Ergänzungsneubau für Eggesiner Grundschule

Eggesin – Die Stadt Eggesin im Landkreis Vorpommern-Greifswald investiert in einen Ergänzungsneubau an der Grundschule, um verschiedene Maßnahmen für bessere Arbeits- und Betreuungsbedingungen im Inklusions- und Integrationsunterricht umzusetzen.

Das Ministerium für Inneres und Europa übersandte in der vergangenen Woche einen Bewilligungsbescheid über Fördermittel i.H.v. rund 83.300 Euro an die Stadt. In das Projekt, das rund 1,38 Mio. Euro kostet, fließen auch rund 951.000 Euro EU-Mittel.

Mit den Baumaßnahmen bietet die Stadt für die 170 Schülerinnen und Schüler bessere Voraussetzungen für einen leistungsfördernden Unterricht mit künstlerischer, sportlicher und musikalischer Ausrichtung sowie für die Hortbetreuung.

Gegenwärtig besteht die Schule aus zwei Gebäuden sowie einer Sporthalle. Im Erweiterungsbau sind zwei Klassenräume, ein Werkraum, ein Mehrzweckraum, WC-Räume und ein Pausen- und Aufenthalts­raum mit Zugang zum Schulhof geplant. Zwischen dem Bestands­gebäude und dem neuen wird ein Verbindungs­gebäude errichtet. Darüber hinaus wird die Akustik in den Bestands­gebäuden verbessert.

„Optimale Bedingungen für Schüler und Lehrer sind die besten Voraussetzungen für das Lernen und Lehren. Solche Investitionen sind immer auch Investitionen in die Zukunft von Städten und Gemeinden, die mir als Kommunalpolitiker sehr am Herzen liegen und die ich gern unterstütze“, so Innenminister Caffier. „Mit der Sonderbedarfszuweisung braucht Eggesin weniger Eigenmittel aufbringen, so entlasten wir den städtischen Haushalt.“

Musikförderprojekt „Jugend musiziert“

Dahlemann: Junge Musikerinnen und Musiker beeindrucken ihr Publikum

Torgelow – In 140 Regionen in ganz Deutschland startet jedes Jahr im Januar das renommierte Musikförderprojekt „Jugend musiziert“. Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann war am Sonntag in seiner Heimatstadt Torgelow beim Abschlusskonzert des Regionalwettbewerbs Süd-Ost MV mit dabei.

„Ich finde es beeindruckend, dass allein in unserer Region rund 180 junge Musikerinnen und Musiker an diesem großartigen Wettbewerb teilnehmen. Es ist genau die Bühne, die junge Talente brauchen, um sich ihrem Publikum zu präsentieren und zu zeigen, was sie können. Musik schlägt Brücken und verbindet. Und genau das wollen wir auch in Vorpommern“, betonte Dahlemann.

Es sei eine große Freude, jungen Talenten zuzuhören und zu erleben, wie ihre Hingabe zur Musik Menschen erfreut.

Er dankte der Kreismusikschule Uecker-Randow und insbesondere deren Leiterin Christiane Krüger: „Mit viel Engagement haben sich Frau Krüger und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter für diesen Wettbewerb ins Zeug gelegt. Das ist einmal mehr ein Beleg dafür, dass Frau Krüger zu recht mit dem Landeskulturpreis ausgezeichnet wurde. Ich danke aber auch den jungen Musikerinnen und Musikern, die sich mit viel Leidenschaft ihrer Kunst widmen und uns Zuhörerinnen und Zuhörern viel Freude bereiten. Ich wünsche ihnen für ihre Zukunft viel Erfolg und Spaß. Ich bin mir sicher: Mit Fleiß und Akribie werden sie viel erreichen.“

Modernisierungen am Schloss Stolpe

Insel Usedom – Das Schloss Stolpe auf der Insel Usedom (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wird weiter umfassend modernisiert. „Das Schloss Stolpe gehört mittlerweile wieder zu den Schmuckstücken des Landes. Das Gebäude wird heute als Begegnungs- und Veranstaltungsstätte genutzt. Durch die grundlegende Modernisierung wird das historische Gebäude immer mehr zu einem attraktiven Anlaufpunkt für Gäste und Einheimische auf der Insel Usedom. Jetzt sollen unter anderem die Außenanlagen umgestaltet und ein Fahrstuhl eingebaut werden. Damit werden auch die Voraussetzungen für mehr Barrierefreiheit verbessert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es über 2.000 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser.

Das Schloss ist ein Baudenkmal aus dem 16. Jahrhundert und ist seit 1995 im Besitz der Gemeinde Stolpe. Es bildet gemeinsam mit der Remise, dem gegenüberliegenden Dorfteich und der neogotischen Kirche den Mittelpunkt des Ortes. Das Schloss kann besichtigt werden, eine Ausstellung informiert über die Bau- und Eigentümergeschichte und es finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.

Seit 2001 wird die Anlage in mehreren Bauabschnitten renoviert und restauriert, unter anderem sind Türme errichtet, der Dachstuhl gesichert sowie Fassade, Fenster und Türen erneuert worden. „Dank des großen Engagements der Gemeinde Stolpe und des Fördervereins Schloss Stolpe e.V. ist es gelungen, das historisch bedeutsame Gebäude behutsam zu sanieren und so einer neuen Nutzung zugänglich zu machen“, sagte Glawe.

Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen rund 1,7 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.

Auf der Insel Usedom gab es nach Angaben des Statistischen Amtes im Zeitraum Januar bis Oktober 2019 knapp 1,1 Millionen touristische Ankünfte (+13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und über 5,6 Millionen Übernachtungen (+15,9 Prozent). In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum rund 7,5 Millionen Ankünfte (+6,4 Prozent) und rund 31,3 Millionen Übernachtungen (+10,5 Prozent).

