Reitwegenetz in Mecklenburg-Vorpommern

Klein Nienhagen – An der Frage, ob Reiten in Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich überall erlaubt werden soll, scheiden sich die Geister. Für einen gangbaren Kompromiss zwischen Reitern und Wald- sowie Landbesitzern bei der Ausweisung von Reitwegen in den Wäldern und offenen Landschaften des Landes sprach sich Agrarstaatssekretär Dr. Jürgen Buchwald auf der 10. Fachtagung Reittourismus des Vereins LANDURLAUB M-V auf dem Gut Klein Nienhagen aus.

„Der Pferdesport gehört mit zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern. Unser Land ist mit seiner einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft auch prädestiniert dafür. Kein Wunder, dass sich Pferdesportler und Reitliebhaber freies Reiten auf allen Wegen wünschen. Auch das Land befürwortet eine Ausweitung des Reitwegenetzes. Natürlich müssen wir dabei aber auch die Interessen derer im Blick behalten, die ihr Eigentum möglichst uneingeschränkt nutzen und schützen bzw. die Natur vor Schäden durch den Reittourismus und den Reitsport bewahren wollen“, so Buchwald.

Mittlerweile gibt es hierzulande rund 6.400 Kilometer Reit- und Fahrwege – mehr als 3.400 Kilometer davon befinden sich im Wald. Im Wald ist das Reiten und Fahren nach Landeswaldgesetz derzeit nur auf besonders gekennzeichneten Wegen gestattet. Die Ausweisungskompetenz für Wege im Wald liegt bei den Landkreisen und Gemeinden im Einvernehmen mit der unteren Forstbehörde. Dabei sind die Belange der Waldbesitzer und der Reiter angemessen zu berücksichtigen.

Auf Initiative von Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wurde das Landeswaldgesetz 2011 dahingehend geändert, dass nun auch jeder private Waldbesitzer das Reiten und Fahren mit Gespannen auf eigenen Wegen auf freiwilliger Basis privatrechtlich gestatten kann.

Buchwald betonte, dass nur etwa 24 Prozent der Landesfläche (558.000 Hektar) den Wäldern zuzurechnen. Der Bundeswald mit einem Anteil von 10 Prozent falle in der Regel beispielsweise wegen Munitionsbelastung oder der Nutzung durch die Bundeswehr für Erholungszwecke aus. 40 Prozent der Waldfläche seien Privateigentum, das rund 45.000 Waldeigentümer im Land gehört; neun Prozent gehörten den Kommunen. Es blieben 41 Prozent Wald, der sich in Landeseigentum befindet. Diese Waldflächen lägen aber häufig in enger Verzahnung mit den anderen Waldbesitzarten und könnten auch nicht ohne Weiteres für das freie Reiten freigegeben werden.

Buchwald rief Land, Kommunen und Landkreise dazu auf, gemeinsam ein zusammenhängendes Reitwegekonzept zu erarbeiten, dass alle Beteiligten mitnimmt.

Gutachten zum Zustand der Fernradwege in M-V

Schwerin – Landesinfrastrukturminister Christian Pegel stellte am 8. Oktober 2019 die Ergebnisse eines Gutachtens zu Zustand und erforderlichen Erhaltungskosten der touristischen Radfernwege in Mecklenburg-Vorpommern vor. Erstellt hat es das Erfurter Büro „Lehmann + Partner“ im Auftrag des Landesinfrastrukturministeriums.

„Um verlässliche Daten über den Zustand unserer Radwege zu erhalten, ist eine ingenieurtechnische Befahrung erforderlich. Die gesamten 2.500 Kilometer Radfernwege in M-V so zu untersuchen, sprengt jedoch Kapazitäts-, Zeit- und Kostenrahmen. Deshalb hat der von uns beauftragte Gutachter in einem ersten Schritt beispielhaft 78 Kilometer als Radfernweg ausgewiesene Radwege entlang von Gemeinde-, Kreis- und Landesstraßen sowie die zum Teil auch von Radfahrern genutzten Straßen, Feld- und Waldwege auf der Insel Usedom untersucht. Die Ergebnisse hat er im Anschluss auf das gesamte Fernradwegenetz in M-V hochgerechnet“, erklärte Christian Pegel, wies aber zugleich auf die Unwägbarkeiten des Verfahrens hin.

„Uns liegen keine Angaben vor, wie jeder einzelne der 2.500 Kilometer Fernradweg im Land beschaffen ist. Deshalb ist schwer einzuschätzen, wie repräsentativ der auf Usedom ermittelte Zustand fürs übrige Land ist. Wir haben aber mit dieser Hochrechnung einen Anhaltspunkt für die Größenordnung, in der Gemeinden, Landkreise und das Land in die touristisch genutzten Radwege, Straßen, Feld- und Waldwege investieren müssen, wenn wir einen attraktiven Gesamtzustand für Einheimische und Gäste erreichen wollen.“

Dem Gutachten zufolge sind 53,2 Prozent der untersuchten Strecke auf Usedom in gutem Zustand beziehungsweise bedürfen nur kleinerer Reparaturen oder Pflegemaßnahmen. Bei 27,9 Prozent genügt eine neue Asphaltschicht.19 Prozent müssten grundhaft saniert werden.

Die Gutachter haben auch ermittelt, welche Kosten für die Instandsetzung der untersuchten Abschnitte auf Usedom des Ostseeküstenradwegs und des Fernradwegs Berlin-Usedom notwendig sind: Die Gesamtkosten beziffern sie auf 10,55 Millionen Euro. „Davon entfallen jedoch nur 2,49 Millionen Euro auf reine Radwege. Der weitaus größere Teil in Höhe von 8,06 Millionen Euro betrifft kommunale Straßen der Gemeinden auf Usedom und des Landkreises Vorpommern-Greifswald, die sich Radfahrer und motorisierte Fahrzeuge teilen, wobei die Radfahrer nur einen kleinen Teil dieser Straßen beanspruchen“, führte Pegel aus.

Bei der modellhaften Übertragung dieser Zahlen auf das gesamte Fernradnetz unter Zugrundelegung der oben genannten Unwägbarkeiten rechnet der Gutachter den Erhaltungsbedarf für die touristischen Fernradwege in ganz M-V auf 348 Millionen Euro hoch. Auch hier entfallen jedoch allein 300 Millionen Euro – das sind 86 Prozent der Kosten – auf Straßen der Gemeinden und Kreise, die Radfahrer und motorisierter Verkehr gemeinsam nutzen. „Die Hochrechnung beinhaltet somit den Erhalt – und häufig die Komplettsanierung – nicht nur des von den Radfahrern genutzten Seitenstreifens, sondern jeweils des Straßenabschnitts über die gesamte Breite“, verdeutlichte Christian Pegel.

Anlass für das Gutachten waren die Ergebnisse von Befahrungen durch den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub M-V und Eingaben anderer Radfahrer zum Zustand einzelner Abschnitte der Fernradwege. „Für Erhaltung und Instandsetzung der touristischen Radfernwege sind jeweils die sogenannten Baulastträger zuständig, durch deren Gebiet der Radweg verläuft, also quasi die Eigentümer der Straßen und Radwege. Das sind meist die Gemeinden. Verläuft der Radweg neben einer Straße, sind in der Regel die Eigentümer dieser Straße, also Land, Kreise oder Gemeinden, auch für diesen Radweg zuständig. Aufgrund dieser vielen verschiedenen Zuständigkeiten entlang eines Fernradwegs gab es bislang stets nur vereinzelte subjektive Zustandsbeschreibungen“, sagte der Minister und fügt hinzu: „Für eine möglichst objektive Zustandserfassung hat die Landesregierung das Gutachten in Auftrag gegeben.“

Die Landesregierung hat zudem bereits vier Millionen Euro an Landesmitteln in den Entwurf für den Landeshaushalt 2020/21 für ein „Erhaltungsprogramm Radfernwege“ aufgenommen. Sie sollen Städten, Gemeinden und Landkreisen als Zuschüsse helfen, die in ihrem Eigentum stehenden Radwege wieder in einen attraktiven Zustand zu versetzen. „Gemeint sind also Radwege, nicht Gemeinde- oder Kreisstraßen, die auch von Radfahrern benutzt werden“, verdeutlicht Pegel. Wo und wie diese Mittel dann konkret an Radwegen eingesetzt werden sollen, sei nach Verabschiedung des Haushalts durch den Landtag zu entscheiden.

