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Tag: 29. November 2025

Drese auf dem Landes-Hausärztetag

Stärkung und Entlastung der Hausärztinnen und Hausärzte ist dringend geboten

Rostock – Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat auf dem Landes-Hausärztetag den täglichen Einsatz der Hausärztinnen und Hausärzte im Land für das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten hervorgehoben. „Sie sind weit mehr als medizinische Expertinnen und Experten. Sie sind für viele Menschen Vertrauenspersonen, Lotsen in gesundheitlichen Krisen, Begleiter in schwierigen Lebenssituationen – und für viele Familien über Jahrzehnte hinweg feste Bezugspunkte“, sagte Drese am Sonnabend in Rostock.

Vor diesem Hintergrund sei eine Stärkung und Entlastung der Hausärztinnen und Hausärzte nach Einschätzung der Ministerin dringend geboten. Land und Bund seien dabei, die Rahmenbedingungen in der hausärztlichen Versorgung zu verbessern. „Im Land fördern wir Famulaturen und die die ärztliche Aus- und Weiterbildung in der Allgemeinmedizin. Mit dem Landarztgesetz reservieren wir gut 30 Plätze jährlich für angehende Mediziner, die sich für eine Tätigkeit in der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum entscheiden. Und mit einer aktuellen Gesetzesinitiative wollen wir die Gesundheitsversorgung in ländlichen oder strukturschwachen Regionen im Land stärken“, verdeutlichte Drese.

Zudem unterstützen Land und Kassenärztliche Vereinigung (KV) die Praxisgründung oder -übernahme mit diversen Zuschüssen und Maßnahmen und helfen Kommunen, Landkreise und Träger bei der Anwerbung von Hausärztinnen und -ärzten. Auf Bundesebene sei mit der Entbudgetierung der hausärztlichen Leistungen in diesem Jahr ein wichtiger Schritt gemacht worden.

  Unbedingt erforderlich ist nach Einschätzung von Drese darüber hinaus eine bessere ambulante Patienten-Steuerung durch ein hausarztzentriertes Versorgungssystem mit dem Hausarzt als Lotsen.  „Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner wissen in aller Regel am besten, welche Behandlung die richtige ist und wer diese am besten durchführen kann“, betonte Drese. Das vom Bund geplante Primärarztsystem gehe deshalb in die richtige Richtung.

Auch die bevorstehende Notfallreform des Bundes, wird nach Ansicht Dreses Folgen auf die Not- und Bereitschaftsdienststruktur der Hausärzte haben. Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung bündelt die bisher getrennten Systeme des Rettungsdienstes und der Kassenärztlichen Vereinigung, also 112 mit 116117, so dass eine effiziente Patientensteuerung entsteht.

Ebenso werden in Integrierten Notfallzentren in Krankenhäusern die Notaufnahmen mit den Notdienstpraxen der KV verwoben. „Diese Verbindung des stationären mit dem ambulanten Sektor erfordert eine neue Zusammenarbeit der Akteure. Doch das lohnt sich“, warb Drese vor dem Hausärzteverband für die Notfallreform. „Denn am Ende erhalten die Patientinnen und Patienten eine passgenaue Versorgung in Notfällen“, so die Ministerin.

Drese: „Die Herausforderungen sind groß. Zaubern können wir alle nicht. Aber alle aufgeführten Maßnahmen verfolgen ein gemeinsames Ziel: die medizinische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zukunftsfest aufzustellen. Die Menschen in unserem Land sollen überall im Land eine verlässliche und moderne ärztliche Versorgung erhalten.“

In Mecklenburg-Vorpommern hat im Jahr 2024 eine Hausärztin oder ein Hausarzt rein rechnerisch im Durchschnitt 1.149 Einwohnerinnen und Einwohner versorgt, in Deutschland waren es durchschnittlich 1.264.

Der Anteil der Hausärztinnen und Hausärzte, die 60 Jahre oder älter sind, beträgt in Mecklenburg-Vorpommern 37,2 Prozent, in Deutschland 40,8 Prozent (Stand 2024).