Wölfin Naya aus Lübtheen wanderte 700 Kilometer bis kurz vor Brüssel

Schwerin – Wölfin Naya aus Mecklenburg-Vorpommern ist von der Lübtheener Heide aus bis nach Flandern gewandert. Derzeit hält sich das Tier auf einem Truppenübungsplatz 70 Kilometer vor Brüssel auf. Damit ist Naya der erste wilde Wolf, der seit mehr als hundert Jahren in Belgien gesichtet wurde.

Naya war im Mai 2016 im Lübtheener Rudel geboren und im Herbst 2016 mit einem Halsbandsender ausgestattet worden. Im Oktober 2017 hatte sich die Fähe erstmals von ihrem Rudel getrennt, um sich auf die Suche nach einem Partner und einem eigenen Revier zu begeben. Dank Peilsender an ihrem Halsband lässt sich ihr Weg sehr genau verfolgen.

Am 10. Oktober hatte sich Naya zunächst in Richtung Lauenburg in Schleswig-Holstein bewegt, kehrte dann aber zu ihrem Rudel zurück. Am 23. Oktober überquerte sie die Elbe und wanderte durch Niedersachen und Sachsen-Anhalt nach Süden. Ende Oktober hielt sich die Wölfin bei Wolfsburg auf, um dann nach Westen weiterzulaufen. Nach vergeblichen Versuchen, die A27 zwischen zwischen Verden und Walsrode zu überqueren, gelang ihr der Übergang über die A1 zwischen Diepholz und Osnabrück am 17. Dezember. In der Weihnachtszeit hatte Naya die Grenze von Deutschland zu den Niederlanden überquert; am 2. Januar zog sie nach Belgien weiter. Insgesamt legte sie von Lübtheen aus eine Strecke von rund 700 Kilometern zurück.

Naya ist einer von derzeit vier Wölfen aus Mecklenburg-Vorpommern, die über Peilsender Daten zu Aktionsradius, Habitatnutzung, Schlafplätzen und Nahrungsspektrum von freilebenden Wölfen liefern. Das 2011 gestartete, an der TU Dresden angesiedelte und aus Mitteln der Jagdabgabe Mecklenburg-Vorpommerns unterstützte „Forschungsprojekt Wolfstelemetrie“ unterstützt das Wolfsmonitoring des Landes.

In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit drei Wolfsrudel. Der Aktionsradius eines wildlebenden Rudels in Mitteleuropa erstreckt sich über 200 bis 300 Quadratkilometer. Im Alter von etwa ein bis zwei Jahren wandern Wölfe von ihrem Rudel ab, um ein eigenes Territorium zu finden. Wölfe ernähren sich zu mehr als 90 Prozent von Schalenwild – vor allem von Reh –, außerdem von Rotwild und Damwild, auch von Hasen oder Bibern. Nur etwa 1 Prozent der Wolfsnahrung machen Nutztiere aus.

Karls eröffnet am 23. März 2018 Upcycling-Hotel in Rövershagen

Rövershagen – Komfortabel nächtigen zwischen Europaletten, entspannen im Licht einer Lampe aus einer alten Kaffeekanne, fabulieren am Tisch aus einer Kabeltrommel: Am 23. März eröffnet mit dem Upcycling-Hotel „Alles Paletti“ in Rövershagen bei Rostock eine Unterkunft der besonderen Art.

Damit steigt Eigentümer Robert Dahl, der bereits drei Erlebnis-Dörfer im Nordosten sowie das „Pier 7“ im Ostseebad Warnemünde betreibt, ins Hotelgeschäft ein. Das Konzept ist so außergewöhnlich wie seine Erlebnis-Dörfer, die besonders bei Familien beliebt sind. Alle 50 Zimmer sind mit Materialien und Möbeln ausgestattet, die eine Geschichte mit sich bringen und liebevoll aufgearbeitet wurden. So fungieren beispielsweise Skier als Bettbegrenzung, Schlitten werden zu Badregalen und Stühle zu Leitern.

