Glasfasertechnologie revolutioniert Unterricht

Mit doppelter Bandbreite der WEMAG macht das Lehren im Gymnasialen Schulzentrum in Stralendorf doppelt Spaß

Stralendorf – Torsten Neik lässt mit sicheren Bewegungen den interaktiven Stift über einen 75 Zoll großen Bildschirm gleiten. Dabei verändert er die Lage eines Dreiecks, dessen Eckpunkte durch einen Kreis verbunden sind. Nebenbei ruft der Gymnasiallehrer für Mathematik und Physik über ein Symbol in der Seitenleiste Erläuterungen zur Eulerschen Gerade im Internet auf, die sofort in einem Fenster des riesigen Bildschirms erscheint. „Diese moderne Technologie ist in allen Fächern einsetzbar. Sie wird Tafel und Kreide bald ablösen“, ist sich der Oberstufenkoordinator des Gymnasialen Schulzentrums „Felix Stillfried“ in Stralendorf sicher. So kann er zum Beispiel auch handschriftlich Anmerkungen in das interaktive Tafelbild einfügen und es den Schülern per E-Mail senden.

Das Gymnasiale Schulzentrum mit seinen etwa 740 Schülern gehört zu den ersten Gebäuden im Amt Stralendorf, die an das schnelle Glasfasernetz der WEMACOM Breitband GmbH angeschlossen wurden. „Kaum eine andere Schule in der Region verfügt über diese zukunftsweisende Ausstattung, die erst mit der enormen Übertragungsgeschwindigkeit voll genutzt werden kann“, erklärt Maik Helterhoff, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Stralendorf, bei der Präsentation der neuen Technik. Da das Amt Träger der Schule ist, lag ihm der schnelle Anschluss besonders am Herzen. Vor einigen Wochen noch hatte die Schule einen 6-Megabit-Anschluss und deshalb im Rahmen des Breitbandausbaus eine 100-Megabit-Leitung bei der WEMAG bestellt. Da das Unternehmen gerade die Übertragungsgeschwindigkeit für alle Kunden verdoppelt hat, kann das Gymnasiale Schulzentrum in Stralendorf nun ein Datenvolumen von 200 Megabit pro Sekunde nutzen. „Damit sind wir sehr gut für die gegenwärtigen und künftigen Anforderungen aufgestellt. Außerdem wird die Kommunikation mit dem Schulamt jetzt deutlich erleichtert“, meint Schulleiter Arne Henke. Das Einrichten der neuen Technik hat Holger Seiffert, Fachdienstleiter Bau des Amtes Stralendorf, begleitet.

Oberstufenkoordinator Torsten Neik demonstriert anschaulich Schulleiter Arne Henke, WEMAG-Geschäftskundenbetreuer Mario Möller und Maik Helterhoff, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Stralendorf (v.l.n.r.), die Einsatzmöglichkeiten der neuen Technik. Foto @ WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Neun der großen interaktiven Bildschirme sowie über 20 weitere Smartboards gibt es bereits in der Schule. Insgesamt laufen in den Schulgebäuden etwa 150 Rechner. Weitere 14 Klassenräume sind im Erweiterungsbau geplant, in dem auch ein Computerkabinett eingerichtet werden soll. Außerdem gibt es schon Überlegungen, die Klassenräume auch mit WLAN auszustatten.

Im Rahmen der Präsentation überreichte WEMAG-Geschäftskundenbetreuer Mario Möller den Vertretern der Schule und des Amtes zur Erinnerung je ein Cartoon, die aus der Feder des regionalen Künstlers Roland Regge-Schulz, alias Mario Lars, stammen.

Änderung des Hochschulgesetzes

Schwerin – Die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten die notwendigen Rahmenbedingungen, um sich auch künftig in einem stärker werdenden nationalen und internationalen Wettbewerb behaupten zu können. Der Landtag hat eine entsprechende Änderung des Hochschulgesetzes beschlossen. Das neue Hochschulgesetz legt einen Schwerpunkt auf die Qualitätssicherung in der Wissenschaft, auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen an den Hochschulen und auf die Chancengleichheit.

„All das, was an unseren Hochschulen geleistet wird – die Qualität von Forschung und Lehre, das Innovationspotenzial – hängt vor allem an jenen, die dort forschen und lehren. Das heißt, an denen, die dort arbeiten“, betonte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Die Bedingungen für ihre Arbeit zu verbessern, ist ein wesentliches Ziel dieser Novelle.“

Diesen Anspruch löst das Land nun ein, indem es:

  • für die Befristung von Qualifikationsstellen eine Mindestdauer von drei Jahren festlegt
  • eine Qualifizierungsvereinbarung mit den wissenschaftlichen Nachwuchskräften vorsieht
  • einen Mindestbeschäftigungsumfang von 50 Prozent garantiert
  • Bediensteten eine Verbeamtung auf Zeit ermöglicht und mit einer Verbeamtungsoption auch den akademischen Mittelbau stärkt
  • und indem es den Einsatz von Lehrbeauftragten klar begrenzt.

Außerdem schafft das geänderte Gesetz die Voraussetzungen, um den Frauenanteil bei Professuren zu erhöhen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 23,4 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern sind es nur 20,9 Prozent. „An unseren Hochschulen gibt es viel zu wenige Professorinnen. Wir führen deshalb das Kaskadenmodell ein und haben es als qualifizierte Quote in das Gesetz aufgenommen. Zudem planen wir, in den Zielvereinbarungen mit den Hochschulen verbindlichere Frauenquoten zu verabreden als bisher“, sagte Martin. Mit dem Kaskadenmodell hätten andere Bundesländer bereits gute Erfahrungen gemacht.

„Wir setzen außerdem bei der Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie an. Das erleichtert Frauen und Männern, Privates und Berufliches auch im Wissenschaftsbetrieb zu vereinbaren“, erklärte die Wissenschaftsministerin. „So werden künftig sogenannte Familienzeiten die Qualifikationszeit bei befristeten Beschäftigungsverhältnissen verlängern. Zudem sieht die Novelle ein gelockertes Hausberufungsverbot vor, damit das berufliche Vorankommen bereits in der Qualifikationsphase besser planbar wird“, sagte sie.

