (GFMK) den Kampf an. „Durch eine reduzierte und in Klischees verhaftete Darstellung werden nicht nur Frauen, sondern auch Männer abgewertet. Das steht der Verwirklichung des Gleichheitsgebots entgegen“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese heute nach Abschluss der GFMK im rheinland-pfälzischen Deidesheim.

In dem einstimmig gefassten Beschluss werden Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen aufgefordert, ihre Marktmacht verantwortungsvoll einzusetzen und in der Werbung für ihre Produkte, Frauen und Männer nicht sexistisch darzustellen. Die GFMK regt zudem eine Selbstverpflichtung an, die darauf verzichtet, Geschlechterklischees zu konstruieren und zu reproduzieren. Mecklenburg-Vorpommern war Mitantragsteller für den GFMK-Beschluss.

„Wir brauchen keine halbnackten Models, die für Fahrradhelme werben. Und wir brauchen keine speziellen Lebensmittel für Männer und Frauen, die vor veralteten Rollenklischees nur so triefen“, verdeutlichte Drese das Anliegen der GFMK. So werden mit gezielten Gender-Marketing beispielsweise Suppen für „Champions“ (Jungen) und „Glamour Queens“ (Mädchen) beworben.

Eine weitere Entwicklung, die von der GFMK kritisiert wird, ist das „Gender Pricing“. Drese: „Darunter versteht man die Preisdifferenzierung nach Geschlecht, bei dem meist die für Frauen kreierte Produkte zu einem höheren Verkaufspreis angeboten werden als funktionsgleiche ‚Männer-Produkte‘ – u.a. in der Annahme, dass Frauen bereit sind, für diese Produkte mehr Geld auszugeben.“

Die GFMK sieht den Deutschen Werberat in der Verantwortung, seinen Werbekodex noch weiter zu präzisieren. Der Deutsche Werberat ist in Deutschland die wichtigste Instanz zur Sichtbarmachung sexistischer Werbung. Drese: „Je konkreter seine Prinzipien formuliert sind, desto eher kann er bei Verstößen einschreiten. Wir begrüßen dabei ausdrücklich die bereits vom Werberat vorgenommene Differenzierung von sexistischer und stereotyper Werbung.“

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