Buchungen sind ab 67 Euro für das Doppelzimmer möglich und beinhalten die Tageskarte für Karls Erlebnis-Dorf, auf das Gäste aus dem Hotelzimmer blicken.

Wäscherei hat in neue Betriebsstätte in Schönberg investiert

Schönberg – Die iPhotex GmbH hat in Schönberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) eine neue Betriebsstätte für eine Wäscherei errichtet. „Das Unternehmen investiert in einen neuen Standort, um insbesondere seinen Kundenkreis aus den Hamburger Hotelbetrieben zu bedienen. Hotel- und Gastronomiebetriebe benötigen vor allem in der touristischen Hochsaison schnell ihre Bett-, Frottee- und Tischwäsche zurück. Mit der neuen, hochmodernen Wäscherei in Schönberg können die Aufträge effizient abgearbeitet werden. So kann sich das Unternehmen noch besser dem Wettbewerb stellen. Mit der Errichtung sind 18 neue Arbeitsplätze vor Ort entstanden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Für die Betriebsstättenerrichtung wurde ein bestehendes, bereits früher als Wäscherei genutztes Gebäude umgebaut. Unter anderem sind Versorgungsleitungen für Energie, Wasser und Gas installiert sowie ein vollständiger Wäschereimaschinenpark neu erworben worden. Die iPhotex GmbH gehört zum Firmenverbund Großwäscherei Duncker, Duncker-iPhotex und iPhotex, die als Spezialisten für textile Dienstleistungen in der Hotellerie, Gastronomie und Fährschifffahrt aktiv sind. Die Wurzeln des inhabergeführten Familienbetriebes gehen zurück bis in das Jahr 1872.

2006 wurde in Lüdersdorf eine Großwäscherei eröffnet; 2011 und 2014 erfolgten Erweiterungen. Heute gehören vier Wäschereien an den drei Standorten Lüdersdorf, Schönberg und Lübeck zum Unternehmen. Mit der neuen Wäscherei in Schönberg verfügt das Unternehmen insgesamt über eine Produktions- und Lagerfläche von knapp 20.000 Quadratmetern. Nach Unternehmensangaben kann ein Gesamt-Tagesvolumen von bis zu 160 Tonnen Wäsche im Zweischichtbetrieb gewaschen werden. „Neuansiedlungen und Erweiterungen von Unternehmen stärken die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Wir unterstützen die Investitionen. Betriebe können am Markt mit erfolgreichen Produkten und Dienstleistungen weiter wachsen. So entstehen dauerhafte Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens betragen knapp 3,1 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund knapp 307.000 Euro.

MoorFutures stehen weiter hoch im Kurs

Schwerin – Für die in Mecklenburg-Vorpommern entwickelten Kohlenstoffzertifikate MoorFutures konnte mit der Unternehmensberatung Cassini ein weiterer Käufer gewonnen werden. Das Unternehmen wird einen Teil seiner dienstreisebedingten Treibhausgasemissionen durch den Kauf von MoorFutures freiwillig kompensieren. „Es freut mich sehr, dass unsere MoorFutures so gut angenommen werden“ sagte Umweltminister Dr. Backhaus. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Ziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen“, so der Minister.

Bei den MoorFutures handelt es sich um ein Finanzierungsinstrument zur Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen durch das Wiedervernässen trocken gelegter Moore. Die Emission aus den Mooren ist die mit Abstand größte Treibhausgas-Einzelquelle des Landes.

Im Sommer 2012 wurde mit dem Polder Kieve das weltweit erste Projekt zur Generierung von Kohlenstoffzertifikaten auf Basis von Moorwiedervernässungen gestartet. Aktuell sind die Zertifikate nahezu verkauft. „Wer hier noch zum Zuge kommen möchte, sollte sich beeilen“, so der Minister.