„Wir wollen mit diesem neuen Unterhaltungsprogramm für Gemeinde- und Kreisradwege, die zugleich Fernradwege sind, den Alltagsradverkehr genauso stärken wie das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Christian Pegel. Er betont aber: „Dabei gehen wir davon aus, dass Landkreise und Gemeinden weiterhin die Erstverantwortlichen für die Unterhaltung und Instandsetzung ihrer Radwege bleiben – das Land will dabei aber deutliche Hilfe leisten.“

Usedomer-See-Zentrum offiziell freigegeben

Usedom – Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat am Mittwoch das Usedomer-See-Zentrum offiziell an die Stadt Usedom übergeben. „An der Kaikante der Stadt Usedom ist mit dem Usedomer-See-Zentrum ein zukunftsfähiges Projekt entstanden – ein touristisches Herzstück mit maritimem Flair. Das maritime Herz der Stadt Usedom schlägt nun kräftiger dennjeh. Wir schließen hier eine Lücke im Sportboothafennetz an der Ostsee- und der Binnenküste. Gleichzeitig sind die Voraussetzungen geschaffen, um gewerblich-touristische Unternehmen, etwa aus den Bereichen Wassersport, Radtourismus, Golf und Camping anzusiedeln. Bei der Umsetzung dieses wichtigen Projektes haben die Beteiligten intensiv zusammengearbeitet, Ideen geplant, Ideen verworfen, gestritten, wieder zusammen gefunden. Echte gelebte Demokratie mit dem gemeinsamen Ziel, Urlaubern und Einheimischen ein attraktives Ausflugsziel zu ermöglichen. Die Stadt Usedom vom Wasser aus zu erkunden, ist wieder möglich geworden. Das belebt die namensgebende Gemeinde der Insel Usedom“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Das Usedomer-See-Zentrum liegt am östlichen Stadtrand am Usedomer See, der über die Zufahrt zwischen West- und Ostklüne vom Stettiner Haff aus erreichbar ist. Das Gesamtvorhaben „Usedomer-See-Zentrum“ setzt sich aus einer Reihe von Einzelmaßnahmen zusammen. Es umfasste den Ausbau des Hafens Usedom zu einem öffentlichen Wasserwanderrastplatz mit 70 Liegeplätzen samt Schiffsanleger. Dafür wurden unter anderem das vorhandene Hafenbecken verfüllt, eine Slipanlage und ein Sanitärgebäude errichtet.

Zudem ist eine Pontonbrücke zum Ortsteil Paske mit Klappbrücke und zwei Schwimmstegen errichtet worden, die auch als Rad- und Gehweg dienen. Mit der Baumaßnahme ist auch die Peenestraße auf einer Länge von 150 Metern und in einer Breite von fünfeinhalb Metern erneuert worden. „Vor allem die neu geschaffene Verbindung zum Ortsteil Paske ist ein Meisterstück. Die Gegend eignet sich hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge und Fahrradtouren in die Usedomer Natur. Jetzt können Gäste und Einheimische die touristischen Attraktionen der Region auch mit dem Fahrrad noch besser erreichen“, sagte Rudolph.

Die Gesamtinvestition beträgt rund 19 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 15,3 Millionen Euro; dazu kommen Städtebaufördermittel aus dem Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung sowie Kofinanzierungsmittel aus dem Ministerium für Inneres und Europa.

„Eine qualitativ hochwertige Erweiterung des touristischen Angebotes verbunden mit saisonverlängernden Maßnahmen sind wichtige Schritte, um den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern langfristig weiter zu entwickeln. Deshalb werden wir die Städte und Gemeinden weiter bei Investitionen in die touristische Infrastruktur unterstützen“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend.

Auf der Insel Usedom gab es nach Angaben des Statistischen Amtes von Januar bis Juli 2019 rund 716.700 touristische Ankünfte (+16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und knapp 3,6 Millionen Übernachtungen (+ 19,4 Prozent). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste lag mit fünf Nächten über dem Landesschnitt von vier Nächten. Im ganzen Land waren es im gleichen Zeitraum rund 4,8 Millionen Ankünfte (+8,8 Prozent) und rund 19,6 Millionen Übernachtungen (+13,8%).

Anmerkung: Erfasst wurden Beherbergungsbetriebe mit mindestens 10 Betten sowie Campingplätze ohne Dauercamping mit mindestens 10 Stellplätzen. Die Anzahl der im aktuellen Berichtsmonat ausgewiesenen geöffneten Beherbergungsbetriebe und angebotenen Schlafgelegenheiten liegt deutlich über den entsprechenden Angaben des Vorjahresmonats. Grund für die hohen Veränderungsraten ist unter anderem eine durch das statistische Amt durchgeführte Überprüfung des Berichtskreises und die Aufnahme von vermittelnden Betrieben mit mehr als 10 Betten Kapazität in die Berichtspflicht. Dadurch ist die Zahl der auskunftspflichtigen Betriebe gegenüber dem Vorjahresmonat zum Teil stark angestiegen.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es fast 2.000 Kilometer Ostseeküste, mehr als 2.000 Binnenseen und über 26.000 Kilometer lange Fließgewässer. Dazu kommen derzeit 350 Marinas, Sportboothäfen und Wasserwanderrastplätze mit rund 22.000 Liegeplätzen, davon 14.000 an der Küste. Jährlich besuchen etwa 150.000 Wassersportler das Land. Rund 1.400 Wassertourismusunternehmen mit über 7.100 Arbeitsplätzen erwirtschaften einen jährlichen Umsatz in Höhe von rund 474 Millionen Euro; das entspricht rund zehn Prozent des Tourismusumsatzes in Mecklenburg-Vorpommern.

Ausbau von Radwegen

Dahlemann: Radwege sind Erholung, Sicherheit und Daseinsvorsorge

Ferdinandshof – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann übergibt heute einen Zuwendungsbescheid für den Neubau eines Radweges zwischen den Ferdinandshofer Ortsteilen Louisenhof und Sprengersfelde an Bürgermeister Gerd Hamm.

„Dieser neue Radweg wird dafür sorgen, dass die Einwohner der Ortsteile sicherer und schneller Ferdinandshof erreichen. Vor allem für die Kinder, die mit dem Rad zur Schule fahren, wird der neue Radweg eine tolle Erleichterung sein. Zudem erfolgt mit dem Bau der Anschluss an den überregionalen Fernradweg “Mecklenburger Seenradweg“. Darüber freue ich mich sehr“, sagte der Staatsekretär im Vorfeld.

Der Neubau des Weges wird aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) gefördert. Die Zuwendung beträgt insgesamt rund 210.000 Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde Ferdinandshof als Baulastträger beträgt etwa 28.700 Euro. Durch die Genehmigung des vorzeitigen Maßnahme Beginns kann die Gemeinde die Errichtung des ca. 800 Meter langen Weges zügig in Auftrag geben.

„Ich bin sehr froh darüber, dass dieser Radwegebau schnell umgesetzt werden kann und wir wieder einen Schritt zur Verbesserung der kommunalen Infrastruktur in Vorpommern gemacht haben. Das ist echte Daseinsvorsorge. Gleichzeitig stärken wir damit auch die touristische Erschließung entlang des Fernradwegenetzes in der Region. Die Mittel aus dem EU-Fonds sind hier sehr gut eingesetzt. Der straßenbegleitende Radweg an der B109 wird jetzt noch wichtiger. Daran und auch am Lückenschluß zwischen Rieth und Neuwarp arbeiten wir sehr intensiv“, betonte Dahlemann.

Tourismusfinanzierung in Diskussion

Schwerin – Im Schweriner Wirtschaftsministerium hat sich unter Vorsitz von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe zum ersten Mal das Steuerungsgremium zur Umsetzung der Landestourismuskonzeption getroffen.

„Tourismus hat einen hohen Mehrwert bei uns im Land. Er trägt wesentlich zur Wertschöpfung in den jeweiligen Regionen bei. Die Steuerungsgruppe besteht aus Vertretern verschiedener Landesressorts, Tourismusverbände und der Wirtschaft. Es priorisiert die Arbeitsschwerpunkte des Umsetzungsmanagements, gibt Handlungsempfehlungen für die Branche und begleitet deren Umsetzung in der Praxis“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Montag in Schwerin. Das Steuerungsgremium wird sich mindestens zwei Mal im Jahr zu Sitzungen zusammenfinden.

Ein Schwerpunktthema in der Sitzung war auch die künftige Tourismusfinanzierung. Wirtschaftsminister Glawe hat in der Sitzung angeregt, dass ein Wettbewerb für Modellregionen ausgelobt wird. „Am Ende steht eine Modellregion oder -regionen, in denen touristische Finanzierungsmöglichkeiten erprobt werden. Die Region ist dabei ein einheitliches Erhebungsgebiet. Die Kriterien hierfür werden in den kommenden Tagen festgelegt. Mit dem Wettbewerb wollen wir zügig starten“, so Glawe weiter.