Hinweis: Erfasst wurden Beherbergungsbetriebe mit mindestens 10 Betten sowie Campingplätze ohne Dauercamping mit mindestens 10 Stellplätzen. Die Anzahl der im aktuellen Berichtsmonat ausgewiesenen geöffneten Beherbergungsbetriebe und angebotenen Schlafgelegenheiten liegt deutlich über den entsprechenden Angaben des Vorjahresmonats. Grund für die hohen Veränderungsraten ist unter anderem eine durch das Statistische Amt durchgeführte Überprüfung des Berichtskreises und die Aufnahme von vermittelnden Betrieben mit mehr als 10 Betten Kapazität in die Berichtspflicht. Dadurch ist die Zahl der auskunftspflichtigen Betriebe gegenüber dem Vorjahresmonat zum Teil stark angestiegen.

Vorplanungen zur Karniner Brücke

Schwerin – Nach der Zustimmung des Landtags zum Doppelhaushalt 2020/2021 tritt dieser zum 1. Januar 2020 in Kraft. Darin eingestellt sind unter anderem jeweils 1,4 Millionen Euro für Vorplanungen zur Karniner Brücke.

„Das Land Mecklenburg-Vorpommern hält die zweite Bahnanbindung auf die Insel Usedom und die Wiederherstellung der Bahnlinie Ducherow – Swinemünde/Heringsdorf über Karnin für ein wesentliches Verkehrsprojekt für die Insel. Dennoch hat der Bund die Karniner Brücke und diesen Streckenabschnitt 2015 bedauerlicherweise nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen“, sagt Landesinfrastrukturminister Christian Pegel.

Er weist darauf hin, dass die Verantwortung für solche Fernverkehrsprojekte der Bahn grundsätzlich beim Bund liegt. „Ich glaube jedoch, dass die Chance für eine Aufnahme dieses Projekts in den nächsten Bundesverkehrswegeplan größer ist, wenn es gelingt, durch eine erste Grundlagenplanung die Kostenschätzungen und Rahmenbedingungen des Projekts weiter zu konkretisieren“, so Pegel. Aus diesem Grund hat das Verkehrsministerium dafür im neuen Haushalt 2,8 Millionen Euro beantragt – und wurde nun vom Landtag gebilligt. Christian Pegel betont: „Die Vorplanungen sollen nun schnellstmöglich mit der zuständigen DB Netz AG in Angriff genommen werden.“

Neue Ergotherapie

Greifswald – Mit Unterstützung des Landes hat die Evangelische Krankenhaus Bethanien gGmbH Greifswald einen modernen Neubau für die ergotherapeutische Betreuung der Patienten errichtet. Gesundheitsminister Harry Glawe hat heute anlässlich der feierlichen Einweihung die verbesserten Bedingungen für die Mitarbeiter und Patienten hervorgehoben.

„Die optimale therapeutische Betreuung spielt für den Genesungsprozess der Patienten mit einer seelischen Erkrankung eine enorme Rolle. Dabei kommt dem therapiefördernden Umfeld und der personellen Ausstattung eine besondere Bedeutung zu“, betonte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. „Die Arbeitsbedingungen mit ausreichend Zeit und Möglichkeiten für den Patienten sind auch ein gutes Argument für die Gewinnung von jungen und motivierten Fachkräften.“ Die Eröffnung konnte der Minister aus terminlichen Gründen nicht vor Ort wahrnehmen.

Die Gesamtinvestitionen für den Neubau des Ergotherapiegebäudes betrugen rund 1,5 Millionen Euro. Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium hat das Vorhaben in Höhe von einer Million Euro unterstützt. „Mit Hilfe der Landesförderung konnten wir die Rahmenbedingungen für die begleitende Ergotherapie maßgeblich verbessern und auf Spitzenniveau heben. Das kommt unseren Patienten direkt zugute“, hob Dr. Hanns-Diethard Voigt, Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhaus Bethanien gGmbH hervor.

Nach einjähriger Bauzeit mit ausschließlich regionalen Firmen wurde der Neubau im Sommer bezogen und eingerichtet. Notwendig wurde dieser, weil die damalige Unterkunft in einem schwedischen Holzbau aus dem Jahr 1963 nicht mehr den medizinischen Erfordernissen einer modernen Ergotherapie entsprach. Nun ist Platz auf 630 Quadratmetern für bis zu 200 Patienten täglich. Dafür stehen in dem energetischen Flachbau acht helle Werkräume, ein Raum für das Gedächtnistraining sowie Sozial-, Lager- und Nebenräume und eine Tischlerei zur Verfügung. Besonders stolz sind die Ergotherapeuten auf ihren hochmodernen Brennofen für Keramik und ihre Tischlerwerkstatt.

Geleitet wird das Team von Julia Skladny. Als die Ergotherapeutin 1998 zur Odebrecht-Stiftung kam, hatte sie sechs Kollegen. Inzwischen steht sie an der Spitze eines 21-köpfigen Teams, das nach dem Leitspruch von Abraham Lincoln arbeitet: „Man hilft den Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können.“

„Nach der interdisziplinären Besprechung mit den Fachärzten im Krankenhaus können wir für unsere Patienten individuell passende Kurse und therapeutische Maßnahmen anbieten, um ihre gesundheitliche Situation zu verbessern“, so Julia Skladny. „Dabei geht es oftmals um Aktivitäten des täglichen Lebens wie Kochen, Spazieren und sportliche Bewegung und ein gezieltes Wahrnehmungs- und Genusstraining. Darüber hinaus steht ein breites Spektrum an kunst- und handwerklicher Gruppenarbeit zur Auswahl, wie beispielsweise Körbe flechten, Ton- und Specksteingestaltung, Malerei, Textil- und Mosaikarbeiten. Unser Kernanliegen ist es, die gesunden Seiten zu betonen und den Patienten aufzuzeigen, was sie alles tun können, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen“, unterstrich die 56-Jährige.