Aus der Wiedervernässung des Polders Kieve im Sommer 2012 ergibt sich eine Emissionsminderung von gut 14.000 Tonnen Treibhausgas. In gleicher Zahl werden MoorFutures zum Einzelpreis von 35 Euro aufgelegt. Davon wurden bereits etwa 13.000 verkauft. Als Erlös stehen bislang mehr als 450.000 Euro zusätzlich für den Klimaschutz bereit, in diesem Falle für Moorwiedervernässungen.

Zu den größten Einzelinvestoren beim Kauf der Kohlenstoffzertifikate gehören die WEMAG AG, die Commerzbank AG und jetzt auch die Unternehmensberatung Cassini. Daneben kaufen auch zahlreiche Privatpersonen MoorFutures, darunter der renommierte Klimaforscher Professor Stefan Rahmstorf.

Neues Löschfahrzeug für die Stadt Strasburg

Strasburg – Innenminister Lorenz Caffier hat heute einen Fördermittelbescheid über rund 112.000 Euro an die Bürgermeisterin der Stadt Strasburg (Uckermark) Frau Karina Dörk übergeben. Das Geld fließt in die Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeuges mit 3000 Liter Wassertank (kurz TLF 3000) für die Freiwillige Feuerwehr Strasburg. „Das neue Fahrzeug wird gut in das System der Feuerwehr passen, denn es sichert auf modernstem technischen Stand den Brandschutz und die technische Hilfeleistung in der Region“, so der Minister.

Die Freiwillige Feuerwehr Strasburg (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist als Schwerpunktfeuerwehr eingestuft und nimmt Aufgaben im Gemeindegebiet, aber auch darüber hinaus wahr. Besondere Einsatzschwerpunkte sind u.a. die BAB 20, die Bundesstraße B 104 mit der Freigabe für Gefahrguttransporte, mehrere Landes- und Kreisstraßen, die Bahnlinie Stettin-Lübeck sowie diverse öffentliche Einrichtungen, große Waldflächen und zwei Biogasanlagen.

Innenminister Caffier brachte während seines Besuchs in Strasburg seinen großen Respekt für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrleute zum Ausdruck und machte deutlich, wie wichtig eine gute Ausrüstung für die Feuerwehr ist. „So wie ein Arzt seine medizinischen Instrumente braucht, kann die Feuerwehr ohne eine gute Ausrüstung nicht helfen.“ Er bedankte sich für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr und wünschte allen, dass sie immer gesund von ihren Einsätzen zurückkehren.

Deutsch-polnische Kontakt- und Beratungsstelle in Löcknitz

Innenminister Caffier: Finanzielle Unterstützung für Begegnungsstätte und Willkommenszeichen an polnische Bürger

Löcknitz – Die deutsch-polnische Kontakt- und Beratungsstelle der Euroregion Pomerania in Löcknitz ist nach Auffassung von Innenminister Lorenz Caffier nach wie vor ein wichtiges Zeichen für ein tolerantes Miteinander in der Grenzregion. Die Kontaktstelle geht auf eine Initiative des Ministers zurück und wurde im Jahr 2009 eröffnet. Sie ist Treff- und Anlaufpunkt für polnische und deutsche Bürger gleichermaßen und hat die Aufgabe, den Integrationsprozess polnischer und deutscher Bürger zu begleiten und zu entwickeln sowie den Kontakt zu den jeweiligen Behörden und Ämtern in Polen und Deutschland herzustellen und zu erleichtern.