Zur aktuellen Finanzierungsdiskussion im Tourismus machte Glawe deutlich: „Mir ist besonders wichtig, die Menschen in den Regionen im Diskussionsprozess mitzunehmen. Es darf nicht sein, dass die Abgaben zu Verwirrung und teilweise auch Unmut unter den Einheimischen führen. Es ist schwer vermittelbar, dass Anwohner bei Besuchen in Nachbarorten zur Kasse gebeten werden – auch wenn die gegenwärtige Rechtslage dies hergibt. Hier müssen wir zu möglichst einvernehmlichen und rechtsverbindlichen Lösungen auf kommunaler und regionaler Ebene kommen. Gebühren für Anwohner sind nicht zeitgemäß. Darüber hinaus muss auch geguckt werden, inwiefern Tageskäste überhaupt noch zur Kasse gebeten werden sollten“, so Glawe weiter.

Der Minister sagte, dass es wichtig sei, genau zu wissen, was finanziert wird. „Wer in den Tourismus einzahlt, muss am Ende merken, was er dafür bekommt. Der Mehrwert muss klar sein. Hierzu zählen beispielsweise die kostenlose Nutzung des ÖPNV oder Vergünstigungen beim Besuch von touristischen Sehenswürdigkeiten. “

Abschließend sagte Glawe, dass die Diskussion um Tourismusbeiträge intensiv geführt werden muss. „Das ist eine Moderationsmarathonaufgabe. Es gibt einen hohen Abstimmungsbedarf, der auch die Zusammenarbeit der Gemeinden vor Ort voraussetzt. Ganz wichtig: Es müssen Vorteile für Einheimische und Gäste erkennbar sein. Anwohner müssen entlastet werden“, forderte Wirtschaftsminister Glawe. Ein weiteres Thema der Sitzung war die Umsetzung der Landestourismuskonzeption.

Die Wirtschaftsleistung Mecklenburg-Vorpommerns wird zu einem großen Teil (12 Prozent) durch den Tourismus erbracht. Zwei Drittel der touristischen Ausgaben in Höhe von 7,75 Milliarden Euro (2014) kommen mit den Besuchern, Gästen und Touristen aus den anderen Bundesländern nach MV. 17,8 Prozent der Erwerbstätigen in MV, also 131.254 Menschen, arbeiten in Tourismusunternehmen und tourismusnahen Unternehmen. „Das ist jeder sechste Beschäftigte in MV. Touristen, Besucher und Tagesgäste tragen in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrem Konsum und den Ausgaben entscheidend zum Bestand und dem Wachstum anderer Branchen wie dem Einzelhandel bei“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Ausbau des Ostseeküstenradweges

Mesekenhagen – Das Wirtschaftsministerium unterstützt den weiteren Ausbau des Ostseeküstenradweges im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat für den Bau des 1. Abschnitts im Amtsbereich Landhagen (Gemeinden Mesekenhagen, Neuenkirchen und Wackerow) am Freitag einen Zuwendungsbescheid übergeben.

„Ein gut ausgebautes Radwegenetz ist für das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern enorm wichtig. Hier wird konkret vor Ort ein Beitrag dafür geleistet. Eine weitere Lücke im Radwegenetz kann geschlossen werden. Unsere Region ist gekennzeichnet von einem großen Erholungs- und Naturerlebniswert. Wer neue Gäste gewinnen will, muss sich im Angebot fortwährend weiterentwickeln – auch Radwege zählen hierzu“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag in Mesekenhagen.

Die Gesamtstrecke von ca. 6.300 Metern im Amtsbereich Landhagen wurde in vier Abschnitte unterteilt. Die geplante Anlage wird sowohl innerhalb als auch außerhalb der Ortslagen als Radverkehrsanlage, Fahrradstraße und im Mischverkehr nahezu parallel zur B 105 im Zweirichtungsverkehr geführt werden. Es entsteht größtenteils ein asphaltgebundener Radweg. Der Weg ist mindestens 2,5 Meter breit. „Die Region wird als Ganzes für Nutzer des Radweges noch besser erlebbar“, so Glawe weiter.

Das Land unterstützt den Ausbau des Radweges auf 6.300 Metern Länge mit rund drei Millionen Euro. Die Mittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Das Innenministerium beteiligt sich ebenfalls an der Investitionsmaßnahme. Über 304.000 Euro Kofinanzierungshilfe werden bereitgestellt. „Wir werden auch künftig in die touristische Infrastruktur investieren, um das Angebot für Einheimische und Gäste stetig weiter zu verbessern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Der Ostseeküstenradweg führt von Swinemünde entlang der deutschen Ostseeküste über Wolgast, Greifswald, Bergen, Stralsund, Barth, Zingst, Warnemünde, Lübeck, Fehmarn, Flensburg bis nach Dänemark. Er umfasst eine Länge von rund 798 Kilometern und gehört zu den beliebtesten deutschen Radfernwegen (laut ADFC Radreiseanalyse 2014) sowie zu den meistbefahrenen Radwegen in Deutschland.

In Mecklenburg-Vorpommern stehen neun Radfernwege mit etwa 2.300 Kilometern Länge sowie 21 Rundrouten zwischen 100 und 400 Kilometern Länge zur Verfügung. Insgesamt können die Radfahrer im Nordosten rund 5.100 Kilometer touristisch ausgeschilderte Radrouten und 1.900 Kilometer straßenbegleitende Radwege des überörtlichen Verkehrs nutzen.

Grundsteinlegung für Kinderhotel

Insel Usedom – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Freitag in Trassenheide gemeinsam mit Rolf Seelige-Steinhoff (geschäftsführender Gesellschafter der SEETELHOTELS Usedom) den Grundstein für den Umbau des Familienresorts Waldhof zum Kinderhotel gelegt.

„Mecklenburg-Vorpommern ist bei Familien ein beliebtes Reiseziel. Kinder und Jugendliche sind unsere Gäste von morgen – sie zu erreichen bedeutet eine Investition in die Zukunft unserer Tourismusbranche. Mit der themenfokussierten Ausrichtung des Familienresorts Waldhof zum Kinderhotel entsteht hier ein spannendes Urlaubserlebnis für die ganze Familie. So werden am Standort 32 Arbeitsplätze gesichert und 39 neue Jobs geschaffen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Geplant ist, das künftige Kinderhotel Trassenheide in mehrere Häuser aufzuteilen. Das Haus 1 soll ein Multifunktionsgebäude mit Rezeption, Restaurants, Theaterarena, Shops, Küchentrakt sowie mehreren Gast- und Funktionsräumen werden. Haus 2 ist als neues, zentrales Funktionsgebäude mit Wasser- und Saunawelt, Beauty-Bereich und Außenpool sowie Funktions- und Technikräumen vorgesehen. Weiterhin sollen Suiten-Häuser errichtet werden. Für Aktiv- und Familientourismus sind zahlreiche Indoor- sowie Outdoor-Aktivitätsbereiche und miteinander verbundene Erlebnisbereiche geplant.

„Die Region rund um das Hotelgelände ist geprägt von naturbelassenen Ostseestränden, wertvollen Baumarten und vielfältiger Fauna. Ein idealer Standort für erlebnisreiche Urlaube für Familien inmitten eines großen Dünenkieferwaldes“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestition beträgt rund 17,8 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 1,3 Millionen Euro. „Wichtig ist, dass wir die touristische Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern weiter stärken, um als Urlaubsland attraktiv zu bleiben. Dazu gehören Investitionen in qualitativ hochwertige und nachhaltige Angebote“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Im Zeitraum Januar bis Juni 2019 wurden auf der Insel Usedom rund 554.900 Ankünfte (+18,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und rund 2,5 Millionen Übernachtungen (+19,2 Prozent) registriert. In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum rund 3,6 Millionen Ankünfte (+10,3 Prozent) und rund 13,5 Millionen Übernachtungen (+14,5 Prozent).

Zum Unternehmen SEETELHOTELS mit Sitz im Seebad Heringsdorf (Insel Usedom) gehören 16 Hotels, Residenzen und Villen auf der Insel Usedom sowie ein Hotel in Santa Ponsa (Mallorca). Rund 450 Mitarbeiter sind für die Unternehmensgruppe tätig.