„Unsere Ergotherapeuten arbeiten stationsbezogen, so dass sie mit den jeweiligen Krankheitsbildern vertraut sind“, erklärte Julia Skladny. „Die werden durch die zunehmende Demenz, gesellschaftlichen Stress und ein verändertes Suchtverhalten immer komplexer und anspruchsvoller, so dass eine Spezialisierung Sinn macht. Für viele Patienten ist die Ergotherapie und die Arbeit in einer Gruppe der erste Schritt wieder zurück in den Alltag.“

Rund 2.000 Frauen und Männer ab 18 Jahren absolvieren jährlich eine ergotherapeutische Behandlung in der Odebrecht-Stiftung. Der größte Teil der Patienten kommt aus dem stationären Bereich, fast 90 Prozent der dortigen Patienten mit einer durchschnittlichen Liegezeit von 20 Tagen nehmen eine ergotherapeutische Behandlung in Anspruch. Betreut werden auch ambulante Patienten und Patienten der psychiatrischen Tageskliniken. Die Arbeit mit den Patienten findet in der Regel in kleinen Gruppen von fünf bis zehn Personen, teilweise auch direkt auf den Stationen statt. Dabei ist die räumliche Nähe zum Krankenhaus ein großer Vorteil.

Auch wenn die Ergotherapie ihren Ursprung in der Psychiatrie hat, kommt sie doch inzwischen überall dort zum Einsatz, wo funktionelle Beeinträchtigungen auftreten, so unter anderem in der Kinderheilkunde und in der Schlaganfallrehabilitation. Das noch relativ junge Berufsbild des Ergotherapeuten mit einer dreijährigen Ausbildungszeit unterliegt dabei einer ständigen Weiterentwicklung und Wandlung. In Deutschland wurde erst 1953 die erste Lehreinrichtung für Ergotherapie, damals noch unter dem Begriff „Beschäftigungstherapie“, in Hannover gegründet.

Ölbekämpfungsschiff ORFE hat neuen Betreiber

Lubmin – ORFE wird Anfang 2020 in seinen neuen Heimathafen Lubmin verlegt. Damit soll sichergestellt werden, dass künftig östlich von Rügen im Bereich der Verkehrsgebiete in Richtung Sassnitz und Swinemünde eine Meeresverschmutzung infolge einer Schiffshavarie nach einer Fahrzeit von höchstens vier Stunden bekämpft werden kann.

Die Verlegung ist Bestandteil des Vertrages des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit dem neuen Betreiber, der Baltic Taucherei- und Bergungsbetrieb Rostock GmbH. Das Unternehmen hatte sich in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt. Es besitzt seit vielen Jahren Erfahrungen im maritimen Unfallmanagement auf Nord-und Ostsee und war bereits an der Bewältigung verschiedener Großschadenslagen beteiligt.

Aufgrund des erheblichen Schiffsverkehrs auf der Ostsee besteht ständig die Gefahr einer Havarie. Zur Vorsorge gegen damit verbundene Meeresverschmutzungen haben die Bundesrepublik und die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 2003 zwei Vereinbarungen unterzeichnet. Sie beinhalten die Einrichtung des Havariekommados in Cuxhaven sowie die gemeinsame Beschaffung, den Betrieb und die Unterhaltung von Fahrzeugen, Geräten und Einrichtungen zur Schadstoffunfallbekämpfung.

Die ORFE steht im treuhänderischen Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern als Partner dieser Bund-Länder-Vereinbarung. Bis 2017 war das Ölbekämpfungsschiff in Stralsund stationiert. Nach Kündigung des Bereederungsvertrages durch den damaligen Betreiber wurde das Schiff zunächst nach Rostock verlegt, um dort das außerdienstgestellte Ölbekämpfungsschiff ÄSCHE zu ersetzen. Im Ergebnis einer Gefahrenanalyse wurde jedoch entschieden, zur Abdeckung des bestehenden Defizites im Bereich östlich Rügens die ORFE in dieses Gebiet zu verlegen und für Rostock anderweitigen Ersatz zu suchen.

Neue Tagesklinik für Psychiatrie geplant

Ueckermünde – Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat heute einen Fördermittelbescheid an das AMEOS Klinikum Ueckermünde für Umbaumaßnahmen übergeben. Dort soll eine neue Tagesklinik für Psychiatrie entstehen.

„Derzeit sind die räumlichen und therapeutischen Gegebenheiten für die Patienten und das medizinische Personal nicht gut geeignet für eine umfassende Behandlung. Nach Ende der Baumaßnahmen wird in der Region eine wohnortnahe, gute medizinische Versorgung von psychisch kranken Menschen entstehen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Wirtschaftsminister Glawe wurde vor Ort vertreten von Ralf Iwohn, Referatsleiter Öffentliches Gesundheitswesen, Infektionsschutz und Rettungsdienst im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit.

In Ueckermünde soll das „Haus 13“ zu einer Tagesklinik für Psychiatrie umgebaut werden. Das unsanierte Gebäude gehört zum historischen Gebäudebestand der ehemaligen „Provinzial-Irrenanstalt Ueckermünde“ und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Gebäuden der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Derzeit ist die Tagesklinik im Dachgeschoss des Hauses 12. Das Angebot richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen, für die eine ambulante Behandlung nicht mehr ausreicht und eine vollstationäre Therapie noch nicht erforderlich ist. Behandlungsschwerpunkte sind unter anderem Angst- und Panikstörungen, Zwangserkrankungen, Depressionen sowie Essstörungen. Das Gesundheitsministerium unterstützt das Vorhaben in Höhe von zwei Millionen Euro. Die Gesamtkosten des Neubaus betragen rund 2,3 Millionen Euro.

