600 Jahre Universität Rostock

Ministerpräsidentin würdigt älteste Universität im Ostseeraum

Rostock – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nahm heute am Akademischen Festakt zum 600-jährigen Jubiläum der Universität Rostock in der St.-Marien-Kirche zu Rostock teil und würdigte die altehrwürdige Universität in ihrem Grußwort.

„Ich gratuliere der Universität Rostock sehr herzlich zum 600. Jubiläum. Und ich bin allen dankbar, die daran mitgewirkt haben, dass die Alma Mater Rostochiensis im Laufe der Jahrhunderte zu dem geworden ist, was sie heute für uns alle ist: ein Ort der Forschung und der Lehre, ein Ort des Austausches zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Ort für Vor- und Querdenker, für Kreativität. Ein Ort offener und selbstbewusster Gemeinschaft.“

Vor wenigen Wochen habe das neue Wintersemester begonnen. Mehr als 3.000 Studierende haben sich neu eingeschrieben. Gut die Hälfte der Studentinnen und Studenten kommen aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland. Schwesig: “Das zeigt, Rostock ist ein beliebter Ort zum Studieren, Forschen und Leben. Die Universität hat sich gut entwickelt. Die Profilierung und gezielte Schwerpunktsetzung der letzten Jahre überzeugt – auch über unsere Landesgrenzen hinweg. Wir setzen ganz gezielt auf unsere Universitäten und Forschungseinrichtungen als Impulsgeber für Innovation und Fortschritt.“

Am Abend gibt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig anlässlich des Jubiläums der Universität einen Empfang im Konrad-Zuse-Haus. Dazu sind Gäste aus dem Land, der Stadt Rostock, aus Wissenschaft und Gesellschaft geladen.

„Slush“ 2019

M-V mit Delegation zu Gründer-Event

Schwerin – Auch in diesem Jahr macht sich eine Delegation aus Mecklenburg-Vorpommern auf den Weg nach Helsinki, um am Start-Up Festival „Slush“ teilzunehmen. Begleitet von Digitalisierungsminister Christian Pegel bietet sich insgesamt sieben Start-Ups die Möglichkeit, ihre Geschäftsidee einem internationalen Publikum vorzustellen und Kontakte für ihr Unternehmen zu knüpfen.

„Mich freut ganz besonders, dass wir mit der IHK zu Rostock die letztjährige Reise wiederholen können. Das Erlebnis war für alle einmalig. Ich bin davon überzeugt, dass auch die in diesem Jahr teilnehmenden Gründerinnen und Gründer unglaublich viel Input für Ihre Unternehmungen mitnehmen werden“ so Pegel. Das Digitalisierungsministerium übernimmt anteilig die Kosten der Start-Ups für Flug, Hotel und „Slush“-Ticket.

Neben den jungen Unternehmerinnen und Unternehmern gehören mit dem Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock, Claus Ruhe Madsen, und dem Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, auch erstmalig Vertreter der Verwaltung zur Reisegruppe. Für den Minister ein deutliches Zeichen für das digitale MV. „Schon auf unseren Reisen nach Estland ist allen Beteiligten klar geworden, dass wir auch über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus schauen müssen. Skandinavien ist eine der Vorreiterregionen der Digitalisierung und so auch großes Vorbild für uns. Besonders stolz macht mich, dass neben Vertretern des Digitalisierungsministeriums auch die Kollegen aus der Verwaltung sowie Vertreter der Wirtschaft und der Politik die Reise mit uns antreten.“

Kürzlich fand im ganzen Land der erste Digitalisierungskongress der Landesregierung statt. Im Rahmen der NØRD wurden erstmals Digitalisierungsbotschafter des Landes Mecklenburg-Vorpommern ernannt, von denen zwei zur Delegation gehören. „Die Zusammensetzung der Gruppe spiegelt für mich zum einen wider, welchen Weg wir bisher im digitalen M-V gegangen sind. Sie zeigt zudem, was die Zukunft für uns bereithalten soll. Gestandene Unternehmerinnen und Unternehmer, Start-Ups, unsere Digitalisierungsbotschafter, Vertreter unserer Stabsstelle für Digitalisierung und Kümmerer der künftigen Innovationsräume dürfen wir in Helsinki begrüßen. Also genau die Menschen, die den Weg mit uns bisher gegangen sind und ihn auch weiter mit uns gehen werden“ so Pegel weiter. Insgesamt umfasst die Delegation 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Die Delegationsreise findet vom 20. bis zum 23. November statt und beinhaltet für die Start-Ups die Chance, ihre Visionen auf der „German Pitching Stage“ vorzustellen. Insgesamt werden 25.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt zur „Slush“ erwartet – unter ihnen zahlreiche Investoren. Um die Mitfahrenden optimal vorzubereiten, organisierte die IHK zu Rostock mit der Auslandshandelskammer Finnland am 13. Oktober eine Kick-Off Veranstaltung. Hier gab es verschiedene Coachings für die jungen Gründerinnen und Gründer. Beispielsweise ging es darum wie Investoren richtig angesprochen werden können oder was es bei den Pitches zu beachten gilt.

Volkskrankheit Diabetes

Lions Clubs engagieren sich verstärkt gegen Volkskrankheit Diabetes

Verchen – Die Lions Clubs aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern weiten Ihr Engagement gegen die fortschreitende Volkskrankheit Diabetes aus. Notwendig machen dieses Engagement die Zahlen zu den Erkrankungen, die zum bevorstehenden Welt-Diabetes-Tag am 14.11.2019 veröffentlicht wurden.