Tourismus in M-V weiter auf hohem Niveau

Schwerin – Die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern hat in den ersten acht Monaten des Jahres das hohe Niveau des Vorjahres bestätigt. Die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern hat in den ersten acht Monaten des Jahres das hohe Niveau des Vorjahres bestätigt. Dabei profitierte sie unter anderem von guten Vorbuchungszahlen, überwiegend freundlichem Wetter und einem im Vergleich mit 2018 etwas längeren Sommerferien-Korridor.

Laut aktuell veröffentlichten Zahlen des Statistischen Amtes verbrachten zwischen Januar und Juni dieses Jahres mehr als 3,6 Millionen Gäste etwa 13,5 Millionen Übernachtungen in den größeren gewerblichen Tourismusbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern.

Dazu Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern: „Die Zahlen lassen auf ein gutes erstes Halbjahr mit Wachstum schließen. Das macht Hoffnung für einen insgesamt positiven weiteren Jahresverlauf. Mehr Übernachtungen und mehr Ankünfte spiegeln sich auch in der Statistik wider. Trotz des eher wechselvollen Wetters waren vielerorts Hotels, Pensionen, Ferienhäuser und Campingplätze gut ausgelastet. Einmal mehr wird deutlich: Sowohl die Ostseeküste als auch das Binnenland sind gefragte Reiseregionen. Die Nachfrage wächst. Als Herausforderung für die Branche stellen sich verschärft der Mangel an Fach- und Arbeitskräften und weiter die Erreichbarkeit dar.“

Der Präsident des Landestourismusverbandes (TMV) Wolfgang Waldmüller ergänzte: „Vom Supersommer 2018 ging eine gewisse Sogwirkung aus. Vielen Gästen des Landes blieb er positiv in Erinnerung, so dass Mecklenburg-Vorpommern auch 2019 als Reiseziel gesetzt galt.“

Gleichzeitig warnte Waldmüller vor zu großer Euphorie über die erheblich gestiegenen Gäste- und Übernachtungszahlen. Von Januar bis Juni wurden zwischen Ostsee und Seenplatte rund 3,63 Millionen Ankünfte (+10,3 Prozent) und 13,5 Millionen Übernachtungen (+14,5 Prozent, entspricht rund 1,7 Millionen Übernachtungen mehr als im Vorjahreszeitraum) gemeldet. „Erst im nächsten Jahr können wir die Ergebnisse richtig einordnen, denn derzeit fehlt uns aufgrund von Verschiebungen in der Statistik die Vergleichsgrundlage.“

Waldmüller verwies in diesem Zusammenhang auf die etwa 500 Betriebe mit insgesamt 45.000 zusätzlichen Schlafgelegenheiten, die seit August 2018 durch eine erweiterte Abfrage des Statistischen Amtes hinzugekommen sind. Auf Grundlage eines Gerichtsurteils in Schleswig-Holstein müssen jetzt auch Quartiere erfasst werden, die zusammen mit anderen jeweils eine räumliche, wirtschaftliche und organi-satorische Einheit bilden. Dies betrifft insbesondere Ferienwohnungsanlagen. „Anschaulich wird dies am Beispiel Prora. Die 150 Ferienwohnungen im Komplex ‚Prora Solitaire‘ gehören einer Vielzahl unterschiedlicher Investoren, werden aber über den Anbieter Novasol vermarktet und bilden so eine Einheit. Auch diese Unterkünfte werden jetzt erfasst, obwohl der einzelne Investor weniger als zehn Schlafgelegenheiten bieten mag. Im Moment erschwert dies die Betrachtung, mittelfristig aber erhalten wir ein schärferes Bild der realen Situation.“

Im Rahmen des Tourismusbarometers des Ostdeutschen Sparkassenverbandes am 13. September 2019 soll eine Modellrechnung vorgestellt werden, in der die neu erfassten Betriebe aus der Betrachtung genommen werden, um die Vergleichbarkeit mit den Zahlen des Vorjahres zu gewährleisten.

Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein ist laut einer solchen Modellrechnung der Großteil des Übernachtungswachstums im Jahr 2018 auf die erweiterte Statistik zurückzuführen. Von insgesamt 15,3 Prozent Zuwachs blieben nach modellhafter Bereinigung der zusätzlichen Betten eine Steigerung der Übernachtungszahlen um 3,5 Prozent übrig. Für Mecklenburg-Vorpommern sind ähnliche Verschiebungen zu erwarten.

Unabhängig von den Anpassungen der Statistik ist die Sommersaison im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich verlaufen. Einer aktuellen Umfrage des Landestourismusverbandes unter rund 300 Quartiersanbietern zufolge waren drei Viertel der Unterkünfte sehr gut gebucht: Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, im Zeitraum von Ende Juni bis Mitte August eine Auslastung der Zimmer be-ziehungsweise Stellplätze von 90 Prozent und mehr erreicht zu haben. Etwa 35 Prozent schafften eine Auslastung zwischen 75 und 90 Prozent. An der Ostseeküste, auf den Inseln und Halbinseln war die Auslastung dabei am höchsten. Aber auch die Betriebe aus der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz meldeten hohe Werte. Leicht abgesetzt stehen das Vorpommersche Festland und die Region Mecklenburg-Schwerin.

„Ziel ist es, unser Land weiter als eine der beliebtesten Urlaubs- und Reiseregionen in Deutschland zu entwickeln. Künftig stehen noch mehr qualitativ hochwertige und nachhaltige Angebote im Vordergrund. Wir haben ein hohes touristisches Niveau in Bezug auf Gäste und Übernachtungen im Land. Mit den verbesserten Erhebungen des Statistischen Amtes ist ein noch genauerer Blick auf die touristische Ent-wicklung in Mecklenburg-Vorpommern möglich“, machte Wirtschaftsminister Glawe deutlich.

Der TMV-Umfrage zufolge lag die sommerliche Auslastung bis Mitte August insgesamt etwa auf dem Niveau des Vorjahres: Etwas mehr als die Hälfte der Befragten meldete eine gleich hohe Auslastung, jeweils etwa 20 Prozent der Unternehmen gaben an, etwas besser bzw. schlechter als im gleichen Zeitraum 2018 gebucht gewesen zu sein. Etwas pessimistischer sind die Erwartungen für die zweite Augusthälfte, in der sich lediglich die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern noch in den Ferien befinden. Jeder vierte Betrieb rechnet hier mit etwas schlechteren Belegungen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Darüber hinaus gab die Befragung auch Aufschluss über die Probleme der Branche: Größte Kritikpunkte der Gäste sind demnach die Verkehrssituation und die Erreichbarkeit. Häufig im Fokus stehen dabei die Baustellen auf Autobahnen und Bundesstraßen sowie der Zustand der Radwege. Darüber hinaus wurde laut den Befragten gästeseitig häufiger die Qualität der Gastronomie bemängelt. „Service und Qualität sind Daueraufgaben. Es gibt immer etwas, das besser gemacht werden kann. Hier ist besonders das Feedback unserer Gäste von enormer Bedeutung. Auch in Zeiten von Internet und sozialen Medien ist der direkte und persönliche Kontakt zu den Gästen immer die direkte und beste Erfahrung. Wir brauchen weiter viele Urlauber, die unbedingt Urlaub in unserem Land machen wollen. Dafür müssen wir immer wieder gute Gründe liefern. Das ist eine herausfordernde Aufgabe der gesamten Branche“, erläuterte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Auch der Fachkräftemangel wurde von den Betrieben vergleichsweise häufig als Problem genannt. Danach hat mindestens jedes fünfte Unternehmen im Nordosten erhebliche Probleme, den Personalbedarf während der Hauptsaison komplett zu decken.

Wassertouristische Anbieter profitierten einerseits von den Vorbuchungen durch den Jahrhundertsommer 2018, zogen andererseits jedoch eine differenzierte Bilanz des Sommers. Der Hausbootanbieter Kuhnle Tours spürt die Auswirkungen durch die Sperrung der Schleuse Zaaren deutlich.