„Tagesklinische Angebote sind ein unverzichtbarer Baustein in der medizinisch-psychiatrischen Versorgung. Die Patienten werden umfassend betreut und können dennoch abends und am Wochenende in ihrem gewohnten Umfeld bleiben“, sagte Glawe.

In den Bereichen Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie stehen in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 1.078 tagesklinische Plätze zur Verfügung.

Das Krankenhaus Ueckermünde ist mit 105 Planbetten in den Fachabteilungen Chirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Krankenhausplan ausgewiesen.

Am Standort Ueckermünde werden Tageskliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Psychiatrie und Psychotherapie mit insgesamt 11 Plätzen betrieben. Die AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern mbH hat insgesamt 324 Planbetten und 37 tagesklinischen Plätze.

Der private Krankenhausträger ist Arbeitgeber für rund 700 Mitarbeiter. Das Ueckermünder Klinikum gehört zur AMEOS Gruppe mit Sitz in Zürich, die nach eigenen Angaben 13.300 Mitarbeiter in 85 Einrichtungen (Krankenhäuser, Poliklinika, Pflege- und Eingliederungseinrichtungen) an 47 Standorten beschäftigt.

„Das AMEOS Klinikum Ueckermünde hat mit den beiden Krankenhausstandorten in Ueckermünde und Anklam als Arbeitgeber im Bereich der Gesundheitsversorgung im Landkreis Vorpommern-Greifswald eine große regionale Bedeutung. Dank der hohen Kompetenz und des umfassenden Engagements der Mitarbeiter erhalten Patienten neben einer guten medizinischen Versorgung ein Gefühl von Geborgenheit. Das ist bei der Versorgung psychisch kranker Menschen von besonderer Bedeutung“, dankte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe den Mitarbeitern abschließend.

Die stationäre Gesundheitsversorgung ist in Mecklenburg-Vorpommern durch 37 moderne, leistungsfähige Krankenhäuser sichergestellt. Aktuell sind im Krankenhausplan 10.099 Betten und 1.419 tagesklinische Plätze ausgewiesen.

Insgesamt standen den Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2018 Einzelfördermittel (= langfristige Investitionen wie etwa Neubauten oder Sanierungsmaßnahmen) in Höhe von rund 24 Millionen Euro und Pauschalfördermittel (Förderung für kleinere bauliche Maßnahmen und die Wiederbeschaffung kurzfristiger Anlagegüter) in Höhe von rund 22,8 Millionen Euro zur Verfügung. Seit 1990 sind im Rahmen der Krankenhausfinanzierung mit mehr als 2,8 Milliarden Euro erhebliche finanzielle Mittel in die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern geflossen.

TrendFood Fish Company modernisiert Fertigung

Strasburg – Die TrendFood Fish Company GmbH (TFFC) in Strasburg (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat ihre Produktion am Standort umfassend modernisiert.

„Die TrendFood Fish Company GmbH hat sich zu einem modernen und leistungsfähigen Unternehmen entwickelt. Mit 19 Mitarbeitern entstehen Fischkreationen, die international vertrieben werden. So gelangen die in Mecklenburg-Vorpommern veredelten Produkte unter anderem in der Schweiz, in Kanada und in Russland auf die Teller“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Der Wirtschaftsminister wurde vor Ort vertreten von Ralf Sippel, Referatsleiter Unternehmensansiedlungen und -erweiterungen im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit.

Die Spezialisierung der TFFC liegt in der Verarbeitung von tiefgekühltem Süßwasserfisch, die nach Unternehmensangaben direkt aus Ländern wie Russland (Sibirien), Kanada, Estland, Polen und der Ukraine importiert werden. Am Standort wird die Rohware – wie beispielsweise Zander, Barsch, Felchen, Hecht, Alaska-Seelachs – mit Bierteig, Backteig und Knusperpanade veredelt. Das Unternehmen hat die Zertifizierungen für das EU-Bio-Siegel, IFS-Standard sowie MSC/ASC erhalten. Um eine effektivere Produktion und eine höhere Kapazität zu erreichen, hat das Unternehmen jetzt in die Erweiterung des Maschinenparks und das Gebäude investiert. Unter anderem wurden eine neue Fertigungslinie für Fisch im Backteig, bestehend aus Frittieranlage, Durchlauffroster, Mehrkopfwaage und Schlauchbeutelverpackung in Betrieb genommen.

„Mit den neuen Produktionsmaschinen konnte die Produktpalette insgesamt erweitert werden. So kann sich die TrendFood Fish Company GmbH im globalen Wettbewerb breiter aufstellen und einem größeren Kundenkreis attraktive Angebote machen. Das stärkt den Standort in Strasburg“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens betragen 800.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 320.000 Euro. „Wir wollen gezielt kleine und mittlere Unternehmen bei Investitionen unterstützen. Das sichert und schafft Arbeitsplätze in den Regionen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Die umsatzstärkste Branche im verarbeitenden Gewerbe im Land ist die Ernährungswirtschaft. Sie steht auch weiterhin für mehr als ein Drittel des gesamten Umsatzes im verarbeitenden Gewerbe in Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit sind in den 89 Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern insgesamt über 14.800 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz von rund 4,3 Milliarden Euro. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung. Die Vielzahl der Betriebe zählt allerdings zu den mittelständischen Unternehmen.

