83. Warnemünder Woche verschoben

Warnemünde – Die 83. Warnemünder Woche wird nicht wie geplant in diesem Jahr, sondern erst 2021 stattfinden. Die Organisatoren der Traditionsveranstaltung reagieren damit auf die anhaltende, sehr dynamische Entwicklung in der Corona-Krise, blicken aber bereits optimistisch in die Zukunft: Die Vorbereitungen für 2021 haben bereits begonnen.

In etwas mehr als drei Monaten, vom 4. bis 12. Juli 2020, sollte die 83. Warnemünder Woche stattfinden. Doch die Unwägbarkeiten waren einfach zu groß, da noch kein Ende bei der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus in Sicht ist. Die zu Deutschlands größten Segelevents gehörende Veranstaltung und Mecklenburg-Vorpommerns zweitgrößtes Volksfest wird daher ein Jahr aussetzen und im Sommer 2021 wieder stattfinden.

„Die Gesundheit aller Beteiligten, das heißt konkret der Gäste, Sportler, Helfer und Mitarbeiter, steht für uns an allererster Stelle“, sagt Matthias Fromm, Tourismusdirektor Rostock & Warnemünde. „Im Juli Hunderttausende Besucher und Sportler aus der ganzen Welt in Warnemünde zu begrüßen, um ein sportliches und kulturelles Sommerfest zu feiern, ist aktuell einfach nicht möglich. Die Warnemünder Woche um ein Jahr zu verschieben, ist uns bei Weitem nicht leichtgefallen, aber ich halte es nach Rücksprache mit allen Beteiligten für das Richtige. Und wer weiß, wofür es gut ist? Jetzt haben wir ein Jahr Zeit, neue Ideen und Konzepte zu entwickeln, um die Warnemünder Woche noch attraktiver zu gestalten.“

Der Sportdirektor der Warnemünder Woche, Peter Ramcke: „Wir müssen leider AP über Alpha signalisieren, d. h. für die Segler „Alle Wettfahrten fallen für die Warnemünder Woche aus“. Eine so hochkarätige Veranstaltung verlangt auch für die Sportler neben der Vorbereitung den Kopf frei zu haben und vor allem gesund zu sein und zu bleiben. Ich bin bereits im intensiven Austausch mit den Aktiven und Vertretern der verschiedenen betroffenen Klassen über das kommende Jahr. Fest steht, wir werden auch 2021 wieder ein sportliches Programm präsentieren, das sich sehen lassen kann und freuen uns mit allen Sportlern, ehrenamtlichen Helfern und Unterstützern auf die Warnemünder Woche 2021.“

Ingeborg Regenthal, Büroleiterin des Warnemünde Vereins, der das Sommerfest an Land einschließlich der offiziellen Eröffnungsfeier und dem traditionellen „Niege Ümgang“ organisiert: „Wir stehen voll und ganz hinter dieser Entscheidung. Natürlich sind wir traurig, dass wir in diesem Jahr nicht wie gewohnt fröhlich und unbeschwert in Warnemünde feiern können, doch das Risiko wäre einfach zu groß. Wer uns kennt, weiß, wir werden uns jetzt nicht ausruhen, sondern beginnen direkt mit den Vorbereitungen, um im nächsten Jahr eine ganz tolle 83. Warnemünder Woche mit buntem Sommerfest auf die Beine zu stellen.“

Ralf Bergel vom Warnemünder Segel-Club (WSC) und ehrenamtlicher Chairman der Warnemünder Woche sagt: „Wir haben alle Optionen geprüft und sind zu dem Entschluss gekommen, dass eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt aus logistischen und organisatorischen Gründen leider nicht möglich ist. Die Warnemünder Woche lebt von ihren hochkarätigen, internationalen Segelwettbewerben, wie Europa- und Weltmeisterschaften. Im letzten Jahr hatten wir Seglerinnen und Segler aus insgesamt 38 Nationen in Warnemünde zu Gast. Das ist auch unser Ziel für das Jahr 2021. Wir stürzen uns jetzt in die Vorbereitungen für das nächste Jahr.“

Die nächste Warnemünder Woche findet vom 3. bis 11. Juli 2021 statt.

Mecklenburg-Vorpommern schließt Tourismus

Schwerin – Seit dem 18. März 2020 gelten aufgrund der Corona-Krise neue Regeln für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern.

„Mecklenburg-Vorpommern ist gern und erfolgreich Tourismusland. In der jetzigen Situation geht Urlaub aber nicht mehr. Deshalb müssen wir den Tourismus im Land komplett herunterfahren. Das geschieht zur Sicherheit der einheimischen Bevölkerung, der Beschäftigten in der Tourismuswirtschaft und auch unserer Gäste. Es muss unser Ziel sein, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Die Landesregierung habe sich am gestrigen Tag entschieden, einheitliche Regeln für das ganze Land festzulegen. „Ab dem heutigen Tag ist überall in Mecklenburg-Vorpommern allen touristischen Anbietern, also zum Beispiel Hotels, Pensionen, Gasthöfen, Campingplätzen, Wohnmobilplätzen, Vermietern von Ferienwohnungen und auch Homesharing-Anbietern untersagt, Urlaubsgäste aufzunehmen. Alle Gäste, die bereits im Land sind, müssen ihren Urlaub bis spätestens morgen beendet haben. Diese Regel muss jetzt von allen umgesetzt werden“, sagte Schwesig unter Verweis auf die gestrigen Beschlüsse des Kabinetts.

„Das Kabinett hat am gestrigen Tag touristische Reisen aus privatem Anlass in das Gebiet des Landes Mecklenburg-Vorpommern untersagt. Das bedeutet: Auch Tagesausflüge aus anderen Bundesländern nach Mecklenburg-Vorpommern sind in den nächsten Wochen leider nicht mehr möglich“, stellte die Ministerpräsidentin klar. Das Gleiche gelte für Busreisen oder Tagungen.

Zweitwohnbesitzer aus anderen Bundesländern dürfen ihre Wohnungen nur nutzen, wenn sie in Mecklenburg-Vorpommern einer erwerbsmäßigen oder selbstständigen Tätigkeit nachgehen, also wenn sie zum Arbeiten ins Land kommen.

Private Besuche innerhalb der Familie seien weiter möglich. „Allerdings muss allen privaten Besucherinnen und Besuchern klar sein, dass sie die touristischen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern nicht aufnehmen dürfen. In dieser Zeit sollten alle prüfen, ob private Reisen vermieden werden können. Der Kontakt in der Familie ist wichtig. Aber wir haben es mit einer hochansteckenden Krankheit zu tun. Bitte schützen Sie sich und auch die Menschen, die Ihnen nahestehen. Das gilt insbesondere für Ältere und chronisch Kranke“, so Schwesig.

Für Bürgerinnen und Bürger mit Erstwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern gebe es keine Einschränkungen bei der Bewegungsfreiheit innerhalb des Landes. Auch sie werden allerdings gebeten, alle Ausflüge und Besuche auf ihre Notwendigkeit zu prüfen.

„Das sind drastische Maßnahmen, und wir treffen sie nicht gern. Aber sie sind in der jetzigen Situation nötig. Wir bitten unsere Gäste herzlich um Verständnis und wir freuen uns auf ein Wiedersehen, wenn sich die Lage verbessert hat“, so die Ministerpräsidentin. Die Regeln gelten zunächst bis einschließlich 19. April 2020.

Landesregierungen im Norden schränken Tourismus ein

Schwerin – Die norddeutschen Küstenländer werden ab dem 16. März den Zugang für Touristen zu den Inseln in der Nord- und Ostsee unterbinden. Darauf haben sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Ministerpräsident Daniel Günther und Ministerpräsident Stephan Weil am Sonntag verständigt. In Mecklenburg-Vorpommern werden die Maßnahmen aufgrund der Größe der Inseln und der zahlreichen direkten Verbindungen aufs Festland ab morgen schrittweise eingeführt.

Von den Zugangsbeschränkungen ausgenommen werden lediglich Personen, die ihren ersten Wohnsitz auf einer der Inseln haben oder zur Arbeit auf die Insel müssen bzw. von der Arbeit auf dem Festland zurückkehren. Die Versorgung der Inseln mit Gütern des täglichen Bedarfs wird weiterhin sichergestellt.

Grund für die Abriegelung ist, dass die Gesundheitssysteme der Inseln nicht auf eine größere Zahl von mit dem Coronavirus infizierten Menschen vorbereitet sind. Die Maßnahme dient damit sowohl dem Schutz der Inselbevölkerung als auch dem Schutz der Gäste. Insbesondere sind die Kapazitäten der Intensivmedizin auf den Inseln nicht auf schwere Erkrankungsverläufe ausgelegt.

Diese Anordnung wird durch verkehrsleitende Maßnahmen sichergestellt.

Urlauberinnen und Urlauber, die bereits auf einer der Inseln Quartier bezogen haben, werden gebeten, den Heimweg anzutreten.

Für den Tourismus auf dem Festland kündigten die Landesregierungen ebenfalls Regelungen an.

M-V beliebtestes Reiseziel der Deutschen

Schwerin – Zum vierten Mal in Folge konnte Mecklenburg-Vorpommern seinen Platz als beliebtestes Inlandsziel der Deutschen behaupten. Nirgendwo anders in Deutschland verbrachten im Jahr 2019 mehr Deutsche ihren Urlaub als zwischen Ostsee und Seenplatte. Das geht aus der Reiseanalyse 2020 der Forschungsgruppe Urlaub und Reisen hervor, die heute nicht wie geplant auf der ITB Berlin, sondern über den Youtube-Kanal des Unternehmens präsentiert wurde.