„Bei den Gastliegern, das heißt Eignerbooten oder Booten fremder Charterfirmen in unserem Hafen an der Müritz, rechnen wir mit einem Rückgang von 20 bis 30 Prozent durch die Sperrung der Schleuse Zaaren“, sagte Dagmar Rockel-Kuhnle, Sprecherin des Unternehmens. Der Anbieter reagierte auf die Sperrung, indem er eine Ausweichbasis in Priepert öffnete, damit Gäste weiterhin so genannte One-Ways buchen können, bei denen sie ihr Boot an einem anderen Hafen ab-geben können als dem Starthafen. Dass die für den 1. August geplante Öffnung der Schleuse auf den Winter verschoben wurde, sieht Rockel-Kuhnle kritisch: „Unsere Reservierung hatte bereits viel Arbeit, um Kunden umzubuchen und vom Stornieren abzuhalten. Die Auswirkungen des Imageschadens werden sich in den nächsten Jahren noch bemerkbar machen.“

Das Unternehmen „Yachtcharter Schulz“ mit Sitz in der Mecklenburgischen Seenplatte ist mit dem Verlauf der Saison zufrieden und konnte bei den Buchungen an das Vorjahr anknüpfen. Gleichzeitig verwies Geschäftsführer Steffen Schulz auf die Zusatzkosten, die durch die Schleusensper-rung in Zaaren verursacht wurden: „Wir müssen die Boote nun mit einem Tieflader aus Brandenburg holen, um sie ins Winterlager zu bringen, da der Weg übers Wasser nicht mög-lich ist“, sagte er. Zudem deutete er auf den wetterbedingten niedrigen Wasserstand hin, der Hausbootfahrern das Ansteuern von Häfen erschwert beziehungsweise unmöglich macht.

„Im Vergleich zu früheren Jahren fehlen uns per August 40 Zentimeter. Boote mit mehr als einem Meter Tiefgang müssen wir abweisen. Wir hatten dieses Jahr 80 Prozent weniger Tagesgäste und demzufolge auch Einbrüche im gastronomischen Geschäft“, sagte Rainer Steuck, Inhaber des Yachthafens Maribell mit 120 Liegeplätzen in der Mecklenburgischen Seenplatte. Die „Weiße Flotte Müritz“ ist zufrieden mit dem Saisonverlauf. Allerdings berichtet auch Systemmanager Markus Rokvic von Problemen, die durch die niedrigen Wasserstände hervorgerufen wurden: „Wir haben einige Routenverläufe anpassen müssen, weil zum Beispiel der Bolter Kanal nur noch mit wenigen unserer Schiffe passierbar ist oder der Jabelsche Waldsee momentan gar nicht mehr angesteuert werden kann. Auch unser Flaggschiff, das Salon-Dampfschiff ‚Europa‘, kann die Eldenburger Reeck nicht mehr anfahren.“

Kanubetreiber bilanzieren eine insgesamt starke Saison, wenngleich es auch hier streckenweise – unter anderem entlang der Warnow – Sperrungen aufgrund des niedrigen Wasserstandes gab.

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zogen eine positive Halbzeitbilanz für den Festspielsommer 2019. Mit knapp 40.000 Besuchern liegt das Festival auf dem hohen Niveau der Vorjahre. 44 Vorstellungen waren komplett ausverkauft. „Wir freuen uns über die großartige Auslastung unserer Ver-anstaltungen“, resümiert Festspiel-Intendant Dr. Markus Fein die erste Hälfte der Sommersaison.

Die Schlossfestspiele Schwerin verzeichneten mit etwa 30.200 Besuchern einen deutlichen Besucheranstieg im Vergleich zum letzten Jahr. Zur romantischen Komödie „Cyrano de Bergerac“ im Schlossinnenhof kamen mehr als 8.400 Zuschauer. Die 20 Vorstellungen des Musicals „Anatevka“ auf dem Alten Garten wurden von knapp 21.800 Interessierten bestaunt. Im vergangenen Sommer lockten die Oper „Tosca“ und das Schauspiel „Dracula“ rund 24.000 Gäste.

Spaßbäder und Erlebnismuseen ziehen überwiegend positive Bilanzen. Im Wismarer Spaßbad Wonnemar schlug der Juli mit 45.000 Besuchern zu Buche: ein deutlich besseres Ergebnis als im Vorjahresmonat, in dem sich etwa 31.000 Gäste Abkühlung zwischen Wasserrutsche und Whirlpool verschafften. Das Deutsche Meeresmuseum meldet für seine vier Standorte insgesamt ein Besucherplus von neun Prozent für den Zeitraum Januar bis Ende Juli 2019 im Vergleich zum Vorjahr. Das Ozeaneum konnte am 31. Juli 2019 mit mehr als 8.100 Gästen einen neuen Tagesbesucherrekord vermelden. „In diesem Jahr haben wir schon viel Aufmerksamkeit und positives Gästefeedback mit unserem neuen Sonderthema ‚Kein Lärm Meer‘ erzielt. Das abwechslungsreiche Wetter kommt uns dabei zugute“, sagt Andreas Tanschus, Direktor des Deutschen Meeresmuseums.

Auch die Vorpommersche Landesbühne, die in der Sommersaison mit insgesamt 200 Theatervorstellungen, darunter 80 Freiluftaufführungen, aufwartet, zieht eine positive Sommerbilanz. „Wir rechnen damit, dass die Zuschauerzahlen am Saisonende wieder bei 35.000 bis 40.000 Besuchern liegen werden und damit auf Vorjahresniveau. Großen Anklang finden nach wie vor die ´Vineta-Festspiele´ auf der Insel Usedom. Zudem erwarten wir einen Publikumsrekord für das Stück ‚Die Wikinger kommen‘ im Barther Theater Garten.“

Im Rostocker Zoo zeigt man sich ebenfalls zufrieden: „Insbesondere das neue Polarium mit Eisbären und Pinguinen, der neu aufgebaute KNAX-Kletterspielplatz sowie der Nachwuchs bei den Orang-Utans im Darwineum werden bei den Besuchern stark nachgefragt. Die Aktivitäten im Jubiläumsjahr, in dem wir die 120 Jahre Rostocker Zoo mit unseren Partnern gebührend feiern, sowie die erneute Anerkennung zum besten Zoo Europas in der Kategorie II wirken sich positiv auf die derzeitige Entwicklung aus“, sagte Sprecher René Gottschalk. Auch der Schweriner Zoo kann das Jahr 2019 bislang als ein erfolgreiches verbuchen. Dazu Zoodirektor Dr. Tim Schikora: „Mit einem Anstieg der Besucherzahlen um mehr als 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum steuert der Zoo Schwerin auf ein Rekordergebnis zu. Das ist im Wesentlichen auf die kontinuierliche Weiterentwicklung und Steigerung des Besuchererlebnisses zurückzuführen, was uns insbesondere dank der konsequenten Unterstützung des Wirtschaftsministeriums und der EU ermöglicht wird.“

Abschließend äußerte sich Wolfgang Waldmüller zu den tourismuspolitischen Rahmenbedingungen im Land: „Wir sind froh, dass die Landestourismuskonzeption mit dem Umsetzungsmanagement im Wirtschaftsministerium und der ressortübergreifenden Steuerungsgruppe in die Praxis kommt. Die drängenden Fragen der Finanzierung des Tourismus, der Verbesserung der Infrastruktur, der Gestaltung von Kur-taxe und Tourismusabgabe, der Mobilität und der Nachhaltigkeit müssen vereint und mit aller Kraft angegangen werden. Mecklenburg-Vorpommern sollte sich landespolitisch das qualitative Ziel geben, eine der innovativsten Tourismusregionen Deutschlands zu werden.“ Mit dem Deutschen Tourismustag am 20. und 21. November 2019 in Rostock und dem Germany Travel Mart vom 10. bis 12. Mai 2020 seien die nächsten Wegmarken gesetzt.

Spatenstich zum Ausbau des Hafens Lauterbach

Insel Rügen – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Freitag den ersten Spatenstich für den Ausbau des Hafens Lauterbach (Insel Rügen) gesetzt.

„Der Hafen in Lauterbach ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge auf der gesamten Insel. Ab Mole geht es mit der Schmalspurbahn nach Binz, Sellin, Gören und Baabe oder per Schiff zur Insel Vilm. Um künftig das Angebot für Gäste und Anwohner noch attraktiver zu gestalten, wird der Hafen jetzt umfangreich ausgebaut“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Der Hafen Lauterbach wurde seit seinem Bau in den Jahren 1901/1902 vorrangig als Wirtschafts- und Fischereihafen genutzt. In jüngster Zeit ist die touristische Nutzung stärker nachgefragt. Mit Ausflugsschiffen können Besucher in den Sommermonaten Fahrten um die Insel Vilm, in den Greifswalder Bodden und zum Ostseebad Baabe unternehmen. Auch die Haltestellen der historischen Schmalspurbahn „Rasender Roland“ und der Groß-Bahn befindet sich direkt auf der Lauterbacher Mole. Zudem befinden sich im Hafen Anleger für Sportboote und Großsegler.