Trotz aller nationalen Programme, Empfehlungen und Schulungssysteme gibt es neuesten Ermittlungen zufolge (Deutsche Diabetes Gesellschaft, 2019) in Deutschland aktuell mehr als 7,5 Millionen Diabetiker; man nimmt an, dass sich aktuell weitere zwei Millionen Menschen ihrer Erkrankung an Diabetes nicht bewusst sind. Deutschland hat die höchste Zuwachsrate in Europa mit ca. 500.000 Neudiagnosen pro Jahr. Ganz besonders betroffen sind die östlichen Bundesländer (siehe Grafik). Dies, so die Wissenschaftler, wird für die Zukunft fatale gesellschaftliche, volkswirtschaftliche und gesundheitsökonomische Folgen mit sich bringen.

Die Lions Clubs des Distrikts 111 Ost-Nord sind deshalb am 16. November 2019 zum WeltDiabetesErlebnisTag im Sony Center in Berlin (10:00 bis 18:00) mit einem eigenen Informationsstand vertreten, um ihre Maßnahmen und Konzepte im Engagement gegen die Volkskrankheit Diabetes vorzustellen.

Gemäß ihrem Motto „We serve“ werden die Lions den Besuchern und Betroffenen Informationen zur Bewältigung und vor allem zur Vorbeugung und Früherkennung dieser Krankheit näherbringen. Dabei bieten die Lions mit medizinischen Fachkräften vor Ort den Standbesuchern im Sony Center Berlin an, mit einem Diabetesrisikotest und der Langzeit-Blutzucker-Messung (HbA 1C ) die persönliche Risikosituation, an Diabetes zu erkranken, zu ermitteln. Ferner wird ein Online-Schulungsprogramm angeboten, das bei der Ernährungsumstellung behilflich ist, um das Diabetesrisiko zu senken.

Der Distrikt 111 Ost-Nord von Lions Deutschland hat sich vorgenommen, mit gezielter Aufklärung, aktiver Vorsorge und Früherkennung sowie nachhaltiger Unterstützung therapiebegleitender Maßnahmen durch Ernährung und Bewegung diesem rasanten Zuwachs der äußerst komplexen Zivilisationskrankheit „Diabetes“ mit aller Macht zu begegnen – im Alltag der Menschen, außerhalb von Klinik und Arztpraxis.

In den regionalen und örtlichen Lions Clubs integrieren und erweitern dafür ernannte Clubbeauftragte bereits laufende Clubaktivitäten um das Thema „Diabetes“. In Jugendcamps werden bereits erkrankte bzw. gefährdete Kinder und Jugendliche über die Entstehung von Diabetes aufgeklärt und in Lebensstil-, Bewegungs- und Ernährungsprogrammen angeleitet.

Zudem möchte sich Lions Deutschland, ganz besonders aber der Distrikt 111 Ost-Nord, auf vielfältige Weise für eine verbesserte Gemeinschaftsverpflegung In den Kindertagesstätten, Schulen und Betriebskantinen einsetzen.

Schwesig erinnert an November 1989

Es waren verrückte, unvergessliche Tage

Schwerin – Am Abend des 9. November 1989 wurde auch im Norden die Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik Deutschland geöffnet. Die Landesregierung erinnerte mit einem Festakt in Dassow an den Mauerfall und die Öffnung der Grenzen.

Bereits um 21.53 Uhr habe am 9. November 1989 der erste Trabi die Grenze bei Lübeck-Schlutup passiert. „In den nächsten Stunden und Tagen bildeten sich Autoschlangen zwischen Schlutup und Selmsdorf. Ostdeutsche fuhren in den Westen. Westdeutsche kamen an die Grenze. Es wurde angestoßen mit Sekt und Bier, es gab Hupkonzerte und Umarmungen. Es waren Tage voller Begeisterung, voller Hoffnung, voll ungläubigen Staunens. Verrückte, unvergessliche Tage“, erinnerte Schwesig an die Ereignisse am Abend des 9. November und in den Tagen danach.

„Ich glaube, kaum jemand hat sich am 9. November 1989 vorstellen können, dass Deutschland nur ein Jahr später vereint sein würde. Aber eines war klar: Aus der friedlichen Revolution mit ihren Demonstrationen und ihren Kerzen war eine Massenbewegung geworden. Viele hatten sich getraut, auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Wir haben erlebt, dass es möglich ist, etwas zu verändern, wenn man gemeinsam aufsteht. Es ist sogar möglich, etwas zu verändern, was so betonfest scheint wie die DDR und die Mauer. Das nehmen wir mit aus dem November 1989“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Mauer und Grenzbefestigungen seien schon bald abgebaut gewesen. „Aber was danach kam, waren für viele erstmal bewegte Zeiten“, sagte Schwesig mit Blick auf die Jahre nach 1990. „Alle, die sich im Herbst 89 auf den Weg gemacht haben, mussten ihr Leben neu einrichten und die Regeln einer anderen Gesellschaft lernen. Das ging nicht ohne Verletzungen und Enttäuschungen. Und weil die Hoffnungen 1989 so groß waren, taten diese Enttäuschungen besonders weh.“

Insgesamt sei die Entwicklung seit 1990 jedoch eindeutig positiv. „Mecklenburg-Vorpommern ist heute ein Land, in dem die Menschen gern leben. 88 Prozent finden, dass sich Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen 30 Jahren gut entwickelt hat. Die Menschen in Ostdeutschland haben eine gewaltige Aufbauleistung vollbracht, die Anerkennung und Respekt verdient.“

Die Ministerpräsidentin warb in ihrer Rede für Offenheit und einen respektvollen Umgang in der Demokratie. Auch das gehöre zum Erbe des Herbstes 1989. „Demokratie ist die Vielfalt von Meinungen. Das auszuhalten, kann anstrengend sein. Aber es ist auch spannend. Die Aufgabe von Politik ist es, in der Vielfalt der Meinungen einen Weg zu finden, auf dem möglichst viele mitgehen können. Das ist es, was Demokratie stark macht“, erklärte die Ministerpräsidentin.