Nach Angaben der Reiseanalyse ist Deutschland mit 26 Prozent aller Urlaubsreisen weiterhin das wichtigste Reiseziel der Deutschen. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet einen Marktanteil von 5,1 Prozent an allen 2019 angetretenen Urlaubsreisen der Deutschen (ab fünf Tagen Dauer) und liegt damit 0,5 Prozentpunkte vor Bayern an der Spitze der beliebtesten Reiseziele. Zudem hält Mecklenburg-Vorpommern den deutlichen Abstand zu den Küstenländern Schleswig-Holstein (4,2 Prozent) und Niedersachsen (3,4 Prozent).

Auch im Vergleich mit den internationalen Reisezielen behauptet sich Mecklenburg-Vorpommern gut. Das Urlaubsland landete vor Österreich (4,7 Prozent) auf Platz vier. Spitzenreiter bleiben Spanien (12,7 Prozent) und Italien (8,7 Prozent), gefolgt von der Türkei (6,3 Prozent).

„Wir liegen einen kräftigen Wimpernschlag vor Bayern. Das ist ein Erfolg der Tourismusbranche im Land. Wir klotzen weiter: Der Tourismus bleibt ein wachstumsstarker Wirtschaftsfaktor für unser Land. Um diese Position in der äußerst dynamischen Branche und dem starken Wettbewerb halten zu können, müssen wir stets innovative Impulse setzen, attraktive Angebote für unsere Besucher schaffen und die Qualität hoch halten. Nur dann wird es gelingen, weiterhin als beliebtestes Urlaubsziel der Deutschen ganz vorn zu landen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Birgit Hesse, Präsidentin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, ergänzte: „Die Reiseanalyse bestätigt die hohe Nachfrage nach Reisen in unser Bundesland. Sie ist neben der erst kürzlich veröffentlichten 36. Deutschen Tourismusanalyse die zweite maßgebliche Studie, die Mecklenburg-Vorpommern als beliebtestes Reiseziel der Deutschen herausstellt.“ Zudem verwies Hesse darauf, dass es in Zukunft einmal mehr darauf ankomme, das Angebot weiter zu qualifizieren. In Zeiten von gesamtgesellschaftlich geführten Debatten um Nachhaltigkeit und Klimaschutz halte Mecklenburg-Vorpommern das passende Angebot bereit. „Natur, Nachhaltigkeit und Nähe sind die Koordinaten, an denen wir den Tourismus der Zukunft ausrichten werden. Hiermit können und werden wir ganz sicher punkten.“ Deshalb sei es laut Hesse sehr wichtig, den qualitativen Ausbau naturnaher Angebote wie Radfahren und Wandern und Reiten zu forcieren, um etwa die Natur noch erlebbarer zu machen.

Der größte Veranstalter TUI reagiert bereits auf die gestiegene Nachfrage und will sein Angebot im Nordosten um fünf Prozent ausbauen. „Mecklenburg-Vorpommern ist die begehrteste Urlaubsregion unserer Gäste. Rund 25 Prozent aller Deutschlandurlauber verbringen hier ihre Ferien, Tendenz steigend“, sagte Gerald Schmidt, Leiter TUI Produktmanagement für Deutschland.

Auch der Ferienobjektanbieter Novasol, der insgesamt 750 Ferienhäuser und -wohnungen zwischen Ostseeküste und Seenplatte offeriert und sein Angebot weiter ausbauen will, bekräftigt: „Novasol konnte seine Buchungszahlen in das beliebte nördliche Bundesland stark verbessern. 2019 stiegen die Buchungszahlen um 19 Prozent. Und auch für 2020 scheint sich der Trend weiter fortzusetzen. Momentan kann ein Wachstum von knapp 25 Prozent für Mecklenburg-Vorpommern vermeldet werden“, erklärt Kai-Uwe Finger, Head of Sales & Marketing Central Europe.

Die durch die Reiseanalyse bestätigte Beliebtheit Mecklenburg-Vorpommerns spiegelt sich auch in der aktuell veröffentlichten Jahresbilanz wider. Zwischen Januar und Dezember wurden knapp 8,4 Millionen Gäste (+6,2 Prozent) an das Statistische Amt gemeldet, die etwa 34,1 Millionen Übernachtungen (+10,4 Prozent) im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern verbracht haben. „Die Zahlen zeigen, unser Land präsentiert sich erfolgreich als nachhaltige, weltoffene und internationale Reisedestination, die von Urlaubern mehr und mehr geschätzt wird. Das reicht noch nicht. Wir haben noch Luft nach oben. Gefragt sind kreative Ideen, nachhaltige Innovationen beim Thema Saisonverlängerung sowie eine noch stärkere serviceorientierte Gastgeberqualität. Gäste, die einmal da waren, sollen auch gern wiederkommen und im besten Fall neue Urlauber mitbringen“, sagte Harry Glawe.

Zwischen Sommer 2018 und Sommer 2019 wurde durch das Statistische Amt eine so genannte Berichtskreisprüfung vorgenommen, in deren Rahmen rund 500 bisher nicht erfasste Betriebe mit insgesamt 45.000 Betten, vor allem Ferienhäuser und -wohnungen sowie Pensionen, in die Statistik mit aufgenommen wurden. Birgit Hesse ordnet das deutliche Wachstum ein: „Die Gäste- und Übernachtungszahlen für das Jahr 2019 eignen sich deshalb nur bedingt für einen Vorjahresvergleich und sind vielmehr als neue Basis für zukünftige Gegenüberstellungen zu betrachten. Dies wird erst im kommenden Jahr wieder möglich sein“, sagte Hesse.

Die Übernachtungszahlen aller Reiseregionen des Landes haben sich im Jahr 2019 positiv gegenüber dem Vorjahreszeitraum entwickelt. So verzeichnen vor allem die Küstenregionen, darunter Fischland-Darß-Zingst (+17,2 Prozent) sowie die Inseln Usedom (+15,6 Prozent) und Rügen (+11,9 Prozent) und die Mecklenburgische Ostseeküste (+10,0 Prozent) besonders hohe Übernachtungszuwächse. Im Vorpommerschen Festland lag das Übernachtungswachstum bei +3,8 Prozent, in der Mecklenburgischen Seenplatte und Schweiz bei +3,7 Prozent und in Westmecklenburg bei +2,8 Prozent. „Besonders in den Küstenregionen macht sich die höhere Anzahl der Betriebe in den Veränderungsraten gegenüber 2018 bemerkbar. Etwa drei Viertel der Übernachtungen werden an der Küste verbracht“, sagte Hesse.

Im Bereich des Städtetourismus schlagen für die sechs größten Städte des Landes, die rund zwölf Prozent aller Übernachtungen auf sich vereinen, folgende Zahlen zu Buche: Die Hansestadt Stralsund (+9,8 Prozent), die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg (+9,0 Prozent) und die Welterbestadt Wismar (+8,9 Prozent) vermelden ein hohes Wachstum und führen die Statistik an. Rostock (+7,0 Prozent) und Schwerin (+2,2 Prozent) verzeichnen ebenfalls ein Wachstum; etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegt sich die Hansestadt Greifswald (-1,1 Prozent).

5,07 Millionen Übernachtungen (+1,2 Prozent) wurden auf den Campingplätzen im Nordosten gezählt. Damit kann sich Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich auf dem dritten Platz hinter Bayern und Niedersachsen positionieren.

Rund 393.000 ausländische Gäste (-3,0 Prozent) verbrachten im vergangenen Jahr mehr als 1,1 Millionen Übernachtungen (+3,4 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern. Von den fünf wichtigsten Quellmärkten übernachteten Urlauber aus Dänemark (+3,3 Prozent), Österreich (+2,5 Prozent) und der Schweiz (+1,9 Prozent) häufiger im Nordosten als im Vorjahr. Die Übernachtungen aus den Niederlanden (-10,8 Prozent) und Schweden (-0,4 Prozent) sind rückläufig.

Gemäß einer Umfrage zum Jahreswechsel des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern in der Branche sind die Erwartungen an das Jahr 2020 überwiegend positiv: Eine Mehrheit von 62 Prozent der 265 befragten Touristiker und Quartiersanbieter rechnet mit einer vergleichbar guten Saison wie im Vorjahr. Knapp zwölf Prozent erwarten sogar eine höhere Auslastung als 2019. Als Grund für diese Einschätzung gaben mehr als 50 Prozent der Befragten gute Vorbuchungszahlen an. Inwieweit sich die aktuelle Nachrichtenlage rund um das Coronavirus auf diese Prognose niederschlagen wird, wird im Rahmen einer Umfrage ermittelt, deren Ergebnisse zur ersten großen Reisewelle zum Osterfest vorliegen werden.

Pfahlsetzung an der Seebrücke Koserow

Insel Usedom – Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat sich heute über die Baufortschritte an der neuen Seebrücke im Ostseebad Koserow informiert.