Jetzt beginnen die Arbeiten für einen umfangreichen Ausbau. Vorgesehen ist, die vorhandene Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe auszubauen. Im Bereich „Westlicher Kai“ entstehen zwei neue Liegeplätze für Flusskreuzfahrtschiffe der sogenannten 120-Meter-Klasse, die über neue Versorgungssäulen mit Strom und Trinkwasser ausgestattet sind. Weiterhin sollen beide Fahrrinnen auf fünf Meter Wassertiefe ausgebaggert werden. Auch der Bau eines rund 100 Quadratmeter großen Informationszentrums ist geplant.

„Mit der Erweiterung des Hafens und dem Ausbau der touristischen Infrastruktur wird die gewerbliche touristische Wirtschaft der Region gestärkt“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen des Vorhabens betragen rund fünf Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben in Höhe von rund 4,3 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Durch das Innenministerium wird eine Kofinanzierungshilfe in Höhe von rund 546.000 Euro bereitgestellt.

Im Reisegebiet Rügen/Hiddensee gab es nach Angaben des Statistischen Amtes im Zeitraum Januar bis Mai 2019 mehr als 410.000 Ankünfte (+6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und rund 1,7 Millionen Übernachtungen (+10,5 Prozent). In ganz Mecklenburg-Vorpommern wurden im gleichen Zeitraum rund 2,6 Millionen Ankünfte (+7,2 Prozent) und rund 9,3 Millionen Übernachtungen (+9,8 Prozent) gezählt.

Mecklenburgische Seenplatte

Mit dem Fahrrad die Mecklenburgische Seenplatte erkunden

Verchen – Die Mobil Mecklenburgische Schweiz UG möchte die Region um den Kummerower und Malchiner See sowie das angrenzende Peenegebiet Besuchern näher bringen. Daher hat sie sich zur Aufgabe gemacht, die vorhandenen Rad- und Wanderwege nach Qualität und sportlichem Anspruch zu klassifizieren, um Tourenvorschläge für Besucher zu erarbeiten.

„Die Region ist für Natur- und Kulturliebhaber ein attraktives Ziel für Tagesausflüge und längere Urlaube. Jetzt sollen die einzelnen Angebote noch besser miteinander vernetzt werden. Ziel ist es, ein Mobilitätskonzept aufzustellen, das Gäste auf gut ausgeschilderten Wegen zu Sehenswürdigkeiten und gastronomischen Einrichtungen führt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Das Unternehmen plant, mit touristischen Partnern der Region zunächst eine Bestandsübersicht vorzunehmen, die unter anderem Gästebefragungen und ein Abfahren der Rad- und Wanderwegebeschilderung vorsieht. Zudem sollen Tourismuskoordinatoren, Wirtschaftsförderer und Verwaltungen der Region mit einbezogen und mit ihren Erfahrungswerten eingebunden werden. Im Anschluss ist vorgesehen, sogenannte Mobilitätsknotenpunkte zu identifizieren – attraktive Anlaufstellen, an denen sich Mobilitätsangebote kreuzen.

So kann definiert werden, an welchen Stellen beispielsweise weitere Fahrradverleihstationen benötigt werden und welche Touren aufgrund ihrer Beschaffenheit eher für Mountainbikes oder geländegängige Räder geeignet sind. Ziel ist es, konkrete Tourenvorschläge zu entwickeln, die dann über die Website des Unternehmens, Apps und die Seite des Tourismusverbandes der Mecklenburgischen Seenplatte zugänglich gemacht werden.

„Mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur werden Ausflüge in die Region für Gäste und Einheimische noch attraktiver. Zugleich stärken wir die heimische Wirtschaft wie beispielsweise das Hotel- und Gaststättengewerbe, den Handel sowie Kultur- und Freizeitanbieter über die vernetzten Angebote rund um die Radwege. Auf diese Weise schaffen wir einen touristischen Mehrwert und erhöhen die Aufenthaltsqualität in der Region“, sagte Glawe.

Im Förderzeitraum von November 2018 bis Oktober 2019 betragen die Gesamtkosten des Projektes rund 36.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 25.000 Euro.

Im Sommer 2018 begann die Mobil Mecklenburgische Schweiz UG vier E-Bikes an der Kanustation in Verchen aufzustellen. Später kam das Gutshaus in Pohnstorf mit einer eigenen Verleihstation hinzu. In diesem Jahr folgten der Campingpark Sommersdorf und die Segelbasis Salem, sodass mittlerweile deutlich mehr E-Bikes verliehen werden können. Um das Angebot weiter zugänglich zu machen, werden derzeit weitere geeignete Standorte ermittelt.

Neue Fußgängerbrücken für Prerow

Prerow – In der Gemeinde Ostseebad Prerow (Landkreis Vorpommern-Rügen) soll umfassend in die touristische Infrastruktur investiert werden. Neben der Erneuerung von zwei Fußgängerbrücken über den Prerowstrom sind unter anderem auch Modernisierungen im Kurpark vorgesehen.

„Der ehemalige Fischer- und Seefahrerort Prerow blickt auf eine langjährige Tradition als Badeort zurück. Auch dank des fünf Kilometer langen Sandstrandes erfreut sich die Gemeinde bei Gästen und Anwohnern großer Beliebtheit, das zeigen die steigenden Tourismuszahlen. Die jetzt geplanten Investitionen tragen dazu bei, die touristische Infrastruktur erheblich zu verbessern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Bereits im Jahr 1878 sind zwei Fußgängerbrücken über den Prerowstrom rechts und links des Haupt-Strandzuganges errichtet worden, um eine Zuwegung zur Ostsee zu ermöglichen. Nun müssen diese komplett erneuert werden, da die Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Bis zur Fertigstellung der neuen Brücken stehen Anwohnern und Gästen derzeit Behelfsbrücken über den Altarm des Prerowstroms zur Verfügung. Zudem soll der Kurpark modernisiert werden, vor allem die Freilichtbühne mit Konzertmuschel. Des Weiteren sind im Altarm des Stromes die Errichtung einer Steganlage sowie der Ausbau eines touristischen Naturlehrpfades geplant.

„Neben der beeindruckenden Natur der Region und den umfangreichen Wassersportmöglichkeiten suchen Urlauber auch nach kulturellen Veranstaltungen. Mit der vorgesehenen Überdachung der Sitzplätze an der Freilichtbühne wird es künftig möglich sein, bei jedem Wetter Musik, Tanz und Theater zu genießen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Glawe.

Die Gesamtinvestition für die Erneuerung von zwei Fußgängerbrücken über den Prerowstrom beträgt knapp 1,4 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ in Höhe von knapp 1,3 Millionen Euro.

Für die Modernisierung des Kurparks plant das Wirtschaftsministerium bei Vorlage aller Unterlagen eine Unterstützung in Höhe von knapp 2,4 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die Gesamtinvestitionen betragen rund 2,6 Millionen Euro.

Sommerferien in 14 Bundesländern

Schwerin – Am Montag starten in Nordrhein-Westfalen die Sommerferien. Dann sind in 14 Bundesländern gleichzeitig Ferien. „Unser Land hat viele abwechslungsreiche Angebote parat. Wir haben eine große Auswahl an Unterkunftsmöglichkeiten, abwechslungsreiche Freizeitangebote sowie unverwechselbare Natur. Egal, ob Küste oder Binnenland. Wir freuen uns auf unsere Gäste. Unser Ziel ist es, dass Urlauber, die einmal da waren, auch gern wiederkommen. Dabei muss es auch gelingen, neue Zielgruppen zu erschließen. Die Mischung aus Urlaubsentdeckern und MV-Fans, die gerne wiederkommen, ist wichtig, um die positive touristische Entwicklung weiter voranzubringen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe. Bayern und Baden-Württemberg starten am 29. Juli in die Sommerferien.

Wolfgang Waldmüller, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, ergänzte: „Wir dürfen uns keinesfalls auf unseren hohen Übernachtungs- und Gästezahlen ausruhen, sondern müssen stetig an der Qualität der Angebote – vor allem der Familienangebote – arbeiten und diesen Prozess auch kommunizieren. Als verlässlichen Indikator für gute Produkte haben wir seit 2005 das Qualitätssiegel ‚Familienurlaub MV – Geprüfte Qualität’ etabliert, das den Weg zu familienfreundlichen Angeboten im Nordosten weist.“

Wirtschaftsminister Glawe hat dafür geworben, das Potenzial für Familienurlaub im Land weiter auszubauen. „Wir sind vor allem für Familien attraktiv. Kinder sind auch die Gäste von morgen. Viele Einrichtungen haben sich auf Familien eingestellt. Es gibt beispielsweise für Beherbergungsbetriebe speziell ausgewiesene Familienangebote, familiengerechte Zimmer mit Verbindungstür, besondere Speisen- und Getränkeangebote, einen hauseigenen Spielplatz, Sicherheitsmaßnahmen sowie die Möglichkeit, Babysitter zu stellen oder zu vermitteln. Mit dem Siegel ‚Familienurlaub MV – Geprüfte Qualität’ in Form des Fisches ´Gustav´ werden Gäste überall dort am Eingang empfangen, wo sie besonders familienfreundliche Angebote vorfinden“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe. Derzeit sind 93 Unternehmen in MV für Familienurlaub ausgezeichnet. In diesem Jahr wurden 12 Tourismusbetriebe insgesamt 13 Mal ausgezeichnet, davon sind drei neu dabei.