Im Land sind wichtige Tochterunternehmen von internationalen Konzernen ansässig, beispielsweise die Dr. Oetker Tiefkühlprodukte GmbH in Wittenburg und die Pfanni GmbH & Co. KG in Stavenhagen. Hierzu kamen in den vergangenen Jahren Ansiedlungen und Investitionen von Unternehmen der Ernährungsbranche. Dazu zählen insbesondere der Bau einer Betriebsstätte für Lebensmittelzusatzstoffe der SternMaid GmbH in Wittenburg, die Errichtung eines Edeka-Fleischwerkes in Valluhn, die Ansiedlung der Süßwarenhersteller Toffee Tec GmbH und Sweet Tec GmbH in Boizenburg oder das Nescafé Dolce-Gusto-Werk in Schwerin.

Die Landes-Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV GmbH hat den technologischen Ausbau des Betriebes begleitet und unterstützt.

Klimafreundlicher Linienbus

Greifswald – Heute nimmt Verkehrsminister Christian Pegel mit Thomas Prauße, Geschäftsführer der Stadtwerke Greifswald, an der Übergabe eines Linienbusses mit „Natural Gas Technology“ teil. Die Landesregierung hat die Anschaffung des klimafreundlichen Busses mit Fördermitteln in Höhe von 130.000 Euro unterstützt. Die Förderung erfolgte gemäß der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für die Neubeschaffung von Bussen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Mecklenburg-Vorpommern.

Der neue Bus kann sowohl mit Erdgas als auch mit Bio-Erdgas, einem Produkt aus erneuerbaren und abbaubaren Stoffen, betrieben werden und fährt damit nahezu kohlenstoffdioxidneutral. Diese Antriebstechnologie stellt eine Alternative zum klassischen Dieselantrieb dar. Das Fahrzeug soll mindestens 30.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen.

Die Gesamtkosten für die Anschaffung betrugen 318.000 Euro. 188.000 Euro finanzierte die Universitäts- und Hansestadt aus Eigenmitteln.

Über die Richtlinie wird seit 2013 die Neubeschaffung von Bussen gefördert. In der Regel wird jedes Fahrzeug mit maximal 100.000 Euro gefördert. Bei alternativen Antrieben liegt die Höchstförderung bei 130.000 Euro. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung verbindet mit den Förderungen die Erwartung, dass mit den neuen Bussen die Attraktivität und insbesondere der Ausbau eines barrierefreien ÖPNV-Angebots nachhaltig verbessert werden.

10 Jahre Wirtschaftsbotschafter M-V

Insel Usedom – Zehn Jahre Wirtschaftsbotschafter Mecklenburg-Vorpommern – Wirtschaftsminister Harry Glawe dankt anlässlich des Jubiläums beim jährlichen Treffen der Wirtschaftsbotschafter im Ostseebad Heringsdorf den Unternehmern für ihr Engagement. Wirtschaftsbotschafter sind Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, die bei interessierten Unternehmen für Mecklenburg-Vorpommern als Investitionsstandort werben.

„Unsere Wirtschaftsbotschafter sind authentische Repräsentanten des Landes. Sie werben aus Überzeugung und aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen für Mecklenburg-Vorpommern als attraktiven Investitionsstandort. Diese wertvollen Botschaften tragen dazu bei, die heimische Wirtschaft zu stärken und das Land national und international noch bekannter zu machen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Die Veranstaltung wurde von der Landes-Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH organisiert.

Ziel des Netzwerkes der Wirtschaftsbotschafter ist es, über persönliche Kontakte zu Entscheidern in der nationalen und internationalen Wirtschaft weitere Ansiedlungen für Mecklenburg-Vorpommern zu erschließen und damit zur langfristigen Stärkung der hiesigen Wirtschaft beizutragen.

Auch die Ansiedlungsgespräche beispielsweise mit Nestlé und BvS Blechtechnik im Industriepark Schwerin sind durch Wirtschaftsbotschafter begleitet worden. Zudem begleiten die Wirtschaftsbotschafter Messen und Investorenveranstaltungen, beispielsweise auf der Medizintechnik-Messe MEDICA in Düsseldorf oder bei Investorenveranstaltungen im In- und Ausland.

Wirtschaftsminister Glawe hat im Ostseebad Heringsdorf einen weiteren Wirtschaftsbotschafter ernannt: Dr. Andreas Dikow, Geschäftsführer der Webasto Neubrandenburg GmbH und Vorstandsvorsitzender des Clusters automotive-mv e.V. Das Unternehmen Webasto entwickelt und produziert Dachsysteme, Cabrio-Dachsysteme und Standheizungen für Pkw sowie Heiz-, Kühl- und Lüftungssysteme für Lkw, Busse, Boote, Reisemobile und Sonderfahrzeuge. Webasto gehört zu den 100 größten Zulieferern der Automobilindustrie weltweit.

„Das Unternehmen Webasto ist in Neubrandenburg und der ganzen Region eine feste wirtschaftliche Größe. Es steht für Spitzenprodukte aus Mecklenburg-Vorpommern, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind“, sagte Glawe.

Für die im Jahr 2009 vom Wirtschaftsministerium und der Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV gestartete Initiative „Wirtschaftsbotschafter MV“ engagieren sich mit dem neu ernannten Botschafter aktuell 78 Persönlichkeiten.

Die Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH (Schwerin) ist die Wirtschaftsfördergesellschaft für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Als „One-Stop-Agency” ist sie Partner für alle Unternehmen, die nach Mecklenburg-Vorpommern expandieren wollen. Sie unterstützt und berät inländische wie ausländische Investoren über Investitionsmöglichkeiten in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei bieten Experten umfassende Projektmanagement- und Support-Services von der Standortanalyse bis zur Realisierung der Investition an.