„In Koserow auf Usedom entsteht eine Visitenkarte unserer touristischen Infrastruktur. Die 280 Meter lange und dreieinhalb Meter breite Seebrücke soll sich zu einer durchgehend barrierefreien Flaniermeile für Gäste und Anwohner des Ostseebades entwickeln. Mit der Fertigstellung des Bauwerks wird Koserow seinem Ruf eines barrierefreien Seebades noch nachdrücklicher gerecht. Kein Gast soll vom Urlaub ausgeschlossen sein, ganz gleich ob mit oder ohne Handicap“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort. Während der Baustellenbesichtigung ist ein weiterer von insgesamt 56 Gründungspfählen der Brücke in den Boden gerammt worden.

Die neue Seebrücke bindet direkt an den Seebrückenvorplatz an, die im Zugangsbereich auf etwa zehn Meter Länge und fünfeinhalb Meter Breite ausgeweitet wird. Das Seebrückenbauwerk inklusive Anleger, Rampe und Plattform soll auf insgesamt 56 Gründungspfählen errichtet werden. Es wird Stahl als tragendes Element für die Seebrücke verwandt, Holz für den Gehbelag und die Handläufe sowie Stahlbeton für die landseitige Gründung und den Anleger.

Im Verlauf der Seebrücke werden drei Verbreiterungen angelegt, die zusätzliche Flächen zum Verweilen anbieten. Zudem werden auf dem Seebrückenkopf ein acht Meter hoher Glockenturm installiert sowie eine Sitz- und Liegelandschaft eingerichtet. Eine künstlerisch gestaltete zweidimensionale Plastik in Form eines Fischers mit Glocke sowie eine Info-Tafel mit Wetter- und Wasserdaten ergänzen den Neubau. Darüber hinaus ist an der Süd-Ost-Seite ein Anleger für die Fahrgastschifffahrt geplant.

Dieser erhält zwei Ebenen als Zugangsbereich zu den Fahrgastschiffen (das Oberdeck von Fahrgastschiffen kann barrierefrei mit Hilfe einer zusätzlichen Rampe erreicht werden, der untere Zugang ist für den normalen Publikumsverkehr vorgesehen).

„Bereits im Spätsommer dieses Jahres soll die Seebrücke fertiggestellt sein. Es ist wichtig, kluge und zukunftsweisende Investitionen in die infrastrukturelle Weiterentwicklung zu tätigen, denn der Tourismus ist in Mecklenburg-Vorpommern ein wesentlicher Wirtschafts- und Imagefaktor. Mit der Seebrücke wird ein attraktives Angebot geschaffen, um Gästen einen weiteren Mehrwert Ihres Urlaubs auf Usedom zu bieten“, sagte Rudolph.

Im Rahmen der touristischen Infrastrukturförderung wurden seit 1991 in der Gemeinde Ostseebad Koserow insgesamt 18 Investitionsmaßnahmen vom Wirtschaftsministerium gefördert. Die Maßnahmen haben ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 13,3 Millionen Euro, das in Höhe von rund 9,3 Millionen Euro unterstützt wurde. Dabei handelte es sich unter anderem um die Errichtung von Rettungstürmen, die Ausstattung von Kinderspielplätzen und die Neugestaltung der Strandpromenade Koserow. „Wir werden die Städte und Gemeinden weiterhin bei Investitionen begleiten, um qualitativ hochwertige und saisonverlängernde Angebote im Tourismus anbieten zu können“, sagte Rudolph.

Die Gesamtinvestition beträgt knapp 7,4 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 4,9 Millionen Euro.

Geschäfts- und Tagungsreisen

Rostock Convention Bureau positioniert Landkreis im Tagungs- und Kongresssegment

Rostock – Das Rostock Convention Bureau investiert derzeit intensiv in den Aufbau eines Netzwerkes für Geschäfts- und Tagungsreisen im Landkreis Rostock. Ziel ist es, die Akteure in diesem wichtigen Kongresssegment zu bündeln und interessierten Veranstaltern ein großes Spektrum an einzigartigen Locations im Umland der Hansestadt zu präsentieren. Als weiteres Projekt sollen mit Unterstützung des Planungsverbandes Region Rostock die Tagungsstandorte gezielt vermarktet und die Aufmerksamkeit auf die Region erhöht werden.

„Der Landkreis Rostock mit seinen vielen Guthäusern, Tagungshotels und Schlössern entwickelt sich zunehmend zu einer attraktiven Region für Geschäftskunden und Unternehmen, die ein besonderes Ambiente schätzen. Neben vielen architektonischen Kleinoden kann der Landkreis auch mit seinem natürlichen Umfeld und intakter Natur punkten. Es ist richtig, dass die Hanse- und Universitätsstadt und der Landkreis Rostock im touristischen Regionalmarketing an einem Strang ziehen. Durch den erweiterten Aktionsradius des Rostock Convention Bureaus ergeben sich für die beteiligten Akteure fortan zahlreiche Synergieeffekte. Das stärkt die gesamte Region“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

„Der Geschäftstourismus gilt insbesondere in der Nebensaison als belebender Faktor. Anders als der Freizeittourismus ist er saison- und wetterunabhängig. Tagungsgäste sorgen außerdem für eine erhöhte Nachfrage nach weiteren Produkten und Dienstleistungen vor Ort“, hob der Wirtschaftsminister auch die Arbeitsplatzeffekte hervor. Seit 2016 steht das Rostock Convention Bureau der Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing mbH mit nationalen wie internationalen Veranstaltungsplanern als zentraler Servicepartner und Vermarkter der Tagungsregion zur Verfügung.

„Unser Convention Bureau hat sich als wichtiger Faktor für die Wirtschaft, Wissenschaft und den Tourismus entwickelt. Allein im vergangenen Jahr des 600. Universitätsjubiläums haben unsere Tagungsexperten 18 Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland aktiv unterstützt“, betonte der Geschäftsführer von Rostock Marketing, Tourismusdirektor Matthias Fromm. „Seit zwei Jahren verfolgen wir die Strategie, die Akteure im Landkreis stärker einzubinden. Davon profitieren sowohl der Landkreis als auch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock.“

Im Rahmen des Projektes wurden bereits zahlreiche touristische Anbieter aus dem MICE-Segment (Meetings, Incentives, Congresses, Events) im Landkreis für eine Mitarbeit gewonnen und ein nachhaltiges Kontaktnetzwerk für die Region aufgebaut. In einem zweiten Schritt wird nun ein Konzept erarbeitet, mit dem die Akteure im Landkreis ab dem Frühjahr ihre MICE-Kapazitäten vermarkten. Im Zuge dessen wird die gesamte Rostocker Region in Kürze auf großen Messen und touristischen Fachveranstaltungen als erstklassiger Tagungs- und Kongressstandort präsentiert. Als zentrale Vermarktungsplattform steht zusätzlich das Portal www.tagungsregion-rostock.de zur Verfügung.

Regelmäßige Netzwerktreffen ermöglichen den Kontaktaustausch zwischen den Hoteliers und weiteren Beteiligten in Rostock und im Landkreis. In gemeinsamen Workshops werden zudem Vorschläge zur Stärkung der Kooperation erarbeitet und die Weiterentwicklung der Tagungsregion Rostock diskutiert. Gerade in der Nebensaison steigt durch die zusätzlich generierte Nachfrage der Bedarf an Arbeitskräften. Starke Saisoneffekte lassen sich somit abschwächen.

Die Gesamtkosten der beiden Projekte zum Aufbau eines Netzwerkes im Tagungstourismus im Landkreis Rostock sowie einer gemeinsamen Vermarktungsstrategie in einem Förderzeitraum von Januar 2018 bis zum Oktober 2021 betragen rund 330.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 50.000 Euro sowie aus der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in Höhe von 240.000 Euro. Im Projektzeitraum wird das Rostock Convention Bureau mit zwei Mitarbeiterinnen verstärkt.

Mit der Gründung des Rostock Convention Bureau unter dem Dach der Rostock Marketing GmbH ist seit Januar 2016 der Weg für ein einheitliches Tagungs- und Kongressmarketing der Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie dem Landkreis Rostock geebnet. Es bündelt gezielte Marketingmaßnahmen, um Tagungsveranstalter für die Region Rostock zu gewinnen und unterstützt bei der Planung, Angebotserstellung und Organisation von Tagungen und Kongressen.

WLAN-Ausbau in Tourismusregionen

Schwerin – Der Ausbau von mehr als 200 WLAN-Hotspots in Tourismusregionen des Binnenlandes von MV startet. Nach einer EU-weiten Ausschreibung wurde der WLAN-Ausbauvertrag zwischen dem Unternehmen The Cloud Networks Germany GmbH aus München und dem Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern, geschlossen.

„Die Einrichtung und Installation von Hotspots in Tourismusregionen des Landes kann beginnen. Es sollen insbesondere Standorte berücksichtigt werden, die von touristischer Bedeutung sind wie beispielsweise Städte im Binnenland, Schlösser und Gutshäuser, touristisch genutzte Wasserstraßen und Reviere und stark nachgefragte Sehenswürdigkeiten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Digitalisierung in der Tourismuswirtschaft ist eine wesentliche Forderung in der Tourismuskonzeption „Branche mit Zukunft gestalten“ und ein wesentlicher Bestandteil der Weiterentwicklung des heimischen Tourismus. „Wir setzen die Konzeption weiter um. Ich bitte die Kommunen, die Auftragnehmer bei der Ausführung bestmöglich zu unterstützen, insbesondere die für die WLAN-Planung vor Ort notwendigen Zugänge zu ihren Objekten zu gewährleisten, alle Informationen bereitzustellen und bei der Einholung der erforderlichen Genehmigungen mitzuwirken“, so Glawe weiter.

