Ludwigsluster Hersteller von Sonnenschutz-Systemen als „Familienfreundliches Unternehmen“ zertifiziert

Ludwigslust – Heute besuchte Sozialministerin Drese die Lewens Sonnenschutz Systeme GmbH & Co. KG in Ludwigslust. Bei einem Rundgang informierte sich die Ministerin über die Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Unternehmen, die mit dem Siegel „Familienfreundlich“ ausgezeichnet worden sind.

„Den privaten und den beruflichen Alltag zu organisieren, ist für jede Arbeitnehmerin und jeden Arbeitsnehmer eine große Herausforderung. Ich freue mich daher über jeden Betrieb, der die sozialen Aspekte der Belegschaft in den Mittelpunkt der Unternehmenskultur rückt. Das familiengeführte Unternehmen Lewens zeigt, dass sie sehr darum bemüht sind, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen“, sagte Drese bei Ihrem Besuch.

Dazu gehören u.a. verschiedene Arbeitszeitmodelle, die Installation eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, der Neubau von Sozialräumen und einer modernen Mitarbeiterkantine sowie diverse Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung.

„Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sollten Firmen in Mecklenburg-Vorpommern eine familienfreundliche Personalpolitik stärker fokussieren. Das beinhaltet z.B. den schnelleren Wiedereinstieg nach der Elternzeit und Teilzeitmöglichkeiten für Mütter und Väter. Aber auch Beschäftigte, die enge Familienangehörige pflegen, sollen die Möglichkeit bekommen, neue Arbeitszeitmodelle oder Telearbeit nutzen zu dürfen. Familienfreundlichkeit bedeutet, diese Belange adäquat zu berücksichtigen“, erklärte Drese.

Das Siegel für familienfreundliche Arbeitgeber ist eine Auszeichnung, um die sich Unternehmen des Landkreises Ludwigslust-Parchim bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg bewerben können. Voraussetzung ist, dass diese Unternehmen familienfreundliche Arbeitsbedingungen anbieten. Das Familiensiegel ist somit ein klares Bekenntnis eines Arbeitgebers zu seiner sozialen Verantwortung.

„Hufe 8“ als Sieger im Wettbewerb „Bestes Bio“ ausgezeichnet

Berlin – Der Preis für das überzeugendste Betriebskonzept im Wettbewerb „Bestes Bio aus MV“ geht an das Unternehmen „Hufe 8“ von Anna und Lukas Propp. Die beiden Unternehmer aus Selow wurden zusammen mit dem Zweit- und dem Drittplazierten anlässlich des Empfangs „Politik trifft Wirtschaft“ auf der Grünen Woche geehrt.

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus hatte den Wettbewerb „Bestes Bio aus MV“ im vergangenen Herbst ausgelobt. Ziel war die Auszeichnung eines besonders innovativen und engagierten ökologischen Betriebes. Dessen Betreiber sollten zur Weíterentwicklung des Ökolandbaus beitragen, regionale Vermarktungskonzepte umsetzen und sich sozial engagieren. Die Preisträger setzten sich unter 11 Bewerbern durch.

„Hufe 8 überzeugte die Jury mit einem authentischen betrieblichen Gesamtkonzept von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Vermarktung“, hob Minister Dr. Till Backhaus heute zur Preisverleihung hervor.

Die Propps, die den 1953 enteigneten Betrieb im Jahr 2013 in die familieneigene Bewirtschaftung zurückgeholt hatten, punkteten mit ihrer mobilen Legehennenhaltung, die es ermöglicht, die oft problematische Ansammlung von Hühnerkot und damit von Nährstoffen in stallnahen Bereichen zu unterbinden. Die innovative Lösung der Unternehmer besteht darin, dem Kleegrasanbau für die Legehennen in der Fruchtfolge eine zehrende Fruchtart wie Weizen oder Mais folgen zu lassen.

„Die Legehennen folgen also dem Feldfutterbau und düngen quasi ihr eigenes Futter“, erklärte der Minister. Zudem werde zu jeder Henne ein Bruderhahn aufgezogen sowie Fleisch aus der eigenen Angus-Rinderherde im Hofladen vermarktet. Die beiden Unternehmer, die überdies u. a. mit dem Pflanzen einer Streuobstwiese, dem Aufstellen von Bienenkästen und mit der Hecken- und Knickpflege Naturschutzziele umsetzen, geben mit ihrem Projekt „Vom Acker in den Eierbecher“ außerdem Schülern die Möglichkeit, sich rund um das Thema „Ei“ zu informieren. Für ihr Konzept erhielten sie ein Preisf´geld von 1500 Euro.