„Die Mutigen, die im Herbst 1989 auf die Straße gegangen sind, haben Meinungsfreiheit und Demokratie für uns erkämpft. Die Neugierigen, die sich am 9. November 1989 auf den Weg in den Westen gemacht haben, wollten Grenzen überwinden, keine neuen Grenzen ziehen. Das lassen wir uns nicht nehmen. Wir lassen uns nicht spalten. Wir können unterschiedlicher Meinung sein und uns doch respektieren. Und wir können gemeinsam etwas verändern. Das haben wir 1989 gezeigt“, so Schwesig. Die Landesregierung werde in den kommenden Monaten unter dem Motto „Gemeinsam 30“ an die Ereignisse vor 30 Jahren und das 30-jährige Bestehen des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern erinnern. Im Vordergrund stehe dabei der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, auch über die Zukunft des Landes. Der Landesgeburtstag werde mit einem MV-Tag im September in Greifswald gefeiert.

Im Anschluss an die Festveranstaltung in Dassow reiste die Ministerpräsidentin Schwesig weiter nach Lübeck-Schlutup, wo sie mit ihrem schleswig-holsteinischen Amtskollegen Daniel Günther zusammentraf. Auf dem Programm standen hier die Eröffnung eines Festes am ehemaligen Grenzübergang und ein Besuch des Grenzmuseums. „Ich finde es wichtig, dass wir mit einem gemeinsamen Fest an die Grenzöffnung erinnern. Es ist ein großes Glück und noch immer Anlass zur Freude, dass wir heute wieder in einem vereinten Deutschland leben“, sagte Schwesig in Schlutup. „Wir erinnern uns, wir freuen uns, wir feiern gemeinsam: Nachbarn, Freunde, Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Zusammen sind wir Norddeutsche. Das verbindet uns.“

9. November – ein Tag der Freude und ewigen Mahnung

Schwerin/Ratzeburg – Justizministerin Katy Hoffmeister vertritt heute in Ratzeburg zum Festgottesdienst die Landesregierung und gedenkt in Schwerin der Opfer der Pogromnacht.

„Gerade in diesem Jahr liegen am 9. November Jubel und Entsetzen sehr dicht beieinander. Wir feiern zum 30. Mal den Mauerfall, der ein Glücksfall für die deutsche Geschichte war. Doch es ist auch ein schrecklicher Tag in der deutschen Geschichte. Und der antisemitische Anschlag von Halle zeigt uns auch 86 Jahre danach, dass unsere Demokratie auch wehrhaft und wachsam sein muss“, so Justizministerin Hoffmeister.

Als Vertreterin der Landesregierung nimmt sie in Ratzeburg am Festgottesdienst zum 30. Jahrestag des Mauerfalls teil. Danach ist sie als Ministerin, zuständig für Kirchen- und Religionsangelegenheiten, in Schwerin zur Mahn- und Gedenkstunde der jüdischen Gemeinde anlässlich der Reichspogromnacht 1933.

„Der Mauerfall, egal wie er heute interpretiert wird, hat uns Ostdeutschen den Weg in die Freiheit gebahnt. Wir haben das selbst hinbekommen, uns zu befreien aus Willkür und permanenter Überwachung. Es ist wichtig, dass wir jedes Jahr daran erinnern. Der Mauerfall ist weltweit ein Symbol dafür, dass sich ein Volk auf Dauer nicht einsperren lässt. Noch immer haben wir die Geschichte vor dem Mauerfall nicht aufgearbeitet. Doch das ist eine Aufgabe, die in den nächsten Jahrzehnten anhalten wird“, sagte die Ministerin.

„Doch neben der Freude über diesen historischen Tag liegt auch die ewige Mahnung an die schrecklichen Ereignisse in der Reichspogromnacht. Unser Grundgesetz sichert allen Religionen die Freiheit zur friedlichen Ausübung zu. Das darf niemals in Frage gestellt werden. Die Nacht der brennenden Synagogen gehört zu den dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte. Mit aller Kraft stellen wir uns neuem aufkeimendem Antisemitismus und werben für unsere offene und friedliebende Gesellschaft“, so Justizministerin Hoffmeister.

140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Pasewalk

Pasewalk – Innenminister Lorenz Caffier hat heute im Namen der Landesregierung der Freiwilligen Feuerwehr Pasewalk zum 140-jährigen Jubiläum gratuliert und die Arbeit der Ehrenamtler gelobt.

„Die Pasewalker können sich auf eine gut funktionierende Feuerwehr verlassen, ganz gleich, bei welchen Einsätzen“, so der Minister. „Auch in der Kinder- und Jugendarbeit ist die Feuerwehr aktiv und selbst in den Schulunterricht bringt sie sich ein. Landesweit haben Sie Schlagzeilen gemacht, weil Sie mit der Stadt und der Regionalschule als erste Feuerwehr im Land eine Vereinbarung zum Feuerwehrunterricht geschlossen haben. Sie sind damit jetzt in den Klassen 9 und 10 gestartet. Und wenn die Zehntklässler Teil 2 der Truppmannausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, können sie direkt in den aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr übernommen werden. Sie geben ein gutes Beispiel dafür, wie unbürokratisch Nägel mit Köpfen gemacht werden. Es gibt also viel, auf das Sie heute stolz sein können. Und es gibt viele gute Gründe, guten Mutes in die Zukunft zu blicken“, betonte Caffier.