Vorbereitung auf den Meeresspiegelanstieg

Insel Usedom – „Die Sturmfluten in den Jahren 2017 und 2019 haben uns einmal mehr verdeutlicht, dass der Küstenschutz schon heute eine unverzichtbare Aufgabe der Daseinsvorsorge ist. Vor dem Hintergrund des zukünftig stärker steigenden Meeresspiegels – auch in der Ostsee – wird der Küstenschutz nochmals deutlich an Bedeutung gewinnen. Deshalb ist es unumgänglich, unsere Strategien für den langfristigen Schutz der Ortslagen und wirtschaftlich genutzten Küstenabschnitte zu überprüfen und an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen“, sagte der für Küstenschutz zuständige Minister Dr. Till Backhaus, als er sich am Samstag vor Ort über die Sandaufspülungen an der Außenküste der Insel Usedom informierte.

Bei den Sturmfluten Anfang der Jahre 2017 und 2019 hätten die Küstenschutzbauten (Vorstrand, Strand, Düne) zwar ihre Funktion voll erfüllt, betonte der Minister. „Aber vor Zempin, Koserow und im Bereich der Kölpinsee-Niederung wurden erhebliche Sandmengen abgetragen und umgelagert.“ Um diese Sedimentverluste auszugleichen und damit den Küstenschutz zu gewährleisten, spült das Land Mecklenburg-Vorpommern dort nun bis Mitte Dezember 2019 insgesamt 510.000 Kubikmeter Sand. Die damit verbundenen Kosten belaufen sich auf rund 3,6 Mio. Euro.

Die Gemeinde Ostseebad Zempin hat zusätzlich ca. 50.000 Kubikmeter zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur aufgespült.

Der Sand wird aus einer Lagerstätte des Landes in der Ostsee vor Koserow gewonnen. In dem dazu erforderlichen Planfeststellungsverfahren war neben dem Naturschutz vor allem auch die Kampfmittelbelastung ein drängendes Thema. „Um das Aufspülen von Kampfmitteln an den Strand zu verhindern, wird der gesamte Sand gesiebt. Potentiell gefährliche Munition gelangt dadurch gar nicht erst an den Strand“, betonte der Minister und zeigte sich von diesem System überzeugt: „Auf diese Weise konnte bereits eine Vielzahl von Munition und Munitionsteilen ausgesiebt und an den Munitionsbergungsdienst des Landes übergeben werden“.

Im Zusammenhang mit den aktuellen Aufspülungen sei für ihn auch der Blick in die Zukunft besonders wichtig. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse lassen voraussichtlich ab 2040 auf einen stärkeren Meeresspiegelanstieg schließen, als in den bisherigen Planungen des Küstenschutzes bereits berücksichtigt. „Damit müssen wir uns intensiv auseinandersetzen und in Zusammenarbeit mit den anderen Küstenländern und dem Bund Lösungen finden“, sagte Minister Dr. Backhaus am Rande der Aufspülung vor Koserow. Damit verbunden seien erhebliche fachliche und finanzielle Herausforderungen, mit denen man die Küstenländer jetzt nicht allein lassen dürfe, bekräftigte der Minister.

In Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein sowie verschiedenen Forschungseinrichtungen sollen in den nächsten Jahren Fragen zu möglichen Veränderungen von Sedimenttransportprozessen, zum zukünftigen Sandbedarf und zu ggf. veränderten Belastungen von Steilufern an der deutschen Ostseeküste beantwortet werden. Vor dem Hintergrund der starken touristischen Ausrichtung des Landes M-V spielen dabei nicht nur Aspekte des technischen Küstenschutzes, sondern auch die Entwicklung der Strände und Belange des Naturschutzes eine wichtige Rolle.

Friedländer Große Wiese

Beirat soll alternative Nutzungskonzepte erarbeiten

Ferdinandshof – Mit Sorge sieht Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus die Entwicklung der Friedländer Großen Wiese nahe Ferdinandshof südlich von Anklam. Einst gehörte das 10.000 Hektar große Areal zu den größten Niedermooren Deutschlands. Um sie landwirtschaftlich nutzen zu können, wird sie seit Jahrhunderten entwässert. Inzwischen hat sie ihre moortypischen Eigenschaften verloren und emittiert jährlich etwa 37 Tonnen pro Hektar klimaschädliches Kohlenstoffdioxid.

Bei einem Treffen mit Landwirten, Interessensvertretern und Verbänden im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern in Ueckermünde kündigte er heute an, einen Beirat einberufen zu wollen, in dem der Ist-Zustand des Areals mit allen Betroffenen analysiert und gemeinsam Lösungswege erarbeitet werden. Der Vorschlag stieß auf breite Zustimmung.

„Wir brauchen eine nachhaltige Landwirtschaft auf Moorböden, die die vielfältigen Ansprüche von Natur-, Boden- und insbesondere des Klimaschutzes berücksichtigt.“, so der Minister. Klar sei, dass eine landwirtschaftliche Nutzung, wie sie derzeit dort betrieben werde, keine Perspektive habe, so der Minister. Sie wirke sich derart nachteilig auf die Flächen aus, dass sich dort damit dauerhaft kein Geld verdienen lasse. Zudem würden Flora und Fauna in diesem besonderen Naturraum aufgrund des fortschreitenden Wassermangels, Moorsubstanzverlustes, der Bodendegradierung und übermäßiger Nährstoffeinträge stark beeinträchtigt. „Spätestens in 100 Jahren wird Landwirtschaft auf diesen Flächen in dieser Form nicht mehr möglich sein“, betonte er.