Digitale Informationen über Sehenswürdigkeiten, Öffnungszeiten von Museen und Gaststätten oder Schleusen sowie aktuelle Verkehrsmeldungen sind für Einheimische und Gäste notwendig und werden zu einem guten Aufenthalt vor Ort auch vorausgesetzt.

„Die Digitalisierung hat auch das Buchungs- und Reiseverhalten grundlegend verändert. Smartphones und Tablets mit mobiler Anwendungssoftware sind weit verbreitet und werden von vielen Gästen im Land genutzt, setzen aber eine jederzeitige Verfügbarkeit des Internets voraus. Gerade im Tourismus sind sie wichtig, weil sie den Zugriff zu Informationen bieten und neue Kommunikationsmöglichkeiten eröffnen. Die Verfügbarkeit von WLAN ist für eine Reiseentscheidung von wachsender Bedeutung, gerade für Familien mit Kindern. Damit können u.a. die Gästezufriedenheit gesteigert, weitere internationale Gäste gewonnen, Versorgungslücken geschlossen und die Sicherheit auf dem Wasser erhöht werden“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.

Weitere Potentiale für mehr touristische Entwicklung und Wertschöpfung bestehen vor allem im Binnenland. Eine möglichst flächendeckende, frei zugängliche WLAN-Versorgung ist erforderlich. Bisher fehlt jedoch in Mecklenburg-Vorpommern an ausgewählten Plätzen in kleineren Städten, an Gutshäusern/Schlössern sowie auf Wasserstraßen die WLAN-Verfügbarkeit. Mit Hilfe der Errichtung von so genannten Access-Points soll Abhilfe geschaffen werden. Die Mittel von 500.000 Euro hierfür werden aus der Digitalen Agenda des Landes zur Verfügung gestellt. Die Errichtung des Tourismus-WLAN MV soll in den Jahren 2020 und 2021 erfolgen.

Die Studie zur „Standortbestimmung von WLAN-Hotspots in Tourismusregionen von Mecklenburg-Vorpommern“ wurde durch die DEN GmbH Greifswald erstellt und im II. Quartal 2019 veröffentlicht. Die WLAN-Hotspots sollen an rund 260 Standorten umgesetzt werden.

Nationalparks und Naturtourismus

Insel Rügen – Die Vorpommersche Boddenlandschaft, Jasmund auf Rügen und die Müritzregion sind drei der 16 Nationalparks in Deutschland. In diesem Jahr jährt sich ihr Bestehen zum 30. Mal. Auf dem Neujahrsempfang des Nationalparkamtes Vorpommern am 01. Februar im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl auf Rügen stellte Umweltminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung der drei Nationalparks für einen erfolgreichen Naturtourismus und damit für die Entwicklung der ländlichen Räume heraus.

„Die Möglichkeit weitestgehend unberührte Natur zu erleben, wird für die Reiseentscheidung vieler Menschen immer wichtiger. Nicht umsonst gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den beliebtesten Urlaubsregionen der Deutschen. Allein der Nationalpark Jasmund zählt jährlich etwa eine Million Besucherinnen und Besucher. In Zukunft kommt es darauf an, das Prädikat „Nationalpark“ für die ländlichen Regionen weiter in Wert zu setzen, ohne Natur und Landschaft nachhaltig zu belasten und die Bedürfnisse der Anwohner zu übergehen“, führte er aus.

In der Region im und um den Nationalpark Jasmund konnte in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern laut Backhaus eine exzellente touristische Infrastruktur aufgebaut werden. Neben modernen Herbergen seien gut ausgebaute Wander-, Rad- und Reitwege entstanden. Das Nationalparkzentrum Königsstuhl sei eines der beliebtesten und besucherstärksten Umweltbildungs­zentren bundesweit.

Seit 2011 sind Teile der Buchenwälder des Nationalparks sogar UNESCO-Weltnaturerbe. „Das ist ein Meilenstein für die Natur und hat dazu geführt, dass unser Bundesland auch internationale Bekanntheit erlangte“, so Backhaus. Mit dem 2017 eingeweihten UNESCO-Welterbe-Forum sei ein weiteres attraktives touristisches Angebot geschaffen worden.

An der Stelle des heutigen Nationalpark-Zentrums Königs­stuhl befand sich vor der Einweihung im Jahr 2004 eine etwa 2,8 Hektar große Militärliegenschaft, erinnerte der Minister. Nachdem im Jahr 1994 die Idee entstand, dort eine Bildungseinrichtung für den Nationalpark zu schaffen, prüfte das Land Möglichkeiten, das Areal zu erwerben. Im Jahr 1997 konnten Bund und Land einen Flächentausch im Wert von 3,5 Mio. DM vereinbaren. Die Liegenschaften am Königsstuhl erwarb das Land, indem es Flächen auf der Insel Riems abgab, die der Bund für seine Forschungsinstitution benötigte, führte Backhaus aus.

Das Land als Flächeneigentümer räumte der Stadt Sassnitz ein Erbbaurecht ein und verzichtete auf die Zahlung von jährlichen Erbbauzinsen in Höhe von 104.000 DM. Das Wirtschaftsministerium reichte rund 9,4 Mio. DM Fördermittel an die Stadt Sassnitz für die Errichtung des Zentrums und der Ausstellung aus. Der WWF Deutschland brachte die Kofinanzierung für die bereitgestellten Fördermittel in Höhe von 3,7 Mio. DM auf. Das Bundesamt für Naturschutz finanzierte die Mach­barkeitsstudie, erinnerte Backhaus.

Der WWF Deutschland und die Stadt Sassnitz gründeten daraufhin eine gemeinnützige Betreibergesellschaft. In einem umfassenden Vertragswerk regelten Land, Stadt und WWF Errichtung und Betrieb des Nationalpark-Zentrums Königsstuhl. „Die verbindende Klammer war stets der gemeinsame Wille, das Nationalparkzentrum zu einem naturschutzfachlichen, wirtschaftlichen und touristischen Erfolgsmodell zu entwickeln“, so der Minister. Im Jahr 2004 wurde das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl eingeweiht. Heute arbeiten an diesem Standort mehr als 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Weltweit gibt es mehr als 2.200 Nationalparks. Deutschland bringt insgesamt 16 Nationalparks in dieses Netzwerk mit ein.

Seebad Ueckermünde

Dahlemann: Landesregierung fördert Seebad Ueckermünde kräftig

Ueckermünde – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann hat auf dem gemeinsamen Neujahrsempfang des Vereins für Handwerk und Gewerbe und des Seebades Ueckermünde das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für ihre Stadt am Stettiner Haff gelobt: „Ob Handwerk und Gewerbe, Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung – sie alle sorgen gemeinsam dafür, dass Ueckermünde als Arbeits- und Lebensort und als Tourismusziel immer beliebter wird. Dazu zähle ich natürlich auch all die vielen Ehrenamtlichen, die in kleinen und großen Vereinen und Organisationen oder bei der Feuerwehr mit großer Leidenschaft dabei sind.“

Dahlemann ging auf die Entwicklung Vorpommerns insgesamt ein: „Der Landesteil Vorpommern hat sich in den vergangenen 30 Jahren gut entwickelt. Und das, obwohl die Bedingungen hier schwieriger sind als in Mecklenburg. Unsere Lage in der Metropolregion Stettin mit der Verbindung in den ganzen Ostseeraum hinein mitten in Europa bietet riesige Chancen. Und die wollen wir nutzen. Es ist längst Normalität geworden, dass wir über die deutsch-polnische Grenze hinaus kooperieren, arbeiten, leben – friedlich und mit Respekt. Das ist der Weg in eine gute Zukunft. Die Erfolgsgeschichte des Tierparks und die große Zahl polnischer Besucher sind der beste Beleg dafür.“

Der Staatssekretär hatte zum Neujahrsempfang auch zwei Fördermittelbescheide aus dem Infrastrukturministerium mitgebracht. Einen für den Neubau einer Bühne im Ueckerpark in Höhe von rund 968.000 Euro. Und überraschend einen für die Errichtung einer Buswartehalle im Schäferweg in Höhe von rund 26.000 Euro. Dahlemann: „Das alles ist gut angelegtes Geld, dass das schöne Seebad für Einheimische und Gäste noch attraktiver macht und schöner. Darauf dürfen wir gemeinsam sehr stolz sein.“

Touristischer Jahresauftakt

Rostock – In der Hansestadt Rostock hat am Mittwoch der Jahresempfang der Rostocker Touristiker stattgefunden. „Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren zu einem touristischen Leuchtturm im Land entwickelt. Die Mischung aus Großveranstaltungen, Unterkünften und saisonunabhängigen Attraktionen sorgt dafür, dass immer mehr Gäste Rostock entdecken. Davon profitiert auch das Umland. Diese Entwicklung muss stetig voran gebracht werden und sie ist keine Selbstverständlichkeit. Mit dem Germany Travel Mart im Mai, der 30. Hanse Sail in diesem Jahr oder der Deutschen Beachsoccer-Meisterschaft des DFB´s im August sind touristische Höhepunkte in diesem Jahr gesetzt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Wirtschaftsminister Glawe betonte, dass es wichtig sei, gemeinsam den Tourismus im Land voranzubringen. „Wir brauchen Gäste, die unser Land neu entdecken – genauso wie Gäste, die gern wiederkommen. Hier brauchen wir weiter Anreize. Das funktioniert beispielsweise durch den Ausbau und die Umsetzung kreativer und innovativer Ideen für mehr Saisonunabhängigkeit. Das Wirtschaftsministerium unterstützt auf diesem Weg“, so Glawe weiter.