Den zweiten Platz im Wettbewerb belegte das Gut Vorderbollhagen, das sein zwanzigjähriges erfolgreiches Unternehmenskonzept eingereicht hatte. Das Gut, das seit 1996 im Besitz der Familie Jagdfeld liegt, wird seit 2004 ökologisch bewirtschaftet. Der Anbauschwerpunkt auf der 500-Hektar-Ackerfläche liegt auf Getreide, das für den Verzehr und zur Saatgutgewinnung bestimmt ist. Außerdem werden Raps zur Speiseölgewinnung, Speise- und Pflanzkartoffeln sowie Körnerleguminosen zur Eiweißfuttergewinnung angebaut und Bio-Fleisch von Rindern, Lämmern und Geflügel sowie Eier und selbst produzierter Honig im eigenen Laden vermarktet. Seit 2009 ist das Gut, das auch mit Umweltmaßnahmen wie extensives Dauergrünland oder Bienenweiden punktet, „Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau“ im Rahmen des Bundesprogrammes ökologischer Landbau.

Platz 3 errang die 1ste Edeldestillerie auf Rügen GmbH. Deren Geschäftsführer Rainer Hessenius von Ummanz hatte die Idee, aus alten, traditionell auf der Insel beheimateten Obstsorten hochwertige Obstedelbrände herzustellen. Promovierte Obst- und Gartenbauer mit Wissen über die Rügener Obstbäume halfen bei der Umsetzung des Projektes, das auf der Halbinsel Lieschow angesiedelt ist.

Stralsunder Metallspezialisten wollen Stahlverarbeitung stärker automatisieren

Stralsund – Die Stralsunder Ostseestaal GmbH & Co. KG forscht derzeit im Verbund mit Partnern der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. und der Universität Rostock an einem neuen Ansatz zur Stahlblechverformung. Die Automatisierung der dreidimensionalen Blechverformung von Grobblechen aus Stahl galt bisher in der Branche als nicht umsetzbar. Während bei der Warmumformung hohe Temperaturen erforderlich sind, um das Stahlblech dauerhaft in die gewünschte Form zu bringen, sind bei der Blechumformung im sogenannten kaltplastischen Bereich in Abhängigkeit von der jeweiligen Blechdicke hohe Pressenkräfte aufzubringen.

„Um große Stahlplatten bei normaler Umgebungstemperatur zu bearbeiten, sind Pressenkräfte in Höhe von mehreren hundert Tonnen nötig. Die Ostseestaal GmbH & Co. KG will deshalb gemeinsam mit ihren Verbundpartnern ein Verfahren entwickeln, um die kaltplastische Stahlverarbeitung zukünftig automatisiert zu realisieren. Das kann in den metallverarbeitenden Unternehmen enorme Prozesserleichterungen bringen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Ein wirtschaftliches Verfahren für die automatisierte 3D-Umformung von Grobblechen gilt seit langem als Entwicklungsziel in der Metallbranche. In Laborversuchen konnten bislang lediglich Ansätze für eine aufwendige Technik untersucht werden. Als besonders problematisch erwiesen sich bisher immer die elastischen und plastischen Eigenschaften der zu verformenden Werkstoffe. Insbesondere bei der kaltplastischen Verformung ist die verformende Krafteinwirkung auf den Werkstoff aufgrund der Vielzahl an variablen Parametern nur mit extrem hohem Aufwand vorhersagbar. Daher war eine praktische Anwendung in der Fertigung bisher nicht möglich.

Jetzt planen die Projektpartner ein Handhabungssystem, das mit einer NC-gesteuerten Bewegung und Führung (NC = Numerische Steuerung; englisch Numerical Control) der Blechplatten die automatisierte kaltplastische Umformung ermöglicht. Experimentelle Untersuchungen sollen die Grundlage für die Bildung von validierten Modellen für die Vorhersage des Umformergebnisses schaffen. Zur Überprüfung kommt während des Umformungsprozesses ein optisches Messverfahren zum Einsatz, das permanent alle relevanten Daten auswertet und mit den Modellwerten abgleicht. Sollten sich Abweichungen ergeben, kann das System während des Prozesses automatisch reagieren.

Hierfür stellt neben der Konstruktion des Zustellsystems vor allem die Entwicklung der Messtechnik eine große Herausforderung dar, da der gesamte Prozess von vielen variablen Parametern beeinflusst wird. „Im engen Zusammenwirken forschen die Projektpartner an einem Verfahren, das Potential für den internationalen Markt hat. Wir brauchen in Mecklenburg-Vorpommern noch mehr Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, um wettbewerbsfähige Produkte, Verfahren und Technologien zu entwickeln. Das stärkt die Wirtschaft und schafft nachhaltige Arbeitsplätze“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von mehr als 1,8 Millionen Euro. Insgesamt beläuft sich das Projektvolumen auf mehr als 2,6 Millionen Euro. Für die EU-Förderperiode von 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

Im Forschungsprojekt zeichnet sich die Ostseestaal GmbH & Co. KG für die Koordinierung sowie den Plattentransport, die Umformwerkzeuge und die elektronische Realisierung der Funktionsmuster verantwortlich. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist für die theoretischen Aspekte der kaltplastischen Umformung, die optische Vermessung und die Steuerung sowie die Visualisierung des Umformprozesses zuständig. Die Universität Rostock übernimmt die Entwicklung einer inversen Steuerung.