Von dem Treffen erhofft sich Minister Backhaus, Landwirte für alternative Nutzungskonzepte zu öffnen. Auch gehe es ihm darum zu erfahren, wo die Probleme sind und wo konkret Hilfe benötigt wird. „Es ist nicht mein Ansinnen, die Landwirte vor Ort anzuklagen. Ich weiß, dass sie einen guten Job machen und um ihre Existenz fürchten. Gleichwohl muss ich sagen, dass uns – anders als vor 50 Jahren – neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, die ein Umdenken zwingend erforderlich machen“, sagte Backhaus. Von den Landwirten wünsche er sich deshalb zunächst einmal Gesprächsbereitschaft und den Blick über den Tellerrand. Es gebe einfach Standorte, die für bestimmte intensive landwirtschaftliche Nutzungen, vor allem für den Ackerbau, nicht geeignet sind. Dazu gehörten eben auch Moorböden. Wer weitermache wie bisher, der entziehe sich selbst die Geschäftsgrundlage.

Derzeit bewirtschaften 40 Betriebe fast 8.000 Hektar Niedermoorflächen im Naturraum der Friedländer Großen Wiese. Deren Forderung, die Ackerflächen durch Zuschusswasser aus der Peene zu vitalisieren, sei wenig bis gar nicht erfolgsversprechend, sagte Backhaus. Selbst wenn eine Einigung über die Kosten erreicht würde, die mit der Inbetriebnahme zusätzlicher Pumpen verbunden sind, könnte nur etwa ein Viertel der Friedländer Große Wiese mit dieser Maßnahme bewässert werden.

Eine Alternative, wie man auf nassen Böden, erfolgreich Landwirtschaft kann, stellte Reetdachdecker Christoph Behrens aus Gnarrenburg (Landkreis Rotenburg/Niedersachsen) vor. Das für seine Arbeit benötigte Schilf baut er selbst auf Moorböden an. Im Winter wird es mit Spezialtechnik gemäht („geworben“).

Dass sich damit Geld verdienen lasse, zeige der enorme Bedarf an Rohr, meinte Backhaus. Das in Deutschland verwendete Rohr stamme nur zu ca. 15 Prozent aus einheimischen Beständen. Der vorhandene Bedarf werde durch Importe aus Süd- und Osteuropa, zum Beispiel Ungarn, Rumänien und der Ukraine sowie seit ca. 2005 auch aus China gedeckt. „Ein Markt der auch für Mecklenburg-Vorpommern interessant ist, da Rohrdächer hierzulande nicht nur in Küstennähe einen landschaftsprägenden Charakter haben“, betonte der Minister.

Die heutigen Rohrmahd-Flächen konzentrieren sich auf Vorpommerns Flusstalmoore (Peene, Recknitz), Bodden­bereiche (z.B. Ribnitzer See, Barther Bodden, Strelasund, Lieschower Wiek, Achterwasser) und Seeufer (z.B. Wre­echener See, Lobber See).

Das Land erwägt zudem ein Pilotprojekt unter Federführung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern ins Leben zu rufen. Mit Mitteln aus der Naturschutzförderrichtlinie (Schwerpunkt: Moorschutz) soll die Bewirtschaftung auf einer Teilfläche der Friedländer Großen Wiese umgestellt und die soziökonomischen Auswirkungen begutachtet werden. Dies setze das Einverständnis der jeweiligen Flächeneigentümer bzw. –nutzer voraus. Honoriert werden könnte eine Kooperation mit einer Klimaschutzflächenprämie sowie passgenauer Beratungsangebote.

Forschungsschiff erhält neueste technische Ausstattung

Wolgast – Das landeseigene Forschungsschiff ELISABETH MANN BORGESE hat für einen mehrwöchigen Werftaufenthalt in der Peene-Werft in Wolgast festgemacht. Die turnusmäßigen Wartungsarbeiten am Schiffskörper und an der schiffstechnischen Ausstattung (u. a. Elektrik, Hydraulik, Radar, Echolotsystem) zur Bestätigung der Klasse des Schiffs (Schiffs-TÜV) werden bis voraussichtlich Anfang kommenden Jahres dauern. Die umfangreichen Werftarbeiten sind notwendig, um das Forschungsschiff technisch auf den neusten Stand zu bringen. Ziel ist es, die ELISABETH MANN BORGESE auch zukünftig der Wissenschaft als zuverlässige Arbeitsplattform für die Meeres- bzw. maritime Forschung einschließlich des Meeres-Monitorings und der wissenschaftlichen Ausbildung zur Verfügung stellen zu können.

„Moderne Meeresforschung ist ohne ein Forschungsschiff nicht möglich“, betonte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Die ELISABETH MANN BORGESE ist für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung (IOW) ein unverzichtbares Arbeitsgerät, um auf See den Zustand und die Dynamik von Nord- und Ostsee zu erforschen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler widmen sich dabei aktuellen Herausforderungen wie dem nachhaltigen Meeresschutz oder zahlreichen Beeinträchtigungen wie dem Plastik im Meer. Damit das Forschungsschiff weiterhin zuverlässig seine Dienste verrichten kann, muss es von Zeit zu Zeit gewartet werden. Das dient nicht nur der Schiffs- und Forschungstechnik an Bord, sondern auch der Sicherheit der Besatzung. Ich wünsche dem Schiff nach Beendigung des Werftaufenthaltes allzeit gute und sichere Fahrt“, so Martin.