Das Innenministerium unterstützt den Landkreis Vorpommern-Greifswald mit Fördermitteln in Höhe von rund 82.000 Euro als Sonderbedarfszuweisung, damit das Projekt fortgeführt werden kann. Weitere Fördermittel kommen aus der Europäischen Union. „Hier findet ein reger Austausch statt, der Grundlage für ein tolerantes Miteinander ist“, sagte der Minister. „Die Nachfrage an den angebotenen Dienstleistungen ist seit Beginn des Projekts weiter gestiegen. Auch der polnische Partner, die Stadt Stettin, hat vor Ort eine eigene Kontaktstelle innerhalb der Strukturen der Stadtverwaltung im Bürgerservicebüro.“

Beide Einrichtungen sind grenzüberschreitend tätig und nutzen das bereits geschaffene Netz an Behörden, gleichzeitig sind sie eine Schnittstelle zwischen Ämtern und den Bürgern aus dem Ausland. Insbesondere können durch die Sprachkompetenz der Mitarbeiter der Kontakt- und Beratungsstelle die sprachlichen Barrieren abgebaut werden. Die deutsche Kontaktstelle in Löcknitz entlastet die kommunalen Ansprechpartner auf Gemeinde-, Amts- und Kreisebene in erheblichem Umfang.

Regierung hält an Dieselprivileg fest

Berlin – Die geschäftsführende Bundesregierung beabsichtigt derzeit weder die Einführung einer „blauen Plakette“ für schadstoffarme Fahrzeuge noch eine Abschaffung des sogenannten Dieselprivilegs. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor. „Die geschäftsführende Bundesregierung beabsichtigt keine Fortschreibung der Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung und keine Änderungen von Steuersätzen auf Kraftstoffe“, heißt es in der Vorlage.

Was den Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, Matthias Müller, bezüglich der Einführung einer sich am realen Schadstoffausstoß orientierenden Plakette angeht, schreibt die Regierung, man habe „die Äußerungen von Vertretern der Volkswagen AG in Zusammenhang mit einer am realen Schadstoffausstoß orientierenden Plakette zur Kenntnis genommen, jedoch keine Gespräche dazu geführt oder geplant“.

Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, kann die Bundesregierung derzeit noch keinen Termin für einen „zweiten Dieselgipfel“ nennen. Der Zeitpunkt einer möglichen Folgeveranstaltung des Nationalen Forums Diesel am 2. August 2017 unter Beteiligung von Bund, Ländern und Automobilindustrie sei an die Fertigstellung der Abschlussberichte der vier Expertengruppen geknüpft, heißt es in der Vorlage. Die Expertengruppe I zu dem Thema: „Emissionsreduzierung in den im Verkehr befindlichen Fahrzeugflotten“ und deren Unterarbeitsgruppen hätten aber, anders als die drei anderen Arbeitsgruppen, ihre Sitzungsarbeit noch nicht beendet. Die nächste Sitzung der Expertengruppe I sei am 19. Januar 2018 geplant.

Rehberg wirft Nebelkerzen und fällt Merkel in den Rücken

Schwerin – Mit Unverständnis reagiert der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Jochen Schulte auf die Kritik des CDU-Bundestagsabgeordneten Eckhardt Rehberg an der Ministerpräsidentin. Rehberg hatte, ebenso wie sein Parteifreund Philipp Amthor, nach den Sondierungsgesprächen vor Gefahren für die Werft in Wolgast gewarnt.

„Rehberg wirft wiedermal Nebelkerzen. Er unterschlägt bewusst, wer auf Seiten der Union die Sondierungsverhandlungen geführt hat, gleichzeitig die Situation der Werft in Wolgast genau kennt und die Verantwortung für das Abschlusspapier trägt. Chefverhandlerin der Union war nämlich die Bundesvorsitzende der CDU, Angela Merkel. Wenn Herr Rehberg und Herr Amthor also wollen, dass weiterhin Rüstungsgüter von Wolgast nach Saudi-Arabien geliefert werden, also ein Land, das aktiv am Jemen-Krieg beteiligt ist, dann müssen sie das mit Frau Merkel diskutieren. Die gehört bekanntlich auch dem Bundessicherheitsrat an. Statt hier also Tatsachen zu verdrehen, sollte Herr Rehberg auf Frau Merkel und Frau von der Leyen einwirken, dass Aufträge der deutschen Marine auch an deutsche Auftragnehmer wie die Werft in Wolgast gehen und nicht nach Frankreich. Mit dem untauglichen Versuch, die Ministerpräsidentin unseres Landes zu diskreditieren, fällt Rehberg nur seiner eigenen Parteichefin in den Rücken.“

Schwesig: MV – ein Land mit Zukunft. Ein Land, das unsere Heimat ist.