Außerdem sieht das geänderte Hochschulgesetz vor, die kooperativen Promotionsverfahren von Universitäten und Fachhochschulen auszubauen und sie für beruflich qualifizierte Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger weiter zu öffnen, zum Beispiel über ein Probestudium oder ein weiterbildendes Masterstudium auch ohne Bachelorabschluss. Mit dem neuen Gesetz wird zudem das wissenschaftliche Weiterbildungsprogramm neu strukturiert. Hochschulen können nun auch gemeinsam mit externen Partnern Weiterbildungsangebote machen.

Landtag beschließt ein neues Schulgesetz

Schwerin – Der Landtag hat heute der 6. Novelle des Schulgesetzes zugestimmt. Mit den neuen Regelungen wird den Veränderungen in der Gesellschaft Rechnung getragen. Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten einen zeitgemäßen rechtlichen Handlungsrahmen.

Wichtiger Schwerpunkt des Gesetzes ist die Umsetzung der Inklusionsstrategie des Landes. Darüber hinaus enthält es aber auch umfangreiche Änderungen, die von Vereinfachungen in der Schulorganisation über eine gestärkte Mitwirkung von Schüler- und Elterngremien bis hin zur freien Wahl der Unterrichtsmaterialien durch die Schulen reichen.

Ziel ist es, den Anspruch auf schulische Teilhabe und die dafür notwendigen Schritte im Schulwesen ausgewogen zu regulieren. Das neue Schulgesetz soll zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Die schuljahresbezogenen Regelungen treten zum 1. August 2020 in Kraft.

„Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen die bestmögliche individuelle Förderung an unseren Schulen erhalten. Das ist das übergeordnete bildungspolitische Ziel dieses Gesetzes. Wir wollen den Schulen genügend Zeit und Freiraum geben, den Schulalltag behutsam und anforderungsgerecht weiterzuentwickeln”, sagte Bildungsministerin Bettina Martin.

„Wir haben uns für die Diskussion über dieses wichtige Gesetz viel Zeit genommen und auch die Zivilgesellschaft intensiv mit einbezogen. Ich bedanke mich ausdrücklich bei den Fraktionen und dem Bündnis für gute Schule für diesen konstruktiven Prozess. Das jetzt vorliegende Gesetz fußt auf einem breiten Beteiligungsprozess. Ich hoffe, dass wir mit dem Bündnis auch in Zukunft einen wichtigen und konstruktiven Gesprächspartner haben werden. Ich freue mich auf den Dialog darüber, wie wir gemeinsam für ‚gute Schule in MV arbeiten‛, so die Ministerin.

„Ich begrüße es, dass im parlamentarischen Verfahren entschieden wurde, Zeit für die Umsetzung der Inklusionsstrategie des Landes zu strecken. Ursprünglich war das Datum 2023 vorgesehen. Diese Frist ist nun bis zum Schuljahr 2027/2028 verlängert worden, so dass die Schulen jetzt mehr Zeit haben, Schritt für Schritt die Inklusionsstrategie vor Ort umzusetzen.“

„Mir ist es wichtig, an dieser Stelle noch einmal zu betonen, dass Inklusion, so wie wir sie  verstanden wissen wollen, nicht ausschließlich darauf abzielt, die vermeintlich Schwächeren und diejenigen, die ihre Schullaufbahn mit Benachteiligungen bestreiten, mitzunehmen“, erklärte die Ministerin. „Inklusion ist vielmehr als individuelle Förderung jedes und jeder Einzelnen zu verstehen – vom spezifischen Förderbedarf bis zur Hochbegabung“, sagte sie.

Wichtige Neuerungen im Überblick: 

  • An den Grundschulen wird eine Schuleingangsphase eingeführt, die die Jahrgangsstufen 1 und 2 umfasst. Die Schuleingangsphase kann von Schülerinnen und Schülern in einem Zeitraum von einem bis zu drei Schuljahren besucht werden. In dieser Phase werden keine Ziffernnoten erteilt.
  • Die flexible Schulausgangsphase wird mit dem freiwilligen 10. Schuljahr und der Berufsreife dual neu ausgerichtet. Auf diesem Weg sollen mehr Schülerinnen und Schüler zu einem anerkannten Schulabschluss geführt werden.
  • Die Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Sprache und Lernen laufen schrittweise aus (Förderschwerpunkt Sprache: 31.07.2020, Förderschwerpunkt Lernen: 31.07.2027). Stattdessen werden die Lerngruppe Sprache und die Lerngruppe Lernen an ausgewählten Grundschulen eingeführt. Dort lernen Kinder, die besonders stark ausgeprägten sonderpädagogischen Förderbedarf in diesen Bereichen haben.
  • Die Förderschulen mit den Schwerpunkten Sehen, Hören, emotionale und soziale Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, geistige Entwicklung und die Schule für Kranke bleiben dauerhaft bestehen.
  • 28 Schulen mit spezifischer Kompetenz werden eingerichtet, die das Lernangebot für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Sehen, Hören sowie körperlich und motorische Entwicklung ergänzen.
  • Lernen in jahrgangsübergreifendem Unterricht ist möglich: Nicht nur Grundschulen können in altersgemischten Lerngruppen unterrichten, sondern auch an weiterführenden Schulen kann die Schulkonferenz das Lernen in jahrgangsübergreifendem Unterricht beschließen.
  • Schulen können Schulgirokonten einrichten, damit Klassenfahrten oder Wandertage einfacher organisiert werden können.
  • Schulen erhalten mehr Freiheiten, indem sie ihre Schulbücher und Unterrichtsmedien selbst auswählen können.
  • Der Schullastenausgleichs für Kooperative Gesamtschulen wird erweitert.
  • Der Erwerb der Mittleren Reife an Gymnasien wird neu geregelt.
  • Die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung wird im Schulgesetz festgeschrieben.
  • Die Berufsorientierung wird integraler Bestandteil aller Fächer und Jahrgangsstufen und unter der Bezeichnung „Berufliche Orientierung“ zusammengefasst.
  • Schutz gegen sexualisierte Gewalt und Mobbing werden hervorgehoben: Maßnahmen, mit denen die Schulen die Kinder und Jugendlichen aufklärt, begleitet und im Fall der Fälle auffängt, werden in Zukunft verbindlich ins Schulprogramm aufgenommen.