Bei allen Aufgaben der Feuerwehren ist es notwendig, dass die Kameradinnen und Kameraden gut ausgebildet und qualifiziert sind und über die nötige Technik verfügen.

„Deshalb habe ich mich innerhalb der Landesregierung auch so stark für das Investitionspaket für die Feuerwehren eingesetzt“, sagte der Minister. „Das Paket haben wir im Februar auf den Weg gebracht und wir werden es in Kürze unter Dach und Fach haben. Über einen Zeitraum von vier Jahren wird die Landesregierung 50 Millionen Euro investieren, um neue Feuerwehrfahrzeuge zu beschaffen. Das ist eine gute Nachricht für die Feuerwehren im Land, vor allem aber für die Bürgerinnen und Bürger. In einem ersten Schritt wollen wir einen kleineren Fahrzeugtyp durch das Land zentral beschaffen. Damit sollen insbesondere kleine Feuerwehren unterstützt werden.“

Imkern ist kein Honigschlecken

Güstrow – Die Imkerinnen und Imker in Mecklenburg-Vorpommern können auf zwei gute Honigjahre zurückblicken. Im Durchschnitt hat jedes Bienenvolk im Land in dieser Zeit etwa 35 bis 40 Kilogramm produziert. „Das ist ein stattliches Ergebnis“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus anlässlich der am 9.11.2019, 9.30 Uhr in Güstrow stattfindenden Jahrestagung des Landesimkerverband M-V. Zumal die Erträge der Frühtracht wegen des kühlen Frühjahres bundesweit geringer ausgefallen seien. In M-V werden jährlich schätzungsweise 650 Tonnen Honig erzeugt.

Minister Backhaus würdigte die Imkerei als ein traditionelles, regionales und doch Grenzen überschreitendes Handwerk – das mit und von der Natur lebt: „Imkerei macht uns die Bedeutung von Insekten und Nützlingen in der Natur begreiflich und lehrt uns einen wachsamen Umgang mit der Natur. Dieses Handwerk gilt es zu erhalten und an unsere kommenden Generationen weiterzugeben.“

Die Imkerei in Mecklenburg-Vorpommern sei bundesweit anerkannt, betonte der Minister. Mit Torsten Ellmann, Vorsitzender des Landesverbandes der Imker M-V, sei Mitte Oktober ein Pasewalker mit überwältigender Mehrheit an die Spitze des Deutschen Imkerverbundes gewählt worden. „Das ist ein großer persönlicher Erfolg, zu dem ich ganz herzlich gratuliere. Die Ernennung von Torsten Ellmann zum Präsidenten des größten Bienenzüchterverbandes in Europa mit derzeit rund 121.000 Mitgliedern ist aber auch eine Anerkennung für alle Imker, die hier im Land Großartiges leisten. Ich bin mir sicher, dass er ihnen eine starke Stimme geben wird“, so Backhaus.

Aktuell werden hierzulande etwa 27.000 Bienenvölker von etwa 2.800 Imkern gehalten – der Großteil davon Hobbyimker. Das sind rund 100 Imker und 400 Bienenvölker mehr als im Vorjahr 2018. „Damit setzt sich der positive Trend fort“, freute sich Minister. Probleme zeigten sich allerdings in der Vermarktung des „flüssigen Goldes“: „Viele Honigkäufer beklagen die hohe Preise und wählen preisgünstigere – meist aber auch minderwertigere – Alternativen aus dem Supermarkt. Ihnen kann ich nur mit auf den Weg geben: handgefertigte Qualitätsprodukte aus der Region haben ihren Preis. In den fünf Wochen ihres kurzen Lebens schafft die Arbeitsbiene etwa zwei Teelöffel Honig zu füllen. Um ein handelsübliches 500 Gramm Glas Honig zu füllen braucht es fast 23.000 Bienen, die dafür eine Millionen Blüten anfliegen müssen. Hinzu kommen die vielen handwerklichen Schritte des Imkers. Wir haben es hier mit echter Zeit- und Wertarbeit zu tun. Das müssen die Imkerinnen und Imkern in der Vermarktung immer wieder herausstellen“, unterstrich Backhaus.

Eine andere Herausforderung für die Imkerinnen und Imker im Land seien die die Bienenkrankheiten. „Zum Glück sind in diesem Jahr fast 85 Prozent der Bienenvölker gesund über den Winter und in die neue Saison gekommen. Damit ist die Verlustquote von 15 Prozent nur noch halb so hoch wie in den Vorjahren“, kommentierte Backhaus. Die Hauptursache für das Bienensterben sei die Varroamilbe und der durch sie übertragenen Viren.

Mecklenburg-Vorpommern hat zum Schutz von Insekten, insbesondere der Honigbienen, als erstes Bundesland die Förderung von Blühstreifen und Blühflächen eingeführt, informierte Minister Backhaus. Gegenwärtig nähmen fast 800 Antragsteller mit rund 7.800 Hektar Fläche an diesem Programm teil. Auch Gartenbesitzer, insbesondere die etwa 80.000 Kleingärten des Landes, könnten dazu beitragen, die Trachtlücke zu schließen, indem sie bei der Gestaltung der Gärten auch bienenfreundliche Pflanzen im Blick haben. Hilfestellung gebe der Bienenweidekatalog des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, der auf Initiative von Minister Backhaus im Sommer 2018 als Teil der Insektenschutz-Strategie „Mehr Respekt vor dem Insekt“ veröffentlicht wurde. Zahlreiche öffentliche Flächen in Städten und Dörfern eigneten sich ebenfalls für Bienenweiden. Der Katalog schlägt Bäume, Sträucher und Stauden vor, die neben dem Gestaltungsaspekt auch die Insektenfreundlichkeit berücksichtigen. Rasen könne mit Weißklee durchsetzt werden. Durch den Wettbewerb zur bienenfreundlichen Gemeinde, den das Ministerium in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgerufen hat, sollen kommunale Initiativen unterstützt und ausgezeichnet werden.