Pasewalk – Auf ihrem Neujahrsempfang hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Pasewalk die wichtigsten Aufgaben für die Landesregierung im Jahr 2018 benannt.

„Es ist und bleibt unsere wichtigste Aufgabe, das Land wirtschaftlich weiter voranzubringen. Mit dem klaren Ziel, Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern – und zwar gute Arbeitsplätze mit Löhnen, von denen man leben kann“, sagte Schwesig vor rund 400 Gästen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Die Landesregierung wolle daran mitwirken, dass sich Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich noch breiter aufstellt. „Wir setzen dabei auf unsere Erfolgsbranchen: den Tourismus, die Land- und Ernährungswirtschaft, die maritime Industrie und auch auf die erneuerbaren Energien, die Gesundheitswirtschaft, die Zulieferer für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie und das Handwerk, das entscheidend zur positiven Entwicklung der Wertschöpfung beiträgt bei uns im Land.“

Schwesig warb in ihrer Rede für ein höheres Lohnniveau im Land. „Mecklenburg-Vorpommern wird auf Dauer nur dann konkurrenzfähig mit anderen Regionen sein, wenn wir auch bei den Löhnen attraktiv sind. Es kann nicht so bleiben, dass die Löhne bei uns niedriger sind als in den westdeutschen Ländern.“ Dies sei nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit für die Einzelne oder den Einzelnen. „Es geht um mehr: Es geht um die Frage, ob unsere Demokratie insgesamt gestärkt oder geschwächt wird, ob die soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftsordnung bei uns im Land trägt. Für mich ist völlig klar, dass sie nur dann Akzeptanz findet, wenn diejenigen, die hart arbeiten, auch einen fairen Anteil am gesellschaftlichen Wohlstand haben.“ Mit den vereinbarten Änderungen bei der Wirtschaftsförderung und der Auftragsvergabe setze die Landesregierung eigene Anreize für gute Arbeit und faire Löhne.

Eine große Zukunftschance für das Land sei die Digitalisierung. Die Landesregierung baue mit Hilfe des Breitband-Förderprogramms des Bundes die digitale Infrastruktur im Land aus. „Jetzt geht es in einem weiteren Schritt darum, die vielen kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen, die unsere Wirtschaft prägen und die auf dem Weg in die digitale Zukunft sind. Und wir wollen Start-ups unterstützen, die im Umfeld unserer Universitäten und Hochschulen ihre cleveren Ideen an den Start bringen wollen.“ Dazu werde die Landesregierung gleich zu Beginn des Jahres ein 10-Millionen-Programm auf den Weg bringen.

Auch die Kitas und Schulen sollen im Jahr 2018 Schwerpunkt der Regierungsarbeit sein. Bei den Kitas sei die zugesagte Elternentlastung von bis zu 50 Euro mit dem Jahreswechsel umgesetzt worden. „Wir werden bei diesem Thema weitermachen“, sicherte Schwesig zu „Zum 1. Januar 2019 sorgen wir dafür, dass Eltern für ein zweites Kind in der Kita nur noch einen halben Beitrag zahlen und für ein drittes Kind gar keinen mehr.“ Außerdem solle ein Stufenplan für den Weg zur beitragsfreien Kita erarbeitet werden. „Für mich ist klar: Die kostenlose Kita kommt. Ich habe immer gesagt. Wir werden dieses Ziel umso schneller erreichen, wenn wir dabei die Unterstützung des Bundes haben. Das war für mich der wichtigste Punkt bei den Sondierungen in der vergangenen Woche. Ich freue mich sehr, dass es diese Unterstützung geben soll: 3,5 Milliarden Euro für ganz Deutschland. Das ist eine wertvolle Unterstützung.“