600 Jahre Universität Rostock

Ministerpräsidentin würdigt älteste Universität im Ostseeraum

Rostock – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nahm heute am Akademischen Festakt zum 600-jährigen Jubiläum der Universität Rostock in der St.-Marien-Kirche zu Rostock teil und würdigte die altehrwürdige Universität in ihrem Grußwort.

„Ich gratuliere der Universität Rostock sehr herzlich zum 600. Jubiläum. Und ich bin allen dankbar, die daran mitgewirkt haben, dass die Alma Mater Rostochiensis im Laufe der Jahrhunderte zu dem geworden ist, was sie heute für uns alle ist: ein Ort der Forschung und der Lehre, ein Ort des Austausches zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Ort für Vor- und Querdenker, für Kreativität. Ein Ort offener und selbstbewusster Gemeinschaft.“

Vor wenigen Wochen habe das neue Wintersemester begonnen. Mehr als 3.000 Studierende haben sich neu eingeschrieben. Gut die Hälfte der Studentinnen und Studenten kommen aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland. Schwesig: “Das zeigt, Rostock ist ein beliebter Ort zum Studieren, Forschen und Leben. Die Universität hat sich gut entwickelt. Die Profilierung und gezielte Schwerpunktsetzung der letzten Jahre überzeugt – auch über unsere Landesgrenzen hinweg. Wir setzen ganz gezielt auf unsere Universitäten und Forschungseinrichtungen als Impulsgeber für Innovation und Fortschritt.“

Am Abend gibt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig anlässlich des Jubiläums der Universität einen Empfang im Konrad-Zuse-Haus. Dazu sind Gäste aus dem Land, der Stadt Rostock, aus Wissenschaft und Gesellschaft geladen.

Projekt „mittendrin LUP“ wirkt

100. Integration eines Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt

Schwerin – Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit und das Jobcenter Ludwigslust-Parchim fördern das Integrationsprojekt „mittendrin LUP“ in Trägerschaft der ibu institut für berufsbildung und umschulung gmbh. Jetzt ist im Rahmen des Projektes die 100. Integration eines zuvor Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt gelungen.

„Das Projekt wirkt. Besonders hervorzuheben ist, dass gerade durch dieses Integrationsprojekt schwerpunktmäßig Personen im mittleren und höheren Alter in den Arbeitsmarkt integriert werden“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe am Dienstag in Schwerin. Die 100. Integration wurde an den Standorten Neustadt-Glewe und Parchim ermöglicht.

Das Ziel des Integrationsprojektes „mittendrin LUP“ ist die Reintegration von älteren Langzeitarbeitslosen in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Mittels eines qualifizierten Profilings werden individuelle Potenziale erschlossen, reaktiviert oder ergänzt. „Wichtig ist es, dass durch die Arbeit vor Ort die Beschäftigungsfähigkeit der von Arbeitslosigkeit Betroffenen erhöht wird“, so Glawe weiter. In dem Projekt werden beispielsweise betriebliche Praktika organisiert, Workshops angeboten oder für Arbeitgeber die Qualifizierungen zur Arbeitsaufnahme der Projektteilnehmer ermöglicht.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe danke allen am Projekt Beteiligten: „Der engagierte Einsatz der Projektmitarbeitenden der ibu, die aktive Mitwirkung der Teilnehmenden und die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen bringen das Projekt weiter voran. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Bereitschaft von immer mehr Unternehmen, auch Langzeitarbeitslosen eine Chance für Praktika und Beschäftigung zu geben“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit sowie die Jobcenter im Land Mecklenburg-Vorpommern finanzieren aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) bzw. aus Eingliederungsmitteln seit dem Jahr 2015 gemeinsam Integrationsprojekte, mit denen Langzeitarbeitslose bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt werden. Die Regionalbeiräte Vorpommern, Mecklenburgische Seenplatte, Region Rostock und Westmecklenburg entscheiden auf der Grundlage regionaler Handlungskonzepte und konkreter Auswahlkriterien darüber, welche Projekte die höchsten Effekte für die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsförderung sowie die Regional-, Struktur- und Wirtschaftsentwicklung erwarten lassen und deshalb finanziell gefördert werden.

„Die Integrationsprojekte eröffnen neue Lebensperspektiven für Langzeitarbeitslose. Darüber hinaus wird durch die Projektarbeit auch ein weiterer Beitrag zur Arbeits- und Fachkräftesicherung in Mecklenburg-Vorpommern geleistet“, betonte Glawe.

Mit den in allen Landesteilen Mecklenburg-Vorpommerns aktiven Integrationsprojekten konnten zwischen Frühjahr 2015 und Sommer 2019 über 12.000 Personen erreicht werden (davon 5.226 Frauen und 6.820 Männer). Unter diesen Teilnehmenden waren 2.065 Personen mit Migrationshintergrund. „Bislang konnten 2.231 Übergänge aus den Integrationsprojekten in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse erzielt werden (Stand Ende Juni 2019). Wir werden die Projekte auch künftig weiter unterstützen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe abschließend.

Ausbildungsmarkt in M-V

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern haben sich im Berichtszeitraum Oktober 2018 bis September 2019 8.331 Jugendliche in den regionalen Arbeitsagenturen als Bewerber/innen gemeldet. Von ihnen waren Ende September noch 445 – aus unterschiedlichen Gründen – ohne Ausbildungsvertrag. Im gleichen Zeitraum wurden 11.479 Ausbildungsplätze gemeldet. 1.600 konnten bis Ende September nicht besetzt werden.