Auch von den Landwirten erwarte Minister Backhaus einen Beitrag: „Die großflächigen Strukturen müssen aufgebrochen werden, wir brauchen mehr Hecken, Brachen und breite Feldränder. Mecklenburg-Vorpommern muss von einem flächendeckenden Nektarband durchzogen werden“, so Backhaus. Erfreulich sei, dass sich schon heute viele Landwirte zum Beispiel bei notwendigen Pflanzenschutzmaßnahmen mit ortsansässigen Imkern abstimmen. So seien Bienenschäden durch Pflanzenschutzmittel deutlich verringert worden. Zwischen 2010 und 2015 seien jährlich drei bis vier Schäden gemeldet worden. Nur einmal sei ein Insektizid in der Landwirtschaft nachgewiesen worden, zweimal handelte es sich um Biozide gegen Blattläuse, Ameisen oder Fliegen, die aus dem Haus- und Kleingartenbereich stammten.

Die Bienenhaltung in Mecklenburg-Vorpommern wird vom Land umfassend unterstützt. Mit 176.000 Euro werden Projekte zur Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung von Honig gefördert (Honigrichtlinie). Das Bienenzuchtzentrum Bantin wird mit rund 200.000 Euro jährlich bezuschusst.

Zoos wichtig für Natur- und Artenschutz

Waren/Müritz – Auf der heutigen Jahrestagung des Landeszooverbandes Mecklenburg-Vorpommern in Waren sicherte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus den Zoos und Tiergärten im Land seine Unterstützung zu.

Vor allem die Konkurrenz durch andere Freizeitangebote mache den Einrichtungen zunehmend zu schaffen. „Es braucht immer neue Aktionen und Attraktionen, um sich von der Masse abzuheben. Das erhöht den ohnehin schon bestehenden wirtschaftlichen Druck der Zoos und Tiergärten weiter“, betonte der Minister.

Bisher meistern die Zoos und Tiergärten in Mecklenburg-Vorpommern diese Aufgabe aber sehr erfolgreich, lobte Backhaus. „Die Zoos und Tiergärten bleiben für viele Familien das Ausflugsziel Nummer eins. Das belegen die jährlich mehr drei Millionen Besucher. Menschen kommen dort hin, um Freude zu haben, sich zu bilden und zu erholen“, sagte er weiter.

Generalkritik an Zoos und Tiergärten lasse er deshalb nicht gelten: „Natürlich leben die Tier dort in Gefangenschaft. Gleichwohl arbeiten die Einrichtungen kontinuierlich daran, die Bedingungen der Tiere stetig zu verbessern. Heute leben immer weniger Tiere in den Einrichtungen, dafür mit mehr Platz und in einer Landschaft, die ihren natürlichen Lebensräumen sehr nahekommt.“

Backhaus unterstrich, dass die Bedeutung der Zoos vor allem dann deutlich wird, wenn man bedenkt, dass die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten lebt und dort keine wirkliche Beziehung zu wilden Tieren und Pflanzen hat. Somit sei ein Zoobesuch für viele Familien die einzige Möglichkeit Wildtiere „live“ zu erleben. „Keine andere Institution ist besser geeignet, um Naturliebe, Umweltbewusstsein und biologisches Wissen zu vermitteln als der Zoo – und das in allen Altersklassen: vom Kleinkind bis zum Rentner“, so Backhaus.

Darüber hinaus leisten Zoos Backhaus zufolge einen wichtigen Beitrag zum Arterhalt: „Viele dort durchgeführte Forschungsprojekte dienen einerseits der Verbesserung der Haltungsbedingungen ihrer Schützlinge, andererseits tragen die gewonnenen Erkenntnisse dazu bei, die Biologie der gehaltenen Tierarten besser zu verstehen. Viele Aspekte des Verhaltens eines Tieres sind erst erforschbar, wenn ein direkter Kontakt möglich ist.“ Die Daten seien essentiell, um effektiven Natur- und Artenschutz zu betreiben.

Vor diesem Hintergrund sprach sich der Minister auch für die Haltung invasiver Arten in Zoos aus. Als invasiv werden europaweit aktuell 49 Arten eingestuft, von denen 32 bereits jetzt nach Deutschland eingewandert sind bzw. nach Deutschland eingeschleppt wurden und jetzt hier in freier Natur vorkommen. Nach europäischem Recht sind der Import, die Haltung, die Züchtung, der Handel, die Verwendung und die Freisetzung dieser Arten verboten. Dazu zählen u. a. Arten wie der Nasenbär, der Chinesische Muntjak und der Waschbär. Allerdings können die Mitgliedsstaaten Ausnahmen von diesem Verbot erlassen.

Für die Landesregierung haben Zoos eine landespolitische Bedeutung. Aus diesem Grund wurden allein in 2019 aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) sowie aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) bis zum jetzigen Zeitpunkt Fördermittel in Höhe von mehr als 2,2 Mio. Euro bewilligt, um Zoos bei der Bewältigung ihrer Aufgaben zu unterstützen. So gingen beispielsweise 270.000 Euro an den Rostocker Zoo und 800.000 Euro an den Wildpark in Güstrow für die Beseitigung von Schneeschäden. Der Schweriner Zoo hat 130.000 Euro für den Neubau des Flamingohauses erhalten. Knapp 60.000 Euro gingen an den Stralsunder Zoo für die Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes.