Mit Blick auf die Schulen sagte Schwesig: „Ich weiß, dass sich viele Eltern weitere Verbesserungen in unseren Schulen wünschen.“ Die Landesregierung setze deshalb das 50-Millionen-Euro-Paket für weniger Unterrichtsausfall, mehr Attraktivität des Lehrerberufs und mehr Qualität des Unterrichts fort. Außerdem solle die Zahl der Ganztagsschulplätze erhöht und das im vergangenen Jahr beschlossene Schulbauprogramm umgesetzt werden. Einen besonderen Schwerpunkt will die Ministerpräsidentin bei den Regionalen Schulen setzen. „Auch deshalb, weil eine solide Schulbildung und daran anschließend eine duale Berufsausbildung für uns genauso viel wert sind wie ein Abitur mit anschließendem Studium.“

Gestärkt werden müsse der soziale Zusammenhalt im Land. „Es gibt für jeden Einzelnen, für jede Einzelne die Möglichkeit, etwas für einen guten Zusammenhalt zu tun.“ Viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern seien bereits im Ehrenamt aktiv. Sie hätten dabei alle Unterstützung verdient. „Wir haben mit der Ehrenamtsstiftung einen starken Akteur, der viel für die Entfaltung des Ehrenamts bei uns im Land tut. Dafür bin ich sehr dankbar“, erklärte die Ministerpräsidentin. „Ich denke aber: Wir brauchen im Land noch mehr Möglichkeiten der Anerkennung. Zum Beispiel eine Ehrenamtskarte. So, wie es sie schon in einigen Kreisen und Städten gibt“, sagte Schwesig. Die Landesregierung werde dafür gemeinsam mit der Ehrenamtsstiftung ein Konzept erarbeiten.

Zum Abschluss ihrer Rede griff die Ministerpräsidentin eine Passage aus der Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Tag der Deutschen Einheit auf. Der Begriff Heimat weise nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft. Heimat sei ein Ort, der von der Gesellschaft erst geschaffen werde und der Menschen verbinde. „Das zu gestalten, hier in unserem schönen Mecklenburg-Vorpommern, das ist unsere gemeinsame Aufgabe“, sagte Schwesig an ihre Gäste gewandt. „Lassen Sie uns daran arbeiten im neuen Jahr 2018.“

Produktionsstart für „Crystal Endeavor“ bei MV WERFTEN

Stralsund – In Stralsund begann mit dem ersten Brennschnitt der Bau der „Crystal Endeavor“, der ersten Expeditionsyacht mit Eisklasse für Crystal Cruises: Mit dem ersten Stahlschnitt startete heute bei MV WERFTEN am Standort Stralsund die Fertigung der Luxus-Expeditionsyacht „Crystal Endeavor“ für Crystal Cruises. Tan Sri Lim Kok Thay, CEO und Vorstandsvorsitzender der Genting-Gruppe, Tom Wolbers, CEO von Crystal Cruises, Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe und Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow setzten unter den Augen zahlreicher Mitarbeiter und Gäste per Knopfdruck die Brennmaschine in Gang.