2020 findet der Germany Travel Mart (GTM) im Mai in Mecklenburg-Vorpommern statt. Vom 10. bis 12. Mai werden die Hansestadt Rostock und die Landeshauptstadt Schwerin nationales und internationales Publikum begrüßen: 600 Reiseveranstalter und Journalisten aus rund 50 Ländern lernen Mecklenburg-Vorpommern als attraktive und nachhaltige Reisedestination kennen. „Hier treffen deutsche touristische Anbieter mit den entscheidenden Einkäufern der internationalen Reisebranche zusammen. Das ist eine gute Gelegenheit auf unser Land aufmerksam zu machen, um vor allem auch international noch bekannter zu werden. Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern vor allem als internationales Reiseziel noch weiter aufwerten“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Der GTM findet nach 2009 zum zweiten Mal in Mecklenburg-Vorpommern statt. Für den Germany Travel Mart 2020 sind seitens des Wirtschaftsministeriums Kosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro eingeplant.

Wirtschaftsminister Glawe machte vor Ort deutlich, dass weiter intensiv an der Umsetzung der Landestourismuskonzeption gearbeitet wird. „Ein wesentlicher Baustein in diesem Jahr ist die Unterstützung von Modellregionen in der Erprobung verschiedener Vorhaben, ohne gleich die Gesetzesgrundlage ändern zu müssen. Das können zum Beispiel die gegenseitige Anerkennung der Kurtaxe oder die Umsetzung gemeindeübergreifender Infrastrukturvorhaben sein. Möglich ist dies durch das Standarderprobungsgesetz“, betonte Glawe weiter. Die Kommunen beziehungsweise Regionen sind aufgerufen, abgestimmte Lösungskonzepte für ihre Problemstellungen zu erarbeiten. Neben den allgemeinen Fördermöglichkeiten wird das Wirtschaftsministerium die Personalkosten für bis zu drei „Kümmerer“ in den Modellregionen mit 80 Prozent fördern. Über die Konzepte wird das von Minister Glawe geleitete Steuerungsgremium entscheiden.

Im Zeitvergleich von 2008 bis 2018 zeigt sich, dass die Stadt Rostock ein kontinuierliches Wachstum bei den Ankünften von 547.300 im Jahr 2008 auf rund 820.000 Ankünften im Jahr 2018 verzeichnen konnte. Auch bei den Übernachtungen konnte Rostock zulegen. Rund 1,4 Millionen Übernachtungen wurden im Jahr 2008 nach Angaben des Statistischen Amtes gezählt.

Im Gesamtjahr 2018 liegen die Übernachtungen in der Hansestadt bei über zwei Millionen. Im Zeitraum Januar bis September 2019 wurden in der Stadt Rostock rund 638.000 Ankünfte (+1,5 Prozent) und rund 1,81 Millionen Übernachtungen (+8,8 Prozent) erfasst.

Von Januar bis September 2019 wurden nach Angaben des Statistischen Amtes rund 6,8 Millionen Ankünfte (+5,8 Prozent) und 28,3 Millionen Übernachtungen (+10,1 Prozent) in M-V gezählt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in M-V lag in diesem Zeitraum bei 4,2 Nächten. Von Januar bis September 2019 haben nach Angaben des Statistischen Amtes etwa 337.000 Gäste aus dem Ausland (-2,4 Prozent) rund 955.000 Übernachtungen (+3,4 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern verbracht. Diese kamen vor allem aus den Nachbarländern Polen (+43,2 Prozent), Dänemark (+3,2 Prozent), Österreich (+2,1 Prozent) und der Schweiz (+2,8 Prozent) sowie aus Schweden (1,9 Prozent). „Bei ausländischen Gästen können wir noch weiter zulegen. Potential besteht vor allem bei Gästen aus dem Ostseeraum und in den Alpenländern. Wir werben weiter intensiv für Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Glawe.

Hinweis: Erfasst wurden Beherbergungsbetriebe mit mindestens 10 Betten sowie Campingplätze ohne Dauercamping mit mindestens 10 Stellplätzen. Die Anzahl der im aktuellen Berichtsmonat ausgewiesenen geöffneten Beherbergungsbetriebe und angebotenen Schlafgelegenheiten liegt deutlich über den entsprechenden Angaben des Vorjahresmonats. Grund für die hohen Veränderungsraten ist unter anderem eine durch das Statistische Amt durchgeführte Überprüfung des Berichtskreises und die Aufnahme von vermittelnden Betrieben mit mehr als 10 Betten Kapazität in die Berichtspflicht. Dadurch ist die Zahl der auskunftspflichtigen Betriebe gegenüber dem Vorjahresmonat zum Teil stark angestiegen.

Im Jahr 2019 sind im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) zur Förderung von Investitionen im Bereich der wirtschaftsnahen Infrastruktur (=touristische und gewerbliche Infrastruktur) in Mecklenburg-Vorpommern rund 89,1 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium bewilligt bzw. zugesichert worden (einschl. Mittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ EFRE). Mit dem Einsatz dieser Fördermittel konnten 64 Vorhaben in Mecklenburg-Vorpommern mit Investitionen in Höhe von rund 109,1 Millionen Euro ermöglicht werden.

Beispielsweise wurde im Kreuzfahrthafen Rostock-Warnemünde mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums weiter investiert – der Hochbau für das neue Kreuzfahrtterminal am Liegeplatz P8 im Werftbecken und der Bau der Landstromanlage sind im November 2019 offiziell gestartet worden.

Darüber hinaus soll im Rostocker Zoo eine neue Anlage für die Robben gebaut werden. Die Kosten für die neue Anlage belaufen sich auf insgesamt sieben Millionen Euro. Die förderfähigen Kosten werden zu 80 Prozent vom Wirtschaftsministerium übernommen. „Wir werden auch in diesem Jahr Investitionen in die wirtschaftsnahe Infrastruktur unterstützen“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Organisiert wurde der Jahresempfang unter anderem von der Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing mbH (Rostock Marketing), vom Tourismusverein Rostock & Warnemünde e.V. sowie die familiengeführten Privathotels und Pensionen in Rostock, Warnemünde und Umgebung e.V.

Tourismus – Bilanz 2019 und Ausblick 2020

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat für das Tourismusjahr 2019 eine insgesamt eine gute Bilanz gezogen. „Die Branche in Mecklenburg-Vorpommern kann für das Tourismusjahr 2019 ein deutliches Plus verbuchen: Mehr Gäste besuchen unser Land. Ankünfte und Übernachtungen ziehen im Jahresverlauf weiter an. Die Branche wächst. Wir rechnen mit einem neuen Spitzenwert bei den Übernachtungen und Gästen im Gesamtjahr. Das ist Grund zur Freude, aber bei weitem kein Selbstläufer. Wir haben eine Menge Hausaufgaben im Gepäck. Zu den Herausforderungen zählen beispielsweise die Tourismusfinanzierung, die Erreichbarkeiten in den Regionen und das Vorantreiben von Innovationen in der Branche. Unser Land steht in einem sich rasch veränderten Wettbewerb mit anderen Regionen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Montag.

Wachstumsplus von Januar bis September

Von Januar bis September 2019 wurden nach Angaben des Statistischen Amtes rund 6,8 Millionen Ankünfte (+5,8 Prozent) und 28,3 Millionen Übernachtungen (+10,1 Prozent) in M-V gezählt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in M-V lag in diesem Zeitraum bei 4,2 Nächten. Auch in den Regionen gibt es Zuwächse: So liegen die relativen Übernachtungszuwächse für die Regionen Fischland-Darß-Zingst (+16 Prozent), Usedom (+15,7 Prozent), Rügen/Hiddensee (+10,8 Prozent) und Mecklenburgische Ostseeküste (+10,4 Prozent) von Januar bis September 2019 zum Teil weit über dem Landesdurchschnitt (+10,1 Prozent). Das Vorpommersche Festland (+4,0 Prozent), die Mecklenburgische Seenplatte/Schweiz (+3,5 Prozent) und Westmecklenburg (+2,1 Prozent) verzeichnen ebenfalls positive Zuwächse.

Hinweis: Erfasst wurden Beherbergungsbetriebe mit mindestens 10 Betten sowie Campingplätze ohne Dauercamping mit mindestens 10 Stellplätzen. Die Anzahl der im aktuellen Berichtsmonat ausgewiesenen geöffneten Beherbergungsbetriebe und angebotenen Schlafgelegenheiten liegt deutlich über den entsprechenden Angaben des Vorjahresmonats. Grund für die hohen Veränderungsraten ist unter anderem eine durch das Statistische Amt durchgeführte Überprüfung des Berichtskreises und die Aufnahme von vermittelnden Betrieben mit mehr als 10 Betten Kapazität in die Berichtspflicht. Dadurch ist die Zahl der auskunftspflichtigen Betriebe gegenüber dem Vorjahresmonat zum Teil stark angestiegen.