„Schülerinnen und Schülern in Mecklenburg-Vorpommern stehen viele attraktive Berufswege offen. Eine duale Ausbildung im Land bietet sehr gute Perspektiven, weil die Unternehmen auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen sind“, sagte Bildungsministerin Bettina Martin. „Alle Jugendlichen, die bislang noch nicht wissen, welchen Beruf sie ergreifen wollen, haben weiterhin sehr gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Viele Ausbildungsplätze sind noch frei. Ein gutes Zeichen ist, dass die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber geringer ist als im Vorjahreszeitraum. Mit einer verstärkten Beruflichen Orientierung in der Schule wollen wir zukünftig den Übergang ins Berufsleben für Schülerinnen und Schüler noch besser gestalten. Letztlich geht es darum, den Weg für eine selbstbestimmte Zukunft zu ebnen“, betonte Martin.

„Die Sicherung des Fachkräftenachwuchses ist und bleibt für alle Arbeitsmarktpartner in Mecklenburg-Vorpommern eine zentrale Herausforderung. Daher müssen wir gemeinsam alle Handlungsspielräume und Angebote nutzen, um junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen oder ihnen diesen Weg zu eröffnen“, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. „Zwar ist für die hohe Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze auch die demographische Entwicklung verantwortlich, und natürlich gibt es die sogenannten ‚regionalen oder qualifikatorischen Disparitäten‘, doch ich möchte betonen, dass gerade deshalb alle Wege und Angebote genutzt werden müssen.“

An die Arbeitgeber gewandt betonte Haupt-Koopmann: „Natürlich ist es an dieser Stelle nicht möglich, alle Facetten dieses Themas zu benennen, doch ich möchte kurz auf drei Zielgruppen eingehen, die von besonderer Bedeutung sind, wenn es um die betriebliche Nachwuchssicherung geht:

  • Jugendliche ‚mit Ecken und Kanten‘,
  • die Gruppe der Abiturientinnen und Abiturienten und
  • junge Geflüchtete.

Ich wünsche mir noch mehr Kompromissbereitschaft der Betriebe, wenn es um ihre Anforderungen an Bewerberinnen und Bewerber der zuerst genannten Gruppe gehe. Speziell jungen Menschen ‚mit Ecken und Kanten‘ bilden ein Potenzial, dass für die duale Ausbildung ‚gehoben‘ werden sollte. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die hierfür bereitstehenden Unterstützungsangebote der Arbeitsagenturen und Jobcenter genutzt werden.“

Sie nannte insbesondere drei Angebote: die Einstiegsqualifizierung (EQ), ein Langzeitpraktikum, die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) und die assistierte Ausbildung (AsA). „Seit Jahresbeginn wurden die genannten Angebote in 354 (EQ), 513 (abH) und 175 (AsA) Fällen wahrgenommen. Da ist noch Luft nach oben“, so Haupt-Koopmann. „Daher mein Appell an die Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern: Nutzen Sie diese Angebote! Speziell die Einstiegsqualifizierung ist ein Erfolgsmodell, da anschließend zwei von drei Teilnehmer in eine Ausbildung einmünden.“

Bezogen auf die Gruppe der Abiturientinnen und Abiturienten betonte Haupt-Koopmann: „Deren große Zahl bietet den Betrieben im Lande die Chance, speziell auf das große Spektrum an interessanten und zukunftssicheren Ausbildungsberufen hinzuweisen – von der Mediengestalterin über den Fachinformatiker bis zum E-Commerce-Kaufmann.“ So sollten Betriebe noch stärker über Praktika-Angebote und Ausbildungsmessen für ihre dualen Ausbildungsangebote – als Alternative zu einem Studium – werben. „Natürlich weiß ich, dass hier schon viel passiert. Doch häufig wissen Abiturientinnen und Abiturienten nicht, welche Betriebe in ihrer Region existieren und welche beruflichen Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten nach Abschluss einer Ausbildung bestehen.“

„Vor zwei Jahren haben wir in Mecklenburg-Vorpommern die Berufs- und Studienorientierung neu geordnet. Auch in den Gymnasium haben wir eine fundierte Berufsorientierung eingeführt, um Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass eine berufliche Ausbildung eine lohnenswerte Alternative zum Studium sein kann“, sagte Bildungsministerin Martin. „Im kommenden Schuljahr gehen wir sogar noch einen Schritt weiter. Dann wird ‚Berufliche Orientierung‛ in der gymnasialen Oberstufe in der Jahrgangsstufe 11 als Grundkurs vermittelt und ist damit Schulfach. Wir wollen damit Schülerinnen und Schülern aufzeigen: ein Studium und eine Ausbildung sind gleichwertig“, erklärte sie.

Im Anschluss ging Haupt-Koopmann auf das Thema ‚junge Geflüchtete‘ ein. „In diesem Jahr haben aus dem Kreis der bei uns gemeldeten Bewerber 119 Geflüchtete eine duale Ausbildung begonnen. Schwerpunkte bilden die Gesundheitsberufe (20,2 Prozent), die Verkaufs- sowie die Maschinen und Fahrzeugtechnikberufe (jeweils 10,1 Prozent).“ Sie sei allen Betrieben dankbar, die Praktikums- und Ausbildungsplätze für Geflüchtete zur Verfügung stellen. „Nur so können wir die in dieser Gruppe vorhandenen Potenziale sichten und entwickeln.“

Anschließend ermutigten Martin und Haupt-Koopmann die noch unversorgten Jugendlichen: „Die aktuell laufenden Nachvermittlungsaktionen von Arbeitsagenturen und Kammern zeigen, dass noch gute Aussichten bestehen, bis zum Jahresende einen Ausbildungsplatz zu finden. Fixiert Euch nicht nur auf den einen Wunschberuf. Verschenkt keine Chancen! Entwickelt mit der regionalen Berufsberatung neue Perspektiven! Wer beruflich flexibel und regional mobil ist, findet interessante Alternativen.“ Sie forderten darüber hinaus alle Schülerinnen und Schüler auf, die im Jahr 2020 ihre Schulzeit beenden, sich frühzeitig über die Ausbildungsberufe zu informieren, die für sie in Frage kommen.