„Mit dem ersten Stahlzuschnitt in Stralsund setzt MV WERFTEN den eingeschlagenen Weg in Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich fort. Das ist die nächste Etappe des Unternehmens, den Schiffbau im Land weiter auszubauen. Dabei ist jedes neu entstehende Schiff Zukunftssicherung für die Region. Wichtige Industriearbeitsplätze entstehen in Vorpommern“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Die 164 Meter lange und 23 Meter breite Expeditionsyacht „Crystal Endeavor“ ist für Touren in der Arktis, Antarktis und in den Tropen gebaut.

v.l.n.r. Erster Stahlschnitt für die Expeditionsyacht „Crystal Endeavor“ in Stralsund – Tom Wolber (CEO von Crystal Cruises), Jarmo Laakso (CEO von MV WERFTEN) und Harry Glawe (Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit). Foto: MV WERFTEN

„Die ‚Crystal Endeavor‘ ist ein wirklich außergewöhnliches Schiff. Wir sind stolz, dieses Projekt umsetzen zu dürfen und freuen uns ganz besonders, heute in Stralsund wieder mit dem Schiffbau loszulegen und somit Hunderte neuer Jobs zu schaffen“, so Jarmo Laakso, CEO von MV WERFTEN. „Die Vorfreude auf diese innovative Expeditionsyacht ist enorm – wie auch unsere Erwartungen an den Standort Stralsund“, sagte Tan Sri Lim Kok Thay, CEO und Vorstandsvorsitzender der Genting-Gruppe. „Wir werden über 20 Millionen Euro in neue Anlagen investieren, sodass hier zukünftig effizient Kreuzfahrtschiffe gebaut werden können.“

Die „Crystal Endeavor“ wird die weltgrößte und geräumigste Megayacht mit Eisklasse sein. Nach ihrer Indienststellung in 2020 wird sie Passagiere bis in die entlegensten Winkel der Welt bringen. Das Luxus-Schiff, das ausschließlich über Suiten verfügt, bietet seinen Reisenden den preisgekrönten Crystal-Cruises-Service, zu dem auch ein persönlicher Butler-Service gehört.

Crystal Cruises greift Unternehmensangaben zufolge nach der Krone im Luxusreisemarkt und plant binnen der nächsten Jahre im Rahmen des wohl größten und gleichzeitig hochwertigsten Neubauprogramms zur besten Luxusreisemarke der Welt zu wachsen. Schon jetzt gewinnt Crystal Cruises regelmäßig die international wichtigsten Luxusreisepreise, wie z. B. den „World’s Best Cruise Ship“ im Condé Nast Traveler’s Reader Choice Awards oder „World’s Best Large Ship Cruise Line” von Travel + Leisure. Mit den neuen Luxushochseeschiffen, Privatjets, Expeditionsyachten und Flusskreuzern beginnt für Crystal Cruises und dem deutschen Luxusreisemarkt eine neue Zeitrechnung. Gebaut werden diese Schiffe von MV WERFTEN in Mecklenburg-Vorpommern. „Luxury made in Germany“ für Crystal Cruises und das exklusivste Reisepublikum der Welt. Buchbar natürlich auch in Deutschland in jedem guten Reisebüro.

Die drei Werften in Wismar, Rostock und Stralsund gehören nach Angaben des Unternehmens zu den größten und modernsten Schiffbaubetrieben Europas. Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Wismar verfügt an allen Standorten über direkten Ostseezugang, wetterunabhängige Fertigungsanlagen sowie eine effiziente Logistikinfrastruktur – und vereint so innovative High-Tech-Produktion mit umfassender Schiffbau-Expertise.

In ihrer jeweils 70-jährigen Geschichte haben die Werften insgesamt rund 2.500 Schiffsneubauten konstruiert, gefertigt und ausgerüstet, darunter Kreuzfahrtschiffe für AIDA, RoPax-Fähren für Stena Line und Flusskreuzfahrtschiffe für Premicon. Heute hat sich das Unternehmen auf die Entwicklung und den Bau von luxuriösen Kreuzfahrt-, Flusskreuzfahrtschiffen und Megayachten spezialisiert. MV WERFTEN investiert kontinuierlich in neue Technologien, Anlagen und Mitarbeiterqualifizierung, um eine ausgezeichnete Qualität „made in MV“ zu gewährleisten.