Wenige Unternehmen von Thomas Cook-Pleite bislang betroffen

Ein großes Thema war in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr die Insolvenz des Reiseanbieters Thomas Cook. „Wir haben schnell und unbürokratisch ein Maßnahmenpaket für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet, die von der Thomas Cook-Pleite betroffen sind. Dies enthält neben einer Unternehmens-Hotline unter anderem Bürgschaften und Darlehen, auch Kurzarbeit und die geförderte Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitern konnten genutzt werden, um Kündigungen zu vermeiden“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Mit Stand Ende November gab es über die Hotline der Gesellschaft für Struktur und Arbeitsmarktentwicklung (GSA) insgesamt zehn Unternehmen, die sich gemeldet hatten. Bei den Anrufern handelte es sich mehrheitlich um große Hotels beziehungsweise Hotelanlagen mit großen Bettenkapazitäten und dem Angebot von saisonverlängernden Maßnahmen und hohen Mitarbeiterzahlen. „Nachgefragt wurden Informationen zu den Themen Unterstützung, Weiterbildung sowie Insolvenzverfahren. Wir prüfen individuell, was das Richtige für jedes einzelne Unternehmen ist. Die Unternehmenshotline ist weiter geschaltet“, sagte Glawe.

Tourismusfinanzierung in Regionen

Ein Schwerpunkt ist auch im kommenden Jahr die künftige Tourismusfinanzierung. „Neu ist das Konzept der Modellregionen. Ziel ist es, über das Standarderprobungsgesetz mit Hilfe von vertraglichen Vereinbarungen in Modellregionen sich den gegenwärtigen Herausforderungen zu stellen. Insbesondere sollen dort Lösungen erarbeitet werden für die gegenseitige Anerkennung der Kurabgabe, für die Entlastung sowohl von Angehörigen der Einwohner in prädikatisierten Orten als auch für die Entlastung der Einwohner der Kommunen, die für die prädikatisierten Orte Dienstleistungen erbringen (Dienstleistungskommune Tourismus) sowie für neu zu prädikatisierende Orte (anerkannte Tourismusorte)“, machte Wirtschaftsminister Glawe deutlich.

Darüber hinaus sollen Lösungen erarbeitet werden für eine gemeindeübergreifende Infrastrukturentwicklung und genauso für eine durch die Kurabgabe mitfinanzierte ortsübergreifende Mobilität, wie Bus und Bahn. „Wer in den Tourismus einzahlt, muss am Ende merken, was er dafür bekommt. Der Mehrwert muss klar sein. Es müssen Vorteile für Einheimische und Gäste erkennbar sein. Anwohner müssen entlastet werden. Die Modellregionen sollen im ersten Halbjahr 2020 mit ihrer Arbeit beginnen können“, betonte Glawe.

Wachstum durch Internationalisierung – Germany Travel Mart 2020 in MV

Von Januar bis September 2019 haben nach Angaben des Statistischen Amtes etwa 337.000 Gäste aus dem Ausland (-2,4 Prozent) rund 955.000 Übernachtungen (+3,4 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern verbracht. Diese kamen vor allem aus den Nachbarländern Polen (+43,2 Prozent), Dänemark (+3,2 Prozent), Österreich (+2,1 Prozent) und der Schweiz (+2,8 Prozent) sowie aus Schweden (1,9 Prozent). „Gerade bei ausländischen Gästen können wir zulegen. Insbesondere im Ostseeraum und in den Alpenländern besteht noch deutlich Potential. Wir werden weiter intensiv werben“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.

2020 findet der Germany Travel Mart (GTM) im Mai in Mecklenburg-Vorpommern statt. Hier treffen deutsche touristische Anbieter mit den entscheidenden Einkäufern der internationalen Reisebranche zusammen. „Das ist eine sehr gute Chance auf unser Land aufmerksam zu machen, um vor allem auch international noch bekannter zu werden“. betonte Wirtschaftsminister Glawe. Im kommenden Jahr laufen die Veranstaltungen in Rostock und Schwerin. Der GTM findet nach 2009 zum zweiten Mal in Mecklenburg-Vorpommern statt. Damals waren 1.400 Touristiker aus 43 Ländern im Land.

2019 wurde im November der Deutsche Tourismustag in Rostock ausgerichtet. Er fand erstmalig in Mecklenburg-Vorpommern statt. Zu den Teilnehmern zählten neben Touristikern aus allen Regionen Deutschlands, auch Vertretern der Ministerien des Bundes und der Länder, Vorsitzende und Geschäftsführer touristischer Verbände, Organisationen und von städtischen Marketinggesellschaften. Der Deutsche Tourismustag ist mit mehr als 500 Teilnehmern die größte Verbandstagung für Akteure des Deutschlandtourismus im Jahr 2019.

Imagekampagne für Ausbildungsvielfalt gestaltet

Um Auszubildende zu gewinnen, hat der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband M-V (DEHOGA MV) die Kampagne „Gastro Burner“ im Herbst gestartet. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Kampagne mit 750.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). In einer Roadshow mit dem „Gastro Burner-Food Truck“ werden Schulstandorte in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Weitere Bestandteile sind Imagefilme, eine Kampagnenseite und Auftritte in Social Media Kanälen. „Service und Qualität im Hotel- und Gaststättenbereich hängen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab. Der Bedarf an Fachkräften ist groß, die Besetzung von Stellen inzwischen oft ein Problem. Umso wichtiger ist es, für die Vielfalt der Branche intensiv zu werben. Die Fachkräftesicherung in den Unternehmen fängt mit einer modernen Ausbildung an. Mit der Kampagne soll das Gastgewerbe stärker in den Fokus von Jugendlichen bei der Berufswahl gerückt werden. Damit kann ein zeitgemäßes Bild der Ausbildungsberufe in Hotellerie und Gastronomie vermittelt werden“, sagte Glawe.

Nach Angaben des Bundesagentur für Arbeit fallen derzeit (Stand Ende September) von den insgesamt 1.600 noch unbesetzten Berufsausbildungsstellen 404 Stellen (rund 25 Prozent) auf den HoGa-Bereich. In den Top 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen liegt auf dem ersten Platz der HoGa-Beruf Koch/Köchin (126 offene Stellen), auf dem 2. und 3. Platz liegen die Berufe Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau (119) und Hotelfachmann/Hotelfachfrau (107), und auf Platz 6 der Beruf Fachkraft im Gastgewerbe (52).

Wirtschaftsnahe Infrastruktur ausbauen – Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Im Jahr 2019 sind im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) zur Förderung von Investitionen im Bereich der wirtschaftsnahen Infrastruktur (=touristische und gewerbliche Infrastruktur) rund 89,1 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium bewilligt bzw. zugesichert worden (einschl. Mittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ EFRE). Mit dem Einsatz dieser Fördermittel konnten 64 Vorhaben in Mecklenburg-Vorpommern mit Investitionen in Höhe von rund 109,1 Millionen Euro ermöglicht werden. „Wir werden auch im kommenden Jahr touristische Maßnahmen unterstützen“, so Wirtschaftsminister Glawe.

Wirtschaftsfaktor Tourismus im Überblick

Die Wirtschaftsleistung Mecklenburg-Vorpommerns wird zu einem großen Teil (12 Prozent) durch den Tourismus erbracht. Zwei Drittel der touristischen Ausgaben in Höhe von 7,75 Milliarden Euro (2014) kommen mit den Besuchern, Gästen und Touristen aus den anderen Bundesländern nach Mecklenburg-Vorpommern. 17,8 Prozent der Erwerbstätigen in MV, also über 131.200 Menschen, arbeiten in Tourismusunternehmen und tourismusnahen Unternehmen. Das ist jeder sechste Beschäftigte in MV. Touristen, Besucher und Tagesgäste tragen in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrem Konsum und den Ausgaben entscheidend zum Bestand und dem Wachstum anderer Branchen wie dem Einzelhandel bei. „Der Tourismus ist ein Aushängeschild in Mecklenburg-Vorpommern. Er hat sich zu einer strukturbestimmenden Branche der heimischen Wirtschaft in unserem Land entwickelt“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Entschleunigen in der Feldberger Seenlandschaft

Feldberg – Die Marketingagentur zoneEINZ aus Feldberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, erholungssuchenden Urlaubern aus Mecklenburg-Vorpommern nahe gelegenen Ballungsräumen passende Paketreisen zu präsentieren. Auf der Website „naturtraumreisen.de“ können diese im Frühjahr und Spätsommer aus einem vielfältigen Angebot von Tages- und Wochenpaketen wählen und sich unter fachkundiger Anleitung auf einzigartige Wege durch die Feldberger Seenlandschaft und die umliegenden Gebiete begeben.

„Aktivurlaube werden immer mehr zum Trend. Dabei geht es um aufregende Erlebnisse und die Möglichkeit, aktiv die Natur zu erleben und dabei Entspannung zu erfahren. Mit unserer besonderen Landschaft sind wir dafür der ideale Anlaufpunkt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Seit einigen Jahren arbeiten der Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte sowie der Kur- und Tourismusausschuss zusammen mit der lokalen Kurverwaltung an gemeinsamen Projekten, um insbesondere in der Vor- und Nachsaison Besucher anzusprechen. Bis dato stehen viele touristische Anbieter vor der Herausforderung, auch in der Nebensaison eine gute Auslastung zu realisieren.

„Ziel des Projektes ist es, jeweils von März bis Juni und von September bis November Paketreisen anzubieten, die die Auslastung außerhalb der Sommermonate erhöhen sollen. Gesteigerte Buchungen bei den Gastronomen und Hoteliers vor Ort sorgen gleichzeitig dafür, dass sie ihre Arbeitnehmer fast ganzjährig beschäftigen können. Das schafft und sichert Arbeitsplätze bei uns im Land“, sagte Glawe.