„Ich möchte hier nicht nur unsere Internetangebote unter www.planet-berufe.de und www.abi.de sowie unser Selbsterkundungstool (SET) hervorheben, sondern auch die Berufsinformationszentren der regionalen Arbeitsagenturen erwähnen“, ergänzte Haupt-Koopmann. Noch wichtiger ist es, bereits jetzt einen Gesprächstermin mit der örtlichen Berufsberatung zu vereinbaren.“

Kurz-Info:

Daten Ausbildungsmarkt M-V (Ende September 2019 im Vorjahresvergleich)

  • Unversorgte Bewerber/-innen: 445 / Vorjahr: 474 / -29 / -6,1 Prozent
  • Unbesetzte Ausbildungsplätze: 1.600 / Vorjahr: 1.479 / +121 / +8,2 Prozent

Top 10 der unbesetzten Ausbildungsplätze

  • Koch/Köchin: 126
  • Restaurantfachmann/-frau: 119
  • Hotelfachmann/-frau: 107
  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 61
  • Elektroniker/-in – Energie- und Gebäudetechnik: 52
  • Fachkraft Gastgewerbe: 52
  • Verkäufer/-in: 46
  • Anlagenmechaniker/-in – Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: 45
  • Friseur/-in: 45
  • Fachkraft – Lagerlogistik: 41

600 Jahre Universität Rostock

Rostock – Wissenschaftsministerin Bettina Martin gratuliert der Universität Rostock zum 600-jährigen Bestehen. Die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr steuern am Wochenende auf ihren Höhepunkt zu. Vom 8. bis 12. November 2019 feiert die Universität Rostock mit vielen Veranstaltungen ihren 600. Geburtstag. Am eigentlichen Gründungstag, dem 12. November, sind in diesem Jahr ein Festumzug und Akademischer Empfang geplant. Daran wird die Ministerin teilnehmen.

„Wer an der ältesten Universität des Ostseeraums studiert, lehrt, forscht oder anderweitig tätig ist, kann stolz darauf sein“, betonte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „An der Universität Rostock werden akademische Traditionen gelebt und gepflegt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sehr gute Bedingungen, um an Projekten zu forschen, Erkenntnisse zu erzielen und Impulse zu geben, von denen auch die Wirtschaft profitiert. Nicht ohne Grund lautet der Leitspruch der Universität ‚Traditio et Innovatio‛. In der Wissenschaftslandschaft MV nimmt die Universität Rostock eine wichtige und zentrale Rolle ein“, lobte die Ministerin.

„Die Möglichkeiten, die die Universität Rostock ihren Studierenden bietet, wuchsen über die Jahrzehnte und Jahrhunderte: Medizin, Philosophie, später Theologie, Gesellschaftswissenschaften, Schiffs- und Meerestechnik und sogar Fernstudiengänge. Heute hat die Universität Rostock neun Fakultäten und zählt mehr als 100 Studiengänge für rund 13.000 Studierende. Etwa 1.600 junge Menschen aus anderen Nationen lernen hier. Sie sorgen für Vielfalt, multilaterales Denken und eine internationale Atmosphäre. Die Universität Rostock hat eine große Anziehungskraft und strahlt über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus. Möge es die nächsten 600 Jahre so bleiben“, so Martin.

DigitalPakt Schule

Antragsverfahren für Starterschulen kann beginnen

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Umsetzung des DigitalPakts Schule Form an. Die Schulträger und Schulleitungen der sogenannten Starterschulen haben Informationen über das weitere Vorgehen für die Beantragung der Fördermittel zum Aufbau ihrer digitalen Infrastruktur erhalten.

Die Informationsveranstaltungen sind im 10-Punkte-Plan des Landes für die Umsetzung des DigitalPakts Schule vorgesehen. Das Bund-Länder-Programm umfasst insgesamt fünf Milliarden Euro Bundesmittel. Mecklenburg-Vorpommern wird davon über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 99,2 Millionen Euro erhalten. Darüber hinaus stellt das Land weitere 10 Prozent als Kofinanzierung zur Verfügung.

„Wir setzen den DigitalPakt Schule Schritt für Schritt um“, erklärte Bildungsministerin Bettina Martin. „Dabei ist eine Reihe von Vorarbeiten notwendig, damit es bei der Anschaffung von Whiteboards, WLAN-Routern und anderer digitaler Technik anschließend umso schneller geht. Wir haben neun öffentliche und vier private Schulträger und die Schulleitungen der Schulen darüber informiert, wie sie ihre Anträge auf Fördermittel auf den Weg bringen. Die Förderrichtlinie dafür liegt vor. An 24 öffentlichen Schulen geht es noch in diesem Jahr los. Die nächsten Schulen folgen dann im kommenden Jahr. Die Zusammenarbeit mit den Schulträgern und Schulen klappt sehr gut. Wir sind alle sehr gut vorbereitet. Mithilfe des DigitalPakts wird es uns gelingen, alle Schulen besser mit digitaler Technik auszustatten“, sagte Martin.

Alle öffentlichen und freien Schulen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten eine Förderung nach folgendem verabredeten Modell: Der jeweilige Förderbetrag für eine Schule ergibt sich aus einer Kombination von Sockelbetrag und Schülersatz. Der Sockelbetrag beträgt je nach Schulart 40.000 Euro (Grundschulen), 50.000 Euro (weiterführende Schulen) oder 75.000 Euro (berufliche Schulen) bzw. 15.000 Euro als Sockel bei privaten Schulen.

Hinzu kommt ein Schülersatz in Höhe von 340 Euro bei öffentlichen und 395 Euro bei privaten Schulen. Ferner gibt das Land 10 Prozent Kofinanzierung zu den Bundesmitteln dazu. Ein Roll-Out-Plan für die gesamte Laufzeit des DigitalPakts liegt vor. Er ist mit den kommunalen Landesverbänden gemeinsam beschlossen und an die Schulträger und Schulen übermittelt worden.

Neubau einer Grundschule

Wismar – Für den Neubau einer Grundschule mit spezifischer Kompetenz in der Bürgermeister-Haupt-Straße übergibt Landesbauminister Christian Pegel am Montag, 28.10.2019, einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 3,5 Millionen Euro an den Bürgermeister der Hansestadt Wismar, Thomas Beyer. Die Zuwendung erfolgt aus Mitteln des Strategiefonds Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesamtausgaben betragen ca. neun Millionen Euro.