Minister Backhaus nutzte die Jahrestagung auch, um die Zusammenarbeit zwischen dem Landeszooverband M-V und der landeseigenen Stiftung Umwelt- und Naturschutz (StUN) zu würdigen. Seit 2015 hat die Stiftung in Rostock vier Projekte finanziell und inhaltlich unterstützt. Mit dem Geld wurde durch das Juniorteam des Rostocker Zoos beispielsweise ein interessanter Kinderzooführer erarbeitet. Das Heft stellt besondere Tiere aller Kontinente vor und motiviert Kinder, sich für den Schutz von Tieren und ihren Lebensräumen einzusetzen. Erlöse aus dem Zooführer werden vollständig in Projekte des Natur- und Artenschutzes investiert.

Abschließend appellierte der Minister an alle Zoos sich mittels Notfallplänen vorschriftsmäßig auf Tierseuchen wie die Geflügelpest vorzubereiten. Durch ihre offenen Parkanlagen seien sie prädestiniert für den Kontakt mit Wildvögeln und damit für den Eintrag von Viren.

Im Landeszooverband haben sich insgesamt 20 Zoos und Tiergärten einschließlich der dortigen Umweltpädagogen zusammengeschlossen. Insgesamt gibt es landesweit 35 tiergärtnerischen Einrichtungen.

Ländliche Räume: Auf nach Ueckermünde zum Ideenaustausch

Ueckermünde – Um gute Ideen für mehr Lebensqualität in der Uecker-Randow-Region wird es bei einer Veranstaltung am 11. November 2019 in Ueckermünde gehen. Landesregierung und Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern laden dazu alle ein, die sich für ihre Heimat im ländlichen Raum und deren Zukunft engagieren wollen.

„In den vergangenen Monaten haben wir knapp als fünf Millionen Euro für Projekte in den Ländlichen Gestaltungsräumen zugesagt. Und wir sind weiterhin auf der Suche nach Ideen. Der Landesdialog soll uns helfen, Lösungsansätze für die Probleme vor Ort zu finden. Ich freue mich über jede und jeden, die uns dabei unterstützen, die sich für ihre Region einsetzen, die nicht nur kritisieren, sondern auch anpacken wollen“, sagt Christian Pegel, der als Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung an der Veranstaltung teilnehmen wird.

Ab 17 Uhr im Rathaus Ueckermünde möchte er mit jenen, die sich vor Ort engagieren oder engagieren wollen, über weitere Ideen austauschen. Eingeladen sind alle Bürgerinnen und Bürger, die ihre Region lebenswert erhalten wollen – und natürlich auch bereits aktive Vertreter der Kommunalpolitik, von Vereinen und Initiativen sowie ehrenamtlich Engagierte.

„Ohne das Ehrenamt wäre vieles, was Lebensqualität ausmacht, nicht möglich. Wir wollen das Engagement der vielen Akteure unterstützen und sichtbar machen. Wir setzen auf ihre lokalen Kenntnisse und Fachkompetenzen und deren Bündelung, um die Region weiter voranzubringen“, sagt Hannelore Kohl, Vorstandsvorsitzende der Ehrenamtsstiftung M-V.

Die Region am Stettiner Haff ist eine der Modellregionen der „Landesinitiative Ländliche Gestaltungsräume“, mit der die Landesregierung die strukturschwächeren Regionen des Landes bei der Bewältigung ihrer vielschichtigen Probleme unterstützen will. Insbesondere geht es darum, die Daseinsvorsorge zu sichern, also um die flächendeckende Versorgung mit Waren, um Mobilitätsangebote, medizinische Dienstleistungen, schnelles Internet, funktionierende Kitas und Schulen oder bedarfsgerechten Wohnraum.

1. Landesdigitalkongress „NØRD“

Greifswald – Nach Tag eins mit mehr als 40 Rednern aus Mecklenburg-Vorpommern und dem baltischen Raum wurde heute der zweite Teil des 1. Digitalkongresses der Landesregierung mit Videobotschaften der Schirmherrin, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Digitalisierungsminister Christian Pegel via Livestream eröffnet.

„Die Digitalisierung mit sieben parallel stattfinden Fachkongressen zu beleuchten ist eine Leistung des digitalen M-V, die mich besonders stolz macht. Einen derartigen Input aus Impulsvorträgen, Workshops und Ausstellungen hat es in unserem Land noch nicht gegeben. Ich selbst konnte mir sechs Veranstaltungen vor Ort anschauen. Ich bin begeistert von der Resonanz und von der inhaltlichen Tiefe, die wir mit der ersten ,NØRD‘ erreichen konnten“, fasste Christian Pegel den zweiten Tag, das Herzstück des Kongresses, zusammen.

Die Themen reichten von „Digitaler Wandel in Forschung und Lehre“ über „Digitalisierung als Chance für den ländlichen Raum und Arbeitsplatz der Zukunft“ bis hin zu „Neue Technologien in Gesundheit(swirtschaft) und Pflege“. Für Christian Pegel ist es gerade die Bandbreite, die die NØRD ausmacht und von bisherigen Veranstaltungen abhebt.