In der Regel sind die Reisen für Gäste ausgelegt, die auch im Urlaub nicht auf Bewegung verzichten möchten und über ein Mindestmaß an Kondition verfügen, um rund zehn Kilometer lange Wanderungen zu bewältigen. Teilweise führen die Touren durch unebene Naturpfade oder Steigungen hinauf, die entsprechende Wanderausrüstung erfordern.

Das Angebot wird durch verschiedene Tagestouren ergänzt, die einen Vorgeschmack liefern, welche Entdeckungen innerhalb einer ganzen Woche möglich sind. Auch Strecken sind dabei, die mit dem Fahrrad oder dem Paddelboot zurückgelegt werden. Anders als bei Individualreisen können die Gäste das für sie passende Paket aussuchen, ohne Leistungen einzeln zu buchen. Zudem ist bei den Ausflügen immer ein Reiseleiter anwesend. Die beteiligten Hotels sind das Jagdschloss Waldsee, das Hotel und Restaurant Alte Schule, das Seehotel Lichtenberg, das Deutsche Haus Feldberg und das Alte Zollhaus. Hinzu kommen zehn touristische Aktivanbieter der Region. Buchbar sind die Reisepakete unter naturtraumreisen.de und über die Kanäle des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte.

„Die Reisen bieten den Besuchern attraktive Angebote, Mecklenburg-Vorpommern naturnah zu erleben“, sagte Glawe.

Im Förderzeitraum von Januar 2019 bis Dezember 2019 betragen die Gesamtkosten des Projektes knapp 38.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 30.000 Euro.

29. Tourismustag in Warnemünde

Warnemünde – „Digitale Daten als Währung – ist alles umsonst oder nur kostenlos?“ – so lautet der Titel des 29. Tourismustages, zu dem heute mehr als 250 Branchenvertreter im Hotel Neptun in Rostock-Warnemünde erwartet werden. Im Mittelpunkt steht das Thema Digitalisierung, sprich der Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur, der Umgang mit Informationen, Daten und Datenflüssen sowie die daraus resultierenden Aufgaben, Chancen und auch Risiken für touristische Organisationen.

Dazu Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern: „Die 30 Jahre Tourismusentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern sind eine Erfolgsgeschichte. Ich danke allen Aktiven von Herzen. Aktuell stehen wir vor wichtigen Weichenstellungen. Hierzu brauchen wir eine zukunftsorientierte Aufbruchstimmung und Mut. Dabei wird es darauf ankommen, bewusst am gleichen Strang und in die gleiche Richtung zu ziehen. Wenn Emotionen, Entsachlichung und Intransparenz ein erforderliches Bündeln von Ideen und Kräften zumindest erschweren, dann wird wertvolle Zeit verloren. Das ist nicht hinnehmbar. Unsere Tourismusbranche wird durch Dritte mit wachen Augen beobachtet. Darüber müssen wir uns im Klaren sein. Unser gemeinsamer Erfolg wird vom Miteinander und konstruktiven Handeln aller Akteure abhängen. Denkverbote verbieten sich.“

Wolfgang Waldmüller, Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, fügte mit Blick auf die Gesamtsituation hinzu: „30 Jahre nach dem Mauerfall steht der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern erneut vor einer Zeitenwende. Die Zeiten des scheinbar mühelosen und automatischen Wachstums in MV sind vorüber. Wir brauchen einen neuen Aufbruch. Dabei könnte, wenn wir es gut machen, unsere Zeit gerade jetzt kommen“, so Waldmüller weiter. „Die Orientierung der Menschen auf das Naturnahe, das Nachhaltige, das Nahe können wir besser bedienen als andere. Und wenn es absehbar gelingen sollte, das Flächenland mit schnellem und stabilem Netz zu versorgen sowie stärker in die digitalen Prozesse und in die Gedankenwelten junger Menschen einzusteigen, kann Mecklenburg-Vorpommern eine Verbundstrategie verfolgen – und wie kaum eine andere Region zugleich den natürlichen und den digitalen Freiraum anbieten, der bis in die Metropolen Hamburg und Berlin und darüber hinaus strahlt.“

Um den digitalen Anforderungen gerecht zu werden, haben sich die Kräfte im Deutschland-Tourismus vereint: Alle 16 Bundesländer erarbeiten gemeinsam mit der Deutschen Zentrale für Tourismus, die für das Auslandsmarketing zuständig ist, eine so genannte Open-Data-Strategie. Mit dieser soll ein gemeinsames Datenmanagement über alle touristischen Ebenen hinweg möglich werden, sodass beispielsweise die Daten von Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen in ganz Deutschland standardisiert erhoben und weltweit in unterschiedlichsten Kanälen ausgespielt und sichtbar werden können. Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), erläuterte in ihrem Statement: „Wichtige Wettbewerber für Deutschland als internationale Reiseziele, beispielsweise Österreich, Italien oder Frankreich, haben die Chancen von Open Data ebenfalls erkannt und bereits Graph-Lösungen entwickelt. Es geht deshalb um nicht mehr und nicht weniger, als den Tourismusstandort Deutschland auch im internationalen Wettbewerb langfristig zu sichern, die Markenpräsenz des Reiselandes Deutschland zu erhöhen und die Regionen durch eine Stärkung ihrer regionalen Präsenz zu fördern.“

„Zukunftsfähig werden wir auch in der Tourismusbranche unter anderem nur dann sein, wenn wir uns der Risiken und Chancen von mehr Digitalisierung bewusst sind. Meiner Meinung nach überwiegen hierbei die Chancen. Doch ohne die notwendige digitale Infrastruktur werden wir den Wettbewerb mit anderen Destinationen nicht gewinnen können. Entscheidend für die Branche ist, zukünftig die Digitalität stets mitzudenken. Hier geht es um die Verbindung zwischen Technik und Mensch bei gleichzeitiger Wahrung der Balance zwischen analoger und digitaler Welt. Erste Maßnahmen greifen bereits. Es ist geplant, landesweit WLAN-Hot-Spots an 234 touristischen Standorten zu installieren; die Ausschreibungsfrist endet am 29.11.2019. Ein weiterer Fortschritt ist der elektronische Meldeschein. Anders als bislang auf Papier notwendig kann der Gast künftig seine Unterschrift auf einem Pad leisten. Dies spart Ressourcen und Verwaltungsaufwand. Mecklenburg-Vorpommern gilt hier bundesweit als Vorreiter. Insgesamt brauchen wir mehr online buchbare Produkte und Dienstleistungen als bisher“, sagte Rudolph.

Des Weiteren wird auf dem Tourismustag ein Jahr nach dem Erscheinen der Landestourismuskonzeption, die die Aufgabenfelder Nachhaltigkeit, Digitalisierung sowie Internationalisierung benennt und damit die Weichen für die zukünftige Entwicklung im Tourismus stellen soll, eine erste Bilanz gezogen. So ist im Zuge der Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie, die der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern derzeit erarbeitet, um die Qualitätsentwicklung und -verbesserung touristischer Produkte in Mecklenburg-Vorpommern voranzutreiben, ein Strategiepapier erarbeitet worden. Dieses dient als Arbeitsgrundlage, aus der sich in den nächsten Monaten Einzelmaßnahmen für touristische Akteure sowie ein Qualitätsmanagement-Modell für das gesamte Land ableiten lassen sollen.

„Um es klar zu sagen, die Zeit der Beschreibungen von Problemen ist vorbei. Die Zeit der Modellregionen für die Lösungen der Probleme ist gekommen. So weit wie heute waren wir noch nie! Die Modellregionen müssen im ersten Halbjahr 2020 mit ihrer Arbeit beginnen können. Hierfür sind vertragliche Vereinbarungen der jeweils freiwillig beteiligten Gemeinden die Grundlage. Im Rahmen des Standarderprobungsgesetzes wird es beispielhaft darum gehen, die Modellregionen als jeweils einheitliches Erhebungsgebiet zu verstehen. Insbesondere sollen Lösungen modelliert werden für die gegenseitige Anerkennung der Kurabgabe, für die Entlastung sowohl von Angehörigen der Einwohner in prädikatisierten Orten als auch für die Entlastung der Einwohner der Kommunen, die für die prädikatisierten Orte Dienstleistungen erbringen (Dienstleistungskommune Tourismus), für neu zu prädikatisierende Orte (anerkannte Tourismusorte). Ebenso sollen Lösungen modelliert werden für eine gemeindeübergreifende Infrastrukturentwicklung und genauso für eine durch die Kurabgabe mitfinanzierte ortsübergreifende Mobilität (Bus und Bahn). Die in den verschiedenen Modellregionen gesammelten Erfahrungen sollen wegweisend für notwendige Gesetzesänderungen in der kommenden Legislatur sein“, hob Rudolph hervor.

„Nur mit qualitativ hochwertigen Angeboten können wir in Zukunft punkten. Ich freue mich zum Beispiel über den zweiten Platz, den das ‚100Haus‘ in Wolgast beim Deutschen Tourismuspreis belegen konnte. Es können gern noch mehr solcher Angebote über die Landesgrenzen hinausstrahlen“, sagte Wolfgang Waldmüller.