Das Bauvorhaben umfasst den Neubau einer dreizügigen, barrierefreien Grundschule mit einer maximalen Kapazität von 336 Schülern in zwölf Klassen sowie eine komplette Gestaltung der Außenanlage. Geplant ist, die Schule mit spezifischer Kompetenz (inklusive Schule) zu nutzen. Sie wird barrierefrei errichtet und mit einem Personenaufzug ausgerüstet.

Aufgrund der Genehmigung des vorzeitigen Vorhabenbeginns laufen die Arbeiten bereits. Voraussichtlich Ende 2021 sollen sie abgeschlossen sein.

Zeugnisübergabe in Güstrow

Rechtspflege-Studierende mit bestem Ergebnis seit 2015

Güstrow – Justizministerin Katy Hoffmeister überreichte an der Fachhochschule zwölf Urkunden, wobei neun der zwölf Rechtspflegerinnen künftig die Justiz des Landes verstärken.

„Es haben zwölf Studentinnen an den Abschlussprüfungen teilgenommen und alle zwölf Teilnehmerinnen haben ihre Prüfungen erfolgreich abgeschlossen. Besonders erfreulich ist, dass wir dreimal die Note ‚gut‘ vergeben konnten. Somit lag die Durchschnittsnote bei 10,01 Punkten. Das ist im Vergleich zu vorherigen Abschlussjahrgängen das beste Ergebnis seit 2015. Mit dem Abschluss der Ausbildung steht neun Rechtspflegerinnen nun ein breites Aufgabenspektrum bei Gerichten, Staatsanwaltschaften sowie in der Justizverwaltung unseres Landes offen, getreu unseres Mottos ‚Neue Zukunft. Mit Sicherheit‘ ist der Arbeitsplatz attraktiv und nachhaltig. Es ist ein Beruf mit ganz besonderer Verantwortung und ein wichtiger Baustein in der Justiz. Drei Rechtspflegerinnen haben sich entschieden, das Bundesland zu wechseln“, so Justizministerin Hoffmeister in ihrem Grußwort an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow zur feierlichen Zeugnisübergabe.

Die nächsten Studienanfänger beginnen im Sommer 2020, Bewerbungen sind bis zum 1. November 2019 möglich. „Es ist gut, dass wir nach einer kleinen Pause von zwei Jahren für den Bereich Rechtspflege nächstes Jahr wieder 20 Studenten ausbilden können. Mir ist es ein besonderes Anliegen, den Ausbildungsstandort Mecklenburg-Vorpommern zu stärken. Wir können junge Menschen nur dazu bewegen, in unserem Land zu bleiben, wenn wir ihnen berufliche Perspektiven bieten. Dabei kommt dem Studienstandort Güstrow eine entscheidende Rolle zu. Die Fachhochschule bietet Abiturienten eine Vielzahl an attraktiven Studienmöglichkeiten. Hieran gilt es auch im Bereich der Rechtspflege festzuhalten“, sagte die Ministerin.

Einführung von Pflegewissenschaften

Greifswald – Gesundheitsminister Glawe hat sich für eine rasche Akademisierung von Pflegewissenschaften in Mecklenburg-Vorpommern ausgesprochen.

„Wir brauchen bei uns im Land eine schnelle Umsetzung. Der Zug kommt immer mehr ins Rollen. Pflegekräfte sind schon heute Mangelware. Das was in anderen Bundesländern an Hochschulen längst möglich ist, soll bei uns schleunigst ermöglicht werden. Mit einem Studium kann die Qualität der medizinischen Versorgung weiter intensiv verbessert werden. Die Akademisierung der Pflege muss perspektivisch auch zu einem Aushängeschild für unser Land werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

„Pflegefachpersonen werden künftig komplexere und neue Versorgungsaufgaben übernehmen. Diese erfordern eine hochschulische Ausbildung. Wichtig ist es, die Absolventen bestmöglich für die Arbeit mit dem Patienten und das verbesserte Arbeiten im multiprofessionellen Team vorzubereiten“, forderte Glawe.

Die Universitätsmedizin Greifswald plant die Einführung eines primärqualifizierenden Bachelorstudiengangs mit dem Schwerpunkt Pflege im interprofessionellen Team.

„Wir brauchen gut ausgebildete Pflegefachkräfte im Gesundheitswesen. Die Anschubfinanzierung zur Einrichtung eines Lehrstuhls werden wir finanziell unterstützen“, machte Glawe deutlich. Das Wirtschaftsministerium plant die ersten beiden Jahre mit rund einer Millionen Euro zu fördern. Gestartet werden soll zum WS 2020/2021 voraussichtlich mit rund 30 Studierenden. „Die hochschulische Qualifizierung von Pflegefachkräften bietet die Möglichkeit die Handlungskompetenz der Pflegekräfte bei steigender Anzahl von Pflegebedürftigen zu erweitern und dem erhöhten Pflegebedarf zu begegnen“, erläuterte Glawe.

In den kommenden Tagen werden weitere Gespräche auf Landesebene und mit der Universitätsmedizin geführt. „Die Anschubfinanzierung ist ein erster wichtiger Schritt. Es ist darüber hinaus eine weiterführende Finanzierung notwendig, bei der auch die Universitätsmedizin und das Land gefordert sind. Hier sind wir dabei ein Paket zu schnüren. Das werden noch harte Verhandlungen werden“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Herbstsitzung des Wissenschaftsrates

Rostock – Die Mitglieder des Wissenschaftsrates sind zu ihrer diesjährigen Herbstsitzung in Rostock zusammengekommen. In Mecklenburg-Vorpommern tagt das bedeutendste wissenschaftspolitische Gremium zum fünften Mal. Das Land ist damit in jenem Jahr Gastgeber, in dem die Universität Rostock ihr 600-jähriges Jubiläum feiert. Auf der Tagesordnung des Wissenschaftsrates stehen unter anderem die Weiterentwicklung der Universitätsmedizin Nordrhein-Westfalen sowie zwei Akkreditierungsfälle privater Hochschulen.