Im Zeitraum Januar bis April 2019 besuchten nach Angaben des Statistischen Amtes insgesamt 1.784.131 Gäste Mecklenburg-Vorpommern (+12,3 Prozent zum Vorjahrszeitraum) und 6.350.401 Übernachtungen (+15,6 Prozent) wurden registriert. Allein im Ostermonat April wurden nach Angaben des Statistischen Amtes rund 680.165 Gäste gezählt. Dies entspricht einem Plus von 31,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei den Übernachtungen gab es ein Plus von 40,0 Prozent (2.526.154) gegenüber dem Vorjahresmonat.

Erfasst wurden Beherbergungsbetriebe mit mindestens 10 Betten sowie Campingplätze ohne Dauercamping mit mindestens 10 Stellplätzen. Die Anzahl der im aktuellen Berichtsmonat ausgewiesenen geöffneten Beherbergungsbetriebe und angebotenen Schlafgelegenheiten liegt deutlich über den entsprechenden Angaben des Vorjahresmonats. Grund für die hohen Veränderungsraten ist unter anderem eine durch das Statistische Amt durchgeführte Überprüfung des Berichtskreises und die Aufnahme von vermittelnden Betrieben mit mehr als 10 Betten Kapazität in die Berichtspflicht. Dadurch ist die Zahl der auskunftspflichtigen Betriebe gegenüber dem Vorjahresmonat zum Teil stark angestiegen.

Der aktuellen Reiseanalyse 2019 zufolge kann sich Mecklenburg-Vorpommern erneut als beliebtestes Familienreiseziel in Deutschland behaupten. Fast ein Viertel (24,0 Prozent) aller 3,58 Millionen inländischen Familienurlaubsreisen ab 5 Tagen Dauer hatten den Nordosten zum Ziel (vor Schleswig-Holstein mit 18,4 Prozent und Bayern mit 15,6 Prozent Marktanteil). Auch im internationalen Vergleich steht Mecklenburg-Vorpommern gut da und platziert sich bei allen Urlaubsreisen der Deutschen mit Kindern unter 14 Jahren mit einem Marktanteil von 6,5 Prozent hinter Italien (9,3 Prozent) und Spanien (9,2 Prozent).

37 Prozent aller Familienurlauber des Jahres 2018 interessieren sich im Zeitraum 2018 bis 2020 für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern. Das entspricht rund 4,2 Millionen Deutschen (Quelle: FUR, Reiseanalyse 2019). „Um die erfolgreiche Position angesichts einer bundesweit und international äußerst dynamischen Branche und sehr aktiven Mitbewerbern halten zu können, müssen wir in Mecklenburg-Vorpommern innovative Impulse setzen. Die Branche im Urlaubsland steht vor Herausforderungen, die mit der Digitalisierung der Arbeitswelt, einem veränderten Urlaubs- und Buchungsverhalten, steigenden Qualitäts- und Serviceansprüchen sowie dem Thema Fachkräftesicherung einhergehen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Das Siegel „Familienurlaub MV – Geprüfte Qualität“ in Form des Fisches „Gustav“ empfängt Gäste überall dort am Eingang, wo sie besonders familienfreundliche Angebote vorfinden. Eine fachkundige und unabhängige Jury prüft diese zuvor unter anderem mit anonymen Anfragen per Telefon oder Internet sowie Vor-Ort-Besichtigungen. Anhand eines mit wissenschaftlicher Hilfe erarbeiteten Kriterienkataloges wird die Familienfreundlichkeit bewertet.

Das Qualitätssiegel für einen geprüften Familienurlaub gilt für drei Jahre, danach kann eine Neuzertifizierung erfolgen. Wie auch in den Zertifizierungsrunden zuvor lag in der vergangenen Prüfphase ein großes Augenmerk auf Sicherheitsaspekten. Darüber hinaus standen auch die Bedeutung einer gesunden Ernährung und das Schaffen einer nachhaltigen Qualität weiter im Vordergrund. Besonderer Wert wurde zudem darauf gelegt, dass der Anbieter innerhalb der drei Jahre, in denen er Träger des Siegels ist, eine stete Weiterentwicklung seines Angebots und seiner Produkte anstrebt.

Tourismusanbieter, die auch mit dem Qualitätssiegel prämiert werden wollen, können sich ab dem 15. Januar 2020 für die neue Zertifizierungsrunde bewerben.

Überblick für Zertifizierungen 2019

Die Auszeichnung „Qualitätsmanagement Familienurlaub“ (QMF) erhielten die folgenden Anbieter:

Neu dabei:

Suite Hotel Binz Familienhotel Rügen
Stadtgeschichtliches Museum der Hansestadt Wismar Schabbell
Nationales Naturmonument Ivenacker Eichen

Erneute Zertifizierungen:

Bernsteinreiter – Urlaub und Meer (Ribnitz-Damgarten)
Jugendherberge Born-Ibenhorst
Jugendherberge Güstrow
Karls Erlebnis-Dorf Koserow
Müritzparadies (Boeker Mühle)
Müritzeum (Waren (Müritz))
Steigenberger Grandhotel and Spa (Seebad Heringsdorf)
Klax Indianerdorf Natur- und Umweltcamp (Klocksin)
Postel Usedom (Wolgast)

Ferienstätte „Zingsthof“ auf dem Darß

Zingst – „Die Familienferienstätten sind wichtige gemeinnützige Einrichtungen, die sich besonders an Familien mit kleinen oder mittleren Einkommen richten. Ich freue mich, dass vor allem viele kinderreiche Familien, Alleinerziehende sowie Familien mit behinderten oder zu pflegenden Angehörigen die Angebote nutzen“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese nach ihrem Besuch der Familienferienstätte „Zingsthof“ auf dem Darß im Rahmen ihrer Sommertour durch den Landkreis Vorpommern-Rügen.

Der „Zingsthof“ gehört zu den insgesamt elf gemeinnützigen Familienferienstätten in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinnützig bedeutet, dass die Einrichtungen besonders gefördert werden und die familienfreundlichen Preise begünstigt sind. Der „Zingsthof“ ist vor allem für Großfamilien mit mindestens sechs Kindern geeignet. So werden Familien mit den meisten Kindern bevorzugt. Ein Schwerpunkt in den letzten Jahren sind auch Familien mit Pflegekindern.

Das Sozialministerium fördert die Familienferienstätten über die Richtlinie Familienerholung. Darüber erhalten einkommensschwache Familien und Alleinerziehende seit 2017 deutlich höhere Zuschüsse des Landes, um gemeinsam mit ihren Kindern Urlaub und Familienfreizeit verbringen zu können.

„Für einen einwöchigen Urlaub erhält z.B. eine vierköpfige Familie seit 2017 einen Landeszuschuss von 840 Euro statt früher 560 Euro“, verdeutlichte Ministerin Drese. Die zu fördernden Familien müssen dafür bestimmte Fördervoraussetzungen erfüllen.

„Es ist toll, wie etwa hier auf dem Zingsthof zu sehen, dass diese Angebote sehr gut angenommen werden“, so Drese. „Wir wollen Familien und Alleinerziehende mit geringem Einkommen stärker fördern, um ihnen mit ihren Kindern ein paar schöne gemeinsame Tage abseits des Alltags zu ermöglichen.“

Familienerholungsmaßnahmen sollen dazu beitragen, den familiären Zusammenhalt abseits des Alltags zu stärken, mögliche Belastungen und Krisen abfedern und bei Bedarf über weiterführende Hilfen informieren. „Sie leisten über den Urlaubscharakter hinaus damit auch einen Beitrag zur Stärkung der Elternkompetenz und für das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen“, verdeutlichte die Ministerin den familienpolitischen Ansatz der Landesförderung.