„Unser Ansatz war es stets, alle in die digitale Transformation mitzunehmen. Prof. Henning Vöpel vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut sagte gestern bei der Eröffnungsgala, die Digitalisierung sei die größte gesamtgesellschaftliche Revolution seit der Industrialisierung. Deswegen wollen wir diesen Weg nicht nur mit den Unternehmen in unserem Land gehen, sondern mit allen Bürgerinnen und Bürgern. Auch und vor allem für sie haben wir die ,NØRD‘ gemacht.“ Mehr als 800 Besucher allein bei den Fachkongressen am zweiten Tag seien Beleg für die große Resonanz. Insgesamt dürften es an den zwei Tagen „NØRD 2019“ an die 2000 gewesen sein.

Im Anschluss an die Fachkongresse brachten Shuttlebusse die Kongressteilnehmer dann ins Medienhaus der Ostseezeitung in Rostock, wo am Abend (nach Redaktionsschluss) der Existenzgründerpreis verliehen wurde. In den Bussen führten Moderatorinnen und Moderatoren mit Hilfe der Feedback-App „Tweedback“ durch einen Fragenkatalog. Die Antworten hat Mareike Donath, Leiterin der Stabsstelle für Digitalisierung im Energieministerium, in Rostock live aufgenommen und mit Gästen diskutiert.

Einstieg in das Exportgeschäft

Geue: Landesregierung unterstützt Unternehmen auf Weg ins Exportgeschäft

Marlow – Die Landesregierung hat heute in Marlow ihre Exporttour fortgesetzt. Mit dieser Veranstaltungsreihe wendet sich die Landesregierung an Unternehmen, die neu ins Exportgeschäft einsteigen wollen.

„Wir haben viele sehr erfolgreiche kleine und mittelständische Unternehmen mit innovativen Produkten bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Ich würde mir wünschen, dass diese Unternehmen noch stärker auf internationalen Märkten präsent sind. Das ist wichtig, damit wir wirtschaftlich weiter vorankommen, damit Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen werden und damit junge Menschen sich ihre Zukunft bei uns in Mecklenburg-Vorpommern aufbauen“, erklärte der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dr. Heiko Geue zu Beginn der Veranstaltung.

„Die Landesregierung unterstützt Sie auf ihrem Weg ins Exportgeschäft“, sagte Geue an die anwesenden Wirtschaftsvertreter gerichtet. So fördere die Landesregierung die Teilnahme von Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern auf Messen im In- und Ausland. „Auch Wirtschaftsdelegationsreisen können ein Türöffner sein“, sagte Geue weiter und informierte über demnächst anstehende Reisen der Landesregierung und der Industrie- und Handelskammern nach China, Israel und Russland. In einem gemeinsamen Projekt mit der Hochschule Wismar erarbeiten Studierende für die teilnehmenden Unternehmen Konzepte für den Außenhandel.

Auf den Veranstaltungen der Exporttour können sich Unternehmen bei der Staatskanzlei, den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, dem Landesförderinstitut, dem Verband der deutschen Messewirtschaft und anderen Organisationen über Chancen und Hindernisse im Exportgeschäft informieren. Außerdem stehen bereits erfolgreich im Außenhandel tätige Unternehmen für den Austausch bereit. Gastgeber in diesem Jahr war die Marlower Möbel GmbH.

Gemeinsame Wasserstoff-Strategie

Lübeck – Schulterschluss der fünf norddeutschen Küstenländer für den Aufbau einer grünen Wasserstoff-Wirtschaft als Säule der Energie- und Verkehrswende: Bei ihrem Herbst-Treffen in Lübeck verabschiedeten die für Wirtschaft und Verkehr zuständigen Minister, Senatoren und Senatorinnen heute (7. November) eine gemeinsame „Norddeutsche Wasserstoffstrategie“.

Zugleich forderten die Ressortchefs die Bundesregierung auf, ihren Vorstoß zu unterstützen und in die vom Bund für Ende des Jahres angekündigte nationale Wasserstoff-Strategie einfließen zu lassen. „Mit unserer Strategie zeigen wir einen Weg auf, wie die Wasserstoffpotenziale insbesondere im Bereich der Industrie und der Mobilität gehoben werden können. Gerade unsere windreichen Küstenländer sind hervorragend für dieses industriepolitische Projekt geeignet, mit dem gleichzeitig Klimaschutzziele realisiert werden können“, sagte Konferenz-Gastgeber Dr. Bernd Buchholz (FDP), Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein.

Ein erster wichtiger Schritt sei der Aufbau ausreichender Kapazitäten für Elektrolyse. Mit diesem technischen Verfahren kann Strom in Wasserstoff verwandelt werden. Die Strategie sieht vor, bis zum Jahr 2025 mindestens 500 Megawatt und bis zum Jahr 2030 mindestens fünf Gigawatt Elektrolyse-Leistung in Norddeutschland zu realisieren.

Nach den Worten von Buchholz könnten theoretisch allein mit den 500 Megawatt bei Einsatz von grünem Strom aus Windparks an Land rund 151.000 Pkw mit grünem Wasserstoff versorgt werden. Bei einer Steigerung auf fünf Gigawatt wären das 1,5 Millionen Pkw, das entspricht der derzeitigen Zulassung aller Pkw in Schleswig-Holstein. Darüber hinaus sei parallel zum derzeitigen Aufbau von E-Ladesäulen der Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes nötig. Hierfür erachten die Ressortchefs eine Größenordnung von rund 250 Tankstellen in Norddeutschland für nötig.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph (CDU) machte deutlich, dass die Energiewende nur mit einer umfassenden Sektorenkopplung gelingen könne: „Der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft ist eine wirtschafts- und strukturpolitische Chance für die Küstenbundesländer. Denn: Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselenergieträger der Energiewende. Entscheidend ist es dabei, dass der Onshore- und Offshore-produzierte Strom aus nachhaltigen Energiequellen gespeichert werden kann und ihn für andere Bereiche – wie beispielsweise Industrie und Verkehr – nutzbar zu machen. Hier liegt Potential für mehr Wertschöpfung und auch für zukunftsfähige Arbeitsplätze. Deshalb müssen wir gemeinsam die Wasserstoffstrategie zügig vorantreiben und umsetzen.“