„Ich freue mich sehr, dass der Wissenschaftsrat im 600. Jubiläumsjahr der Universität Rostock zu Gast in Mecklenburg-Vorpommern ist. Das ist eine Ehre für unseren Wissenschaftsstandort“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Die Empfehlungen des Wissenschaftsrats sind für die Länder immer wieder eine wichtige Richtschnur, um eigenes Handeln zu überdenken. In der Forschungspolitik hat Mecklenburg-Vorpommern dies getan und richtet seinen Blick nach vorn. So haben wir in diesem Sommer die ‚Deutsche Allianz Meeresforschung‛ mit aus der Taufe gehoben und arbeiten mit der Fraunhofer Gesellschaft und der Universität Rostock daran, hier in MV einen Ocean Technology Campus zu errichten. Mit dem OTC verbinden wir in einzigartiger Weise land- und seeseitige Forschungsinfrastruktur und verschaffen uns damit ein Alleinstellungsmerkmal in der maritimen Forschung in Deutschland“, betonte Martin.

„Zu Recht kann Mecklenburg-Vorpommern auf viele positive Entwicklungen in seiner Wissenschaftspolitik hinweisen: auf Forschungsschwerpunkte in den Universitäten in Greifswald und Rostock, auf die enge Kooperation mit starken außeruniversitären Partnern, das einzigartige Institut für Viruskrankheiten der Tiere auf der Insel Riems oder jetzt zuletzt auch auf die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Meeresforschung“, unterstrich die Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Professorin Martina Brockmeier. „Auf immer wieder beeindruckende Weise weiß die Wissenschaftslandschaft Mecklenburg-Vorpommern das enge Zusammenspiel von Natur und zukunftsorientierter Forschung für sich zu nutzen. Dass der Wissenschaftsrat die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Landes in der Vergangenheit immer wieder unterstützen konnte, freut mich besonders“, so Brockmeier weiter.

Der Rektor der Universität Rostock, Professor Wolfgang Schareck, ergänzt: „Nach der Frühjahrssitzung der HRK und der DFG-Jahrestagung freuen wir uns, dass auch der Wissenschaftsrat in unserer schönen Universität Rostock anlässlich unserer 6. Jahrhundertfeier tagt. Wir nutzen die Gelegenheit, unseren Südstadtcampus, auf dem in den letzten Jahren etliche neue Gebäude entstanden sind für die Agrar-, Natur- und Ingenieurwissenschaften, und unser 2007 begonnenes Konzept der interdisziplinären Forschung anschaulich zu präsentieren, ganz im Sinne von Traditio et Innovatio, dem Motto unserer Alma Mater.“

Der Wissenschaftsrat ist das älteste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Europa und wurde am 5. September 1957 in Deutschland von Bund und Ländern gegründet. Er berät die Bundesregierung und die Landesregierungen in allen Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs. Seine Beschlüsse werden in Form von Empfehlungen veröffentlicht, die auf der Internetseite des Wissenschaftsrates eingesehen werden können.

Richtfest: Moderne Labore für das Gesundheitsland MV

Schwerin – Rund 8,4 Mio. Euro investiert das Land in den Neubau der Außenstelle Schwerin des Landesamts für Gesundheit und Soziales (LAGuS). Beim heutigen Richtfest dankte Finanzminister Reinhard Meyer den Bauschaffenden. Läuft alles nach Plan kann das Gebäude Ende kommenden Jahres übergeben werden.

Bevor mit dem eigentlichen Bau begonnen werden konnte, mussten zunächst geschützte Arten umgesiedelt und die Flächen großräumig von Munition befreit werden. Das Gelände in der Schweriner Graf-Yorck-Straße galt nämlich als sogenannte Munitionsverdachtsfläche, da es viele Jahre von der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GUS) genutzt wurde.

Der Rohbau begann daher erst im Februar dieses Jahres. Künftig sollen in dem Neubau die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LAGuS untergebracht werden. Auf fast 1000 Quadratmetern werden modern Arbeitsräume und auf weiteren 500 Quadratmetern neue Labore entstehen. „Eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen“, so Finanzminister Reinhard Meyer in seinem Grußwort. „Die Tätigkeit des LAGuS wird insbesondere in den Bereichen Krankenhaushygiene und Arzneimittelüberwachung mit den neu errichteten modernen Laboren bestmöglich unterstützt und die Kontrollen im Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern weiter optimiert.“

Finanzminister Meyer dankte insbesondere den Bauleuten, die in den zurückliegenden Monaten Großes vollbracht haben: „Sie haben mit Hand und Herz den Rohbau vorangebracht und mit Fachverstand und Können aus den Plänen ein Bauwerk erschaffen, das sich sehen lassen kann.“

Berufliche Orientierung an den Schulen

Rostock – Mecklenburg-Vorpommern verstärkt die Berufliche Orientierung in der gymnasialen Oberstufe. Im kommenden Schuljahr wird Berufliche Orientierung in der Qualifikationsphase sogar Schulfach. Dann steht es für die Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 11 als Grundkurs auf dem Stundenplan. Bereits zum Schuljahr 2017/2018 hatte das Land die Berufs- und Studienorientierung an den Schulen neu geordnet. Seitdem zählt u. a. eine fundierte Berufsorientierung an Gymnasien dazu. Die Berufliche Orientierung nahm auch der diesjährige Schulkongress heute im Audimax der Universität Rostock in den Blick, bei dem sich 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgetauscht haben.

„Eine gute Berufliche Orientierung in der Schule ist wichtig, weil Schülerinnen und Schülern heutzutage viele Wege offen stehen“, betonte Bildungsministerin Bettina Martin. „Dabei kommt es darauf an, dass wir Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf noch besser begleiten. Es geht darum, Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, die Weichen für eine selbstbestimmte Zukunft zu stellen. An unseren Schulen passiert da schon sehr viel. So bieten Lehrerinnen und Lehrer an Regionalen Schulen, Gymnasien und Gesamtschulen gemeinsam mit Partnern, zum Beispiel aus der Wirtschaft, zahlreiche Projekte und Aktivitäten zur Beruflichen Orientierung an. Ausbildung und Studium sind gleichwertige Perspektiven. Dieses Signal soll vom Schulkongress heute ausgehen“, sagte Martin.