Zudem wird aktuell das Gesamtsystem touristischer Akteure in MV untersucht. An einer damit zusammenhängenden Befragung zur Erhebung der Strukturen auf der regionalen und der örtlichen Ebene haben sich 129 Organisationen und Institutionen, darunter alle touristischen Regional- und Fachverbände sowie alle Landkreise beteiligt. Danach stellt sich die Situation im Land wie erwartet sehr heterogen dar. Es gibt große Unterschiede in der Verfügbarkeit von Budget, Personal, Grundlagen und strategischen Ansätzen sowie Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Bis zum Frühjahr sollen Aussagen über die künftige Strukturierung und Zuordnung von Aufgaben getroffen werden und in einem so genannten Organisationsgutachten niedergeschrieben sein.

Neben der Organisation des Tourismus auf den Ebenen Land, Regionen und Orte geht es in den aktuellen Diskussionen auch um Fragen der Tourismusfinanzierung auf diesen. Dazu hat der Landestourismusverband unlängst ein Positionspapier mit 10 Punkten verabschiedet, dem inzwischen auch der Bäderverband MV gefolgt ist. Danach sollen alle vom Tourismus profitierenden Unternehmen und alle Gäste an der Tourismusfinanzierung beteiligt werden können. Zudem sollen alle touristischen Orte die Möglichkeit haben, ihre Aufwände für touristische Infrastruktur über Abgaben refinanzieren zu können. Einheimische sind von Kurabgaben zu befreien; der ÖPNV muss daran gekoppelt werden können.

Mecklenburg-Vorpommern auf internationalem Parkett: Nachdem Mecklenburg-Vorpommern in seiner Rolle als Partnerland der Internationalen Tourismusbörse Berlin 2018 internationale Bekanntheit erlangte und ein enormes Medienecho erzeugte, folgt im nächsten Jahr eine weitere Großveranstaltung im Nordosten: Vom 10. bis 12. Mai 2020 wird in Rostock und Schwerin der 46. Germany Travel Mart (GTM) ausgerichtet, der nach 2009 das zweite Mal in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet und vom Landestourismusverband gemeinsam mit der Deutschen Zentrale für Tourismus organisiert wird. Dazu Petra Hedorfer: „Der GTM ist die wichtigste Vertriebsveranstaltung für den deutschen Incoming-Tourismus. Ich freue mich schon heute sehr darauf, dass das Team des TMV einen professionellen Rahmen schaffen wird, mit dem sich die deutsche Tourismuswirtschaft bei den mehr als 600 Key Accounts der internationalen Reiseindustrie, darunter mehr als 100 internationale Medienvertreter, in Hochform präsentieren kann.“

Die Branche in MV kann für das Tourismusjahr 2019 ein deutliches Plus verbuchen: Von Januar bis September 2019 wurden zwischen Ostsee und Seenplatte rund 6,8 Millionen Ankünfte (+5,8 Prozent) und 28,3 Millionen Übernachtungen (+10,1 Prozent) an das Statistische Landesamt gemeldet. Damit sind die ersten neun Monate sowohl in Bezug auf Ankünfte als auch Übernachtungen die stärksten in der Landesgeschichte. Dieses starke Wachstum ist vor allem auf die von August 2018 bis Mai 2019 durchgeführte Berichtskreisprüfung des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern zurückzuführen, in deren Rahmen rund 500 bisher nicht erfasste Betriebe mit insgesamt 45.000 Betten, vor allem Ferienhäuser und -wohnungen sowie Pensionen, in die Statistik mit aufgenommen wurden. Im gesamten Bundesgebiet betrug das Übernachtungswachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 3,4 Prozent. Wolfgang Waldmüller warnt in diesem Zusammenhang vor zu viel Euphorie: „Ohne die Sondereffekte fällt das Wachstum klein aus und liegt im Bereich von einem Prozent. Wir tun ohnehin gut daran, uns von einer steten Wachstumserwartung zu lösen.“

Der Effekt der Berichtskreiserweiterung ist in allen Reiseregionen des Urlaubslandes zu spüren und sorgt vor allem entlang der Küste für ein deutliches Plus. So liegen die relativen Übernachtungszuwächse für die Regionen Fischland-Darß-Zingst (+16 Prozent), Usedom (+15,7 Prozent), Rügen/Hiddensee (+10,8 Prozent) und Mecklenburgische Ostseeküste (+10,4 Prozent) von Januar bis September 2019 zum Teil weit über dem Landesdurchschnitt (+10,1 Prozent). Auch für die Hansestädte Stralsund (+9,8 Prozent), Rostock (+8,8 Prozent) und Wismar (+8,5 Prozent) sowie für die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg (+8,7 Prozent) haben sich die Zahlen äußerst positiv entwickelt. Das Vorpommersche Festland (+4,0 Prozent), die Mecklenburgische Seenplatte/Schweiz (+3,5 Prozent) und Westmecklenburg (+2,1 Prozent) verzeichnen ebenfalls positive Zuwächse.

Von Januar bis September 2019 haben etwa 337.000 Gäste aus dem Ausland (-2,4 Prozent) rund 955.000 Übernachtungen (+3,4 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern verbracht. Diese kamen vor allem aus den Nachbarländern Polen (+43,2 Prozent), Dänemark (+3,2 Prozent), Österreich (+2,1 Prozent) und der Schweiz (+2,8 Prozent) sowie aus Schweden (1,9 Prozent). Der enorme Zuwachs polnischer Urlauber ist vermutlich überwiegend auf die Berichtskreiserweiterung zurückzuführen. Zudem traten im Vergleich zum Vorjahr rund 10,9 Prozent weniger Gäste aus den Niederlanden eine Reise ins Urlaubsland an, was insofern zu erwarten war, als dass das Jahr 2018 sehr erfolgreich für die Campingbranche verlief.

EuroVelo 10 wird ausgebaut

Barth – Der grenzüberschreitende Radweg EuroVelo 10 soll auf dem Gebiet der polnischen Stadt Kołobrzeg, der Gemeinde Kołobrzeg (Ortschaft Dźwirzyno) und der Stadt Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) ausgebaut werden.

„Der Radweg EuroVelo 10 bietet eine perfekte Gelegenheit, entlang der Ostseeküste einen attraktiven Teil Europas besser kennenzulernen. Mit den jetzt vorgesehenen Ausbaumaßnahmen wird die Strecke auf deutschem und polnischem Boden noch attraktiver“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die EuroVelo-Route EV10 (Ostseeküsten-Route) – auch Ostseeküsten-Radweg, Hansa-Route, international Baltic Sea Cycle Route (Hansa circuit) genannt – ist ein europäischer Fernradweg. Sie führt über knapp 8.000 Kilometer rund um die Ostsee durch die Länder Dänemark, Deutschland, Polen, Russland, Litauen, Lettland, Estland, Finnland und Schweden.

Jetzt ist vorgesehen, auf einer Strecke von rund siebeneinhalb Kilometern den Wanderradweg im Küstenstreifen in der Ortschaft Dźwirzyno auf einer Länge von 1,66 Kilometern auszubauen und eine Aussichtsbrücke zu errichten. Weiterhin werden ein dreieinhalb Kilometer langer Wander- und Radweg in Kołobrzeg und ein 1,26 Kilometer langer Radweg in der Stadt Barth entstehen. Die Projektpartner – Gmina Miasto Kołobrzeg (Stadt Kołobrzeg), Stadt Barth und die Gmina Kołobrzeg (Gemeinde Kołobrzeg) – planen zudem nach Abschluss der Maßnahme einen deutsch-polnischen Familien-Radwettbewerb auf dem Radweg R10.

„Zusätzlich ist geplant, den grenzüberschreitenden Radtourismus in der Region genau auszuwerten. So können maßgeschneiderte Angebote zur Weiterentwicklung der Strecke aufgenommen werden“, sagte Glawe.

Die Gesamtkosten betragen rund 2,8 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Projekt in Höhe von knapp rund 1,8 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen.

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung.

Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm.

Neuer Caravanstellplatz in Gützkow

Gützkow – In Gützkow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) soll direkt am Kosenowsee ein neuer Caravanstellplatz mit Mehrzweckhalle entstehen. Gützkow liegt an der Swinow, die südlich der Stadt in die Peene mündet. Im östlichen Teil der Stadt befindet sich der Kosenowsee.

„Gützkow ist dank seiner Lage im Natur- und Landschaftsschutzgebiet ein attraktives Ausflugsziel. Mit Fertigstellung des neuen Caravanplatzes können Urlauber künftig direkt in der Natur eine erholsame Zeit verbringen. Durch die Freizeitanlage entstehen fünf neue Arbeitsplätze vor Ort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Auf einer Fläche von etwa 24.000 Quadratmetern sollen künftig etwa 80 Komfort-Wohnmobil-Stellplätze geschaffen sowie eine Mehrzweckhalle mit Büro, Restaurant und Kiosk gebaut werden. Die Mehrzweckhalle bietet auf rund 1.000 Quadratmetern die Möglichkeit für sportliche Aktivitäten, wie Ballsportarten und die Nutzung einer Bowlinganlage mit vier Bahnen. Darüber hinaus wird der Caravanstellplatz über einen Wellnessbereich, Spielmöglichkeiten für Kinder und themenorientierte Unterhaltungsprogramme verfügen. Zur Nutzung regenerativer Energien soll auf dem Dach der Halle eine Solarstromanlage installiert werden.

„Mit der neuen Mehrzweckhalle und dem umfangreichen Freizeitangebot können die Gäste des Caravanstellplatzes bei jeder Wetterlage ihren Urlaub aktiv verbringen“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestition für den neuen Caravanstellplatz und die Nebenflächen beträgt rund 2,9 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 907.000 Euro.