Die ELISABETH MANN BORGESE (Länge 56,50 m, Geschwindigkeit 11 Kn, 11 Mann Besatzung & bis zu 12 Wissenschaftler/innen) befindet sich seit Juni 2011 an bis zu 305 Tagen pro Jahr im Seebetrieb und ist das „Hausschiff“ des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). Der bisherige Betrieb verlief ohne Havarien und ohne Ausfallzeiten für die Wissenschaft. Als Mehrzweckboot SCHWEDENECK 1987 im schleswig-holsteinischen Schacht-Audorf gebaut, konnte das Land Mecklenburg-Vorpommern im Frühjahr 2011 das gebrauchte Schiff als Forschungsschiff für die Ostsee und die Nordsee vom Bund erwerben. Der Umbau zum Forschungsschiff erfolgte seinerzeit in der Peene-Werft. Die ELISABETH MANN BORGESE hat dort seitdem weitere notwendige Werftaufenthalte absolviert. Das Personal der Werft ist daher mit dem Schiff bestens vertraut.

Namensgeberin des Forschungsschiffes ist Elisabeth Mann Borgese (1918-2002), jüngste Tochter von Thomas Mann und Mitbegründerin des Club of Rome. Sie war als weltweit bekannte und hochkompetente Verfechterin des Meeresschutzes und Seerechtlerin maßgeblich am Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 beteiligt.

Neuer Caravanstellplatz in Gützkow

Gützkow – In Gützkow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) soll direkt am Kosenowsee ein neuer Caravanstellplatz mit Mehrzweckhalle entstehen. Gützkow liegt an der Swinow, die südlich der Stadt in die Peene mündet. Im östlichen Teil der Stadt befindet sich der Kosenowsee.

„Gützkow ist dank seiner Lage im Natur- und Landschaftsschutzgebiet ein attraktives Ausflugsziel. Mit Fertigstellung des neuen Caravanplatzes können Urlauber künftig direkt in der Natur eine erholsame Zeit verbringen. Durch die Freizeitanlage entstehen fünf neue Arbeitsplätze vor Ort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Auf einer Fläche von etwa 24.000 Quadratmetern sollen künftig etwa 80 Komfort-Wohnmobil-Stellplätze geschaffen sowie eine Mehrzweckhalle mit Büro, Restaurant und Kiosk gebaut werden. Die Mehrzweckhalle bietet auf rund 1.000 Quadratmetern die Möglichkeit für sportliche Aktivitäten, wie Ballsportarten und die Nutzung einer Bowlinganlage mit vier Bahnen. Darüber hinaus wird der Caravanstellplatz über einen Wellnessbereich, Spielmöglichkeiten für Kinder und themenorientierte Unterhaltungsprogramme verfügen. Zur Nutzung regenerativer Energien soll auf dem Dach der Halle eine Solarstromanlage installiert werden.

„Mit der neuen Mehrzweckhalle und dem umfangreichen Freizeitangebot können die Gäste des Caravanstellplatzes bei jeder Wetterlage ihren Urlaub aktiv verbringen“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestition für den neuen Caravanstellplatz und die Nebenflächen beträgt rund 2,9 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 907.000 Euro.

Forschungsprojekt der Seenotretter

M-V gut geeignet als Testregion für innovative Systeme

Insel Rügen – Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat mit neun Partnern ein unbemanntes Luftfahrtsystem für den Einsatz im Seenotfall entwickelt und dank der Unterstützung durch das Landesverkehrsministerium vor der Küste Vorpommerns getestet. Dabei wurde erstmals ausgehend von Startplätzen in Mecklenburg-Vorpommern im Luftraum über See ein unbemanntes Luftfahrtsystem mit etwa 25 Kilogramm Abfluggewicht bewegt.

„Wir als oberste Luftverkehrs- und -sicherheitsbehörde des Landes haben diese äußerst komplexe und hochgradig abstimmungsbedürftige Erprobung rechtssicher ermöglicht, so dass zwischen August und Oktober dieses Jahres das unbemannte Luftfahrtsystem über der Ostsee nördlich von Ribnitz-Damgarten sowie zwischen Rügen und Usedom erprobt werden konnte“, sagt Landesverkehrsminister Christian Pegel.

Im Rahmen des dreijährigen DGzRS-Forschungsprojekts zur „Lageunterstützung bei Seenoteinsätzen“ unter dem Namen „Larus“ (lat. Möwe) wurde ein automatisches Starrflügelflugzeug entwickelt und in einem Szenario zur Suche und Rettung von Menschen in Seenot getestet, bei dem ein Dummy in der Ostsee aufzuspüren war. Die Rettung an sich wird auch künftig durch Menschen in Seenotrettungskreuzern und Hubschraubern erfolgen. Unbemannte Luftfahrtsysteme können aber zusätzliche Kommunikationskapazitäten schaffen und zum Beispiel aktuelle Lagebilder liefern.

Um den Test vor der vorpommerschen Küste zu ermöglichen, hatte das Ministerium umfangreiche Abstimmungen mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, der Deutschen Flugsicherung, dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern, den Landkreisen Rostock, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund, den Betreibern der Startgelände und der Deutschen Marine sowie dem Biosphärenenreservatsamt Südost-Rügen vorgenommen.

„Im Ergebnis konnten Lufträume vor Usedom und bei Ribnitz-Damgarten für die Erprobung ausgewiesen werden. Das Verkehrsministerium Mecklenburg-Vorpommern hat zum 14. August 2019 die Erlaubnis zum Betrieb der unbemannten Luftfahrtsysteme erteilt, so dass am 20. August der Testbetrieb beginnen und Ende Oktober erfolgreich abgeschlossen konnte“, so Christian Pegel.

In den Augen des Ministers ist das „ein schöner Nachweis, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern zügig und verlässlich die Rahmenbedingungen für Testläufe innovativer Entwicklungen schaffen. Ich baue darauf, dass weitere Entwickler in den verschiedensten Bereichen dieses Potenzial unseres Bundeslands erkennen und nutzen.“