Auf dem Schulkongress wurde den Lehrerinnen und Lehrern auch das neue landesspezifische Handbuch „Berufliche Orientierung wirksam begleiten – Module für die gymnasiale Oberstufe in Mecklenburg-Vorpommern“ vorgestellt. Erarbeitet wurde es von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft und der Bundesagentur für Arbeit. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) des Bildungsministeriums wurde das Handbuch an die Besonderheiten des Landes angepasst. Mecklenburg-Vorpommern folgt damit der Praxis der anderen 15 Länder. Finanziert wurde das Projekt in MV durch die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit in Kiel.

„Die Herausforderungen für Abiturientinnen und Abiturienten am Übergang von der Schu­le in den Beruf sind aktuell größer denn je“, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann. „Auf der einen Seite die Vielfalt an möglichen Ausbildungs- und Studienangeboten – es gibt mehrere tausend Studiengänge und über 350 Ausbil­dungsberufe – auf der anderen Seite junge Menschen mit ihren jeweiligen Talenten und Vor­lieben. Beides muss miteinander abgeglichen und möglichst in Einklang gebracht werden. Ausgerichtet an diesem Anspruch haben wir gemeinsam für Mecklenburg-Vorpommern das vor­liegende Handbuch erstellt. Es ist eine wahre ‚Fundgrube‘, die packende Unter­richts­einheiten, tolle Ideen und fundierte Informationen enthält.“

Saskia Wittmer-Gerber von der Stiftung der Deutschen Wirtschaft hebt hervor: „Durch unsere langjährigen Erfahrungen aus verschiedenen Förderprogrammen für junge Menschen wissen wir, wie entscheidend eine intensive Begleitung am Übergang von der Schule ins Berufsleben ist. Wir freuen uns sehr, dass wir die aus dieser Erfahrung entstandenen Konzepte und Methoden jetzt weitertragen können und so gemeinsam mit den vielen beteiligten Partnern alle Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe in Mecklenburg-Vorpommern in der Beruflichen Orientierung unterstützen können.“

10 Jahre Institut für Allgemeinmedizin

Rostock – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat am Sonnabend dem Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Rostock zum zehnjährigen Bestehen gratuliert.

„Hausärzte übernehmen eine wichtige Schlüsselfunktion in der Behandlung Erkrankter. Sie sind oftmals erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen und auch seelischen Problemen, geben Rat und initiieren die ersten Behandlungsschritte. Das Institut für Allgemeinmedizin trägt mit seinem umfangreichen Aus- und Weiterbildungsangebot für Mediziner einen erheblichen Anteil an der hohen Qualität der Ärzte im Land“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Das Institut für Allgemeinmedizin engagiert sich in der Ausbildung von Studierenden sowie in der allgemeinmedizinischen Forschung. Zudem unterstützt es die Verbundweiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Rostock. Für Ärzte in Weiterbildung (ÄiW) bietet das Kompetenzzentrum pro Jahr acht landesweite Weiterbildungstage an.

Neben allgemeinmedizinisch-ärztlichen Themen werden auch weitere Aspekte wie z. B. Praxismanagement, Teamleitung sowie intra- und interprofessionelle Zusammenarbeit bearbeitet.

„Wir wollen die Allgemeinmedizin auf einem hohen Qualitätsniveau weiterentwickeln. Dabei unterstützt das Institut für Allgemeinmedizin mit seinen Aus- und Weiterbildungen, die neben den medizinischen Aspekten auch wichtige Elemente wie beispielsweise die Arzt-Patienten-Kommunikation trainieren. Im Anschluss an die Ausbildung muss es gelingen, die Medizinstudierenden für eine Tätigkeit in hausärztlichen Praxen in Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen. Dafür bieten wir attraktive Anreize“, sagte Glawe.

Gesundheitsminister Glawe verwies unter anderem auf die Medizinstipendien. Studierende, die an einer Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern immatrikuliert sind, können einen Antrag auf ein monatliches Stipendium in Höhe von 300 Euro einreichen. Für die finanzielle Unterstützung verpflichten sich die Medizinstudierenden im Gegenzug, nach dem Studium und der entsprechenden Facharztausbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen – ambulant, im Krankenhaus oder im öffentlichen Gesundheitsdienst Mecklenburg-Vorpommerns – ärztlich tätig zu sein.

Zudem erhalten Medizinstudierende in Mecklenburg-Vorpommern, die einen Teil ihres Praktischen Jahres in einer niedergelassenen allgemeinmedizinischen Praxis absolvieren, während dieser Zeit eine weitere finanzielle Unterstützung. Studierende der Medizin in Mecklenburg-Vorpommern können während eines Tertials des Praktischen Jahrs in niedergelassenen allgemeinmedizinischen Praxen eine finanzielle Unterstützung von 200 Euro pro Monat erhalten. Bei Einsätzen in Praxen, die außerhalb der Universitätsstädte Greifswald und Rostock liegen, haben Studierende die Möglichkeit, eine zusätzliche Unterstützung in Höhe von 800 Euro pro Monat zu erhalten. Die Förderung ist auf 16 Wochen begrenzt.

„In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit über 200 Weiterbildungsassistenten tätig; das sind Ärzte, die nach ihrer Approbation eine Facharzt-Weiterbildung durchlaufen. Davon wollen wir möglichst viele als Hausärzte gewinnen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

Derzeit wird zudem ein Gesetz zur „Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung mit besonderem öffentlichen Bedarf des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ auf den Weg gebracht – die Landarztquote. Ab dem Wintersemester 2021 soll jeder zehnte Medizin-Studienplatz an den Universitäten für diejenigen reservieren, die für zehn Jahre als Landärzte im Land tätig werden, auch wenn der Numerus clausus für den Studienstart nicht erfüllt wird.

In Mecklenburg-Vorpommern praktizieren nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung gegenwärtig rund 1.200 Hausärzte. 35 Prozent von ihnen sind zwischen 50 und 59 Jahren alt und gehen voraussichtlich in 6 bis 15 Jahren in den Ruhestand.