Hamburgs parteiloser Wirtschafts- und Verkehrssenator Michael Westhagemann machte zudem deutlich: „Mir ist Wasserstoff ein Herzensanliegen, und ich denke, die Zeit ist endlich reif, dass wir uns gemeinsam auf den Weg machen – nicht mehr nur mit allgemeinen Entschließungen, sondern ganz praktisch und Hand in Hand. Die Norddeutsche Wasserstoffstrategie soll hierfür unser politisches Bekenntnis ausdrücken und die Leitplanken setzen. Darauf warten die Akteure aus der Wirtschaft, denn sie stehen bereit, um ihren Beitrag zu leisten. Gemeinsam wollen wir nun den Prozess des Aufbaus einer Wasserstoffwirtschaft starten. Den notwendigen Rückenwind dazu muss der Bund beisteuern. Deshalb werden wir mit diesem Strategiepapier zeitnah auf die Bundesregierung zugehen, unsere Entschlossenheit hier in Norddeutschland verdeutlichen und den Bund auffordern, zügig die Weichen in Richtung Zukunft – in Richtung Wasserstoff zu stellen.“

Auch Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) verwies auf die guten Voraussetzungen Norddeutschlands, zur führenden Region einer grünen Wasserstoffwirtschaft zu werden: „Regenerativer Wasserstoff wird der global strategische Energieträger der Zukunft. Deshalb wollen wir gemeinsam eine starke Wasserstoffwirtschaft aufbauen. Unser Ziel der vollständigen Versorgung aller interessierten Abnehmer mit ausreichend grünem Wasserstoff bis 2035 ist anspruchsvoll. Wichtig ist, dass der Bund jetzt die richtigen Rahmenbedingungen schafft. Nur so können die Unternehmen trotz ehrgeiziger Klimaschutzziele und steigender Energiekosten international wettbewerbsfähig bleiben.“

Im Einzelnen verwiesen die Minister und Senatoren auf folgende Standortvorteile des Nordens beim Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft:

  • hohe Erzeugungskapazitäten für On- und Offshore-Windstrom mit weiterem Ausbaupotential,
  • unterirdische Formationen zur Speicherung von Wasserstoff,
  • Seehäfen, die künftig eine wesentliche Rolle bei Import und Verteilung von grünem Wasserstoff und synthetischen Energieträgern sowie bei der Nutzung von Wasserstoff und dem Export von Wasserstofftechnologien und -komponenten spielen werden,
  • maritime Unternehmen und wissenschaftliche Expertise sowie
  • Industriezweige mit erheblichen Erfahrungen im Umgang mit Wasserstoff,
  • zusätzliches Know-how wird in den sechs norddeutschen „Reallaboren der Energiewende“ aufgebaut.

Bremens erste Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt sagte: „Auch das Land Bremen wird sich gemeinsam mit den anderen Küstenländern intensiv mit der Technik zur Nutzung des überschüssigen Windstroms auseinandersetzen und so ein wichtiges Kompetenzfeld der Energiewende voranbringen. Der Einsatz von Wasserstoff als Energiespeichermedium ist ein wichtiger Pfeiler der Sektorenkopplung und eröffnet den Standorten Bremen und Bremerhaven erfolgsversprechende Zukunftsmärkte.“

Die für Bremens Häfen und Wissenschaft zuständige Senatorin Dr. Claudia Schilling ergänzt: „Forschung und Entwicklung und das Vorantreiben von Innovationen sind von wesentlicher Bedeutung für das Gelingen einer wasserstoffbasierten Wirtschaft. Wir wollen Norddeutschland zu einem Hotspot der Wasserstoffforschung machen.“

KulturSchuppen Garz mit Ausstellung

Insel Rügen – Am 30.11. 2019 werden im KulturSchuppen in der Stadt Garz auf der Insel Rügen Ölbilder und anderes von Anja Gehrke präsentiert. Die Ausstellungseröffnung beginnt um 18.00 Uhr.

Im Anschluß findet ein Konzert mit neuen und bekannten Songs von Joanna Gemma Auguri statt. Der Eintritt zur Ausstellung und zum Konzert ist frei, um eine Spende für die Künstlerin wird gebeten.

Am ersten Advent ist die Ausstellung mit Anja Gehrkes Arbeiten in der Zeit von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Landesregierung vor Ort

Schwerin – Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Landesregierung vor Ort“ laden die Ministerpräsidentin sowie die Ministerinnen und Minister die Bürgerinnen und Bürger am Montag, 25. November 2019, zum 6. Mal zu Bürgerforen im ganzen Land ein.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Mir ist dieser direkte Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern und der Dialog mit ihnen sehr wichtig. Die Foren sind für uns eine gute Gelegenheit, wichtige Schwerpunkte und Vorhaben zu erläutern sowie Fragen und Anregungen mitzunehmen.“

Die Bürgerforen finden wieder verteilt über alle Landkreise und kreisfreien Städte statt – in Hagenow, Grevesmühlen, Ummanz, Wusterhusen, Dobbertin, Neustrelitz, Hanstorf/Satow sowie Schwerin und Rostock.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich für ein Bürgerforum ihrer Wahl unter www.regierung-mv.de/buergerforum anzumelden.