Auf Grund der guten Entwicklung hat das Land im vergangenen Jahr die Mittel für die Familienerholung auf 150.000 Euro erhöht. Bis auf wenige Restmittel ist diese freiwillige Landesleistung auch in diesem Jahr ausgeschöpft. Drese: „Mein Rat an interessierte Familien ist deshalb, den Familienurlaub rechtzeitig zu planen und möglichst früh Kontakt zu den gemeinnützigen Familienferienstätten oder den Trägern der freien Jugendhilfe aufzunehmen.“

Sanierung des Ueckerparkes

Ueckermünde – Der Ueckerpark im Seebad Ueckermünde ist Schauplatz vieler Veranstaltungen in der Tourismusregion am südlichen Stettiner Haff. Neben den Hafftagen, die jedes Jahr tausende Besucher auf das Gelände nördlich der Altstadt zieht, finden hier Freilichtkonzerte, Markttreiben, Schaustellerei, Flohmärkte und vieles mehr statt. Allerdings treiben bauliche Mängel die Unterhaltungskosten in die Höhe. So fehlt bisher eine Drainage und bei starken oder länger andauernden Regenfällen weicht die Oberfläche auf. Dies hat zur Folge, dass die Wege dem bei Veranstaltungen notwendigen LKW-Verkehr nicht standhalten. Auch die Einfriedung des Parks muss dringend erneuert werden. Deshalb wird der Ueckerpark jetzt saniert.

Die Kosten betragen insgesamt rund 1,92 Mio. EUR. Das Wirtschaftsministerium als Hauptförderer stellt dafür Mittel über die Infrastrukturrichtlinie in Höhe von rund 1,72 Mio. EUR bereit. Die Stadt Ueckermünde hätte den Restbetrag aus Eigenmitteln erbringen müssen. Da sie sich dazu nicht in der Lage sah, hatte sie einen Antrag auf Kofinanzierungshilfe beim Ministerium für Inneres und Europa gestellt. Der Vergaberat hat über diesen Antrag positiv entschieden, so dass dem Bürgermeister nunmehr ein Bewilligungsbescheid über 129.069,77 EUR zugesandt wurde.

Innenminister Lorenz Caffier: „Durch die günstige Förderung muss die Stadt einen deutlich geringeren Teil für die Gesamtfinanzierung aufbringen, was den städtischen Haushalt entlastet.“

Start der Sommerferien in M-V

Schwerin – Die Sommerferien stehen vor der Tür. „Herzlich willkommen in Mecklenburg-Vorpommern. Unser Land hat viele abwechslungsreiche Angebote parat. Wir haben eine große Auswahl an Unterkunftsmöglichkeiten, abwechslungsreiche Freizeitangebote sowie unverwechselbare Natur. Egal, ob Küste oder Binnenland. Wir freuen uns auf unsere Gäste. Unser Ziel ist es, dass Urlauber, die einmal da waren, auch gern wiederkommen. Dabei muss es auch gelingen, neue Zielgruppen zu erschließen. Die Mischung aus Urlaubsentdeckern und MV-Fans, die gerne wiederkommen, ist wichtig, um die positive touristische Entwicklung weiter voranzubringen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe.

Wolfgang Waldmüller, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, ergänzte: „Wir dürfen uns keinesfalls auf unseren hohen Übernachtungs- und Gästezahlen ausruhen, sondern müssen stetig an der Qualität der Angebote – vor allem der Familienangebote – arbeiten und diesen Prozess auch kommunizieren. Als verlässlichen Indikator für gute Produkte haben wir seit 2005 das Qualitätssiegel ‚Familienurlaub MV – Geprüfte Qualität’ etabliert, das den Weg zu familienfreundlichen Angeboten im Nordosten weist.“

Wirtschaftsminister Glawe hat dafür geworben, das Potenzial für Familienurlaub im Land weiter auszubauen. „Wir sind vor allem für Familien attraktiv. Kinder sind auch die Gäste von morgen. Viele Einrichtungen haben sich auf Familien eingestellt. Es gibt beispielsweise für Beherbergungsbetriebe speziell ausgewiesene Familienangebote, familiengerechte Zimmer mit Verbindungstür, besondere Speisen- und Getränkeangebote, einen hauseigenen Spielplatz, Sicherheitsmaßnahmen sowie die Möglichkeit, Babysitter zu stellen oder zu vermitteln. Mit dem Siegel ‚Familienurlaub MV – Geprüfte Qualität’ in Form des Fisches Gustav werden Gäste überall dort am Eingang empfangen, wo sie besonders familienfreundliche Angebote vorfinden.“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.

Derzeit sind 93 Unternehmen in MV für Familienurlaub ausgezeichnet. In diesem Jahr wurden 12 Tourismusbetriebe insgesamt 13 Mal ausgezeichnet, davon sind drei neu dabei (siehe Liste am Ende der Presseinformation).

Der aktuellen Reiseanalyse 2019 zufolge kann sich Mecklenburg-Vorpommern erneut als beliebtestes Familienreiseziel in Deutschland behaupten. Fast ein Viertel (24,0 Prozent) aller 3,58 Millionen inländischen Familienurlaubsreisen ab 5 Tagen Dauer hatten den Nordosten zum Ziel (vor Schleswig-Holstein mit 18,4 Prozent und Bayern mit 15,6 Prozent Marktanteil). Auch im internationalen Vergleich steht Mecklenburg-Vorpommern gut da und platziert sich bei allen Urlaubsreisen der Deutschen mit Kindern unter 14 Jahren mit einem Marktanteil von 6,5 Prozent hinter Italien (9,3 Prozent) und Spanien (9,2 Prozent).

37 Prozent aller Familienurlauber des Jahres 2018 interessieren sich im Zeitraum 2018 bis 2020 für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern. Das entspricht rund 4,2 Millionen Deutschen (Quelle: FUR, Reiseanalyse 2019). „Um die erfolgreiche Position angesichts einer bundesweit und international äußerst dynamischen Branche und sehr aktiven Mitbewerbern halten zu können, müssen wir in Mecklenburg-Vorpommern innovative Impulse setzen. Die Branche im Urlaubsland steht vor Herausforderungen, die mit der Digitalisierung der Arbeitswelt, einem veränderten Urlaubs- und Buchungsverhalten, steigenden Qualitäts- und Serviceansprüchen sowie dem Thema Fachkräftesicherung einhergehen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Das Siegel „Familienurlaub MV – Geprüfte Qualität“ in Form des Fisches Gustav empfängt Gäste überall dort am Eingang wo sie besonders familienfreundliche Angebote vorfinden. Eine fachkundige und unabhängige Jury prüft diese zuvor unter anderem mit anonymen Anfragen per Telefon oder Internet sowie Vor-Ort-Besichtigungen. Anhand eines mit wissenschaftlicher Hilfe erarbeiteten Kriterienkataloges wird die Familienfreundlichkeit bewertet.

Das Qualitätssiegel für einen geprüften Familienurlaub gilt für drei Jahre, danach kann eine Neuzertifizierung erfolgen. Wie auch in den Zertifizierungsrunden zuvor lag in der vergangenen Prüfphase ein großes Augenmerk auf Sicherheitsaspekten. Darüber hinaus standen auch die Bedeutung einer gesunden Ernährung und das Schaffen einer nachhaltigen Qualität weiter im Vordergrund. Besonderer Wert wurde zudem darauf gelegt, dass der Anbieter innerhalb der drei Jahre, in denen er Träger des Siegels ist, eine stete Weiterentwicklung seines Angebots und seiner Produkte anstrebt.

Tourismusanbieter, die auch mit dem Qualitätssiegel prämiert werden wollen, können sich ab dem 15. Januar 2020 für die neue Zertifizierungsrunde bewerben.

Überblick für Zertifizierungen 2019

Die Auszeichnung „Qualitätsmanagement Familienurlaub“ (QMF) erhielten die folgenden Anbieter, die neu dabei sind

Suite Hotel Binz Familienhotel Rügen
Stadtgeschichtliches Museum der Hansestadt Wismar Schabbell
Nationales Naturmonument Ivenacker Eichen

Erneute Zertifizierungen

Bernsteinreiter – Urlaub und Meer (Ribnitz-Damgarten)
Jugendherberge Born-Ibenhorst
Jugendherberge Güstrow
Karls Erlebnis-Dorf Koserow
Müritzparadies (Boeker Mühle)
Müritzeum (Waren (Müritz))
Steigenberger Grandhotel and Spa (Seebad Heringsdorf)
Klax Indianerdorf Natur- und Umweltcamp (Klocksin)
Postel Usedom (Wolgast)